29. August 2016
Augenblicke der Besinnung

Durch den Mißbrauch
seines freien Willens
hat der Mensch
sich selbst
und seinen freien Willen
zugrunde gerichtet.
Der freie Wille,
durch den die Sünde
begangen wurde,
ist mit dem Sieg der Sünde
verlorengegangen.

Augustinus

 
















40. Kranken- und Behindertenwallfahrt der Malteser


Zum 40. Mal pilgern am 17.07.2011 Malteser aus allen bayerischen Diözesen sowie aus Österreich und der Schweiz zu Unserer Lieben Frau von Altötting. Vom Treffpunkt auf dem Dultplatz pilgerten die knapp 2000 Wallfahrerinnen und Wallfahrer über die Gnadenkapelle zur Basilika St. Anna. Nach der feierlichen Prozession zelebrierte S.E. Erzbischf Dr. Reinhard Kardinal Marx ein festliches Pontifikalamt. Als besonderen Teilnehmer der Wallfahrt durfte Kardinal Marx den Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens in Rom, Fra´ Matthew Festing begrüßen. In seinen Worten lobte der Kardinal den Einsatz der Malteser für die Kranken und Behinderten und dankte ihnen für die Organisation und Durchführung dieser Wallfahrt.

 

Die Geschichte der Malteser

Die Geschichte des Malteser-Ordens reicht über tausend Jahre zurück und beginnt mit der Errichtung eines Hospitals in Jerusalem. Bald engagierte sich der souveräne Hospital-Orden der hl. Johannes von Jerusalem genannt von Rhodos von Malta nicht nur in der Krankenpflege von Pilgern im Heiligen Land, sondern auch im Abwehrkampf gegen die vordringenden Türken. Nach wechselvoller Geschichte mit Zwischenaufenthalten in Zypern und Rhodos, erhielt der Orden die Insel Malta als Lehen von Kaiser Karl V. 1798 wurde der Orden kampflos durch Napoleon von Malta vertrieben.                  

Nach wechselhaften und widrigen Stationen konnte der Orden 1834 seinen offiziellen Sitz in Rom einnehmen und fand über den Dienst am Nächsten den Weg zu einer neuen Identität. In Deutschland wurden Nationale Assoziationen gegründet, die sich nach der Wiedervereinigung 1993 zur Deutschen Assoziation des Malteser-Ritterordens zusammenschlossen. Heute verfügt der internationale Orden über mehr als 10000 Mitglieder in aller Welt und unterhält eine Vielzahl caritativer Werke. 1953 wurde der Malteser Hilfsdienst von den Deutschen Malteser-Assoziationen und dem Deutschen Caritasverband gegründet, dem er als Fachverband angeschlossen ist. Aus den Anfängen des Katastrophenschutzes und der Breitenausbildung, hat sich der Malteser-Hilfsdienst in den über 50 Jahren seines Bestehens zu einem modernen Unternehmen entwickelt, welches sich dennoch am Ordensleitsatz

„Tuitio fidei et obsequium pauperum“

„Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ orientiert und versucht, diesen in zeitgemäßer Form zu verwirklichen. 

 

Das Malteser-Kreuz

Ursprünglich handelte es sich um ein weißes Balkenkreuz, das die Kreuzfahrer, die zur Befreiung des Heiligen Landes kamen, auf ihren Kleidern trugen. Die Mitglieder der Brudergemeinschaft des Hl. Johannes trugen es auf ihrer schwarzen Kukulle, die der Ordenstracht der Benediktiner nachgebildet war. Später wurde aus dem Balkenkreuz das Kreuz mit acht Spitzen. Das Kreuz kommt zum ersten Mal in dem Siegel des Ordenshospitals in Jerusalem vor. Gefunden wurde es auch am Zugang zur Helenenkapelle der Grabeskirche in Jerusalem und auf den Münzen der Stadt Amalfi.

Das Ordenskapitel von 1489 sagt über das Kreuz: „So sollen die Ritter vom Hospital, indem sie mit frommem Eifer sowohl die eine als auch die andere dieser Pflichten erfüllen, auf ihrem Gewande das Kreuz mit acht Spitzen tragen, damit sie eingedenk sind im Herzen, das Kreuz Christi zu tragen, geschmückt mit acht Tugenden, die sie begleiten.“

Mit kirchlicher Erlaubnis wurde das Kreuz auch auf die roten Waffenröcke der Ritter übertragen.

Bereits im Jahr 1485 wurden den acht Spitzen des Kreuzes die acht Seligpreisungen der Bergpredigt zugeordnet:

„Dann begann Jesus zu reden und lehrte sie. Er sagte:
• Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
• Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
• Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
• Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
• Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
• Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
• Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
• Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
• Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.“ (Mt 5,2-11)

Die Seligpreisungen verweisen auf das, was Gott schenkt: Leben in Fülle. Das dürfen wir von Gott erwarten. Mit dem Kreuz erinnern wir die Menschen an die Gabe Gottes und bestärken uns als Gemeinschaft in diesem Glauben.

Die vier innenliegenden Ecken wurden den vier Kardinaltugenden zugeordnet: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Sie bilden Angelpunkte des sittlichen Lebens und regeln menschliches Tun, ordnen die Leidenschaften, lenken das Verhalten der Vernunft, dem Glauben entsprechend.

 

Der Großmeister

Fra´ Matthew Festing wurde am 30. November 1949 in Northumberland, England, als Robert Matthew Festing geboren und ist seit dem 11. März 2008 der auf Lebenszeit gewählte 79.Großmeister des Malteserordens. Sein voller Titel lautet "Seine Hoheit und Eminenz, Fra` Matthew Festing, Fürst und Großmeister des Souveränen Ritter- und Hospitalordens des Hl. Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta". Kirchenrechtlich steht der Großmeister des Malteserordens im Range eines Kardinals, darf aber als Laie nicht am Konklave teilnehmen. Die Befugnisse des Großmeisters regelt die Verfassung des Ordens. Der Großmeister residiert am Sitz des Ordens in Rom, Via Condotti.