Augenblicke der Besinnung

Vom Mitmenschen her kommen uns
Leben und Tod.
Gewinnen wir einen Bruder,
so gewinnen wir Gott.
Geben wir einem Bruder Ärgernis,
so sündigen wir gegen Christus.

Antonius, Mönchsvater in Ägypten













Sammlung von Newsfeeds

Katholische und evangelische Kirche rufen zu Betriebsratswahlen auf

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Januar 2018 - 11:59
Anlässlich der vom 1. März bis zum 31. Mai 2018 stattfindenden Betriebsratswahlen in Deutschland rufen die katholische und die evangelische Kirche zur aktiven Teilnahme auf. In einem Aufruf erinnern der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, an die Verantwortung, die Betriebsräte für ihre Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen.

Die künftigen Herausforderungen für die Arbeit der Betriebsräte werden von den Veränderungen der Erwerbsarbeit vorgegeben. Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm sehen insbesondere drei Entwicklungen: So habe der Druck auf die Beschäftigten weiter zugenommen. „Leistungsverdichtung und Mehrarbeit sind zu ständigen Begleitern der heutigen Erwerbsarbeit geworden.“ Außerdem nehmen die Unternehmen und die Beschäftigten durch die Integration von Flüchtlingen ins Erwerbsleben eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahr. Als dritten Punkt nennen die beiden Vorsitzenden das Stichwort „Arbeit 4.0“, mit dem die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt zum Ausdruck gebracht wird.

„Aufgrund der Veränderungen in der Arbeitswelt bedarf es öffentlicher Debatten, wie die Arbeit in Zukunft human gestaltet werden kann. Notwendig sind hierzu Leitbilder menschengerechter Arbeit“ so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. „Damit Erwerbsarbeit nicht das ganze Leben bestimmt, braucht es auch Grenzen der Arbeit: Grenzen der Belastungen, Grenzen der zeitlichen Verfügbarkeit und Grenzen der Ökonomisierung. Für all dies gilt: Um das Ziel einer Humanisierung der Arbeit auf den Weg zu bringen, sind starke Interessensvertretungen in den Betrieben notwendig.“

Hinweis:
Der Aufruf zur Betriebsratswahl ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Erzbischof Schick beendet fünftägige Kuba-Reise

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. Januar 2018 - 12:37
Am gestrigen Abend (11. Januar 2018) hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), seine fünftägige Reise nach Kuba beendet. „Die katholische Kirche in Kuba ist eine arme Kirche für die Armen und leistet mit kleiner Kraft Großes“, resümierte Erzbischof Schick die Ergebnisse seiner Gespräche mit dem Erzbischof em. von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giorgio Lingua, und den Mitgliedern des Ständigen Rates der Kubanischen Bischofskonferenz. „Die Umstände sind schwierig, aber die Kirche genießt Respekt und hohes Ansehen in der Gesellschaft – und zwar weit über die katholische Bevölkerung hinaus.“

Überall im Land herrsche ein großer „Hunger nach Gott“, schreiben die Bischöfe in ihrem Pastoralplan 2014–2020. Viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung seien auf der Suche nach Orientierung für ihr persönliches, soziales und gesellschaftliches Leben, die sich nicht mit innerweltlichen Heilsversprechen befriedigen lasse. Die Kirche antworte auf diese Suche mit der Verkündigung des Evangeliums, den Gottesdiensten und vielfältigen seelsorgerischen Angeboten.

Erzbischof Schick erinnerte an den Hirtenbrief der kubanischen Bischöfe von 2013, in dem sie die Wünsche von weiten Teilen der Bevölkerung nach Beteiligung des gesamten Volkes am gesellschaftlichen Leben, nach Meinungsvielfalt und der Einbeziehung marktwirtschaftlicher Elemente in die ökonomische Ordnung aufgreifen. „Die Kirche versteht sich als Stimme des Volkes“, so Erzbischof Schick. Auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre plädiere sie für eine gesellschaftliche Entwicklung, die eine wachsende und gerechte Teilhabe aller Bürger ermöglicht. Erzbischof Schick und seine Delegation tauschten sich auch mit dem Deutschen Botschafter in Havanna über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus.

In Gesprächen mit der kubanischen Caritas, mit führenden Persönlichkeiten aus den Ordensgemeinschaften und mit Vertreterinnen und Vertretern der Nationalen Kommission für das Laienapostolat sei ihm deutlich geworden, dass sich „das ganze Gottesvolk der Vision von Kirche, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil vertrete, verpflichtet weiß – ‚Kirche von allen für alle‘“. Konkreten Ausdruck findet dieses Selbstverständnis in einer großen Zahl karitativer und bildungsorientierter Aktivitäten, die in allen Landesteilen unternommen werden. Die Kirche erreicht dabei sozial bedürftige Menschen (wie Alte und Behinderte) und widmet sich inzwischen auch vermehrt Aufgaben der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit und der Familienbildung. Auch im Bereich der Kultur ist die Kirche tätig. Bei Besuchen im Institut Felix Varela, einem Kulturzentrum der Erzdiözese Havanna, und beim Zentrum Loyola der Jesuiten, die beide nationale Ausstrahlung haben, konnte Erzbischof Schick einen Eindruck vom Einsatz der Kirche für eine Kultur entsprechend dem Evangelium gewinnen. „Es ist eindrucksvoll, was die Kirche in Kuba für die Kubaner leistet“, so Erzbischof Schick, der auf seiner Reise u. a. vom Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, begleitet wurde.

Weltjugendtag 2019 in Panama: Die Armen im Blick

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 11. Januar 2018 - 15:40
„Wir sind ein kleines Land, aber wir haben ein offenes Herz“, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta, während einer Pressekonferenz in Essen, ein Jahr vor Beginn des Weltjugendtages. Das ganze Land freue sich auf den Weltjugendtag, zu dem man Hunderttausende Pilger erwarte – diesmal vorrangig aus den Ländern des Südens. Die Begegnung findet dieses Mal vom 22. bis 27. Januar 2019 statt – ein Zeitraum, in dem in Lateinamerika Trockenzeit ist und die meisten Jugendlichen ihre großen Ferien haben. Für junge Menschen aus Deutschland werde es daher schwieriger werden, sich für den Weltjugendtag frei zu nehmen, sagte Paul Metzlaff, Referent in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Die afj rechnet daher mit etwa 750 bis 1.000 Pilgern aus Deutschland.

