Augenblicke der Besinnung

Dies also sind die Geheimnisse der Mutter Gottes:
alles im Schweigen zu bewahren
und es vor Gott zu bringen.
Dies geschah,
so schließt das Evangelium,
in ihrem Herzen.
Das Herz lenkt unseren Blick
auf das Innere der Person,
der Gefühle, des Lebens.

Papst Franziskus













Sammlung von Newsfeeds

Kardinal Marx zu Gesprächen in Rom

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. September 2019 - 9:44

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat heute (20. September 2019) seine Gespräche in Rom beendet. Aus Anlass der Sitzungen des Wirtschaftsrates und der Kommission zur Kurienreform hielt sich Kardinal Marx turnusgemäß in Rom auf. In den vergangenen Tagen fanden außerdem Gespräche mit Papst Franziskus und dem Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, statt. Dabei ging es um die Erläuterung der Planungen für den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. Kardinal Marx hält dazu fest: „In beiden Gesprächen fand ein konstruktiver Dialog statt, der in die Beratungen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche einfließen wird.“

Außerdem konnte Kardinal Marx den Brief der erweiterten Gemeinsamen Konferenz an Papst Franziskus überreichen. Die Konferenz aus Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hatte am vergangenen Wochenende einen Brief an Papst Franziskus geschrieben und ihm dabei für den Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019 gedankt.

Hinweise:

Der Brief der erweiterten Gemeinsamen Konferenz ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Gemeinsamer Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen lässt Bluttests auf Trisomien (NIPD) als Kassenleistung zu

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. September 2019 - 15:26

Zur Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), sogenannte nicht-invasive Bluttests auf Trisomien (NIPD) als Leistungen der Kassenleistung zuzulassen, erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Wir sehen den heutigen Beschluss des G-BA, nicht-invasive pränataldiagnostische Tests als Kassenleistung zuzulassen, aus ethischen Gründen kritisch. Die Entscheidung berührt den Schutz des ungeborenen Lebens aus unserer Sicht auf empfindliche Weise, denn sie könnte die Entwicklung eines generellen Screenings auf eine Vielfalt von genetischen Auffälligkeiten und Eigenschaften im Rahmen der Pränataldiagnostik fördern. Bei jeder Schwangerschaft wäre eine Prüfung vorgeschaltet, die nicht ausschließlich therapeutische Ziele verfolgt und die automatisch mit der Frage verknüpft wird, ob die Schwangerschaft fortgeführt oder abgebrochen werden soll. Nicht-invasive pränataldiagnostische Tests verstärken so die Tendenz, eine Schwangerschaft zuerst als ‚Schwangerschaft auf Probe‘ zu betrachten. Das lehnen wir aufgrund der Schutzwürdigkeit jedes menschlichen Lebens ab dem Zeitpunkt der Zeugung ab.

Besonders bedauern wir, dass die Forderung, die Kostenübernahme auf eine Anwendung der Tests nach der 12. Schwangerschaftswoche zu beschränken, nicht nachgekommen wurde. Die frühe Anwendung der Tests erhöht das Risiko eines ‚Abtreibungsmechanismus‘ weiter, da sich eine Frau nach einem positiven Testergebnis für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungslösung entscheiden kann, ohne die Gründe dafür im Beratungsgespräch offenbaren zu müssen. Auch wenn die Kosten nur ‚in begründeten Einzelfällen bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken‘ übernommen werden sollen, reicht diese Einschränkung nicht, um dieser Tendenz entgegenzuwirken. Die leichte Zugänglichkeit, die geringen Kosten und die hohe Sicherheit des Bluttests senken die Hemmschwelle und erhöhen den Druck auf Frauen, sich für eine Anwendung zu entscheiden.

Es entsteht der Eindruck, dass die nicht-invasive Pränataldiagnostik harmlos sei und die berechtigten Sorgen der werdenden Eltern um das Wohl ihres ungeborenen Kindes beseitigen könne. Dies täuscht aber über die mit dieser Diagnostik verbundenen schwerwiegenden ethischen und persönlichen Fragen und auch die gesellschaftlichen Konsequenzen hinweg. Deshalb braucht es aus unserer Sicht einerseits einen breit angelegten gesellschaftlichen Diskurs, der sich grundsätzlich mit der Frage beschäftigt, wie der gesellschaftliche Umgang mit Krankheit und Behinderung ist und anderseits ein umfassendes Angebot ärztlicher und psychosozialer Beratung für werdende Eltern.“

Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes als Broschüre erschienen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. September 2019 - 14:41

Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes vom 29. Juni 2019 ist ab sofort als gedruckte Broschüre erhältlich. Der Text ist in der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ als Nr. 220 erschienen.

Das Dokument des Papstes ist ein Zeichen der Wertschätzung des kirchlichen Lebens in Deutschland und aller katholischen Gläubigen. Die orientierenden und ermutigenden Worte werden den von der Deutschen Bischofskonferenz angestoßenen Synodalen Weg begleiten.

Hinweis:

Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 220) bestellt werden.

„Marsch für das Leben 2019“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. September 2019 - 10:15

Am kommenden Samstag (21. September 2019) findet wie in den vergangenen Jahren der Marsch für das Leben in Berlin statt. Der Bundesverband Lebensrecht e. V. ruft dabei zum Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod auf.

In einem Grußwort schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, dass die Teilnehmer des Marsches für das Leben in Berlin öffentlich der Überzeugung Ausdruck verleihen, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. „Dies ist besonders dann zu betonen, wenn das Lebensrecht eines ungeborenen oder schwerkranken Menschen in Frage gestellt wird. Für Ihren beharrlichen Einsatz danke ich Ihnen herzlich“, so Kardinal Marx. Das Leben sei eine wertvolle Gabe Gottes, die es bis zuletzt anzuerkennen gelte. „Dieser Glaube bewegt uns, solidarisch füreinander Sorge zu tragen. Er muss aus christlicher Sicht auch Grundlage aller politischen Debatten und wissenschaftlichen Forschungen sein. Denn er bewahrt uns davor, schwachen, zerbrechlichen Menschen ihren Lebenswert abzusprechen“, schreibt Kardinal Marx.

Auch wenn Menschen im Sterben lägen, sei es wichtig, dass „wir sie fürsorglich in all ihren Bedürfnissen begleiten. In den gegenwärtigen Herausforderungen – ich denke etwa an die erneute Debatte um den assistierten Suizid – kommt es darauf an, noch konsequenter als bisher eine palliative Kultur des Lebens zu entwickeln“, so Kardinal Marx.

Am diesjährigen Marsch für das Leben nehmen in Berlin Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Weihbischof Florian Wörner (Augsburg) und Weihbischof Dr. Matthias Heinrich (Berlin) teil.


Hinweise:

Das Grußwort von Kardinal Marx ist unten als pdf-Datei verfügbar. Weitere Informationen zum Marsch für das Leben gibt es unter www.marsch-fuer-das-leben.de.

Die nächste ökumenische Woche für das Leben wird sich erneut dem Schutz des menschlichen Lebens annehmen und die christliche Sorge um die Sterbenden in den Vordergrund stellen. Sie findet vom 25. April bis 2. Mai 2020 statt.

UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann setzen Gespräche über Aufarbeitung sexualisierter Gewalt fort

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. September 2019 - 10:49

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat gestern (16. September 2019) die Gespräche mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), fortgesetzt. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) im September 2018 wurde eine enge Zusammenarbeit zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs vereinbart, wozu im Mai 2019 bereits ein erstes Treffen zwischen Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland und der beim UBSKM eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ stattfand.

Johannes-Wilhelm Rörig und Bischof Ackermann zeigten sich nach dem fortgesetzten Austausch erfreut, dass man seit Mai Fortschritte und bereits weitgehende Übereinstimmung etwa bei den Fragen der Betroffenenbeteiligung und den strukturellen Rahmenbedingungen einer unabhängigen Aufarbeitung im Bereich der katholischen Kirche erzielen konnte.

