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Erzbischof Schick bei der Vorstellung des Berichts der Bundesregierung zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - vor 7 Stunden 3 Minuten

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hat die in den zurückliegenden Jahren verstärkten Bemühungen der Bundesregierung und der Europäischen Union zur Förderung der Religionsfreiheit begrüßt. Anlässlich der Vorstellung des Berichts der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit sagte Erzbischof Schick heute (28. Oktober 2020) in der Bundespressekonferenz in Berlin: „Die Berufung eines Beauftragten der Bundesregierung für Fragen der Religionsfreiheit und eines EU-Sondergesandten für Religionsfreiheit waren wichtige Schritte. Auch der diesjährige Bericht der Bundesregierung zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit reiht sich ein in die Liste positiver Beiträge, die darauf abzielen, die staatliche Verantwortung für den Schutz und die Förderung des universalen Rechts der Religionsfreiheit zu stärken.“

In seinem Statement würdigte Erzbischof Schick, dass der Bericht der Bundesregierung vom Gedanken einer religionsfreundlichen Gesellschaft bestimmt sei, für die sich auch die Kirchen einsetzen, und fügte hinzu: „Wenn wir als Kirchen für die Religionsfreiheit einstehen, handeln wir nicht pro domo; vielmehr leitet uns der Respekt vor der Würde eines jeden Menschen. Wir verstehen die Religionsfreiheit also keineswegs als Schutzrecht für bestimmte Religionen und ihre Gläubigen. Im Gegenteil: In der Logik universaler Freiheitsrechte gilt unser Einsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit aller Menschen.“

Erzbischof Schick legte dar, dass die Religionsfreiheit, obwohl in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert und in internationalen Konventionen und in den Verfassungen in bindendes Recht überführt, in vielen Teilen der Welt heute unter wachsendem Druck stehe. Sie werde eingeschränkt und missachtet. Dies habe schwerwiegende Folgen: „Ohne die staatliche und gesellschaftliche Anerkennung der Religionsfreiheit wird menschliches Leben fundamental beschädigt. Und auch die Staaten und Gemeinwesen können ohne diese Freiheit nirgends auf der Welt langfristig gedeihen.“ Auch sei ihm, so Erzbischof Schick, auf seinen Solidaritätsreisen in viele Regionen der Welt immer deutlicher geworden: „Die Religionsfreiheit ist ein Indikator für die Menschenrechte insgesamt. Der Kampf für die Menschenrechte im Allgemeinen und die Religionsfreiheit im Besonderen müssen deshalb ineinandergreifen.“

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche verdeutlichte, dass auch Regierungen in Ländern mit einer stark säkularisierten Kultur vor der Aufgabe stünden, Freiheit und Gleichberechtigung der Menschen in Fragen von Religion und Weltanschauung zu ihren Anliegen zu machen – auch in der Außen- und der Entwicklungspolitik: „Denn überall dort, wo in den Partnerländern die Religionsfreiheit als zentrales Freiheitsrecht geachtet wird, können offene und inklusive Gesellschaften entstehen.“ Der Bericht der Bundesregierung zur Religionsfreiheit sei ein wichtiges Signal an die internationale Gemeinschaft, dass vonseiten des deutschen Staates dem Menschenrecht religiöser Freiheit gebührend Rechnung getragen werde.

Der Bericht der Bundesregierung wurde in der Bundespressekonferenz neben Erzbischof Schick von dem Beauftragten, der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Dr. Bärbel Kofler, sowie Olivia Elias als Vertreterin der Jesiden in Deutschland vorgestellt.


Hintergrund

Der Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit erschien erstmals 2016. Im April 2018 hat das Bundeskabinett den Bundestagsabgeordneten Markus Grübel zum Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit berufen. Mit diesem Amt will die Bundesregierung ein Signal für den Schutz der Religionsfreiheit und den Dialog der Religionen zur Stärkung gemeinsamer Werte und des Friedens setzen.

Seit vielen Jahren stellt der Einsatz für die Religionsfreiheit einen Schwerpunkt der weltkirchlichen Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz dar. Dazu hat sie verschiedene Initiativen und Projekte ins Leben gerufen. Diese beinhalten den jährlich stattfindenden Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember, dem Festtag des hl. Stephanus, wie auch die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit. Die Initiative macht mit Publikationen, öffentlichen Veranstaltungen und jährlich stattfindenden Solidaritätsreisen anhand eines Schwerpunktlandes auf die teilweise dramatischen Verletzungen der Religionsfreiheit in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam. Zusätzlich erscheint in bislang unregelmäßigem Abstand der mit der Evangelischen Kirche in Deutschland verantwortete Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit. Auch die Deutsche Kommission Justitia et Pax legt ihren menschenrechtspolitischen Fokus seit langer Zeit auf die Religionsfreiheit. Mit Kampagnen, Länderberichten und im interreligiösen Dialog setzen sich zudem die kirchlichen Hilfswerke für die Religionsfreiheit vor allem im globalen Süden ein.


Hinweis:

Das Statement von Erzbischof Dr. Ludwig Schick zur Vorstellung des Berichts der Bundesregierung zur Religionsfreiheit in der Bundespressekonferenz in Berlin ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Gespräch zwischen Bischöfen und Vertretern der deutschsprachigen Theologie

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. Oktober 2020 - 9:28

Zum 58. Mal hat gestern (26. Oktober 2020) der Austausch von Mitgliedern der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizer Bischofskonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschsprachigen Theologie stattgefunden, coronabedingt diesmal als Videokonferenz. Das sogenannte „Limburger Gespräch“ stellte inhaltliche, strukturelle und personelle Fragen des Miteinanders von katholischer Kirche, kirchlicher Leitung und katholischer Theologie in den Mittelpunkt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, betonte, dass diese Form der regelmäßigen Gespräche „nicht nur Orte des theologischen und hochschulpolitischen Austausches sind. Sie sind auch Orte der zwischenmenschlichen Begegnung, geprägt von einer Kultur des Miteinanders, getragen von Wertschätzung und gegenseitigem Vertrauen.“

Ein wesentlicher Diskussionspunkt war der Prozess zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland und dessen mögliche Konsequenzen für die wissenschaftliche Theologie und die theologischen Ausbildungsstandorte. Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) stellte die Kriterien der zukünftigen Priesterausbildung vor, die der Ständige Rat im Juni 2020 erörtert hatte. Eine Konzentration der Priesterausbildung auf einige Standorte sei angesichts der rückläufigen Zahlen der Kandidaten unumgänglich. „Die Priesterausbildung hat auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und muss so gestaltet werden“, so Bischof Gerber weiter, „dass die Kandidaten auch künftig Erfahrungen machen können, die sie menschlich und spirituell reifen lassen“.

Nachdem Prof. Dr. Bernhard Emunds (Frankfurt) die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Theologie dargestellt hatte, legte Prof. Dr. Georg Essen (Berlin) in seinem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der theologischen Fakultäten dar, dass die Theologie über die Ausbildung von Priestern, pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder von Religionslehrkräften hinaus von vitaler Bedeutung für die Kirche sei. Er gab zu bedenken, dass „in Deutschland der zentrale Ort der wissenschaftlichen und theologischen Selbstreflexion der Kirche Fakultäten sind, die in staatlichen Hochschulen in Forschung und Lehre interdisziplinär fest verankert sind“. Vor diesem Hintergrund sei die Bindung des Fakultätsstatus an die Priesterausbildung nicht mehr zeitgemäß. Als Herausforderung für die theologischen Ausbildungsstandorte sieht Prof. Dr. Essen auch zehn Jahre nach den „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ weiterhin die erfolgreiche Erarbeitung und Umsetzung von nachhaltigen Zukunftskonzepten im Lichte gemeinsam entwickelter Qualitäts- und Gütekriterien.