Der Weltjugendtag in Panama soll Jugendlichen aus aller Welt die Chance geben, die Lebensrealität ihrer Altersgenossen in Mittelamerika kennenzulernen: „Die Armut, die Migration, der Drogenmissbrauch und der Menschenhandel sind Themen, die unsere Region prägen“, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta. In den Begegnungen der Jugendlichen miteinander, aber auch in den Katechesen werde es um die konkreten Lebensumstände der Jugendlichen und den Weg der Kirche mit den Ausgegrenzten gehen, aber auch um die Bewahrung der Schöpfung, Märtyrer wie Bischof Oscar Romero aus El Salvador sowie die Frage, welche Verantwortung Jugendliche in Kirche und Gesellschaft übernehmen können.

Auch für diejenigen, die nicht nach Panama reisen, werde es möglich sein, in Deutschland den Weltjugendtag zu verfolgen: Via Internet und soziale Netzwerke werden die großen Feiern, aber auch viele Katechesen und Begegnungen live übertragen. Schon heute berichtet die deutsche Facebookseite des Weltjugendtages über die Vorbereitungen, und die internationale Redaktion in Panama verbreitet Twitter-Nachrichten in derzeit 22 Sprachen.

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt die Vorbereitungen auf den Weltjugendtag in Panama mit Sachkenntnis. Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens berichtete, dass Adveniat den deutschen Pilgerinnen und Pilgern bei der „Woche der Begegnung“ in Nicaragua und Costa Rica, aber auch beim Weltjugendtag selbst, Begegnungen eröffnen werde, die Veränderungen hin zu solidarischem Handeln ermöglichen sollen. Panama sei ein Land mit einer großen Ungleichheit zwischen Arm und Reich, und es gehöre auch zum Weltjugendtag, diese Unterschiede deutlich zu machen. Mit seinen Projekten in Panama (44) und Nicaragua (166) habe Adveniat im vergangenen Jahr mit mehr als zwei Millionen Euro die Arbeit der Kirche bei den Armen unterstützt, berichtete Jentgens.

In der kommenden Woche werden 21 Verantwortliche aus der Jugendpastoral deutschsprachiger Diözesen, aus Verbänden und Bewegungen gemeinsam mit Adveniat-Vertretern nach Panama und Nicaragua reisen. Ziel der Delegation, die vom Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters als stellvertretendem Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz angeführt wird, sind Gespräche mit Verantwortlichen der Kirche wie auch des Organisationskomitees des Weltjugendtages. Die Delegation reist zugleich in die älteste Diözese auf dem lateinamerikanischen Festland: „Unser Bistum Panama wurde 1513 gegründet“, betonte Erzbischof José Domingo Ulloa. „Es wird uns daher ein besonderes Anliegen sein, den Jugendlichen der Welt unsere reiche Kultur und unsere Traditionen zu zeigen.“

Hintergrund
Der Weltjugendtag (WJT) wurde von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen und findet alle zwei bis drei Jahre auf internationaler Ebene statt – zuletzt 2016 in Krakau. Der Weltjugendtag 2019 ist der zweite auf dem lateinamerikanischen Kontinent nach Rio de Janeiro 2013. In Deutschland wird der Weltjugendtag durch die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) koordiniert.

18. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land

Am kommenden Samstag (13. Januar 2018) beginnt das 18. Internationale Bischofstreffen zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land. Bei dem bis zum 18. Januar 2018 dauernden Treffen werden Vertreter von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika in Jerusalem, Bethlehem, Emmaus und Gaza zusammenkommen. Als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz nimmt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Naher und Mittlerer Osten“ der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), an dem Treffen teil.

Die Bischöfe sorgen sich infolge der unilateralen Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates Israel um den Status Quo der Stadt, in der sich die Heiligen Stätten von Judentum, Christentum und Islam befinden. In Begegnungen mit Erzbischof Pierbattista Pizzaballa OFM, dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, weiteren Vertretern der katholischen Ortskirchen und internationalen Diplomaten wird der Erhalt des Status Quo in Stadt und Land zentrales Gesprächsthema sein.

Daneben widmen sich die Bischöfe der Lebenssituation junger Menschen in der Region. Im Vorfeld der im Oktober dieses Jahres im Vatikan stattfindenden Bischofssynode zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ wollen die Bischöfe die Lage junger Christen im Heiligen Land näher kennenlernen. Einen besonderen Aspekt bilden dabei die Möglichkeiten christlicher, jüdischer und muslimischer Jugendlicher, ein besseres Miteinander beider Völker und aller Religionsgemeinschaften zu entwickeln.

Am Sonntag (14. Januar 2018) ist ein Besuch der kleinen christlichen Gemeinde in Gaza geplant. Gemeinsam mit der Gemeinde werden die Bischöfe den Sonntagsgottesdienst feiern. Gespräche mit Jugendlichen und Pastoralbesuche bei kranken und gebrechlichen Gemeindemitgliedern sind ebenfalls vorgesehen. Am Montag (15. Januar 2018) werden sich die Bischöfe mit dem Beitrag von Bildung und Erziehung für Frieden und Gerechtigkeit im Land beschäftigen. Am Vormittag finden Gespräche im Schulbüro des Lateinischen Patriarchats in Beit Jala und Pastoralbesuche an palästinensischen christlichen Schulen in und um Bethlehem statt. Am Nachmittag schließen sich Gespräche mit einer Gruppe von Studenten der Hebräischen Universität von Jerusalem an, zu der christliche, jüdische und muslimische Studierende gehören. Am nächsten Tag (16. Januar 2018) sind Begegnungen mit orthodoxen wie säkularen jüdischen Schülerinnen und Schülern geplant. Eine Begegnung mit Mitgliedern des „Parents Circle Families Forum“ bringt israelische und palästinensische Familienangehörige zusammen, die im Konflikt zwischen beiden Völkern Angehörige verloren haben und sich gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Toleranz einsetzen.

