Augenblicke der Besinnung

Wo Gott nicht den ersten Platz einnimmt,
... wird die Menschenwürde aufs Spiel gesetzt.
Daher ist es dringend geboten,
den heutigen Menschen dazu zu führen,
das wahre Antlitz Gottes,
der sich uns in Jesus Christus offenbart hat,
zu entdecken.

Papst Benedikt XVI. (2005)
















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Aktuelle Meldungen
Aktualisiert: vor 1 Stunde 17 Minuten

Lesung zu Christi Himmelfahrt aus der Apostelgeschichte

24. May 2017 - 15:21
Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.

Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.

Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien und bis an die Grenzen der Erde.

Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Schrifttext: Apg 1,1-11 Christi Himmelfahrt ist jedes Jahr am 40. Tag nach Ostersonntag und wird 2017 am 25. Mai gefeiert.

Wechsel in der Geschäftsführung des Verlages Katholisches Bibelwerk

24. May 2017 - 14:54
Die verlegerische Geschäftsführung beim Stuttgarter Verlag Katholisches Bibelwerk übernimmt zum 1. Juli 2017 die derzeitige Programmleiterin Daniela-Maria Schilling. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Winfried Kuhn wird sie künftig den Bibelwerk-Verlag leiten.

Die gelernte Buchhändlerin, Germanistin und Theologin Schilling folgt auf den Theologen und Medienbetriebswirt Joachim Traub. Dieser hat das kircheneigene Stuttgarter Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten reorganisiert und personell erneuert. Traub wird im Sommer dieses Jahres aus persönlichen Gründen nach Freiburg zurückkehren, wo er eine Leitungsaufgabe in der Administration des Erzbistums Freiburg antritt.

„Hass gehört nicht ins Stadion“: Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale am 27. Mai 2017 in Berlin

24. May 2017 - 13:29
Wie in den vergangenen Jahren laden die evangelische und katholische Kirche in Deutschland am Tag des DFB-Pokalfinales zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ein. Der Gottesdienst steht unter dem Leitthema „Hass gehört nicht ins Stadion“ – einem Zitat von Berti Vogts, das angesichts von immer wieder auftretender Gewalt bei Fußballspielen nicht an Aktualität verliert.

Der ökumenische Gottesdienst findet statt am:
Samstag, 27. Mai 2017,
um 11.30 Uhr
in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Breitscheidplatz)
in Berlin.


Die Predigt wird Dr. Dr. h. c. Volker Jung, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, halten. Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, führt in den Gottesdienst ein, an dem auch der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer (Berlin), mitwirkt.

Am Gottesdienst beteiligen sich außerdem: DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius, Fan-Vertreter sowie Vertreter der freiwilligen Helfer und der Polizei.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme am ökumenischen Gottesdienst eingeladen.

Kardinal Marx zum Anschlag in Manchester

23. May 2017 - 17:23
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft ComECE, Kardinal Reinhard Marx, schreibt in seiner Kondolenz an den Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Kardinal Vincent Gerard Nichols, zu dem gestrigen (22. Mai 2017) Anschlag in Manchester:

„Mit Bestürzung und großer Trauer habe ich die Nachricht von dem Selbstmordattentat in Manchester aufgenommen, bei dem vor allem viele junge Menschen zu den Opfern zählen. Ich übermittle Ihnen, den Gläubigen und Ihrem Land mein tief empfundenes Mitgefühl in diesen schmerzlichen Stunden.

Dass bei einem Pop-Konzert mit Absicht so viele junge Menschen getötet und verletzt werden, macht uns fassungslos. Das Attentat trifft England und ganz Europa. Mehr denn je müssen wir zusammenstehen für Frieden, Humanität und Solidarität.

Meine Gedanken und Gebete sind bei den Toten, den Verletzten und deren Angehörigen. Angesichts der sinnlosen Gewalt versagen jegliche Worte. Sie dürfen sicher sein, dass die Kirche in Deutschland Ihnen im Gebet verbunden ist.“

Katholisch in Lutherstadt – Veranstaltungsangebote der katholischen Kirche während der Weltausstellung Reformation

19. May 2017 - 15:19
Anlässlich der morgen (20. Mai 2017) beginnenden Weltausstellung Reformation in Wittenberg, sind heute die Veranstaltungsangebote der katholischen Kirche während der Weltausstellung eröffnet worden. Unter dem Leitthema „Katholisch in Lutherstadt“ wollen die verschiedenen Veranstaltungen dazu beitragen, über die katholische Kirche und die Reformation ins Gespräch zu kommen. Die katholische Kirche möchte so während der Weltausstellung Reformation ein Zeichen der gewachsenen ökumenischen Verbundenheit setzen. Der Bischof von Magdeburg und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, hob bei der Eröffnung hervor, dass die katholische Kirche Gastgeber und Gast zugleich sei: „Als Gastgeber heißen wir alle Besucher der Stadt Wittenberg und der Weltausstellung zu unseren Angeboten willkommen.“ Gleichzeitig sei man auch gerne Gast: „Als Gast bringt man zu einer Feier Geschenke mit. Unseres ist die katholische Tradition, die in der Wittenberger Gemeinde gelebt wird“, so Bischof Feige.

Die vielfältigen Veranstaltungsangebote bei „Katholisch in Lutherstadt“ werden vier Monate lang wochenweise von (Erz-)Bistümern und Hilfswerken durchgeführt. Täglich laden Kurzmeditationen zu jeder vollen Stunde und eine abendliche Vesper zum Innehalten und gemeinsamen Gebet ein. Sonntags um 10.30 Uhr findet eine Eucharistiefeier statt. Das Gesprächsangebot „Was ich schon immer einen Katholiken fragen wollte“ bittet täglich um 15.00 Uhr Besuchern die Möglichkeit, sich mit katholischen Christen auszutauschen. Kulturelle und akademische Veranstaltungen an den Wochenenden runden das Programm ab. Außerdem gibt es ein Kirchencafé, das vom Augustinuswerk e. V. betreut wird. In zwei Ausstellungen wird die Thematik erweitert: „Katholisch den Glauben feiern“ erschließt den katholischen Kirchenraum und „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ beleuchtet die Geschichte der katholischen Pfarrei in Wittenberg. Beide Ausstellungen wurden vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik von der Universität Halle-Wittenberg konzipiert.

An der Ausstellungseröffnung und der anschließenden Vesper in der katholischen Kirche von Wittenberg nahm neben Mitgliedern des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und weiteren Partnern der Ökumene auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr.  Reiner Haseloff teil. In seinem Grußwort würdigte der Ministerpräsident den katholischen Beitrag zum Reformationsgedenken. „Es ist ein entscheidendes Signal, dass wir uns in einem ökumenischen Geist an die Reformation erinnern und heute mehr das Verbindende suchen als das, was uns trennt“, sagte Ministerpräsident Haseloff.

Bischof Feige dankte bei der Eröffnung den (Erz-)Bistümern und Hilfswerken, ein ansprechendes und vielfältiges Programm entwickelt zu haben und sprach von einem Zeichen „deutschlandweiter Solidarität“. Mit Blick auf die Ökumene betonte er: „Dass Katholiken und Protestanten in Wittenberg so gut miteinander kooperieren, war – wie wir aus der Geschichte wissen – nicht immer der Fall. Von Herzen bin ich darum für die vielen ökumenischen Geschenke dankbar, die uns das Christusfest schon beschert hat, und hoffe, dass wir mit den katholischen Angeboten ein weiteres Geschenk hinzugeben können. Ich wünsche Ihnen und allen Besucherinnen und Besuchern der Weltausstellung anregende Erkenntnisse und Freude beim Entdecken der vielfältigen Angebote von ‚Katholisch in Lutherstadt‘.“


Hinweise:
Das aktuelle Programm und weitere Informationen zum Projekt „Katholisch in Lutherstadt“ sind unter www.katholisch-in-lutherstadt.de verfügbar. Das Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.