Im Anschluss an die Gespräche äußerte sich Bischof Ackermann zufrieden: „Wir haben seit Mai gemeinsam mit dem UBSKM einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Verabredung erreichen können, die zu einer unabhängigen und umfassenden Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche beitragen wird.“

„Gemeinsam wollen wir erreichen, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche so transparent wie möglich und nach einheitlichen Kriterien und Standards erfolgt“, sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auf der Ebene der Diözesen und mit vergleichbarer Struktur eingerichtet werden. Die Mitgliedschaft von Betroffenen, unabhängigen Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie Verwaltung und Justiz soll uneingeschränkt sichergestellt werden.“

Die angestrebte Übereinkunft sei so bisher ohne Vorbild in Deutschland, so Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig. Ein weiteres Treffen sei noch für dieses Jahr vereinbart und man sei zuversichtlich, dass eine Einigung über Eckpunkte bis Ende 2019 erreicht werden könne.

Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“:
Anfang Dezember 2018 hat der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die mit Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche weiterentwickelt werden.

Zu den Mitgliedern der AG „Aufarbeitung Kirchen“ gehören:

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM)
Dr. Christine Bergmann, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Prof. Dr. Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Matthias Katsch, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Renate Bühn, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
Dr. Manuela Stötzel, Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM
Kathrin Power, Leiterin des Büros der Kommission (i. V.)

Erweiterte Gemeinsame Konferenz beendet Tagung zur Vorbereitung des Synodalen Weges in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. September 2019 - 12:53

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben heute (14. September 2019) in Fulda ihre zweitägige erweiterte Gemeinsame Konferenz beendet. Mit einem klaren Appell, den eingeschlagenen Synodalen Weg mutig und engagiert im Geist des Evangeliums fortzusetzen, hat die Konferenz weitere Vorarbeiten für den Synodalen Weg geleistet.

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Per Mausklick auf eines der Fotos öffnet sich die gesamte Bildergalerie.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte zum Abschluss daran, dass die katholische Kirche eine zu allen Menschen gesandte Kirche sei. „Die Kirche ist nicht für sich selber da. Verantwortung für diese Sendung der Kirche zu den Menschen tragen in besonderer Weise die Bischöfe in der ihnen anvertrauten pastoralen Sorge und jeder Getaufte ist an der Sendung der Kirche durch die Taufe beteiligt. Jeder Getaufte ist eine ‚Mission‘ wie Papst Franziskus sagt. Dies gilt für alle Wesensvollzüge der Kirche.“ In diesem Licht seien auch die verschiedenen Dialog- und Strukturprozesse in den deutschen Ortskirchen zu verstehen. Hinter allem stehe die Frage, wie das Evangelium Jesu Christi in den verschiedenen kulturellen und regionalen Gegebenheiten am geeignetsten allen Menschen bezeugt und die Eucharistie als Einladung einer Begegnung mit dem dreieinen Gott gefeiert werden könne.

Der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, hob hervor, dass mit der im vergangenen Jahr veröffentlichten MHG-Studie Gewissheit erlangt sei, dass es systemische Probleme gebe, die Missbrauch fördern und die nicht nur eine glaubwürdige Verkündigung des Evangeliums, sondern deren gläubige Annahme häufig verdunkeln. „Gerade weil die Evangelisierung an erster Stelle steht, müssen wir diese Aspekte in gemeinsamer Verantwortung beraten. Es geht darum, Vertrauen wiederzugewinnen, um glaubwürdig von unserem Glauben zu sprechen. Das Ziel ist die Durchdringung von Kirche und Welt mit dem Geist des Evangeliums. Dieser Gedanke kommt nicht erst mit dem Papstbrief vom Juni 2019, sondern ist Ursache und Ausgangspunkt unserer Überlegungen, den Synodalen Weg zu gehen“, so Prof. Sternberg.

Kardinal Marx und Bischof Bode informierten über den jüngsten Brief der Kongregation für die Bischöfe aus Rom. Während der Tagung wurde schwerpunktmäßig an den Texten der vier Vorbereitungsforen zu den Themen „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“, „Sexualmoral“, „Priesterliche Lebensform“ und „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ gearbeitet. Diese Texte, die weiterentwickelt werden, sind Grundlage für die mit dem Synodalen Weg beginnenden Synodalforen. Die Arbeitspapiere sind dokumentiert auf www.dbk.de und www.zdk.de. Breiten Raum in der Debatte nahmen auch der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland und die Diskussion der Präambel für die Satzung des Synodalen Weges ein.

Die Teilnehmer der erweiterten Gemeinsamen Konferenz haben in Fulda einen Brief an Papst Franziskus verfasst, um ihm für seinen Brief vom Juni zu danken: „Wir haben uns genau angeschaut, wie Sie die Situation in Deutschland beschreiben; wir sind den Hinweisen nachgegangen, die Sie uns für unseren Weg gegeben haben; und wir haben überlegt, welche Konsequenzen wir zu ziehen haben. Es bestärkt uns, dass Sie unsere ‚Sorge um die Zukunft der Kirche in Deutschland teilen‘ und dass Sie uns zur ‚Suche nach einer freimütigen Antwort auf die gegenwärtige Situation ermuntern‘. Wir sehen wie Sie, dass wir unseren gesamten Weg vom ‚Primat der Evangelisierung‘ her angehen müssen. Wir sind entschlossen, den Synodalen Weg als einen ‚geistlichen Prozess‘ zu gestalten. Wir sind im ‚kirchlichen Sinn‘ mit Ihnen verbunden, weil wir sowohl die Einheit der ganzen Kirche als auch die Situation vor Ort im Blick haben und weil uns die Beteiligung des ganzen Volkes Gottes ein großes Anliegen ist“, heißt es in dem Brief.

Bereits heute Morgen hatte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), während der Eucharistiefeier in seiner Predigt daran erinnert, dass Evangelisierung im Sinne der ganzen Kirche nur gelingen könne, „indem wir synodal, was nicht dasselbe ist wie demokratisch, gemeinsam den Blick auf den Größeren richten, gemeinsam darum ringen, was Gott von uns will, und was nicht nur von Alleswissern und Besserwissern ausgedacht ist.“ Im Ringen, gemeinsam Kirche der Beteiligung zu sein, so Bischof Bode, „gemeinsam das Priesteramt verstehbarer und lebbarer zu erfahren, gemeinsam das Miteinander von Frau und Mann in der Kirche weiterzuentwickeln, wie Maria und Johannes unter dem Kreuz, und gemeinsam die Liebe als Grundprinzip aller menschlichen Beziehungen in Sexualität und Partnerschaft neu darzustellen zum Heile der Menschen.“


Hintergrund

Die Gemeinsame Konferenz wurde im Zuge der Würzburger Synode (1971–1975) als ständiges Organ errichtet, dem je zehn Vertreter des ZdK und Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz angehören. Zuletzt hat die Gemeinsame Konferenz am 5. Juli 2019 getagt und dort das geplante Statut des Synodalen Weges diskutiert. Für das jetzige Treffen in Fulda wurde die Gemeinsame Konferenz um einige Personen erweitert.

Die Texte der Vorbereitungsforen sind in mehreren Sitzungen entstanden, die von je einem Bischof und einem Vertreter des ZdK geleitet wurden. Der jetzige Stand der Arbeitspapiere, die ausdrücklich nicht abschließend sind, ist auf www.dbk.de und www.zdk.de dokumentiert. Die weitere inhaltliche Diskussion und tiefere Auseinandersetzung ist den einzurichtenden Synodalforen vorbehalten. Der Synodale Weg beginnt am 1. Advent 2019 (1. Dezember 2019). Die erste Synodalversammlung, die dann auch die Synodalforen einsetzen wird, soll vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 im Frankfurter St.-Bartholomäus Dom stattfinden.

Die Diskussionen der erweiterten Gemeinsamen Konferenz fließen als nächste Schritte in die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (23. bis 26. September 2019, Fulda) und in die Beratungen der Vollversammlung des ZdK (22. bis 23. November 2019, Bonn) ein.



Hinweise:

Die Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Bode ist untenstehend als pdf-Datei und unter www.zdk.de verfügbar. Auf der Themenseite Synodaler Weg finden sich auch die Teilnehmerliste der erweiterten Gemeinsamen Konferenz sowie die Arbeitspapiere der Vorbereitungsforen.

Fotos der Tagung sind in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung für die Berichterstattung und unter Nennung der Copyrightangabe © Deutsche Bischofskonferenz/Harald Oppitz kostenfrei verfügbar.