Am Mittwoch (17. Januar 2018) werden mehrere Einrichtungen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL) besucht. In Emmaus-Qubeibeh, das nordwestlich von Jerusalem in den palästinensischen Gebieten liegt, besuchen die Bischöfe das „Qubeibeh Nursing Program“, eine zur Bethlehem-Universität gehörende Einrichtung, in der palästinensische Studierende in Kooperation mit den Schwestern-Salvatorianerinnen und dem DVHL zu Krankenschwestern und -pflegern ausgebildet werden. Am Nachmittag finden Gespräche mit christlichen und muslimischen Schülerinnen der Schmidt-Schule in Jerusalem statt, die dort neben dem palästinensischen Abschluss auch das Deutsche Internationale Abitur erwerben können.

An der Konferenz werden neben Weihbischof Udo Bentz folgende Bischöfe teilnehmen:
Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrika); Bischof em. Pierre Bürcher (Rejkjavik, Island); Bischof Oscar Cantú (Las Cruces, USA); Bischof José Ornelas Carvalho SCJ (Setúbal, Portugal); Erzbischof Riccardo Fontana (Arezzo-Cortona-Sansepolcro, Italien); Bischof Lionel Gendron PSS (Saint Jean-Longueuil, Kanada); Bischof Felix Gmür (Basel, Schweiz); Weihbischof Nicholas Hudson (Westminster, Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union ComECE); Weihbischof William Kenney CP (Birmingham, Großbritannien); Bischof Declan Lang (Clifton, Großbritannien); Bischof Donal McKeown (Derry, Irland); Bischof William Nolan (Galloway, Schottland) und Erzbischof Joan Enric Vives Sicilia (Urgell, Spanien). Darüber hinaus werden Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vertreten sein.


Hintergrund
Das Internationale Bischofstreffen verfolgt das Ziel, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Die Bischöfe besuchen während ihres Treffens als Pilger die Heiligen Stätten im Land und feiern dort Gottesdienste. So sollen auch die Gläubigen in ihren Heimatländern zu Pilgerreisen ermutigt werden.

Hinweis:
Während des Aufenthaltes steht Weihbischof Dr. Udo Bentz für Interviews und Presseanfragen zur Verfügung. Anfragen werden über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle@dbk.de) koordiniert.

Kirchen veröffentlichen „geistliches Trainingsheft“ für Teilnehmer der Olympischen Winterspiele

Aus Anlass der XXIII. Olympischen Winterspiele und der XII. Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang veröffentlichen die katholische und evangelische Kirche in Deutschland erneut ein geistliches Impulsheft für die deutschen Athleten. „Die Leidenschaft für den Sport führt Menschen, Völker, Kulturen und Religionen zusammen. Die Olympischen Spiele sind von der Idee getragen, bei fairem Wettkampf Grenzen zu überschreiten, feindliche Auseinandersetzungen ruhen zu lassen und Frieden zu stiften“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in ihrem Vorwort. Bei allem Ehrgeiz und aller Leidenschaft erinnere auch die Bibel an „notwendige Atempausen, um neue Kraft zu tanken“. Wer sich in höchster Konzentration und Anspannung auf die Wettkämpfe vorbereite, brauche kurze Auszeiten, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. Dazu wolle das Impulsheft „Mittendrin“ beitragen, das in diesen Tagen allen Sportlern bei der Einkleidung des olympischen Teams ausgehändigt wird.

Das Impulsheft „Mittendrin“ ist als geistliches Trainingsbuch gedacht und bietet den Sportlern biblische Texte, Gebete und Meditationen sowie eine Kurzinformation zum Christentum in Südkorea. Es ist ein Beitrag zur Olympiade, die in Südkorea unter dem Motto „Passion. Connected – Leidenschaft verbindet“ steht und am 9. Februar 2018 beginnt.

Auch in diesem Jahr werden Seelsorger beider Kirchen den Sportlern zur Seite stehen. Für die evangelische Kirche ist Pfarrer Thomas Weber vor Ort. Pfarrer Christian Bode begleitet die Paralympics. Die katholische Seite wird von Pfarrer Jürgen Hünten vertreten. Seit 1972 entsenden die katholische und evangelische Kirche Seelsorger zu den Olympischen Spielen.

Hinweise: Die Broschüre „Mittendrin“ kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Medienkontakte zu den Olympiaseelsorgern können über die Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD angefragt werden.

Von Print zu Online: Kinoportal filmdienst.de präsentiert sich neu

Der Filmdienst hat im 71. Jahr seiner Existenz die Umwandlung vom Printprodukt zum Online-Portal vollzogen und ist ab dem 8. Januar 2018 mit einer neuen Internetseite präsent. Unter www.filmdienst.de zeigt sich das „Portal für Kino und Filmkultur“ dann in einem neuen Design.

„Das digitale Angebot setzt mit neuen Mitteln fort, was seit sieben Jahrzehnten der Auftrag der Zeitschrift war: Den Lesern und Nutzern unter christlicher Perspektive einen erhellenden Einblick in das cineastische Angebot zu geben“, so dreipunktdrei-Geschäftsführer Theo Mönch-Tegeder. „Ab dem 8. Januar steht jedem Interessierten das gesamte Filmdienst-Wissen auf allen Endgeräten zur Verfügung – immer und überall.“ Dies geschieht in bewährter Tradition auch weiterhin durch qualifizierte Filmkritiken, Analysen, Porträts und Interviews. Der Relaunch beschränkt sich dabei nicht nur auf das Layout. Auch inhaltlich hat sich die bisherige Zeitschrift weiterentwickelt. Statt vierzehntägig gibt es Tag für Tag neuen Lesestoff; Trailern wird viel Platz eingeräumt; Serien, Streaming-Angebote, TV-Highlights, DVDs und Blu-rays sowie die Mediatheken der Fernsehsender sind in die Berichterstattung miteinbezogen.