Positive Bilanz zum Projekt „Valerie und der Priester“

19. May 2017 - 9:46
Eine positive Bilanz des einjährigen Projektes „Valerie und der Priester“ hat der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste, Bischof Dr. Felix Genn (Münster), gezogen. Die Berliner Journalistin Valerie Schönian hat den Priester Franziskus von Boeselager ein Jahr lang begleitet und ihre gemeinsamen Erlebnisse im gleichnamigen Blog www.valerie-und-der-priester.de in Texten und Videos festgehalten. „Das Projekt ist ein wertvoller Beitrag zur Stärkung und Wahrnehmung des Priesterbildes gewesen. Gleichzeitig sind die vielen verschiedenen Beiträge der Journalistin Valerie Schönian Anregungen, den Glauben zu verstehen. Kaplan von Boeselager bin ich dankbar, dass er sich auf dieses Experiment eingelassen hat, und Frau Schönian danke ich, dass sie vorurteilsfrei, in einer bemerkenswerten, erfrischenden Offenheit auf die Kirche zugegangen ist und die Kirche als lebendigen Glaubensort erfahren hat“, so Bischof Genn. Der Erfolg des Projektes gerade im Internet und den Sozialen Netzwerken zeige, dass das Thema „Priester“ aktuell sei. „Wir müssen den Mut haben, zu experimentieren: Wie ein solches Experiment geht, hat das Projekt ‚Valerie und der Priester‘ gezeigt – unverkrampft und fröhlich, suchend und auch zweifelnd, lernend und verstehend über den Priester und das priesterliche Leben zu sprechen und zu schreiben“, so Bischof Genn.

Das Projekt, das vor einem Jahr begonnen wurde und an diesem Wochenende abgeschlossen wird, lag in der Verantwortung des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz. Es hat sich zu einem der erfolgreichsten Angebote der katholischen Kirche im Internet entwickelt. In den Sozialen Medien erreichte es regelmäßig mehrere 100.000 Leser pro Monat, den Blog lasen im Schnitt monatlich 60.000 Menschen. Auf Facebook haben 14.000 Personen das Projekt abonniert und trugen mit ihren Fragen und Kommentaren zur Weiterentwicklung bei. Die Zahl der erreichten Nutzer in den Sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, YouTube) liegt bei bis zu einer Million im Monat.

Bei einer abschließenden Pressekonferenz in der Pfarrgemeinde in Münster-Roxel, in der Kaplan von Boeselager tätig ist, erläuterte der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz, Pfarrer Michael Maas, das Projekt, das bewusst offen gestaltet war und sich in alle Richtungen entwickeln konnte. „Wir sind dieses Risiko eingegangen, weil es uns ein Anliegen war, den Beruf – und mehr noch die Berufung – des Priesters in der Öffentlichkeit umfassend zu zeigen“, so Pfarrer Maas. Interessant habe sich vor allem die Leserschaft entwickelt, von zunächst einer der Kirche nahe stehenden Öffentlichkeit, dann aber hin zu immer mehr kirchenfernen Menschen, die so die Chance hatten, sich mit einem Vertreter der Kirche auseinanderzusetzen.

Kaplan von Boeselager, der bewusst erst zum Abschluss des Projektes den Blog von Valerie Schönian über sich gelesen hatte, erklärte, dass das Jahr noch lange in ihm nachwirken werde: „Zwischen Valerie und mir herrschte von Anfang an Offenheit und Ehrlichkeit. Ich denke, nur so war es möglich, sich wirklich zuzuhören und aufeinander einzulassen. Das haben wir, voll und ganz, und das haben die Leserinnen und Leser gemerkt: Wir waren echt, das Projekt war echt.“ Außerdem habe ihm das Jahr gezeigt, wie wichtig es sei, zum Glauben Zugänge zu finden, die Menschen verstehen. „Wir brauchen eine Sprache, die ankommt. Mein Ziel vor diesem Jahr war, den Menschen zu zeigen, wie viel mir der Glaube und die lebendige Beziehung mit Jesus Christus geben. Damit die Leser sehen, dass diese Tür auch für sie offen steht. Dieser Blog war für mich die Möglichkeit, Dienst zu tun, indem ich Zeugnis ablege“, so Kaplan von Boeselager.

Valerie Schönian zeigte sich beeindruckt über die Offenheit von Kaplan von Boeselager in dem Projekt. Sie habe verstanden, warum er Priester sei. „Ich nehme aus diesem Jahr außerdem mit, wie viel der Glaube und Gott einem geben können.“ Sie selbst werde jetzt nicht katholisch, aber „ich durfte kennenlernen, warum Menschen das sind, es gibt ihnen unter anderem Gemeinschaft, Halt, Hoffnung und Frieden. Ich habe einen anderen Blick auf Glaubensdinge bekommen.“ In dem Jahr habe sie alle Themen mit Kaplan von Boeselager angesprochen, auch kontroverse Fragen. „Das ist eine große Botschaft, die ich für mich aus dem Projekt mitnehme: Wir können herzlich miteinander umgehen, auch wenn wir verschieden sind und andere Standpunkte haben“, so Valerie Schönian. Auf der Pressekonferenz fügte sie am Ende hinzu: „Heute ist es kein ‚Leb wohl‘, sondern eher ein ‚Auf Wiedersehen‘. Unsere Geschichte heißt dann aber nicht mehr ‚Valerie und der Priester‘, sondern einfach ‚Valerie und Franziskus‘.“

Hinweise:
Das Projekt „Valerie und der Priester“ kann in den Sozialen Netzwerken im Internet verfolgt werden. Auf der Internetseite www.valerie-und-der-priester.de, auf Facebook, Twitter und YouTube hat Valerie Schönian dokumentiert, was sie in diesem Jahr erlebt hat. Die Statements von Pfarrer Michael Maas, Kaplan Franziskus von Boeselager und Valerie Schönian sowie weitere Zahlen und Fakten rund um das Projekt finden Sie untenstehend als pdf-Dateien zum Herunterladen.

Gebetstag für die Kirche in China am 24. Mai 2017

18. May 2017 - 9:49
Zum diesjährigen Gebetstag für die Kirche in China ruft der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr.  Ludwig Schick (Bamberg), die Katholiken in Deutschland auf, für die Einheit und Freiheit der Kirche in China zu beten. „Die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen Vertretern des Heiligen Stuhls und Chinas befinden sich in einer sehr wichtigen Phase“, betont Erzbischof Schick im Vorfeld des Gebetstags, der jährlich am 24. Mai begangen wird. „Es geht um wesentliche Fragen zur Einheit der Kirche und ihrer Freiheit.“

„Die Einheit der Kirche zu wahren und zu garantieren, ist dem Papst aufgetragen. Deshalb fordert das Kirchenrecht, dass der Nachfolger des hl.  Petrus alle Bischöfe auf der ganzen Erde frei ernennen und mit allen Ortskirchen ungehindert kommunizieren kann“, so Erzbischof Schick. Hinsichtlich der Ernennung von Bischöfen zeichne sich offenbar derzeit ein Konsens zwischen dem Heiligen Stuhl und der chinesischen Regierung ab. „Ein entsprechendes Übereinkommen könnte sich als ein Meilenstein auf dem Weg zur Lösung von anderen noch ausstehenden Fragen erweisen, die für die Kirche in China von größter Bedeutung sind“, betont der Erzbischof.

Zu den weiterhin offenen Fragen gehöre der Umgang mit den mehr als 30  gültig geweihten katholischen Bischöfen in China, denen die staatliche Anerkennung fehlt. Darüber hinaus sei zu klären, wie mit den Bischöfen verfahren werde, die ohne Zustimmung des Heiligen Stuhls geweiht wurden.

Die Möglichkeit, den Glauben in Wort und Schrift sowie durch entsprechende Medien zu verbreiten, Schulen zu gründen oder als Religionsgemeinschaft eigenen Besitz zu haben, bezeichnet der Erzbischof als „weitere Punkte für die Verhandlungen mit dem Staat in China“. „Dies betrifft nicht allein die katholische Kirche, sondern alle in China präsenten Religionsgemeinschaften“, so Erzbischof Schick. „Für die Lösung dieser Fragen werden wir beten und arbeiten.“

Der 24. Mai ist der Tag der traditionellen Wallfahrt zum größten chinesischen Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai. An diesem Tag begeht die katholische Kirche weltweit jedes Jahr den Gebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 eingeführt hat. An diesem Tag sind alle Katholiken aufgerufen, im Gebet ihre Verbundenheit und Solidarität mit den Christen in China zu zeigen.

Hinweise:
Anregungen für Gebete und Fürbitten sowie Hintergrundinformationen über die Lage der Kirche in China sind auf der Internetseite des China-Zentrums e. V. www.china-zentrum.de verfügbar. Das Gebet von Papst Benedikt XVI. zur Muttergottes von Sheshan finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.

Deutsche Bischofskonferenz beteiligt sich an der Initiative kulturelle Integration

16. May 2017 - 10:16
Die Initiative kulturelle Integration hat heute (16. Mai 2017) ihre 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“ in Berlin vorgestellt und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel überreicht. Die Initiative kulturelle Integration ruft Einzelpersonen wie Organisationen, Vereine und auch Unternehmen zur Mitunterzeichnung der Thesen auf. Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration wollen angesichts aktueller Debatten mit ihren 15 Thesen einen Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und kultureller Integration leisten.

Initiatoren sind der Deutsche Kulturrat, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Neben den Initiatoren gehören 23 weitere Mitglieder aus der Zivilgesellschaft, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Medien, der Sozialpartner, der kommunalen Spitzenverbände und der Kultusministerkonferenz der Initiative an.

Die katholische Kirche ist durch den Vorsitzenden der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster), vertreten. Anlässlich der Vorstellung der Initiative betonte Weihbischof Hegge: „Die Integration von Geflüchteten, die in der Regel religiös geprägt sind, wird nur dann gelingen, wenn wir in Deutschland weltanschauliche Neutralität nicht mit Neutralisierung verwechseln. Denn der reiche materielle und geistige Kultur-Schatz unseres Landes wäre ohne die maßgebliche Mitgestaltung der Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften niemals entstanden. Dass dieser Schatz von allen gleichberechtigt genutzt werden kann, ermöglicht zum Beispiel das ‚Kulturdolmetscher‘-Konzept, das von einigen diözesanen Caritasverbänden angestoßen wurde.“

In der Präambel des Thesenpapiers „Zusammenhalt in Vielfalt“ bekräftigen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration, dass Integration alle Menschen in Deutschland betrifft:
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann weder verordnet werden, noch ist er allein eine Aufgabe der Politik. Vielmehr können alle hier lebenden Menschen dazu beitragen. Deutschland ist ein vielfältiges Land. Seit Jahrhunderten leben hier Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Die Mehrzahl derjenigen, die aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, fühlt sich hier zu Hause. Viele sind inzwischen Deutsche. Mit Solidarität haben Gesellschaft und Politik auf die Ankunft vieler Geflüchteter reagiert. Solidarität gehört zu den Grundprinzipien unseres Zusammenlebens. Sie zeigt sich im Verständnis untereinander und in der Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse anderer. Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration treten für eine solidarische Gesellschaft ein.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration setzen besonders auf die Vermittlungskraft der Kultur. Kultur trägt neben der sozialen Integration und der Integration in Arbeit wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Kulturinstitutionen vermitteln Geschichte und Gegenwart.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration stehen für eine weltoffene Gesellschaft. Zuwanderung verändert eine Gesellschaft und erfordert Offenheit, Respekt und Toleranz auf allen Seiten. Dies ist ein langwieriger Prozess, in dem um Positionen gerungen werden muss. Das Schüren von Ängsten und Feindseligkeiten ist nicht der richtige Weg.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration wollen ein geeintes Europa. Der europäische Einigungsprozess ist nicht nur ein Garant für Frieden in Europa und eine wichtige Grundlage für Wohlstand und Beschäftigung, er steht zugleich für kulturelle Annäherung sowie für gemeinsame europäische Werte.
Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration laden Einzelpersonen wie Organisationen, Vereine und auch Unternehmen dazu ein, sich den vorgelegten Thesen anzuschließen, sie zu verbreiten und mit Leben zu erfüllen. Unter kulturelle-integration.de besteht eine Möglichkeit zur Mitzeichnung.

15 Thesen zur kulturellen Integration:
These 1:    Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt  werden.
These 2:    Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten.
These 3:    Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens.
These 4:    Religion gehört auch in den öffentlichen Raum.
These 5:    Die Kunst ist frei.
These 6:    Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.
These 7:    Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte.
These 8:    Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt.
These 9:    Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement.
These 10:  Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie.
These 11:  Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft.
These 12:  Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe.
These 13:  Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen.
These 14:  Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und sozialen Zusammenhalt.
These 15:  Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke.
Hinweise:
Die 15 Thesen und ihre Erläuterungen sind unter kulturelle-integration.de verfügbar. Dort gibt es weitere Informationen sowie die Mitzeichnungsmöglichkeit.

Mitglieder der Initiative kulturelle Integration und Verfasser der 15 Thesen sind:
ARD; Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege; Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände; Bundesministerium des Innern; Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger; Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände; Deutsche Bischofskonferenz; Deutscher Beamtenbund und Tarifunion; Deutscher Gewerkschaftsbund; Deutscher Journalisten-Verband; Deutscher Kulturrat; Deutscher Landkreistag; Deutscher Naturschutzring; Deutscher Olympischer Sportbund; Deutscher Städtetag; Deutscher Städte- und Gemeindebund; Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration; Evangelische Kirche in Deutschland; Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen; Koordinationsrat der Muslime; Kultusministerkonferenz; Neue Deutsche Organisationen; Verband Deutscher Zeitschriftenverleger; Verband Privater Rundfunk und Telemedien; ZDF; Zentralrat der Juden in Deutschland.

100. Jahrestag der Marienerscheinungen in Fatima

12. May 2017 - 9:54
Am kommenden Samstag, 13. Mai 2017, jährt sich der Tag der Erscheinung der Muttergottes in Fatima zum 100. Mal. Papst Franziskus wird aus diesem Grund in den portugiesischen Wallfahrtsort reisen. Anlässlich des Jubiläums von Fatima erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Dankbar dürfen wir am kommenden Wochenende auf den 100. Jahrestag der Erscheinung der Gottesmutter in Fatima schauen. Dieses Jubiläum ist uns Christen ein Ansporn, in Glaube und Frömmigkeit Maria einen Platz in unserem Leben zu geben. Parallel zum Gedenken in Fatima begeht die katholische Kirche in Bayern das 100-jährige Jubiläum des Festes der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns.

Der Besuch von Papst Franziskus in dem portugiesischen Wallfahrtsort ist ein wichtiges Zeichen für die ganze Kirche. Während seines Aufenthaltes wird der Heilige Vater zwei der Seherkinder von 1917 heiligsprechen. Das Motto der Reise ‚Mit Maria – Pilger in Hoffnung und Liebe‘ gibt uns der Papst einen Auftrag mit: als Pilger der Hoffnung und Liebe im Alltag, in unseren Kirchen an der Hand der Gottesmutter österliche Zeugen der Hoffnung für alle Menschen zu werden.

Maria fasziniert die Menschen über alle Zeiten hinweg. Sie verbindet Menschen mit Gott, weil Maria eine besonders innige Beziehung zu ihrem göttlichen Sohn hat. An ihr erkennen wir, wie sich das Leben grundlegend verändern kann, wenn wir erkennen und glauben, dass Gott in Jesus von Nazareth der Bruder aller Menschen geworden ist. Dieses universale Bekenntnis zum menschenfreundlichen Gott und Vater aller ist heute wichtiger denn je! Bei Maria finden wir so Trost, Zuwendung und spüren die Nähe Gottes. Sie ist die große Zeugin der Menschennähe und Menschenfreundlichkeit Gottes und damit ein Ansporn zum Frieden und zur Versöhnung unter den Menschen.