Synodal Path of the Church in Germany

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. September 2019 - 11:44

Cardinal Reinhard Marx, President of the German Bishops' Conference, received a letter from the Congregation for Bishops on 4 September 2019 on the occasion of the Synodal Path in Germany. In this regard the press spokesman of the German Bishops' Conference, Matthias Kopp, states:

”A few days ago, the President of the German Bishops' Conference, Cardinal Reinhard Marx, received a letter dated 4 September 2019 from the Prefect of the Congregation for Bishops, Cardinal Marc Ouellet. Attached to the letter is an assessment by the Pontifical Council for Legislative Texts of 1 August 2019 of draft Statutes for the Synodal Path.

The assessment of the Pontifical Council deals with the draft version of the Statutes as of June 2019 and does not yet take into account the version updated in July and after the meeting of the Permanent Council in August, which no longer contains some passages to which the assessment refers. Cardinal Marx has already contacted the Prefect of the Congregation for Bishops on the matter. He will refer to the letter and the assessment and will hold talks in Rome next week to clear up any misunderstandings.

The letter and the assessment have been forwarded to the German bishops including a provisional translation prepared by the General Secretariat of the German Bishops' Conference. In addition, the Autumn Plenary Assembly of the German Bishops' Conference will deal with the documents at its meeting from 23 to 26 September 2019 in Fulda.

As planned, a meeting of the Joint Conference will be held in Fulda on 13–14 September 2019, with a number of additional participants. This conference was established in the course of the Würzburg Synod (1971–1975) as a permanent organ, comprising ten representatives each of the Central Committee of German Catholics (ZdK) and members of the German Bishops' Conference. The meeting, in which about 50 persons will participate, is not yet part of the Synodal Path, but part of its preparation.

For reasons of transparency both letters from Rome are available at www.dbk.de on the topic page Synodaler Weg.“

Synodaler Weg der Kirche in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. September 2019 - 9:00

Den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat mit Datum vom 4. September 2019 ein Schreiben der Kongregation für die Bischöfe aus Anlass des Synodalen Weges in Deutschland erreicht. Dazu erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Vor einigen Tagen hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, einen Brief des Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, mit Datum vom 4. September 2019 erhalten. Diesem beigefügt ist ein Gutachten des Päpstlichen Rats der Gesetzestexte vom 1. August 2019 zu einem Entwurf der Satzung für den Synodalen Weg.

Das Gutachten des Päpstlichen Rats thematisiert die Entwurfsfassung der Satzung mit Stand vom Juni 2019 und berücksichtigt noch nicht die im Juli und nach der Sitzung des Ständigen Rats im August fortgeschriebene Fassung, die bereits einige Textpassagen nicht mehr enthält, auf die sich das Gutachten bezieht. Kardinal Marx hat bereits in der Sache Kontakt mit dem Präfekten der Kongregation für die Bischöfe aufgenommen. Er wird den Brief sowie das Gutachten nutzen und in der kommenden Woche in Rom Gespräche führen, in denen etwaige Missverständnisse ausgeräumt werden sollen.

Der Brief und das Gutachten sind den deutschen Bischöfen inklusive einer im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz angefertigten Arbeitsübersetzung zugeleitet worden. Außerdem wird sich die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz auf ihrer Sitzung vom 23. bis 26. September 2019 in Fulda mit den Schreiben befassen.

Wie geplant wird am 13./14. September 2019 in Fulda eine Sitzung der um einige Personen erweiterten Gemeinsamen Konferenz stattfinden. Diese wurde im Zuge der Würzburger Synode (1971–1975) als ständiges Organ errichtet, der je zehn Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz angehören. Das Treffen, an dem rund 50 Personen teilnehmen, ist noch nicht Teil des Synodalen Weges, sondern Teil seiner Vorbereitung.

Aus Gründen der Transparenz sind die beiden römischen Schreiben unter www.dbk.de auf der Themenseite Synodaler Weg verfügbar.“

Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 23. bis 26. September 2019 in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. September 2019 - 11:24

Vom 23. bis 26. September 2019 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 69 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) stehen im Mittelpunkt der Beratungen die Vorbereitungen des von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Synodalen Weges. In diesem Zusammenhang erörtern die Bischöfe inhaltliche Aspekte des Briefes von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019. Außerdem wird erneut über den Stand der Arbeiten von Aufklärung und Aufarbeitung berichtet. Dazu gehören auch Fragen einer Neuordnung der materiellen Anerkennung erlittenen Leids. Weitere Themen sind die politischen Entwicklungen in Deutschland nach den jüngsten Landtagswahlen, die Klimadebatte und die bevorstehende Sonderversammlung der Bischofssynode für die Pan-Amazonas-Region, die im Oktober in Rom stattfindet. Auch auf dieser Vollversammlung wird das Engagement der Kirche für Flüchtlinge ebenfalls eine Rolle spielen.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am Montag, 23. September 2019, wird der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilnehmen. Als Gast anderer Bischofskonferenzen wird u. a. Bischof Didier Berthet (Frankreich/Saint-Dié) anwesend sein.

Heute laden wir Sie herzlich zur Berichterstattung ein. Die Teilnahme an den Pressekonferenzen ist nur mit dem Akkreditierungsausweis möglich! Derzeit sind folgende Pressetermine geplant:


Montag, 23. September 2019:
15.00 Uhr    Bildtermin und Pressestatement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Auftakt der Vollversammlung.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

16.15 Uhr    Bildtermin im Sitzungssaal zum Auftakt der Vollversammlung.
Ort: Kreuzgang im Priesterseminar


Dienstag, 24. September 2019:
7.30 Uhr    Eröffnungsgottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

13.00 Uhr    Pressegespräch zum Thema „Evangelisierung und Globalisierung – ein Wort der deutschen Bischöfe“ mit

  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Prof. Dr. Margit Eckholt (Universität Osnabrück), Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe des Dokumentes,
  • Prof. em. P. Dr. Michael Sievernich SJ (Frankfurt – St. Georgen), Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe des Dokumentes.

Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

Hintergrund: Anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Außerordentlichen Weltmissionsmonats (Oktober 2019) veröffentlichen die deutschen Bischöfe das Wort „Evangelisierung und Globalisierung“. Dabei geht es um die zentralen Charakteristika unseres Zeitalters – ökonomische und kulturelle Globalisierung, wachsende Säkularisierung und vermehrter religiöser Pluralismus. Sie werden als Zeichen der Zeit für die Mission der Kirche in Europa und auch in den anderen Weltregionen erläutert. Das Dokument setzt einen neuen Impuls zur Verkündigung des Evangeliums in unserer Zeit.


Mittwoch, 25. September 2019:
7.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt von Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln).

13.00 Uhr    Pressegespräch zum Thema „Aktuelle Fragen zur Amazonassynode und zur Klimadebatte“ mit

  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Unterkommission für Lateinamerika (insbesondere Adveniat) der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Msgr. Pirmin Spiegel (Aachen), Hauptgeschäftsführer von Misereor und Teilnehmer der Amazonassynode,
  • Prof. Dr. Andreas Löschel (Universität Münster), Klimaexperte und Mitautor des Dokumentes Zehn Thesen zum Klimaschutz.

Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

Hintergrund: Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich mehrfach mit den Fragen von Klimawandel und Klimaschutz befasst. In der aktuellen Diskussion bezieht sie Stellung. Die im Oktober in Rom stattfindende Bischofssynode unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ werden diese und weitere, auch pastoraltheologische, Fragen erörtern.


Donnerstag, 26. September 2019:
7.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda – Gedächtnisgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, Predigt von Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg).

14.00 Uhr    Abschlusspressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

18.00 Uhr    Schlussvesper mit Bonifatiussegen im Dom zu Fulda, Predigt von Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau).