Das sich im Zuge der Digitalisierung stark auffächernde Angebot filmischer Kommunikation lässt sich in Gestalt eines Portals angemessener darstellen. Neben dem Überblick über das gesamte Filmeangebot – unabhängig von seiner jeweiligen Erscheinungsform – hebt die Plattform besonders erwähnenswerte Filme gezielt hervor; insbesondere im Bereich des Kinder- und Jugendfilms.

www.filmdienst.de wird weiterhin alle relevanten neuen Filme einer ethisch fundierten und unabhängigen Filmkritik unterziehen. Auch das bundesweit einmalige „Lexikon des internationalen Films“ wird weitergeführt. Hier finden sich Informationen zu rund 80.000 Filmen mit ausführlichen Stabangaben, Dossiers, Interviews und Artikeln sowie Personendaten zu mehr als 240.000 Filmschaffenden.

Für die Inhalte sind der neue Chefredakteur Josef Lederle und sein Redaktionsteam verantwortlich, die von einem festen Stamm freier Autoren unterstützt werden. Lederle löst Horst Peter Koll ab, dem Verlag und Herausgeber für den langjährigen hohen fachlichen und persönlichen Einsatz zu großem Dank verpflichtet sind.

Überarbeitet wurden auch die interaktiven Elemente, über die filmdienst.de mit seinen Nutzern ins Gespräch kommen möchte. Neben einschlägigen Seiten bei den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter gibt es einen „Mein Filmdienst“-Bereich, in dem die Nutzer ihre eigenen Kommentare und Anmerkungen hinterlassen können. Auch das komplette Archiv von filmdienst.de steht für eine kostenpflichtige Nutzung bereit.

Dialog- und Solidaritätsreise von Erzbischof Schick nach Kuba

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), reist vom 7. bis 11. Januar 2018 zu einem Solidaritätsbesuch nach Kuba. Dort wird er sich über die Situation der Kirche und das Leben der katholischen Christen in dem sozialistisch regierten Land in der Karibik informieren. Dabei werden pastorale Fragen, die Bildungs- und Medienarbeit der Kirche sowie die Hilfsaktionen nach großen Katastrophen wie dem Hurrikan „Irma“ im September 2017 im Vordergrund stehen.

Während der Reise wird Erzbischof Schick unter anderem mit dem Ständigen Rat der Kubanischen Bischofskonferenz, mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giorgio Lingua, sowie dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Thomas Karl Neisinger, zusammentreffen. Auch stehen Gespräche mit Vertretern der Caritas, der Ordensgemeinschaften und der katholischen Verbände auf dem Reiseprogramm. Mit mehreren Kirchengemeinden wird Erzbischof Schick Gottesdienste feiern.Erzbischof Schick wird auf seiner Reise vom Hauptgeschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, begleitet. Seit Jahrzehnten pflegt Adveniat gute Kontakte zu einer Vielzahl von kirchlichen Projektpartnern in Kuba.

Nach dem Besuch von Papst Franziskus in Kuba im Jahr 2015 zeichnete sich eine leichte Entspannung im Verhältnis zwischen der Kirche und der Regierung von Präsident Raúl Castro ab. Gleichwohl sind Festnahmen politisch Andersdenkender an der Tagesordnung. Auch die wirtschaftliche Blockade durch die USA trifft die Bevölkerung hart.
Hinweis:
Interviews mit Erzbischof Schick während und nach der Reise sind möglich. Wenden Sie sich dazu bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz unter pressestelle(at)dbk.de. Der Zeitunterschied von sieben Stunden ist zu berücksichtigen.

Für eine gute Zukunft Europas

Die christliche Prägung Deutschlands und Europas beizubehalten erfordert – nach Worten von Kardinal Reinhard Marx –, dass sich Menschen in Politik und Gesellschaft engagieren, die von Jesus von Nazareth her denken. „Es gibt keine christliche Kultur in unserem Land ohne Jesus und seine Perspektive. Mit ihm, mit seiner Lebensgeschichte, seinen Worten wollen wir die Gesellschaft gestalten“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising bei seiner gestrigen (31. Dezember 2017) Silvesterpredigt im Münchner Liebfrauendom. Kardinal Marx rief dazu auf, weiter an der christlichen Prägung zu arbeiten und diese zu intensivieren. Die christliche Kultur könne nicht musealisiert werden, sie gehöre in den Kontext des Lebens. „Christus ist die Aufklärung über unserem Leben, über der Geschichte, über der Schöpfung.“

Mit Blick auf das Jahr 2018 gab Kardinal Marx zu bedenken, dass Ängste und Unsicherheiten zu spüren seien. „Die Welt wird nicht selbstverständlich ins Gute geführt, es braucht Leute, die Zeugnis ablegen.“ Daher sei es wichtig, mit Hoffnung, Zuversicht und im Geist des Evangeliums ins neue Jahr zu gehen. Er warnte davor, Religion für Gewalt und Unterdrückung zu missbrauchen. Fundamentalismus und Fanatismus machten ihm vor allem im Islam Sorgen. „Nie mehr darf Religion zum Instrument des Hasses pervertiert werden.“ Deutschland habe im Dreißigjährigen Krieg, dessen Ausbruch sich 2018 zum 400. Mal jährt, in einem schrecklichen Bürgerkrieg erleben müssen, wie Religion benutzt wurde zum Kampf gegeneinander und zur Herrschaft über andere. 

