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27. Juni 2016
Augenblicke der Besinnung

Ich denke, das ist unser aller Sendung:
dass jeder an seinem Platz
sich dafür einsetzt,
dass die Kraft des Glaubens
in dieser Welt wirksam wird,
wirksam als Freude,
als Zuversicht,
als Gabe in diesem Augenblick.

Benedikt XVI.

 
















Sammlung von Newsfeeds

Dr. Marius Linnenborn wird neuer Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts

Der Essener Diözesanpriester Dr. Marius Linnenborn wird zum 1. November 2016 neuer Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier. Er folgt damit Prälat Dr. Eberhard Amon, der die Aufgabe seit 1998 innehatte.

Dr. Marius Linnenborn wurde 1968 in Essen geboren. Er studierte Theologie und Kunstgeschichte in Bochum und Würzburg sowie von 1992 bis 1994  Liturgiewissenschaft an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom. Nach der Priesterweihe 1996 war er als Kaplan in Oberhausen und Essen tätig. Neben der Aufgabe in der Gemeindepastoral absolvierte er von 2005 bis 2008 das Promotionsstudium in Rom. Danach war Linnenborn Wallfahrtsleiter des Ludgerus-Jahres 2009 in Essen-Werden. Seit 2010 ist er Pastor in Essen-Heisingen. An der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster und an der Musikhochschule Köln hatte er in den vergangenen Jahren Lehraufträge für Liturgiewissenschaft. Außerdem ist er Geistlicher Beirat des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores.

Die Deutsche Bischofskonferenz dankt Prälat Dr. Eberhard Amon, der seit dem Jahr 1998 die Leitung des Deutschen Liturgischen Instituts innehatte. Der promovierte Liturgiewissenschaftler lenkte mit großer Umsicht und liturgiepastoraler Expertise die Geschicke des Instituts. In diesem Zusammenhang wirkte er unter anderem als Sekretär der übernationalen Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet, in der Zeit zwischen 2005 und 2009 zudem als Geschäftsführer der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Im Rahmen seiner vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten war Prälat Dr. Amon so auch zwei Jahrzehnte lang maßgeblich beteiligt an der Erarbeitung und Gestaltung gottesdienstlicher Bücher. Leitend hierbei wie auch im Rahmen der liturgischen Fortbildung und Hilfestellung war für ihn stets die Sorge um eine authentische Feier der Liturgie und das dauernde Bestreben, den Menschen von heute immer neu Zugänge zu diesem Herzstück kirchlichen Lebens zu eröffnen.

Hinweis: Informationen über das Deutsche Liturgische Institut sind unter www.liturgie.de verfügbar.

Studie zur Heimkinderzeit

In einer heute (23. Juni 2016) in Berlin vorgestellten Studie setzt sich der Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) mit der Situation auseinander, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in katholischen Einrichtungen Gewalt, Missbrauch und Leid erfahren haben. Die Studie „Heimkinderzeit. Eine Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe in Westdeutschland (1949 – 1975) wurde im Auftrag des CBP vom Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) in Freiburg durchgeführt. Mitfinanziert und mitgetragen wird sie von der Deutschen Bischofskonferenz, dem Deutschen Caritasverband (DCV), der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und der Veronika-Stiftung.

Mit der Studie bekennt sich der Deutsche Caritasverband mit seinem Fachverband CBP zu seiner eigenen Geschichte und zeigt ein hohes Interesse an einer selbstkritischen und aktiven Aufarbeitung. Diese ist notwendig, um die Arbeit der heutigen Behindertenhilfe und Psychiatrie glaubwürdig an den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention zu orientieren und im Einklang mit dem christlichen Menschenbild umzusetzen.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit massiven Gewalterfahrungen in den Heimen ausgesetzt waren. Die Ursachen dafür waren vielfältig. Sie finden sich in der Überforderung der Ordensschwestern und Ordensbrüder, die die Hauptlast der Arbeit in den Heimen trugen, in der fehlenden Fachlichkeit der damaligen Zeit, in Gewalt fördernden Strukturen, in der geringen staatlichen Unterstützung der Heime und auch im Fehlverhalten einzelner Verantwortlicher.

Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, stellt klar: „Als Vorsitzender der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz sage ich ausdrücklich, dass ich die damals in den katholischen Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie ausgeübte physische, psychische und sexuelle Gewalt zutiefst bedauere und die Betroffenen dafür um Entschuldigung bitte. Kirchliche Organisationen und Verantwortliche haben in diesen Fällen dem christlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung und psychiatrisch Erkrankte in ihrer Entwicklung zu fördern und ihre Würde zu schützen, nicht entsprochen.“

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, betont: „Die Geschichte des Leids in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie ist ein beschämender Teil der Geschichte der Kirche und ihrer Caritas in Deutschland. Wir stellen uns den Erfahrungen von Versagen und Leid und sehen diese Geschichte als Verpflichtung. Der Deutsche Caritasverband und sein Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie werden alles dafür tun, aus den bedrückenden Befunden der Studie Konsequenzen für ihre fachliche und politische Arbeit zu ziehen.“

Der Geschäftsführer der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Johannes Stücker-Brüning, begrüßt es, dass Bund und Länder sich vor einer Woche zur Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ bekannt haben. „Die Kirchen mit Caritas und Diakonie sowie die Orden haben dieses Hilfsangebot für Betroffene aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie schon lange gefordert. Betroffene können durch die Stiftung wirksame Unterstützung zur Bewältigung ihrer teilweise schlimmen Erlebnisse erhalten. Damit möglichst viele von ihnen die Hilfen in Anspruch nehmen können, sollte die Stiftung zügig ihre Arbeit aufnehmen.“

Schwester Dr. Katharina Kluitmann OSF, Mitglied im Vorstand der Deutschen Ordensobernkonferenz, stellt fest: „Für das persönliche Versagen von Ordensleuten und das institutionelle Versagen von Orden in der damaligen Zeit können wir nur beschämt stellvertretend um Verzeihung bitten. Wo immer möglich, möchten wir denen, die heute noch an ihrer Geschichte als Kinder und Jugendliche in Heimen der Behindertenhilfe und Psychiatrie leiden, bei der Aufarbeitung helfen. Wir möchten uns diesen dunklen Seiten unserer Geschichte stellen.“

Die Projektleiterin der Heimkinderstudie, Dr. Annerose Siebert, macht deutlich: „Die historisch-sozialwissenschaftliche Studie gibt erstmals einen Überblick im größeren Rahmen über die Situation von Mädchen und Jungen mit Behinderung, die in dieser Zeit in katholischen Einrichtungen gelebt haben. Zentral ist dabei die wissenschaftlich aufbereitete Perspektive der Betroffenen. Sie kommen umfänglich zu Wort. Die Studie ist keine Gewaltstudie, das wäre zu kurz gegriffen – sie beschreibt neben Gewalterfahrungen  in erster Linie Alltag, institutionelle Rahmenbedingungen und soziale Netzwerke – aber der Alltag war klar durchzogen von Unterordnung, Isolation und Gewalt.“

In der Zeit von 1949 bis 1975 lebten nach Schätzungen 30.000 bis 50.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen in katholischen Heimen. Von den heute etwa 500 Einrichtungen, die Mitglied des CBP sind, wurden 110 vor 1975 gegründet. Als potenzielle Teilnehmer an der Studie wurden im Kontakt mit den Einrichtungen 2.641 Personen identifiziert. Rund 80 Prozent konnten aufgrund eines erhöhten Hilfebedarfs bzw. kognitiver Einschränkungen nicht befragt werden. Befragt wurden 339 Personen, die heute im Durchschnitt 65 Jahre alt sind.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Lambertus Verlag veröffentlicht und können dort bestellt werden (Die Studie ist auch als Ausgabe in leichter Sprache erhältlich): Zur Verlags-Website.

Hinweise:
Die Vorträge von Kardinal Rainer Maria Woelki und dem Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, finden Sie untenstehend als pdf-Dateien sowie die Statements zum Pressegespräch.

Verband der Diözesen Deutschlands erörtert neue Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK

Die Diözesanbischöfe haben gestern in der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) an die Diskussion der Sitzung vom 25. April 2016 angeknüpft und einen umfassenden Entwurf zur Neuordnung der Organ- und Aufsichtsstruktur für die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK) beraten.

Ziel ist es, die Unternehmensführung durch eine neue Satzung den heutigen Anforderungen entsprechend auszugestalten und die Organstruktur sowie die Aufsicht über die KZVK anzupassen. Insbesondere sieht der Satzungsentwurf neue, an das Aktien- und Versicherungsrecht angelehnte Aufsichtsgremien vor. So soll ein Aufsichtsrat die Geschäfts- und Anlagepolitik der KZVK begleiten und überwachen. Eine neue Vertreterversammlung wird eingeführt, welche die Interessen des Trägers, der Beteiligten und der Versicherten vertritt. Außerdem wird der VDD eine unabhängige Aufsicht gründen.

Die Bischöfe begrüßten den Entwurf einhellig. Er soll im August bei der nächsten Sitzung der Vollversammlung verabschiedet werden.

Deutsche Bischofskonferenz zum Weltflüchtlingstag 2016

Anlässlich des Weltflüchtlingstages der Vereinten Nationen am 20. Juni 2016 erinnert der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), an die Sorgen und Hoffnungen von schutzsuchenden Menschen: „Auf ihrer Suche nach einem Leben in Freiheit, Würde und Sicherheit machen viele Flüchtlinge schmerzhafte Erfahrungen. Auch nach ihrer Flucht leiden sie unter traumatischen Erlebnissen, unsicheren Zukunftsaussichten und der steten Sorge um ihre zurückgebliebenen Angehörigen. Bei allen politischen Auseinandersetzungen um Fragen von Flucht und Migration dürfen wir niemals vergessen: Wer sein Heimatland verlässt, um sein Leben zu retten, hat Anspruch auf unsere Solidarität. Das christliche Gebot der Nächstenliebe ruft uns dazu auf, schutzbedürftigen Menschen Zuflucht zu gewähren und ihnen ein Gefühl von Heimat zu geben. Wer an unsere Tür klopft, hat deshalb ein Recht auf ein rechtsstaatliches, ein faires Verfahren.“ Erzbischof Heße verweist in diesem Zusammenhang auch auf die deutlichen Worte, die Papst Franziskus anlässlich des katholischen Welttags des Migranten und Flüchtlings im Januar 2016 formuliert hat: „Die biblische Offenbarung ermutigt zur Aufnahme des Fremden und begründet dies mit der Gewissheit, dass sich auf diese Weise die Türen zu Gott öffnen und auf dem Antlitz des anderen die Züge Jesu Christi erkennbar werden.“

Mit Blick auf die aktuellen Statistiken des UNHCR stellt Erzbischof Heße fest: „Die Weltgemeinschaft darf sich nicht daran gewöhnen, dass die Flüchtlingszahlen Jahr für Jahr einen neuen Negativrekord erreichen.“ Insbesondere die Staaten Europas stünden in der Pflicht, die Bekämpfung von Fluchtursachen verstärkt in Angriff zu nehmen: „Solange Krieg und Gewalt, menschenunwürdige Lebensverhältnisse und eklatante Verstöße gegen die Menschenrechte in weiten Teilen Afrikas und des Mittleren Ostens auf der Tagesordnung stehen, ist kein Ende der starken Migrationsbewegungen in Sicht. Europa muss seinen Nachbarregionen eine Entwicklungspartnerschaft anbieten, die diesen Namen auch verdient!“ Ebenso wichtig sei es, den Flüchtlingen auch in den Erstaufnahmeländern – vor allem im Libanon, der Türkei und Jordanien – ein Leben in Würde zu ermöglichen. Erzbischof Heße wird vom 15. bis 18. Juli 2016 Flüchtlingseinrichtungen im Libanon besuchen, um vor Ort Einblick in die Situation zu erhalten.

In Deutschland sei im vergangen Jahr Beeindruckendes geleistet worden, um eine Million schutzsuchender Menschen unterzubringen und mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Auf längere Sicht seien jedoch auch die anderen Staaten Europas gefordert, einen angemessenen Beitrag zu leisten: „Wir brauchen eine gesamteuropäische Flüchtlingspolitik, die dem Geist der europäischen Solidarität entspricht und die Bedürfnisse der schutzsuchenden Menschen ins Zentrum stellt.“

Insgesamt zeigt sich Erzbischof Heße zuversichtlich, dass Deutschland die anstehenden Herausforderungen bewältigen könne: „Unser Land zeichnet sich nicht nur durch eine hohe politische und wirtschaftliche Stabilität aus, sondern vor allem auch durch seine aktive Zivilgesellschaft. Allen Schwierigkeiten und Problemen zum Trotz: Es ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägungen in Deutschland gut zusammenleben.“ Die vielerorts spontan entstandene Willkommenskultur müsse nun zu einer längerfristigen Integrationskultur weiterentwickelt werden. „Nur wenn Menschen sich wertgeschätzt fühlen und einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können, werden sie sich erfolgreich in unsere Gesellschaft integrieren“, führt der Sonderbeauftragte weiter aus. In diesem Zusammenhang spiele auch die Familienzusammenführung eine wichtige Rolle: „Ich bin überzeugt, dass Menschen sich in einer ungewohnten Umgebung leichter zurechtfinden, wenn sie in der Gemeinschaft ihrer Familie leben“, so Erzbischof Heße.

Mit Sorge betrachtet der Sonderbeauftragte den rauer werdenden Tonfall im gesellschaftlichen Diskurs: „Wer Flüchtlingen ihre Schutzbedürftigkeit abspricht und die Religionsfreiheit für Muslime einschränken will, verrät die Werte des Grundgesetzes.“ Besonders bedrückend sei es, dass hasserfüllte Rhetorik immer häufiger in rohe Gewalt umschlage: „2015 zählte das Bundeskriminalamt über 1.000 Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass schutzsuchende Menschen inmitten unseres Landes bedroht und angegriffen werden!“

Anlass zur Hoffnung gebe hingegen das ungebrochene Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. „Allein in den katholischen Kirchengemeinden setzen sich über 100.000 Ehrenamtliche für die Anliegen von Flüchtlingen und Asylbewerbern ein. Ihr unverzichtbarer Dienst zeigt Tag für Tag: Probleme löst man nicht mit Hetze und Parolen, sondern mit tatkräftigem Engagement. Ohne die Ehrenamtlichen wäre unser Land um einiges ärmer“, so Erzbischof Heße.
Hintergrund
Anlässlich des 50. Jubiläums der Genfer Flüchtlingskonvention begingen die Vereinten Nationen am 20. Juni 2001 erstmals den Weltflüchtlingstag. Auch in diesem Jahr veröffentlicht das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen am 20. Juni die aktuellen Zahlen zu den weltweiten Fluchtbewegungen. Gleichzeitig startet die Kampagne „Wir stehen zusammen #WithRefugees“, die die Hoffnungen von Flüchtlingen in den Mittelpunkt stellt. Der katholische Welttag des Migranten und Flüchtlings wird seit 1914 jährlich im Januar begangen. 2016 stellte Papst Franziskus ihn unter das Motto „Migranten und Flüchtlinge sind eine Herausforderung – Antwort gibt das Evangelium der Barmherzigkeit“.

Bei ihrer Herbst-Vollversammlung 2015 haben die deutschen Bischöfe das Amt des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen geschaffen und es dem Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, übertragen. Zusammen mit seinem Arbeitsstab und in enger Abstimmung mit der Migrationskommission trägt der Sonderbeauftragte auf überdiözesaner Ebene zu einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der kirchlichen Flüchtlingshilfe bei. Auf seine Anregung hin haben die deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2016 „Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge“ beraten und beschlossen.

Angesichts der hohen Zahl von Menschen, die im Verlauf des letzten Jahres in Deutschland Zuflucht suchten, hat die katholische Kirche ihr Engagement für Flüchtlinge spürbar intensiviert. So haben die 27 deutschen Bistümer und die kirchlichen Hilfswerke im Jahr 2015 insgesamt mindestens 112 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe aufgewendet: rund 71 Millionen Euro für die Förderung von Initiativen im Inland und rund 41 Millionen für Flüchtlingsprojekte in den Krisenregionen. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 hatten die Bistümer und Hilfswerke insgesamt ca. 73 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt.


Hinweis:
Weitere Informationen zur kirchlichen Flüchtlingshilfe sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar

Kardinal Marx gratuliert Staatsminister a. D. Prof. Dr. Hans Maier

Der frühere Staatsminister der Bayerischen Landesregierung und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Maier, feiert heute (18. Juni 2016) seinen 85. Geburtstag. In einem Gratulationsbrief schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, dass die Kirche in Deutschland Prof. Hans Maier zu großem Dank verpflichtet sei.

„Gerade auf dem erst vor wenigen Wochen beendeten 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig tauchte Ihr Name und Ihr Engagement für den Laienkatholizismus an vielen Stellen auf. Als Präsident des ZdK haben Sie die Katholikentage und den konstruktiven Dialog zwischen Laien und Bischöfen geprägt“, so Kardinal Marx. „Ihre verbindliche Art, Ihr Geschick, schwierige Situationen mit Humor zu lösen, und Ihr breit gefächertes Denken und Handeln haben Sie zu einem stets geschätzten Gesprächspartner der Deutschen Bischofskonferenz gemacht.“

Kardinal Marx schreibt weiter, dass Prof. Maier unermüdlich dafür gekämpft habe, „dass die Stimme der Kirche in den politischen Diskursen unseres Landes gehört wird. Ihre theologische und philosophische Brillanz sind dabei ebenso unvergessen wie Ihre Sprache, die die Menschen verstanden haben und die zutiefst aus dem Glauben heraus argumentiert.“

Vom 1976 bis 1988 war Prof. Dr. Hans Maier Präsident des ZdK. Viele Jahre war er auch Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Theologische Gespräche zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche

Heute ist die 9. Gesprächsrunde im theologischen Dialog zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche in St. Petersburg zu Ende gegangen. Seit Dienstag waren Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Moskauer Patriarchats zu Beratungen zusammen gekommen. Thematisch stand das christliche Verständnis von Ehe und Familie im Fokus der Gespräche. Auf dem Hintergrund der Beratungen der beiden Bischofssynoden in Rom (2014 und 2015) und des Nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia von Papst Franziskus tauschten sich die Teilnehmer über die gegenwärtigen Herausforderungen aus, vor denen christliche Ehepaare und Familien in einem gesellschaftlichen Kontext stehen, in dem lebenslange Partnerschaften und generationenübergreifendes Zusammenleben immer weniger selbstverständlich sind.

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), würdigte zum Abschluss der Tagung die vertrauensvolle Atmosphäre des Dialogs und den dadurch möglichen offenen Austausch über gemeinsame Probleme und Sorgen, aber auch Hoffnungen und Perspektiven: „Unsere Gespräche haben gezeigt: ‚Wir sind nicht Konkurrenten, sondern Geschwister‘, wie Papst Franziskus und Patriarch Kyrill es im Februar in ihrer Gemeinsamen Erklärung von Havanna formuliert haben.“

Zum Programm der ökumenischen Begegnung zählten neben Vorträgen zu biblischen, dogmatischen und sozialethischen Aspekten des Themas auch Besuche in zwei orthodoxen Gemeinden, im katholischen Priesterseminar sowie in der orthodoxen Geistlichen Akademie von St. Petersburg. „Das gemeinsame Nachdenken über die gegenwärtigen Herausforderungen für das christliche Verständnis von Ehe von Familie haben den bei der vorherigen Gesprächsrunde in Magdeburg begonnenen Austausch über die Bedeutung christlicher Werte in der heutigen Gesellschaft vertieft und konkretisiert“, unterstrich Dr. Johannes Oeldemann vom Johann-Adam-Möhler-Institut in Paderborn, der die Gesprächsreihe auf deutscher Seite koordiniert.

Zum Abschluss der Theologischen Gespräche veröffentlichten die Teilnehmer ein gemeinsames Kommuniqué, das dieser Pressemeldung als Anhang beigefügt ist. Die Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Moskauer Patriarchates befürworten die Fortführung der Gespräche. Die nächste Dialogrunde wird voraussichtlich in zwei Jahren in Deutschland stattfinden.

Die Gesprächsrunde fand unter der Leitung von Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland und Bischof Dr. Gerhard Feige statt. Seitens der Deutschen Bischofskonferenz waren außerdem die Weihbischöfe Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim) und Dr. Thomas Löhr (Limburg) beteiligt.

Unterstützung für ehemalige Heimkinder mit Behinderungen

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begrüßen den gestrigen Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern, einen neuen Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder mit Behinderungen einzurichten. Mit der Zustimmung zur Stiftung „Anerkennung und Hilfe“, die ehemaligen Heimkindern aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie ein wirksames Hilfsangebot zur Bewältigung ihrer leidvollen Erfahrungen unterbreitet, ist ein wichtiger Schritt getan.

Seit den Beratungen des Runden Tisches Heimerziehung 2009/2010 haben die Kirchen gefordert, dass diese Betroffenen eine ähnliche Unterstützung erhalten wie diejenigen, die damals in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht waren. Mit dem Vorschlag der Stiftung liegt ein tragfähiges Lösungsmodell für diese Betroffenen vor.

Viele Betroffene aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie warten schon lange auf dieses Hilfsangebot, zumal sie heute in einem bereits fortgeschrittenen Alter sind. Einige waren damals  fälschlicherweise in einer solchen Einrichtung untergebracht worden. Damit möglichst viele von ihnen das Hilfsangebot nutzen können, sollte die Stiftung bald ihre Arbeit aufnehmen. Bund, Länder und Kirchen übernehmen damit erneut gemeinsam Verantwortung für ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands.

4. Kurs „Führen und Leiten. Weiterbildung für Frauen in verantwortlichen Positionen der katholischen Kirche“ abgeschlossen

Der vierte Kurs „Führen und Leiten. Weiterbildung für Frauen in verantwortlichen Positionen der katholischen Kirche“ ist heute in Bad Honnef erfolgreich abgeschlossen worden. Im Kurs waren unter anderem drei Frauen vertreten, die ein diözesanes Seelsorgeamt leiten, vier Frauen, die als Führungskräfte in ihren Orden aktiv sind sowie weitere Teilnehmerinnen aus den Bereichen Hochschul- und Jugendseelsorge, Berufe der Kirche und Verbände.

Mit den drei Kursschwerpunkten „Mystik – Macht – Management“ haben die Frauen des Kurses in den letzten Monaten ihre Kompetenzen als Führungskraft geschärft. Weihbischof Ludger Schepers (Essen), Mitglied der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, sagte im Rahmen der Zertifikatsübergabe: „Es ist erfreulich zu sehen, mit wieviel Kompetenz und Engagement Frauen ihre Führungskraft einsetzen, um entscheidende Veränderungen in Kirche und Gesellschaft zu bewirken. Der Deutschen Bischofskonferenz ist es ein Anliegen, mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen zu bringen. Wenn wir in unseren Institutionen und Gremien die berühmte 30-Prozent-Marke überspringen, haben nachhaltige Kulturveränderungen eine Chance.“

Die Coach und Trainerin Dr. Regina Lorek stellte fest: „Frauen erleben sich in kirchlichen Leitungspositionen bisweilen in einer Art ‚Frauen-Diaspora‘. Wenn sie im Führungskurs zusammen kommen, so ist das ein wirksames Mittel, sich als Teil einer starken Gemeinschaft zu erleben.“ Die Supervisorin Dr. Saskia Erbring ergänzte: „Zur christlichen Unternehmenskultur gehört es, eine Kultur der Fürsorge und der Selbstsorge zugleich zu etablieren.“

Die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz hat den Führungskurs im Auftrag der Pastoralkommission konzipiert und in Kooperation mit dem Katholisch-Sozialen Institut (KSI) in Bad Honnef durchgeführt. In vier Modulen haben die Führungskräfte seit Mai 2015 die Weiterbildung im KSI absolviert. Mit Abschluss des vierten Kurses haben insgesamt 57 Frauen aus 22 Bistümern an dieser Weiterbildung teilgenommen. Prof. Dr. Ralph Bergold, Direktor des KSI, betonte, dass der Führungskurs mittlerweile zum festen Angebot des Katholisch-Sozialen Instituts gehöre. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge, Prof. Dr. Hildegund Keul, stellte die Führungsstärke des Kurses heraus: „Sie haben großes Interesse am Change-Management, um Veränderungsprozesse anstoßen, begleiten und durchführen zu können. Ein wichtiges Thema war Migration und was dieses Zeichen unserer Zeit für die eigene Führungsverantwortung bedeutet.“

Nach Abschluss des 4. Führungskurses gehen neue Veranstaltungsformate in Vorbereitung, die die Geschlechtersensibilität fördern und junge Frauen für kirchliche Leitungspositionen gewinnen wollen. Für Herbst 2017 planen die vier Kurse ein gemeinsames Modul, das der interdiözesanen Vernetzung und der Fortentwicklung von Führungskompetenzen dient.

Hinweis:
Weitere Informationen sind unter www.frauenseelsorge.de verfügbar.

Heimkinderzeit in der katholischen Behindertenhilfe

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) hat eine Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe in Westdeutschland in Auftrag gegeben, die am 23. Juni 2016 in Berlin vorgestellt wird.

Die Studie mit dem Titel „Heimkinderzeit in der katholischen Behindertenhilfe 1949 – 1975. Eine qualitative und quantitative Erfassung der Problemlage“ wurde im Zeitraum von Juni 2013 bis Juni 2015 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) in Freiburg erarbeitet. Befragt wurden 339 Frauen und Männer, die heute noch zum großen Teil in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband, der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutschen Ordensobernkonferenz und der Veronika-Stiftung erstellt.

Über die Studienergebnisse möchten wir in einem Pressegespräch informieren, zu dem wir Sie herzlich einladen:

Donnerstag, 23. Juni 2016, 9.30 – 10.30 Uhr,
Katholische Akademie, Tagungshotel Aquino,
Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin.

Ihre Gesprächspartner sind:
  • Prof. Dr. Annerose Siebert (Projektleiterin CBP Heimkinderstudie)
  • Johannes Stücker-Brüning (Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz)
  • Schwester Dr. Katharina Kluitmann OSF (Deutsche Ordensobernkonferenz e. V.)
  • Dr. Thorsten Hinz (Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V.)
Erste Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie in der Presseinformation. Sie sind ebenfalls eingeladen, an der Tagung „Leid und Aufarbeitung“ teilzunehmen. Informationen hierzu finden Sie im Programm.

An der Tagung nehmen auch ehemalige Heimkinder teil; Vorträge halten u. a. Kardinal Rainer Maria Woelki, Vorsitzender der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz, und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher. Für Fragen zur Tagung steht Ihnen der Geschäftsführer des CBP, Dr. Thorsten Hinz, zur Verfügung (thorsten.hinz(at)caritas.de).

Wenn Sie an der Pressekonferenz bzw. an der Tagung teilnehmen möchten, bitten wir um Ihre Anmeldung per E-Mail: pressestelle(at)caritas.de.

Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht Dokument über die Beziehung zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben

Heute ist im Vatikan durch den Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Müller, das Dokument „Iuvenescit Ecclesia – Über die Beziehung zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben im Leben der Kirche“ vorgestellt worden. Das Schreiben behandelt die Beziehungen der kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften zum Amt in der Kirche. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz für die kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften, Weihbischof Heinrich Timmerevers (ernannter Bischof von Dresden-Meißen):

Wir haben uns in den letzten Jahren intensiv mit den Entwicklungen der kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften befasst. Sie gehören heute zum Leben und Wirken der Kirche auch in Deutschland dazu. Ich bin dankbar, dass sich das Gesprächsklima zwischen den Bewegungen und uns Bischöfen deutlich verbessert hat. Eine offene und nicht immer konfliktfreie Frage gilt der Zusammenarbeit der Bewegungen mit den Verantwortlichen in den Pfarreien vor Ort.

Das Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre mit dem programmatischen Titel ‚Die Kirche verjüngt sich‘ (Iuvenescit Ecclesia, IE) beginnt mit einer großen Wertschätzung für die vielfältigen charismatischen Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften in der Kirche. Sie bilden „eine große Ressource der Erneuerung für die Kirche und die dringende ‚pastorale und missionarische Neuausrichtung‘ des ganzen kirchlichen Lebens“ (Nr. 2). Die Kirche wachse durch Anziehung, wie es Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium schreibt. Die Begeisterung für Jesus Christus, ein intensives Glaubensleben und die geschwisterliche Gemeinschaft von Priestern und Laien in den kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften üben eine solche Anziehungskraft aus.

Im Zentrum von IE steht eine theologische Reflexion über die Charismen in der Kirche. Sie sind, wie es im Neuen Testament entfaltet wird, Zeichen der „vielfältigen Gnade Gottes“ (1 Petr 4,10). Gott selbst stattet seine Kirche durch die Charismen mit all dem aus, was sie heute braucht. „Es handelt sich also nicht bloß um menschliche Fähigkeiten“, betont das Dokument (Nr. 4). Ob ein Charisma vom Heiligen Geist stammt, muss sich nach Paulus darin erweisen, dass es in der Liebe wirksam wird und mehr den anderen als einem selbst nützt: „Alles geschehe so, dass es aufbaut“ (1 Kor 14,26).

Im Schreiben der deutschen Bischöfe, „Gemeinsam Kirche sein“, das im vergangenen Jahr veröffentlicht worden ist, heißt es: „Die vielen Charismen sind der Reichtum der Kirche.“ Natürlich kann es zwischen den vielen verschiedenen Charismen bzw. zwischen den konkreten Menschen, die mit diesen Charismen beschenkt wurden, zu Konflikten kommen. Dennoch gilt, so der Grundtenor von IE, „dass es in den Schrifttexten keinen Gegensatz zwischen den verschiedenen Charismen gibt, sondern vielmehr eine harmonische Verbundenheit und Komplementarität“ (Nr. 7).

Aus dem gemeinsamen göttlichen Ursprung aller Charismen folgt, dass die oft leichthin gebrauchte Gegenüberstellung von Kirche als Institution und charismatischer Kirche kein Fundament im Neuen Testament hat. Auch die hierarchischen Gaben, die mit dem Weihesakrament verliehen werden, stammen vom Heiligen Geist. Der gemeinsame Ursprung im dreifaltigen Gott und die gemeinsame Ausrichtung auf den Aufbau der Kirche lassen es nicht zu, dass man einen Gegensatz oder Widerspruch zwischen den verschiedenen Charismen in der Kirche konstruiert. IE spricht von einer „Gleichwesentlichkeit der Charismen“ in der Kirche (Nr. 10). „Die hierarchischen und charismatischen Gaben sind also in ihrer Ausrichtung auf die innere Beziehung zwischen Jesus Christus und dem Heiligen Geist miteinander verbunden“ (Nr. 12).

Aufgabe der Bischöfe und Priester in der Kirche ist es, „über die rechte Ausübung der anderen Charismen zu wachen, so dass alles dem Wohl der Kirche und der Sendung zur Evangelisierung dient, darum wissend, dass der Heilige Geist die charismatischen Gaben jedem zuteilt, wie er will“ (Nr. 8). Dem Dokument geht es dabei nicht um eine Regulierung aller Charismen in der Kirche. „Unter den charismatischen Gaben, die vom Geist frei verliehen werden, gibt es sehr viele, die von einem Mitglied der christlichen Gemeinschaft angenommen und gelebt werden, ohne dass es dafür eine besondere Regelung braucht“ (Nr. 17). Die kirchliche Autorität ist allerdings dort gefragt, wo es um die Anerkennung der Echtheit eines Ursprungs- oder Gründercharismas geht. Erstmals gibt ein lehramtliches Schreiben den Bischöfen hier Kriterien an die Hand, was das konkret für die Begleitung der kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften bedeutet. Solche Kriterien sind unter anderem der Einsatz für die missionarische Ausbreitung des Evangeliums, die Wertschätzung und Anerkennung der anderen Charismen in der Kirche und die Zusammenarbeit mit ihnen sowie die soziale Dimension der Evangelisierung (vgl. Nr. 18).

Wir werden uns in der zuständigen Arbeitsgruppe ausführlich mit diesem Schreiben befassen und empfehlen es der Lektüre in den Bewegungen und Gemeinschaften. Und ich bitte darum, das Gespräch zu diesen grundlegenden Themen mit den Bischöfen vor Ort zu suchen.
Hinweis:
Das Dokument „Iuvenescit Ecclesia – Über die Beziehung zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben im Leben der Kirche“ finden Sie im Internet unter www.vatican.va.

Einladung zum Pressegespräch: TelefonSeelsorge wird 60 Jahre alt

Die TelefonSeelsorge in Deutschland wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Aus den ersten Anfängen 1956 in Berlin ist ein ökumenisches Netzwerk mit über 100 TelefonSeelsorge-Stellen entstanden. Der diesjährige Weltkongress der Telefonseelsorge findet vom 19. bis 22. Juli in Aachen statt: 1.500 Ehrenamtliche aus 28 Ländern werden sich unter dem Motto des Kongresses „for life to go on“ in Vorträgen und Workshops mit den Möglichkeiten zur Hilfe und Unterstützung von Menschen in suizidalen Krisen zu beschäftigen. Schwerpunkt der Beratungen ist der Suizid als gesellschaftlich verdrängtes Problem. Die TelefonSeelsorge bietet diesen Menschen als einzige Organisation ihre Dienste 24 Stunden als sofort erreichbares und niedrigschwelliges Angebot an.

Das 60. Jubiläum der TelefonSeelsorge wird im Anschluss an den Weltkongress am 23. Juli 2016 mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom und einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses gefeiert.

Aus Anlass des Weltkongresses und des 60-jährigen Jubiläums der TelefonSeelsorge in Deutschland laden wir die Vertreterinnen und Vertreter der Medien bereits im Vorfeld zu einem Pressegespräch ein, bei dem Ihnen die Bedeutung der TelefonSeelsorge, die Arbeit in der Suizidprävention und die Vorhaben des Weltkongresses vorgestellt werden.

Das Pressegespräch findet statt am:
Dienstag, den 28. Juni 2016 um 14.00 Uhr
im Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln)

Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:
  • Ruth Belzner, Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für TelefonSeelsorge
  • Michael Hillenkamp, Vorsitzender der Katholischen Konferenz für TelefonSeelsorge
  • Dr. Stefan Schumacher, Präsident von IFOTES (International Federation of Telephone Emergency Services)
  • Pfr. Frank Ertel, Manager des Weltkongresses (Leiter der TelefonSeelsorge Aachen).
Wir bitten Sie um eine kurze formlose Anmeldung, wenn Sie am Pressegespräch teilnehmen möchten unter E-Mail: pressestelle(at)dbk.de.

Hinweise: Informationen zum Weltkongress sowie zur Telefonseelsorge finden Sie im Internet unter
www.ifotescongress2016.org 
www.telefonseelsorge.de
www.ifotes.org 

Grußbotschaft von Kardinal Marx zum islamischen Fastenmonat Ramadan

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, richtet auch in diesem Jahr eine Grußbotschaft an die Muslime in Deutschland, um ihnen zum Beginn des Fastenmonats Ramadan und zum Fest des Fastenbrechens die Segenswünsche der Bischöfe und der deutschen Katholiken zu übermitteln: „Verehrte muslimische Geschwister, Sie wissen: Wer barmherzig ist, wird auch Barmherzigkeit erfahren. So halten Sie 30 Tage lang ein Fasten zum Wohlgefallen Gottes und versammeln sich zum Gebet, um Gottes Barmherzigkeit zu gedenken. Möge er Ihre Gebete erhören und Ihnen gnädig sein! Möge er Sie und Ihre Familien in dieser Fastenzeit begleiten und Ihnen den rechten Weg zeigen! Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und ein glückliches Fest zum Ende des Ramadan“, so Kardinal Marx. In seiner Botschaft dankt Kardinal Marx allen Helfenden in der Flüchtlingsarbeit. Der Dienst von Christen, Juden und Muslimen sei ein gemeinsames Zeichen für die Menschenfreundlichkeit Gottes. In einem zweiten Gedanken kommt Kardinal Marx auf das Zweite Vatikanische Konzil zu sprechen, in dem sich die katholische Kirche unzweideutig zur Religionsfreiheit als einem universalen Menschenrecht bekannt hat. „Sie leitet sich von der Würde des Menschen ab und muss deshalb überall beachtet werden: als Freiheit der Gläubigen der eigenen Gemeinschaft und ebenso als Freiheit der Anders- und der Nichtglaubenden. Lassen Sie mich deshalb klar sagen: Die katholische Kirche lehnt alle Forderungen populistischer Bewegungen, die die Religionsfreiheit der Muslime in Deutschland einschränken wollen, unzweideutig ab. Und mit gleicher Eindeutigkeit treten wir der Verweigerung der Religionsfreiheit für die Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern entgegen.“ Hinweis: Die Grußbotschaft von Kardinal Marx finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.

8. Bundeskongress „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft: Perspektiven Katholischer Schulen“ in Stuttgart

Rund 250 Schulleiter, Schulträger und Bildungsverantwortliche haben sich heute (3. Juni 2016) zum 8. Bundeskongress „Katholische Schulen“ unter dem Thema „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft: Perspektiven Katholischer Schulen“ in Stuttgart getroffen. Erzbischof Hans Josef Becker (Paderborn), Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz, betonte in seiner Begrüßung, dass in den vergangenen Jahren mit Blick auf das Schulsystem in Deutschland viel in Bewegung geraten sei. „Einige Stichwörter mögen genügen, um an das Ausmaß der Veränderungen zu erinnern: Output-Steuerung und Kompetenzorientierung, Schulstrukturreformen, vom neunjährigen zum achtjährigen und dann zum Teil wieder zurück zum neunjährigen Gymnasium, und natürlich die Inklusion. Hinzu kommt die aktuelle Herausforderung der Integration großer Zahlen von Flüchtlingen in den Schulen in Deutschland.“ Das Thema des Bundeskongresses greife den Titel des Wortes der deutschen Bischöfe „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen“ auf, das in dieser Woche veröffentlicht wurde. „In einer sehr grundsätzlichen Perspektive markieren die sieben Thesen allgemeine Eckpunkte und Orientierungslinien. Das Anliegen unseres heutigen Kongresstages ist es, diese Orientierungslinien aufzunehmen und sie sozusagen weiterzuzeichnen und herunterzubrechen in die Praxis unserer Schulen hinein. Wir wollen über konkrete Fragen der Schulentwicklung miteinander diskutieren, unsere Erfahrungen austauschen und Perspektiven für unsere Schulen entwickeln“, so Erzbischof Becker. Beim Bundeskongress werden vier der sieben Thesen vertieft: das Bildungsverständnis, die Schulpastoral, die Teilhabe beziehungsweise Gerechtigkeit und die Dialogorientierung unserer Schulen. In seinem Vortrag unterstrich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), dass „Erziehung und Bildung zum Kernauftrag der Kirche gehören“, denn christlicher Glaube sei ohne Bildung völlig unmöglich. „Die Bibel ist eine Bibliothek mit faszinierender Fülle, sie will den ganzen Menschen, das ganze menschliche Leben mit seiner Bandbreite der Erfahrung in den Blick nehmen. Aber sie setzt voraus, dass man lesen kann.“ Jesus sei ein großer Lehrer gewesen, er habe stundenlang gelehrt – in einer positiven Pädagogik. „Diese positive Pädagogik muss die Pädagogik der Katholischen Schulen sein“, so Kardinal Marx. Denken und glauben gehören zusammen. „‚Bilde unser Herz nach deinem Herzen‘, dieses Zitat aus der Herz-Jesu-Litanei hat mich als Kind besonders angesprochen.“ Kardinal Marx weiter: „Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37), das Bild vom Jüngsten Gericht (vgl. Mt 25, 31-46)  – ‚was du einem meiner Geringsten getan hast, das hast du mir getan‘ (vgl. Mt 25,40) – das sind Kernstücke der europäischen Kultur. Wir haben eine besondere Verpflichtung das zum Strahlen zu bringen.“ In seinem Vortrag kam Kardinal Marx auch auf die Schule als Lern- und Lebensort zu sprechen. „Wir müssen die Schule als Lern- und Lebensort bauen. Eine Schule, in der Begegnung möglich ist und in der die Schüler gerne sind. Und dabei muss das Kind im Zentrum stehen. Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes an die ganze Welt. Wir müssen Ideen entwickeln für die Kinder, die die gleichen Begabungen, sie aber noch nicht entwickelt haben. Wir müssen einen Weg für jedes einzelne Kind finden, der für das Kind angemessen ist.“ „Katholische Schulen sind Orte der Zukunft der Welt“, hob Kardinal Marx hervor. So müssten wir gemeinsam überlegen, wie wir Willkommensklassen bilden, Menschen integrieren – auch wenn sie einer anderen Religion angehören. Die Bildung und Hinwendung zu Kindern sei ein wichtiges Gut. „Katholische Schulen sind wichtige Orte in unserer Gesellschaft.“ Der Kongress wurde mit einem Wortgottesdienst in der Domkirche St. Eberhard eröffnet, dem der Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, vorstand. In seiner Predigt betonte Bischof Fürst, dass Bildung in unserer Welt zu einem hohen Gut geworden und die sogenannte Bildungsgerechtigkeit nach wie vor eine soziale Wunde sei. „Immer wieder belegen Studien, dass Bildungschancen nach wie vor von der sozialen Herkunft abhängig sind. Bildung heißt auch: Herausbildung der Persönlichkeit des Einzelnen und somit auch Ausformung des Bildes Gottes im Menschen“, so Bischof Fürst. Katholische Schulen seien geprägt vom Geist des Evangeliums, von der lebendigen christlichen Glaubenstradition und letztlich von Gott selbst. „Selbstredend geht es auch in unseren Katholischen Schulen darum, Lernstoff zu vermitteln. Doch sie vermitteln mehr. Sie leben im Letzten von der Authentizität der Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, die sich selbst von der Botschaft Jesu haben ergreifen lassen und immer wieder neu ergriffen werden. – Sie, liebe Schwestern und Brüder, sind Zeugen der Frohen Botschaft!“ Bischof Fürst weiter: „Oftmals genießen Sie Vertrauensvorschuss – nicht nur weil Sie mit großer Sachkenntnis Lehrstoff vermitteln und vermitteln können, sondern weil Schülerinnen und Schüler bei Ihnen auf sensible Antennen und auf offene Ohren stoßen. Weil Sie auf Basis Ihres kirchlichen Hintergrundes und Ihrer persönlichen Glaubensexistenz Vertrauen schaffen.“ Vertrauen setze voraus, dass man in sich selbst ruhe, dass man Selbstvertrauen habe und fähig sei, offen und ohne Angst auf andere zuzugehen. Voraussetzung für dieses tiefe Vertrauen sei nach unserer Erfahrung und unserer Überzeugung eine lebendige Gottesbeziehung. Dieses Zeugnis geben die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher im Tiefsten und Letzten an die Schüler weiter. „An unseren Schulen lernen die Kinder und Jugendlichen: Eine lebendige Gottesbeziehung gibt mir Halt und Rückhalt. Ich bin wichtig. Ich habe eine unverletzbare Würde. Das eröffnet Vertrauen in sich selbst und in die Gesamtheit der Welt und Umwelt, wenn sie erfahren: Gottes Herz schlägt auch für mich!“, hob Bischof Fürst hervor und appellierte: „Ich bitte Sie: Wirken Sie weiter mit, dass die, die Ihnen anvertraut sind, fähig werden, das Vertrauen in die Herzlichkeit Gottes weiterzugeben. Das ist der Herzschlag für das Miteinander in unserer Gesellschaft.“ Hintergrund
Der Bundeskongress „Katholische Schulen“ ist die zentrale Veranstaltung des katholischen Schulwesens in Deutschland, zu dem 904 allgemein- und berufsbildende katholische Schulen in freier Trägerschaft mit rund 360.000 Schülerinnen und Schülern und rund 33.000 Lehrerinnen und Lehrern gehören. Er wird im Rhythmus von zweieinhalb Jahren vom Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft veranstaltet.

Hinweise:
Die Begrüßung von Erzbischof Hans Josef Becker sowie die Predigt von Bischof Dr. Gebhard Fürst finden Sie untenstehend pdf-Dateien zum Herunterladen sowie das Programm des Bundeskongresses „Katholische Schulen“

Das Wort der Bischöfe „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen“ aus der Reihe „Die deutschen Bischöfe Nr. 102“, kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als Broschüre bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Kardinal Marx zur Resolution des Deutschen Bundestages zum Völkermord an den Armeniern

Der Deutsche Bundestag hat am heutigen Tag eine Resolution beschlossen, die sich mit den während des Ersten Weltkrieges an Armeniern, Aramäern, Assyrern und Pontos-Griechen begangenen Verbrechen auseinandersetzt. Dazu erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx: „Es ist wichtig und verdienstvoll, dass sich der Deutsche Bundestag in seiner Resolution mit den furchtbaren Ereignissen befasst, denen in der Zeit der jungtürkischen Regierung des Osmanischen Reiches Hunderttausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Besonders umstritten war und ist dabei die Qualifizierung der an den Armeniern und anderen Gruppen begangenen Verbrechen als ‚Völkermord‘. Für die Nachfahren der Opfer ist die Verwendung dieses Begriffs verständlicherweise ein großes Anliegen. Tatsächlich gebietet es die Redlichkeit, keinen Zweifel daran zu lassen, dass es sich bei dem ‚großen Verbrechen‘ (wie die Armenier sagen) nicht um kriegsbedingte Exzesse handelte, sondern um eine systematische Vernichtungsaktion, um einen Genozid. Angesichts ihrer Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eignen sich die Deutschen am allerwenigsten als Lehrmeister anderer Völker. Wenn der Bundestag sich heute mit dem Unrecht befasst hat, das den Armeniern angetan wurde, so geschieht dies daher vor allem auch deshalb, weil das Deutsche Reich als Verbündeter der Osmanen im Weltkrieg genaue Kenntnisse von den damaligen Ereignissen hatte und dennoch nichts tat, um effektiv Einfluss auf die Regierung in Konstantinopel zu nehmen. Diese kalte Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Armenier gibt uns Deutschen auch heute noch Anlass zur Scham. Der Blick in die Vergangenheit darf niemals dazu dienen, alte Rechnungen zu begleichen und andere Völker anzuklagen. Vielmehr soll er – über die Gräben der Schuld hinweg – eine Zukunft des Miteinanders eröffnen. Es kommt deshalb jetzt darauf an, Dialog, Zusammenarbeit und Versöhnung zwischen der Türkei und Armenien zu fördern. Wenn Deutschland dazu einen Beitrag leisten kann, sollte unser Land, in Freundschaft mit beiden Völkern, zur Stelle sein.“

Gefälschter Twitter-Account von Kardinal Marx

Unter dem Namen „Reinhardt (sic!) Marx“ haben Unbekannte einen mit einem Foto des Erzbischofs von München und Freising versehenen Account auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eingerichtet. Dieser Account @KardRMarx ist eine Fälschung. Der Vorgang wurde Twitter bereits als Verstoß gegen die Regeln des Netzwerks gemeldet. Das Erzbischöfliche Ordinariat prüft rechtliche Schritte. Kardinal Marx ist nicht auf Twitter aktiv.

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising

Treffen der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe in Warschau

Die Kontaktgruppe der Deutschen und Polnischen Bischofskonferenz hat heute ihre 22. Jahrestagung (30. Mai bis 1. Juni 2016) beendet. Unter der Leitung von Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, und Erzbischof Dr. Wiktor Skworc (Kattowitz) kam die Kontaktgruppe in Warschau (Polen) zusammen.

Schwerpunkt der Beratungen war die Flüchtlingskrise, die kirchlichen Hilfsmöglichkeiten sowie die aktuellen Entwicklungen im deutsch-polnischen Verhältnis. Bei allen Unterschieden der gesellschaftlichen Ausgangsverhältnisse waren sich die deutschen und polnischen Bischöfe einig, dass sich die Politik an den Bedürfnissen der Flüchtlinge ausrichten muss. Neben humanitärer Hilfe für die Flüchtlinge in Europa und im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika sei eine Bekämpfung der Fluchtursachen im Herkunftsland elementar. Darüber hinaus müssten die internationalen Bemühungen um eine Friedenslösung fortgesetzt werden. Die Arbeitshilfe „Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge“, welche die deutschen Bischöfe im Februar 2016 während ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Kloster Schöntal verabschiedet hatten, traf seitens der polnischen Bischöfe auf großes Interesse und Zustimmung.

