29. September 2016
Augenblicke der Besinnung

Sankt Michael, du treuer Held,
begleite uns im Kampf der Welt,
wenn unser Geist dir widerstrebt,
dass unser Herz dem Guten lebt.

Sankt Gabriel, du Himmelsbot,
sei unser Trost in jeder Not,
wenn die Verwirrung uns umweht,
dass uns dein Wort nicht untergeht.

Sankt Rafael, du Wegbegleit,
sei unser Rat zu jeder Zeit,
bis in der Welt es Abend wird,
dass unser Weg sich nicht verirrt.

Georg Thurmair

 
















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Zweiter Katholischer Flüchtlingsgipfel

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. September 2016 - 12:25
Am 29. September 2016 findet in Frankfurt am Main der zweite Katholische Flüchtlingsgipfel statt. Erwartet werden etwa 120 Praktiker, Experten und Ehrenamtliche der kirchlichen Flüchtlingshilfe, die sich bei der Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen engagieren. Der Flüchtlingsgipfel wird vom Arbeitsstab des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), vorbereitet. Es werden mehrere Arbeitsgruppen gebildet, in denen konkrete Themen kirchlicher Flüchtlingshilfe besprochen und Perspektiven erarbeitet werden. Den inhaltlichen Schwerpunkt sollen dabei Fragen der Integration, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der gesellschaftlichen Teilhabe bilden. Die Arbeitsgruppen des zweiten Katholischen Flüchtlingsgipfels befassen sich  mit folgenden Themen: „Welche Werte und Normen halten ein pluralistisches Gemeinwesen zusammen?“; „Interreligiöse und interkulturelle Bildung als Beitrag zum gelingenden Miteinander“; „Hilfe zur Selbsthilfe – Empowerment von Flüchtlingen“; „Teilhabe vor Ort – der Faktor Wohnraum“; „Chancen auf dem Arbeitsmarkt – Handlungsfeld berufliche Qualifizierung“; „Seelsorge und Gemeindeentwicklung im Angesicht der Zuwanderung“. Damit knüpft der zweite Katholische Flüchtlingsgipfel an den vorangegangenen Gipfel an, aus dem im Vorjahr unter anderem als Ergebnis die Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge hervorgegangen sind.

Herzlich laden wir Medienvertreter ein zu:

Auftaktbildern und dem Eröffnungsstatement
des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen,
Erzbischof Dr. Stefan Heße,
zu Beginn des Flüchtlingsgipfels um 12.50 Uhr

und einer Pressebegegnung mit Erzbischof Heße
zum Ende des Flüchtlingsgipfels um ca. 17.00 Uhr

in das Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
.

Wir bitten um Verständnis, dass die Beratungen des zweiten Katholischen Flüchtlingsgipfels nicht presseöffentlich sind.

Interessierte Medienvertreter werden gebeten, sich bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (pressestelle@dbk.de) anzumelden.

Weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche, zu Projekten sowie zum Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar.

Wichtiger Hinweis:
Wenn Sie Interesse haben, in der Zeit zwischen den beiden Terminen Projekte für Flüchtlinge zu besuchen, melden Sie sich bitte bei der Pressestelle des Bistums Limburg unter Telefon 06431/295-277 oder per E-Mail an info@bistumlimburg.de. Es stehen Ihnen drei Projekte zur Auswahl:
  • Integration in den Arbeitsmarkt: Die eritreische Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet zählt zu den größten muttersprachlichen Gemeinden im Bistum Limburg. Die Gemeinde bietet zweimal wöchentlich Beratungen zum Einstieg in den Arbeitsmarkt an. Durch die Beratungen konnte bereits Menschen mit Fluchthintergrund eine Arbeitsstelle vermittelt werden. Darüber hinaus kooperiert die Gemeinde im Zuge eines Caritas-Projektes mit der Stadt Frankfurt sowie mit weiteren Partnern, um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei dem Projekt „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Frankfurt am Main“ (IvAF_FFM) werden unter anderem eine Praktikumsbegleitung, Betriebsbesichtigungen, Schulungen für Teilnehmende, Hospitanzen in der Kranken- und Altenpflege sowie eine Vermittlung in Ausbildungsbetrieben angeboten.
  • Veränderungen in der Pastoral mit Blick auf den Zuzug von Flüchtlingen: Die maronitische Gemeinde erprobt aktuell eine „integrative, transnationale und ökumenische Pastoral“. Die Gemeinde vernetzt sich innerkirchlich mit zahlreichen territorialen deutschsprachigen Gemeinden in Frankfurt und veranstaltet Begegnungstreffen. Durch den Zuzug der Flüchtlinge entwickelt sich die Gemeinde zunehmend international. Sie denkt derzeit über eine Namensänderung und eine Ausweitung der Angebote als „arabischsprachige Gemeinde“ nach.
  • Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug: Das Bistum Limburg hat 50 Bundesfreiwilligendienststellen mit Flüchtlingsbezug zu jeweils 50 Prozent finanziert. In Pfarreien im Frankfurter Umland arbeiten die Bufdis in der Pfarrei mit. Die Schulungstage sind an die Bedürfnisse der Freiwilligendienstleistenden angepasst worden (z. B. durch zusätzliche Sprachangebote). Ein Treffen mit den Bufdis ist in Oberursel in einem Willkommenstreff geplant.

Personalia bei der KZVK

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. September 2016 - 11:49
Dr. Claudia Leimkühler hat ihr Vorstandsmandat, nach Verabschiedung der maßgeblich von ihr im Auftrag des VDD initiierten und entwickelten neuen Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK, niedergelegt. Mit dieser neuen Struktur wurde die Unternehmensverfassung der Kasse an die aktuellen aktien- und versicherungsrechtlichen Standards angepasst. Zudem hat Frau Dr. Leimkühler mit Erfolg ein Risikomanagement- und -überwachungssystem implementiert sowie IT-Infrastruktur und Prozessabläufe nachhaltig verbessert. Zukünftig möchte Frau Dr. Leimkühler ihre ausgeprägten Kenntnisse und Fähigkeiten in ein anderes Unternehmen einbringen. Der Verwaltungsrat der KZVK sowie der Verband der Diözesen Deutschlands danken Frau Dr. Leimkühler für ihre sehr erfolgreiche und engagierte Tätigkeit und ihren außerordentlichen persönlichen Einsatz für die KZVK seit ihrer Berufung in den Vorstand im Jahr 2009. Der Verwaltungsrat und der VDD bedauern ihr Ausscheiden sehr und wünschen ihr für die Zukunft beruflich und persönlich weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Herr Christian Loh wird zum 1. Januar 2017 als neues Vorstandsmitglied das Ressort „Zentrale Funktionen“ übernehmen. Herr Loh ist ausgewiesener Experte im Rechnungswesen, Controlling und Risikomanagement. Darüber hinaus verfügt er über langjährige Erfahrung im Bereich Altersversorgung. Er war seit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchgängig für die Bayerische Versorgungskammer, die größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe in Deutschland, tätig. Hier übte er unterschiedliche Funktionen aus, zuletzt die des Leiters „Zentrales Controlling und Rechnungswesen“.

Hinweis:
Die ausführliche Meldung der KVZK ist unter www.kzvk.de unter „Aktuelles“ verfügbar.

Bischof Fürst zum 50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. September 2016 - 10:42
Seit 1967 begeht die katholische Kirche den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Dieser wird in der Kirche Deutschlands immer am zweiten Sonntag im September begangen. Zum 50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 11. September 2016 erklärt der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst:

„In seiner Botschaft zum diesjährigen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel verknüpft Papst Franziskus zwei einander zunächst fremd erscheinende Themenkomplexe. Er lädt uns dazu ein, anlässlich des Heiligen Jahres über die Beziehung von Kommunikation und Barmherzigkeit nachzudenken. 

Das Verständnis des Heiligen Vaters von Kommunikation ist eines, das den Begriff nah am Wortsinn aufnimmt und dabei seine besondere Bedeutung für den Auftrag der Kirche offenlegt: Kommunikation ist Mit-Teilung, sie ist Miteinander-Teilen der Dinge, die uns beschäftigen. ‚Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.‘ (Mt 12,34), sagt Jesus im Evangelium. Nicht zu Unrecht mahnt der Papst, dass solches Sprechen zugleich sorgfältig um Verständigung bemüht sein muss und dass für eine gelungene Kommunikation ebenso auch das Hinhören notwendig ist. Zuhören, so sagt der Papst, kann schmerzvoll sein. Denn sich auf jemanden ganz einzulassen, einen Perspektivwechsel zu wagen, funktioniert nur unter Preisgabe der eigenen Souveränität.

Das aber ist zugleich nicht weit entfernt von der theologischen Entfaltung dessen, was Barmherzigkeit meint: Sich selbst der Situation des anderen auszuliefern, um dessen Schwächen, Fehler und Leiden nachvollziehen zu können und daran Anteil zu nehmen. Auch das ist Miteinander-Teilen, ist Mit-Teilung, Kommunikation. 

Das Ringen um Verstehen und Verstanden-Werden tut im alltäglichen Miteinander ebenso not, wie in der Politik und Diplomatie: Nur barmherzige Rücksichtnahme auf die Situation des Gegenübers kann Frieden und Aussöhnung stiften. Doch unverzichtbar ist diese Haltung insbesondere auch in Bezug auf den Verkündigungsauftrag der Kirche. Wenn diese ihre Botschaft fruchtbar verkünden will, ist sie darauf angewiesen, mit offenem Ohr in die Welt hineinzuhorchen, in die sie spricht. Fraglos: Die Kirche darf sich der ihr anvertrauten Wahrheit bewusst sein, auch das betont der Heilige Vater. Preisgabe von Souveränität bedeutet nicht, diese Wahrheit über Bord werfen zu müssen; sie ist nicht zu verwechseln mit Selbstverleugnung oder dem Anbiedern an bestehende Erwartungshaltungen. Und allein wer sicher weiß, wo er selbst steht, verfügt über die nötige Orientierung, um auch andere Perspektiven einzunehmen. Sehr wohl bedeutet allerdings das ‚Martyrium des Zuhörens‘, das der Heilige Vater beschreibt, sich in das Zweifeln und das Unverstehen hineinzuversetzen, das die Botschaft Jesu nicht selten hervorruft. Nur wenn wir als Kirche mit der Welt in einen ehrlichen Dialog treten, kann das Evangelium, das Botschaft und Offenbarung und somit selbst per se kommunikatives Geschehen ist, auch angenommen werden.

Wir sollten dabei nicht zögern, besonders die Potenziale der sozialen Medien zu nutzen, denn mediale Errungenschaften wie Interaktivität und Synchronizität schaffen eine für das Bemühen um Vermittlung chancenreiche Nähe zwischen Mensch und Mitmensch, zwischen Kirche und Welt. Der niedrigschwellige Zugang zu den Strukturen des Web 2.0 bringt große Vorteile für die pastorale und seelsorgliche Arbeit mit sich. Die globale Vernetzung bietet Perspektiven, die Einheit der Weltkirche sichtbar zu machen und sie zu fördern. Und die multimedialen Gestaltungsmöglichkeiten erlauben zahlreiche neue Verkündigungsformen nahe am Menschen. Gerade deshalb warnt der Papst jedoch auch davor, dass Kommunikation bisweilen scheitern oder missbraucht werden kann. Wo Nähe erzeugt wird, kann auch leicht verletzt werden; ein Blick in die sozialen Netzwerke kann uns das täglich vor Augen führen. Daher braucht es heute – vielleicht mehr denn je – eine Kommunikation der Barmherzigkeit.“

Fachtagung zur Wirkung und Nachhaltigkeit der Dialog- und Gesprächsprozesse der katholischen Kirche in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. September 2016 - 13:07
Bei einer Fachtagung der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vom 1. bis 2. September 2016 haben sich rund 150 Teilnehmer mit der Wirkung und Nachhaltigkeit der Dialog- und Gesprächsprozesse der katholischen Kirche in Deutschland befasst. Unter dem Leitthema „Kirche und Synode sind Synonyme“ wurde in der „Wolfsburg“ (Mülheim an der Ruhr) darüber diskutiert, wie die Ergebnisse der bisherigen Gesprächsprozesse gesichert, die entstandene Gesprächskultur weiterentwickelt und partizipative Strukturen etabliert werden können. Neben einer Auswertung der Prozesse ging es außerdem um perspektivische Fragen sowie mögliche Änderungen in den Organisationsstrukturen.