Kardinal Marx erinnerte auch an das Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918, der ein „europäischer Bürgerkrieg ungeahnten Ausmaßes“ und eine „Urkatastrophe“ gewesen sei. Europa als „Kontinent des Friedens“ bleibe für Christen nach den beiden Weltkriegen eine Aufgabe.  „Wir müssen aufpassen, dass dieses Projekt nicht zerfleddert wird.“ Kardinal Marx rief zu einer erneuten Anstrengung für eine gute Zukunft Europas auf. „Wollen wir wirklich in Nationalismus zurückfallen – oder Europa auf der ganzen Welt zum Vorbild für Versöhnung und Frieden machen?“ Es gelte, aufmerksam zu bleiben und den richtigen Augenblick nicht zu verpassen. „Das können wir nur, wenn wir uns an Jesus von Nazareth orientieren.“

Mit Blick auf den 200. Geburtstag von Karl Marx, der 1818 in Trier geboren wurde, forderte der Sozialethiker eine gerechtere Wirtschaftsordnung. „Wenn wir nicht wollen, dass die alten Dämonen des Marxismus wiederkommen, dann müssen wir Antworten geben.“ Karl Marx habe in der Analyse der sozialen Missstände seiner Zeit rechtgehabt. „Es sollte nicht vergessen werden, dass auch er gesehen hat, was es bedeutet, wenn Wirtschaft gegen den Menschen gerichtet wird.“ Die Wirtschaft müsse dem Menschen dienen und nicht umgekehrt, darauf verwiesen Papst Franziskus und die Katholische Soziallehre. „Nicht allein auf den Profit sollten wir schauen, sondern auf das Gemeinwohl aller heutigen Menschen und zukünftiger Generationen“, so Kardinal Marx.

Familiensonntag am 31. Dezember 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. Dezember 2017 - 10:59
Am kommenden Sonntag, den 31. Dezember 2017, begeht die katholische Kirche in Deutschland den Familiensonntag, der 1976 zum ersten Mal gefeiert wurde. 2015 haben die deutschen Bischöfe beschlossen, den Familiensonntag auf das Fest der Heiligen Familie, den Sonntag der Weihnachtsoktav, zu legen. Der Familiensonntag 2017 wird in ein Jahresthema, das „familienpastorale Jahresmotto“, eingebettet. Dieses lautet bis zum Ende des Kirchenjahres 2018 „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“. Diözesen, Gemeinden, Verbände und kirchliche Einrichtungen sind eingeladen, dem Thema eigene Veranstaltungen und Initiativen zu widmen und das Jahresmotto – möglicherweise auch an einem anderen Sonntag – aufzugreifen.

Zum Familiensonntag und dem Jahresmotto hat die Deutsche Bischofskonferenz die familienpastorale Arbeitshilfe „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“ veröffentlicht. Diese greift das Thema Ehevorbereitung auf, das Papst Franziskus in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris laetitia als Ergebnis der Beratungen der beiden Weltbischofssynoden 2014 und 2015 hervorhebt: „Die komplexe gesellschaftliche Wirklichkeit und die Herausforderungen, mit denen sich die Familien heute auseinandersetzen müssen, erfordern einen größeren Einsatz der ganzen christlichen Gemeinde im Hinblick auf die Vorbereitung der Brautleute auf die Ehe.“ (AL Nr. 206)

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), würdigt in der Arbeitshilfe die Angebote der Ehevorbereitung in den (Erz-)Bistümern, „deren Formen und Inhalte sich den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft stellen müssen“. Dabei sei aber zu beachten, dass kirchliche Ehelehre und praktisch gelebtes Eheverständnis weithin schon seit Jahrzehnten sehr unterschiedlich seien. „Die in diesem Jahr intensiv geführte Diskussion im Umfeld der Öffnung der staatlichen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hat gezeigt, dass unsere Auffassung einer sakramentalen Ehe von vielen nicht nachvollzogen wird.“ Gerade deshalb gebe die Arbeitshilfe Anregungen, sich mit der christlichen Ehe und den Angeboten der Ehevorbereitung auf Pfarreiebene, aber auch auf anderen Ebenen auseinanderzusetzen, schreibt Erzbischof Koch.

Die Arbeitshilfe gibt als Online-Angebot mit Texten und Gestaltungselementen für Gebet und Gottesdienst, aber auch durch Grundlagendokumente des kirchlichen Lehramtes Hilfestellungen für die Gestaltung des Familiensonntags.

Hinweis: Die Arbeitshilfe zum Familiensonntag 2017 „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“ ist als pdf-Datei unter www.ehe-familie-kirche.de sowie in der Rubrik „Veröffentlichungen“ verfügbar.

Papst Franziskus: Botschaft und Segen „Urbi et Orbi“ – Weihnachten 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. Dezember 2017 - 13:32
Liebe Brüder und Schwestern, frohe Weihnachten!

In Betlehem hat die Jungfrau Maria Jesus geboren. Nicht durch menschlichen Willen kommt er zur Welt, er ist vielmehr Geschenk der Liebe Gottes des Vaters, der „die Welt so sehr geliebt [hat], dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16).

Dieses Ereignis erneuert sich heute in der Kirche, die Pilgerin in der Zeit ist: Wieder erlebt der Glaube des christlichen Volkes in der Weihnachtsliturgie das Geheimnis des sich nahenden Gottes, der unser sterbliches Fleisch annimmt und klein und arm wird, um uns zu retten. Und dies erfüllt uns mit Ergriffenheit, weil die Zärtlichkeit unseres Vaters so groß ist.

Die Ersten, die den Glanz der Demut des Retters sahen, waren nach Maria und Joseph die Hirten von Betlehem. Sie erkannten das ihnen von den Engeln angekündigte Zeichen und beteten das Kind an. Diese schlichten, aber wachsamen Männer sind Vorbild für die Glaubenden zu allen Zeiten. Sie nehmen angesichts des Geheimnisses Jesu an seiner Armut nicht Anstoß, sondern vertrauen wie Maria auf das Wort Gottes und betrachten mit einfachen Augen seine Herrlichkeit. Vor dem Geheimnis des fleischgewordenen Wortes bekennen die Christen von überallher mit den Worten des Evangelisten Johannes: „Wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14).

Während heute Kriegsstürme über die Welt hinwegfegen und ein inzwischen überholtes Entwicklungskonzept weiterhin zum Niedergang des Menschen, des Sozialgefüges und der Umwelt führt, ruft uns Weihnachten zum Zeichen des Kindes zurück. Wir sollen es in den Gesichtern der Kinder wiedererkennen, besonders jener, für die wie für Jesus kein Platz in der Herberge ist (Lk 2,7).