In der Diskussion wurde noch einmal die Bedeutung der wissenschaftlichen Theologie jenseits der Priesterausbildung hervorgehoben. Entscheidungen in der Frage um die Standortkonzentration angesichts ihrer weitreichenden Konsequenzen müssten auch künftig wohl überlegt und diskutiert sein. Folglich ist beabsichtigt, kontinuierlich über den begonnenen Prozess im Gespräch zu bleiben. Dabei sollen die Katholisch-Theologischen Fakultäten ausdrücklich in den Diskurs um die Zukunft der Priesterausbildung miteinbezogen werden.

Am „Limburger Gespräch“ als Videokonferenz nahmen neben der Vorsitzenden des Katholisch-Theologischen Fakultätentages, Prof. Dr. Johanna Rahner (Tübingen), die Sprecher der verschiedenen theologischen Disziplinen unter Moderation von Prof. Dr. Gerd Häfner (München) teil. Neben den 25 Professorinnen und Professoren, Bischof Bätzing und Bischof Gerber waren beim „Limburger Gespräch“ auch der Vorsitzende der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), der stellvertretende Vorsitzende der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster), sowie Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM (Salzburg), Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, und Bischof Dr. Felix Gmür (Basel), Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, dabei.

EKD und Deutsche Bischofskonferenz stellen ökumenische Materialien für Weihnachten zur Verfügung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 26. Oktober 2020 - 12:26

Weihnachten 2020 wird aufgrund der Corona-Pandemie anders sein als in den vergangenen Jahren. In einer Situation, in der weiterhin auch kirchliches Leben anders gestaltet werden muss, wenden sich die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit der tröstenden, zuversichtlichen und hoffnungsfrohen Botschaft des Weihnachtsfestes an alle Menschen in Deutschland.

Unter dem Motto „Gott bei euch!“ stellen die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ab heute (26. Oktober 2020) auf der Internetseite www.gottbeieuch.de Materialien zur ökumenischen Weihnachtsaktion zum Herunterladen für Gemeinden, Landeskirchen, Bistümer und Multiplikatoren bereit. Claim und Bildsprache wurden so entwickelt, dass sie gut mit bereits entwickelten Kampagnen und Materialien kombinierbar sind.

Auf der Seite finden Sie:

Weihnachtskeyvisual Manual: Anleitung zum Umgang mit der Wort-Bild-Marke der ökumenischen Weihnachtsbotschaft;

Keyvisual-Dateien: Wort-Bild-Marke der ökumenischen Weihnachtsbotschaft in verschiedenen Farben und Formaten;

Banner: Online-Banner der Wort-Bild-Marke für Ihre Webseite;

Social Media: Materialien für Ihre Social Media Arbeit;

Plakate: Plakate in den Formaten A2, A3 und A4 mit und ohne individuelle Eindruckmöglichkeit für Gemeindegottesdienste u. a.;

Liedkarte: Liedzettel mit der ökumenischen Weihnachtsbotschaft und dem Lied „Stille Nacht“.

Briefwechsel zwischen Bischof Bätzing und Kardinal Stella

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 26. Oktober 2020 - 8:16

Zur Instruktion über die Pfarrgemeinde der Kongregation für den Klerus vom 20. Juli 2020 hat es einen Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und dem Präfekten der Kongregation, Kardinal Beniamino Stella, gegeben. Dazu erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Vor wenigen Tagen hat der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Beniamino Stella, brieflich auf Überlegungen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zur Instruktion Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche geantwortet. Der Antwortbrief des Präfekten enthält theologische und kirchenrechtliche Hinweise zur Sendung der Pfarrgemeinden. Er wird in der Bischofskonferenz besprochen und auch Gegenstand der Aussprache in der Gemeinsamen Konferenz zwischen Vertretern der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sein. Außerdem soll in Rom ein Gespräch mit der Kongregation geführt werden. Die Kongregation wünscht zunächst die Erörterung mit Vertretern der deutschen Bischöfe. Es bestehen bereits Kontakte mit der Kongregation, um ein erstes zeitnahes Gespräch zu führen. Dem Vorsitzenden erscheint aber auch das Gespräch mit dem Präsidium des Synodalen Weges der Sache nach angemessen. Wann es stattfinden kann, wird Bischof Bätzing mit der Kongregation besprechen.“

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Rahmenordnung für das Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren der Betroffenenbeiräte

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. Oktober 2020 - 11:34

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (23. Oktober 2020) eine Rahmenordnung für das Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren der Betroffenenbeiräte veröffentlicht. Sie geht zurück auf die am 22. Juni 2020 zwischen dem Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann, und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“. In dieser Erklärung wurde unter den Punkten 5.2 und 5.3 geregelt, dass in Abstimmung mit dem UBSKM und mit Betroffenenvertretern die heute veröffentlichte Rahmenordnung erstellt wird.

Die Rahmenordnung regelt das Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren für die neu einzurichtenden Betroffenenbeiräte sowie die Aufwandsentschädigung für die begleitenden Betroffenen. Sie bietet einen einheitlichen Rahmen und lässt zugleich Raum für die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten. Sofern in einer (Erz-)Diözese bereits ein vergleichbares Gremium eingerichtet ist, kann durch dieses Gremium die Betroffenenbeteiligung weiterhin erfolgen.

Bischof Stephan Ackermann sieht in der Rahmenordnung einen weiteren Schritt in der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs: „Wir sind wieder einen Schritt weitergekommen und ich bin allen Beteiligten dankbar, die an dieser Rahmenordnung mitgewirkt haben. Gleichzeitig bin ich dankbar, dass wir bereits in mehreren Bistümern Betroffenenbeiräte haben und auch aus deren Erfahrungen lernen können. Ich hoffe, dass die Einrichtung der Beiräte rasch umgesetzt wird.“


Hinweis: 

Die Rahmenordnung für das Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren der Betroffenenbeiräte ist als pdf-Datei unterstehend verfügbar.

Errichter einig über Verlängerung der Stiftung Anerkennung und Hilfe

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. Oktober 2020 - 14:59

Bund, Länder und Kirchen als Errichter der Stiftung Anerkennung und Hilfe haben sich heute (22. Oktober 2020) in einer gemeinsamen Sitzung darauf verständigt, ihren Gremien zu empfehlen,

  • die Anmeldefrist zum Erhalt von Stiftungsleistungen bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern,
  • die Bearbeitungszeit in den Anlauf- und Beratungsstellen bis zum 31. Dezember 2022 zu verlängern und
  • das Stiftungsvermögen um rund 17,5 Mio. Euro aufzustocken.

Den Errichtern der Stiftung war es von Anfang an wichtig, möglichst alle Betroffenen zu erreichen. Sie haben daher die Anmeldefrist bereits um ein Jahr verlängert. Durch die Corona-Pandemie war der Zugang zu den Leistungen der Stiftung erheblich erschwert. Diese Nachteile gilt es durch die erneute Verlängerung der Anmeldefrist auszugleichen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben für die im Zentrum der Stiftungsarbeit stehenden Menschen zu sehr nachteiligen Auswirkungen geführt. Auch die Arbeit in den regionalen Anlauf- und Beratungsstellen der Stiftung wurde erheblich erschwert.