Hinweise:

  • Tagungsort: Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt im Bischöflichen Priesterseminar in Fulda (Eduard-Schick-Platz 5). Sie ist nicht öffentlich.
  • Akkreditierung: Für die Pressetermine ist eine eigene Akkreditierung der Journalisten erforderlich. Nutzen Sie dazu bitte ausschließlich das Online-Formular und beachten Sie, dass eine Akkreditierung nur online möglich ist. Die Akkreditierung muss spätestens bis Donnerstag, 19. September 2019, 12.00 Uhr erfolgen. Die Akkreditierungsausweise können Sie ab Montag, den 23. September 2019, ab 10.00 Uhr im Priesterseminar Fulda abholen. Eine Nutzung der Arbeitsräume oder ein Besuch der Pressetermine ist nur mit dem Akkreditierungsausweis möglich!
  • Fernsehaufnahmen während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für die Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere für den Eröffnungsgottesdienst am 24. September 2019 um 7.30 Uhr und die Bonifatius-Vesper am 26. September 2019 um 18.00 Uhr) ist eine Dreherlaubnis erforderlich, die über die Bischöfliche Pressestelle Fulda (Postfach 11 53, 36001 Fulda, Tel. 0661/87299, Fax 0661/87568, E-Mail presse(at)dbkbistum-fulda.dbkde) eingeholt werden kann. Um den Ablauf des Gottesdienstes reibungslos zu gestalten, müssen sich die akkreditierten Kamerateams auf zwei abgekordelte Positionen rechts und links vor dem Altarraum verteilen, die am Ende der Predigt geräumt werden. Ein Wechsel zwischen beiden Positionen ist während des Gottesdienstes nicht möglich. In beiden Bereichen können die Kamerateams bis zum Ende der Predigt filmen. Anschließend sind Filmaufnahmen nicht mehr gestattet. Am Ende der Gottesdienste kann beim Auszug der Bischöfe wieder gefilmt werden. Den Anordnungen der Ordnungskräfte im Dom ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für das Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere während des Eröffnungsgottesdienstes am 24. September 2019 um 7.30 Uhr und während der Bonifatius-Vesper am 26. September 2019 um 18.00 Uhr) gelten die gleichen Regeln wie für Fernsehaufnahmen.
  • Eucharistiefeiern: Zur Teilnahme an den weiteren morgendlichen Eucharistiefeiern (Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 7.30 Uhr) im Dom zu Fulda sind Sie herzlich eingeladen.
  • Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz: Die Pressestelle ist von Montag, 23. September 2019, 10.00 Uhr, bis Donnerstag, 26. September 2019, 18.00 Uhr, im Bischöflichen Priesterseminar zu erreichen (Tel. 0661/87229, Fax 0661/87543, E-Mail pressestelle(at)dbkdbk.dbkde).
  • Pressearbeitsraum: Der Arbeitsraum für Journalisten befindet sich gegenüber dem Priesterseminar in der Theologischen Fakultät, Eduard-Schick-Platz 2 (Tel. 0661/ 901646-28, Fax 0661/901646-29).
  • Stellplätze: Falls Sie auf dem Gelände des Priesterseminars einen Stellplatz für einen Ü-Wagen benötigen, melden Sie sich bitte umgehend bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz bzw. vermerken dies im Online-Akkreditierungsformular.


Weitere Informationen zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie im Pressebereich sowie auf der Themenseite Vollversammlung.

Frankfurter St. Bartholomäus-Dom soll Ort der Plenarversammlungen des Synodalen Weges werden

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. September 2019 - 11:33

Die Plenarversammlungen des Synodalen Weges sollen 2020 und 2021 im Frankfurter Bartholomäus-Dom stattfinden. Das haben heute (6. September 2019) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, und der Bischof von Limburg, Dr. Georg Bätzing, bekannt gegeben.

„Der Frankfurter Dom liegt im Herzen unseres Landes und der Stadt Frankfurt. Im pulsierenden Leben der modernen Gesellschaft sucht die Kirche ihren Ort, und zwar im Miteinander aller Getauften. Es muss so deutlich werden, dass die Kirche immer mitten in der Welt eine evangelisierende Kirche ist. Der Frankfurter Dom ist ein idealer Ort, um den Synodalen Weg einer Erneuerung der Kirche in Deutschland zu gehen. Mit der Wahl dieses Ortes unterstreichen wir unser Anliegen, den Synodalen Weg als geistliches Geschehen zu verstehen, das bewusst in einer Kirche und nicht in einem Konferenzzentrum stattfindet“, erklärte Kardinal Marx.

Prof. Dr. Thomas Sternberg hob hervor, dass mit dem Ort Frankfurt und dem St. Bartholomäus-Dom ein starkes Zeichen für die Ausrichtung des Synodalen Weges gesetzt werde. „Ich freue mich, dass wir diesen Ort wählen konnten, unmittelbar vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag. Vor dem Altar dieser Kirche versammeln wir uns, um in ernsthafter Debatte auszumachen, was an Reformen nötig ist, um glaubwürdig von dem Zeugnis geben zu können, der unser Leben trägt.“

Bischof Georg Bätzing freut sich, gemeinsam mit der Frankfurter Stadtkirche Gastgeber für die Plenarversammlungen zu sein. „Wir wollen von hier einen kräftigen geistlichen und inhaltlichen Impuls setzen, um zu zeigen: Die Kirche in Deutschland geht im Sinne des Heiligen Vaters den Weg einer synodalen Kirche. Bereits 794 war der Vorgängerbau des Frankfurter Doms Ort einer Synode. So stehen wir auf gutem historischen Grund“, erklärte Bischof Bätzing.

Nach jetzigem Stand soll der Synodale Weg am 1. Advent 2019 beginnen. Die erste Plenarversammlung im Frankfurter Dom ist für den 30. Januar bis 2. Februar 2020 geplant.

Zu einer Zwischenbilanz der Arbeit in den zurückliegenden Monaten trifft sich am 13./14. September 2019 in Fulda – um einige Personen erweitert – die bestehende Gemeinsame Konferenz. Sie wurde im Zuge der Würzburger Synode (1971–1975) als ständiges Organ errichtet, dem je zehn Vertreter des ZdK und Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz angehören. Zuletzt hat die Gemeinsame Konferenz am 5. Juli 2019 getagt. Das Treffen der erweiterten Gemeinsamen Konferenz, an dem rund 50 Personen teilnehmen, ist noch nicht Teil des Synodalen Weges, sondern seiner Vorbereitung. Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wird sich vom 23. bis 26. September 2019 mit dem Synodalen Weg befassen, die Vollversammlung des ZdK am 22./23. November 2019.


Hintergrund

Der Bartholomäus-Dom ging aus einer karolingischen Kaiserpfalz hervor. Im Mittelalter war er Sitz des kaiserlichen Domstiftes St. Bartholomäus, seit 1356 Wahlort der Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser. Bereits im Juni 794 tagte im heutigen Vorgängerbau die Synode von Frankfurt, die von Karl dem Großen einberufen worden war und Bischöfe und Priester aus dem Frankenreich in Franconofurd (dem späteren Frankfurt am Main) zusammenführte. Damals ging es bei der Synode um verschiedene theologische und politische Fragen.
1239 wurde der Dom dem hl. Bartholomäus geweiht. Der heutige Bau wurde von 1415 bis 1514 nach Plänen des Baumeisters Madern Gerthener errichtet. Er ist eine dreischiffige Hallenkirche mit angesetztem Westturm und hat einen quadratischen Grundriss. Der Dom blieb auch nach der Reformation in Frankfurt katholisch. Ausnahme sind zwei kurze Epochen von 1533 bis 1548 und 1631 bis 1635. Vom Mittelalter bis 1917 war er die einzige katholische Pfarrkirche Frankfurts. Heute gilt der St. Bartholomäus-Dom, der auch die größte Kirche des Bistums Limburg ist, als das bedeutendste Baudenkmal der Stadt Frankfurt.


Hinweis für Medienvertreter:

Die erweiterte Gemeinsame Konferenz am 13./14. September 2019 ist eine Arbeitssitzung, die nicht presseöffentlich ist. Zum Abschluss der Beratungen wird es eine Presseinformation geben. Fotomaterial wird angeboten. Ebenso ist beabsichtigt, die in Fulda diskutierten Texte im Internet bereit zu stellen.

Erzbischof Schick dankt den Franziskanern für ihre „integrale Mission“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. September 2019 - 9:44

Vor 50 Jahren wurde die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn gegründet, um die Hilfsprojekte der rund 500 franziskanischen Gemeinschaften von Schwestern und Brüdern in aller Welt zu koordinieren. Zum Gründungsjubiläum, das vom 6. bis 8. September 2019 in der Bad Godesberger Stadthalle begangen wird, hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), den Franziskanern eine Gratulationsadresse gesandt: „Die Missionszentrale hat seit fünf Jahrzehnten dabei mitgewirkt, dass das Gold des Evangeliums zu vielen Menschen in Not und Elend, Hunger und Krankheit, in Kriegsgebiete und Flüchtlingscamps gebracht wurde und wird. Das Gold des Evangeliums besteht im Glauben an Jesus Christus, der bei uns ist alle Tage bis zur Vollendung der Welt. Dieser Glaube wird in der Liebe sowohl zu den Nächsten als auch zu den Fernen tätig.“ Er trage gemäß dem Leitthema des Jubiläums zur „Würde des Menschen weltweit“ bei.

Das spezifische Charisma der franziskanischen Missionstätigkeit zeichne sich, so Erzbischof Schick, durch eine „Integrale Mission“ aus, die seit den Zeiten des Heiligen Franziskus den einzelnen Menschen mit Leib und Seele wahrnehme und sogleich immer die ganze Schöpfung im Blick habe. Die „Integrale Mission“ der Franziskaner helfe, dass Menschen nach dem Jesus-Wort „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Der Erzbischof hebt in seiner Grußbotschaft insbesondere den Einsatz der franziskanischen Gemeinschaften für die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse, für Frieden und Sicherheit, den Aufbau von sozialen und politischen Strukturen sowie für das Grundrecht der Bildung hervor. Durch das Sammeln von Spenden und ihren Informationsaustausch inspiriere die Missionszentrale den missionarischen Einsatz von Christen weltweit. Erzbischof Schick wünscht den Franziskanern für die Zukunft, dass ihre Missionszentrale „im Sinne des Urmissionars, Jesus Christus“ weiterhin dazu beitragen möge, dass „den Armen und Hilfsbedürftigen die Barmherzigkeit des göttlichen Heilandes erwiesen wird“.


Hintergrund

Weltweit leben schätzungsweise eine Million Schwestern und Brüder nach der franziskanischen Spiritualität. Die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn ist in 78 Ländern tätig. Im Jahr 2018 konnten mit einem Spendenvolumen von knapp 12 Millionen Euro weltweit 650 Hilfsprojekte gefördert werden. Zentrale Schwerpunkte der Projektarbeit sind der Einsatz für Menschenrechte – insbesondere von Frauen und Kindern –, für Bildung, Gesundheit und Umweltschutz.

Ökumenischer Tag der Schöpfung am 6. September 2019

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 5. September 2019 - 11:27

„Fühlen wir uns (...) dafür verantwortlich, uns mit dem Gebet und dem Einsatz die Sorge um die Schöpfung zu Herzen zu nehmen.“ In diesem Sinne ruft Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung (1. September 2019) alle Menschen zur Umkehr angesichts der fortlaufenden Zerstörung der Schöpfung auf.

Die Zeit der Schöpfung, die vom 1. September bis 4. Oktober jährlich begonnen wird, biete, so der Papst, auch die Möglichkeit, „über unsere Lebensstile nachzudenken“. Er prangert insbesondere die ausbeuterischen Praktiken an, deren Wurzel das Vergessen um die Gottebenbildlichkeit und  den Auftrag Gottes zur Bewahrung seiner Schöpfung sei. Papst Franziskus weist auf die tiefe ökumenische Dimension der Schöpfungszeit hin, die alle Christen miteinander verbinde. Ursprünglich durch die orthodoxe Spiritualität angeregt, sei die Zeit der Schöpfung mittlerweile auch eine „Gelegenheit, uns noch stärker mit den Brüdern und Schwestern der verschiedenen christlichen Konfessionen vereint zu fühlen“. Das bringen insbesondere das gemeinsame Gebet und der gemeinsame Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung zum Ausdruck, die zur Bildung eines „Lebensnetzes“ beitragen, das alle Menschen miteinander und mit Gottes Schöpfung verbindet.

Seit dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September den ökumenischen Tag der Schöpfung. Das diesjährige Leitthema „Salz der Erde“ verweist auf die Rede Jesu und den Auftrag an seine Jünger, Salz der Erde zu sein. Bundesweit werden mithilfe der von der ACK erarbeiteten Materialien ökumenische Gottesdienste zu diesem Thema gefeiert. „Beim Tag der Schöpfung kann der christliche Schöpfungsglaube neu erfahren werden“, erklärt Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK in Deutschland. Der Tag biete die Chance, „Augen, Ohren und alle Sinne für Gottes Schöpfung zu öffnen und so den Geheimnissen des Lebens neu auf die Spur zu kommen.“

Der ökumenische Tag der Schöpfung wird am 6. September 2019 auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Heilbronn begangen. Um 13.00 Uhr eröffnet Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Tag mit einer Festrede, es folgen verschiedene Aktionen und Führungen über das Gelände der Bundesgartenschau. Der Tag endet mit einem ökumenischen Festgottesdienst um 17.00 Uhr auf der Sparkassenbühne und einem anschließenden Empfang.


Hinweise:

Materialien und liturgische Hilfen zur Gestaltung des ökumenischen Tags der Schöpfung sind auf der Themenseite der ACK Ökumenischer Tag der Schöpfung 2019 zu finden.

Die Botschaft des Papstes zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September 2019 ist unter Papstbotschaften zu finden.

Monitoring zum Stand der Prävention in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. September 2019 - 11:20

Ein Monitoring zum Stand der Prävention in Einrichtungen und Organisationen in Deutschland (2015–2018) hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Auftrag des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM) erarbeitet. Die Ergebnisse haben heute (4. September 2019) der UBSKM, Johannes-Wilhelm Rörig, und die stellvertretende Forschungsdirektorin des DJI, Prof. Dr. Sabine Walper, in Berlin vorgestellt. Das Monitoring nimmt auch die Situation katholischer Pfarreien in den Blick. Zwar konnte die ausschließlich qualitative Erhebung nur einen kleinen Ausschnitt der Situation katholischer Pfarreien erfassen, sie gibt aber wichtige Anregungen und Impulse zur Unterstützung und Umsetzung der intensiven Präventionsarbeit in der katholischen Kirche.

„Ich bin dankbar für die differenzierten Hinweise, die das Monitoring gibt. Sie werden Berücksichtigung finden können in den überarbeiteten Fassungen der Leitlinien sowie der Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen“, so Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes.

Schon heute können Pfarreien bei der Etablierung von Schutzkonzepten auf förderliche innerkirchliche Rahmenbedingungen aufbauen, beispielsweise die Unterstützung durch diözesane Präventionsfachkräfte. Auch können positiv wahrgenommene Elemente vorhandener Schutzkonzepte, wie abgestufte Schulungssysteme für Haupt- und Ehrenamtliche oder ein konkret ausformulierter Verhaltenskodex, Anregungen für die weitere lokale Arbeit bieten. Die Ergebnisse des Monitorings zeigen aber auch, dass die vorhandenen Anstrengungen weiter verstärkt werden müssen. Die stark gewachsene Bedeutung digitaler Medien schafft zudem neue Herausforderungen für die Präventionsbemühungen.


Hintergrund

Im Jahr 2016 haben der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, eine Vereinbarung geschlossen, in der sich die Deutsche Bischofskonferenz verpflichtet hat, die Einführung von Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in ihren Strukturen bestmöglich zu unterstützen. Die katholische Kirche in Deutschland und alle ihr zugehörigen Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft sein.


Hinweise:

Der Abschlussbericht des Montorings sowie Factsheets zu den zentralen Handlungsfeldern (Kita, Schule, Heime, Gesundheit, Freizeit) sind auf der Internetseite des UBSKM www.beauftragter-missbrauch.de verfügbar.

Weitere Informationen zu den Themen Missbrauch und Prävention sind auf der Themenseite Sexueller Missbrauch zu finden.

Bischof Fürst zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. September 2019 - 9:04

Am 8. September 2019 begeht die katholische Kirche in Deutschland den 53. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Wie in den vergangenen Jahren hat Papst Franziskus dazu eine Botschaft veröffentlicht, die diesmal unter dem Titel steht: „‚Denn wir sind als Glieder miteinander verbunden‘ (Eph 4,25). Von den Social Network Communities zur menschlichen Gemeinschaft“. Zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel erklärt der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart):

Medien brauchen Zwischenmenschlichkeit! Darauf macht uns Papst Franziskus in seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel aufmerksam, den die Kirche am kommenden Wochenende begeht. Bei allem Informationsfluss, allen Fakten und leider manchen Fake News, darf die Zwischenmenschlichkeit nicht vergessen werden. Für diese Mahnung bin ich dem Papst dankbar, denn allzu oft wird dieser Aspekt im Miteinander-Kommunizieren vergessen.