Wir erblicken Jesus in den Kindern des Nahen Ostens, die aufgrund der Zuspitzung der Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern weiter leiden. An diesem Festtag flehen wir zum Herrn um Frieden für Jerusalem und für das ganze Heilige Land; wir beten, dass sich bei den Kontrahenten der Wille durchsetze, den Dialog wiederaufzunehmen, und dass man endlich zu einer Verhandlungslösung gelange, die innerhalb von miteinander vereinbarten und international anerkannten Grenzen eine friedliche Koexistenz zweier Staaten ermöglicht. Der Herr möge auch die Bemühungen derer unterstützen, die in der internationalen Gemeinschaft den guten Willen haben, jenem geplagten Land beizustehen, dass es trotz der schwerwiegenden Hindernisse zur langersehnten Eintracht, Gerechtigkeit und Sicherheit finde.

Wir erblicken Jesus in den Gesichtern der syrischen Kinder, die immer noch vom Krieg gezeichnet sind, der das Land in diesen Jahren mit Blut getränkt hat. Möge das geliebte Syrien endlich zur Achtung der Würde eines jeden Menschen zurückfinden, indem es in gemeinsamer Anstrengung das soziale Gefüge unabhängig von ethnischen oder religiösen Zugehörigkeiten wiederherstellt. Wir erblicken Jesus in den Kindern des Irak, der immer noch von den Feindseligkeiten der vergangenen fünfzehn Jahre verwundet und geteilt ist, und in den Kindern des Jemen, wo ein großenteils vergessener Konflikt mit tiefgreifenden humanitären Folgen für die Bevölkerung im Gange ist, die an Hunger leidet und mit der Ausbreitung von Krankheiten konfrontiert wird.

Wir erblicken Jesus in den Kindern Afrikas, vor allem in jenen, die im Südsudan leiden, in Somalia, in Burundi, in der Demokratischen Republik Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik und in Nigeria.

Wir erblicken Jesus in den Kindern der ganzen Welt, wo der Frieden und die Sicherheit von der Gefahr durch Spannungen und neue Konflikte bedroht werden. Wir beten, dass die Gegensätze auf der koreanischen Halbinsel überwunden werden können und das gegenseitige Vertrauen im Interesse der ganzen Welt wachse. Dem Jesuskind vertrauen wir Venezuela an, damit ein sachlicher Meinungsaustausch unter den verschiedenen sozialen Gruppen zugunsten des ganzen geliebten venezolanischen Volkes wiederaufgenommen werden kann. Wir erblicken Jesus in den Kindern, die zusammen mit ihren Familien unter den Gewaltakten des Konflikts in der Ukraine und seinen schwerwiegenden Auswirkungen leiden, und wir beten, dass der Herr diesem geschätzten Land baldmöglichst den Frieden gewähre.

Wir erblicken Jesus in den Kindern, deren Eltern arbeitslos sind und Mühe haben, ihren Kindern eine sichere und unbeschwerte Zukunft zu bieten. Und in denjenigen, denen die Kindheit geraubt wurde, weil sie von klein auf zur Arbeit verpflichtet oder von skrupellosen Milizionären als Soldaten gedungen wurden.

Wir erblicken Jesus in den vielen Kindern, die gezwungen sind, ihre Länder zu verlassen, alleine unter unmenschlichen Bedingungen zu reisen und so zur einfachen Beute der Menschenhändler werden. In Ihren Augen sehen wir das Drama vieler Zwangsmigranten, die sogar ihr Leben riskieren, um kräftezehrende Reisen auf sich zu nehmen, die zuweilen in Tragödien enden. Wieder erblicke ich Jesus in den Kindern, denen ich während meiner letzten Reise nach Myanmar und Bangladesch begegnet bin, und erhoffe mir, dass die internationale Gemeinschaft nicht aufhöre, sich dafür einzusetzen, dass die Würde der in der Region anwesenden Minderheiten angemessen geschützt werde. Den Schmerz, nicht aufgenommen zu werden, und die Mühsal, keinen Ort zu haben, an dem man sein Haupt hinlegen kann, kennt Jesus gut. Unser Herz möge nicht verschlossen sein, wie es die Häuser von Betlehem waren.

Liebe Brüder und Schwestern,
auch wir werden auf das Zeichen von Weihnachten hingewiesen: „ein Kind, das in Windeln gewickelt [ist] …“ (Lk 2,12). Nehmen wir wie die Jungfrau Maria und der heilige Josef, wie die Hirten von Betlehem im Jesuskind die für uns menschgewordene Liebe Gottes auf und setzen wir uns mit seiner Gnade dafür ein, unsere Welt menschlicher und würdiger für die Kinder von heute und morgen zu gestalten.

© Copyright – Libreria Editrice Vaticana

Weihnachtsbotschaft stärkt Bereitschaft zur Solidarität

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 24. Dezember 2017 - 9:51
Die Weihnachtsbotschaft liefert laut Kardinal Reinhard Marx einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. „Wenn ich glaube, dass Gott in Jesus der Bruder aller geworden ist, stärkt das meine Verbundenheit und Offenheit, meine Bereitschaft zur Solidarität und zum Miteinander“, sagt Kardinal Marx laut Redemanuskript in seiner Weihnachtspredigt an Heiligabend bei der Christmette im Münchner Liebfrauendom. Gerade in der jüngsten Zeit sei die Frage, „Was hält diese Gesellschaft eigentlich zusammen?“, immer drängender geworden: „Das Geheimnis von Weihnachten, das uns in die Mitte des christlichen Glaubens führt, ist ohne Zweifel eine starke Quelle des Miteinanders und einer tragfähigen Gemeinschaft“, so Kardinal Marx.

Als eine „Art Gesamtkunstwerk“ helfe Weihnachten, auch im „persönlichen Leben die Kunst der Liebe und des richtigen Lebens zu lernen“, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising. Denn wer sein „eigenes Leben als wunderbares Geschenk der Liebe Gottes begreife“, der schaue „auch den Mitmenschen mit anderen Augen an“. Mensch sein könne der Einzelne „nur in der Gemeinschaft mit anderen Menschen, ja letztlich mit allen Menschen, für die Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist“.