Durch die beabsichtigte Verlängerung der gemeinsamen Finanzierung der Anlauf- und Beratungsstellen soll sichergestellt werden, dass alle Anmeldungen, die innerhalb des verlängerten Anmeldezeitraumes erfolgen, geprüft und abschließend bearbeitet werden.

Für eine Anmeldung genügt ein Anruf oder eine E-Mail.

Zudem soll das Stiftungsvermögen auf insgesamt 305.517.383 Euro erhöht werden, um die vereinbarten Ziele der Stiftung zu erreichen.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe erbringt Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen an Betroffene, die zwischen 1949 und 1975 als Kinder oder Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland bzw. im Zeitraum von 1949 bis 1990 in der ehemaligen DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder stationären Einrichtungen der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch an den Folgen leiden. Um Stiftungsleistungen erhalten zu können, war es bisher erforderlich, dass Betroffene sich spätestens bis zum 31. Dezember 2020 an eine Anlauf- und Beratungsstelle wenden und sich dort für Leistungen anmelden.

Die Anlauf- und Beratungsstellen der Stiftung sind seit 2017 in allen 16 Bundesländern eingerichtet. Genauere Informationen zu den Anlauf- und Beratungsstellen und zur Stiftung Anerkennung und Hilfe bieten der barrierefreie Internetauftritt www.stiftung-anerkennung-hilfe.de und das Infotelefon der Stiftung (0800 221 2218).

Diakonische Seelsorge bei Menschen mit Covid-19

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. Oktober 2020 - 8:25

Der Bedarf an Seelsorge ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Menschen erkranken lebensbedrohlich, werden von wichtigsten Bezugspersonen isoliert oder geraten in wirtschaftliche Not, die ihre Existenz gefährdet. Sie erleben Veränderungen und Kontrollverluste im täglichen Leben, die sie verunsichern. Die katholische Kirche hat auf diese Situation mit vielfältigen und zum Teil neuen Möglichkeiten der Begleitung reagiert. Unter erschwerten Bedingungen sucht die Kirche insbesondere denen nahe zu sein, die von einer Infektion mit dem Coronavirus direkt betroffen sind und nicht nur die ernste Gefährdung ihrer Gesundheit, sondern auch strikte Kontaktsperren hinnehmen müssen. Seelsorge für schwer kranke und sterbende Menschen ist während der Corona-Pandemie ebenso herausfordernd wie dringend notwendig. Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt) und Weihbischof Herwig Gössl (Bamberg), die in der Deutschen Bischofskonferenz das Themenfeld „Diakonische Pastoral“ vertreten, reflektieren diese Aufgabe vor dem Hintergrund der derzeit erneut steigenden Infektionszahlen. Mit den Überlegungen „Fürchtet euch nicht! – Diakonische Seelsorge bei Menschen mit Covid-19“, die im Austausch mit der Arbeitsgruppe „Diakonische Pastoral“ innerhalb der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz entstanden sind, nehmen sie Konzepte auf, die in den deutschen (Erz-)Bistümern seit Frühjahr dieses Jahres entwickelt und angewendet werden.

An der Seite der kranken Menschen zu sein und gleichzeitig für den notwendigen Selbstschutz zu sorgen – dies ist die unmittelbare Herausforderung, die sich Seelsorgerinnen und Seelsorgern im Gesundheitswesen stellt. Sie erfordert ein umsichtiges Vorgehen, das die verschiedenen Interessen der beteiligten Personen berücksichtigt und gleichzeitig die bestmögliche Kooperation mit den staatlichen Behörden und den Trägern der jeweiligen Einrichtungen verwirklicht. So hat sich gezeigt, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger dort weiterhin präsent sein konnten, wo ihr Dienst bereits vor der Pandemie in das therapeutische Team integriert war. Wer zudem die erforderlichen Nachweise über die eigene Gesundheit oder Schulungen im Umgang mit Infektionskrankheiten erbrachte, konnte eine oft entscheidende Voraussetzung erfüllen, um Zugang zu den Kranken zu erhalten.

Der Dienst der Seelsorge ist system- und lebensrelevant und – theologisch gesprochen – auch heilsrelevant. Die Weltgesundheitsorganisation hat schon vor Jahrzehnten erkannt, dass sich der gesundheitliche Zustand von Patienten nicht nur auf körperliche, sondern ebenso auf psychosoziale und spirituelle Aspekte bezieht. Menschen bedürfen der Beziehung und mitfühlenden Zuwendung, besonders dann, wenn sie schwer krank sind. Sie fragen nach dem, was in ihrem Leben wesentlich ist und leiden oft an existenziellen Fragen oder einem Mangel an Sinn und Hoffnung. Die Überlegungen „Fürchtet euch nicht!“ vermitteln den Auftrag der Seelsorge, Hoffnung zu geben, die aus Jesus Christus kommt und allen Menschen geschenkt ist.


Hinweis:

Die Überlegungen „Fürchtet euch nicht! – Diakonische Seelsorge bei Menschen mit Covid-19“ von Weihbischof Dr. Reinhard Hauke und Weihbischof Herwig Gössl finden Sie untenstehend als pdf-Datei.

Aufruf der deutschen Bischöfe zum Weltmissionssonntag am 25. Oktober 2020

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. Oktober 2020 - 10:41

Die größte Solidaritätskollekte weltweit, der Weltmissionssonntag, der an jedem vierten Sonntag im Oktober veranstaltet wird, findet in diesem Jahr am 25. Oktober 2020 statt. Der Ertrag der Kollekte ist für die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt bestimmt. In Deutschland organisieren die Päpstlichen Missionswerke Missio in Aachen und München die Solidaritätsaktion, die in rund 100 Ländern stattfindet. Die deutschen Bischöfe haben dazu einen Aufruf verfasst. Sie schreiben: „‚Selig, die Frieden stiften‘ (Mt 5,9). Diese Seligpreisung Jesu ist das Leitwort zum Monat der Weltmission 2020. Auch in unserer Zeit ist sie hoch aktuell. Wie schwer ist es doch, Frieden zu halten und zu fördern! Die diesjährige Aktion der Missio-Werke lenkt den Blick auf Westafrika. In dieser Region lebten lange Zeit Menschen verschiedener Religionen und Ethnien friedlich zusammen. Gegenwärtig wird sie aber immer mehr zum Schauplatz von Anschlägen und Übergriffen. Mit Sorge nehmen wir wahr, wie dort Konflikte religiös aufgeladen werden, um Menschen gegeneinander aufzubringen und Gewalt anzufachen. Durch die Corona-Pandemie haben sich die Lebensbedingungen der Menschen zusätzlich verschlechtert.“

Mitten in der von Unfrieden geplagten Welt berufe und befähige Gott Menschen, Friedensstifter zu sein. „Wir bitten Sie: Setzen Sie am Weltmissionssonntag ein Zeichen. Beten Sie für unsere Schwestern und Brüder, die sich aktiv für Frieden und Versöhnung einsetzen! Unterstützen Sie bei der Kollekte am kommenden Sonntag die wichtigen Initiativen von Missio!“

Da die Situation in den Gemeinden aufgrund der Coronakrise schwierig zu planen ist, stellt Missio Angebote zur Verfügung, die sowohl in der Gemeinde als auch zuhause sowie digital oder analog umsetzbar sind.