Nachdem verschiedene Erfahrungen über die Prozesse in den einzelnen (Erz-)Bistümern ausgetauscht und diskutiert wurden, befassten sich zwei Gesprächsrunden mit den Themen „Partizipation, Subsidiarität und Synodalität“ sowie „Ekklesiologie und Organisationsentwicklung im Dialog“. Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Mitglied der bischöflichen Steuerungsgruppe für die Gesprächsprozesse, betonte in seinem Impulsvortrag, dass seit Jahrzehnten der gesellschaftliche Wandel und die Erosionsprozesse im Bereich des Katholischen, aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wahrgenommen und als Herausforderung für die Kirche gesehen würden. „Wie viel Anpassung an die moderne Welt ist möglich, und wie viel Abgrenzung und Unzeitgemäßes ist nötig, um die katholische Identität im Wandel der Zeit glaubwürdig durchzuhalten?“ Wir befänden uns in einer Situation, so Bischof Overbeck weiter, in der die Gestalt der Kirche und die sie bestimmende Kommunikation die Möglichkeit eines sinnerfüllenden Glaubens für viele nicht mehr attraktiver mache, sondern häufig reduziere. „Die katholische Kirche kann sich in ihrem Traditionsverständnis also entscheiden, einfach – unter anderem – moralische Vorstellungen zu wiederholen und auf immer weniger Gehör zu treffen; sie kann aber auch zu einer lernenden Organisation werden, die Nichtübereinstimmung kommunikativ in sich aufnimmt, sprich: den Widerstreit diskursiv und konstruktiv im Inneren kultiviert und so neue Resonanz und damit Relevanz erzeugt“, hob Bischof Overbeck hervor. „Damit die kirchliche Kommunikation höhere Anschlussfähigkeit erbringt, gilt es, eine Vielfalt von zeitgemäßen Formen, solcherart Darstellung und Aushandlung von Ambivalenz, zu erproben, wie wir es erfolgreich mit den Dialogprozessen getan haben.“

Für Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins (Sozialethikerin, Universität Münster) ist eine klare Verständigung über Zuständigkeiten und Kompetenzen für eine Synode unverzichtbar: „Synodalität braucht eine klare und transparente Zuständigkeit und Partizipationsregeln, die eine Beteiligung gewährleisten. Das bedeutet eine tiefe geistliche Dimension von Synodalität.“ Beachtet werden müsse grundsätzlich die Kontextualität und das Kontextbewusstsein: „Das heißt, dass die Welt nicht nur von der Kirche, sondern die Kirche auch von der Welt lernen muss.“ Prof. Dr. Michael Böhnke (Dogmatiker, Universität Wuppertal) hält es momentan für unmöglich, eine Synode durchzuführen, und verweist zugleich auf den Verlust, den es für die Kirche bedeuten würde. „Die Synode ist eine liturgische Versammlung – die Bitte um den Heiligen Geist prägt die Liturgie der Synode ganz maßgeblich. Die Synode ist immer auch Ausdruck des suchenden und des fragenden Glaubensaktes – einem Glauben, der Einsicht sucht.“ Glaubensinhalt und Glaubensakt müssten einer tragfähigen Synthese zugeführt werden. Zum Ende betonte Prof. Böhnke, dass die Kirche sich als suchende und fragende Kirche fortbestimmen müsse. Prof. Dr. Thomas Suermann de Nocker (Betriebswissenschaftler und Theologe, FOM Essen) sprach abschließend über strategische Veränderungsprozesse aus wirtschaftlicher Sicht. Er machte deutlich, dass sowohl Führung als auch Partizipation in den Organisationsstrukturen vorhanden sein müssten.

Bei einer offenen Abendakademie diskutierten Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des ZdK), Generalvikar Klaus Pfeffer (Essen) und Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn (Universität Köln) über die Leitfrage: „Haben die Gesprächsprozesse die katholische Kirche in Deutschland vorangebracht?“ Die Antwort der Diskutanten sowie des Plenums war ein deutliches Ja. „Es war nicht vergeblich, dass wir miteinander gesprochen haben“, betonte Bischof Fürst. Die Überarbeitung des kirchlichen Arbeitsrechts sei ein Beispiel eines Ergebnisses des Gesprächsprozesses. Gleichzeitig stellte Bischof Fürst die Frage: „Wir müssen als Kirche mit der Botschaft, die wir haben, glaubwürdig sein – doch wie gelingt uns das?“ Prof. Sternberg unterstrich, dass die Gesprächsprozesse eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen seien: „Es zählen nun die Argumente, nicht die Person.“ Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass bei solchen Gesprächsprozessen selbstverständlich die „Reizthemen“ diskutiert werden müssen, dabei aber die fundamentalen Fragen, wie z. B. eine grundsätzliche Sprachfähigkeit und die Frage nach dem Stellenwert von Gott in unserem Leben, nicht aus dem Blick geraten dürfen.

In einem diskursiven Resümee erklärte Bischof Overbeck, dass der Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz, aber auch die unterschiedlichen Prozesse und Initiativen der Bistümer, ganz wesentliche Voraussetzungen waren, um nach der enormen Vertrauenskrise durch das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 wieder neues Vertrauen aufzubauen. „Dieses Anheben des ‚Grundwasserspiegels des Vertrauens‘, wie es der damalige Präsident des ZdK, Alois Glück, einmal nannte, war ein zentrales Ergebnis der Prozesse und auch notwendig, um sich dann gemeinsam über den weiteren Weg der Kirche zu verständigen. Auch weiterhin bleibt es unsere Aufgabe, nach Wegen zu suchen, die Partizipation und Leitung in der Kirche zusammenbringen“, so Bischof Overbeck. „Beides ist heute unverzichtbar.“ Prof. Sternberg betonte, dass die Gesprächsprozesse wirklich gelungen sind. „Dennoch müssen wir in ‚unserem Haus‘ weiter aufräumen, damit wir unseren Dienst in der Welt wieder besser leisten können.“ Die Prozesse der Zukunft, forderte Prof. Sternberg, müssen Verbindlichkeit und Konsequenzen haben. „Prozesse ohne Konsequenzen schaden mehr als sie nutzen.“

Erzbischof Schick beendet sechstägige Türkeireise

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. September 2016 - 10:52
Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hat heute (2. September 2016) seine Reise in die Türkei beendet. Seit Sonntag hatte er verschiedene Orte in der Türkei besucht.

Während seines fast sechstägigen Aufenthaltes ist Erzbischof Schick mit dem neuen Erzbischof von Izmir, Lorenzo Piretto OP, dem neuen Apostolischen Vikar für Istanbul, Bischof Rubén Tierrablanca Gonzalez OFM, und mit dem Patriarchalvikar der chaldäischen Kirche in der Türkei, Francois Yakan, zusammengetroffen. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Apostolischen Vikar für Anatolien, Paolo Bizetti SJ, dem Oberhaupt der armenischen Katholiken, Levos Boghos Zekiyan, sowie dem Patriarchalvikar der syrisch-katholischen Kirche Yusuf Sag bilden sie die Türkische Bischofskonferenz.

„Man kann die kleine katholische Kirche in ihrer historisch gewachsenen Vielfalt für ihr mutiges Zeugnis in der zunehmend islamisch geprägten Türkei nur bewundern“, sagte Erzbischof Schick zum Abschluss seines Besuchs, der neben der Bischofskonferenz auch den in Istanbul ansässigen katholischen Ordensgemeinschaften und insbesondere den Projekten der katholischen Flüchtlingshilfe galt. „Mit großem Gottvertrauen“, so der Erzbischof Schick weiter, „sät diese Kirche immer neu kleine Samenkörner, die trotz schwieriger Umstände immer wieder aufgehen und unerwartet reiche Frucht bringen“.

Dies gelte etwa für syrische und irakische Flüchtlingskinder, die Erzbischof Schick in der Schule der Salesianer Don Boscos mit einem auf Englisch gesprochenen Gebet begrüßten. Nach dem zweiten Golfkrieg begannen die Salesianer, in Istanbul eine Schule für Flüchtlinge aufzubauen. Bei diesen handelt es sich fast ausschließlich um Christen, weil sich die Kirche unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht um muslimische Flüchtlinge kümmern kann und weil die christlichen Flüchtlinge in noch weit höherem Maße auf die Hilfe der Kirche angewiesen sind, die sie woanders nicht erhalten. In der Don Bosco Schule geht es zunächst darum, die Kinder und Jugendlichen nicht der Straße zu überlassen, wie die selbst als Flüchtling gekommene Lehrerin erklärte. Zweitens dient die Schule als Ankerpunkt für ganze Familien, die zum Teil mehrstündige Busfahrten auf sich nehmen, um wenigstens ab und zu die Solidarität und Gemeinschaft der Christen zu erfahren. Obwohl ferienbedingt kein Unterricht staatfindet, kommen die Kinder täglich zu Sport und Spiel zusammen und können wenigstens dabei ihr oft dramatisches Schicksal vergessen. Schließlich lernen die Kinder hier neben den anderen üblichen Fächern vor allem Englisch, denn an die Rückkehr in ihre Heimat ist nicht zu denken. Sie alle werden, so die Einschätzung der Lehrer, nur im Ausland eine Zukunft haben, vor allem in den USA und in Australien. Auch die Caritas der Türkei konzentriert sich zurzeit weitgehend auf die Hilfe für Flüchtlinge.

Wichtiger Bestandteil der Reise waren auch die Besuche in den Pfarreien, die vor allem in Istanbul wachsen. Es kommen neue Gruppen aus Afrika und Asien, aber auch aus Polen und Spanien hinzu. Sie bringen Veränderungen und neue Impulse in das Pfarreileben, was als Bereicherung erfahren wird.

Ökumenischer Höhepunkt des Aufenthaltes in der Türkei war die von Herzlichkeit und Freundschaft geprägte Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios. Auf persönliche Einladung des Patriarchen nahm Erzbischof Schick im Anschluss an die Begegnung an der feierlichen Vesper teil, die der Patriarch am Vorabend des Beginns des neuen orthodoxen Kirchenjahrs (1. September), zelebrierte. Dieser Tag wird auch als „Tag der Schöpfung“ begangen.

Kardinal Marx zur Botschaft von Papst Franziskus am Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. September 2016 - 12:16
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigt die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, die der Vatikan heute veröffentlicht hat, als wichtiges Signal: „Die Botschaft von Papst Franziskus ist ein Appell an unsere Demut.“ Es sei von großem Wert, dass uns der Papst dazu aufrufe, unseren Lebensstil im Einklang mit der gottgeschaffenen Natur zu gestalten. „Der Heilige Vater führt uns mit großer Direktheit vor Augen, dass ein Verharren in gewohnten Verhaltensweisen im Widerspruch zum Schöpfungswillen Gottes steht. Ein einfaches ‚Weiter so!‘ darf für Christen nicht infrage kommen.“

Die Erfahrung, etwa durch das Wetter oder die Jahreszeit ein Stück von der Natur bestimmt zu werden, lehre uns, die Ehrfurcht vor der Schöpfung zu bewahren, so Kardinal Marx. Insofern sei es ein großes Verdienst des Papstes, mit seiner Umweltenzyklika Laudato si‘ diese Thematik als dezidiert christliches Anliegen ausgewiesen zu haben. „In seiner heutigen Botschaft während des von ihm ausgerufenen Heiligen Jahres, zeigt der Papst nun eindrücklich, dass sein großes Anliegen – die Barmherzigkeit – nicht ohne die Rücksicht auf die Natur zu denken ist. Nicht nur nachfolgende Generationen werden unter der vom Heiligen Vater beklagten ‚Mentalität der Kurzfristigkeit‘ leiden. Schon heute sind es die Armen, welche die Auswirkungen der Umweltausbeutung am stärksten zu spüren bekommen.“ Es sei daher – auch theologisch – ein starkes Signal, dass der Papst in seiner Botschaft vorschlage, die Sorge um die Natur, das gemeinsame Haus, dem Kanon der Werke der Barmherzigkeit hinzuzufügen.

Erfreut zeigt sich Kardinal Marx auch darüber, dass Franziskus die ökumenische Dimension des Anliegens in den Fokus rücke. „Das ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können.“ Katholiken seien nichtsdestotrotz aufgerufen, ihr Bewusstsein für die Schöpfung auch im Sakrament der Versöhnung stärker zu berücksichtigen. „Nutzen wir besonders im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit dieses Sakrament für einen Richtungswechsel“, so Kardinal Marx weiter. „Nur wenn wir uns im Kleinen zur Umkehr bereit zeigen, kann die Hoffnung auf die großen gemeinsamen Erfolge fruchtbar werden.“

Hinweis:
Die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung ist als Aktuelle Meldung verfügbar.

Papst Franziskus: Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. September 2016 - 11:50
Vereint mit unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern und unter Anteilnahme anderer Kirchen und christlicher Gemeinschaften feiert die katholische Kirche heute den jährlichen „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“. Der Gedenktag „bietet sowohl den einzelnen Gläubigen wie auch den Gemeinschaften eine gute Möglichkeit, ihre persönlich e Einwilligung in ihre eigene Berufung als Hüter der Schöpfung zu erneuern, indem sie Gott für das wunderbare Werk danken, das er unserer Sorge anvertraut hat, und ihn um seine Hilfe für den Schutz der Schöpfung und um seine die gegen unsere Welt begangenen Sünden bitten“(1).

Es ist sehr ermutigend, dass auch andere Religionen die Sorge der Kirchen und der christlichen Gemeinschaften um die Zukunft unseres Planeten teilen. Tatsächlich sind in den letzten Jahren von religiösen Verantwortungsträgern und von Organisationen viele Initiativen ergriffen worden, um die öffentliche Meinung stärker für die Gefahren der unverantwortlichen Ausbeutung der Erde moralische und geistliche Krise gelenkt, die den Umweltproblemen und -schäden zugrunde liegen. Als Reaktion auf das zunehmende Interesse an der Unversehrtheit der Schöpfung hat die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (Sibiu/Hermannstadt 2007) vorgeschlagen, vom 1. September (dem orthodoxen Gedenktag der  göttlichen Schöpfung) bis zum 4. Oktober (dem Gedenktag des heiligen Franziskus von Assisi in der katholischen Kirche und in einigen anderen westlichen Traditionen) eine fünfwöchige „Zeit für die Schöpfung“ zu begehen. Von jenem Moment an hat diese Initiative mit der Unterstützung des Weltrates der Kirchen viele ökumenische Aktivitäten in verschiedenen Teilen der Welt angeregt. Es ist auch ein Grund zur Freude, dass  in aller Welt ähnliche  Initiativen, welche die Umweltgerechtigkeit, die Sorge für die Armen und ein verantwortliches gesellschaftliches Engagement fördern, Menschen – vor allem Jugendliche – aus verschiedenen religiösen Umfeldern zusammenführen. Als Christen und Nichtchristen, Gläubige und Menschen guten Willens müssen wir alle vereint unserem gemeinsamen Haus, der Erde, Barmherzigkeit erweisen und die Welt, in der wir leben, als Ort des Miteinander-Teilens und der Gemeinschaft voll zur Geltung bringen.

1. Die Erde schreit auf… Mit dieser Botschaft nehme ich erneut mit jedem Menschen, der auf diesem Planeten wohnt, den Dialog über die quälenden Leiden der Armen und die Zerstörung der Umwelt auf. Gott hat uns einen blühenden Garten geschenkt, wir aber sind dabei, ihn in eine von „Schutt, Wüsten und Schmutz“ (Laudato si’, 161) verseuchte Ebene zu verwandeln. Wir dürfen angesichts des Verlustes der biologischen Vielfalt und der Zerstörung der Ökosysteme – Erscheinungen, die oft durch unser verantwortungsloses und egoistisches Verhalten verursacht werden – nicht aufgeben oder mit Gleichgültigkeit reagieren. „Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht“ (ebd., 33).

Der Planet erwärmt sich weiter, zum Teil aufgrund menschlichen Tuns: 2015 war das wärmste Jahr, das je verzeichnet wurde, und 2016 wird wahrscheinlich noch wärmer werden. Das bewirkt Dürreperioden, Überschwemmungen, Brände und immer besorgniserregendere extreme meteorologische Ereignisse. Der Klimawandel trägt auch zu der entsetzlichen Krise der Zwangsmigration bei. Die Armen der Welt, die den Klimawandel am wenigsten zu verantworten haben, sind die Verletzlichsten und leiden bereits unter den Auswirkungen.

Wie die ganzheitliche Ökologie hervorhebt, sind die Menschen untereinander und mit der Schöpfung als Ganzer zutiefst verbunden. Wenn wir die Natur schlecht behandeln, behandeln wir auch die Menschen schlecht. Zugleich besitzt jedes Geschöpf einen ihm innewohnenden Eigenwert, der geachtet werden muss. Seien wir bereit, „die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde“ (ebd., 49), und versuchen wir, eingehend zu prüfen, wie wir eine geeignete und rechtzeitige Antwort sicherstellen können.

2. …weil wir gesündigt haben Gott hat uns die Erde gegeben, damit wir sie respektvoll und ausgewogen bebauen und hüten (vgl. Gen 2,15). Sie „zu stark“ zu bebauen – das heißt sie kurzsichtig und egoistisch auszubeuten – und kaum zu hüten, ist Sünde.

Mutig hat der verehrte Ökumenische Patriarch Bartholomäus wiederholt und prophetisch unsere Sünden gegen die Schöpfung deutlich gemacht: „Dass Menschen die biologische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen […] die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden“(2).

Möge das Jubiläum der Barmherzigkeit angesichts dessen, was unserem „Haus“ zustößt, die gläubigen Christen „zu einer tiefgreifenden inneren Umkehr“ aufrufen (Enzyklika Laudato si’, 217), die besonders durch das Bußsakrament unterstützt wird. Lernen wir in diesem Jubiläumsjahr, die Barmherzigkeit Gottes für die Umweltsünden zu suchen, die wir bisher noch nicht zu erkennen und zu beichten wussten, und verpflichten wir uns, konkrete Schritte auf dem Weg der ökologischen Umkehr zu vollziehen. Diese verlangt, dass wir uns unserer Verantwortung uns selbst, dem Nächsten, der Schöpfung und dem Schöpfer gegenüber klar bewusst werden (vgl. ebd., 10.229).

3. Gewissenserforschung und Reue Der erste Schritt auf diesem Weg ist immer eine Gewissenserforschung, die „Dankbarkeit und Unentgeltlichkeit [einschließt], das heißt ein Erkennen der Welt als ein von der Liebe des himmlischen Vaters erhaltenes Geschenk. Daraus folgt, dass man Verzicht übt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten“. Sie „schließt auch das liebevolle Bewusstsein ein, nicht von den anderen Geschöpfen getrennt zu sein, sondern mit den anderen Wesen des Universums eine wertvolle allumfassende Gemeinschaft zu bilden. Der Glaubende betrachtet die Welt nicht von außen, sondern von innen her und erkennt die Bande, durch die der himmlische Vater uns mit allen Wesen verbunden hat“ (ebd., 220).

An diesen Vater voll Erbarmen und Güte, der die Rückkehr eines jeden seiner Kinder erwartet, können wir uns wenden und unsere Sünden gegen die Schöpfung, die Armen und die kommenden Generationen bekennen. „Insofern wir alle kleine ökologische Schäden verursachen“, sind wir aufgerufen, „unseren kleineren oder größeren Beitrag zur Verunstaltung und Zerstörung der Schöpfung“(3) anzuerkennen. Das ist der erste Schritt auf dem Weg der Umkehr.

Im Jahr 2000, das ebenfalls ein Jubiläumsjahr war, hat mein Vorgänger, der heilige Johannes Paul II., die Katholiken aufgefordert, Buße zu tun für die religiöse Intoleranz von einst und jetzt sowie für das begangene Unrecht gegenüber den Juden, den Frauen, den Urbevölkerungen, den Einwanderern, den Armen und den Ungeborenen. In diesem Außergewöhnlichen Jubiläum der Barmherzigkeit fordere ich jeden auf, das gleiche zu tun: Bereuen wir das Übel, das wir unserem gemeinsamen Haus zufügen – als Einzelne, die wir bereits an Lebensstile gewöhnt sind, die auf einer falsch verstandenen Wohlstandskultur beruhen oder auf dem „ungezügelten Wunsch […], mehr zu konsumieren, als man tatsächlich braucht“ (ebd. 123), und als Beteiligte an einem System, das „die Logik des Gewinns um jeden Preis durchgesetzt hat, ohne an die soziale Ausschließung oder die Zerstörung der Natur zu denken“ (4).

Nach einer ernsten Gewissenserforschung und erfüllt von solcher Reue können wir unsere Sünden gegen den Schöpfer, gegen die Schöpfung und gegen unsere Brüder und Schwestern beichten. „Der Katechismus der Katholischen Kirche zeigt uns den Beichtstuhl als einen Ort, an dem die Wahrheit uns frei macht für eine Begegnung“(5). Wir wissen: „Gott ist größer als unsere Sünde“, als alle Sünden, einschließlich der gegen die Schöpfung. Wir beichten sie, weil wir bereuen und uns ändern wollen. Und die barmherzige Gnade, die wir im Sakrament empfangen, wird uns helfen, das zu tun.

4. Einen Kurswechsel vornehmen Die Gewissenserforschung, die Reue und das Bekenntnis gegenüber dem Vater, der reich ist an Barmherzigkeit, führen zu einem festen Vorsatz, das Leben zu ändern. Und dieser muss in Haltungen und konkrete Verhaltensweisen umgesetzt werden, die mehr Achtung gegenüber der Schöpfung zeigen. Dazu gehört zum Beispiel, Plastik und Papier bedachtsamer zu gebrauchen, die Verschwendung von Wasser, Lebensmitteln und elektrischer Energie zu vermeiden, Abfälle zu sortieren, die anderen Lebewesen sorgsam zu behandeln, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen und zu mehreren Personen ein Fahrzeug miteinander zu teilen und vieles mehr (vgl. Laudato si’, 211). Wir dürfen nicht meinen, diese Anstrengungen seien zu gering, um die Welt zu verbessern. Solche Handlungen „verursachen im Schoß dieser Erde etwas Gutes, das stets dazu neigt, sich auszubreiten, manchmal unsichtbar“ (ebd., 212), und ermutigen zu einem „prophetischen und kontemplativen Lebensstil, der fähig ist, sich zutiefst zu freuen, ohne auf Konsum versessen zu sein“ (ebd., 222).

In gleicher Weise muss der Vorsatz, das Leben zu ändern, sich in der Art ausdrücken, wie wir zum Aufbau der Kultur und der Gesellschaft beitragen, zu der wir gehören. Denn „die Pflege der Natur ist Teil eines Lebensstils, der die Fähigkeit zum Zusammenleben und zur Gemeinschaft einschließt“ (ebd., 228). Wirtschaft und Politik, Gesellschaft und Kultur dürfen nicht von einer Mentalität der Kurzfristigkeit und vom Streben nach einem unmittelbaren finanziellen Ertrag oder einem Wahlerfolg beherrscht werden. Sie müssen stattdessen dringend wieder auf das Gemeinwohl ausgerichtet werden, das Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung einschließt.

Ein konkreter Fall ist die „ökologische Schuld“ zwischen dem Norden und dem Süden (vgl. ebd., 51–52) der Erde. Die Erstattung dieser Schuld würde erfordern, für die Umwelt der ärmeren Länder zu sorgen durch die Bereitstellung von Geldmitteln und technischer Unterstützung, die ihnen helfen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Der Schutz des gemeinsamen Hauses verlangt einen zunehmenden politischen Konsens. In diesem Sinn ist es ein Grund zur Zufriedenheit, dass die Länder der Welt im September 2015 die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung) angenommen und im Dezember 2015 das Klima-Abkommen von Paris approbiert haben, das sich das anspruchsvolle, aber grundlegende Ziel setzt, den globalen Temperaturanstieg zu beschränken. Jetzt haben die Regierungen die Verpflichtung, den eingegangenen Verbindlichkeiten nachzukommen, während die Unternehmen verantwortlich ihren Teil beisteuern müssen. Die Aufgabe der Bürger aber besteht darin zu fordern, dass dies geschieht und dass sogar noch ehrgeizigere Ziele angepeilt werden.

Der Kurswechsel bedeutet also, „gewissenhaft das ursprüngliche Gebot zu beachten, die Schöpfung vor allem Schaden zu bewahren, und zwar uns selbst wie auch den anderen Menschen zuliebe“ . Eine Frage kann uns helfen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: „Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?“ (Laudato si’, 160).

5. Ein neues Werk der Barmherzigkeit „Nichts vereint mehr mit Gott als eine Tat der Barmherzigkeit – ob es sich nun um die Barmherzigkeit handelt, mit der der Herr uns unsere Sünden vergibt, oder um die Gnade, die er uns schenkt, damit wir die Werke der Barmherzigkeit in seinem Namen vollbringen“(8).

In Anlehnung an ein Wort des Apostels Jakobus könnten wir sagen: „Die Barmherzigkeit für sich allein ist tot, wenn sie nicht Werke vorzuweisen hat […] Aufgrund des Wandels unserer globalisierten Welt haben sich einige Formen materieller und spiritueller Armut vervielfacht: Geben wir daher der Phantasie der Nächstenliebe Raum, um neue Möglichkeiten des Handelns zu erkennen. Auf diese Weise wird der Weg der Barmherzigkeit immer konkreter werden“(9).

Das christliche Leben schließt die Übung der traditionellen Werke der leiblichen und der geistlichen Barmherzigkeit ein.(10)  „Gewöhnlich [denken wir] an die Werke der Barmherzigkeit […], indem wir sie einzeln betrachten und in Verbindung mit einer Einrichtung sehen: Krankenhäuser für die Kranken, Mittagstische für die Hungrigen, Herbergen für die Obdachlosen, Schulen für die, welche eine Ausbildung brauchen, und Beichtstuhl und geistliche Leitung für die, welche Rat und Vergebung nötig haben… Wenn wir sie aber gemeinsam betrachten, dann lautet die Botschaft, dass der Gegenstand der Barmherzigkeit das menschliche Leben selbst ist und zwar in seiner Ganzheit“(11).

Selbstverständlich schließt das menschliche Leben selbst in seiner Ganzheit auch die Sorge um das gemeinsame Haus ein. Ich erlaube mir also, eine Ergänzung der beiden traditionellen Aufzählungen der sieben Werke der Barmherzigkeit vorzuschlagen, indem ich jedem von ihnen die Sorge um das gemeinsame Haus anfüge.

Als geistliches Werk der Barmherzigkeit verlangt die Sorge um das gemeinsame Haus die „dankerfüllte[n] Betrachtung der Welt“ (Laudato si’, 214); sie „erlaubt uns, durch jedes Ding irgendeine Lehre zu entdecken, die Gott uns übermitteln möchte“ (ebd., 85). Als leibliches Werk der Barmherzigkeit verlangt die Sorge um das gemeinsame Haus die „einfachen alltäglichen Gesten […], die die Logik der Gewalt, der Ausnutzung, des Egoismus durchbrechen […], und zeigt sich bei allen Gelegenheiten, die zum Aufbau einer besseren Welt beitragen“ (ebd., 230–231).

6. Zum Schluss lasst uns beten Trotz unserer Sünden und der erschreckenden Herausforderungen, die vor uns stehen, verlieren wir nie die Hoffnung: „Der Schöpfer verlässt uns nicht, niemals macht er in seinem Plan der Liebe einen Rückzieher, noch reut es ihn, uns erschaffen zu haben […] denn er hat sich endgültig mit unserer Erde verbunden, und seine Liebe führt uns immer dazu, neue Wege zu finden“ (ebd., 13. 245). Besonders am 1. September und dann das ganze Jahr hindurch wollen wir beten: „Gott der Armen,
hilf uns,
die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde,
die so wertvoll sind in deinen Augen,
zu retten. […]
Gott der Liebe,
zeige uns unseren Platz in dieser Welt
als Werkzeuge deiner Liebe
zu allen Wesen dieser Erde“ (ebd., 246).
Gott der Barmherzigkeit,
lass uns deine Vergebung empfangen
und deine Barmherzigkeit verbreiten
in unserem ganzen gemeinsamen Haus.
Gelobt seist du!
Amen.
Fußnoten: (1) Schreiben zur Einführung des „Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung“ (6. August 2015). (2) Ansprache an das Umwelt-Symposium, Santa Barbara, Kalifornien (8. November 1997). (3) BARTHOLOMÄUS I., Message upon the World Day of Prayer for the Protection of Creation (1. September 2012). (4) Ansprache, II. Welttreffen der Volksbewegungen, Santa Cruz de la Sierra, Bolivien (9. Juli 2015). (5) Dritte Meditation, Geistliche Einkehr zum Jubiläum der Priester, Basilika Sankt Paul vor den Mauern (2. Juni 2016). (6) Mittwochsaudienz (30. März 2016). (7) BARTHOLOMÄUS I., Message for the Day of Prayer for the Protection of Creation (1. September 1997). (8) Erste Meditation, Geistliche Einkehr zum Jubiläum der Priester, Basilika Sankt Johannes im Lateran (2. Juni 2016). (9) Mittwochsaudienz (30. Juni 2016). (10) Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind: die Hungrigen speisen; den Dürstenden zu trinken geben; die Nackten bekleiden; die Fremden aufnehmen; die Kranken besuchen; die Gefangenen besuchen; die Toten begraben. Die geistlichen Werke der Barmherzigkeit sind: die Unwissenden lehren; den Zweifelnden recht raten; die Betrübten trösten; die Sünder zurechtweisen; die Lästigen geduldig ertragen; denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen; für die Lebenden und die Toten beten. (11) Dritte Meditation, Geistliche Einkehr zum Jubiläum der Priester, Basilika Sankt Paul vor den Mauern (2. Juni 2016).
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Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 19. bis 22. September 2016 in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 31. August 2016 - 11:50
Vom 19. bis 22. September 2016 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 66 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Im Mittelpunkt der Herbst-Vollversammlung steht der Studientag in Verantwortung der Caritaskommission: „Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei – Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas“. Außerdem werden für die neue Arbeitsperiode bis zum Jahr 2021 die Mitglieder, Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der 14 Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Unterkommissionen gewählt. Aktuelle Fragen zur Flüchtlingsarbeit werden ebenso Thema der Vollversammlung sein wie die katholische Beteiligung am Reformationsgedenken 2017. Weitere Themen sind die Situation der Europäischen Union, eine netzpolitische Positionierung angesichts des digitalen Wandels der Gesellschaft und eine Auswertung des Weltjugendtags in Krakau.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am Montag, den 19. September 2016, wird der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilnehmen. Als Gäste anderer Bischofskonferenzen werden Bischof Dr. Jan Kopiec (Polen/Gleiwitz) sowie Weihbischof Vincent Dollmann (Straßburg, Frankreich) anwesend sein. Außerdem ist der Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche von Erbil (Irak), Bashar Warda, zu Gast.

Heute laden wir Sie herzlich zur Berichterstattung ein. Bitte beachten Sie, dass die Abschlusspressekonferenz nicht wie bislang am Freitag, sondern bereits am Donnerstag, den 22. September 2016, stattfindet. Derzeit sind folgende Pressetermine geplant:

Montag, 19. September 2016: 15.00 Uhr    Pressestatement und Fototermin des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Auftakt der Vollversammlung.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät 16.30 Uhr    Bildtermin im Sitzungssaal zum Auftakt der Vollversammlung.
Ort: Priesterseminar

Dienstag, 20. September 2016: 07.30 Uhr    Eröffnungsgottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

10.00 Uhr    Pressegespräch zum Thema „Die Lage der Christen im Nordirak und die Flüchtlingssituation“ mit
  • Erzbischof Bashar Warda (Erbil/Irak), Erzbischof der chaldäisch-katholischen Erzeparchie von Erbil
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät 13.00 Uhr    Pressegespräch zum Thema „Die neue Einheitsübersetzung der Bibel – Vorstellung des ersten Exemplars“ mit
  • Bischof em. Dr. Joachim Wanke (Erfurt), langjähriger Vorsitzender des Leitungsgremiums für die Revision der Einheitsübersetzung;
  • Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg), Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Dr. Katrin Brockmöller (Stuttgart), Geschäftsführende Direktorin des Katholischen Bibelwerkes e. V.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Mittwoch, 21. September 2016: 07.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt von Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln).

13.00 Uhr    Pressegespräch zum Studientag der Herbst-Vollversammlung mit dem Thema „Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei – Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas“ mit
  • Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Vorsitzender der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Prälat Dr. Peter Neher (Freiburg), Präsident des Deutschen Caritasverbandes;
  • Prof. Dr. Heinz Bude (Kassel), Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel;
  • Margurit Assmann (Frankfurt), Caritasbeauftragte im Pfarrgemeinderat von St. Johannes Apostel (Frankfurt-Unterliederbach) und Ehrenamtliche bei der Caritas Frankfurt.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Donnerstag, 22. September 2016: 07.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt von Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn).

13.00 Uhr    Abschlusspressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ. Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät 18.00 Uhr    Schlussvesper mit Bonifatiussegen im Dom zu Fulda, Predigt von Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz).


Hinweise:
  • Tagungsort: Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt im Bischöflichen Priesterseminar in Fulda (Eduard-Schick-Platz 5). Sie ist nicht öffentlich.
  • Akkreditierung: Für die Pressetermine ist eine eigene Akkreditierung der Journalisten erforderlich. Nutzen Sie dazu bitte ausschließlich das Online-Formular. Bitte beachten Sie, dass eine Akkreditierung nur online möglich ist. Die Akkreditierung muss spätestens bis Donnerstag, 15. September 2016, 12.00 Uhr erfolgen. Die Akkreditierungsausweise können Sie ab Montag, den 19. September 2016, ab 10.00 Uhr im Priesterseminar Fulda abholen. Eine Nutzung der Arbeitsräume oder ein Besuch der Pressetermine ist nur mit dem Akkreditierungsausweis möglich!
  • Fernsehaufnahmen während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für die Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere für den Eröffnungsgottesdienst am 20. September 2016 um 7.30 Uhr und die Bonifatius-Vesper am 22. September 2016 um 18.00 Uhr) ist eine Dreherlaubnis erforderlich, die über die Bischöfliche Pressestelle Fulda (Postfach 11 53, 36001 Fulda, Tel. 0661/87299, Fax 0661/87568, E-Mail presse(at)bistum-fulda.de) eingeholt werden kann.
  • Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für das Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere während des Eröffnungsgottesdienstes am 20. September 2016 um 7.30 Uhr und während der Bonifatius-Vesper am 22. September 2016 um 18.00 Uhr) gelten folgende Regeln: Fotografen müssen sich auf zwei abgekordelte Positionen rechts und links vor dem Altarraum verteilen. Ein Wechsel zwischen beiden Positionen ist während des Gottesdienstes nicht möglich. In beiden Bereichen können die Fotografen bis zum Ende der Predigt fotografieren. Anschließend ist ein Fotografieren nicht mehr gestattet. Am Ende der Gottesdienste kann beim Auszug der Bischöfe wieder fotografiert werden.
  • Eucharistiefeiern: Zur Teilnahme an den weiteren morgendlichen Eucharistiefeiern (Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 7.30 Uhr) im Dom zu Fulda sind Sie herzlich eingeladen.
  • Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz: Die Pressestelle ist von Montag, 19. September 2016, 9.00 Uhr, bis Donnerstag, 22. September 2016, 19.00 Uhr, im Bischöflichen Priesterseminar zu erreichen (Tel. 0661/87229, Fax 0661/87543, E-Mail pressestelle(at)dbk.de).
  • Pressearbeitsraum: Der Arbeitsraum für Journalisten befindet sich gegenüber vom Priesterseminar in der Theologischen Fakultät, Eduard-Schick-Platz 2.
  • Stellplätze: Falls Sie auf dem Gelände einen Stellplatz für einen Ü-Wagen benötigen, melden Sie sich bitte umgehend bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz bzw. vermerken dies im Online-Akkreditierungsformular.
Weitere Informationen zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie im Pressebereich sowie im Dossier „Vollversammlung“.

Bischof Timmerevers als neuer Bischof von Dresden-Meißen eingeführt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. August 2016 - 11:33
Der bisherige Weihbischof im Bistum Münster, Heinrich Timmerevers, ist als 50. Bischof im Bistum Dresden-Meißen in sein Amt eingeführt worden. Er tritt die Nachfolge von Erzbischof Dr. Heiner Koch an. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte während des Gottesdienstes in der Dresdner Kathedrale dem Bischof zum neuen Amt und dem Bistum zum neuen Bischof.

In seinem Grußwort erinnerte Kardinal Marx an die bewegenden Tage des 100. Deutschen Katholikentags: „Lasst etwas vom Geist des Leipziger Katholikentags weiter in Eurem Bistum und Eurem Alltag lebendig sein“, so Kardinal Marx. Vor 15 Jahren habe Weihbischof Timmerevers als Wahlspruch für seinen bischöflichen Dienst das Wort gewählt: „Suchet, wo Christus ist.“ Dieses Wort sei heute für den neuen Bischof Aufgabe und Auftrag zugleich: Christus suchen. „Es gibt viel Wertvolles aus der Glaubenserfahrung dieses Bistums, gerade auch aus der Geschichte heraus, was sich für den neuen Bischof zu suchen lohnt.“

Kardinal Marx erinnerte daran, dass Menschen über Jahrhunderte im Bistum Dresden-Meißen Christus gesucht hätten: „In der jüngeren Geschichte des 20. Jahrhunderts wurden sie daran – teilweise – brutal durch die kommunistischen Machthaber gehindert. Heute leben Katholiken und Protestanten mit vielen Nichtglaubenden in Dresden zusammen.“ Das sei ein gutes Miteinander, ein Miteinander „gegen die dumpfen Parolen, die in den letzten Monaten, ja Jahren, auch auf bedenklichen Demonstrationen im unmittelbaren Umfeld der Hofkirche zu hören waren. Als Kirche stehen wir auf gegen ideologische Verblendung und braunes Getöse. Das haben die Katholiken im Bistum Dresden immer wieder bewiesen“, so Kardinal Marx.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz dankte dem „engagierten und umsichtigen Dienst“ von Diözesanadministrator Domkapitular Andreas Kutschke in der Zeit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls. Den Gläubigen des Bistums Dresden-Meißen rief Kardinal Marx zu: „Wagt gemeinsam mit Eurem neuen Bischof das Abenteuer des Glaubens.“
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