Zwar bestehe die Gefahr, dass das Weihnachtsfest als „ein Kristallisationspunkt unserer Sehnsucht, unserer Hoffnungen, unserer Vorstellungen von einem guten, schönen und gelingenden Leben“, überfordert werde „und dann umso anstrengender und verkrampfter sein kann“, räumt der Kardinal ein. Dennoch gebe Weihnachten vor allem „Orientierungen, die Mut machen, die Sehnsucht nach dem richtigen Leben, ja nach dem Glück, nicht aus dem Auge zu verlieren“. 

Mit der Geburt Jesu werde dem Menschen vor Augen geführt, dass er nicht allein sei: „Im Kind von Bethlehem sagt mir der Schöpfer des Lebens: Ich bin dein Bruder und der Bruder aller Menschen.“ Damit wird nach Auffassung von Kardinal Marx deutlich, dass der Grund des Lebens „nicht Misstrauen, Angst“ sei, sondern „Hoffnung und die Erfahrung, dass ich geliebt und gewollt bin“. Die Wünsche für ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest seien, so bekräftigt Kardinal Marx, „nicht oberflächliche Routine, sondern Ermutigung, die weihnachtliche Kunst des Lebens und der Liebe nicht zu verlernen, sondern sogar zu stärken“.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Online-Themenseite zum Welttag des Friedens

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. Dezember 2017 - 9:59
Am 1. Januar 2018 begeht die katholische Kirche zum 51. Mal den Welttag des Friedens. Dazu veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz eine Online-Themenseite, deren zentraler Bestandteil die Botschaft von Papst Franziskus ist. In sechs Kapiteln behandelt Franziskus das Thema „Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden“. Der von den Engeln in der Heiligen Nacht verkündete Friede ist „eine tiefe Sehnsucht aller Menschen und Völker“, „vor allem derer, die am stärksten darunter leiden, wenn er fehlt“. In besonderer Weise gelte dies für die über 250 Millionen Migranten in der Welt, von denen 22,5 Millionen Flüchtlinge sind. Der Papst fordert die Regierungen auf, praktische Maßnahmen zu ergreifen, um geflüchtete Menschen aufzunehmen, zu fördern, zu schützen und zu integrieren.

Franziskus wirbt für einen „betrachtenden Blick“, der sich am biblischen Bild des neuen Jerusalems orientiert. Der Prophet Jesaja und die Offenbarung des Johannes sprechen von einer Stadt, „deren Tore stets geöffnet sind, um Menschen aller Völker eintreten zu lassen“. Der Papst fordert, „auch auf die Stadt, in der wir leben“, mit einem solchen betrachtenden Blick zu schauen. So könne man entdecken, dass Migranten und Flüchtlinge nicht mit leeren Händen kämen. „Neben der wertvollen Prägung durch ihre Heimatkulturen bringen sie ein hohes Maß an Mut und Tatkraft, an Fähigkeiten und Erwartungen mit“, die es zu entdecken gelte, so der Papst.

Die Online-Themenseite der Deutschen Bischofskonferenz bietet zu jedem der sechs Kapitel der Botschaft zum Weltfriedenstag Hinweise für eine vertiefende Beschäftigung und Links zu weiterführenden Texten. Darüber hinaus werden Anregungen für eine Gebetsstunde für den Frieden gegeben, zu der Gemeinden und Verbände für den 12. Januar 2018 aufgerufen werden. Mehrere katholische Organisationen und Bewegungen haben unter Federführung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und mit Unterstützung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) Anregungen zu dieser Gebetsstunde für den Frieden erstellt. Auszüge aus dem Aufruf der Verbände wurden ebenso in die Themenseite aufgenommen wie Gedanken zur Schriftlesung aus der Bibel.


Hintergrund
Der Welttag des Friedens wird seit 1968 von der katholischen Kirche am 1. Januar begangen. Papst Paul VI. wollte mit der Einführung dieses Tages den ersten Tag eines neuen Jahres – und damit das gesamte Jahr – unter die Perspektive des Friedens stellen. Wegen des zeitgleich gefeierten Hochfestes der Gottesmutter Maria finden in vielen Verbänden und Gemeinden Gebetsgottesdienste zum Welttag des Friedens in den ersten Wochen des neuen Jahres statt.


Hinweise:
Die Online-Themenseite zum Welttag des Friedens finden Sie auf der Internetseite www.dbk.de/themen/welttag-des-friedens. Die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag 2018 ist als pdf-Datei in der Rubrik Papstbotschaften verfügbar.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Positionspapier zu Fragen von Rückkehr und Abschiebung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. Dezember 2017 - 10:58
Die Situation von Asylbewerbern, deren Antrag abgelehnt wurde und die Deutschland wieder verlassen müssen, steht derzeit im Fokus des öffentlichen Interesses. Seit Anfang 2017 gibt es ein verstärktes politisches Bemühen, die Ausreisezahlen zu erhöhen. Auch Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren, kommen nun öfter mit Fragen von Rückkehr und Abschiebung in Berührung.

Angesichts dieser Entwicklung legt die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz heute ein Positionspapier zur kirchlichen Verantwortung im Kontext von Rückkehr und Abschiebung vor. Die Kommission greift damit einen Gedanken auf, den die deutschen Bischöfe bereits Anfang 2016 in ihren Leitsätzen des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge formuliert haben: „Jeder Mensch, der bei uns Zuflucht sucht, hat Anspruch auf ein faires Verfahren und eine menschenwürdige Behandlung. Dies gilt auch für jene, die nicht dauerhaft in Deutschland bleiben können. Auch für sie tragen wir Verantwortung.“