Hinweise:

Alle Materialien und Informationen rund um den Weltmissionssonntag sind unter www.missio-hilft.de und weltmissionssonntag.de verfügbar.

Der Aufruf der deutschen Bischöfe sowie die Durchführungshinweise zur Kollekte stehen unter Aufrufe der deutschen Bischöfe als pdf-Dateien bereit. Die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2020 finden Sie unter Papstbotschaften.

Fachtagung „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. Oktober 2020 - 9:46

Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz lädt zu einer Fachtagung ein, die unter dem Thema „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“ steht. Bereits seit Längerem befasst sich die Kommission mit diesem Thema. „Gemeint sind damit Formen inadäquater Machtausübung und Herausstellung des priesterlichen Amtes, wie sie in der Praxis vorkommen, aber auch Asymmetrien und Hierarchien, die durch die liturgischen Ordnungen selbst vorgesehen sind und, in diesem Sinne legitimiert, verschiedene Formen von Klerikalismus befördern können“, schreibt der Vorsitzende der Liturgiekommission, Bischof Dr. Stephan Ackermann, in der Einladung. Die Fachtagung wird von der Liturgiekommission im Kontext des Synodalen Weges veranstaltet.

An der Tagung nehmen Multiplikatoren und haupt- und ehrenamtliche Praktiker aus Liturgie und Seelsorge, Liturgiereferenten, Akteure aus der kirchlichen Bildungsarbeit sowie von Ausbildungseinrichtungen, Mitglieder der Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz, Priester und andere hauptberufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen sowie Studierende teil.

Coronabedingt findet die Fachtagung am 28./29. Oktober 2020 als Zoom-Konferenz online statt. Sie beginnt am 28. Oktober 2020 um 15.00 Uhr und endet am 29. Oktober 2020 um 14.00 Uhr.

Herzlich sind die Kolleginnen und Kollegen der Medien eingeladen, an der Tagung online teilzunehmen.


Hinweise:

Bitte melden Sie sich für die Fachtagung mit Angabe Ihrer Anschrift und Redaktion per E-Mail (pressestelle(at)dbkdbk.dbkde) an. Den Link zur Video-Tagung senden wir allen angemeldeten Medienvertretern einen Tag vorher zu. Bitte beachten Sie: Sie können die Tagung nur mit dem entsprechenden Link live auf Zoom verfolgen!
Das Programm der Fachtagung ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Treffen von Zentralrat der Juden und Deutscher Bischofskonferenz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 16. Oktober 2020 - 9:13

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, wird am kommenden Dienstag (20. Oktober 2020) in Limburg erstmals mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zusammentreffen. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die Begegnung erst jetzt möglich geworden.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zum Auftakt des Gesprächs zu einem Fototermin eingeladen, der am Dienstag, 20. Oktober 2020, um 14.00 Uhr im Bischofshaus (Bischofsplatz 7, 65549 Limburg) stattfindet. Wir bitten Sie um eine kurze formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.

Aufruf der deutschen Bischöfe zum Weltmissionssonntag am 25. Oktober 2020

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Oktober 2020 - 16:07

Liebe Schwestern und Brüder,

„Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5,9). Diese Seligpreisung Jesu ist das Leitwort zum Monat der Weltmission 2020. Auch in unserer Zeit ist sie hoch aktuell. Wie schwer ist es doch, Frieden zu halten und zu fördern!

Die diesjährige Aktion der missio-Werke lenkt den Blick auf Westafrika. In dieser Region lebten lange Zeit Menschen verschiedener Religionen und Ethnien friedlich zusammen. Gegenwärtig wird sie aber immer mehr zum Schauplatz von Anschlägen und Übergriffen. Mit Sorge nehmen wir wahr, wie dort Konflikte religiös aufgeladen werden, um Menschen gegeneinander aufzubringen und Gewalt anzufachen. Durch die Corona-Pandemie haben sich die Lebensbedingungen der Menschen zusätzlich verschlechtert.

Die Kirchen in Westafrika setzen sich durch interreligiöse Zusammenarbeit gegen den Missbrauch von Religion ein. Sie helfen, dass Konfliktparteien aufeinander zugehen und miteinander sprechen. Wo Menschen sich auf die Friedensbotschaft ihrer Religion besinnen, können sie gemeinsam Konflikte lösen, weichen verhärtete Fronten auf und Frieden wird möglich.

„Selig, die Frieden stiften.“ Mitten in unserer von Unfrieden geplagten Welt beruft und befähigt Gott Menschen, Friedensstifter zu sein. Wir bitten Sie: Setzen Sie am Weltmissionssonntag ein Zeichen. Beten Sie für unsere Schwestern und Brüder, die sich aktiv für Frieden und Versöhnung einsetzen! Unterstützen Sie bei der Kollekte am kommenden Sonntag die wichtigen Initiativen von missio!

Hinweise:

Dieser Aufruf soll am Sonntag, 18. Oktober 2020, in allen Gottesdiensten (auch am Vorabend) verlesen werden. Der Ertrag der Kollekte am 25. Oktober 2020 ist ausschließlich für die Päpstlichen Missionswerke missio in Aachen und München bestimmt.

Weitere Informationen sind auf www.missio-hilft.de/mitmachen/weltmissionssonntag-2020 verfügbar.

Der Aufruf sowie die Durchführungshinweise zur Kollekte stehen auch als pdf-Dateien unter www.dbk.de/katholische-kirche/aufgaben/aufrufe-der-deutschen-bischoefe bereit.

Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und Einrichtungen der katholischen Kirche

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Oktober 2020 - 8:55

Die VG Musikedition und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) haben erstmals einen Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen der katholischen Kirche unterzeichnet.

Zwischen dem VDD und der VG Musikedition besteht seit vielen Jahren ein Pauschalvertrag, der es den katholischen Kirchengemeinden ermöglicht, ohne gesonderte Genehmigung (analoge) Fotokopien für den Gemeindegesang im Gottesdienst zu verwenden. Mit dem jetzt unterzeichneten Gesamtvertrag haben Gemeinden und sonstige Einrichtungen der katholischen Kirche nach Abschluss eines verwaltungseinfachen und kostengünstigen Lizenzvertrages die Möglichkeit, (auch digitale) Vervielfältigungen inklusive Beamernutzungen von Noten und Liedtexten herzustellen. Das gilt zum Beispiel für Gottesdienste und weitere Gemeindeveranstaltungen, in Kinderbetreuungseinrichtungen, Aus-, Weiter- und Familienbildungsstätten oder in Einrichtungen der Altenpflege.

Christian Krauß, Geschäftsführer der VG Musikedition, erklärt zum Vertragsabschluss: „Wir freuen uns, dass nun ein rechtlicher Rahmen existiert, der die Lizenzierung von analogen wie digitalen Vervielfältigungen außerhalb des bestehenden Pauschalvertrages regelt. Vor dem Hintergrund des vereinfachten Rechteerwerbs und des vertraglich vereinbarten Nachlasses in Höhe von 20 Prozent für sämtliche Nutzungen sind wir sicher, dass den Gemeinden und Einrichtungen der katholischen Kirche nun ein attraktives Angebot zum legalen Vervielfältigen von Noten und Liedtexten vorliegt.“

Der Geschäftsführer des VDD, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, erläutert angesichts der Regelung mit der VG Musikedition: „Durch den Gesamtvertrag erhalten ohne Ausnahme alle Einrichtungen der katholischen Kirche einen Nachlass in Höhe von 20 Prozent auf die noch lizenzpflichtigen Vervielfältigungsvorgänge. Ich hoffe, dass dieser Vertrag auch einen Beitrag zu mehr Flexibilität in der Vorbereitung und Durchführung von liturgischen Feiern und kirchlichen Veranstaltungen leisten kann.“


Hintergrund

Die VG Musikedition nimmt unter anderem zahlreiche grafische Vervielfältigungsrechte, Abdruckrechte, gesetzliche Vergütungsansprüche sowie die Rechte an wissenschaftlichen Ausgaben und Erstausgaben für Musikverlage, Komponisten, Textdichter und musikwissenschaftliche Herausgeber wahr. Der VDD ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen (Erz-)Diözesen zusammengeschlossen.


