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Einladung zur Online-Verleihung des Katholischen Medienpreises 2020

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. November 2020 - 10:40

Die Deutsche Bischofskonferenz verleiht in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem KM. katholischermedienverband zum 18. Mal den Katholischen Medienpreis. Coronabedingt muss die Veranstaltung als Online-Konferenz stattfinden.

Mit dem diesjährigen Preis werden in der Kategorie Printmedien Amrai Coen und Malte Henk für den Beitrag „Wenn sie euch nicht in den Jemen lassen, berichtet trotzdem!“ (DIE ZEIT, 22. August 2019) und in der Kategorie Elektronische Medien Nanfu Wang und Jialing Zhang für ihren Fernsehbeitrag „Land der Einzelkinder“ (ARTE, 22. Oktober 2019) ausgezeichnet. Den Sonderpreis der Jury erhält Veronika Wawatschek für ihren Beitrag „Kirche, was tust Du? 10 Jahre Missbrauchsskandal und kein Ende“ (Bayern 2-Radio Revue, 3. Januar 2020).

Die Preisverleihung nimmt der Vorsitzende der Jury und der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), vor. Die Laudationes halten Wolfgang Küpper (ehemaliger Redakteur beim Bayerischern Rundfunk), Anna-Beeke Gretemeier (Chefredakteurin STERN) und Xifan Yang (Redakteurin DIE ZEIT). Die Verleihung wird moderiert von Gisela Steinhauer (WDR).

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zur Online-Preisverleihung eingeladen am

Donnerstag, den 12. November 2020, um 18.30 Uhr.

Wenn Sie an der Preisverleihung teilnehmen möchten, schicken Sie uns bitte eine formlose Anmeldung an pressestelle(at)dbk.de. Einen Tag vor der Veranstaltung erhalten Sie einen Link für die Online-Veranstaltung und weitere Hinweise.

Weitere Informationen wie die Kurzbiographien der Preisträger, die Jury-Begründungen zum Katholischen Medienpreis und die Jurybesetzung finden Sie auf der Themenseite Katholischer Medienpreis.

Bischof Bätzing zu den Anschlägen von Wien

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 3. November 2020 - 11:06

Zu den Anschlägen, die gestern Abend (2. November 2020) die österreichische Hauptstadt Wien erschüttert haben, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Die nahezu wöchentlichen Nachrichten von Terror in Europa erschüttern mich zutiefst. Über die Bluttat gestern Abend in Wien bin ich fassungslos. Meine ersten Gedanken und Gebete gelten den Opfern, den vielen Verletzten und den Angehörigen.

Nach allem, was wir bisher wissen, ist der Anschlag islamistisch motiviert. Ich verurteile diesen islamistischen Terror, wie es ihn auch schon in der vergangenen Woche in Nizza gab. Keinerlei Form von Terror, kein islamistischer, kein rechts- und kein linksextremer, darf einen Platz haben in unserer Gesellschaft und Kultur. Terror im Namen der Religion pervertiert den Namen Gottes. Wir brauchen ein Ende der Gewalt. Wir brauchen ein Ende des Hasses. Wir brauchen Religionen, die das verwirklichen, was sie versprechen: Frieden zu stiften.

Europa wird eine Heimat für Menschen sein, die friedlich zusammenleben. Diese Heimat lassen wir uns nicht nehmen. Wir sind mit den Menschen in Österreich im Gebet verbunden und trauern mit ihnen.“


„Gefährliche Seelenführer? Geistiger und geistlicher Missbrauch“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. November 2020 - 10:41

Neben der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche rückt der geistige und geistliche Missbrauch von Gläubigen durch Seelsorgerinnen und Seelsorger verstärkt in den Fokus. Denn die Rolle als „Seelenführer“ von Gläubigen ist eine sehr verantwortliche. Sie ist von großem Vertrauen geprägt und kann deshalb auch missbräuchlich ausgeübt werden.

Die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen lädt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Sächsischen Landesärztekammer ein zur digitalen Tagung „Gefährliche Seelenführer? Geistiger und geistlicher Missbrauch“, die vom 12. bis 13. November 2020 stattfindet. Ursprünglich war die Tagung in der Leipziger Propsteikirche geplant. Coronabedingt wurde auf ein Online-Format gewechselt.

Im Austausch von Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaft, Theologie und Kirchen soll die Tagung das pastorale Handeln der Kirche selbstkritisch hinterfragen. Ausgehend von einer Analyse des Phänomens geistigen und geistlichen Missbrauchs werden Möglichkeiten der Prävention, Reaktion und Aufarbeitung diskutiert, um so die Integrität und Verlässlichkeit der Seelsorge nachhaltig zu gewährleisten.

Als Referentinnen und Referenten nehmen unter anderem teil: Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen), Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Dr. Katharina Anna Fuchs (Rom), Prof. Dr. Eckhard Frick SJ (München) und Prof. Dr. Myriam Wijlens (Erfurt). Zudem berichten Betroffene von ihren Erfahrungen.

Die Tagung wird aufgrund der pandemiebedingten Situation digital stattfinden. Wir laden die Kolleginnen und Kollegen der Medien zur Teilnahme ein. Bitte schicken Sie uns dazu bis zum 9. November 2020 eine formlose Anmeldung an pressestelle(at)dbk.de.

Sie erhalten einige Tage vor Beginn der Konferenz die Zugangsdaten. Während der Tagung haben Sie die Möglichkeit, in gesonderten Chat-Räumen Interviews mit Referentinnen und Referenten zu führen.

Zum Abschluss der Tagung findet am Freitag, 13. November 2020, um 15.00 Uhr eine Pressekonferenz statt. Sie können dieser auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Bischofskonferenz folgen und Ihre Fragen stellen.


Hinweis:

Das Programm der Tagung ist unter www.katholische-akademie-dresden.de/gefaehrliche-seelenfuehrer verfügbar.

Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. Oktober 2020 - 10:03

Die Deutsche Bischofskonferenz lädt auch in diesem Jahr dazu ein, einen speziellen Gebetstag für Opfer sexueller Gewalt zu halten. Sie folgt damit wie in den vergangenen Jahren einer Anregung von Papst Franziskus. Seit 2015 findet der Gebetstag in zeitlicher Nähe zum „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ (18. November) statt, der vom Europarat initiiert wurde. In diesem Jahr wird empfohlen, den Gebetstag in den Tagen zwischen dem 33. Sonntag im Jahreskreis (15. November 2020) und dem Christkönigsfest (22. November 2020) zu begehen.

Mit dem Gebetstag soll ein bewusstes Zeichen der Solidarität mit jenen Menschen gesetzt werden, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Der Tag versteht sich auch als ein Beitrag zur Sensibilisierung für diese Thematik in Kirche und Gesellschaft. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bischofskonferenz Gebets- und Fürbittenvorschläge für die Gestaltung von Gottesdiensten bereitgestellt. Auch in diesem Jahr werden Materialien angeboten, die von Gebeten, Andachtsvorschlägen, Predigtentwürfen bis zu einem Verzeichnis hilfreicher Bibelstellen und Stimmen Betroffener reichen.

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, ermutigt Pfarrgemeinden und Verbände, den Gebetstag erneut zu nutzen: „Neben unserer intensiven Arbeit von Aufarbeitung und Aufklärung im Themenbereich sexueller Missbrauch wollen und dürfen wir die spirituelle Dimension nicht vergessen. Mit dem Gebetstag laden wir ein, auch auf die Kraft des Gebetes zu setzen, insbesondere für die Situationen, in denen wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten an Grenzen stoßen. Deshalb rege ich an, einen zumindest temporären Gedenkort in Kirchen einzurichten, an dem Gedenken, Trauer, Stille und Gebet Platz haben“, so Bischof Ackermann. „Die aktuellen Materialen bieten gute Hilfen, in der Liturgie mit einem Gebet der Betroffenen zu gedenken oder einen Gottesdienst speziell unter das Thema Missbrauch zu stellen.“


Hinweis:

Die Materialien für den Gebetstag sind als pdf-Dateien auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.

Fachtagung zu Fragen von Klerikalismus in der Liturgie beendet

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. Oktober 2020 - 15:45

Mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist heute (29. Oktober 2020) die von der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz veranstaltete Fachtagung „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“ zu Ende gegangen. Die ursprünglich in der Katholischen Akademie Bayern vorgesehene Zusammenkunft musste coronabedingt online stattfinden.

Der Vorsitzende der Liturgiekommission, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bezeichnete Macht als etwas „höchst Ambivalentes. Macht zu haben, bedeutet, entscheiden und gestalten zu dürfen und es auch zu können. Macht bedeutet Verantwortlichkeit – Macht bedeutet aber auch Dominanz.“ Dem Können und Dürfen auf der einen Seite stünden ein Nicht-Können und Nicht-Dürfen auf der anderen Seite gegenüber, so Bischof Ackermann. Die Notwendigkeit und die Legitimität von Macht liege in ihrer aufbauenden, ordnenden, erhaltenden Kraft – im Sinne von Autorität, Vollmacht, Gestaltungsmacht. Zugleich wohne der Macht immer die Gefahr inne, sich zu entgrenzen. Dann entfalte Macht ihr zerstörerisches, ihr missbräuchliches Potential, was sich besonders in den Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen gezeigt habe. Mit Blick auf die Frage nach Macht betonte Bischof Ackermann: „Es geht nicht um die Frage ‚Macht, ja oder nein?‘ – eine solche Alternative gibt es nicht. Denn einen schlechthin machtfreien Raum gibt es nicht. Die Machtthematik durchzieht alle Bereiche unseres Lebens, damit auch den Bereich des Glaubens, der Kirche und der Liturgie. Und so sehr es auch stimmt, dass Macht im Bereich des Glaubens und der Kirche im Dienst an der Botschaft des Evangeliums steht, so lässt sich die zugrundeliegende Problematik nicht dadurch lösen, dass man die bewusste Thematisierung der Machtfrage als ‚unspirituell‘ und damit unangemessen abtut. Im Gegenteil: Dann wird die Gefahr, dass Macht unreflektiert und unkontrolliert ausgeübt wird, größer.“ Damit wolle sich die Tagung in besonderer Weise befassen.

Macht in sozialen Beziehungen
Zunächst wurden grundsätzliche Überlegungen zum Thema „Macht in sozialen Beziehungen“ angestellt. Aus soziologischer Perspektive erläuterte Prof. Dr. Armin Nassehi (München) den asymmetrischen Charakter von Macht. Letztere zeige sich nicht am Machtträger, sondern an der Bereitschaft der anderen, dem Machtträger zu folgen. Der Rückgang der Zahl der Gottesdienstbesucher verdeutliche, dass die Macht der Kleriker nachlasse. Auch in der Liturgie stehe die Kirche vor der Herausforderung, dass den meisten Menschen die Bestimmtheit der Liturgie zu groß sei, ihr selbst aber die religiöse Unbestimmtheit zu unverbindlich erscheine. Deshalb riet Prof. Dr. Nassehi zu einem flexiblen Austarieren von Bestimmtheit und Unbestimmtheit in den liturgischen Angeboten.

Prof. Dr. Julia Knop (Erfurt) fragte nach strukturellen und theologischen Faktoren von Klerikalismus in der Liturgie. Römisch-katholische Liturgie sei ordinationslogisch, standeslogisch und repräsentationslogisch geprägt. Sie präsentiere die Kirche als ein amtlich, ständisch und männlich dominiertes Gebilde. Die gleiche Würde und aktive Partizipation aller träten liturgisch in den Hintergrund. Ob in Theologie, Spiritualität oder Liturgie: Wichtig sei eine deutlichere Differenzierung zwischen Christus und Kleriker, Amt und Person sowie zwischen Rolle und Amt.

In Workshops wurden die Aspekte vertieft: Prof. Dr. Stefan Böntert (Bochum) stellte anhand der Beispiele „Raum“ und „Kleidung“ performative Muster von Macht in der Liturgie zur Diskussion und warf dabei einen kritischen Blick auf die legitimierenden Rubriken und Vorgaben, die dem gottesdienstlichen Geschehen zugrundeliegen. Prof. Dr. Gregor Maria Hoff (Salzburg) stellte machtförmige Funktionsmuster sakraler Codes zur Diskussion und identifizierte die „riskanten Zonen“, in denen sich Liturgie bewegt, aber auch bewegen müsse, weil sie die Macht des Heiligen kommuniziere. Ausgehend vom Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland sensibilisierte Dr. Benedikt Jürgens vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (Bochum) für Inszenierungsmodelle kirchlicher Entscheidungsprozesse am Beispiel ausgewählter Konzilien und entwickelte Qualitätsmerkmale solcher Entscheidungsprozesse. Dr. Thomas Stubenrauch aus dem Bistum Speyer nahm die konkrete Gestaltung ökumenischer Gottesdienste, ausgewählte Regelungen des Gottesdienstrechtes im Kodex des Kirchlichen Rechts (CIC) und die zugrundeliegenden theologischen Prämissen in den Blick. Dabei ging er der Frage nach, ob sich und wenn ja, wie sich darin einseitige Hervorhebungen von Amtsträgern zeigen und welche asymmetrischen Machtstrukturen möglicherweise wirksam werden.

Auf der Grundlage unterschiedlicher Erfahrungen von liturgischen Feiern – von feierlichen Messen mit dem Papst im Petersdom über Gottesdienste auf Katholikentagen bis hin zu Erstkommunionfeiern – wurde durch Prof. Dr. Martin Stuflesser (Würzburg), die Lyrikerin Nora Gomringer, den Dramaturgen und Intendanten Prof. Ulrich Khuon und die Ballettdramaturgin Dr. Christiane Theobald die Leitidee des Zweiten Vatikanischen Konzils reflektiert, die Gemeinde mit ihren unterschiedlichen Rollen im liturgischen Geschehen deutlich werden zu lassen. Zu oft, so der Eindruck vieler, werde Liturgie als Werk allein des Priesters und nicht der ganzen Gemeinde erlebt. Den Liturgen wurde empfohlen, die im Ritus vorgesehenen Gestaltungsspielräume mutig zu nutzen.

Symbolik des Unterschieds
Unter dem Leitwort „Heiliges Spiel und heilige Herrschaft – Symbolik des Unterschieds“ definierte Prof. Dr. Winfried Haunerland (München) Klerikalismus als „Instrumentalisierung von Vollmachten des Weiheamtes für eigene Ziele durch den Kleriker. In der Liturgie wird das vor allem dann sichtbar, wenn das Weiheamt im Gottesdienst durch Kleriker nicht im Dienst der Sache (d. h. des Gottesdienstes) und der Gemeinde, sondern auf sich selbst bezogen und insofern unangemessen ausgeübt und dargestellt wird.“ Der Kirche der Gegenwart helfe aber keine gottesdienstliche Nivellierung der unterschiedlichen Dienste und Aufgaben; sie brauche gerade in der Liturgie eine sachgerechte Profilierung der Symbolik des Unterschieds. „Zur sachgerechten Profilierung gehört freilich, dass die Differenz zwischen dem Kleriker und Christus nicht überspielt, sondern im Blick und liturgisch erfahrbar bleibt. Christus ist nicht zu ersetzen, selbstverständlich auch nicht durch den Priester. Christus muss auch nicht vertreten werden, weil er abwesend wäre. Aber nach der Überzeugung der Kirche ist der geweihte Priester in der Feier der Messe ein notwendiges Zeichen für Christus, ohne den die Kirche nicht Kirche ist. Vielleicht kann gerade eine klare symbolische Inszenierung seines amtlichen Dienstes in der Liturgie den Priester davor bewahren, sich selbst als Person zu wichtig zu nehmen“, so Prof. Haunerland. In der sich anschließenden ökumenischen Diskussion nahmen unter der Moderation von Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz (Chur) Vertreterinnen und Vertreter der alt-katholischen, evangelisch-lutherischen, evangelisch-freikirchlichen, griechisch-orthodoxen und römisch-katholischen Kirche teil.

Liturgie und Geschlecht
Weitere Vorträge befassten sich mit dem Themenfeld „Männer an der Macht – Liturgie und Geschlecht“. Dr. Ingrid Fischer, Programmleiterin der Akademie am Dom (Wien) kritisierte, „was Frau ist und was Frau sein soll, darüber entscheiden in der katholischen Kirche heute nach wie vor Männer. Die schmeichelhafte Rede von der Würde der Frauen hat zur Folge, dass Frauen wiederum als sozialer Sonderfall erscheinen.“ Die Theologin Dr. Judith Müller (München) betonte: „Amtstheologie gedeiht immer umso üppiger, je mehr die aktuelle Gestalt des Amtes infrage steht. Wir brauchen liturgische Ausdrucksformen, die auch von Zeitgenossen, die nicht geübt sind im ‚Zurechthören‘, ‚Zurechtsehen‘ und ‚Zurechtverstehen‘, als das verstanden werden können, was sie sein sollen und sein wollen.“ Die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Judith Hahn (Eichstätt) erläuterte, dass Liturgie der Normen bedarf, aber auch, dass Normen der Liturgie bedürften, um sich zu realisieren. „Indem Teilnehmer bestimmte Normen einhalten, kräftigen und (re-)generieren sie auch diese Normen.“ Wer an Ritualen teilnehme, erfahre aus ihnen Empowerment, wer sie leite, beziehe diese Macht daraus unmittelbar, so Prof. Dr. Hahn.