Ich rufe die Gläubigen unseres Landes auf, gerade am Gedenktag von Fatima das Gebet an die Gottesmutter zu richten. Die Kirche und die Welt brauchen die Fürbitte und den Schutz Mariens. Daran soll uns Fatima im 100. Jahr erinnern.“

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2017 verliehen

11. May 2017 - 11:53
Zum 28. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz heute den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Die Autorin Anna Woltz und die deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann erhalten die Auszeichnung für das im Carlsen Verlag erschienene Buch „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“.

In einem gemeinsamen Festakt des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises und der STUBE, Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Erzdiözese Wien, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, übergab der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) die Preisträgerstatuette an die Übersetzerin Andrea Kluitmann. Die Autorin Anna Woltz konnte nicht zur Preisverleihung anreisen.

In seiner Begrüßung im Erzbischöflichen Palais in Wien unterstrich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, die Wichtigkeit von Kinder- und Jugendliteratur für die Entwicklung und religiöse Sprachfähigkeit: „Die Bedeutung von Kinderliteratur für das gemeinsame Lesen und Lernen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist wirklich wunderbar, sich auf die Welt eines Buches einzulassen, ja darin einzutauchen. Und Literatur hat einen wesentlichen Anteil daran, die Sprache einzuüben. Die Sprache macht es erst möglich, die eigenen Erfahrungen ins Wort zu bringen und Antworten zu geben, wenn Menschen fragen oder wenn Gott ruft.“

Bischof Fürst betonte den Weg, den Fitz, die zwölfjährige Protagonistin des Buches „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“, geht und der sich auf diesen einen Tag im Krankenhaus zu konzentrieren scheine. „Es geht um die Frage, was menschliche Beziehungen und Bindungen wert sind – in ihrer Veränderlichkeit und ihrer Brüchigkeit.“ Fitz mache die Erfahrung, „dass sie nicht allein durch die Veränderungen gehen muss, sondern dass Beziehungen auch neu entstehen, tragen und beflügeln können. Sie macht die Erfahrung, dass es hilft, sich auseinanderzusetzen, da zu bleiben und neue Beziehungen einzugehen. Sie wird dadurch ein Stück heil und hilft gleichzeitig anderen, ein Stück heiler zu werden.“ Die Geschichte von Anna Woltz komme „ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit ganz viel Witz und Lebensfreude daher. Das sorgt dafür, dass sie bei aller Tiefe und Lebensweisheit nie schwer wird, sondern mit einer ungeheuren Leichtigkeit bezaubert“, so Bischof Fürst.

In einem parallel zur Preisverleihung veröffentlichten Video-Grußwort bedankte sich die Autorin Anna Woltz bei der Jury für die Auszeichnung: „Es ist eine große Ehre und so wunderbar, dass mein Buch unter so vielen anderen tollen Büchern ausgewählt wurde.“ Zum Beginn ihrer Geschichte glaube die Hauptfigur Fitz nicht mehr an die Liebe. „Sie ist wütend auf ihre Eltern und sie entscheidet sich, sich niemals zu verlieben. Aber dann kommt dieser eine Tag im Krankenhaus. Sie lernt Adam kennen und viele andere Charaktere. Und am Ende des Tages hat Fitz den Mut, wieder zu lieben.“ Fitz lerne, „dass sie nicht ohne Hoffnung leben kann und nicht ohne Liebe. Nicht nur die romantische Liebe, sondern auch die Liebe für ihre Eltern, ihre Geschwister, für ihre neuen Freunde“, so Anna Woltz.

Auch die Übersetzerin Andrea Kluitmann, die den Preis auch im Namen von Anna Woltz entgegengenommen hat, bedankte sich bei der Jury und der Deutschen Bischofskonferenz, „dass sie ‚Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte‘ mit diesem besonderen Preis ausgezeichnet haben“. Sie freue sich sehr, dass mit Anna Woltz eine Autorin ausgezeichnet werde, die Kinder ernst nehme. „Fitz, Adam, Bente und Primula aus ‚Gips‘ dürfen mit all ihren Eigenheiten da sein. Fitzʼ unbändige Wut auf ihre Eltern, Adams schwieriges Verhältnis zu seinem zu früh geborenen Bruder, Primulas vielleicht zunächst albern wirkende Verliebtheit in Doktor Wong: Sie sind echte Kinder mit echten Gefühlen. Ich weiß, dass sich Anna beim Schreiben sehr tief in ihre Figuren einfühlt – sie IST Fitz und die anderen – und wie schwer es ihr fällt, sich wieder von ihren Protagonisten zu trennen, wenn ein Buch fertig ist. Genauso geht es mir als Übersetzerin auch – es ist, als würde man sehr gute Freunde verabschieden.“ Aus diesem Grund freue es sie besonders, dass die Jury den Preis auch an die Übersetzung von „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ verleihe. „Meine Berufsgruppe unternimmt viel, um ein wenig sichtbarer zu werden; wir versuchen, Lesern zu zeigen, wie kreativ unser Fach ist. Fast jedes Wort, jeden Satz hätte man auch anders übersetzen können.“

Die Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises der Deutschen Bischofskonferenz unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 241 Titeln ausgewählt, die von 64 Verlagen eingereicht wurden. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zwischen Autorin (4.000 Euro) und Übersetzerin (1.000 Euro) aufgeteilt. Durch den Abend führte Dr. Reinhard Ehgartner mit Musik von Dr. Matthias Keidel und Lyrik – verfasst und gelesen – von Heinz Janisch.

Zur Autorin
Anna Woltz wurde am 29. Dezember 1981 in London geboren und wuchs in Den Haag auf. Im Alter von 15 Jahren schrieb sie in der niederländischen Tageszeitung „de Volkskrant“ eine regelmäßige Kolumne über ihr Leben in der Schule. 2002 veröffentlichte Anna Woltz ihr erstes Kinderbuch. Seit ihrem Studium der Geschichte in Leiden ist sie als Schriftstellerin und Journalistin tätig.

Die Werke von Anna Woltz wurden mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. So erhielt zuletzt „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ (2013) einen Vlag en Wimpel der Griffeljury, „Hundert Stunden Nacht“ (2014) gewann den Nienke van Hichtum-Preis und „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ (2016) wurde mit dem Gouden Griffel 2016 ausgezeichnet.

Zur Übersetzerin
Andrea Kluitmann wurde 1966 geboren und studierte Germanistik und Niederlandistik in Bochum und Amsterdam. Sie arbeitet als freie Übersetzerin aus dem Niederländischen und übersetzte Werke unter anderem von Hella Haasse und Gerbrand Bakker. Ihre Übersetzung von Do van Ransts Jugendroman „Wir retten Leben, sagt mein Vater“ wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Hinweise:
Die Grußworte von Bischof Dr. Gebhard Fürst, Andrea Kluitmann (Übersetzung) und Anna Woltz (Autorin) sowie eine ausführliche Jurybegründung finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen. Weitere Informationen zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis sind in der Rubrik „Initiativen“ verfügbar.
•    Zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz ist die Arbeitshilfe Nr. 293 „Preisbuch 2017 und empfohlene Bücher“ mit ausführlichen Rezensionen aller Titel sowie das Preisträgerplakat 2017 im Format DIN A1 erschienen. Beides kann kostenlos in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Kirchen veröffentlichen Gemeinsames Wort zur Interkulturellen Woche 2017

11. May 2017 - 8:44
Mit einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur 42. Interkulturellen Woche ein. Sie findet vom 24. bis 30. September 2017 statt und steht unter dem Leitthema „Vielfalt verbindet.“. Deutschlandweit sind mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant.