Hinweise:

Weitere Informationen zu melde- und vergütungspflichtigen Nutzungen sowie zum Antragsformular (Meldebogen) für eine Lizenz:
https://dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/VDD/2020-10-08_VG-Musikedition_Meldebogen.pdf.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Handreichung zur Pastoral für Gläubige katholischer Ostkirchen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. Oktober 2020 - 9:35

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (13. Oktober 2020) eine Handreichung zum seelsorglichen Umgang mit Angehörigen der katholischen Ostkirchen mit dem Titel Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Reihe kleinerer, vorwiegend in Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten vertretener katholischer Kirchen, die sich durch je eigene liturgische und rechtliche Traditionen auszeichnen. Gemeinsam mit der hierzulande mehrheitlich vertretenen „lateinischen“ Kirche gehören sie zur katholischen Kirche und erkennen die Leitung durch den Papst in Rom an.

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), und der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen der mit Rom verbundenen Ostkirchen, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (Paderborn), erläutern im Vorwort der Handreichung: „Durch die Zuwanderung von Geflüchteten und Migranten verändert sich die katholische Kirche in Deutschland. Das Leben in unseren Kirchengemeinden ist vielfältiger geworden – auch durch Gläubige aus den katholischen Ostkirchen, die bei uns Heimat suchen und gefunden haben.“

In der pastoralen Praxis stellen sich in diesem Zusammenhang immer wieder Fragen, die vom Aufeinandertreffen des lateinischen Kirchenrechts mit dem Recht der katholischen Ostkirchen herrühren. Mit dem heute veröffentlichten Dokument Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen erhalten die in der Seelsorge Tätigen dazu eine Orientierung. Es finden sich Hinweise zur Spendung und zum Empfang der Sakramente sowie zu weiteren konkreten Fragen des Umgangs mit Angehörigen katholischer Ostkirchen im kirchlichen Leben.

„Wir hoffen, dass diese Handreichung eine kleine Hilfe bietet, um die Vielfalt der Traditionen der katholischen Kirche auch in Deutschland lebendig zu erhalten“, schreiben Erzbischof Heße und Weihbischof Meier in ihrem Vorwort. „So können sich die Migranten und Geflüchteten in unsere Gemeinschaft integrieren, ohne ihre eigene Identität zu verlieren.“


Hinweis:

Das Dokument Kirchenrechtliche Fragen in der pastoralen Praxis mit Gläubigen der katholischen Ostkirchen ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann es auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Arbeitshilfen Nr. 316) bestellt werden.

Stellungnahme von Bischof Oster zum „Monitor Jugendarmut“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. Oktober 2020 - 14:23

Zu dem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KSJ) am 8. Oktober 2020 veröffentlichten „Monitor Jugendarmut“ erklärt der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau):

„‘Wir sind überzeugt, dass die Zukunft der Gesellschaft davon abhängt, welche Perspektiven und Chancen sie jungen Menschen eröffnet.‘ So heißt es im neuen Monitor Jugendarmut. Diese Überzeugung teile ich, teilen wir als Kirche uneingeschränkt. Ich bin daher dankbar für diesen Monitor, der uns die Situation benachteiligter junger Menschen bei uns besser verstehen lässt. Mit Sorge betrachten wir die Befunde, die in hier zusammengestellt wurden. Etwa 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland waren schon vor der Pandemie von Armut bedroht. Die meisten von ihnen leben in Haushalten, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Das Arbeitsministerium schätzt nun, dass die Zahl der Haushalte mit Grundsicherung durch die Corona-Krise noch um 1,2 Millionen steigen wird.

Die Folgen sind dramatisch, schon in den vergangenen Monaten fehlte es in vielen Familien an den finanziellen und technischen Möglichkeiten, um zum Beispiel an Homeschooling und digitalem Unterricht überhaupt in einem ausreichenden Maß teilnehmen zu können. Eine Digitalisierung des Unterrichts darf aber Kinder und Jugendliche nicht ausschließen. Auch die gegenwärtige Krise der Wirtschaft trifft junge Menschen besonders hart: Es fehlen tausende Ausbildungsplätze und die Jugendarbeitslosigkeit steigt in ganz Europa im erschreckenden Ausmaß – und sie steigt auch bei uns in Deutschland.

Ausgerechnet Jugendliche und junge Erwachsene, die eigentlich doch voller Zuversicht in eine Ausbildung oder in ein Studium starten sollten, sind von Armut bedroht wie keine andere Altersgruppe! Jeder vierte junge Mensch bei uns erlebt Armut alltäglich, und diese wirkt sich auf das gesamte Leben, auf ihre Gesundheit und ihre Bildungschancen aus. Keine Krise darf aber dazu führen, dass Kinder und Jugendliche als erste oder gar noch mehr abgehängt werden. Unsere Gesellschaft und unsere Hilfesysteme dürfen gerade junge Menschen nicht im Stich lassen.

Wir brauchen weiterhin eine starke Kinder- und Jugendhilfe, die auch in diesen Zeiten armutsgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen und individuell fördern kann. Eine staatliche Grundsicherung für die Familien muss immer so ausgestattet sein, dass sie Kinder und Jugendliche besonders fördert und nicht in eine Armutsspirale treibt oder eine Armutsspirale nur fortsetzt. Die Wirtschaft ist gefordert, auch in Krisenzeiten ausreichend Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen bereitzustellen. Wo dies nicht oder ungenügend gelingt, brauchen wir verstärkt außerbetriebliche Angebote. Ich schließe mich hier der Auffassung der Bundesgemeinschaft und ihrer Vorsitzenden Lisi Maier an: Junge Menschen haben ein Recht auf Zukunft und ein Recht auf Ausbildung und Teilhabe. Dafür steht und streitet auch die katholische Jugendsozialarbeit.

Besonders eindrücklich für mich sind in diesem Monitor aber nicht allein die Fakten und Zahlen sondern auch die Eindrücke aus der praktischen Jugendsozialarbeit wie aus dem Don Bosco Jugendwerk in Nürnberg, hier beispielhaft die Geschichte von Steffen. Wie junge Menschen in prekären Lebenssituationen dann doch wieder selber Mut fassen und ermutigt werden, durch Menschen, die sie stützen und begleiten und dann ihre erste, zweite, dritte oder vielleicht auch erst die vierte Chance ergreifen, dies wird hier eindrücklich deutlich – begleitet von engagierten Menschen, die ein Herz haben für Jugendliche in Not. Daher bin ich der Überzeugung, dass wir als Kirche gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Kräften mithelfen müssen, dass junge Menschen positiv in ihre persönliche und berufliche Zukunft schauen können. Und ich danke besonders denjenigen, die sich in den Einrichtungen und Strukturen der Jugendsozialarbeit für junge Menschen engagieren und sich als Anwälte für die Interessen der jungen Generation einsetzen. Als Glaubende geben wir schließlich auch ein Zeugnis dafür, dass unser Gott ein besonderes Herz für junge Menschen und deren gelingendes Leben hat.“

Hinweis:
Der Monitor Jugendarmut sowie weitere Materialien zum Thema sind auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. unter www.bagkjs.de verfügbar.

Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde“ als Broschüre erschienen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. Oktober 2020 - 10:27

Die am 20. Juli 2020 von der Kleruskongregation im Vatikan veröffentlichte Instruktion Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche ist ab sofort als Broschüre verfügbar. In der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Schriftenreihe Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls (Nr. 226) kann die Instruktion über www.dbk.de bestellt werden.

Zuletzt hatte sich die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (22.-24. September 2020) mit der Instruktion befasst. In dem Dokument werden Fragen behandelt, die die (Erz-)Diözesen zum Teil schon seit Längerem beschäftigen. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie sich die Zusammenarbeit von Klerikern und Laien auch in Leitungsaufgaben gestaltet oder wie Seelsorge in kleiner werdenden Kerngemeinden bei gleichzeitiger Offenheit für das gesellschaftliche Umfeld gelingen kann. Es geht um Profile und Kompetenzen von Priestern und Laien, Frauen und Männern in der Kirche, aber auch um die Frage, wie die Kirche ihre Grundaufgaben in der Verkündigung, Liturgie und Caritas in den sich verändernden gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten gestalten will.

Hinweis:
Die Instruktion Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche ist in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen verfügbar und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 226) bestellt werden.

Kirche im Mentoring: Neue Leitung – Teilnehmerinnenzahl steigt weiter – Leitung in Pastoral bleibt Thema

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. Oktober 2020 - 11:57

Mit einer neuen Projektleiterin startet der dritte Durchgang des Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche. Stephanie Feder (40), bislang in der Personalentwicklung der Pastoralen Dienste des Erzbistums Köln tätig, löst Alexandra Schmitz (46) ab, die sich neuen beruflichen Herausforderungen im Bereich Diversität und Führung widmen wird. Das Programm wird vom Hildegardis-Verein in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt.

Die gebürtige Berlinerin Stephanie Feder studierte in Münster katholische Theologie. Seit 2013 war sie unter anderem in der Priesterfortbildung tätig; sie bringt umfangreiche Erfahrungen in der systemischen Organisationsentwicklung mit. „Kirche im Mentoring“ kennt sie gut: Stephanie Feder nahm bis Juni 2020 selbst als Mentee am Programm teil. „Ich freue ich mich darauf, viele talentierte, führungsinteressierte und motivierte Frauen kennenzulernen und diese begleiten zu dürfen“, sagte sie.

„Mit Stephanie Feder haben wir die richtige Frau gefunden, die unser erfolgreiches Projekt ‚Kirche im Mentoring‘ fortführen und weiterentwickeln wird“, erklärte die Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins, Birgit Mock. „Unser großer Dank gilt Alexandra Schmitz, die ‚Kirche im Mentoring‘ mit konzipiert und von Anfang an durchgeführt hat. Sie hat dem Programm ein Gesicht verliehen und mehr als 100 Tandems intensiv begleitet.“ Mit den Personalverantwortlichen aus den beteiligten Bistümern und Organisationen habe Schmitz ein bundesweites Fachforum für geschlechtergerechte Personal- und Organisationsentwicklung aufgebaut, so Mock.

Ehemalige Mentee ist nun Mentorin – Zahl der Seelsorgerinnen steigt
Die Nachfrage nach dem Mentoring-Programm steigt seit seinem Start 2015 stetig: 64 Frauen nehmen am dritten Durchgang (2020–2022) teil, der zunächst für nur 40 Plätze ausgeschrieben war. Aufgrund der hohen Resonanz hat der Hildegardis-Verein auch die Anzahl der Tandemgruppen von zwei auf vier verdoppelt. Für 31 Frauen beginnt nun das Mentoring-Jahr, 33 weitere Tandems starten im Sommer 2021.

Geschäftsführerin Mock freut sich, dass einige der ehemaligen Mentees inzwischen beruflich aufgestiegen sind: Eine von ihnen begleitet aktuell als Mentorin eine junge Frau aus ihrem Bistum. Mock hebt zudem die wachsende Zahl an Teilnehmerinnen aus der pastoralen Arbeit hervor. „Gemeindereferentinnen, Pastoralreferentinnen und weitere Seelsorgerinnen, die bereit sind, Leitungsaufgaben in der Kirche übernehmen – das ist ein aktuelles und relevantes Thema für uns als Kirche.“

Ins Programm neu eingestiegen sind die Bistümer Eichstätt und Fulda sowie das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Die Zahl der (Erz-)Bistümer, die Frauen zum Mentoring-Programm entsenden, ist auf 21 angewachsen. Zudem sind insgesamt sechs Hilfswerke und zwei Diözesan-Caritasverbände beteiligt. Seit dem Start haben 94 Frauen das einjährige Mentoring-Programm erfolgreich absolviert.

Nachdem das letzte Abschlussseminar im Zuge der Beschränkungen der Corona-Pandemie digital stattgefunden hatte, konnten die beiden neuen Gruppen nun mit Präsenzveranstaltungen starten. Von Montag bis heute (5. bis 7. Oktober 2020) fand die Auftaktveranstaltung für 14 Tandems statt. 17 weitere Frauen sowie ihre Mentoren und Mentorinnen sind Mitte September 2020 im Kloster Oberzell im Bistum Würzburg gestartet.

Die 31 neuen Mentees kommen aus den (Erz-)Bistümern Aachen (3 Tandems), Augsburg (2), Bamberg (1), Berlin (1), Dresden-Meißen (2), Eichstätt (2), Freiburg (2), Fulda (1), Köln (3), Limburg (2), München und Freising (3), Paderborn (2), Trier (2) sowie den Hilfswerken Agiamondo (1), Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ (1), Misereor (1), Missio (1) und Renovabis (1).

Hintergrund
„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt. Die Förderung durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken erleichtert Bistümern in der Diaspora die Teilnahme. Das weltweit bislang einzigartige Mentoring-Programm zielt darauf, dass der Frauenanteil in den Führungspositionen der deutschen Diözesen auf ein Drittel und mehr steigt. Es will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen. „Kirche im Mentoring“ schafft einen Pool von Nachwuchskräften, auf den alle Bistümer zurückgreifen können. Das Programm wird gemeinsam und kontinuierlich von Vertreterinnen des Hildegardis-Vereins, der Deutschen Bischofskonferenz und der beteiligten Organisationen gesteuert und weiterentwickelt.

Hinweis:
Ein Pressefoto von Alexandra Schmitz und Stephanie Feder in hoher Auflösung ist unter Nennung des Copyrights (Jasmin Breidenbach/www.jasminbreidenbach.de/Hildegardis-Verein) unter dieser Pressemitteilung kostenfrei zum Herunterladen verfügbar.

