Augenblicke der Besinnung

Die Reinheit ist ein Geschenk des Himmels.
Man muss sie von Gott erbitten.
Wenn wir darum bitten,
werden wir sie erhalten.

Johannes Maria Vianney - Pfarrer von Ars













Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum

Newsfeed Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum abonnieren
Aktualisiert: vor 1 Stunde 3 Minuten

Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz reist nach Äthiopien

vor 8 Stunden 53 Minuten

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), reist heute (20. Mai 2019) nach Äthiopien. Bis zum 24. Mai 2019 wird er sich dort über die Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen informieren.

Zu Beginn seiner Reise erklärt Erzbischof Heße: „Mit etwa einer Million Flüchtlingen ist Äthiopien das zweitwichtigste Aufnahmeland Afrikas. Hinzu kommen etwa drei Millionen Äthiopier, die infolge von Konflikten innerhalb ihres eigenen Landes Schutz suchen. Ich reise nach Äthiopien, um zu lernen. Wie bewältigt eine Gesellschaft die Herausforderungen von Flucht und Migration, gerade unter widrigen Bedingungen? Und ich reise nach Äthiopien, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen: mit all jenen, die in dem ostafrikanischen Land Schutz suchen, und mit all jenen, die ihnen zur Seite stehen.“

Im Zentrum der Reise wird die Begegnung mit Geflüchteten stehen. So wird Erzbischof Heße in Nordäthiopien ein Lager für eritreische Flüchtlinge besuchen, in der Region Gambella mit Geflüchteten aus dem Südsudan zusammenkommen und sich in der Nähe von Gondar über die Lage der Binnenvertriebenen informieren. Gleichzeitig wird der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen Gespräche mit kirchlichen Verantwortungsträgern führen, darunter mit dem Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel CM, dem Bischof der Eparchie Bahir Dar-Dessie, Lisane-Christos Matheos Semahun, Priestern der Eparchie Adigrat sowie Vertretern der Jesuiten und Salesianer Don Boscos. Das Programm bietet zudem Gelegenheit zum Austausch mit der deutschen Botschafterin Brita Wagener, mit Vertretern der äthiopischen Regierung, der Afrikanischen Union, des äthiopischen Flüchtlingsamts ARRA, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie mit Experten des Alumni-Netzwerkes des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD).

Als eines der ersten Länder weltweit implementiert Äthiopien den sogenannten „Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen“ (CRRF), einen zentralen Bestandteil des Globalen Flüchtlingspakts, der im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung in New York angenommen wurde. Obgleich Katholiken in Äthiopien nur eine kleine Minderheit sind, leisten katholische Initiativen in dem Land einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen.


Wichtige Hinweise für Medienvertreter:

Alle Informationen zur Reise sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter Reise nach Äthiopien verfügbar.
Kürzere Interviews mit Erzbischof Heße sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).
Fotos der Reise in Druckqualität sind kostenfrei verfügbar. Die Foto-Auswahl wird während der Reise ständig erweitert.
Link zur Foto-Auswahl: https://gallery.joernneumann.de/dbk_reise_aethiopien 
Die Copyright-Angabe ist: © Deutsche Bischofskonferenz/Jörn Neumann.

Bischof Feige beendet Reise nach Armenien

17. Mai 2019 - 8:47

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), ist heute (17. Mai 2019) von einer Reise nach Armenien  zurückgekehrt. Er zeigte sich beeindruckt von der Aufbauarbeit, die die Armenische Apostolische Kirche in der Zeit seit der Selbständigkeit des Landes 1991 geleistet hat. „Die starke christliche Prägung Armeniens hat in der Sowjetzeit keinen nachhaltigen Schaden genommen. Die Kirche arbeitet heute mit großem pastoralen und sozialen Einsatz, damit der christliche Glaube in der Gesellschaft lebendig bleibt und an künftige Generationen weitergegeben wird“, so Bischof Feige.

Bischof Feige war gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ökumenekommission, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim), auf Einladung des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II., in der ehemaligen Sowjetrepublik zu Gast. Er zeigte sich überzeugt, dass die Begegnung mit dem Patriarchen und die Gespräche mit weiteren Vertretern der Armenischen Apostolischen Kirche auf vielfältige Weise dazu beitragen, die guten Beziehungen weiterzuentwickeln. „Durch meinen Aufenthalt in Armenien habe ich unmittelbar erfahren, wie sehr der christliche Glaube und das armenische Volk miteinander verbunden sind. Dazu gehörte auch das Kennenlernen der armenischen Kultur, in der das christliche Erbe tiefe Spuren hinterlassen hat. Auf diese Weise wächst das Verständnis füreinander und so die Gemeinschaft unter uns“, so Bischof Feige.

Zum Besuchsprogramm gehörte auch ein Besuch der Genozidgedenkstätte Zizernakaberd in der Hauptstadt Yerevan, wo die katholische Delegation mit dem neu geweihten Bischof und Primas der Armenischen Kirche in Deutschland, Serovpé Isakhanyan, eine Andacht im Gedenken an die Opfer des Genozids feierte. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Bischof Feige die Worte: „In schmerzlicher Erinnerung an das unfassbare Leid zahlloser Menschen bete ich an diesem Ort zu Gott, dass es nie wieder eine solche Tragödie geben wird. Möge die ehrliche Aufarbeitung der schrecklichen Verbrechen von damals Wege in eine versöhnte Zukunft eröffnen.“ Weihbischof Schwerdtfeger erklärte nach dem Besuch der Gedenkstätte: „Die Tage in Armenien haben mir noch bewusster gemacht, wie neben der christlichen Tradition die Erinnerung an den Genozid für die Identität des armenischen Volkes offensichtlich sehr wichtig ist. Es ist gut, dass es einen Ort gibt, wo die Erinnerung wachgehalten wird, damit das Leid der Vergangenheit nicht vergessen wird.“

Während ihres Aufenthaltes in Armenien besuchte die Delegation auch Erzbischof Raphaël Minassian, der für die in Armenien lebenden Gläubigen der mit Rom verbundenen Armenisch-katholischen Kirche zuständig ist. Die Delegation aus Deutschland war beeindruckt von dem vielfältigen caritativen Engagement der Armenisch-katholischen Kirche. „Es ist bewundernswert, wie diese kleine Minderheit sich für Behinderte, Waisenkinder und Kinder aus zerbrochenen Familien, Alleinerziehende und in der ambulanten Pflege einsetzt“, so Weihbischof Schwerdtfeger. „Für die katholische Kirche in Deutschland ist es besonders erfreulich, dass Erzbischof Minassian in dieser Arbeit von Renovabis unterstützt wird.“ Auch die Armenische Apostolische Kirche leistet in unterschiedlichen Bereichen einen wichtigen Dienst für Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Davon konnte sich die Delegation bei ihren Begegnungen mit Vertretern des kirchlichen Sozialdienstes und beim Besuch eines Kinder- und Jugendzentrums überzeugen.

Am vergangenen Sonntag (12. Mai 2019) hatte die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofsweihe von Bischof Isakhanyan teilgenommen und war anschließend vom Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier empfangen worden. Dabei hatten beide Seiten die geschwisterlichen Beziehungen zwischen beiden Kirchen unterstrichen.

Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale am 25. Mai 2019 in Berlin

16. Mai 2019 - 9:20

Wie in den vergangenen Jahren laden die evangelische und katholische Kirche in Deutschland am Tag des DFB-Pokalfinales zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin ein. Der Gottesdienst steht unter dem Leitthema „Beten für den Sieg?“.

Der ökumenische Gottesdienst findet statt am:
Samstag, 25. Mai 2019, um 12.00 Uhr
in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Breitscheidplatz)
in Berlin.


Die Predigt wird Dr. Dr. h. c. Volker Jung (Darmstadt), Sportbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, halten. Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, führt in den Gottesdienst ein, an dem auch der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer (Berlin), mitwirkt.

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) werden DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius und DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg sowie Fanvertreter von RB Leipzig und FC Bayern München, Volunteers, Kriminaldirektor Martin John, die Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, Elisabeth Keilmann, und der Sportpfarrer der bayerischen Landeskirche, Pfarrer Martin Voß, am Gottesdienst mitwirken.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme am ökumenischen Gottesdienst eingeladen. Zur Planung bitten wir um eine formlose Anmeldung per E-Mail an: pressestelle(at)dbk.de.