In der aktuellen Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen geht es nach Auffassung der Kirchen auch um die grundsätzlichen Fragen von respektvollem Miteinander, freiheitlichen Grundrechten und demokratischer Willensbildung: „Als christliche Kirchen sagen wir in aller Klarheit: Politik, die Fremdenfeindlichkeit schürt, von Angst gegen Überfremdung lebt, einseitig nationale Interessen betont, ein nationalistisches Kulturverständnis pflegt und Grundfreiheiten infrage stellt, ist mit einer christlichen Haltung nicht vereinbar.“ Sie äußern die Überzeugung, dass Deutschland mit der Aufnahme von Flüchtlingen zwar stark gefordert, aber nicht überfordert ist.

Die Repräsentanten der Kirchen betonen, dass die Verzweiflung der in Deutschland lebenden Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, die ihre engsten Angehörigen nicht zu sich holen können, die Gesellschaft nicht kalt lassen dürfe: „Für die Kirchen ist das Zusammenleben als Familie ein hohes Gut. Wir bitten den Gesetzgeber, dem grundgesetzlich verbürgten Schutz der Familie in der Flüchtlingspolitik hohe Priorität beizumessen.“ Sie weisen auch darauf hin, dass Asylanträge in einem rechtsstaatlichen Verfahren auch abgelehnt werden können und betonen: „Auch wenn ein Asylbewerber nach Abschluss eines rechtsstaatlichen Verfahrens in seine Heimat zurückkehren muss, trägt unser Land eine Mitverantwortung für sein Wohlergehen. Abschiebungen in lebensgefährliche Gebiete sind inakzeptabel. Kein Mensch darf in eine Region zurückgeschickt werden, in der sein Leben durch Krieg und Gewalt bedroht ist. Die Sicherheit der Person muss stets Vorrang haben gegenüber migrationspolitischen Erwägungen.“

Das Gemeinsame Wort konstatiert eine sich seit Generationen in Deutschland entwickelnde Zuwanderungsgesellschaft, in der der Alltag längst bunt geworden ist: „Menschen, die vor Jahrzehnten als Zuwandernde kamen, und deren Kinder und Kindeskinder sind selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Die Frage, ob wir eine vielfältige Gesellschaft wollen, stellt sich daher nicht. Sie ist Realität und es gilt sie zu gestalten und aus der Vielfalt ein starkes, gemeinsames ‚Wir‘ zu entwickeln.“

Kardinal Marx, Landesbischof Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos wenden sich an alle, die sich bei der Interkulturellen Woche engagieren: „Machen Sie Mut zur Begegnung und zum Austausch, damit sich die Menschen in unserem Land besser kennen- und verstehen lernen. In der Begegnung wächst die Kraft, Ablehnung und Ausgrenzung zu überwinden.“ Die Hunderttausende Ehrenamtlichen in Kirchengemeinden, Vereinen, spontanen Initiativen und Wohlfahrtsverbänden hätten entscheidend dazu beigetragen, dass sich die „Willkommenskultur“ für Flüchtlinge und Asylbewerber zu einer „Integrationskultur“ weiterentwickelt habe.

Hinweise:
Das „Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2016“ finden Sie untenstehend als pdf-Datei.
Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien (Materialheft, Plakate und Postkarten) erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Abschluss des Projektes „Valerie und der Priester“

9. May 2017 - 15:11
Das vor einem Jahr gestartete Projekt „Valerie und der Priester“ vom Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz endet am 19. Mai 2017. Es hat sich über ein Jahr lang zu einem der erfolgreichsten Angebote der katholischen Kirche im Internet entwickelt: Die Berliner Journalistin Valerie Schönian hat den Priester Franziskus von Boeselager begleitet und ihre gemeinsamen Erlebnisse im gleichnamigen Blog in Texten und Videos festgehalten (www.valerie-und-der-priester.de). Seit dem 20. Mai 2016 ist der Blog online und erreichte in den sozialen Medien regelmäßig mehrere 100.000 Leser pro Monat, den Blog lasen im Schnitt 60.000 Menschen im Monat. Auf Facebook haben 14.000 Personen das Projekt abonniert und tragen mit ihren Fragen und Kommentaren zur Weiterentwicklung bei. Die Zahl der erreichten Nutzer in Sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, YouTube) liegt bei bis zu einer Million im Monat. Insbesondere Videos erfreuen sich im Projekt großer Beliebtheit.

Zum Abschluss des Projektes ziehen Valerie Schönian und Kaplan von Boeselager Bilanz und treten erstmals gemeinsam vor die Presse. Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zum Pressegespräch eingeladen am

Freitag, den 19. Mai 2017,
um 11.00 Uhr
im Pfarrzentrum St. Pantaleon
Pantaleonstraße1, 48161 Münster.


Als Gesprächspartner steht neben Valerie Schönian und Kaplan Franziskus von Boeselager auch der Projektverantwortliche, Pfarrer Michael Maas, Direktor des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz, zur Verfügung.

Im Anschluss an das Pressegespräch bestehen Möglichkeiten zu Einzelinterviews.

Wir bitten zur besseren Planung um eine kurze, formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.

Hintergrund
Die Journalistin Valerie Schönian, 26 Jahre alt, ist gebürtig aus Magdeburg. Dort hat sie ein katholisches Gymnasium besucht. Sie ist evangelisch getauft und konfirmiert. Seit Jahren hat sie keinen Bezug mehr zur Kirche. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie in Berlin Germanistik und Politikwissenschaft und besuchte anschließend die Deutsche Journalistenschule in München.

Der Priester Franziskus von Boeselager, 39 Jahre alt, ist Kaplan in Münster und geboren in Wickede (Ruhr). Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte er in einem benediktinischen Internat in Irland, zurück in Deutschland besuchte er ein Jesuiteninternat. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre in Elmshorn bei Hamburg und in Köln. Daran schloss sich ein Theologiestudium in Bonn, Spanien und Belgien an. 2013 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht. Seit September 2014 lebt und arbeitet er in Roxel, einem Ortsteil von Münster. Er teilt sich das Pfarrhaus mit zwei anderen Priestern, die wie er zur geistlichen Gemeinschaft Emanuel gehören.

Hinweise:
Das Projekt „Valerie und der Priester“ kann in den Sozialen Netzwerken im Internet verfolgt werden. Auf der Internetseite www.valerie-und-der-priester.de, auf Facebook, Twitter und YouTube dokumentiert Valerie Schönian, was sie in diesem Jahr erlebt.

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2017

9. May 2017 - 11:59
Die Deutsche Bischofskonferenz vergibt 2017 zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an das Essener Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“. Zweite Preise zu jeweils 3.000 Euro erhalten die Initiative „bleib.mensch“ aus Grevesmühlen und der Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg. Mit einem „Sonderpreis Schule“ (1.000 Euro) wird das Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg ausgezeichnet.

Anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der zugleich Jury-Vorsitzender ist: „Überall in unserem Land gibt es zahlreiche Katholiken, die sich aus ihrem Glauben heraus für ein respektvolles Miteinander und gegen menschenfeindliche Parolen einsetzen. Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus möchte dieses wichtige Engagement sichtbar machen und würdigen. An der Arbeit der ausgezeichneten Initiativen wird auf besondere Weise deutlich: Als Christen verteidigen wir die Würde jedes Mitmenschen – unabhängig von Herkunft und Religion.“

Insgesamt sind 130 Bewerbungen und Vorschläge eingegangen. Die Preisverleihung wird am 20. Juni 2017, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, um 18.00 Uhr in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin stattfinden. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und Erzbischof Heße wird auch der Münchener Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi bei dem Festakt sprechen. Musikalisch wird die Feier vom Ensemble „TRIMUM – Musik für Juden, Christen und Muslime“ gestaltet. Anna Planken (ARD/WDR) wird die Verleihung moderieren.