Vorschläge zum Migrations- und Asylpaket der Bundesregierung

In der morgigen (8. Oktober 2020) Videokonferenz der EU-Innenminister steht ein erster Gedankenaustausch über die neuen Vorschläge der EU-Kommission vom 23. September 2020 für ein Migrations- und Asylpaket auf der Tagesordnung. Das Paket soll einen Neustart in der zwischen den EU-Mitgliedstaaten festgefahrenen Debatte begründen. Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Martin Dutzmann, und der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin, Prälat Dr. Karl Jüsten, rufen die Minister dazu auf, über die neuen Vorschläge der EU-Kommission eine konstruktive Debatte zu führen.

„Der den Vorschlägen der EU-Kommission zugrundeliegende Ansatz, den europäischen Zusammenhalt auch bei den kontroversen Themen Asyl und Migration zu stärken und die Debatte zu versachlichen, ist dabei ausdrücklich zu begrüßen“, erklärt Prälat Dutzmann. „Bedauerlicherweise hält aber die neue Verordnung für Asyl- und Migrationsmanagement an dem Grundsatz der bisherigen Dublin-Verordnung fest, dass nämlich für die Durchführung des Asylverfahrens in aller Regel der Staat der ersten Einreise zuständig ist. Genau dies ist jedoch einer der großen Problempunkte in der aktuellen Praxis des Dublin-Systems“, ergänzt Prälat Jüsten.

Danach bliebe es dabei, dass die Asylverfahren im Wesentlichen in den Außengrenzstaaten durchgeführt und auch von diesen verantwortet werden. Das neu geschaffene beschleunigte Grenzverfahren rufe im Übrigen zahlreiche Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Rechtsberatung und adäquaten effektiven Rechtsschutzmöglichkeiten hervor, so die beiden Prälaten. Es sei nicht erkennbar, wie zukünftig Verhältnisse, wie wir sie aktuell von den griechischen Inseln kennen, verhindert werden sollen. Es bestehe zudem die Gefahr, dass sich durch die bis zu zwölf Wochen dauernden Asylgrenzverfahren haftähnliche Zustände verfestigen. Auch der neue Solidaritätsmechanismus mit einem neuen Element der Rückkehrförderung wirft diesbezüglich viele praktische Fragen auf.

„Insgesamt liegt der Fokus des Pakets sehr stark auf mehr Außengrenzschutz, beschleunigten Grenzverfahren und Rückführungen“, so Prälat Dutzmann. „Wir erkennen aber auch positive Elemente, wie das verstärkte Augenmerk auf besonders vulnerable Gruppen oder die geplante Erweiterung des Familienbegriffs im Rahmen der neuen Verordnung für Asyl- und Migrationsmanagement“, stellt Prälat Jüsten fest.

Die beiden Prälaten geben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Vorschlag der Kommission die blockierte Debatte über ein gemeinsames europäisches Asylsystem wiederbeleben kann und appellieren an die Verantwortlichen, bei dem Ringen um Kompromisse die Bedürfnisse der Schutzsuchenden und die Einhaltung des Flüchtlingsrechts nicht aus den Augen zu verlieren.

„Gemeinsam am Tisch des Herrn“ – Ein Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. Oktober 2020 - 14:35

Am 11. September 2019 ist das Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Es ist in der Folge in der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert worden. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht das Dokument als eine theologisch konsequente Fortsetzung auf dem gemeinsamen Weg, den die evangelische und die römisch-katholische Kirche zusammen mit anderen Konfessionen mit ihrer wechselseitigen Anerkennung der Taufe 2007 beschritten haben.

Der Kontaktgesprächskreis, ein Zusammenschluss von Mitgliedern des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, hat am 6. Mai 2020 eine gemeinsame „Würdigung“ des ÖAK-Votums beraten. Diese sollte gemäß Tagesordnung Gegenstand einer Aussprache der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz Ende September 2020 in Fulda sein. Die Vollversammlung hat – aus Respekt vor einem kurzfristig erfolgten Einspruch des Vatikans – keine Abstimmung über die „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises vorgenommen. In der Anlage wird der Text der „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises veröffentlicht.

Hintergrund
Zum Kontaktgesprächskreis gehören von katholischer Seite: Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof Dr. Georg Bätzing, Bischof Dr. Gerhard Feige, Kardinal Reinhard Marx, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger sowie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Von evangelischer Seite gehören zum Kontaktgesprächskreis: Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Bischöfin Kirsten Fehrs, Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt, Prof. Dr. Jacob Joussen, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, Dr. h. c. Christian Schad, Präses Dr. Irmgard Schwaetzer.

Hinweis:
Die „Würdigung“ des Kontaktgesprächskreises ist unten sowie unter www.ekd.de als pdf-Datei verfügbar.

Papst Franziskus veröffentlicht Sozialenzyklika „Fratelli tutti“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. Oktober 2020 - 12:24

Papst Franziskus hat heute (4. Oktober 2020) im Vatikan seine Enzyklika Fratelli tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft veröffentlicht. Zentrale Aussage des Papstes ist der Wunsch, einen Planeten zu haben, der allen Menschen Land, Heimat und Arbeit biete.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, stellte die Enzyklika bei einer Pressekonferenz in Limburg vor und würdigte sie als einen „eindringlichen Appell für weltweite Solidarität und internationale Zusammenarbeit.“ Papst Franziskus wende sich insbesondere gegen nationale Abschottung und rege an, über eine „Ethik der internationalen Beziehungen“ nachzudenken. Hier, so Bischof Bätzing, sehe der Papst die Christen in der Verantwortung, keine neuen Mauern zu errichten und daran zu arbeiten, bestehende Hindernisse einzureißen. Geschwisterlichkeit sei für Papst Franziskus eine „Liebe, die alle politischen und räumlichen Grenzen übersteigt“ und weit entfernte Menschen genauso achte wie Menschen in unmittelbarer Nähe. Es gehe, betonte Bischof Bätzing, im Kern um die Würde des Menschen, die sich aus der Gottesebenbildlichkeit heraus begründe. „Die Enzyklika ist ein Weck-, Mahn- und Hoffnungsruf: Ein Weckruf, dass wir zueinander finden. Ein Mahnruf, dass wir den Nächsten nicht vergessen. Ein Hoffnungsruf, der uns auffordert, Mauern niederzureißen und Zusammenhalt zu stärken“, sagte Bischof Bätzing.

Besonders eindrucksvoll sei, dass der Papst in der Enzyklika trotz einer teilweise mit harten Worten formulierten Analyse der Welt die Hoffnung nicht verliere. Das zeige sich unter anderem in der neuen Wertschätzung für viele Menschen, die in der Corona-Pandemie großes Engagement bewiesen und in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert hätten, so Bischof Bätzing.

Die Vielfalt der welt- und friedenspolitischen Themen, die der Papst in der Enzyklika nenne, mache deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen den Nationen, Gesellschaften und vor allem auch Religionen sei. „Papst Franziskus unterstreicht die notwendige Rückkehr zu einer ‚Kultur der Begegnung‘ und zu echten Dialogen, weg von den ‚parallel verlaufenden Monologen‘, die derzeit häufig ablaufen“, sagte Bischof Bätzing. „Der echte und aufrichtige Dialog ist auch für die Kirche in Deutschland auf dem Synodalen Weg die Richtschnur.“

Papst Franziskus, so Bischof Bätzing, setze sich für Chancengerechtigkeit, soziale Inklusion und Teilhabegerechtigkeit ein. „Die Deutsche Bischofskonferenz fühlt sich damit bestätigt in ihrem Engagement der zurückliegenden 25 Jahre, in dem sie sich immer wieder zu gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen geäußert hat und für diese sozialethischen Werte und Ziele eingetreten ist. Die Kirche steht in der Pflicht, sich in gesellschaftliche und politische Diskussionen und Entscheidungsprozesse einzubringen. Dazu fordert die Enzyklika uns weiterhin auf“, so Bischof Bätzing.

Hintergrund:
Eine Enzyklika (gr. kyklos = Kreis) ist ein Päpstliches Rundschreiben an einen Teil oder an alle Bischöfe sowie an alle Gläubigen, oft auch an alle Menschen guten Willens. Sie befasst sich mit Gegenständen der Glaubens- und Sittenlehre, der Philosophie, der Sozial-, Staats- und Wirtschaftslehre sowie der Disziplin und der Kirchenpolitik. Päpstliche Rundschreiben sind Ausdruck oberster Lehrgewalt des Papstes, aber keine „unfehlbaren“ Lehräußerungen. Sie wurden von Papst Benedikt XIV. (1740–1758) eingeführt. Die meist lateinischen Anfangsworte bilden den Titel der Enzyklika.

Papst Franziskus hat bisher zwei Enzykliken veröffentlicht: Am 29. Juni 2013 erschien die Enzyklika Lumen fidei – Über den Glauben und am 24. Mai 2015 die Enzyklika Laudato si' – Über die Sorge für das gemeinsame Haus.

Hinweis:
Die Statements von Bischof Georg Bätzing und Prof. Ursula Nothelle-Wildfeuer sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar. Die Enzyklika im Volltext finden Sie auf der Vatikan-Seite. Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz wird in Kürze den Text Fratelli tutti als Broschüre in der Reihe Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 227 herausgeben. Diese kann ab sofort im Shop bestellt werden. Weitere Informationen und Materialien zur Enzyklika finden Sie auf der entsprechenden Themenseite.

Cusanuswerk zeichnet herausragende Musikerinnen und Musiker aus

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. Oktober 2020 - 15:05

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk hat heute (2. Oktober 2020) vier herausragende junge Musikerinnen und Musiker ausgezeichnet. Im Rahmen eines Preisträgerkonzertes des Cusanuswerks im Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses erhielten Anna-Doris Capitelli (Gesang), Anna Isabella Handler (Klavier und Dirigat), Leo Herzog (Akkordeon) und Marcel Mok (Klavier) den erstmals ausgelobten „Maria-Ladenburger-Förderpreis für Musik“.

Der Preis wird nach der diesjährigen Premiere künftig alle zwei Jahre an Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks verliehen. Er geht auf eine Initiative der Familie Friederike und Dr. Clemens Ladenburger zurück und erinnert an ihre Tochter Maria, die bis zu ihrem gewaltsamen Tod im Jahr 2016 in Freiburg Stipendiatin des Cusanuswerks war.

Kooperationspartner des Preises sind neben der Familie und dem Cusanuswerk die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk und die Deutsche Bischofskonferenz. Unterstützt wurde die Preisverleihung durch den WDR, der das Konzert aufgezeichnet hat, und die Deutsche Grammophon.

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Bewusst am Vorabend des 30-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit wurde die Auszeichnung im Jahr des Beethovenjubiläums vergeben. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“, dem Jahresthema des Cusanuswerks. Das Motto greift eine Leitidee der Europäischen Union auf – ein wiederkehrendes Motiv im Denken des Namensgebers des Begabtenförderungswerks, des humanistischen Philosophen und Theologen Nicolaus Cusanus (1401–1464). Dieser Tradition folgend stellte das Konzert die Vielfalt der musikalischen Talente und Begabungen im Cusanuswerk vor. Es zeigte, dass der Anspruch des Cusanuswerks, Erprobungsraum für Dialog und Zusammenhalt in Kirche und Gesellschaft zu sein, besonders eindrucksvoll auch in der Musik zur Geltung kommt.

„Wo in den Künsten ist schon Zusammenhalt – oder, wie ich sagen möchte, Einheit mit Vielfalt – großartiger realisiert als in der Musik: in den Werken, im Ensemble, in der ganzen Sphäre der musikalischen Kultur?“ So umschreibt Prof. Dr. Georg Braungart, der Leiter des Cusanuswerks, die symbolische Bedeutung dieses Ereignisses. „Die Gesellschaft und auch die Kirche brauchen Brückenbauer, brauchen Menschen, die Lagerdenken überwinden und Versöhnung unterstützen“, betont Dr. Thomas Scheidtweiler, Generalsekretär des Cusanuswerks. Das Cusanuswerk habe sich zum Ziel gesetzt, mit der Konzertreihe dazu einen Beitrag zu leisten. Im Blick auf die weithin bekannten Umstände des Todes seiner Tochter Maria zitiert Clemens Ladenburger Yehudi Menuhin mit den Worten: „Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude.“ Den jungen Musikerinnen und Musikern gab er in diesem Sinne einen Wunsch mit auf den Weg: „Möge Ihnen das Bewusstsein, dass Sie Ihren Mitmenschen viel Kraft geben können, immer Motivation auf Ihrem eigenen künstlerischen Weg sein.“ Der Sprecher der Jury und ehemalige Rektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Prof. Josef Protschka, hob bereits nach der Jurysitzung das beeindruckende Niveau aller Bewerbungen hervor: „Dieses hat eine Entscheidung für die letztendlich gewählten Preisträger sehr erschwert, unterstreicht andererseits besonders die Brillanz der vier Gewinnerinnen und Gewinner.“



Hintergrund
Mit dem Preis will die Familie Ladenburger im Gedenken an ihre Tochter etwas von dem zurückgeben, was sie in der Gemeinschaft der Cusanerinnen und Cusaner an Bildung und spiritueller Prägung empfangen durfte. 2019 wurde der Maria-Ladenburger-Fonds gegründet; er dient der Finanzierung des Förderpreises und kann durch zweckgebundene Spenden unterstützt werden. Nähere Informationen: https://stiftung.cusanuswerk.de/wir-ueber-uns/stiftungsfonds.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte durch eine Fachjury, bestehend aus Prof. Josef Protschka (Mitglied im Auswahlgremium für die Musikerförderung des Cusanuswerks und Rektor em. der Hochschule für Musik und Tanz Köln), Valérie Groß (Direktorin für Vokal- und Opernproduktion der Deutschen Grammophon), Prof. Volker Jacobsen (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Dr. Jakob Johannes Koch (Referent für Kunst, Kultur und Erwachsenenbildung im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz), Christine Lemke-Matwey (Feuilleton Die Zeit) und Prof. Dr. Florian Uhlig (Musikhochschule Lübeck).

Mit der Auszeichnung verbunden sind neben einem „Meisterkurs-Stipendium“ in Höhe von 2.000 die Aufzeichnung des Konzerts durch den WDR, die Finanzierung von Studioaufnahmen und die Realisierung eines gemeinsamen CD-Projekts aller vier Preisträgerinnen und Preisträger. Zudem stellt die Deutsche Grammophon einen Sachpreis zur Verfügung.

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits mehr als 10.000 hochbegabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Das Cusanuswerk wurde 2019 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Recognized for Excellence – 4 star“ ausgezeichnet.





Hinweise:

Biographien der Preisträger finden Sie untenstehend als pdf-Datei. Kostenfreie Pressefotos der Preisträger sind unter Nennung der Copyrightangaben als Download in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung verfügbar. Ebenfalls dort sind nach der Veranstaltung Fotos der Preisverleihung zu finden.

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