27. Juli 2016
Augenblicke der Besinnung

Heiliger Geist, inneres Licht,
du erhellst die glücklichen Tage
wie die leidvollen Stunden
unseres Lebens.
Und wenn die helle Klarheit
zu vergehen scheint,
bleibt deine Gegenwart.

Frère Roger

 
















Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum

Inhalt abgleichen DBK: Aktuelle Meldungen
Aktuelle Meldungen
Aktualisiert: vor 6 Stunden 26 Minuten

Kardinal Marx zum Anschlag auf die Gottesdienstgemeinde in Saint-Étienne-du-Rouvray

26. Juli 2016 - 16:11
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärt zum heutigen Anschlag im französischen Saint-Étienne-du-Rouvray (26. Juli 2016):

„Der heutige Mordanschlag im französischen Saint-Étienne-du-Rouvray ist erschreckend. Gläubige, zum Gottesdienst in einer Kirche versammelt, wurden zum Opfer einer schrecklichen Gewalttat. Hier soll Hass zwischen den Religionen geschürt werden. Dem werden wir widerstehen und uns der Atmosphäre von Hass und Gewalt nicht anschließen. Die Antwort kann nicht eine Verschärfung des Hasses und des Gegeneinanders sein, sondern nur der Versuch, die Täter zu stellen und alles zu tun, damit nicht neue Gewalt geschieht.

In dieser Stunde sind wir besonders verbunden mit unseren französischen Schwestern und Brüdern. Ich bitte alle um ihr Gebet für den ermordeten Priester, für die noch in Lebensgefahr schwebende Ordensschwester und die anderen Gläubigen, die Opfer der Geiselnahme wurden. Unser Gebet gilt auch den Tätern.“

Pressekonferenz zum Beginn des XXXI. Weltjugendtags 2016 in Krakau

26. Juli 2016 - 9:41
Hier dokumentieren wir die Statements von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung bei der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), sowie von Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), als pdf-Dateien aus dem heutigen Pressegespräch zum Beginn des XXXI. Weltjugendtags 2016 in Krakau am 26. Juli 2016 im Goethe-Institut in Krakau.

Hinweise:
  • Ausführliche Informationen rund um den Weltjugendtag, die Liste der teilnehmenden deutschen Bischöfe, die Programmstruktur sowie Hintergrundinformationen sind im Dossier „Weltjugendtag 2016“ verfügbar.
  • Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtages unter www.wjt.de sowie auf der polnischen Internetseite des Weltjugendtags – www.krakow2016.com/de.
  • Weitere Informationen zum International Youth Hearing sind unter www.bdkj.de/iyh verfügbar.

Papst Franziskus übermittelt sein Mitgefühl an Kardinal Marx

24. Juli 2016 - 9:58
Papst Franziskus hat in einem Telegramm an Kardinal Reinhard Marx sein Mitgefühlt zur Gewalttat in München am vergangenen Freitag übermittelt. Das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Schreiben hat folgenden Wortlaut:

Seiner Eminenz
Kardinal Reinhard Marx
Erzbischof von München und Freising

Mit Bestürzung hat Papst Franziskus von der schrecklichen Gewalttat in München Kenntnis erhalten, bei der mehrere, vor allem junge Menschen, den Tod gefunden haben und viele weitere schwer verletzt wurden. Seine Heiligkeit nimmt Anteil an der Trauer der Hinterbliebenen und bekundet ihnen seine Nähe in ihrem Schmerz. Im Gebet vertraut er die Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes an. Allen, die von diesem Attentat betroffen sind, spricht er sein tiefes Mitgefühl aus und dankt auch den Rettungs- und Ordnungskräften für ihren umsichtigen Einsatz. Papst Franziskus bittet Christus, den Herrn des Lebens, allen Kraft und Trost zu schenken und erteilt ihnen als Unterpfand der Hoffnung den Apostolischen Segen.

Anlässlich der Gewalttat in München: Kardinal Marx spricht das „Wort zum Sonntag“

24. Juli 2016 - 9:53
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat am Samstag (23. Juli 2016) das „Wort zum Sonntag“ in der ARD gesprochen. Anlass dazu war die Gewalttat einen Tag zuvor in der Münchner Innenstadt. Wir dokumentieren den Wortlaut von Kardinal Marx.

Stunden des Entsetzens, der Trauer und des Erschreckens liegen hinter uns. Dass die gastfreundliche und lebensfrohe bayerische Landeshauptstadt München durch eine solch schreckliche Gewalttat getroffen wurde, hat weit über Bayern und Deutschland hinaus weltweit Erschütterung und Anteilnahme hervorgerufen.

Ich fühle mich besonders nahe den Angehörigen und Freunden, die um ihre Verstorbenen trauern.
Den Verletzten gilt meine besondere Verbundenheit. Ich danke allen, die in den vergangenen Stunden ihren so wichtigen Dienst getan haben: Der Polizei, den Rettungsdiensten, Ärzten und Pflegern, Seelsorgern und Psychologen.

Wir hoffen und beten, dass die Verwundeten bald wieder nach Haus zurückkehren können.

Nach Hause, das heißt ja auch: Zurück in meine gewohnte Welt der Familie, des Arbeitsplatzes, der Heimat, in der wir alle miteinander leben. Aber können wir einfach so zurückkehren in unseren Alltag nach solchen schrecklichen Ereignissen wie in Nizza, Würzburg und jetzt München? Und das sind ja nur Städtenamen aus einer Liste unzähliger Orte, an denen in den letzten Jahren Terroranschläge und furchtbare Gewalttaten geschehen sind. Woher kommt diese sich scheinbar endlos weiter entwickelnde Entfesselung der Gewalt und des Hasses?

Als Christ sage ich: Die tiefste Ursache der Sünde, also auch der Gewalt und des Hasses, ist die Angst! Es ist die Angst vor dem Anderen, der mir scheinbar mein Leben streitig macht. Die verschiedenen Ideologien, die sich immer wieder in Gewaltexzessen austoben, kommen in unterschiedlichen Verblendungen daher: Politisch aufgehetzt von rechts und von links, religiös untermauert und befeuert wie im radikalen Islamismus unserer Zeit, der sich letztlich gegen die gesamte westliche Zivilisation richtet.

Ich bin überzeugt: Am Anfang dieser Gewalttaten steht die Angst vor dem Verlust der eigenen Lebenswelt, die absolut gesetzt wird. Deshalb müssen die anderen als Bedrohung, als Feinde gesehen und deshalb beseitigt, marginalisiert, unterdrückt oder sogar getötet werden. Konsequenterweise arbeiten der Terrorismus und auch sogenannte ideologische Einzeltäter und Amokläufer mit der Waffe der Angst.
Ihr Ziel ist, unsere Gesellschaft ganz real in Angst und Schrecken zu versetzen, so dass die Angst zur beherrschenden Grundstimmung wird und so unser gesellschaftliches Miteinander vergiftet. Denn Angst führt zu Misstrauen, zu Vorurteilen, zum Hass, zur Feindschaft innerhalb einer Gesellschaft und zwischen den Völkern, auch zwischen den Religionen.

Als Christen können und wollen wir es nicht zulassen, dass die Angst unser Leben beherrscht. Selbstverständlich muss ein geordnetes Gemeinwesen alles tun, um seine Bürger vor Gewalt und Unrecht zu schützen. Deshalb ein Wort des Dankes an alle Verantwortlichen in der Politik und der Polizei für diese Bemühungen. Aber ein guter Staat, ein gutes Gemeinwesen kann nachhaltig nur bestehen in einer Atmosphäre des Vertrauens, des Respekts, der Solidarität. Wenn wir nicht immer neu lernen – so verschieden wir sind in Traditionen, Weltanschauungen, Religionen und Konfessionen – miteinander und füreinander zu leben, werden die Terroristen und Gewalttätet weiterhin die Saat der Angst, der Gewalt und des Hasses ausstreuen. Dagegen werden wir als Christen aufstehen. Durch das Gebet zum Gott und Vater aller Menschen, durch das Zeugnis für das Evangelium in Wort und Tat, durch unseren Einsatz für alle Bedrängten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Sind wir als Christen naiv und unrealistisch mit einer solchen Haltung? Nein, denn die die Zukunft gehört nicht der Gewalt, dem Hass und dem Kampf gegeneinander, sondern der Hoffnung, dass die eine Menschheitsfamilie im gemeinsamen Haus der Erde Heimat findet.