Erster Preis: „Sach wat! Tacheles für Toleranz“
Das von Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbands Essen initiierte Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ hat sich den Kampf gegen fremdenfeindliche Parolen zur Aufgabe gemacht – nicht nur mit regelmäßigen Argumentationstrainings für Haupt- und Ehrenamtliche, sondern auch mit einer „Kneipentour“, die das Problem dort angeht, wo es häufig entsteht: an den Stammtischen. Ein Schauspieler-Duo stellt in Ruhrgebietskneipen an mehreren Abenden Stammtischgespräche nach und entwickelt mit den Gästen Gegenstrategien. So wird vermittelt, wie man sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtende Haltungen reagieren kann. Darüber hinaus leistet auch „youngcaritas im ruhrbistum“ mit ihren „Workshops gegen Hatespeech“ einen wichtigen Beitrag zu dem Projekt: Die Kurse schulen Jugendliche sowie Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten, im Umgang mit Hass und Hetze im Internet. Ziel ist es, jene Stimmen zu stärken, die sich in sozialen Netzwerken und anderen Online-Foren für Respekt und Toleranz einsetzen. Die Initiative „Flüchtlinge mitnehmen“, die Asylsuchenden im Ruhrgebiet zu mehr Mobilität verhilft, ist ebenfalls Teil des Projekts.

Bei ihrer Entscheidung haben die deutschen Bischöfe besonders gewürdigt, dass „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds innovative Strategien gegen fremdenfeindliche Ressentiments und für ein besseres gesellschaftliches Miteinander erarbeitet.

Zweiter Preis: „bleib.mensch“, Grevesmühlen
Im mecklenburgischen Grevesmühlen (ca. 10.000 Einwohner) befindet sich das sogenannte „Thinghaus“, das vom Verfassungsschutz als „Beispiel für die Vernetzung von NPD, Neonazis und struktureller rechtsextremer Szene“ genannt wird. In diesem schwierigen Kontext engagiert sich die Initiative „bleib.mensch“ für die Belange schutzsuchender Menschen und leistet zudem politische Überzeugungsarbeit gegen Rechtsextremismus. Das konkrete caritative Engagement der an den „Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern“ angebundenen Initiative umfasst alle Aspekte der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe (z.B. Patenschaften, Begegnungsfeste, Kultur- und Sportangebote, Sprachunterricht, Asylverfahrensberatung, Unterstützung bei Familienzusammenführungen, Fahrrad- und Kleiderspenden). Die maßgeblich von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen getragene Initiative stellt ein gutes Beispiel für ökumenische und zivilgesellschaftliche Vernetzungsarbeit dar – inmitten eines Umfelds, in dem Katholiken nur eine kleine Minderheit sind.

Zweiter Preis: Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg
Die Gemeinde Salzweg (ca. 6.800 Einwohner) liegt in der Nähe der österreichischen Grenze bei Passau. Seit Oktober 2013 setzt sich die örtliche katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit evangelischen Christen und Muslimen sowie der Lokalpolitik intensiv dafür ein, dass vor Ort eine lebendige Willkommenskultur wächst und aufrechterhalten wird. Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung eines Caritas-Beratungsbüros, in dem nun eine in Aleppo geborene Muslimin arbeitet. Kinder und Jugendliche werden gezielt unterstützt, um Zugang zu Bildung und Berufsqualifikation zu erlangen. Darüber hinaus bietet der Helferkreis das ganze Spektrum an Flüchtlingshilfe an (z. B. Sprachkurse, Kinderbetreuung, Begleitung zu Ärzten und Ämtern, Rechtsberatung, Hilfe bei der Wohnungssuche, Sachspenden, Freizeitgestaltung, individuelle Betreuung einzelner Familien und Personen). Dem ehrenamtlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die Stimmungsmache gegen eine Asylbewerberunterkunft im „Salzweger Hof“ nicht verfing.

„Sonderpreis Schule“: Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg
„K21mondial“ initiiert und fördert seit 2016 kulturelle und soziale Kooperationsprojekte zwischen den Schülern der 21 katholischen Schulen in Hamburg sowie geflüchteten Kindern und Jugendlichen. So werden etwa gemeinsame Musik-Workshops, Koch-Veranstaltungen sowie Opern-, Konzert- und Ausstellungsbesuche durchgeführt. Herzstück des Projekts sind größere Spielzeitprojekte, an denen sich auch Künstler aus Syrien, dem Iran und aus Afghanistan beteiligen, beispielsweise die Aufführung „Israel in Egypt“ (Februar 2016) und das west-östliche Konzert DIVAN (Juni 2016). Das Programm „K21mondial“ zeigt, dass katholische Schulen – auch inmitten einer säkularen Metropole in der Diaspora – das Potential haben, einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur kulturellen Teilhabe und Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu leisten.

Hintergrund
Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

Zur Jury des Preises gehören:
  • Erzbischof Dr. Stefan Heße, Vorsitzender der Jury
    Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender der Migrationskommission
  • Gabriele Erpenbeck
    Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche
  • Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl,
    Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin
  • Prälat Dr. Peter Neher,
    Präsident des Deutschen Caritasverbandes
  • Dr. Heribert Prantl,
    Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung
  • Barbara Stamm MdL,
    Präsidentin des Bayerischen Landtags
  • Dr. h. c. Wolfgang Thierse,
    Bundestagspräsident a. D.
  • Josef Philip Winkler,
    ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages.
Hinweise: Weitere Informationen zum Preis sind auf der Initiativenseite zum Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verfügbar. Über die ausgezeichneten Initiativen informieren darüber hinaus www.caritas-essen.de, www.bleibmensch.org, www.salzweg.de und www.kulturforum21.de.

Kongress der Allianz für Weltoffenheit in Köln beendet

4. May 2017 - 10:29
Unter dem Leitthema „Gemeinsam für gelebte Demokratie“ hat heute (4. Mai 2017) der erste Kongress der Allianz für Weltoffenheit in Köln stattgefunden. Im Mittelpunkt stand dabei das Engagement von Initiativen, die sich tagtäglich für eine demokratische, gerechte, freie und weltoffene Gesellschaft einsetzen. Die rund 350 Teilnehmer tauschten sich in mehreren Diskussionsforen und bei einem Markt der Möglichkeiten darüber aus, wie sich die Begeisterung für Demokratie und Pluralismus gerade auch unter schwierigen Bedingungen wachhalten lässt. Die neun Allianz-Partner verbindet ein gemeinsames Anliegen: „Wir wollen Demokratie und Rechtsstaat stärken, wir stehen für Solidarität und Weltoffenheit.“

Die Schirmherrschaft für den Kongress hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen. In seinem Grußwort, das verlesen wurde, brachte der Bundespräsident seine Unterstützung für das Engagement der Allianz zum Ausdruck: „Dieser Kongress der ‚Allianz für Weltoffenheit‘ setzt ein Signal gegen Gleichgültigkeit, Trägheit und Teilnahmslosigkeit. Und er macht klar: In unserem Land gibt es viele Mutige, die gemeinsam für die Sache der Demokratie streiten, ganz egal, woher sie kommen, welcher Religion oder Kultur sie sich zugehörig fühlen. Es sind viele, die sich tagtäglich um mehr kümmern als nur um sich selbst, die Verantwortung übernehmen und sich einsetzen für eine freie und weltoffene Gesellschaft.“ Bundespräsident Steinmeier wünschte den Teilnehmern, dass sie voneinander lernen und neue Ideen entwickeln können.

In der ersten Podiumsdiskussion beleuchteten Spitzenvertreter der Allianz, aus welcher Motivation heraus sie gemeinsam für gelebte Demokratie eintreten. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, betonte: „Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts ist Voraussetzung für solidarische, weltoffene und demokratische Gesellschaften in Europa. Demokratie und soziale Gerechtigkeit müssen in Zeiten eines rasanten gesellschaftlichen Wandels immer wieder neu erarbeitet und erstritten werden. Dafür braucht es ein starkes und überzeugendes zivilgesellschaftliches Engagement, auch um Nationalismus, Protektionismus oder gar Menschenfeindlichkeit in die Schranken zu weisen. Dafür macht sich der Demokratiekongress stark und wird ein positives Zeichen setzen.“ Für den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, stand im Vordergrund: „Der Zentralrat der Juden in Deutschland tritt für ein respektvolles und tolerantes Miteinander aller Religionsgemeinschaften sowie für den Schutz gesellschaftlicher Minderheiten ein. Mit Gleichgültigkeit gewinnen wir den Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus nicht. Es wird Zeit, dass die gesamte Gesellschaft aufsteht gegen den Rechtsruck in Deutschland und Europa.“

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dr. Irmgard Schwaetzer, hob hervor: „Die Würde des Menschen muss jederzeit unantastbar bleiben. Dazu braucht es Respekt und Toleranz. Diese Werte sind nicht selbstverständlich. Sie müssen immer wieder neu gelernt werden. Demokratie ist ein nie beendeter Lernprozess. Daran mitzuwirken sehen Kirchen als ihre Aufgabe an.“ Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Kultur ist ein wesentlicher Bestandteil gelebter Demokratie. Der Umgang mit Kunst und Kultur und vor allem die Freiheit von Künstlerinnen und Künstlern, ihre Werke veröffentlichen und zeigen zu können, ist ein Gradmesser für Demokratie. Kunst- und Meinungsfreiheit sind nicht bequem, die Kunst muss die Grenzen des Zulässigen in einer Gesellschaft immer wieder austesten – ohne Impulse aus der Kunst trocknen Gesellschaften ein. Für diese Freiheit der Kunst einzutreten, ist die Pflicht eines jeden Demokraten.“ Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, Thomas Krüger, der das erste Plenum moderierte, betonte: „In Zeiten gesellschaftlicher Krisen wird unsere Demokratie immer wieder auf neue Bewährungsproben gestellt. Um sie zu bestehen, ist Hilfe nötig: Im gesamten Land arbeiten die zahlreichen Aktiven und Engagierten an den verschiedenen Stellen für eine weltoffene Gesellschaft. Teils im Verborgenen und oftmals ohne viel Aufsehen. Heute soll ihr Einsatz sichtbar sein und gewürdigt werden – der engagierte Einsatz unserer Agenten für eine demokratische und plurale Zivilgesellschaft.“

In einem weiteren Panel wurde kontrovers der Frage nachgegangen, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Ausgangspunkte waren dabei die Herausforderungen der repräsentativen Demokratie, die öffentliche Debatte rund um Themen der Integration sowie der Versuch der Rechtspopulisten, Feindbilder zu etablieren. Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), brachte die kirchliche Position auf den Punkt: „Wenn Ressentiments geschürt und Hassparolen skandiert werden, darf die Kirche nicht neutral bleiben. Als Christen sind wir dazu berufen, für Freiheit, Würde und Gerechtigkeit einzutreten. Deshalb ist es uns ein Herzensanliegen, schutzsuchenden Menschen mit Wertschätzung zu begegnen und ihnen echte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.“ Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, betonte: „Teilhabe und Integration gelingen, wenn Chancen gleichzeitig geschaffen und angenommen werden. Viele Menschen in unserem Land machen täglich deutlich, was es bedeutet, Chancenstifter und Chancenergreifer zu sein. Wir wollen alle in unserer Gesellschaft dazu ermutigen, ihren Beitrag zu leisten. Wir wollen Annäherung fördern und dazu beitragen, Ängste abzubauen sowie Feindbilder zu widerlegen. Wir müssen denjenigen, die für Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus stehen, entschieden entgegentreten.“ Aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, hängen ehrenamtliches Engagement und Förderung der Demokratie unmittelbar zusammen: „Teamgeist, fairer Wettstreit und Respekt vor der Leistung anderer, ungeachtet von Nationalität, Hautfarbe, Religion, kulturellem Hintergrund oder sexueller Orientierung – diese Werte werden im Sport täglich auf allen Ebenen gelebt.“ Sowohl der Spitzensport mit seinen internationalen Wettbewerben als auch der Breitensport mit seinen Millionen Aktiven seien Vorreiter für mehr Weltoffenheit. „Gerne bringen wir unsere Erfahrungen in den gesellschaftlichen Dialog ein und lernen im Austausch mit anderen Bereichen, wie wir zur Stärkung der Demokratie in unserem Land noch mehr beitragen können“, so Alfons Hörmann.

Für den Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Aiman Mazyek, stand fest: „Für die Freiheit, für unsere Demokratie muss immer wieder neu gerungen und gekämpft werden. Derzeit gibt es viele Gegner davon: die Ewiggestrigen, die Extremisten jeglicher Couleur, aber auch die Reaktionäre und Ideologen. Unsere Antwort darauf heißt: Gestalten statt spalten. Und wenn eine oder einer von uns angegriffen wird, eine Synagoge oder eine Moschee geschändet wird, ein Bürger wegen seiner anderen Lebensweise, Herkunft oder Ethnie diskriminiert oder die Kirche verunglimpft wird, dann sind wir damit alle angegriffen. Dann werden wir praktisch und zeigen mit diesem Kongress, was es heißt: Die Demokratie zeigt sich wehrhaft. Und dann lassen wir uns Demokraten nicht auseinandertreiben.“ Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Prof. Dr. Kai Niebert, gab zu bedenken: „Viele Menschen fühlen sich von den Debatten um Klimawandel, Zuwanderung und Deutschlands Zukunft abgehängt und überfordert. Statt sie durch gefühlte Wahrheiten in die Hände von Bauernfängern laufen zu lassen, müssen wir sie wieder ermächtigen. Deutschland muss ein Land werden, das Lust aufs Mitbestimmen und Mitgestalten macht.“ Neben Spitzenvertretern der Allianz brachten auch Farhad Dilmaghani (Vorsitzender von DeutschPlus e. V. – Initiative für eine plurale Republik) und Lisi Maier (Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend) ihre Expertise in die Diskussion ein.

In einem dritten Podium wurde gesellschaftliches Engagement in der Praxis veranschaulicht: vorbildliches Eintreten für Weltoffenheit (Ali Can, Hotline für besorgte Bürger), für Demokratie (Andreas Belz, Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus), für Teilhabe (Anne Metz, innogy SE), gegen Hass (Sina Laubenstein, No Hate Speech Kampagne) und gegen Antisemitismus (Dervis Hizarci, Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus).

Am Nachmittag boten mehrere „Barcamp-Sessions“ den Teilnehmern die Möglichkeit, die Themen des Kongresses zu vertiefen, voneinander zu lernen und neue Ideen zu entwickeln. Im Fokus standen dabei u. a. Bildungschancen für Geflüchtete, Argumente gegen Stammtischparolen, der kirchliche Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen sowie das gewerkschaftliche Eintreten für Respekt und Solidarität.

Moderiert wurde der Kongress von Andrea Thilo, den kulturellen Ausklang des Tages gestaltete das Dotschy Reinhardt Trio. Der Kongress der Allianz für Weltoffenheit wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der IQ Consult gGmbH durchgeführt.

Hintergrund Zu den Gründungsmitgliedern der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ gehören: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Deutsche Bischofskonferenz, Deutscher Gewerkschaftsbund, Deutscher Kulturrat, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Olympischer Sportbund, Evangelische Kirche in Deutschland, Koordinierungsrat der Muslime und Zentralrat der Juden in Deutschland.


Hinweise: Das Programm des Kongresses der Allianz für Weltoffenheit „Gemeinsam für gelebte Demokratie“ und der Gründungsaufruf der Allianz (Februar 2016) sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar. Alle Materialien sowie weitere Informationen zur Allianz für Weltoffenheit finden Sie unter www.allianz-fuer-weltoffenheit.de.

Dritter Zwischenruf im Wahljahr 2017 von Justitia et Pax

2. May 2017 - 12:10
In der Reihe der Zwischenrufe im Wahljahr 2017 veröffentlicht die Deutsche Kommission Justitia et Pax heute eine Wortmeldung von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl. Er warnt davor, den Versuchungen polarisierender Thesen rechtspopulistischer Politiker nachzugeben, die sich nicht „um Interessensausgleiche und Kompromisslösungen bemühen“ und kein Interesse daran haben, dass „es fair, gerecht und natürlich auch solidarisch in unserer Gesellschaft zugeht“.

Zwar lebe die Politik davon, dass „Mandatsträger als die Repräsentanten des Volkes für die unterschiedlichen Interessen und Standpunkte in den politischen Aushandlungsprozessen einstehen“, so Lob-Hüdepohl, doch führten die Empörungen und die Erfahrungen von Enttäuschungen bei Populisten eben gerade nicht zu konstruktiven Mitwirkungen an politischen Prozessen. Vielmehr „heizen Populisten solche Stimmungen noch an und wenden sie in aggressiver Weise gegen das ‚Establishment‘“. Populisten „lenken und steigern die negative Stimmung gegen all die, die sich nicht wehren können oder die sich aus anderen Gründen als Sündenböcke eignen. Das ist das besondere Kennzeichen des Rechtspopulismus. Er schürt nicht nur Ressentiments gegen alles Andere oder Fremde, … sondern er wertet die betroffenen Menschengruppen pauschal als minderwertig ab.“

Allerdings sei in der Kritik daran „sehr sorgfältig darauf zu achten, dass man nicht in den Modus der Populisten verfällt. Demokratisch muss die Auseinandersetzung verlaufen und das heißt auch, für Kritik an den etablierten Strukturen und Verfahren unserer Demokratie offen zu sein und das Berechtigte durch Veränderungen aufzugreifen“, so Lob-Hüdepohl. Populisten gäben auf mitunter richtige Fragen gefährliche Antworten. „Lenken wir deshalb die Antworten in eine demokratische, humane und übrigens darin auch christliche Alternative.“

Hintergrund Dieser Zwischenruf von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl ist auf der Internetseite www.katholisch.de verfügbar. Außerdem wird er wie die anderen Zwischenrufe über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt. Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl ist katholischer Theologe an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. Er ist seit 2009 Mitglied der Kommission Justitia et Pax und seit 2016 Mitglied im deutschen Ethikrat. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), begleitet mit Zwischenrufen für eine gemeinwohlorientierte Politik aktuelle Debatten im Wahljahr 2017. Anfang März hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die Reihe eröffnet.

„Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby: Wie weit gehen?“

29. April 2017 - 10:00
Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche in Kassel haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag (29. April 2017) die Woche für das Leben eröffnet. Sie findet bundesweit vom 29. April bis 6. Mai 2017 statt. Unter dem Jahresthema: „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ setzt sich die diesjährige Woche für das Leben mit den Wünschen nach einer sorgenfreien Schwangerschaft, einer glücklichen Geburt, einem gesunden Kind und einem guten Heranwachsen des Kindes auseinander.

Kardinal Reinhard Marx sprach in der thematischen Hinführung im Gottesdienst davon, dass Kinder „kleine Wunder“ und deshalb für viele Menschen aus einer gelungenen Lebensplanung kaum wegzudenken sind. Wenn der Kindersegen jedoch ausbleibe oder die Sorge um das ungeborene Kind übermächtig werde, dann „hat niemand das Recht, über die Paare in solchen Zerreißproben selbstgerecht zu urteilen“, so Kardinal Marx. Die heutige Medizin biete eine ganze Reihe von Handlungs- und Behandlungsmöglichkeiten an, „die auch Fragen aufwerfen und Bedenken auslösen. Sei es, weil sie eine erhebliche Belastung für die Behandelten mit sich bringen, sei es, weil sie unter ethischer Perspektive Grenzen überschreiten, oder sei es, weil sie für die Betroffenen und nicht zuletzt für die weitere Entwicklung der Kinder unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen.“ Im Ringen um einen wirklichen Fortschritt gelte es, „den klaren Blick für die drohenden Verhängnisse zu bewahren, die sich aus der Anwendung von Technik ergeben können. Oft genug sind Menschen zu Opfern einer rücksichtslosen und gewalttätigen Technisierung von Lebensbereichen geworden. Diese Erfahrung drängt zu besonderer Vorsicht, zumal, wenn es um die Entwicklung und Entfaltung menschlichen Lebens geht.“ Auch jenseits von Präimplantationsdiagnostiken, in deren Folge Embryonen aussortiert, wissenschaftlich verzweckt und schließlich vernichtet werden und die sich verbieten, gelte es, „der technischen Machbarkeit nicht blind zu vertrauen. Letztlich ist immer daran zu erinnern, dass Kinder ein Geschenk und das menschliche Leben auch Geschick ist.“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wies in seiner Predigt im Gottesdienst darauf hin, dass mit den modernen medizintechnischen Entwicklungen eine tiefe Ambivalenz verbunden sei. „Möglicherweise stecken die größten Gefahren der Nutzung der neuen Biotechnologien nicht in der bewussten Konstruktion von neuen Menschen, die manche als Frankenstein-Horrorvisionen an die Wand malen. Möglicherweise ist das viel Gefährlichere die schleichende Verfügbarmachung des Lebens, die Verbindung von Biotechnologie mit der modernen Konsumkultur.“ Es bestehe heute etwa die Möglichkeit, auf Internetseiten internationaler Fortpflanzungskliniken anhand der Persönlichkeitsprofile der Spenderinnen die gewünschten Eizellen für eine künstliche Befruchtung auszuwählen und zu erwerben. Die meisten Menschen, die diese Angebote nutzten, hätten eine Leidensgeschichte ersehnter Elternschaft hinter sich. Trotzdem müssten hier Grenzen geachtet werden. Ein Umgang mit menschlichem Leben als Ware widerspräche einer Sozialkultur, in deren Zentrum die Würde des Menschen steht. Der Kern des Würdebegriffs schließe jede Instrumentalisierung und Ökonomisierung aus, unterstrich der Ratsvorsitzende. „Es hat seine guten Gründe, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz gegenüber der Verzweckung menschlichen Lebens eine klare Sperre einbaut.“

An dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Kassel mit zahlreichen Teilnehmenden aus Gesellschaft, Politik, Bildung, Medizin und Religionsgemeinschaften wirkten außerdem Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck) und Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) mit.

Erstmalig fand bereits am Vortag der Eröffnung (28. April 2017) ein Schülertag mit sieben Workshops zum Jahresmotto „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ in der CROSS Jugendkulturkirche Kassel statt. 104 Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe setzten sich einen Tag lang intensiv mit diesem aktuellen Jahresthema auseinander.

Hintergrund zum Schwerpunktthema der Woche für das Leben 2017:
Bei der Woche für das Leben geht es in diesem Jahr um Themen wie Zeugung, Schwangerschaft und Geburt und die damit zusammenhängenden Fragen der reproduktionsmedizinischen Techniken und der diagnostischen Verfahren zum Erkennen genetischer Defekte und Krankheiten vor Implantation oder Geburt. Außerdem werden aktuelle Diskussionen unter anderem zur Veränderung der DNA eines Menschen (Genome Editing) und zum Einfrieren von Eizellen (Social Egg Freezing) behandelt. Hierbei stellen sich vielfältige ethische Fragen, etwa die nach dem Umgang mit „überzähligen“ Embryonen, nach dem möglichen Auseinanderfallen biologischer, rechtlicher und sozialer Elternschaft oder die nach der Gefahr von Selektionen. Die immer wieder diskutierte Öffnung der mit dem deutschen Embryonenschutzgesetz aufgewiesenen klaren Grenzen ist eine mit der Thematik verbundene ethische Herausforderung und steht im Mittelpunkt der diesjährigen Woche für das Leben.

Die Woche für das Leben setzt sich für ein „Ja“ zum Leben ein. Dabei sind gerade auch die schwierigen Lebenssituationen im Blick, in denen Paare stehen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen oder sich um die Gesundheit ihres noch ungeborenen Kindes sorgen. Den Seelsorgern begegnen vielfach Menschen, die über verschiedene Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin nachdenken und vor wichtigen Entscheidungen stehen. Bei diesen Überlegungen möchten die Kirchen Gespräch und Orientierung anbieten.

Die Woche für das Leben ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft, Info-Flyer und weitere Informationen zur Woche für das Leben stehen unter www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.