Erzbischof Schick ruft zum Gebet für die Kirche in China am 24. Mai auf

16. Mai 2019 - 9:11

Anlässlich des Weltgebetstags für die Kirche in China am 24. Mai ruft der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Katholiken in Deutschland zu erneuter Aufmerksamkeit für die Christen in China auf: „Papst Franziskus bittet auch in diesem Jahr um unser Gebet. Die Menschen dort brauchen die Gewissheit, dass sich Christen in der ganzen Welt mit ihnen solidarisch erklären, genauso wie auch sie für die Menschen überall auf der Welt beten.“

Erzbischof Schick erinnert an die „vorläufige Vereinbarung“ vom 22. September 2018 zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, die weltweit eine starke öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat. Der genaue Wortlaut wurde zwar nicht veröffentlicht, so der Erzbischof, aber offenbar seien dem Papst gewisse Rechte bei der Auswahl und Ernennung von Bischöfen eingeräumt worden. Papst Franziskus habe seinerseits sieben illegitime Bischöfe, die gegen den Willen des Vatikans geweiht und von denen einige auch exkommuniziert worden waren, wieder in die „volle Gemeinschaft der Kirche“ aufgenommen und als Diözesanbischöfe eingesetzt.

Erzbischof Schick begrüßt, dass mit der Vereinbarung „zum ersten Mal überhaupt ein gemeinsames Dokument durch die Volksrepublik China und den Vatikan unterzeichnet wurde und heute alle Bischöfe Chinas in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom sind“. Der Heilige Vater erhoffe sich durch den in Gang gesetzten Prozess weitere Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem Staat. Auch solle mit diesem Dokument die Versöhnung der Gläubigen und die dauerhafte Einheit der katholischen Kirche in China vorangebracht werden, damit sich die Kirche glaubhaft und erfolgreich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen könne.

Gleichwohl sei die Lage der Christen in China weiterhin schwierig, nicht selten sogar bedrückend, so der Erzbischof. Glaubwürdigen Berichten zufolge bedrängen die staatlichen Behörden die „Untergrundchristen“ derzeit besonders intensiv, sich in der Patriotischen Vereinigung registrieren zu lassen. Das Schicksal inhaftierter oder unter Hausarrest gestellter Bischöfe und Priester ist ungewiss. Auch gelten weiterhin die verschärften Vorschriften zur Verwaltung der Religionen vom Februar 2018, die vor allem den Handlungsspielraum der „westlichen Religionen“, Islam und Christentum, einschränken. In Teilen Chinas wird Kindern und Jugendlichen das Betreten von Kirchen verboten, katechetische Aktivitäten für sie sind untersagt. Gerade in dieser Situation, so Erzbischof Schick, sei es geboten, „unsere Aufmerksamkeit und unser Gebet den bedrängten Glaubensbrüdern und -schwestern in der Volksrepublik China zuzuwenden“.


Hintergrund

Am 24. Mai jedes Jahres findet die traditionelle Wallfahrt zum größten chinesischen Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai statt. Die katholische Kirche begeht weltweit an diesem Tag den Gebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 eingeführt hat. Auch in Deutschland sind alle katholischen Christen aufgerufen, im Gebet ihre Verbundenheit und Solidarität mit den Christen in China zu zeigen.

Hinweise:

Das Gebet von Papst Franziskus für die Kirche in China ist unten als pdf-Datei verfügbar. Anregungen für Gebete und Fürbitten sowie Hintergrundinformationen über die Lage der Kirche in China gibt es auf der Internetseite des China-Zentrums e. V.

Päpstliche Akademie für das Leben wirbt für bessere Sterbebegleitung

15. Mai 2019 - 9:52

Die Päpstliche Akademie für das Leben (Vatikan) stellt in der kommenden Woche das „PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ in Berlin vor. Es wurde von internationalen Experten der Palliativversorgung für den Vatikan erarbeitet. Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliativversorgung ist noch nicht überall umgesetzt und bekannt. Der Vatikan gibt wichtige Empfehlungen, wie sich jede gesellschaftliche Gruppe dafür einbringen kann. Die Päpstliche Akademie engagiert sich damit für die verletzlichsten Menschen in der Gesellschaft. Ihnen kann durch die palliative Fürsorge die Angst vor einem qualvollen Sterben genommen werden. Die Überversorgung der modernen Medizin verängstigt Patienten, stattdessen ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der den Menschen umfassend in all seinen Bedürfnissen wahrnimmt. Die Basis der Versorgung ist ein Zusammenwirken der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Begleitung.

Die deutschen Bischöfe unterstützen dieses Anliegen. Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, wird in Berlin über das Engagement der Kirche für die Förderung der Palliativversorgung in Deutschland und die qualitative Weiterentwicklung kirchlicher Sterbebegleitung informieren.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Vorstellung des Weißbuches bei einer Pressekonferenz in Berlin eingeladen. Sie findet statt am

Donnerstag, 23. Mai 2019, um 10.30 Uhr
in der Apostolischen Nuntiatur
(Lilienthalstraße 3a, 10965 Berlin).


Nach einer Begrüßung durch den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, stehen als Gesprächspartner zur Verfügung:

  • Erzbischof Vincenzo Paglia (Vatikan), Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Dr. Thomas Sitte (Fulda), Palliativmediziner für Kinder und Erwachsene, Vorsitzender der Deutschen PalliativStiftung.

Hinweise:
Die Pressekonferenz in der Apostolischen Nuntiatur wird von der Pressestelle des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz ausgerichtet. Eine Anmeldung per E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) ist notwendig.

„PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ wird den Medienvertretern als gedruckte deutsche Übersetzung bei der Pressekonferenz zur Verfügung gestellt.

Presseeinladung zur 30. Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2019

14. Mai 2019 - 9:58

Der australische Autor Steven Herrick und der deutsche Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn werden am 23. Mai 2019 mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz für ihr Buch „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ ausgezeichnet. Steven Herrick schildert in seinem Roman das Heranwachsen des 14-jährigen Harry, der gemeinsam mit seinem Vater und dem Bruder Keith in den 1960er Jahren in einer australischen Kleinstadt lebt. Er muss nicht nur den Tod seiner Mutter, sondern auch den einer von ihm bewunderten Freundin erleiden und verarbeiten: eine poetische Geschichte über den Mut, nach den Sternen zu greifen.

Die Jury unter dem Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 190 Titeln, die von 60 Verlagen eingereicht wurden, ausgewählt. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zwischen Autor (4.000 Euro) und Übersetzer (1.000 Euro) aufgeteilt.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg- Stuttgart), verleiht den Preis während eines Abendessens im Restaurant der Elbphilharmonie in Hamburg. Die österreichische Germanistin Dr. Heidi Lexe, die der Jury angehört, hält die Laudatio.

Die Verleihung findet am 23. Mai 2019 ab 17.00 Uhr im Restaurant „The Saffron“ des Hotels Westin Hamburg in der Elbphilharmonie statt.

Wir laden Sie herzlich zum Abendessen und der Preisverleihung ein und vorab zu einem

Fototermin
am Donnerstag, 23. Mai 2019,
um 16.45 Uhr
auf der Plaza der Elbphilharmonie,
Platz der Deutschen Einheit, Hamburg.

Steven Herrick, Uwe-Michael Gutzschhahn, Bischof Dr. Gebhard Fürst sowie Weihbischof Robert Brahm stehen dort der Presse für Fotos zur Verfügung.

Der Treffpunkt für den gemeinsamen Zugang ist um 16.30 Uhr vor dem Eingang der Elbphilharmonie/Zugang zum Hotel Westin.


Hinweise:

  • Wenn Sie an dem Fototermin und/oder der Verleihung teilnehmen möchten, ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Schicken Sie bitte den angehängten Antwortbogen bis Montag, 20. Mai 2019, 12.00 Uhr per Fax: 0228/103 254 oder per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.
  • Am späten Abend der Preisverleihung werden kostenfreie Pressefotos der Veranstaltung auf www.dbk.de in der Bildergalerie zur Pressemitteilung zum Herunterladen verfügbar sein.
  • Weitere Informationen zur Geschichte des Preises sowie zu allen Preisbüchern seit 1979 finden Sie auch auf der Internetseite des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises.

Nachsynodales Schreiben „Christus vivit“ als Broschüre veröffentlicht

13. Mai 2019 - 10:52

Am 2. April 2019 hat der Vatikan das Nachsynodale Schreiben Christus vivit von Papst Franziskus veröffentlicht. Anlass ist die Weltbischofssynode vom 3. bis 28. Oktober 2018 im Vatikan. Die deutsche Fassung des Dokumentes ist jetzt als Broschüre in der Schriftenreihe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz als Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 218 erschienen.

Das Nachsynodale Apostolische Schreiben Christus vivit richtet sich sowohl an junge Menschen als auch an die ganze Kirche und gründet im Abschlussdokument der Synode, das an vielen Stellen zitiert wird. Papst Franziskus ermutigt junge Menschen ganz in der Linie des vergangenen Weltjugendtags in Panama, für ihre Berufung und Mission nicht erst eine Lebensversicherung abzuschließen, sondern großherzig im „Ja“, „in der Heiligkeit und im Engagement für die eigene Berufung zu wachsen“ (Nr. 3). Damit verdeutlicht er gleich zu Beginn, dass die Frage nach Jugend nicht ohne die Frage nach der Berufung gestellt werden kann. Das Schreiben ist ein Markstein einer zukünftigen Jugend- und Berufungspastoral.


Hinweis:

Das Apostolische Schreiben Christus vivit von Papst Franziskus ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann dieses auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 218) bestellt werden.

Bischof Feige würdigt armenisches Christentum und erinnert an Völkermord

13. Mai 2019 - 9:28

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), hat die guten geschwisterlichen Beziehungen zwischen der Armenischen Apostolischen Kirche und der katholischen Kirche in Deutschland gewürdigt. Anlässlich der Weihe des neuen Bischofs und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, Bischof Serovpé Isakhanyan, hob Bischof Feige den tiefen christlichen Glauben im armenischen Volk hervor, der eine lange Tradition habe und bis in die Anfänge des Christentums zurückreiche. Der neue armenische Bischof wurde gestern (12. Mai 2019) in der Kathedrale von Etschmiadsin nahe der armenischen Hauptstadt Yerevan geweiht. Bischof Feige und Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim) nahmen als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Weiheliturgie mit dem Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II., teil.

In seinem Grußwort bei der Begegnung mit Katholikos Karekin II. erinnerte Bischof Feige an die Erklärung, die anlässlich der 1700-Jahr-Feiern der Armenischen Kirche im Jahre 2001 vom Katholikos und Papst Johannes Paul II. unterzeichnet wurde. „Sie sprechen in Ihrer gemeinsamen Erklärung von damals auch die dunklen Zeiten in der Geschichte des armenischen Volkes an, die als ‚der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts‘ in die Geschichtsschreibung eingegangen sind. Bis heute stehen wir tief erschüttert vor dieser Tragödie. Unfassbar ist das Leid, das die Deportation von hunderttausenden, ja bis zu anderthalb Millionen Armeniern, Syrern, Assyrern und Pontos-Griechen aus ihren Heimatgebieten in der heutigen Türkei bedeutete. Fassungslos macht uns gerade als deutsche Bischöfe auch der Umstand, dass die Regierung des Deutschen Reiches aus Machtkalkül zu diesen Ereignissen geschwiegen hat“, so Bischof Feige. Vor diesem Hintergrund würden sein  Besuch an der Gedenkstätte des Genozids und das Gebet für die Opfer von besonderer Bedeutung sein. Der Blick auf „den gekreuzigten und auferstandenen Herrn kann die Kraft und den Mut schenken, nicht in der Erinnerung an vergangenes Leid, so unerlässlich sie ist, zu verharren. Der Glaube an Christus kann Vergebung und Aussöhnung ermöglichen. Dies verlangt freilich auf Seiten der Nachkommen der Täter Einsicht in die Schuld der Vergangenheit und ehrliches Bedauern“.

Mit Blick auf das ökumenische Gespräch betonte Bischof Feige, dass Offenheit und Verständnis füreinander unerlässlich auf dem Weg zu einer immer volleren Gemeinschaft unter den Christen seien. „Nur in solchem Geist wächst die Wertschätzung für den Reichtum, den unsere unterschiedlichen Traditionen bergen.“ Damit junge Menschen diese Haltung einüben können, fördere die Deutsche Bischofskonferenz mit einem eigenen Stipendienprogramm orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologinnen und Theologen.

Den neuen Bischof der armenischen Kirche in Deutschland würdigte Bischof Feige als einen seit vielen Jahren verlässlich und ökumenisch engagierten Vertreter. „Ich bin überzeugt, dass Bischof Serovpé Isakhanyan seiner Diözese ein guter Vorsteher und Hirte sein wird und dass auch in Zukunft die vertrauensvollen Kontakte zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Armenischen Kirche in Deutschland festen Bestand haben werden.“

 


Hinweise:

Das Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Bischof Feige wird bis kommenden Donnerstag (16. Mai 2019) in Armenien mehrere Gespräche führen und Vorträge halten. Interviews mit Bischof Feige werden über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de) vermittelt.

Kardinal Marx zum Tod von Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele

11. Mai 2019 - 8:21

Der frühere Bischof von Würzburg, Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele, ist am späten Freitagabend (10. Mai 2019) verstorben. Von 1979 bis 2003 war er Bischof von Würzburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigt den Verstorbenen in einem Brief an den Bischof von Würzburg, Bischof Dr. Franz Jung. „Mit dem Bistum Würzburg trauere ich um einen treuen Diener, der im tiefen Glauben an den gnädigen Gott verstorben ist. Mit Paul-Werner Scheele geht ein großer Theologe, dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag, ein Bischof und Menschenfreund von uns. Ich verneige mich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche viele Jahre in unserem Land mit geprägt hat.“

Die Deutsche Bischofskonferenz sei Paul-Werner Scheele zu großem Dank verpflichtet. „Fast drei Jahrzehnte gehörte er unserer Konferenz an und hat die Beratungen stets mit Weitsicht und theologischer Feinfühligkeit geprägt“, so Kardinal Marx. Dabei sei der Würzburger Bischof immer zutiefst überzeugt vom Zweiten Vatikanischen Konzil und den Aufbrüchen der Würzburger Synode gewesen. Mehr als 25 Jahre habe er unermüdlich die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz geleitet. „Gerade das war Paul-Werner Scheele ein Anliegen: den Schatz des Konzils in einen ökumenischen Dialog zu führen, der auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen ernst nahm. Dieses Bemühen ist ihm weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gelungen und hat dem Verstorbenen internationalen Respekt eingebracht“, schreibt Kardinal Marx.

Die Ökumene und die Gläubigen des Bistums Würzburg seien Paul-Werner Scheele ans Herz gewachsen. Der von ihm ausgewählte bischöfliche Wahlspruch, „Friede und Freude“, drücke viel über den früheren Würzburger Bischof aus. „Der Sauerländer Humor und die fränkische Lebensfreude hat er gut verbunden. Dabei war es ihm stets ein Anliegen, immer ein Seelsorger und Bischof zu sein, der für die Menschen ansprechbar und überzeugend in der Verkündigung des Evangeliums war“, so Kardinal Marx.

Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“

9. Mai 2019 - 15:50

Zur heutigen (9. Mai 2019) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Der Deutsche Ethikrat hat eine Stellungnahme zum Thema ,Eingriffe in die menschliche Keimbahn‘ erarbeitet und am 9. Mai 2019 veröffentlicht.Aus Sicht der katholischen Kirche ist zunächst zu begrüßen, dass der Deutsche Ethikrat mit dieser ausführlichen Stellungnahme einen beachtenswerten Beitrag zur der von ihm selbst bereits im Jahr 2017 im Rahmen einer Ad-hoc-Stellungnahme geforderten Diskussion dieser Thematik leistet. Die rasanten Entwicklungen in der Gentechnik und die im vergangenen Dezember öffentlich gemachte vermutliche Anwendung des Genome Editing-Verfahrens beim Menschen durch den Wissenschaftler He Jiankui machen deutlich, dass diese ethische und gesellschaftliche Debatte höchst erforderlich ist.

Ausdrücklich begrüßens- und unterstützenswert ist die konkrete Forderung des Deutschen Ethikrates nach einem internationalen Moratorium für die klinische Anwendung von Keim-bahneingriffen beim Menschen. Sowohl der aktuelle Stand der Forschung als auch der ethi-schen Debatte in der Gesellschaft sprechen gegen eine Zulassung der klinischen Anwendung von Keimbahneingriffen. Anders als eine Mehrheit des Deutschen Ethikrates hat die katholi-sche Kirche grundlegende Bedenken gegenüber diesen Anwendungsmöglichkeiten und würde einer Zulassung unter den vom Ethikrat benannten Bedingungen weiterhin kritisch gegenüber stehen.

Die katholische Kirche ist der Auffassung, dass die Keimbahn grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz bestimmt, die von derartigen Eingriffen berührt würden. Sie hat daher erhebliche Vorbehalte gegen die Annahme, dass die menschliche Keimbahn nicht kategorisch unantastbar ist bzw. auch keine weiteren prinzipiellen Gründe gegen die Weiterverfolgung der Entwicklung von Keimbahneingriffen am Menschen sprechen.

Weiterhin ist festzuhalten, dass Eingriffe in die menschliche Keimbahn – sei es im Rahmen einer PID oder in der Forschung – überwiegend nur unter Rückgriff auf Embryonen erfolgen können. Aus Sicht der Kirche geht die unverlierbare, unhintergehbare Würde des Menschen vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung von Ei- und Samenzelle mit einem abwägungsresis-tenten Recht auf Leben einher. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine prinzipielle Ablehnung jeder ,embryonenverbrauchenden‘ Forschung und jeder Verzweckung menschlichen Lebens, die es immer wieder herauszustellen und einzufordern gilt.“

Bischof Ackermann zum Motu proprio „Vos estis lux mundi“ von Papst Franziskus

9. Mai 2019 - 13:41

Zum heute (9. Mai 2019) vom Vatikan veröffentlichten Motu proprio „Vos estis lux mundi“ erklärt Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes:

„Das mit Datum vom 7. Mai 2019 unterzeichnete Motu proprio Vos estis lux mundi setzt die Reihe der Dokumente fort(1), mit denen Papst Franziskus als universalkirchlicher Gesetzgeber den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch durch kirchliche Amtsträger noch konsequenter und präziser als bisher weiterführen will.

Dazu weitet das Motu proprio bisherige Straftatbestände des kirchlichen Rechts aus: Es umfasst beispielsweise nicht nur Kleriker, sondern auch Ordensangehörige, die keine Kleriker sind. Es weitet die Gruppe der möglichen Opfer aus auf ‚schutzbedürftige Personen‘. Damit sind Personen gemeint, die aufgrund unterschiedlicher Bedingungen in ihrer Fähigkeit, sich gegen Übergriffe zu wehren, eingeschränkt sind. Die Strafbarkeit der Erstellung von pornographischem Material bleibt nicht mehr auf Kinder beschränkt, sondern wird auf Minderjährige insgesamt und schutzbedürftige Personen ausgedehnt (Art. 1).

Über diese inhaltlichen Erweiterungen hinaus zielt das Dokument zum einen auf Straftaten, die mutmaßlich von höheren Geistlichen begangen wurden, zum anderen zielt es auf die Pflichten bzw. Pflichtverletzungen derjenigen, die in der Verantwortung stehen, die Straftaten zu verfolgen. Auch hier sind vor allem die höheren Geistlichen angesprochen, wie etwa Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe und Nuntien, aber auch Generalobere und Äbte (Art. 6). Sie werden auf die im Motu proprio festgelegten Verfahrensweisen verpflichtet. Alle Diözesen haben binnen eines Jahres nach Inkrafttreten des Motu proprio feste Meldesysteme für Missbrauchsfälle einzurichten, die der Öffentlichkeit leicht zugänglich sind (Art. 2 § 1). Hiermit wird gesetzlich festgeschrieben, was wir in Deutschland mit den diözesanen Ansprechpersonen bereits seit 2010 eingerichtet haben (vgl. Leitlinien Nr. 4–11).

Das Motu proprio trifft zeitliche Festlegungen, die eine Zügigkeit der Verfahren sicherstellen sollen: So werden die römischen Behörden verpflichtet, nach Erhalt einer Meldung innerhalb von 30 Tagen zu reagieren (Art. 10 § 2). Und die Ebene der Ortskirchen wird dazu verpflichtet, der zuständigen römischen Stelle monatlich eine Information über den aktuellen Stand der Untersuchungen zu geben (Art. 12 § 9). Neu ist dabei die Rolle, die dem Metropoliten im Prozess zukommt, wenn ein Bischof beschuldigt wird: Er ist in der Regel derjenige, der einer Anschuldigung nachzugehen hat. Die Beauftragung dazu erhält er durch die römischen Behörden (Art. 10 § 1). Zur Erfüllung seiner Aufgabe sollen ihm qualifizierte Personen zur Seite stehen, wobei eigens auch auf die Mitwirkung von Laien hingewiesen wird (Art. 13). Sollte der Metropolit selbst beschuldigt werden, hat ein anderer Bischof dessen Aufgabe wahrzunehmen (Art. 8 § 2).

Das Motu proprio vermerkt in einem eigenen Artikel, dass den mutmaßlich Betroffenen nicht nur mit Respekt begegnet werden soll, sondern auch diverse Hilfen anzubieten sind (Art. 5 § 1).

Abschließend stellt das Dokument unmissverständlich fest, dass die in ihm formulierten Normen nicht die ‚jeweils von den staatlichen Gesetzen festgelegten Rechte und Pflichten … beeinträchtigen, insbesondere diejenigen in Bezug auf allfällige Meldepflichten an die zuständigen zivilen Behörden‘. (Art. 19)

Für Deutschland werden wir zeitnah prüfen, welche möglichen Auswirkungen das Dokument, das am 1. Juni 2019 in Kraft tritt, vor allem auf unsere nationalen Leitlinien hat. Diese befinden sich aktuell ohnehin in einer Phase der Überprüfung.“

Hinweis:

Das Motu proprio Vos estis lux mundi ist auf der Internetseite des Vatikans verfügbar.

 

(1) Für die jüngste Zeit sei insbesondere auf das Motu proprio Come una madre amorevole vom 4. Juni 2016 und das Motu proprio Sulla protezione dei minori e delle persone vulnerabili vom 26. März 2019 verwiesen.

25. Treffen der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe in Bamberg beendet

8. Mai 2019 - 14:09

Mit der Feier der Eucharistie in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen wurde heute (8. Mai 2019) das 25. Treffen der Kontaktgruppe der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz beendet. Unter der Leitung von Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, und Bischof Dr. Jan Kopiec (Gleiwitz) kam die Kontaktgruppe in Bamberg zusammen.

In diesem Jahr standen der Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und Ordensleute und vor allem das Thema Prävention, die Umsetzung der Ergebnisse der Weltbischofssynode zu Fragen der Jugend, der Jugendseelsorge und der Berufungspastoral zum geistlichen Dienst sowie der Religionsunterricht, die Migration und die Seelsorge für polnisch-sprachige Katholiken in Deutschland im Vordergrund der Beratungen.

Darüber hinaus verständigte sich die Kontaktgruppe darauf, gemeinsam einen kirchlichen Akzent beim Gedenken zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges (1. September 2019) zu setzen. Bischöfe aus Polen und Deutschland werden in der Stadt Wieluń zusammenkommen, die als erste Opfer deutscher Bomber beim Überfall auf Polen wurde. „Wir dürfen die furchtbare Geschichte, die unsere Völker verbindet und trennt, vor allem den nationalsozialistischen Versklavungs- und Vernichtungskrieg niemals vergessen und müssen sowohl zum Frieden in Europa als auch weltweit beitragen“, erklärte Erzbischof Schick. „Deutsche und polnische Gläubige werden deshalb auch beim Gedenken in Wieluń wieder Zeugnis vom Evangelium der Versöhnung und des Friedens für eine gute gemeinsame Zukunft unserer Völker in einem geeinten, friedvollen und freiheitlichen Europa geben.“

Der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe gehören Kardinal Kazimierz Nycz (Warschau), Bischof Dr. Jan Kopiec (Gleiwitz), Bischof Dr. Tadeusz Lityński (Zielona Góra-Gorzów) sowie Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) an.


Hintergrund

Die Deutsch-Polnische Kontaktgruppe wurde in den 1990er Jahren – nach dem Ende des Kommunismus in Europa – gegründet, um den Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder zu intensivieren und zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen. Nachdem die Kontaktgruppe in der Anfangszeit nicht zuletzt mit der Klärung strittiger Fragen im kirchlichen Bereich befasst war, entwickelte sie sich seit Mitte der 2000er Jahre immer mehr zu einem Gremium, das gemeinsame Aktivitäten der beiden Bischofskonferenzen anstößt sowie den Austausch zu Anliegen und Aufgaben der Kirche in Polen und Deutschland für eine gute Zukunft der Weltkirche und der europäischen sowie der internationalen Gemeinschaft pflegt.

Hinweis:

Das Foto der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe kann – unter Nennung des Copyrights – kostenfrei genutzt werden.

24-Stunden-Gebet zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen

8. Mai 2019 - 10:50

Am kommenden Sonntag (12. Mai 2019) begeht die katholische Kirche den Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Mit der 24-Stunden-Gebetsaktion „Werft die Netze aus“ plant die Berufungspastoral in Deutschland das Gebet um Berufungen wieder neu ins Bewusstsein zu rufen.

Verantwortlich für den Weltgebetstag ist in Deutschland das Zentrum für Berufungspastoral, eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Dessen Leiter, Pfarrer Michael Maas, freut sich, dass bereits jetzt das Netzwerk an vielen Orten in Deutschland funktioniert: „Insgesamt haben sich bisher an ca. 275 Orten Beterinnen und Beter auf der interaktiven Seite www.werft-die-netze-aus.de  eingetragen, die dieses wichtige Anliegen tragen und damit dem Auftrag Jesu, um Arbeiter im Weinberg zu beten (vgl. Mt 9,38) entsprechen wollen. Aus Rückmeldungen, die wir auf vielfältige Weise erhalten, wissen wir darum, dass die tatsächliche Zahl noch weit größer sein dürfte“, so Pfarrer Maas.

Besonders erfreulich sei, dass die Aktion in allen (Erz-)Bistümern stattfinden wird. In einigen Bistümern werden sich die Bischöfe selbst in die Gläubigen einreihen. Zugleich sind es auch viele engagierte Laien, die an zahlreichen Orten Motor für dieses Gebetsanliegen sind. Dabei ist es gelungen, Pfarreien und Seelsorgeeinheiten zu motivieren, tatsächlich 24 Stunden das Gebet durchzutragen. Pfarrer Maas betont: „Wir stellen fest, dass das Gebet um Berufungen in den vergangenen Jahrzehnten – wie auch die Berufungen in das Ordensleben oder zum Priesteramt – zurückgegangen ist. An vielen Stellen spüren wir, dass die Kirche in unserem Land der Erneuerung bedarf. Es ist schwieriger geworden, den Glauben lebendig zu halten. Negative Schlagzeilen erschweren die Bemühungen in den Gemeinden. Doch wir vertrauen darauf, dass Erneuerung der Kirche dort gelingen kann, wo wir uns Jesus Christus zuwenden und seinem Auftrag folgen.“ In diesem Sinne sei die Aktion „Werft die Netze aus“ ein Versuch, der schon jetzt positiv aufgenommen werde.


Hintergrund

Das 24-Stunden-Gebet steht unter dem Leitwort „Werft die Netze aus“: Es erinnert daran, wie Jesus Petrus und seine Gefährten aufgefordert hat, das Netz nach einer erfolglosen Nacht des Fischfangs abermals auszuwerfen (vgl. Lk 5,5). Daraufhin wagten es die Fischer erneut – und konnten die Netze vor lauter Ertrag kaum mehr einholen. Der Weltgebetstag für geistliche Berufungen wurde 1964 von Papst Paul VI. eingeführt. Pfarreien und Gläubige bringen sich seitdem im Gebet um geistliche Berufungen ein und entsprechen so der Bitte Jesu, um Arbeiter im Weinberg des Herrn zu beten (vgl. Mt 9,38).


Hinweise:

Weitere Informationen zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen finden Sie auf der Internetseite www.werft-die-netze-aus.de.

Die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für geistliche Berufe ist als pdf-Datei unter Papstbotschaften verfügbar.

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2019

7. Mai 2019 - 9:39

Zum dritten Mal vergibt die Deutsche Bischofskonferenz den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep. Die beiden zweiten Preise (jeweils 3.000 Euro) erhalten die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) für ihre gemeinsame Initiative „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ sowie die Caritas Schweinfurt für das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe. Mit einem „Sonderpreis für eine innovative Projektidee“ (1.500 Euro) wird das Projekt „Café Hoffnung“ der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen ausgezeichnet.

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der zugleich Jury-Vorsitzender ist, erklärt anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Preisträger: „Der Glaube an Jesus Christus motiviert zahlreiche Menschen, sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Durch Worte und Taten bezeugen sie, dass Hass und Menschenverachtung der christlichen Botschaft widersprechen. Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verdeutlicht auch dieses Jahr wieder: An vielen Orten in unserem Land gibt es Leuchttürme des kirchlichen Engagements. Dies macht mich zuversichtlich und dankbar.“

Insgesamt sind 81 Bewerbungen und Vorschläge für den Preis eingereicht worden. Die Preisverleihung ist am 4. Juli 2019 auf der Zeche Carl in Essen. Dort wird auch der vierte Katholische Flüchtlingsgipfel stattfinden, der fremdenfeindliche Tendenzen als Herausforderung für die kirchliche Flüchtlingsarbeit in den Blick nimmt.

Erster Preis: „Global Village: Weltort Lennep“, Katholische Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep
Das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ hat sich auf kreative und sensible Weise dem Austausch zwischen Kulturen und Generationen verschrieben. Im Zentrum stehen die Geschichten von Menschen vor Ort: in Lennep aufgenommene Flüchtlinge, Senioren aus dem Umfeld der Kirchengemeinde, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Gruppen, Gläubige der Spanischen Mission oder Menschen in schwierigen Lebenslagen, die beim örtlichen „Lotsenpunkt“ Unterstützung suchen. Das Projekt macht erfahrbar, was Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung verbindet. Der persönliche Austausch wird zu einer Stadtführung weiterentwickelt, die in Gesprächen, im szenischen Spiel und durch kulinarische Spezialitäten von der Vielfalt des Lebens im Quartier erzählt. Dabei zeigt sich: Geschichten aus Lennep sind Weltgeschichten. Eine besondere Stärke des Projekts, das vom „Engagementförderer“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz geleitet wird, liegt in der Vernetzung von Akteuren, zwischen denen es sonst nur wenige Berührungspunkte gäbe. Mit „Global Village: Weltort Lennep“ eröffnen die Pfarrgemeinde und der von ihr getragene „Lotsenpunkt“ Räume des Austauschs, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen. An die Stelle abstrakter Stereotypen tritt konkrete menschliche Wertschätzung.

Zweiter Preis: „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“, Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ)
Bei „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ handelt es sich um ein interreligiöses Kooperationsprojekt, das junge Menschen für Fragen des Antisemitismus und Extremismus sensibilisieren und zur aktiven Mitgestaltung einer weltoffenen, pluralen Gesellschaft befähigen will. Im Laufe des Projekts haben Jugendliche und junge Erwachsene gelernt, als Multiplikatoren Schulungen anzubieten. Von besonderem Wert sind die interreligiösen und interkulturellen Begegnungen unter Jugendlichen, die ein Kennenlernen über Grenzen hinweg ermöglichen und Vorurteile abbauen helfen. Durch den Austausch mit der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) verfolgt das Projekt auch einen „trialogischen“ Ansatz. Für Ende 2019 ist eine gemeinsame pädagogisch begleitete Gedenkstättenfahrt geplant.

Zweiter Preis: Engagement der Caritas Schweinfurt: „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe
Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt engagiert sich in besonderer Weise für die Anliegen von Geflüchteten und die Überwindung fremdenfeindlicher Ressentiments. Dabei besteht eine enge Kooperation mit lokalen Partnern: der Citypastoral Schweinfurt, der Diakonie, Vereinen, Verbänden, Schulen und kommunalen Einrichtungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ eröffnet Lesern einen persönlichen Zugang zu den Gründen, Schrecken und Ursachen von Flucht und Vertreibung. Neben der Vermittlung von Faktenwissen geht es vor allem darum, Empathie zu wecken, Vorurteilen entgegenzuwirken und Verständigung zu ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist die Kinderbetreuung im Schweinfurter Anker-Zentrum, die maßgeblich von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Unter den widrigen Umständen einer Großunterkunft wird ein Ort der gemeinsamen Erfahrung und des gegenseitigen Vertrauens geschaffen.

„Sonderpreis für eine innovative Projektidee“: „Café Hoffnung“, Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Das Projekt „Café Hoffnung“ versteht sich als „Wanderakademie gegen die Angst“. Herzstück des Konzepts ist ein sogenanntes „Café-Mobil“, das durch Sachsen fährt, um auf Wochenmärkten und Gemeindefesten den Austausch über kulturelle und religiöse Unterschiede anzuregen. Daneben werden im jeweiligen Ort Abendveranstaltungen sowie Workshops für Verbände und Unternehmen durchgeführt. Während sich die Angebote der Akademie ansonsten auf die Universitätsstädte Sachsens konzentrieren, eröffnet das Projekt Diskussionsräume im ländlichen Raum und erreicht dabei Menschen unterschiedlicher Bildungsniveaus und Altersgruppen. Der Name des Cafés ist Programm: Statt Hass soll die Hoffnung in den Mittelpunkt des kulturellen und religiösen Miteinanders gestellt werden. Nach einer Aufbauphase 2018 lud das Café-Mobil im März 2019 beim Ostritzer Friedensfest erstmals zu einer Begegnung ein. Inzwischen folgten öffentliche Veranstaltungen in Bautzen, Zwickau und Chemnitz. Bis Ende 2020 sind zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant.


Hintergrund

Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

Die Mitglieder der Jury sind:

Erzbischof Dr. Stefan Heße, Vorsitzender der Jury
Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender der Migrationskommission und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen

Gabriele Erpenbeck
Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche

Bettina Jarasch
Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Sprecherin des Sachbereichs „politische und ethische Grundfragen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl
Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Mitglied des Deutschen Ethikrats

Prälat Dr. Peter Neher
Präsident des Deutschen Caritasverbandes

Dr. Heribert Prantl
ehem. Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung

Barbara Stamm
Präsidentin des Bayerischen Landtags a. D.

Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Bundestagspräsident a. D.


Hinweis:

Weitere Informationen zum Preis sind auf der Themenseite „Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ verfügbar.

Aufruf der Kirchen zur Teilnahme an der Europawahl

6. Mai 2019 - 12:02

Gemeinsamer Wahlaufruf des Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zur Wahl des Europäischen Parlaments 2019:

Bei der 9. Direktwahl des Europäischen Parlaments am 26. Mai 2019 können die Bürgerinnen und Bürger über die zukünftige Gestalt des Friedensprojekts „Europäische Union“ (EU) mitbestimmen.

Die europäischen Werte und Prinzipien von der Achtung der Menschenwürde, über Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und der Wahrung der Menschenrechte korrespondieren mit unseren grundlegenden christlichen Werten und Überzeugungen. In dieser Tradition nehmen wir Kirchen unsere Verantwortung wahr, die Entwicklung Europas weiterhin konstruktiv zu begleiten. Unsere beiden Kirchen treten in ökumenischer Gemeinschaft für den europäischen Gedanken ein.
 
Im April 2019 haben wir, die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD, in unserem Gemeinsamen Wort zur Demokratie „Vertrauen in die Demokratie stärken“ das Vertrauen ins Zentrum unserer Überlegungen gerückt. Wir Kirchen bekennen uns darin ausdrücklich zur Mitverantwortung für unsere Demokratie als politische Lebensform der Freiheit und zur EU als einem erfolgreichen Modell für Multilateralismus. Gerade in diesem Sinne brauchen wir wieder mehr Vertrauen in den Prozess der europäischen Integration und den politischen Willen, die Europäische Union weiterzuentwickeln, um Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu stärken und den Menschen zur Freiheit und zu einem guten Leben zu verhelfen.

Die Einigung Europas ist ein Friedensprojekt, das nach zwei schrecklichen Weltkriegen mit vielen Millionen Opfern Hoffnung auf ein Zusammenleben der Völker im Geist wechselseitiger Kooperation und Verbundenheit verkörperte. Dieses Projekt hat nichts an Aktualität verloren – im Gegenteil. Wir rufen die politisch Verantwortlichen dazu auf, die Idee eines sozialen, nachhaltigen und demokratischen Europas wieder näher an die Menschen, gerade die junge Generation, zu bringen. Wir brauchen eine starke und geeinte EU, die sich auf das Vertrauen und die Zustimmung ihrer Bürgerinnen und Bürger stützen kann.

Die diesjährige Europawahl ist eine Richtungswahl: Wollen wir ein demokratisches, wertebasiertes und weltoffenes oder ein nationalistisches, autoritäres und undemokratisches Europa? Wir sind der Überzeugung, dass ein Weg, der mit hetzerischen Parolen gepflastert oder mit Mauern des Nationalismus abgeschottet ist, in die falsche Richtung führt. Stattdessen bietet allein ein geeintes Europa Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit, von Globalisierung und Digitalisierung über Migration und Klimawandel bis hin zu Freiheit und Sicherheit.

Jeder Form von Extremismus und übersteigertem Nationalgefühl treten wir daher entschieden entgegen und setzen uns auch in unseren ökumenischen Kontakten für den europäischen Zusammenhalt ein.

In diesem Sinne fordern wir Sie auf: Machen Sie Europa und die Zukunft der Europäischen Union zu Ihrer und zu unserer gemeinsamen Sache! Gehen Sie am 26. Mai 2019 wählen!

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Kardinal Reinhard Marx

Grußbotschaft zum muslimischen Fastenmonat Ramadan 2019

5. Mai 2019 - 9:00

Anlässlich des jetzt beginnenden muslimischen Ramadan hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (5. Mai 2019) in einer Grußbotschaft an die Muslime in Deutschland Segenswünsche übermittelt. In seiner Botschaft schreibt Kardinal Marx: „Gott, der Schöpfer und Erhalter dieser Welt, möge Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören!“

Das Fasten, so sei es auch in der Tradition des Christentums, könne helfen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und neuen Freiraum für die Begegnung mit Gott zu gewinnen. „Die Öffnung des Gläubigen für Gott erneuert auch den Blick auf seine Schöpfung. Wir tragen Verantwortung für die Natur, für unsere Umwelt und für unsere Mitmenschen. Den Willen Gottes zu befolgen bedeutet auch, dieser Verantwortung gerecht zu werden“, so Kardinal Marx.

Er sorge sich zutiefst, dass in jüngster Zeit wiederholt Angriffe auf Gebetshäuser – Moscheen, Synagogen und Kirchen – verübt und dabei gezielt Betende ins Visier genommen worden seien. „Die Angreifer sind von zynischem Kalkül getrieben: Sie wollen möglichst viel Leid verursachen und Schaden anrichten. Solche Verbrechen sind schändlich und dürfen in keiner Weise verharmlost werden. Die Täter müssen ermittelt, vor Gericht gestellt und bei Nachweis der Schuld streng bestraft werden“, schreibt Kardinal Marx. „In einer offenen Gesellschaft darf kein Mensch Angst verspüren, wenn er ein Gebetshaus betritt. Es ist die Aufgabe der verantwortlichen Behörden, für Sicherheit zu sorgen. Zugleich ist es Pflicht der gesamten Gesellschaft, Hass und Hetze zurückzuweisen und sich für ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander einzusetzen.“ Das gelte besonders für die Vertreter der Religionen, „denn ohne Frieden zwischen den Religionen und Kulturen gibt es keinen Frieden in unserer Gesellschaft“.

Kardinal Marx forderte dazu auf, gemeinsam daran zu arbeiten, wie sich das Verständnis von gleichen staatsbürgerlichen Rechten durchsetzt. „Den Wert des Respektes müssen wir besonders den Jugendlichen vermitteln. Denn sie werden in der von uns geschaffenen pluralen Gesellschaft noch lange miteinander arbeiten und leben.“


Hinweis:

Die Grußbotschaft zum Fastenmonat Ramadan von Kardinal Marx ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm eröffnen ökumenische „Woche für das Leben” 2019 in Hannover

4. Mai 2019 - 10:22

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover haben der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (4. Mai 2019) die bundesweite Aktion Woche für das Leben eröffnet. Sie wird bis zum 11. Mai in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden begangen.

In seiner Predigt zu Matthäus 14,22–33, lenkte Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm den Blick auch auf das Umfeld der Menschen, die sich das Leben genommen haben: „Studien sagen, dass ein Mensch, der sich das Leben nimmt, mindestens zehn Menschen aus seinem Lebenskreis in eine schwere Krise stürzt. Das sind bei 10.000 Suizidenten pro Jahr in Deutschland mindestens 100.000 Menschen.“ Natürlich stelle sich dann die Frage: „Wie können wir da überhaupt noch von Gott reden? Angesichts von so viel Verzweiflung? Angesichts von so viel unerhörten Gebeten?“ Bedford-Strohm erinnerte an die Osterbotschaft von der Auferstehung und die radikale Liebe, die darin zum Ausdruck komme: „Eine radikale Liebe, die so weit reicht, dass sie auch noch in die Abgründe der Verzweiflung vordringt.“ Diese Liebe sei stärker als die Verlorenheit, mit der die Verstorbenen in den Tod gegangen sind. Außerdem sagte er: „Wie könnte Gott die fallen lassen, die für sich nur noch den Todes-Ausweg gesehen haben, wo er ihre Verzweiflung doch so gut kennt!“

Zudem sprach Landesbischof Bedford-Strohm auch ein Versagen der Kirche an: „Es ist eine historische Schuld der Kirche, dass sie viel zu lange diese offenen Arme Gottes dementiert hat, dass sie Menschen, die sich das Leben genommen haben, als Selbstmörder moralisch verdammt hat, dass sie ihnen das Begräbnis verweigert hat, dass sie die Schuldgefühle der Angehörigen damit potenziert hat. Dass sie das Zeugnis der Auferstehung schuldig geblieben ist.“ Gleichzeitig dankte er den unzähligen haupt- und ehrenamtlich in den Beratungsdiensten Tätigen für ihren Einsatz. Insbesondere die Telefonseelsorge habe große Bedeutung für die Prävention.

Kardinal Marx betonte in seiner thematischen Hinführung im Gottesdienst, dass evangelische und katholische Christen seit 25 Jahren die Woche für das Leben feiern. „Der Schutz des ungeborenen Lebens und die Begleitung von Menschen, deren Leben zu Ende geht, also der Lebensschutz insgesamt – in diesen wichtigen Fragen wollen wir als Kirchen sichtbar in der Öffentlichkeit auftreten und unsere ethische Haltung aus christlicher Perspektive vertreten“, so Kardinal Marx. „In diesem Jahr befassen wir uns – für manche überraschend, für andere längst überfällig – mit einem weiteren Lebens-Thema: ‚Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.‘ Was etwas nüchtern in der Fachsprache Suizidprävention heißt, ist für uns als Kirchen die Aufforderung, jedem Menschenleben nachzugehen: den Bedrängten, den Verfolgten, den Ausgestoßenen, den Verzweifelten und auch denen, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Leben zu beenden. Das Leben kann für manche Menschen lebensbedrohlich sein, Depression und Angst führen zu dem Wunsch, dem Leben ein Ende zu setzen. Mit unseren vielfältigen Angeboten – gerade in Caritas, Diakonie und Telefonseelsorge – leisten wir Hilfe, sind ansprechbar. Wir hören zu! Dazu lädt auch dieser Gottesdienst ein, Hörende zu sein.“ Zudem sprach Kardinal Marx sich für mehr Achtsamkeit aus: „Wir appellieren an unsere Gesellschaft um ein wachsames Miteinander, um ein aufmerksames Auge auf den Nachbarn und um ein beherztes Eingreifen, wenn es um die Rettung und Begleitung eines Menschenlebens geht. Suizidprävention geht uns alle an! Gott ist ein Freund des Lebens! Für dieses Leben setzen wir uns ein. Wir wollen da sein, wo wir gebraucht werden. Das hat uns Jesus von Nazareth aufgetragen.“ Die Woche für das Leben sei ein starkes ökumenisches Zeichen für das Leben und zwar vom Anfang bis zum Ende.
 
Die Woche für das Leben widmet sich in diesem Jahr unter dem Titel „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.“ der Suizidprävention und stellt die vielfältigen Beratungsangebote beider Kirchen für suizidgefährdete Menschen und ihre Angehörigen, insbesondere die Telefonseelsorge, in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund von etwa 10.000 Suiziden und noch deutlich mehr Suizidversuchen in Deutschland pro Jahr will sie den Gründen von Depression und Todeswünschen nachgehen und Wege für eine bessere Prävention und Versorgung suizidgefährdeter Menschen aufzeigen.

An dem ökumenischen Gottesdienst in Hannover mit zahlreichen Teilnehmenden aus Gesellschaft, Politik, Bildung, Medizin und Religionsgemeinschaften wirkten auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Bistum Hildesheim) mit.


Hintergrund

Die Woche für das Leben jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal. Seit 1994 ist sie die ökumenische Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland für die Anerkennung der Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in allen Phasen. Die Aktion, die immer zwei Wochen nach Ostersamstag beginnt und sieben Tage dauert, will jedes Jahr Menschen in Kirche und Gesellschaft für den Schutz des menschlichen Lebens sensibilisieren.


Hinweise:

Die Predigt von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm ist unterstehend als pdf-Datei verfügbar. Das Themenheft und weitere Informationen stehen unter www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Langfristige Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens in Deutschland

2. Mai 2019 - 11:39

Das Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg hat erstmals eine koordinierte Mitglieder- und Kirchensteuervorausberechnung für die katholische und evangelische Kirche in Deutschland erstellt. Für die 20 evangelischen Landeskirchen und die 27 (Erz-)Bistümer der katholischen Kirche wurde ermittelt, wie sich Kirchenmitgliederzahlen und Kirchensteueraufkommen langfristig bis zum Jahr 2060 entwickeln werden – wenn das Tauf-, Austritts- und Aufnahmeverhalten der vergangenen Jahre auch für die Zukunft repräsentativ ist. Diese Studie ist heute (2. Mai 2019) vom FZG, der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht worden.

Für die beiden großen Kirchen ist klar, dass man sich den in der Projektion berechneten Entwicklungen frühzeitig stellen will: „Die Kirchen wollen die Erkenntnisse der Studie nutzen, um sich langfristig auf Veränderungen einzustellen. Diese Veränderungen werden kommen und es ist gut, in einer heute wirtschaftlich guten Lage die Fragen von morgen in den Blick zu nehmen“, erklären der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

„Die Projektion 2060 beschreibt die Auswirkungen eines Trends, der schon vor Jahren von der Sozialforschung festgestellt worden ist. Manches am Rückgang an Kirchenmitgliedern werden wir nicht ändern können. Anderes aber schon“, betonte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm. „Überall in Deutschland haben sich Christinnen und Christen auf den Weg gemacht, die Ausstrahlungskraft unserer Kirche für die Zukunft so nachhaltig wie möglich zu
stärken. Und das ist keine Frage der Mitgliedschaftszahlen. Die vielen Millionen Menschen, die sich in unseren Gemeinden und diakonischen Einrichtungen aus Freiheit und nicht aus gesellschaftlicher Konvention engagieren, sind schon heute die besten Botschafter der Kirche von morgen. Deutschland wäre ärmer ohne die vielen Christinnen und Christen, die sich aus der Kraft ihres Glaubens heraus für das Gemeinwesen einsetzen“, so Landesbischof Bedford-Strohm.

Kardinal Marx betont: „Die Verantwortung für die mittel- bis langfristige Planung der kirchlichen Haushalte – auch im Sinne einer Verantwortung für nachfolgende Generationen und angesichts des seelsorgerischen und sozialen Engagements der Kirche in vielfältigen Tätigkeitsfeldern – hat uns zu diesem Projekt veranlasst.“ Jetzt sei man dankbar, mit der aktuellen Langfristprojektion ein tiefergehendes Know-how über die wichtigste Einnahmequelle der Diözesen zu erlangen, um die kirchlichen Haushalte auch mittel- und langfristig an die erwartete Entwicklung anpassen zu können. „Wir geraten angesichts der Projektion nicht in Panik, sondern werden unsere Arbeit entsprechend ausrichten. Das gilt in diesem Zusammenhang auch für Fragen der künftigen Bedingungen in Bezug auf die Anzahl der Kirchenmitglieder und die daraus resultierenden pastoralen Erfordernisse. In der Kirche geht es immer darum, das Evangelium weiter zu sagen, auch unter veränderten Bedingungen. Für mich ist die Studie auch ein Aufruf zur Mission“, so Kardinal Marx.

Das Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen. Die wissenschaftliche Mitarbeit liegt bei David Gutmann und Fabian Peters. Den Berechnungen der Freiburger Wissenschaftler zufolge werden die Mitgliederzahlen beider Kirchen bis 2060 um ca. die Hälfte zurückgehen. Aufgrund stärkerer Zuwanderungsströme aus dem Ausland verliert die katholische Kirche geringfügig weniger Mitglieder als die evangelische. „Die Ergebnisse haben wir dem Grunde nach so erwartet“, erklärt Bernd Raffelhüschen. „Neu ist allerdings die Erkenntnis, dass sich weniger als die Hälfte des Rückgangs mit dem demografischen Wandel erklären lässt. Einen größeren Einfluss auf die Mitgliederentwicklung hat das Tauf-, Austritts- und Aufnahmeverhalten von Kirchenmitgliedern.“ Für den Finanzwissenschaftler ist damit klar, dass sich ein differenzierter Blick auf die Gründe des Mitgliederrückgangs lohnt: „Die Kirchen sollten ihre Anstrengungen bei der Suche nach Zusammenhängen, die sie beeinflussen können, intensivieren.“ Mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen werden sich auch die finanziellen Möglichkeiten der beiden Kirchen bis 2060 in etwa halbieren. Die sinkende Zahl an Kirchensteuerzahlern wird dazu führen, dass die Einnahmen nicht im gleichen Maße wachsen wie die Ausgaben, sodass einem tendenziell stagnierenden Kirchensteueraufkommen steigende Preise für kirchliche Ausgaben – vor allem im Personalbereich – gegenüberstehen. „Unsere Analyse macht aber auch deutlich, dass die Kirchen gerade in den kommenden zwei Jahrzehnten weiterhin über Ressourcen zur Umgestaltung verfügen. Diese gilt es klug einzusetzen“, so Bernd Raffelhüschen.

Hinweise:

Die heute veröffentlichte Projektion des FZG ist eine Zusammenfassung der Gesamtanalyse auf Bundesebene für die evangelische und katholische Kirche. Weitere Informationen zur evangelischen Kirche finden Sie unter www.ekd.de/projektion2060. Weitere Informationen zur katholischen Kirche sowie Zahlen und Fragen und Antworten zur Studie sind auf der Themenseite „Projektion 2060“ verfügbar.

Kirche ruft zu verstärktem Engagement für Menschen mit Behinderung auf

2. Mai 2019 - 9:23

Ein verstärktes Engagement für Menschen mit Behinderung in der Kirche hat der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge für Menschen mit Behinderung, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), heute (Donnerstag, 2. Mai 2019) in Aulhausen bei Limburg gefordert. Anlässlich eines Festaktes zur Zukunft der Pastoral für Menschen mit Behinderung unterstrich er das Anliegen einer inklusiven Kirche und kündigte die Veröffentlichung einer inklusiven Arbeitshilfe zu diesem Thema an: „Ich hoffe, diese Arbeitshilfe wird wie das Wort der deutschen Bischöfe ‚unBehindert Leben und Glauben teilen‘ von 2003 ein Meilenstein auf unserem Weg hin zu einer inklusiven Kirche“, so Weihbischof Hauke. Die katholische Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen sei schon aus ihrem Namen heraus inklusiv, da sie alle ihre Gläubigen umfasse. „Das bedeutet auch, dass sie allen Gläubigen – ob unbehindert oder behindert – ein Zuhause des gemeinsamen Lebens und Glaubens sein muss. Sonst ist sie eben nicht mehr katholisch. Gemeinsam wollen wir in diesem Sinne noch ‚katholischer‘ werden“, betonte der Weihbischof.

Dem Festakt vorausgegangen war die Feier eines inklusiven Gottesdienstes in der Marienkirche in Aulhausen, die als Europas einziges von Menschen mit Behinderungen gestaltetes Gotteshaus gilt. Das Konzept der inklusiven Messe „Einfach feiern“ mit Liedern in Einfacher Sprache, wurde in Kooperation des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Bistum Limburg erarbeitet. Beteiligt an der Messe waren unter anderem ein blinder Lektor, ein Pfarrer als Gebärdensprachdolmetscher sowie ein Projektchor von Menschen mit Behinderungen. Die Lesungen wurden in Leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache vorgetragen und verdeutlichten somit das inklusive Anliegen der Kirche. Weihbischof Hauke trug das für die Arbeitshilfe geplante Vorwort in lautbegleitender Gebärdensprache vor, die er zuvor gelernt hatte.

Weihbischof Hauke erinnerte in Aulhausen daran, dass Menschen, die mit Beeinträchtigungen sowie mit umwelt- und einstellungsbedingten Behinderungen leben, selbst zu Wort kommen müssten. „Der Grundsatz der sogenannten UN-Behindertenrechtskonvention ‚Nicht ohne uns über uns‘ gilt auch für unsere pastorale Arbeit! Wenn wir Menschen mit Behinderung den Raum geben, selbst Zeugnis von ihrem Leben und von ihrem Glauben ablegen zu können, verändert das die Sicht aller Beteiligten und die Sicht auf Behinderungen.“ Um das in der Kirche zu verwirklichen, seien Strukturen notwendig für diese besondere Pastoral. „Es ist den Seelsorgerinnen und Seelsorgern in den Diözesen sowie den Verantwortlichen auf Bundesebene gemeinsam zu verdanken, dass wir eine Konferenz der Diözesanverantwortlichen sowie einen der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz zugeordneten Beirat haben, die in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz regelmäßige Fort- und Weiterbildungen organisieren und in verschiedenen Arbeitsgruppen Projekte ins Leben rufen und gemeinsam verantworten“, betonte Weihbischof Hauke.


Hintergrund

Die geplante Arbeitshilfe wird in den nächsten Monaten erscheinen. Sie trägt den Titel „Leben und Glauben gemeinsam gestalten. Kirchliche Pastoral im Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen“. Das Dokument nimmt die Grundlinien des Textes der deutschen Bischöfe von 2003 auf und konkretisiert sie für die seelsorgliche Arbeit vor Ort. Anhand von Praxisbeispielen werden pastorale Herausforderungen sowie Handlungsoptionen für die wichtigsten Lebensphasen und Lebensbereiche aufgezeigt. Verantwortliche sowie Mitarbeiter in der Seelsorge sollen mit der Arbeitshilfe unterstützt werden, sich weiter auf den Weg hin zu einer ‚inklusiven Kirche‘ zu machen, die für eine umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderungen steht.

Erzbischof Schick beendet Besuch in Kroatien

26. April 2019 - 11:48

Gestern Abend (Donnerstag, 25. April 2019) hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), eine viertägige Reise nach Kroatien beendet. Mit der Reise wurde ein Beschluss der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen umgesetzt, die Kontakte zur Kirche in Ost-, Mittelost- und Südosteuropa zu vertiefen. „Die politischen und sozialen, auch die kulturellen und damit verbundenen religiösen Friktionen in Europa nehmen zu. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Europäer scheint schwächer zu werden“, erklärte Erzbischof Schick. „In dieser Situation ist es wichtig, dass die Beziehungen der katholischen Kirchen in Ost und West, wozu der ökumenische Dialog gehört, verstärkt werden. Die Kirche stand an der Wiege Europas. Zu ihrem gemeinsamen Auftrag gehört die Bildung von universaler Gemeinschaft für das Gemeinwohl. Die Kirchen sind heute verpflichtet, die gemeinsame Heimat Europa mit dem Zeugnis für die Werte des Evangeliums, vor allem der Freiheit und der Einheit, der Eigenverantwortung und Solidarität, zusammenzuhalten und weiterzuentwickeln. Alle meine Gesprächspartner in Kroatien haben mich in dieser Einschätzung bestärkt.“

„Ich bin in Kroatien einer lebendigen, im religiösen und sozialen Leben sowie im Bildungsbereich engagierten Kirche begegnet. Die Berufungen zum priesterlichen Dienst sind stabil und die Verbindung der Jugend zur Kirche stärker als in Westeuropa“, schilderte der Erzbischof seine Eindrücke. „Die Kirche steht aber auch vor großen Herausforderungen. Die kroatische Gesellschaft muss die kommunistische Vergangenheit aufarbeiten und sich mit der derzeitigen gesamteuropäischen Gegenwart auseinandersetzen. Die katholische Kirche ist in dieser spannungsvollen Situation hoch motiviert, an der Bewältigung dieser Aufgabe mit ihrer eigenen Tradition mitzuwirken.“

Erzbischof Schick, der vom Hauptgeschäftsführer von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit Osteuropa, Pfarrer Dr. Christian Hartl, begleitet wurde, besuchte die slawonischen Städte Dakovo und Pozega sowie die Hauptstadt Zagreb und führte dort Gespräche. Slawonien gehört zu den ländlichen Teilen Kroatiens, die von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes weniger profitieren. Hier ist die Auswanderung besonders stark. „Die Bischöfe aus der Region, aber auch die Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kroatien haben mir berichtet, dass die Emigration aus Kroatien in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Früher – so berichteten sie unisono –  gingen die Männer nach Westeuropa um Geld für Zuhause zu verdienen. Heute wandern ganze Familien aus und kommen nicht wieder. Zurück bleiben die Alten, für die der Familienverband immer weniger sorgen kann. Ganze Landstriche in Kroatien drohen entvölkert zu werden. Bisher gibt es keine Konzepte, wie diese Entwicklung aufgehalten werden kann. Als Gründe für die Auswanderung werden neben fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven die verbreitete Korruption und das mangelnde Vertrauen in die staatlichen Institutionen genannt“, so Erzbischof Schick. Im ländlichen Kroatien seien Tendenzen augenfällig, die auch in anderen Teilen Europas zunehmen. Die Länder der EU müssten dringend einen Ausgleich der wirtschaftlichen und sozialen Standards innerhalb der Länder und zwischen den Staaten Europas anstreben. Anderenfalls werde es immer mehr starke Metropolen und absterbende Provinzen geben, was für die Zukunft Europas unbedingt verhindert werden müsse.

Erzbischof Schick kam bei seinem Besuch unter anderem mit dem Zagreber Erzbischof, Kardinal Josip Bozanič, dem Vorsitzenden der Kroatischen Bischofskonferenz, Erzbischof Želimir Puljič, Erzbischof Djuro Hranič (Đakovo-Osijek), Bischof Antun Škvorčevič (Požega), dem Generalsekretär der Bischofskonferenz von Kroatien, Bischof Petar Palič (Hvar) sowie dem Apostolischen Nuntius Erzbischof Giuseppe Pinto zusammen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Kriege, die vor mehr als 20 Jahren zum Auseinanderbrechen Jugoslawiens geführt haben, bis heute nachwirken. „Kroatien ringt sowohl um seine nationale Identität als auch um seinen Platz in Europa. Das westliche Europa wird als dominant, manchmal auch als arrogant wahrgenommen; von den zur orthodoxen Welt gehörenden Serben und von der mehrheitlich islamischen Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina trennen die Kroaten die noch nicht aufgearbeitete Kriegsgeschichte und die religiös-kulturellen Unterschiede. Die katholische Kirche ist in dieser Situation bemüht, die mehrheitlich zur katholischen Kirche gehörenden Kroaten auf der Grundlage des katholischen Glaubens zu einen. Dabei sieht sie ihre Verpflichtung, Kroatien mit den angrenzenden Völkern zu versöhnen – eine Aufgabe, die hoch kompliziert ist und wahrscheinlich noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Während seines Besuchs hatte Erzbischof Schick auch Gelegenheit, kirchliche Projekte im Bildungsbereich kennenzulernen. Nachdem die Kirche in der Zeit des Kommunismus daran gehindert war, sich an der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu beteiligen, wurden seit den 1990er Jahren fast 30 katholische Schulen im Land gegründet. In diesen wird den jungen Menschen eine gesamtheitliche Bildung im Geist des Evangeliums vermittelt. Darüber hinaus wurde 2010 auf Initiative von Kardinal Bozanič die Katholische Universität Zagreb ins Leben gerufen. „Wenngleich noch im Aufbau begriffen, hat die Universität mich sehr beeindruckt. Sie forscht und lehrt bislang in den Fakultäten Geschichte, Psychologie, Soziologie, Betriebswirtschaft und Krankenpflege. Dabei vermittelt sie mit der fachlichen Ausbildung auch menschliche Formung mit den Werten des Christentums. Mit dem Bildungsangebot trägt die Kirche zur Entwicklung der ganzen Gesellschaft bei“, so Erzbischof Schick.

Seiten