Darum bete ich zum Gott und Vater aller Menschen am heutigen Abend.

Kardinal Marx betroffen über Todesschüsse in München

23. Juli 2016 - 12:38
Die Todesschüsse im Münchner Einkaufszentrum OEZ haben im Erzbistum München und Freising Bestürzung ausgelöst. „Diese schreckliche Tat erschüttert mich und erfüllt mich mit tiefer Trauer“, erklärte Kardinal Reinhard Marx: „Meine Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich hoffe, dass die vielen Verletzten bald wieder nach Hause zurückkehren können.“ Weltweit habe der Anschlag die Menschen aufgerüttelt: „Fast täglich werden wir Zeugen einer bespiellosen Entfesselung der Gewalt und des Hasses. An vielen Orten vergiften Gewaltakte unser gesellschaftliches Klima mit Angst und Schrecken“, beklagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. Es komme nunmehr darauf an, dagegen „Zeichen der Hoffnung, des Friedens und des Zusammenhalts“ zu setzen. Er rief die Menschen zum Gebet für alle von Gewalt und Terror Betroffenen auf. Kardinal Marx wird bei einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom am Sonntagabend insbesondere für die Opfer und deren Angehörige beten.

Seit dem frühen Freitagabend sind insgesamt zehn Notfallseelsorger der Erzdiözese München und Freising und der Diözese Augsburg im Einsatz. Am Samstagnachmittag, 23. Juli 2016, bieten diese zusammen mit Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams des Arbeiter-Samariter-Bundes München in Räumen der Pfarrei St. Martin in München-Moosach unweit des Einkaufszentrums psychosoziale Gespräche für Mitarbeiter der Geschäfte in dem Einkaufszentrum an.

Viele Menschen hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag Zuflucht in Kirchen gefunden, in der Münchner Innenstadt etwa im Liebfrauendom oder in der in der Fußgängerzone gelegenen Jesuitenkirche St. Michael, wo circa 40 Menschen, überwiegend Touristen, von Jesuiten versorgt in den Gruppenräumen übernachten konnten.
Hinweise: In St. Michael in München werden am Samstag, 23. Juli 2016, während der üblichen Beichtzeiten zwischen 15 und 19 Uhr spezielle seelsorgliche Gesprächsangebote bestehen. Neben der Abendmesse um 18 Uhr werden sich ab 19.30 Uhr in der Jesuitenkirche Orgeldarbietungen, Textimpulse und Gebete mit den Ereignissen befassen. In allen katholischen Pfarreien im Erzbistum wird für die Opfer und deren Angehörige gebetet, insbesondere auch in den Münchner Innenstadtkirchen. So wird insbesondere während der Abendvesper im Münchner Liebfrauendom um 16.30 Uhr und auch in der Vorabendmesse um 17.30 Uhr der Toten, Verletzten und Angehörigen gedacht. Insbesondere das Pontifikalamt mit Kardinal Reinhard Marx anlässlich des Todestages von Kardinal Julius Döpfner am Sonntag, 24. Juli, um 17.30 Uhr im Liebfrauendom wird im Zeichen der Ereignisse in dem Münchner Einkaufszentrum stehen.

60 Jahre TelefonSeelsorge: Ökumenischer Gottesdienst und Festakt in Aachen

23. Juli 2016 - 11:33
Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom und einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses haben die evangelische und katholische Kirche heute das 60-jährige Jubiläum der TelefonSeelsorge in Deutschland gefeiert. Die Erinnerung an die Gründung der TelefonSeelsorge stand im Zeichen der brutalen Gewalt am Vorabend in der Münchner Innenstadt.

Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz fragte zum Beginn des Gottesdienstes: „Wer könnte heute – nach all den Eilmeldungen dieser Woche, ohne auf die Ereignisse in Nizza, Orlando, Würzburg und München zu schauen – einen Gottesdienst beginnen? Die Welt scheint aus den Fugen geraten! Die Ängste und Unsicherheiten wachsen! Unsere Anteilnahme ist bei den Opfern und Angehörigen, die wir in besonderer Weise in diesen Gottesdienst mitnehmen. In der jetzigen Situation ist es umso notwendiger, dass wir ein Ohr haben für die Nöte und Ängste der Menschen, wie die TelefonSeelsorge es seit 60 Jahren anbietet.“ Die TelefonSeelsorge sei ein Netzwerk der Hoffnung, „dass sich in Deutschland und international verborgen und verlässlich, ökumenisch und verbunden mit vielen Menschen guten Willens gebildet hat. Ein Netzwerk, auf das niemand verzichten möchte, ein Netzwerk, das notwendiger ist denn je. Ein Netzwerk, das stärker ist als die Netzwerke von Terror, Hass und Gewalt.“ Bischof Bode erinnerte an jene Menschen, die in Gefangenschaft, Fremde und Entfremdung lebten: „Auch heute leben viele Menschen entfremdet von sich selbst, entfremdet von ihrer Umgebung oder eben neuerdings in immer größerer Zahl als Fremde aus anderen Ländern und Kulturen unter uns.“ Gott ermutige alle Menschen, sich einzulassen auf die Umgebung, „wach zu sein für alles, was positiv ist und weiterführt, aufzubauen und mitzugestalten, die Kräfte des Aufbruchs und Wachstums mehr zu entdecken als sich von den Abbrüchen und negativen Erfahrungen erdrücken zu lassen.“

Der Präsident der evangelischen Diakonie, Ulrich Lilie, hob in seiner Predigt beim Gottesdienst das Pauluswort „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Noch einmal sage ich: freuet euch“ hervor. Damit sei die Frage verbunden, was „Freude im Herrn“ heute in einer säkularen und multireligiösen Gesellschaft für manche bedeuten mag. „Die Bibel bringt die Stimmen der schon lange Verstummten in unsere flüchtige Gegenwart, in den Resonanzraum unserer Tage. Und gleichzeitig treten unser Denken und Empfinden ein in den Resonanzraum der Bibel. Was es da alles zu hören gibt! Herz und Horizont weiten sich für ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Gott – gestern und heute“, so Präsident Lilie. Der dem Jubiläum der TelefonSeelsorge vorangegangene internationale Kongress habe sich mit dem Thema Suizidprävention letztlich auch um das „Hören“ gedreht. „Viele unter Ihnen haben schon Gespräche mit lebensmüden Menschen geführt, nach deren Abschluss Sie nicht wissen konnten, was der Mann, die Frau als nächstes tun würde. Es sind Momente großer Hilflosigkeit, die Sie dann aushalten müssen. Wenn man Freude befehlen könnte, wie einfach wäre Ihre Arbeit!“ Jeder kenne Situationen, in denen der Einfluss, den man auf andere Menschen habe, eine Grenze finde. Präsident Lilie fügte hinzu: „Menschen sind die Ohren Gottes, wenn wir uns dem Leid der anderen nicht verschließen. Hier und heute in dieser Kirche in Aachen sitzen viele von ihnen. Männer und Frauen, die ihre Ohren, ihre Zeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, ihre Lebenserfahrung und ihre Professionalität den Menschen schenken, die nur noch eine Telefonnummer haben, die sie wählen können.“

Beim Festakt würdigte Ruth Belzner, Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für Telefonseelsorge, den Einsatz im Ehren- und Hauptamt: „Es ist absolut beeindruckend für mich, diese bunte, lebendige Vielfalt von Telefonseelsorgern und Telefonseelsorgerinnen zu erleben, die sich miteinander verbunden fühlen durch den Dienst, den sie tun. Telefonseelsorge ist an ihrem 60. Geburtstag begeisternd jung!“ Der Vorsitzende der Katholischen Konferenz Telefonseelsorge, Michael Hillenkamp, sagte: „Zuhören heißt nicht immer zustimmen, aber es verlangt die Mühe, sich in die innere Welt des Fremden, des Anderen mitnehmen zu lassen. Das ist täglich die Leistung aller Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger.“

Hinweis: Die Einführung von Bischof Dr. Franz-Josef Bode und die Predigt von Präsident Ulrich Lilie finden Sie untenstehend als Download-Dateien.

Schwäbische Zeitung und Christian Wölfel erhalten den Katholischen Medienpreis 2016

21. Juli 2016 - 10:20
Preisverleihung am 14. November 2016 in Berlin Der Katholische Medienpreis wird in diesem Jahr an das Redaktionsteam der Schwäbischen Zeitung in Ravensburg unter Koordination von Ludger Möllers (Kategorie Printmedien) sowie an Christian Wölfel, Chef vom Dienst der „Rundschau“ des Bayerischen Fernsehens (Kategorie Elektronische Medien), verliehen. Die Preisträger erhalten jeweils 5.000 Euro. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, überreicht den Katholischen Medienpreis bei einem Festakt am 14. November 2016 in Berlin.

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. „Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“, hieß es in der diesjährigen Ausschreibung.

Die Jury besteht aus sechs Personen und wird von Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) geleitet. Die weiteren Mitglieder sind Albert Herchenbach (Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Wolfgang Küpper (Redaktionsleiter Bayerischer Rundfunk Religion und Orientierung, München), Stefan Kläsener (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg) und Frank Windeck  von der Konrad- Adenauer-Stiftung in Bonn.

Kategorie Printmedien
Schwäbische Zeitung: Das Redaktionsteam unter der Leitung von Chefredakteur Dr. Hendrik Groth wird für die umfangreiche Artikelserie „Menschenwürdig leben bis zuletzt“ ausgezeichnet. Sie ist in der Zeitung im Zeitraum vom 21. November bis 24. Dezember 2015 erschienen.

Im Mittelpunkt der Serie standen die anspruchsvollen Themen Sterbebegleitung, Hospizarbeit und Palliativversorgung. In über 40 Beiträgen in Mantel- und Lokalteilen, online und im Regionalfernsehen sowie bei Diskussionsveranstaltungen leuchteten die Redakteure eine Problematik aus, die durch die Bundestagsentscheidung zur Sterbehilfe im November 2015 besondere Bedeutung erlangt hatte. Die Projektleitung für diese Serie und eine damit verbundene Weihnachtsspendenaktion in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart lag beim Chefreporter Ulm/Alb-Donau, Ludger Möllers. Den Erlös von fast 180.000 Euro haben Hospizgruppen und Hospize erhalten. Nach Auffassung der Jury gehört besonderer Mut dazu, ausgerechnet in der Adventszeit über das Sterben zu schreiben. Mit dem Preis würdigt die Jury den Mut der Zeitung, sich einem unbequemen Thema selbstbewusst und raumgreifend zu stellen.

Kategorie Elektronische Medien
Christian Wölfel (Jahrgang 1976) erhält den Preis für seinen Film „Kirchenasyl und dann? – Vom Bangen, Hoffen und Warten“, gesendet im Bayerischen Rundfunk, Redaktion Religion und Orientierung (Fernsehen), am 13. Januar 2016.

Der Autor zeigt ein eindringliches Portrait über Menschen, die Gewalt und Krieg erlebt haben, die Flucht und Vertreibung erdulden mussten. Der Film geht nur vordergründig auf die Themen Kirche und Asyl ein, sondern vielmehr auf das Schicksal von Menschen und auf gelebte Nächstenliebe. Er zeigt Menschen, die nicht daneben stehen wollen, wenn Leiden offensichtlich ist, sondern die tatkräftig zupacken, ohne Ansehen von Person, Geschlecht oder Herkunft. Wölfel zeigt Menschen, die krank an Körper und Seele in Europa angekommen sind, deren Not vom Staat aber nicht erkannt wird. Erst durch die Aufmerksamkeit ihrer Helfer bekommen diese Menschen eine Chance. Am Ende bleiben Einzelschicksale, die die Katastrophe der Vertreibung greifbar machen, und die Erkenntnis, dass Kirchenasyl, wenn auch nicht immer unumstritten, etwas bewegen kann.

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“
Für weitere herausragende Beiträge wird im Jahr 2016 sechs Mal die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ verliehen.

In der Kategorie Printmedien geht die Auszeichnung an Dominik Stawski und Ingrid Eißele (Jahrgänge 1984 und 1962) für den Beitrag „Der Mörder dieses Mädchens könnte bald freikommen. Aber soll er das?“, erschienen im Stern am 30. Juli 2015, und an Lara Meißner (Jahrgang 1990) für eine Artikelserie zur Schulintegration, erschienen in der Main-Post, Würzburg, im Zeitraum vom 16. September 2015 bis 19. Februar 2016.

Im Bereich Elektronische Medien erhalten die Auszeichnung: Dr. Nicola Albrecht (Jahrgang 1975) für den Film „Leben in der Falle – Die vielen Gesichter Gazas“, gesendet im ZDF am 23. September 2015, Nina und Oliver Buschek (Jahrgänge 1975 und 1967) für das Radio-Feature „Fünfzig Prozent Zukunft. Unser Leben mit der Huntington-Krankheit“, gesendet im Bayerischen Rundfunk, Redaktion Hörbild und Feature, am 5. März 2016, sowie Jeannine Apsel (Jahrgang 1971) für den Film „Neuanfang in Hamburg – Vom Flüchtling zum Flüchtlingshelfer“, gesendet im ZDFinfo am 23. Dezember 2015. Darüber hinaus erhält  Jan Lindenau (Jahrgang 1990) mit dem Team 17 der Axel Springer Akademie die Auszeichnung für das Internetprojekt „Je reste Charlie. Warum wir weitermachen. Müssen“, erschienen unter www.jerestecharlie.eu/de am 7. Juli 2015.
Hinweise: Die Jurybegründungen zu den Preisträgern und zu den Auszeichnungen „journalistisch WERTvoll“ sind untenstehend als Downloads verfügbar. Weitere Informationen finden Sie auf der Initiativen-Seite zum Katholischen Medienpreis.

Katholische und evangelische TelefonSeelsorge veröffentlichen Thesen zur Suizidprävention

20. Juli 2016 - 11:37
Anlässlich des derzeit in Aachen stattfindenden internationalen Telefonseelsorge-Kongresses hat die TelefonSeelsorge der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland heute ihre neue Broschüre „Suizidprävention – Damit das Leben weitergeht“ veröffentlicht. Mit ihr unterstreichen die beiden Kirchen den Einsatz zur Suizidprävention, die insbesondere im ökumenischen Angebot der TelefonSeelsorge eine große Rolle spielt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, schreiben im gemeinsamen Vorwort: „Als Christen glauben wir, dass das menschliche Leben ein kostbares Geschenk Gottes, unseres Schöpfers ist, für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.“ Die acht Thesen zur Prävention von Suizid wiesen auf die Begründung dieses Engagements und die Bedeutung der mitmenschlichen Hilfe der TelefonSeelsorge hin. „Sie machen deutlich und nachvollziehbar, warum uns als Christen das Engagement zur Prävention von Suizid ein besonderes Anliegen ist“, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. In knapper Form umschrieben die Thesen „ein Ethos, das das Geschenk des menschlichen Lebens bejaht, aber auch die Verletzlichkeit und Hilfsbedürftigkeit des Menschen einbezieht“.

Im Jahr 2015 nahm die TelefonSeelsorge in Deutschland etwa 56.000 Gespräche entgegen, in denen Menschen von Suizid, suizidalen Absichten oder Erfahrungen sprachen. In rund 60 Prozent dieser Gespräche wurde mit Anrufenden wiederholt gesprochen. Die TelefonSeelsorge erlebt dabei, wie eng Suizidalität mit fehlenden sozialen Kontakten und Erfahrungen von Ausgeschlossensein verbunden sind. Der größte Anteil der Anrufenden lebt allein (72 Prozent), etwa die Hälfte der Anrufe kommt von Menschen, die entweder erwerbsunfähig (31 Prozent) oder arbeitslos (19 Prozent) sind. In 55 Prozent der Gespräche benennen die Anrufenden eine diagnostizierte psychische Erkrankung.

Hinweis:
Die Broschüre „Suizidprävention – Damit das Leben weitergeht“ finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.

Erstmalig Pilger-App für den Weltjugendtag 2016 in Krakau

20. Juli 2016 - 9:18
Mit den heute beginnenden „Tagen der Begegnung“ in den polnischen Bistümern steht zum XXXI. Weltjugendtag in Krakau den deutschsprachigen Pilgern erstmals eine Pilger-App zur Verfügung, die sowohl online als auch offline nutzbar ist. Die App ist von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) mit Unterstützung des Hilfswerks RENOVABIS entwickelt worden. Sie bietet vor allem die Möglichkeit einer Offline-Navigation zu Veranstaltungsorten und den Begegnungen mit Papst Franziskus. Damit wird das traditionelle Weltjugendtags-Pilgern mit Programmbuch und Karte um die „digitale Pilgerreise“ erweitert.

Zusätzlich enthält die App Informationen zum Programm, zum Weltjugendtag und zur Stadt Krakau sowie Gebete, tägliche spirituelle Impulse und Anregungen zum Thema „Barmherzigkeit“. Ein kleines deutsch-polnisches Wörterbuch soll die Kommunikation der Pilger mit den polnischen Gastgebern erleichtern. Mittels eines Newsfeeds können sich die Pilger zudem über aktuelle Ereignisse rund um den Weltjugendtag informieren. Die App ist inzwischen für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar (Hinweis: aktualisiert am 25.07.2016) und kann im Google-Playstore unter dem Stichwort „Weltjugendtag Krakau 2016“ heruntergeladen werden.

Pressetermine der Deutschen Bischofskonferenz in Krakau
Herzlich laden wir alle Medienvertreter ein zu folgenden Terminen:

Auftakt-Pressekonferenz
am Dienstag, 26. Juli 2016, um 13.00 Uhr
im Goethe-Institut Krakau
(Rynek Główny 20, Krakau)


Abschluss-Pressekonferenz
am Samstag, 30. Juli 2016, um 11.00 Uhr
im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Krakau
(ul. Stolarska 7, Krakau).


Bei den Pressekonferenzen stehen Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung:
  • Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj),
  • Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
  • sowie zwei junge Erwachsene aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart, die beim Weltjugendtag in Krakau teilnehmen: Magdalena Hartmann (19 Jahre) und Jonas Lixenfeld (19 Jahre).
Hinweise:
  • Wir bitten um eine kurze formlose Anmeldung, wenn Sie an den Pressekonferenzen teilnehmen möchten per E-Mail an pressestelle@dbk.de.
  • Ausführliche Informationen rund um den Weltjugendtag, die Liste der teilnehmenden deutschen Bischöfe, die Programmstruktur sowie Hintergrundinformationen sind im Dossier „Weltjugendtag 2016“ verfügbar.
  • Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtages unter www.wjt.de sowie auf der polnischen Internetseite des Weltjugendtags – www.krakow2016.com/de.

Jubiläum 60 Jahre TelefonSeelsorge

19. Juli 2016 - 11:30
In Aachen hat der internationale Weltkongress der TelefonSeelsorge begonnen: 1.600 Ehrenamtliche aus 33 Ländern befassen sich unter dem Leitwort „for life to go on“ bis kommenden Freitag in Vorträgen und Workshops mit den Möglichkeiten zur Hilfe und Unterstützung von Menschen in suizidalen Krisen. Am kommenden Samstag (23. Juli 2016) begeht die TelefonSeelsorge Deutschland ihr 60-jähriges Jubiläum. Dazu sind die Kolleginnen und Kollegen der Medien herzlich eingeladen. Das Programm sieht wie folgt aus:
  • 11.00 Uhr: Ökumenischer Festgottesdienst im Hohen Dom zu Aachen mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück),  Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Pfarrer Ulrich Lilie (Berlin), Präsident der Diakonie Deutschland.
  • 13.00 Uhr: Festakt im Krönungssaal des Rathauses Aachen.
Das 60-jährige Jubiläum geht auf die Anfänge der TelefonSeelsorge in Deutschland zurück. Aus den ersten Anfängen 1956 in Berlin ist ein ökumenisches Netzwerk mit über 100 TelefonSeelsorge-Stellen entstanden, in dem rund 200 Hauptamtliche und 8.000 Ehrenamtliche aktiv sind. Dieser Dienst wird von der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland in ökumenischer Zusammenarbeit seit Jahrzehnten getragen.
Hinweise:
Die Kolleginnen und Kollegen der Medien werden gebeten, sich für den Gottesdienst und den Festakt am 23. Juli 2016 formlos per E-Mail an pressestelle@dbk.de anzumelden. Insbesondere für Filmaufnahmen und Fotografen im Aachener Dom ist die Anmeldung notwendig. Bereits im Vorfeld zum Weltkongress und zum Jubiläum gab es ein Pressegespräch. Die Statements zu diesem Pressegespräch finden Sie hier als pdf-Dateien zum Herunterladen. Weitere Informationen zum Weltkongress in Aachen sind unter www.ifotescongress2016.org verfügbar.

Erzbischof Heße beendet viertägige Reise in den Libanon

18. Juli 2016 - 13:59
Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), hat heute einen viertägigen Besuch (15. bis 18. Juli 2016) im Libanon beendet. Ziel der Reise war es, kirchliche Hilfsprojekte für syrische und irakische Flüchtlinge zu besuchen, sich aus erster Hand über die humanitäre und politische Situation vor Ort zu informieren und den geflüchteten Menschen Solidarität zu zeigen. „Am meisten berührt haben mich die Besuche gemeinsam mit der Caritas bei Flüchtlingen in einer Zeltsiedlung in der Bekaa-Ebene und der Gottesdienst mit assyrisch-orthodoxen Christen in Beirut, die aus dem Nordosten Syriens vor dem so genannten ‚Islamischen Staat‘ geflüchtet sind“, so Erzbischof Heße. „Den leeren Blick einer jungen Mutter, die mir nach dem Gottesdienst berichtete, wie sie mitsamt aller 85 Einwohner ihres Dorfes vom IS entführt und ein Jahr gefangen gehalten wurde – den werde ich nicht vergessen. Bei der psycho-sozialen Begleitung traumatisierter Flüchtlinge, besonders von Frauen und Kindern, müssen wir in allen Aufnahmeländern, auch bei uns in Deutschland, das Engagement noch weiter verstärken.“

„Die Lage im Libanon ist insgesamt eine ganz andere als in Europa: Seit Beginn des Krieges haben mehr als 1,2 Millionen Syrer hier Zuflucht gefunden – wobei man bedenken muss, dass der Libanon bis vor zehn Jahren von syrischen Truppen besetzt war. Auch wenn noch nicht alle damaligen Wunden der Libanesen verheilt sind, leisten die hiesigen Kirchen und andere Hilfsorganisationen großartige Unterstützung“, erklärt Erzbischof Heße. Da längst nicht alle Flüchtlinge Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung haben, sind die Malteser in den Gebieten nahe der syrischen Grenze mit mobilen Kliniken unterwegs. „Wenn ein Imam durch die Lautsprecher der Moschee die Ankunft der mobilen Klinik ankündigt und das Malteser-Kreuz auf dem Fahrzeug und der Halbmond auf der Moschee gemeinsam zu sehen sind, so ist das ein Beispiel gelungener interreligiöser Zusammenarbeit.“

Im Austausch mit Pater Prof. Dr. Fadi Daou und Dr. Nayla Tabbara von der Adyan-Stiftung für den interreligiösen Dialog wurde deutlich, wie durch Bildungsprogramme ein Beitrag zur Wertschätzung von religiöser und kultureller Diversität geleistet werden kann. „Interreligiöse und interkulturelle Kompetenz ist auch in Deutschland ein entscheidender Faktor für gelingende Integration“, so Erzbischof Heße zum Abschluss seiner Reise. „Hier können wir einiges von den Libanesen lernen.“ In Gesprächen mit dem Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Gabriele Caccia, dem stellvertretenden deutschen Botschafter, Carsten Meyer-Wiefhausen, Vertretern verschiedener kirchlicher Hilfswerke sowie Mitgliedern der libanesischen Regierung und zivilgesellschaftlichen Akteuren informierte sich Erzbischof Heße über laufende Projekte und Strategien zur nachhaltigen Stabilisierung der politischen und religiösen Situation in der Region. Mit dem maronitischen Patriarchen, Kardinal Bechara Boutos Raї, sprach er über die komplexen Zusammenhänge in den Beziehungen zwischen Christen und Muslimen verschiedener Denominationen im Libanon. Kardinal Raї betonte die Bedeutung der Kirchen für eine werteorientierte Politik und den sozialen Frieden im Land.


Hinweise:
  • Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter „Reise in den Libanon“ verfügbar.
  • Fotomaterial der Reise ist kostenpflichtig abrufbereit bei KNA-Bild, Tel.: 0228/26000-192, www.kna-bild.de.

Erzbischof Heße besucht Syrien-Flüchtlinge im Libanon

17. Juli 2016 - 0:58
Der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße hat am Samstag (16. Juli 2016) mehrere Flüchtlingsunterkünfte in der libanesischen Bekaa-Ebene besucht. Dabei erkundigte sich der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz eingehend über die Lage der meist schon seit einigen Jahren im Libanon lebenden Syrer.

Die von Erzbischof Heße besuchten Unterkünfte sind alle ohne Beteiligung der libanesischen Regierung organisiert. Während christliche Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterkamen, leben hunderte muslimische Syrer in improvisierten Camps auf Feldern oder Obstplantagen, wo sie für ihre Zelte Miete zahlen.

Der Direktor der christlich-muslimischen Nichtregierungsorganisation Adyan, Pater Fadi Daou, erklärte gegenüber dem Erzbischof, im Libanon trage mangels einer funktionierenden Regierung die Zivilgesellschaft die Hauptlast der Flüchtlingsarbeit. Unterstützt werde sie dabei von UN-Organisationen wie dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR oder dem Welternährungsprogramm, die wiederum vor Ort oft mit kirchlichen Institutionen wie der Caritas zusammenarbeiteten.

Daou beklagte, dass die politische Elite im Land versuche, die Flüchtlingskrise zu ignorieren. Man verschließe die Augen vor rund 1,6 Millionen nicht legal anerkannten Syrern im Land, um nicht den konfessionellen Proporz im Libanon zu gefährden. Dies könne aber mittelfristig dazu führen, dass aus der jetzigen Krise eine Katastrophe werde.

Am Sonntag stehen ein Gottesdienst mit christlichen Flüchtlingen sowie eine Begegnung mit dem maronitischen Patriarchen Boutros Rai auf dem Besuchsprogramm der Delegation.

Quelle: Katholische Nachrichtenagentur (KNA), alle Rechte vorbehalten.

Hinweise für Medienvertreter:
Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter „Reise in den Libanon“ verfügbar. Während der Reise von Erzbischof Dr. Stefan Heße sind kürzere Interviews je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle@dbk.de). Fotomaterial der Reise ist kostenpflichtig abrufbereit bei KNA-Bild, Telefon: 0228/26000-192, www.kna-bild.de.

Kardinal Marx würdigt Bundesminister Schäuble

15. Juli 2016 - 15:49
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble als überzeugten Europäer, der aus dem christlichen Glauben heraus lebt, gewürdigt. Anlässlich der heutigen Verleihung des Europäischen St.-Ulrich-Preises in Dillingen an der Donau erinnerte Kardinal Marx auch an die Verdienste Schäubles als entscheidendem Wegbereiter der Wiedervereinigung: „Ob der Einigungsvertrag wirklich der Höhepunkt seiner Karriere war, kann man angesichts der Bedeutung, die Wolfgang Schäuble heute als Bundesfinanzminister in Europa und der Welt hat, durchaus stellen. Auch diese Phase seines Wirkens inmitten europäischer Krisen wird sich, davon bin ich überzeugt, im Rückblick als historisch herausstellen“, so Kardinal Marx laut Redemanuskript.

Wolfgang Schäuble steht für die Haltung, dass Religion politisch sei. „Der christliche Glaube fordert zum Engagement für das Gemeinwohl auf. Wolfgang Schäuble ergänzt dies durch die Forderung, man dürfe Religion nicht zur Politik und Politik nicht zur Religion machen. Das ist eine Warnung, die – in der heutigen Zeit in beide Richtungen auszusprechen – ihre Berechtigung hat“, so Kardinal Marx.

In den europapolitischen Fragen der Krisenbewältigung der vergangenen Jahre hätten die ordnungspolitische Position Wolfgang Schäubles und seine Überzeugung als protestantischer Christ viel Positives bewirkt. Es gehe in Zukunft darum, ob es eine gemeinsame christliche Perspektive für den Weg Europas geben könnte und müsste. An der Schnittstelle vieler europäischer Krisen stelle der Brexit den größten historischen Einschnitt für die Europäische Union dar. „Die Entscheidung der britischen Wähler ist selbstverständlich zu respektieren, auch wenn wir sie zutiefst bedauern. Und wir bedauern sie, weil die Europäische Union ein solidarisches Gemeinschaftsprojekt ist. Der bewusste Austritt eines Mitglieds ist deshalb schmerzhaft und hat Konsequenzen für alle. Europa ist eben eine Familie, und da lässt es die anderen nicht kalt, wenn ein Familienmitglied aus dem gemeinsamen Haus ausziehen will“, so Kardinal Marx. Die Überlegungen über die weitere Entwicklung der Europäischen Union müssten deshalb auf eine breite gesellschaftliche Grundlage gestellt werden. Kardinal Marx betonte in seiner Laudatio: „Es ist nicht nur die Aufgabe der Politik, sondern auch der Kirche, ihren Beitrag zu leisten, um sich diesen Entwicklungen entgegenzustellen und die notwendige Diskussion über die Zukunft Europas zu führen. Die Christen sind in dieser schwierigen Situation unseres Kontinents besonders herausgefordert, sich zu engagieren. Christlicher Glaube und Nationalismus schließen sich aus!“

Wolfgang Schäuble, so Kardinal Marx, sei kein „Europa-Träumer“. „Es geht nicht darum, die Europäische Integration als Selbstzweck zu betrachten, wie es viele Kritiker oft denjenigen vorwerfen und als Ideologie unterstellen, die auch in der Krise dem gemeinsamen europäischen Weg das Wort reden. Die Europäische Einigung ist vielmehr im Interesse der Nationalstaaten. Das ist die Überzeugung von Wolfgang Schäuble.“ Deshalb dürfe die Europäische Union in der aktuellen Krise auch nicht in der Selbstreflexion stecken bleiben. „Die europäischen Völker und Nationen haben eine moralische Verantwortung für die Welt, für die ärmeren Länder, für die Bewahrung der Schöpfung und die Begrenzung des Klimawandels. Rechtsstaatlichkeit und die Aussicht auf ein Leben in Frieden und ein hoher Lebensstandard machen Europa zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen. Dieser globalen Verantwortung muss die Europäische Union auch unter den geänderten politischen Bedingungen gerecht werden“, betonte Kardinal Marx.

Hintergrund: 1993 wurde von der Stadt und dem Landkreis Dillingen an der Donau die Europäische St.-Ulrichs-Stiftung gegründet. Anlass dafür war die damals im Bistum Augsburg begangene 1000-jährige Wiederkehr der Heiligsprechung von Bischof Ulrich. Mit der Stiftung soll die Einheit Europas in christlich-abendländischer Tradition im Geiste des hl. Ulrich gefördert werden. Dazu wird alle zwei Jahre der mit € 10.000 dotierte Europäische St.-Ulrichs-Preis an Persönlichkeiten verliehen, die insbesondere in den Bereichen Politik, Kirche, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und sozialem Engagement tätig sind und waren und sich für den europäischen Gedanken einsetzen. Die heutige Preisverleihung wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet, der von Bischof Dr. Konrad Zdarsa (Augsburg) und dem evangelischen Regionalbischof Michael Grabow gefeiert wurde. Hinweis:
Die Laudatio von von Kardinal Reinhard Marx auf Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble anlässlich der Verleihung des Europäischen St-Ulrich-Preises am 15. Juli 2016 in Dillingen a. d. Donau finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.

Kardinal Marx zum Anschlag in Nizza

15. Juli 2016 - 14:59
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft ComECE. Kardinal Reinhard Marx, erklärt zum gestrigen Anschlag in Nizza (14. Juli 2016):

„Frankreich ist gestern Abend erneut zum Ort eines offensichtlich terroristischen Anschlags geworden. Mehr als 80 Menschen haben den Tod gefunden. Entsetzt und traurig stehen wir vor diesem Akt der Gewalt. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.

Und ich bleibe überzeugt: Die europäische Zivilisation, die Kultur der Freiheit, zu der die französische Nation so vieles beigetragen hat, lässt sich durch die Gewalt nicht unterkriegen.“

Kirchenstatistik 2015

15. Juli 2016 - 11:58
Die 27 deutschen (Erz-)Diözesen und die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichen heute (15. Juli 2016) die aktuelle Kirchenstatistik für das Jahr 2015. Demnach machen die Katholiken in Deutschland 29 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (23.761.806 Kirchenmitglieder).

Die Zahl der Pfarreien in Deutschland beträgt 10.817 (2014: 10.911). Erstmals seit mehreren Jahren ist die Zahl der Taufen mit 167.226 leicht gestiegen (2014: 164.833), ebenso die Zahl der Trauungen mit 44.298 (2014: 44.158). Bei den anderen Sakramenten sind leichte Rückgänge zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr konnte die katholische Kirche in Deutschland 2.685 Eintritte (-124 im Vergleich zu 2014) und 6.474 Wiederaufnahmen (+160 im Vergleich zu 2014) verzeichnen.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist in 2015 auf 181.925 (2014: 217.716) gesunken. Die Gesamtzahl der Priester liegt bei 11.963 (2014: 12.219). Die Zahl der Ständigen Diakone ist mit 3.304 leicht gestiegen (2014: 3.236).

Zur Statistik erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:
„Die Statistik 2015 zeigt, dass die Kirche in Deutschland nach wie vor eine starke Kraft ist, deren Botschaft gehört und angenommen wird. Es gibt offensichtlich nicht nur ein Interesse, sondern auch einen aktiven Wunsch nach den Sakramenten der Kirche, wie das leichte Plus bei Taufen und Trauungen belegt. Auch wenn die Zahl der Kirchenaustritte im Vergleich zum Jahr 2014 durchaus zurückgegangen ist, muss uns die dennoch hohe Ziffer weiterhin anhalten, in unserem seelsorglichen Bemühen nicht nachzulassen. Wir brauchen eine ‚anspruchsvolle Pastoral‘, die den unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen gerecht werden will und die Hoffnung des Glaubens überzeugend weitergibt. Der Abschluss der Bischofssynode im vergangenen Jahr und das Apostolische Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus sind dazu wichtige Wegweiser.

Die nüchternen Zahlen drücken aber auch aus, dass die Kirche in unserem Land ein integraler Bestandteil der Gesellschaft ist. Auf der Grundlage dieser Statistik werden wir unseren pastoralen Einsatz weiterentwickeln. Dazu ist bereits viel in den Bistümern geschehen. Ich denke auch an den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Dialogprozess, der zu einer inneren Erneuerung der Kirche beigetragen hat. Papst Franziskus macht uns Mut, wenn er sagt, dass der Weg der künftigen Kirche der Weg einer ‚synodalen Kirche‘ ist. Das bedeutet: Alle Gläubigen sind gefragt, Laien und Priester! Gemeinsam werden wir auch in Zukunft Zeugnis von unserem Glauben ablegen und das Evangelium mit Überzeugungskraft verkündigen.“

Hinweise: Die Eckdaten des Jahres 2015 finden Sie untenstehend zum Herunterladen. Die Datei „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands“ sowie die vergleichende Tabelle „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands, 1995 und 2015“ sind auch in der Rubrik Zahlen und Fakten verfügbar. Die Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2015/2016“ (= Arbeitshilfen Nr. 287) erscheint Anfang August 2016.

Jugendliche aus aller Welt diskutieren beim Weltjugendtag

14. Juli 2016 - 13:17
Wie können sich junge Christinnen und Christen aus ihrem Glauben heraus für eine gerechte Zukunft einsetzen? Diese Frage diskutieren Jugendliche und junge Erwachsene aus der ganzen Welt beim International Youth Hearing des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der polnischen katholischen Jugendorganisation Katolickie Stowarzyszenie Młodzieży (KSM) in Kooperation mit Renovabis und Misereor während des Weltjugendtags, der vom 26. bis zum 31. Juli 2016 in Krakau (Polen) stattfindet. Am Mittwoch, 27. Juli 2016, von 14.00 bis 17.00 Uhr wird dabei das Leitwort des Weltjugendtags „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) Ausgangspunkt der Diskussion sein.

„Als junge Katholikinnen und Katholiken leben wir nicht im luftleeren Raum, sondern in einer Welt, die an vielen Stellen ungerecht ist. Auf Grundlage des Evangeliums wollen junge Menschen aktiv daran arbeiten, dass die Welt besser wird. Dafür bietet das International Youth Hearing ein Forum“, erläutert Wolfgang Ehrenlechner, BDKJ-Bundesvorsitzender.

Die Dialogveranstaltung fügt den geistlichen und katechetischen Dimensionen des Weltjugendtags eine politische hinzu. „Junge Menschen können hier erfahren, dass sie in ihrem Engagement nicht allein sind. Auf der ganzen Welt setzen junge Menschen die Barmherzigkeit Gottes in konkrete Taten um“, erläutert Magdalena Orańska, Diözesansekretärin des polnischen Partners KSM im Erzbistum Wrocław. „Junge Menschen haben einen ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht in der Welt. Wir sind gespannt auf ihre Meinungen und Lösungen für eine gerechtere und barmherzige Welt“, ergänzt Wolfgang Ehrenlechner.

Das International Youth Hearing ist Teil des offiziellen Programms des Weltjugendtags und lädt die Teilnehmenden zum Dialog ein. Nach einem Impuls, der die Verbindung zwischen Glauben und dem Einsatz für eine gerechte Welt aufzeigt,  präsentieren Gruppen aus Syrien, Brasilien, Polen und Deutschland ihr Engagement in verschiedenen Bereichen. Später tauschen sich die jungen Menschen in kleineren Gruppen zu den Themen Gleichberechtigung, Frieden, Integration und Umwelt aus. Die Veranstaltung endet mit der Präsentation der Gruppenergebnisse.

Der BDKJ lädt seit dem Weltjugendtag 2005 in Köln Jugendliche während des Weltjugendtags zum International Youth Hearing ein. Programm, Ablauf und Informationen sind auf der Internetseite des BDKJ unter www.bdkj.de/IYH und auf der Facebook-Veranstaltung verfügbar.

Hinweise:
  • Ort: University of Science and Technology, AGH, Gebäude D-14, ul. Antoniego Gramatyka 10, 30-962 Krakau, Polen.
  • Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Teile davon werden simultan auf Deutsch und Polnisch übersetzt.
  • Um eine Voranmeldung per E-Mail an presse(at)bdkj.de wird gebeten.
  • Ausführliche Informationen rund um den Weltjugendtag, die Liste der teilnehmenden deutschen Bischöfe, die Programmstruktur sowie Hintergrundinformationen sind im Dossier „Weltjugendtag 2016“ verfügbar.
  • Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtages unter www.wjt.de sowie auf der polnischen Internetseite des Weltjugendtags – www.krakow2016.com/de.

Erzbischof Dr. Stefan Heße reist in den Libanon

14. Juli 2016 - 12:23
Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße, reist vom 15. bis zum 18. Juli 2016 nach Beirut (Libanon). Erzbischof Heße will sich vor Ort darüber informieren, wie die Aufnahme der Flüchtlinge organisiert ist und welche Herausforderungen und Schwierigkeiten es gibt. Darüber hinaus möchte er den Flüchtlingen Solidarität zeigen und die Leistung der Menschen und Hilfswerke würdigen. Insbesondere die Caritas leistet vor Ort eine unverzichtbare Hilfe, ebenso sind die Malteser stark engagiert.

Der Libanon hat seit Beginn des Krieges in Syrien mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen – bei einer Bevölkerung von gut 4,6 Millionen Menschen. Schwerpunkt der Reise wird der Besuch von verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in der Bekaa-Ebene sein, wo Erzbischof Heße mit Flüchtlingsfamilien zusammentrifft. Weitere Begegnungen sind unter anderem mit der „Adyan-Stiftung“ für interreligiöse Studien und spirituelle Solidarität und dem „Jesuit Refugee Service“ geplant.

„Ich möchte mit der Reise ein Zeichen der Solidarität und Unterstützung setzen“, so Erzbischof Heße. Die starke Präsenz der katholischen Kirche im Libanon mit Unterstützung aus zahlreichen Ländern zeigt, dass wir die Menschen vor Ort nicht allein lassen. Gleichzeitig ist es gut, das Ausmaß der Hilfsbereitschaft der libanesischen Gesellschaft selbst zu erleben“, so Erzbischof Heße.

Hinweise für Medienvertreter: Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter „Reise in den Libanon“ verfügbar. Während der Reise von Erzbischof Dr. Stefan Heße sind kürzere Interviews je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle@dbk.de). Fotomaterial der Reise ist kostenpflichtig abrufbereit bei KNA-Bild, Telefon: 0228/26000-192, www.kna-bild.de.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm nehmen zur Situation von Christen in Asylbewerberunterkünften Stellung

12. Juli 2016 - 11:59
In einer gemeinsamen Stellungnahme vom heutigen Tag (12. Juli 2016) äußern sich die Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Situation von christlichen Flüchtlingen und Angehörigen religiöser Minderheiten in deutschen Asylbewerberunterkünften. Um ein genaueres Bild der Lage zu gewinnen, haben die Deutsche Bischofskonferenz und die EKD in den zurückliegenden Monaten Umfragen unter den (Erz-)Diözesen und Landeskirchen sowie bei den kirchlichen Organisationen, die mit der Unterbringung von Flüchtlingen befasst sind, unternommen.

Die Stellungnahme der Vorsitzenden präsentiert auch eine Reihe von Empfehlungen, die darauf abzielen, die Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben in den Flüchtlingsunterkünften zu verbessern. Die Vorschläge richten sich sowohl an die Verantwortlichen in Flüchtlingsunterkünften als auch an Bund, Länder und Kommunen. Die Vorsitzenden bitten nachdrücklich darum, „dass Missstände abgestellt und problematische Strukturen überwunden werden. So wird dem friedlichen Zusammenleben in unserem Land ein guter Dienst erwiesen“.

Hinweise:
  • Die Stellungnahme von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.
  • Alle Informationen rund um das kirchliche Engagement für Flüchtlinge sind auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de zu finden.

XXXI. Weltjugendtag 2016 in Krakau

8. Juli 2016 - 9:52
In 18 Tagen startet im polnischen Krakau der XXXI. Weltjugendtag unter dem Leitthema „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7). Neben Papst Franziskus werden rund 1,5 Millionen junge Pilger in Krakau erwartet. Rund 16.000 deutsche Teilnehmer werden gemeinsam mit 27 Bischöfen in das Nachbarland reisen. Der Weltjugendtag beginnt offiziell mit einem Eröffnungsgottesdienst am Dienstag, 26. Juli 2016, dem der Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanisław Dziwisz, vorsteht. Papst Franziskus feiert am Sonntag, 31. Juli 2016, mit allen Pilgern gemeinsam den Abschlussgottesdienst. Alle deutschen Pilger werden am Mittwoch, 27. Juli 2016, am Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Łagiewniki einen Deutschen Pilgerabend mit anschließender Jugendvesper feiern mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Papst Franziskus hat die Botschaft der Barmherzigkeit dieses Jahr in den Fokus des Weltjugendtages gerückt“, betont Bischof Wiesemann. „Ich hoffe, dass davon ein starker Impuls des Aufbruchs und der Erneuerung ausgehen wird.“

Herzlich laden wir alle Medienvertreter ein zu folgenden Terminen:

Auftakt-Pressekonferenz
am Dienstag, 26. Juli 2016, um 13.00 Uhr
im Goethe-Institut Krakau
(Rynek Główny 20, Krakau)
Abschluss-Pressekonferenz
am Samstag, 30. Juli 2016, um 11.00 Uhr
im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Krakau
(ul. Stolarska 7, Krakau).

Bei den Pressekonferenzen stehen Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung:
  • Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj),
  • Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
  • sowie zwei junge Erwachsene aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart, die beim Weltjugendtag in Krakau teilnehmen: Magdalena Hartmann (19 Jahre) und Jonas Lixenfeld (19 Jahre).
Ausführliche Informationen rund um den Weltjugendtag, die Liste der teilnehmenden deutschen Bischöfe, die Programmstruktur sowie Hintergrundinformationen sind im Dossier „Weltjugendtag 2016“ und untenstehend als Download verfügbar. Bischof Wiesemann freut sich besonders auf die Momente des gemeinsamen Betens. „Wenn so viele junge Menschen auf einmal ganz still werden, dann entsteht dieses wunderbare Gefühl der Gemeinschaft im Glauben.“ Kein Wort sei mehr nötig, keine großen Gesten, sondern allein die Besinnung auf Gott und sein Erbarmen. „Ich wünsche mir, dass ein bisschen von diesem Frieden und dieser Eintracht in die Welt hinausstrahlt. Wir wollen ein Zeichen setzen für alle Menschen“, so Bischof Wiesemann. Für ihn persönlich sei zudem die Gestalt des hl. Johannes Paul II. mit dem Weltjugendtag in Polen verbunden. „Für mich war dieser Papst ein großes Vorbild und Motivator, als ich selbst noch junger Theologiestudent war.“ Die Kirche verdanke ihm die Initiative für die Weltjugendtage. „Dieser polnische Papst war ein Kämpfer für die europäische Integration“, betont der Jugendbischof. „Es tut uns gut, in Zeiten der wachsenden Nationalismen immer wieder an Lichtgestalten und Vorkämpfer des länderübergreifenden Dialogs erinnert zu werden.“ Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), freut sich über die große Zahl der jugendlichen Teilnehmer. „Viele haben sich intensiv auf das Gastgeberland Polen, die deutsch-polnische Geschichte, aber vor allem auch auf das Thema der Barmherzigkeit Gottes vorbereitet.“ Die Auslieferung der Pilgerhüte und -bücher hat vergangene Woche begonnen – die Vorfreude steige bei den Beteiligten jetzt spürbar. „In Krakau laufen die Vorbereitungen in vollen Zügen, um für die Ankunft der Pilger bestens vorbereitet zu sein“, ergänzt Bianka Mohr, Leiterin der afj, und weist auf die Möglichkeit einer Last-Minute-Registrierung für den Weltjugendtag hin. Der Bundespräses des BDKJ, Pfarrer Dirk Bingener, betont die gesellschaftliche Dimension des Weltjugendtags. „Die derzeitigen politischen Ereignisse machen deutlich, wie wichtig es ist, sich auf europäischer und internationaler Ebene zu begegnen, um gemeinsam und solidarisch die Herausforderungen zu meistern, die vor uns liegen“, stellt Pfarrer Bingener fest. „Der Austausch, das Gebet und die Begeisterung so vieler junger Menschen auf dem bevorstehenden Weltjugendtag werden dazu ein wichtiges und ermutigendes Zeichen aussenden.“ Unmittelbar vor dem Weltjugendtag in Krakau finden die „Tage der Begegnung“ (20. bis 25. Juli 2016) in den polnischen (Erz-)Bistümer statt. Die Pilger können während dieser Zeit die Menschen aus den unterschiedlichen polnischen (Erz-)Bistümern kennenlernen und werden jungen Menschen aus vielen Nationen begegnen. Das Organisationskomitee des Weltjugendtags versteht sein Land in dieser Zeit als „Campus Misericordiae“ – „Feld der Barmherzigkeit“. Das International Youth Hearing vom BDKJ und dem polnischen Jugendverband Katolickie Stowarzyszenie Młodzieży (KSM) in Kooperation mit Renovabis und Misereor ist eine Dialogveranstaltung für die Teilnehmenden des Weltjugendtags und findet am Mittwoch, 27. Juli 2016, von 14.00 bis 17.00 Uhr in der Wissenschaftlich-Technischen Universität Krakau statt. Beim International Youth Hearing diskutieren junge Menschen entwicklungspolitische Themen und deren Verknüpfung zum eigenen Glauben und Handeln. Thematische Grundlage ist der Zusammenhang von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Der Austausch mit jungen Menschen aus der ganzen Welt soll Inspiration und Motivation für die Teilnehmenden sein, sich weiter in ihren Bezügen zu engagieren. Die Veranstaltung ist in englischer Sprache.

Hinweise:
  • Wir bitten um eine kurze formlose Anmeldung, wenn Sie an den Pressekonferenzen teilnehmen möchten per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.
  • Ausführliche Informationen rund um den Weltjugendtag, die Liste der teilnehmenden deutschen Bischöfe, die Programmstruktur sowie Hintergrundinformationen sind im Dossier „Weltjugendtag 2016“ verfügbar.
  • Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtages unter www.wjt.de sowie auf der polnischen Internetseite des Weltjugendtags – www.krakow2016.com/de.
  • Weitere Informationen zum International Youth Hearing sind unter www.bdkj.de/iyh verfügbar.
  • Unter www.renovabis.de sind weitere Informationen sowie Gesprächspartner zu finden.

44. Treffen der Generalsekretäre der Europäischen Bischofskonferenzen beendet

4. Juli 2016 - 15:20
Schwerpunktthema des 44. Treffens der Generalsekretäre der Europäischen Bischofskonferenzen war die Solidarität als konkrete Form der Barmherzigkeit. Vom 30. Juni bis 3. Juli 2016 befassten sich die Generalsekretäre in Berlin mit drei Fragen der Solidarität der Kirche in Europa: 1. Aufnahme und Integration von Migranten und Flüchtlingen, 2. Familien im Licht des Nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia und der beiden vergangenen römischen Bischofssynoden sowie 3. die Solidarität unter den einzelnen Bischofskonferenzen. Darüber hinaus wurde über aktuelle Fragestellungen zum Brexit und zur Zukunft der Europäischen Union diskutiert.

Die Tagung wurde am Donnerstag, 30. Juni 2016, vom Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofkonferenzen (CCEE), Msgr. Duarte da Cunha, eröffnet. In seiner Begrüßung betonte er, dass der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen nicht nur allgemein eine kirchliche Einrichtung sei, sondern einen spezifischen Raum biete, in dem Repräsentanten der Kirche in Europa Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven diskutieren könnten. Eine grundsätzliche Herausforderung sei es, die soziale und kirchliche Einigkeit in einer pluralistischen Welt zu fördern. Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, stellte den Generalsekretären die Kirche in Deutschland vor.

Bei einem Austausch mit Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE), betonte dieser die engen Beziehungen, die seit jeher das Christentum mit der europäischen Kirche verbinde: „Was wir brauchen, ist eine Erneuerung der Evangelisierung. Dazu müssen wir das Evangelium und unseren Einsatz für Europa miteinander verbinden. Das Evangelium ist eine, ja die zentrale Botschaft für den europäischen Kontinent. Wir können Europa nicht verstehen ohne unseren Glauben, das Evangelium. Und: Wir können die Kirche nicht verstehen ohne die Geschichte der Freiheit, die wir auf diesem Kontinent erlebt haben. Der Weg der Kirche ist der Auftrag, Menschen zum verantwortlichen Umgang mit der Freiheit zu ermutigen und anzuleiten. Dazu ist es notwendig, die Qualität unserer Arbeit immer im Blick zu haben. Denn nur von dieser Qualität aus können wir die Menschen erreichen.“

Der Freitagvormittag (1. Juli 2016) diente der Vertiefung des Themas Flüchtlingshilfe. Der Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, erläuterte die deutsche Einwanderungspolitik und die Schwierigkeiten, sich auf eine gemeinsame, europaweite Einwanderungspolitik zu einigen – auch im Hinblick auf die größer gewordene, unbegründete Angst vor Flüchtlingen, die teils zu Ausbrüchen echten Fremdenhasses führten. De Maizière wies darauf hin, dass manche Schwierigkeiten auch von der Sprache herrührten, mit der die Flüchtlingsbewegung beschrieben würde. „Sie berührt nicht mehr die Herzen und den Geist der Menschen“, sowohl der Bürger Europas als auch der Migranten auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Viel zu oft, darin waren sich die Generalsekretäre einig, werde das Phänomen der Migranten als „Krise“ anstatt als Chance für die Länder bezeichnet. Ebenso wie in Deutschland werde auch in anderen Ländern der „außergewöhnliche“ und großzügige Beitrag anerkannt, mit dem die Kirche auf die Notsituation der Flüchtlinge antworte, so de Maizière.

In ihren Vorträgen berichteten der Patriarch von Antiochien, Ignazio Giuseppe III. Younan, und der Delegierte des SCEAM-SECAM (Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar), Bischof Jean-Vincent Ondo Eyene (Oyem/Gabun), von dem Leid und der Not derer, die sich in der Hoffnung auf Zuflucht auf den Weg nach Europa machen.

Am Freitagnachmittag berichtete Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, von seinen Erfahrungen bei der Bischofssynode über die Familie (Oktober 2015). Für ihn liege die größte Herausforderung darin, den Menschen das Sakrament der Ehe und das Verständnis einer christlichen Ehe nahezubringen. Der Generalsekretär des CCEE, Msgr. Duarte da Cunha, berichtete, wie die einzelnen Bischofskonferenzen die Vorgaben umsetzen wollen, die Papst Franziskus in seinem Nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia benennt. Es zeige sich, dass die Bischofskonferenzen den Fokus auf die Ehevorbereitung legen. Dabei sei die Familie als Ursprung und Ziel einer zentralen seelsorgerischen Handlung der Kirche hervorzuheben.

Zum Thema der Solidarität unter den einzelnen Bischofskonferenzen, wie es sich in der Dynamik der kirchlichen Synodentätigkeit ausdrückt, hielt der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, einen Vortrag. „Die Synodalität ist kirchliche Haltung und Praxis zugleich, die mit der Einrichtung der Bischofssynode konkrete Form annimmt. Sie ist eine Dimension des kirchlichen Lebens, die die Wahrung der Einheit der Kirche auch in der Diversität des Ausdrucks und der seelsorgerischen Antworten ermöglicht.“ Die Diskussion wurde am Samstag, 2. Juli 2016, fortgesetzt. Darüber hinaus berichteten auch die CCEE, die ComECE sowie einzelne Generalsekretäre zum Thema der Solidarität zwischen den einzelnen Bischofskonferenzen. Sie betonten, dass Freude, Leid und Hoffnungen einer Bischofskonferenz auch für alle anderen von Interesse seien und somit ebenfalls in deren Verantwortung liegen. Das Treffen endete am Sonntag, 3. Juli 2016, mit einer Heiligen Messe in der St.-Hedwigs-Kathedrale, der Erzbischof Koch vorstand.