„Es muss anerkannt werden, dass die sozialen Netzwerke, obwohl sie einerseits dazu dienen, uns mehr zu verbinden, uns zueinander zu bringen und einander zu helfen, andererseits aber auch eine manipulative Nutzung personenbezogener Daten ermöglichen, um politische oder wirtschaftliche Vorteile zu erlangen“, schreibt Papst Franziskus. Uns als Kirche kommt es genau darauf an: Den Wert und den Nutzen der Medien positiv zu würdigen, aber gleichzeitig Gefahren zu erkennen. Wir sind eingeladen, an diesem Mediensonntag genau hinzuhören auf das, was uns an Kommunikation und Netzwerken erreicht: Ist es zum Segen für uns und andere? Oder ist es eine Gefahr, die rasch der Einseitigkeit unterliegt? Der Mediensonntag erinnert daran, uns auf die Kunst der Unterscheidung einzulassen – in dem, was wir in Netzwerken wahrnehmen, in dem, was über die Kirche in Netzwerken geschrieben wird.

Papst Franziskus greift den Gedanken des Netzes bereits im Untertitel seiner Botschaft auf: „Von den Social Network Communities zur menschlichen Gemeinschaft“. „Die Stärke einer Gemeinschaft hängt davon ab, wie kohäsiv und solidarisch sie ist und davon, wie sehr in ihr ein Gefühl des Vertrauens herrscht und wie sehr sie gemeinsame Ziele verfolgt“, so der Papst.

Darum geht es unseren kirchlichen Medien: Vertrauen aufbauen und gemeinsame Ziele verfolgen. Wir sind dankbar – und das möchte ich am Mediensonntag gerne betonen –, dass wir mit vielfältigen Medienengagements in den Bistümern, Verbänden und auf Bundesebene Dialog und Zuhören ermöglichen, so wie es der Papst fordert: „Die Gemeinschaft als Netz der Solidarität erfordert gegenseitiges Zuhören und einen Dialog, der auf einem verantwortungsvollen Umgang mit der Sprache basiert.“ Hier denke ich an die Katholische Nachrichtenagentur, an das Internetportal katholisch.de, die Angebote für die Pfarrbriefarbeit unter www.pfarrbriefservice.de und an unsere Journalistenschule ifp (Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses).

Der Mediensonntag und die Botschaft von Papst Franziskus erinnern uns daran, dass wir – auch in den kirchlichen Medien – eine hohe Verantwortung haben, den Gefahren des Netzes zu begegnen. Der Papst spricht von der Gefahr der Selbstisolation und dem Phänomen „jugendlicher Sozialeremiten“. Als Kirche werden wir auch weiterhin dafür eintreten, dass es keine Risse im Beziehungsgefüge der Gesellschaft gibt und dass wir die positive Nutzung des Internets fördern.

Das betont auch Papst Franziskus, wenn er dazu auffordert, im Internet und durch das Internet „den zwischenmenschlichen Charakter unseres Menschseins zu bekräftigen“. Das Netz, so der Papst, solle nicht als Falle genutzt werden, „sondern der Freiheit und dem Schutz einer Gemeinschaft freier Menschen“ dienen.

Daran werden wir uns mit unseren Medien messen lassen. Kirchliche Medien sind auch künftig in einer sich rasant verändernden digitalen Welt unverzichtbar. Deshalb gilt mein Dank allen, die in den kirchlichen Medien aktiv sind. Und genauso danke ich allen, die kirchliche Medien nutzen. Am Mediensonntag vergewissern wir uns, dass dieses Engagement eine gute Investition ist. Eine Investition für das Netzwerk der Zwischenmenschlichkeit.


Hinweis:

Die Botschaft von Papst Franziskus zum 53. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist als pdf-Datei auf der Themenseite Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (Mediensonntag) verfügbar.

Führungen und Angebote zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. September 2019 - 10:48

In mehr als 1.500 katholischen Kirchen und weiteren kirchlichen Bauten werden am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag (8. September 2019) Sonderprogramme und Führungen für Besucher angeboten. Gezeigt werden auch Bereiche, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat den Tag des offenen Denkmals 2019 unter das Leitthema „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ gestellt. Hierzu kann auch die katholische Kirche viel beitragen: Die Kirchenkunst- und Sakralarchitektur-Geschichte belegt, dass sich die Kirche seit 1.700 Jahren immer wieder mit der künstlerischen Avantgarde verbündet hat und mit ihren Gotteshäusern, Klosteranlagen und Kunstschätzen stilbildend auch in den säkularen Bereich hinein war. Auch heute wagt die Kirche im Zusammenwirken mit Künstlern ästhetisch Außergewöhnliches und markiert so moderne Umbrüche in Kunst und Kultur, die aber die Wurzeln der Tradition nicht vergessen, sondern kreativ mitbedenken.

Gerade im Bereich von Architektur und Kunst hat die katholische Kirche schon früh „Talentscouting“ betrieben und begabte Persönlichkeiten mit wegweisenden Bau- und Kunstwerken beauftragt. So konnte etwa im Barock – Dank der Förderung des Fürstabts Adalbert von Schleifra – der Bergbauernsohn Johann Dientzenhofer ein Architektur-Avantgardist werden; ein ähnliches Tandem war jenes von Balthasar Neumann und Abt Stephan Mösinger.

In den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus hat sich die katholische Kirche mit modernen Kirchenbauten bewusst gegen den nationalistisch-reaktionären Stil positioniert: Sie beauftragte Meister der Moderne wie Dominikus Böhm, Albert Bosslet, Josef Franke, Clemens Holzmeister, Rudolf Schwarz oder Martin Weber mit Gotteshäusern, die noch heute als Inkunabeln moderner Architektur bewundert werden.

Die vom Deutschen Liturgischen Institut 2015 gestartete Online-Ausstellung „Straße der Moderne“ (www.strasse-der-moderne.de) präsentiert 200 Kirchendenkmale sowohl der klassischen Moderne als auch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Denn trotz mancher Kirchenschließungen und -umwidmungen darf nicht übersehen werden, dass die katholische Kirche seit 1995 in Deutschland 72 katholische Gotteshäuser und mehr als 600 sonstige öffentliche Gebäude neu erbaut hat, darunter etliche preisgekrönte Architekturen.

Auch im Bereich der Bildenden Kunst erteilt die katholische Kirche immer wieder Aufträge an Gegenwartskünstler, so an Gerhard Richter für das Südquerhausfenster des Kölner Doms oder Markus Lüpertz für die Fenster in St. Andreas in Köln. Viele der Diözesanmuseen kaufen regelmäßig Werke der Gegenwartskunst an, die ebenfalls am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden können.

Hinweise:
Eine Auflistung ausgewählter kirchlicher Denkmale, die am 8. September 2019 geöffnet sind, ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Alle teilnehmenden Denkmale der katholischen Kirche finden Sie unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm. Auf einer Deutschlandkarte sind dort die einzelnen Denkmäler durch ein Kirchen-Icon kenntlich gemacht.

Kardinal Marx würdigt 25-jähriges Bestehen des Bistums Magdeburg

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 31. August 2019 - 15:00

Mit einem Festakt ist heute (31. August 2019) in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg der Gründung des Bistums Magdeburg vor 25 Jahren gedacht worden. Unter dem Motto „25 Jahre couragiert unterwegs“ hatte Bischof Dr. Gerhard Feige eingeladen, der in seiner Ansprache hervorhob, dass sich keine Ortskirche selbst genügen dürfe oder könne, wenn sie nicht ins Abseits geraten wolle. „Das betrifft nicht nur ihr Selbstverständnis und ihre Kontaktpflege, sondern meint auch ihre Verantwortung und Bereitschaft, anderen Bistümern zu Hilfe zu kommen“, so Bischof Feige. „Wir leben von solcher Solidarität und sind dankbar dafür.“ Zugleich hoffe er, dass die Kirche von Magdeburg mit ihren Erfahrungen und ihrem Glaubenszeugnis auch andere Ortskirchen anregen und bereichern könne. Bischof Feige ermutigte dazu, Pfarreien noch stärker als großräumige Netzwerke zu verstehen und mehr Gläubige an der Leitung zu beteiligen. Zukunftsweisend sei, dass sich Kirche nicht nur in den Pfarreien und Gemeinden ereignen könne, sondern „auch an anderen Orten und über die bisher schon üblichen Formen hinaus, ja überall da, wo Menschen mit Gott in Berührung kommen“, sagte Bischof Feige.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte während des Festaktes an die Rede von Papst Johannes Paul II. am Brandenburger Tor 1996, der damals eindringlich den Ruf nach Freiheit betont und Solidarität und Verantwortung zum Schutz der Freiheit angemahnt hatte. Die Geschichte des Bistums Magdeburg sei älter als das jetzige Jubiläum, sagte Kardinal Marx, die Feier sei aber Ausdruck dessen, was damals geschehen sei: „Der Ruf nach Freiheit hat sich für diesen Teil unseres Vaterlandes endlich verwirklicht. Diesem Ruf nach Freiheit konnte damals auch die Kirche folgen, die seitdem trotz aller Krisen und täglichen Herausforderungen in Freiheit ihren Glauben lebt und einen sichtbaren Beitrag zum Zusammenleben in der Gesellschaft leistet.“ Kardinal Marx erinnerte an den ersten Bischof des neu gegründeten Bistums Magdeburg, Bischof Leo Nowak, und würdigte zugleich Bischof Gerhard Feige. Er bringe neben seinem großen ökumenischen Engagement stets die Perspektive des Ostens – aus pastoraler und gesellschaftlicher Sicht – mit in die Beratungen der Bischofskonferenz ein. „Für ihn, der das Regime der Unfreiheit in der früheren DDR erlebt hat, ist der Begriff Freiheit ebenso bedeutend geworden wie für seinen Vorgänger“, so Kardinal Marx. Die Geschichte des Bistums Magdeburg sei noch lange nicht abgeschlossen. „Leben Sie diese Freiheit, die Ihnen als Christen geschenkt wurde. Wirken Sie mit in dieser Kirche, die sich in Freiheit entfalten kann. Gestalten Sie die Gesellschaft mit, die ohne den christlichen Glauben und christliche Werte ärmer wäre. Hier bei Ihnen sind jene Türöffner, von denen Papst Johannes Paul II. sprach, Menschen, die die Freiheit schützen durch Solidarität und Verantwortung“, betonte Kardinal Marx.

Der frühere Kirchengeschichtsprofessor an der Universität Erfurt, Prof. Dr. Josef Pilvousek, ging in seinem Festvortrag auf die Geschichte und Entwicklung des Bistums Magdeburg ein. Die Kirche von Magdeburg habe „manche überhasteten Entscheidungen des Einigungsprozesses auf staatlich-gesellschaftlicher Ebene nicht wiederholt. So wurden der Eigenwert der ostdeutschen Kirchengeschichte und die damit verbundene Lebensleistung der hier lebenden Christen anerkannt. Ob dahinter Kalkül stand, ist natürlich schwer zu sagen. Den Gemeinden und den Gläubigen scheint dies aber gut getan zu haben“, so Prof. Pilvousek.


Hinweis:

Das Grußwort von Kardinal Reinhard Marx ist unten stehend als pdf-Datei verfügbar. Weitere Informationen zum Bistumsjubiläum Magdeburg finden Sie unter www.bistum-magdeburg.de.

Wort der Vorsitzenden der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Polnische Bischofskonferenz veröffentlichen ein gemeinsames Wort aus Anlass des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Angriff des nationalsozialistischen Deutschland auf Polen in den Morgenstunden des 1. September 1939 seinen Anfang nahm. Es ist von den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, Kardinal Reinhard Marx und Erzbischof Stanisław Gądecki, sowie den Co-Vorsitzenden der Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Bischof Jan Kopiec, unterzeichnet. Der Text erinnert an die Gräuel des Krieges und an die Etappen der Versöhnung zwischen den Völkern, zu der die Kirche wichtige Anstöße gegeben habe. Abschließend mahnen die Bischöfe, „mit den Früchten der Versöhnung verantwortungsbewusst“ umzugehen und „sie nicht leichtfertig in politischem Interesse“ preiszugeben. Die Zukunft liege darin, „die Einheit Europas, das auf christlichen Fundamenten errichtet ist, zu festigen und zu vertiefen“.

Vor 80 Jahren begann das nationalsozialistische Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Die ersten Bomben wurden am Freitag, den 1. September 1939 auf die Stadt Wieluń in Polen abgeworfen und verursachten schmerzhafte Verluste und Zerstörungen. Viele Zivilisten wurden getötet oder verletzt. Auch das Krankenhaus und seine wehrlosen Patienten waren betroffen. In Wieluń begann die entsetzliche Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, die Polen und viele weitere Nationen heimsuchte. Am selben Tag griffen feindliche Schiffskanonen die Westerplatte an.

So wurde Polen das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs und litt fast sechs Jahre lang unter der Besatzung, die mit unzähligen Gräueltaten und der zerstörerischen Politik der Vernichtung der polnischen Nation, insbesondere der jüdischen Bevölkerung, einherging.

Am 80. Jahrestag des Kriegsbeginns erinnern wir uns an sechs Millionen Polen, darunter drei Millionen Juden, die Opfer des verbrecherischen Nazisystems wurden. Wir sind uns des Schmerzes bewusst, den die Opfer und ihre Angehörigen erlitten haben und der bis heute zu spüren ist. Der Krieg verursachte weiteres großes Unheil und menschliches Leid, insbesondere hervorgerufen durch Umsiedlungsmaßnahmen: Millionen von Polen und dann auch von Deutschen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und eine neue Heimat zu suchen.

Um dieses Leid und die schmerzhaften Erinnerungen daran zu überwinden, müssen wir uns alle aufrichtig am Prozess der Versöhnung zwischen unseren Nationen beteiligen. Dafür schöpfen wir Kraft aus dem Mut der polnischen Bischöfe, die Deutschland und Polen 1965 dazu einluden, die Wahrheit entschlossen zu suchen und Wege der Versöhnung zu beschreiten. Ihre Botschaft, von der besonders die Worte „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ bekannt sind, schlug ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen unseren Völkern auf, und die deutschen Bischöfe haben die ihnen entgegengestreckte Hand dankbar angenommen. Heute bringen wir all denen, die diesen ehrlichen Dialog begonnen haben, unseren tiefen Respekt zum Ausdruck.

80 Jahre nach Beginn des Krieges kann die heutige Generation in Polen und Deutschland, ja in ganz Europa viele Veränderungen zum Guten erleben. Wir sind uns jedoch bewusst, dass mit den Früchten der Versöhnung verantwortungsbewusst umgegangen werden muss; sie dürfen nicht leichtfertig in politischem Interesse preisgegeben werden. Deshalb fordern wir in diesem besonderen Moment der Geschichte, dass unsere Beziehungen nie wieder von Gewalt, gegenseitigem Misstrauen oder Ungerechtigkeit geprägt sein dürfen. Es liegt heute an uns, die Einheit Europas, das auf christlichen Fundamenten errichtet ist, zu festigen und zu vertiefen, trotz der historischen Unterschiede zwischen einzelnen Nationen und Staaten. Als Kirche betrachten wir dankbar die Initiativen, mit denen Polen und Deutschland – oft gemeinsam mit anderen Nachbarländern – den Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Wir appellieren an alle, aus der gemeinsamen Erinnerung an die von Gewalt und Unrecht belastete Vergangenheit und ebenso aus der Erinnerung an die ermutigenden Zeugnisse der Menschlichkeit Kraft und Inspiration für das weitere gemeinsame Handeln für Frieden und Einheit zu schöpfen.

Dabei vertrauen wir auf die Hilfe Gottes, dem wir unsere Nationen und alle Völker Europas sowie die ganze Erde anvertrauen. Wir rufen dazu auf, am 1. September in allen Gottesdiensten Fürbitte um Frieden in der Welt zu halten. Wir ersuchen auch alle Gläubigen, in ihren persönlichen Gebeten um die Beendigung aller Konflikte und Kriege, allen Terrors und aller Gewalt zu bitten und Frieden für alle Menschen zu erflehen. Maria, die Königin des Friedens, möge uns bei unseren Bitten und Gebeten mit ihrer Fürsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus beistehen.


31. August 2019

Erzbischof Stanisław Gądecki
Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz

Reinhard Kardinal Marx
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Bischof Jan Kopiec
Co-Vorsitzender der Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz

Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Co-Vorsitzender der Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz

 



Hinweis:
Die 2009 veröffentlichte Broschüre Lange Wege – Dokumente zur Versöhnungsarbeit der Katholischen Kirche in Deutschland kann in der Rubrik Publikationen als Broschüre kostenfrei bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Deutsche Bischofskonferenz übermittelt Aleviten Segenswünsche zum Muharrem-Fasten und zum Aşure-Fest 2019

Am 31. August 2019 beginnt für die Aleviten in Deutschland das Muharrem-Fasten, dem sich am 12. September 2019 das Aşure-Fest anschließt. Der Vorsitzende der Unterkommission der Deutschen Bischofskonferenz für den Interreligiösen Dialog, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), hat den Aleviten in einer Grußbotschaft die Segenswünsche der Deutschen Bischofskonferenz übermittelt:


Liebe alevitische Gläubige,

am 31. August beginnt für Sie die Fastenzeit im Monat Muharrem, an deren Ende Sie das Aşure-Fest begehen. Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und der katholischen Christen in unserem Land sende ich Ihnen anlässlich Ihrer Fasten- und Feiertage meine herzlichen Glück- und Segenswünsche.

Sicherlich werden Sie auch in diesem Jahr während Ihres zwölftägigen Fastens der Verfolgungen und Schicksalsschläge in der Geschichte Ihrer religiösen Gemeinschaft gedenken. Die traurige Aktualität dieses Gedenkens ist uns allen schmerzlich bewusst: Allein im ersten Halbjahr 2019 wurden Angehörige verschiedener Religionen – nicht nur in den vielbeachteten Attentaten auf Sri Lanka und in Neuseeland – Opfer religiös motivierter Gewalt. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass die Vereinten Nationen den 22. August zum Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt ausgerufen haben. Auch Ihre Glaubensgeschwister leiden bis heute unter Benachteiligungen und Verfolgung.

Ihre Fastenzeit verbindet Trauer über das Geschehene mit innerer Sammlung. Dies kann helfen, eine Perspektive für eine bessere Zukunft zu gewinnen. Mit der Süßspeise, die Sie nach Beendigung des Fastens verteilen, erinnern Sie an die Freude über das Überleben des Sohnes von Imam Hüseyin, der Ihrem Glauben zufolge als Keim der Hoffnung aus dem Leid hervorgegangen ist. Sie gewinnen daraus die Zuversicht, dass es trotz Gewalt und Leid die Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt. Auch wir Christen erfahren in unserem Glauben, dass Trauer und Angst in Freude und Hoffnung umgewandelt werden können. Diese beglückende Erfahrung mag uns allen dabei helfen, dass die Solidarität mit Verfolgten und Bedrängten nicht aus dem Blickfeld gerät.

Mögen Ihre vielfachen Einladungen an Nachbarn und Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften zu Ihren Feierlichkeiten ein wichtiger Schritt hin zu dieser besseren Zukunft sein, in der ein versöhntes Miteinander Hass und Gewalt überwindet. Haci Bektaş Veli, den Sie sehr verehren, wird in Ihrer Glaubenstradition mit einem Löwen und einem Hirsch dargestellt, die miteinander friedlich neben ihm stehen. Dies ist ein schönes Bild für ein friedliches Miteinander aller Geschöpfe Gottes. Eine ähnliche Friedensvision kennt der Prophet Jesaja, bei dem es heißt: „Wolf und Lamm weiden zusammen und der Löwe frisst Stroh wie das Rind, doch der Schlange Nahrung ist der Staub. Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen“ (Jes 65,25). So bete und hoffe ich, dass wir alle uns immer wieder neu unseres Auftrags als gläubige Menschen erinnern, zu Werkzeugen des Friedens und der Verständigung in unserer Welt zu werden.

Möge Gott, der Schöpfer und das Ziel unseres Lebens, Ihr Fasten annehmen und Ihnen in den Gemeinden und Familien ein besinnliches, frohes und friedliches Aşure-Fest gewähren.

Friede sei mit Ihnen!

Dr. Georg Bätzing
Bischof von Limburg


Hintergrund

Die Fastenzeit der Aleviten im Monat Muharrem, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, dauert in diesem Jahr vom 31. August bis 11. September. Während dieser zwölf Tage, deren Zahl an die zwölf Imame erinnert, gedenken die Aleviten insbesondere des gewaltsamen Todes des Imam Hüseyin und von 72 seiner Familienangehörigen und Anhänger im Jahr 680. Im Anschluss an das Fasten – in diesem Jahr am 12. September – feiern die Aleviten das Aşure-Fest, an dem in Erinnerung an das Überleben in der Arche Noah eine Speise aus zwölf Zutaten (Aşure) zubereitet und mit Nachbarn und Freunden geteilt wird. Das alevitische Aşure-Fest ist nicht mit dem Aschura-Tag der Schiiten und der Sunniten zu verwechseln, der in diesem Jahr auf den 10. September fällt und mit dem sich zum Teil ähnliche, zum Teil andere Überlieferungen verbinden.

Transparenz in finanziellen Angelegenheiten der Kirche

Bei der Frage nach dem Verhältnis der Kirche zum Geld sind weitere wichtige Entscheidungen für die deutschen (Erz-)Diözesen getroffen worden. Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat mit ihren Beschlüssen verbindliche und vergleichbare Standards im Themenkomplex „Kirchenfinanzen“ gesetzt. Bereits in den Jahren 2013/2014 waren die (Erz-)Diözesen in der Offensive „Transparenz in finanziellen Angelegenheiten“ erste Schritte gegangen. Das Thema wurde in den Folgejahren immer wieder aufgegriffen. Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2018 in Ingolstadt erörterte aktuelle Fragestellungen zur finanziellen Transparenz und kündigte auch weitere, konkretisierende Festlegungen zur Schaffung von Transparenz in finanziellen Angelegenheiten der Kirche an. Sie wurden mit den nun gefassten Beschlüssen zu einem Abschluss gebracht.

Künftig ist für alle (Erz-)Diözesen bis auf zwei begründete Ausnahmen verpflichtend:

  • Alle Jahresabschlüsse der (Erz-)Diözesen, der (Erz-)Bischöflichen Stühle, der Domkapitel sowie Rechts- und Vermögensträger von diözesaner Bedeutung werden veröffentlicht. Die Veröffentlichungen sollen mindestens die Bilanz und die Ergebnisrechnung umfassen. Ebenso sollen der Anhang und ein Lagebericht sowie der Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers veröffentlicht werden.
  • Die Anwendung der Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB) in dessen jeweiligen Größenbestimmungen wird für die oben genannten Rechts- und Vermögensträger in den (Erz-)Diözesen zum nächstmöglichen Zeitpunkt verbindlich vereinbart.
  • Die Prüfung von Jahresabschlüssen durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach den jeweils für die Rechts- und Vermögensträger nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) geltenden Bestimmungen wird für die oben genannten Rechts- und Vermögensträger in den (Erz-)Diözesen verbindlich vereinbart. Ziel der Prüfungen soll die Erlangung des „uneingeschränkten Bestätigungsvermerks“ zum schnellstmöglichen Zeitpunkt sein.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigt die Arbeit in diesem Prozess als wichtigen Schritt, um eine neue Glaubwürdigkeit innerhalb und außerhalb der Kirche zu erreichen. „Wohl wissend, dass nicht alle Bestimmungen des Handelsgesetzbuches für die Arbeit in den (Erz-)Diözesen passgenau sind, werden wir mit diesen Standards jedoch unserer Verantwortung für die uns anvertrauten finanziellen Mittel gerecht. Transparent und nachvollziehbar wird die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel der deutschen (Erz-)Diözesen nachgewiesen.“ Die gefassten Beschlüsse bezeichnete Kardinal Marx als zentral für das Erreichen von Transparenz und Vergleichbarkeit. Er weiß um die nun in vielen (Erz-)Diözesen hierzu noch anstehende Arbeit: „Mit diesen Maßnahmen zeigen die deutschen (Erz-)Diözesen, dass sie auch in diesen Fragestellungen Wort gehalten haben. Hierauf basierend können nun in den jeweiligen (Erz-)Diözesen das Controlling, das Risikomanagement und der zielgenaue Einsatz zukünftig knapper werdender finanzieller Mittel weiterentwickelt werden. Das ist ein Fundament, auf das sich weiter bauen lässt, und zwar weiter unter dem Leitsatz von Transparenz, Kontrolle und Solidarität.“