In seinem Geleitwort fasst der Vorsitzende der Migrationskommission, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der zugleich Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen ist, einige zentrale Grundsätze zusammen: „Prägend für das Positionspapier – und für die kirchliche Diskussion insgesamt – ist das Leitbild einer Rückkehr in Sicherheit und Würde. Humanitäre Prinzipien sind grundsätzlich höher zu gewichten als das einseitige Bestreben, die Zahl der Aufenthaltsbeendigungen zu steigern. Das heißt auch: Wann immer eine Rückkehr verantwortbar erscheint, gilt es, freiwillige Ausreisen zu ermöglichen und Abschiebungen zu vermeiden. Rückführungen in Gebiete, in denen Gefahren für Leib und Leben drohen, sind inakzeptabel.“

Ausgehend von diesen Orientierungspunkten behandelt das Positionspapier relevante kirchliche Handlungsfelder. So stehen die Caritas und das Raphaelswerk Menschen seit vielen Jahren beratend zur Seite, die Deutschland verlassen wollen oder müssen. In der Praxis zeigt sich, dass die Unabhängigkeit und Professionalität der kirchlichen Rückkehrberatung geschätzt wird. Eine Besonderheit des Engagements der Kirche stellt die seelsorgliche Begleitung abgelehnter Asylbewerber dar – sei es bei der Flüchtlingsarbeit vor Ort oder unter den erschwerten Bedingungen der Abschiebehaft. Das Positionspapier betont, dass neben den Geflüchteten auch jene Menschen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind und sich mit der schwierigen Situation abgelehnter Asylbewerber konfrontiert sehen, der seelsorglichen Unterstützung bedürfen. Darüber hinaus versteht sich die Kirche als anwaltschaftliche Stimme, die den Anliegen der Betroffenen – wann immer es notwendig erscheint – Gehör verschafft. Zusätzlich zum Engagement in Deutschland leisten kirchliche Akteure auch einen Beitrag zur Reintegration von Rückkehrern in die Herkunftsländer. Neben einzelnen Initiativen auf Ebene der Diözesen, Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften ist hier vor allem die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke von Bedeutung.

Mit dem Positionspapier, das sich sowohl an kirchlich Engagierte als auch an Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft richtet, will die Migrationskommission Anregungen zu einer differenzierten Diskussion geben. „Viel wäre bereits gewonnen, wenn es gelingen sollte, eine größere Sensibilität für die Bedürfnisse der betroffenen Menschen zu wecken“, so Erzbischof Heße in seinem Geleitwort.

Hinweise:
Das Positionspapier „Auch für sie tragen wir Verantwortung“ – Kirchliches Engagement für Geflüchtete angesichts von Rückkehr und Abschiebung finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik „Veröffentlichungen“. Dort kann die Handreichung auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Migrationskommission, Nr. 45, Bonn 2017) bestellt werden. Ausführliche Informationen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche finden Sie unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de. Die Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge (Arbeitshilfen Nr. 282) sind in der Rubrik „Veröffentlichungen" verfügbar.

XXXIV. Weltjugendtag in Panama

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. Dezember 2017 - 9:47
Vom 22. bis 27. Januar 2019 findet der XXXIV. Weltjugendtag in Panama statt. Ein Jahr bevor sich die Jugend der Welt in Panama trifft, ist der Erzbischof von Panama zu einem Besuch in Deutschland. Diese Gelegenheit nutzen wir, um Sie herzlich einzuladen zu einem Pressegespräch
am Donnerstag, 11. Januar 2018, um 13.00 Uhr
in der Adveniat-Geschäftsstelle,
Gildehofstraße 2, 45127 Essen.


Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
  • Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta OSA, Erzbischof von Panama;
  • Formelisa Aguirre, verantwortlich für die Auslandsbeziehungen im Weltjugendtagsbüro;
  • Victor Chang González, Exekutivsekretär des Weltjugendtags;
  • Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat;
  • Paul Metzlaff, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj).
Für eine kurze Rückmeldung per E-Mail an presse(at)adveniat.de  oder einen Rückruf unter 0201 / 1756 226 sind wir Ihnen dankbar. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. Dezember 2017 - 11:25
Am 26. Dezember begehen die Katholiken in Deutschland den Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen. In den Gottesdiensten am zweiten Weihnachtstag soll besonders der Glaubensgeschwister gedacht werden, die weltweit Opfer von Ausgrenzung und Unterdrückung sind. Als Termin hat die Deutsche Bischofskonferenz den zweiten Weihnachtstag ausgewählt, da die Kirche an diesem Tag des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers des Christentums, gedenkt.

In den Gottesdiensten dieses Tages soll der Verbundenheit mit den notleidenden Mitchristen vor allem in den Fürbitten Ausdruck verliehen werden. Auch sind die Gläubigen zum persönlichen Gebet für dieses Anliegen aufgerufen. 2017 stehen besonders die Christen in Nigeria im Fokus, die immer wieder neuen Angriffen von islamistischem Terror ausgesetzt sind.

Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz stellt für diese Aktion ein Plakat (DIN A3) zur Verfügung, das vor allem zum Aushang in den Schaukästen der Pfarrgemeinden bestimmt ist. Außerdem ist ein von den deutschen Bischöfen empfohlener Gebetszettel erhältlich, der in das Gesang- und Gebetbuch eingelegt werden kann.

Der Gebetstag am 26. Dezember ist Teil der 2003 gegründeten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“, mit der die deutschen Bischöfe in den Kirchengemeinden, aber auch in der Öffentlichkeit verstärkt auf die Diskriminierung und Drangsalierung von Christen in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam machen wollen. Zu der Initiative gehören eine Arbeitshilfe, die jeweils eine Schwerpunktregion in den Blick nimmt, Fürbitten, Solidaritätsreisen, Gespräche mit politisch Verantwortlichen und Besuche von Bischöfen aus bedrängten Ortskirchen.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hat am 29. November 2017 zusammen mit Bischof Matthew Hassan Kukah aus dem nigerianischen Bistum Sokoto ein Informationsheft zur Situation der Christen in Nigeria vorgestellt. In der vergangenen Woche haben Erzbischof Schick und die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, den „Zweiten Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ präsentiert.

Hinweise:
Das Plakat und der Gebetszettel zum Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen können in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden. Weitere Informationen sind auf der Initiativseite „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ verfügbar. Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Nigeria“ sowie der „Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ können ebenfalls in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden.