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Aktualisiert: vor 1 Stunde 28 Minuten

Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019

21. Mai 2019 - 9:40

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 44. Interkulturellen Woche ein. Sie findet vom 22. bis 29. September 2019 statt und steht unter dem Leitthema: „Zusammen leben, zusammen wachsen“. Geplant sind mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten im gesamten Bundesgebiet.

In ihrem Gemeinsamen Wort heben die drei Vorsitzenden hervor, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher kultureller Prägung für alle Beteiligten die Chance zum persönlichen Wachstum biete: „Zunächst einmal wachsen wir, indem wir uns von unserem ‚fremden‘ Gegenüber eine Welt eröffnen lassen, die uns bislang unbekannt war. Das Erlernen einer anderen Sprache erschließt uns eine andere Mentalität und lässt uns eine andere Kultur lebendig werden. Der Dialog mit Angehörigen anderer Kulturen und Religionen erweitert unseren Horizont.“ Darüber hinaus lenken Kardinal Marx, Landesbischof Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos den Blick auf das Leitbild menschlicher Größe, das im Evangelium zum Ausdruck komme. Es bestehe darin, „andere in ihrem Anders-Sein wahrzunehmen, sie sogar in Demut höher einzuschätzen als sich selbst und ihnen dabei echtes Wohlwollen entgegenzubringen“.

Die Vorsitzenden machen darauf aufmerksam, dass die Menschen weltweit im Zuge der Globalisierung, erhöhter Mobilität und nahezu uneingeschränkter Kommunikationsmöglichkeiten immer näher zusammenrücken. In dieser Situation sehen sie eine wichtige Aufgabe darin, „mit aller Kraft daran zu arbeiten, dass dies zu einem Wachstumsschritt in Richtung eines friedlichen Miteinanders über alle Unterschiedlichkeiten hinweg führt“. Die kulturell vielfältige Gesellschaft fordere jede und jeden Einzelnen heraus. „Wir treffen permanent auf Menschen, die uns in irgendeiner Weise fremd sind, sei es, weil sie eine andere Sprache sprechen, sei es, weil sie von einer anderen Kultur geprägt sind oder einer anderen Religion angehören, oder sei es, weil sie eine politische Position vertreten, die unserer eigenen Überzeugung zuwiderläuft. Jedem Einzelnen mit Aufmerksamkeit und Respekt zu begegnen, trägt dazu bei, dass in unserer Gesellschaft Gräben der Ignoranz, Mauern der Abschottung und Fronten des Hasses überwunden werden.“

Die Interkulturelle Woche sei ein lebendiges Zeichen dafür, wie es gelingen könne, zusammen zu leben und zusammen zu wachsen. „Sie schenkt Freude am Miteinander und macht Mut, unser gesellschaftliches Zusammenleben zu gestalten.“ Die Vorsitzenden wenden sich mit einem Wort des Dankes an alle, die sich vor Ort für die Anliegen der Interkulturellen Woche einsetzen, und „wünschen ihnen gute Erfahrungen und Gottes Segen für ihr Engagement“.


Hinweise:

Das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019 ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien (Materialheft, Plakate und Postkarten) erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz reist nach Äthiopien

20. Mai 2019 - 9:30

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), reist heute (20. Mai 2019) nach Äthiopien. Bis zum 24. Mai 2019 wird er sich dort über die Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen informieren.

Zu Beginn seiner Reise erklärt Erzbischof Heße: „Mit etwa einer Million Flüchtlingen ist Äthiopien das zweitwichtigste Aufnahmeland Afrikas. Hinzu kommen etwa drei Millionen Äthiopier, die infolge von Konflikten innerhalb ihres eigenen Landes Schutz suchen. Ich reise nach Äthiopien, um zu lernen. Wie bewältigt eine Gesellschaft die Herausforderungen von Flucht und Migration, gerade unter widrigen Bedingungen? Und ich reise nach Äthiopien, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen: mit all jenen, die in dem ostafrikanischen Land Schutz suchen, und mit all jenen, die ihnen zur Seite stehen.“

Im Zentrum der Reise wird die Begegnung mit Geflüchteten stehen. So wird Erzbischof Heße in Nordäthiopien ein Lager für eritreische Flüchtlinge besuchen, in der Region Gambella mit Geflüchteten aus dem Südsudan zusammenkommen und sich in der Nähe von Gondar über die Lage der Binnenvertriebenen informieren. Gleichzeitig wird der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen Gespräche mit kirchlichen Verantwortungsträgern führen, darunter mit dem Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel CM, dem Bischof der Eparchie Bahir Dar-Dessie, Lisane-Christos Matheos Semahun, Priestern der Eparchie Adigrat sowie Vertretern der Jesuiten und Salesianer Don Boscos. Das Programm bietet zudem Gelegenheit zum Austausch mit der deutschen Botschafterin Brita Wagener, mit Vertretern der äthiopischen Regierung, der Afrikanischen Union, des äthiopischen Flüchtlingsamts ARRA, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie mit Experten des Alumni-Netzwerkes des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD).

Als eines der ersten Länder weltweit implementiert Äthiopien den sogenannten „Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen“ (CRRF), einen zentralen Bestandteil des Globalen Flüchtlingspakts, der im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung in New York angenommen wurde. Obgleich Katholiken in Äthiopien nur eine kleine Minderheit sind, leisten katholische Initiativen in dem Land einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen.


Wichtige Hinweise für Medienvertreter:

Alle Informationen zur Reise sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter Reise nach Äthiopien verfügbar.
Kürzere Interviews mit Erzbischof Heße sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).
Fotos der Reise in Druckqualität sind kostenfrei verfügbar. Die Foto-Auswahl wird während der Reise ständig erweitert.
Link zur Foto-Auswahl: https://gallery.joernneumann.de/dbk_reise_aethiopien 
Die Copyright-Angabe ist: © Deutsche Bischofskonferenz/Jörn Neumann.

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