Eine erste inhaltliche Einordnung der gesamten Tagung erfolgte durch die Prozessbeobachter Prof. Dr. Miriam Rose (Jena), Prof. Dr. Walter Lesch (Louvain) und Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück).

In der Zusammenfassung betonte Bischof Ackermann, dass es jetzt um ein Weiterdenken der verschiedenen, in der Tagung geäußerten Aspekte gehe. Dazu sei eine weitere Arbeit in der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz ebenso notwendig wie in den verschiedenen Bereichen des Synodalen Weges.

Bischof Bätzing zum Anschlag in der Basilika Notre-Dame in Nizza

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. Oktober 2020 - 13:59

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, erklärt zum heutigen Anschlag in der Basilika Notre-Dame in Nizza (29. Oktober 2020):

„Der heutige furchtbare Mordanschlag im französischen Nizza macht mich sprachlos. Ich bin entsetzt über die brutale Ermordung mehrerer Personen in der Basilika Notre-Dame. Gläubige, zum Gebet in einer Kirche versammelt, wurden zum Opfer einer unfassbaren Gewalttat. Erneut wird bei unseren französischen Nachbarn offensichtlich Hass zwischen den Religionen geschürt. Gemeinsam müssen wir in Europa der Ideologie der Gewalttäter und ihrem Versuch der gesellschaftlichen Destabilisierung widerstehen. Hass und Gewalt dürfen keine Chance haben. Unsere Solidarität gilt in diesem Moment der Trauer und des Entsetzens unseren französischen Freundinnen und Freunden. Europa war und ist ein großes Projekt des friedlichen Zusammenlebens. Diese Vision dürfen wir uns von Attentaten nicht zerstören lassen.

In dieser Stunde bin ich im Gebet den Opfern, Angehörigen und Augenzeugen dieser entsetzlichen Tat nahe. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung.“

15 Jahre Nightfever – Frucht des Weltjugendtages in Köln

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. Oktober 2020 - 9:07

Als eine Frucht des XX. Weltjugendtages 2005 in Köln entstand vor 15 Jahren am 29. Oktober 2005 in der Bonner Kirche St. Remigius die mittlerweile internationale Initiative Nightfever. Nightfever ist eine meist nächtliche Anbetungs- und Meditationsfeier zu der junge Leute Passanten von der Straße in die Kirchen einladen, um eine Kerze zu entzünden. In der Kirche werden Gebet und Meditation, Bibellesungen und Musik angeboten. Priester kommen hinzu und feiern einen Gottesdienst. Durch Gespräch und Katechese wird ein Raum geboten, der den Alltag bewusst unterbricht. Die Aktion findet monatlich in vielen Städten und oft eng mit den Pfarrgemeinden verbunden statt. Mittlerweile ist Nightfever in 27 Ländern an über 455 Orten aktiv.

Aus Anlass des Jubiläums von Nightfever würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, die Initiative, in der junge Christen ihre Freizeit nutzen, den Menschen von der Barmherzigkeit Gottes zu erzählen. „Sie zeigen anderen ihren ganz persönlichen Zugang zu Gott. Das ist eine Bereicherung für unsere christliche Gemeinschaft. Ich bin dankbar, dass so viele engagierte junge Christinnen und Christen die Abende selbst organisieren und so Verantwortung übernehmen. Sie alle laden uns ein, ihre Spiritualität zu entdecken und Gott in der Hektik des Alltags zu begegnen.“

„Oftmals sind die Kirchen dunkel und werden nur von wenigen Kerzen erleuchtet: Im Zentrum steht Gott allein. Er leuchtet an diesen Abenden ganz besonders. In 15 Jahren ist so eine wunderbare Initiative des Gebetes und der Evangelisierung um die zentrale Mitte des Geheimnisses unseres Glaubens herum entstanden“, betont Bischof Bätzing. „Ich empfinde es als wohltuend, an den Nightfever-Abenden ein Kommen und Gehen zu erleben – ohne Druck, so wie jeder Zeit hat. Die jungen Menschen ermöglichen anderen damit einen einfachen Zugang zu Gott. Jeder kann an dem Abend so tief gehen, wie er möchte. Ich bin den Teams von Nightfever dankbar. Sie ermöglichen Begegnung auch für jene, die der Kirche fernstehen und die sich nicht selten berühren lassen.“


Hinweis:

Die Initiative Nightfever im Internet: www.nightfever.org.

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