Bei der diesjährigen Zusammenkunft eröffneten die Bischöfe zudem eine von der Maximilian-Kolbe-Stiftung mit ihren polnischen Partnern erarbeitete Wanderausstellung zur deutsch-polnischen Versöhnung. Erzbischof Schick hob die Bedeutung der im Versöhnungsprozess gewonnenen Erfahrungen hervor. Gerade auch in der derzeit angespannten deutsch-polnischen Situation geben sie wichtige Hinweise. Im Gespräch mit dem polnischen Außenminister, Witold Waszczykowski machten die Bischöfe gemeinsam deutlich, dass ihnen an der Fortsetzung und Weiterentwicklung eines konstruktiven und freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland liegt. Erzbischof Schick warnte eindringlich vor der Versuchung, innergesellschaftliche Spannungen in antieuropäischen Affekten abzuleiten: „Die Herausforderungen vor denen wir in Europa stehen, werden wir nur gemeinsam bewältigen können.“

Der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe gehören Kardinal Kazimierz Nycz (Warschau), Erzbischof Dr. Wiktor Skworc (Kattowitz), Bischof Dr. Jan Kopiec (Gleiwitz) sowie Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) an.

Hintergrund
Aufgabe der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe, die seit 1995 besteht, ist der regelmäßige Austausch über die Entwicklung der Kirche in beiden Ländern und zwischen beiden Gesellschaften sowie die Verabredung gemeinsamer Initiativen der Bischofskonferenzen. Im Jahr 2015 jährte sich zum 50. Mal der Briefwechsel zwischen der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz, der für die Aussöhnung zwischen den Völkern historische Bedeutung erlangt hat. Die Kontaktgruppe hat des Jubiläums mit verschiedenen Veranstaltungen gedacht.

Interreligiöses Projekt in der Flüchtlingshilfe gestartet

Mit einer Neuauflage des Projekts „Weißt du, wer ich bin?“ wollen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), vier muslimische Verbände und der Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam die Hilfe für Flüchtlinge stärken und  die Integration voranbringen. Bei der Auftaktveranstaltung am 31. Mai 2016 in der Katholischen Akademie in Berlin machten die Institutionen deutlich, wie wichtig der interreligiöse Dialog gerade für die Integration der Flüchtlinge ist.

„Bei nur ganz wenigen interreligiösen Projekten arbeiten schon auf Projektträger-Ebene maßgebliche christliche, jüdische und muslimische Organisationen zusammen. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass wir zum Wohle unserer Gesellschaft gemeinsam für den Dialog Verantwortung tragen und so wie ‚Weißt du, wer ich bin‘ ganz unmittelbar zur Verständigung vor Ort beitragen müssen. Sie leisten damit einen gewichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen und damit auch zur Stärkung unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts insgesamt“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Dr. Günter Krings. Das Bundesministerium des Innern unterstützt das Projekt mit insgesamt 500.000 Euro.

„Ohne Übertreibung kann man sagen: Die Aufgaben, vor denen wir stehen, erfordern nicht weniger als einen gesamtgesellschaftlichen Kraftakt. Doch das beeindruckende Maß an Solidarität, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, mit dem sich zahlreiche Menschen in unserem Land für die Anliegen von Flüchtlingen und Asylbewerbern einsetzen, gibt Anlass zu Zuversicht. Das weitverbreitete ehrenamtliche Engagement ist Ausdruck einer starken und lebendigen Zivilgesellschaft“, sagte Erzbischof Dr. Stefan Heße, Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz. „Die Frage nach dem Beitrag, den die Religionen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zu gelingender Integration leisten können, wird uns auch auf längere Sicht beschäftigen. Letztlich stehen wir alle – Christen, Juden und Muslime – gemeinsam in der Pflicht, das friedensstiftende und integrationsfördernde Potential von Religion immer wieder in unserem alltäglichen Handeln zu bezeugen“, sagte Erzbischof Heße weiter.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, betonte, interreligiöse Projekte seien wichtiger denn je, denn so drängend wie lange nicht stelle sich die Frage, „wie wir in dieser pluralistischen und multireligiösen Gesellschaft friedlich zusammenleben können“.

„Deutschlandweit werden von allen Gemeinschaften tolle Projekte in der Flüchtlingshilfe durchgeführt“, ist sich Burhan Kesici, der Sprecher des Koordinationsrat der Muslime und Vorsitzender des Islamrates, sicher und führte weiter aus: „Die bisherige Vernetzung und Koordination zwischen den Projekten ist sicher noch ausbaufähig. Islamische Gemeinden und Einrichtungen können hier als Brückenbauer einen wichtigen Beitrag zur Integration der Neuankömmlinge leisten.“

Die ACK in Deutschland, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Zentralrat der Muslime in Deutschland, die Türkisch-Islamische Union (DITIB), der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland ermutigen mit ihrem gemeinsamen Projekt muslimische, christliche und jüdische Gemeinden und Einrichtungen, im Bereich der Flüchtlingshilfe und des Dialogs mit Flüchtlingen zusammenzuarbeiten. Einzelinitiativen können mit bis zu 15.000 Euro gefördert werden.

Hinweise:
Das Grußwort von Erzbischof Heße ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar. Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.weisstduwerichbin.de verfügbar. Dort sind auch die Antragsrichtlinien und die Bewerbungsformulare für Einzelprojekte eingestellt.

Wort der deutschen Bischöfe zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen veröffentlicht

„Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft“ – unter diesem Titel haben die deutschen Bischöfe sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen veröffentlicht. Mit dem Dokument positionieren sich die Bischöfe vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher und kirchlicher Herausforderungen zum Engagement der Kirche in der Trägerschaft eigener Schulen. Sie charakterisieren das Bildungsverständnis Katholischer Schulen und betonen die religiöse Dimension der Erziehung und Bildung, die pastorale Bedeutung sowie deren Auftrag, die Schüler zu verantwortlicher Weltgestaltung zu erziehen. Als besondere Schwerpunkte im Profil Katholischer Schulen werden deren Beitrag zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit in der Gesellschaft sowie das Einüben von Dialog und menschlicher Gemeinschaft in Vielfalt hervorgehoben. Das Dokument nimmt Bezug auf die im Jahr 2009 von den deutschen Bischöfen veröffentlichten „Qualitätskriterien für Katholische Schulen“ und ergänzt sie um eine grundlegende Selbstvergewisserung hinsichtlich der Erziehungs- und Bildungsverantwortung der Kirche im Bereich der Schulen.

In seinem Vorwort schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx: „Indem sie das Erziehungs- und Bildungsangebot konturieren, für das die Katholischen Schulen stehen, positionieren sie deren spezifischen Charakter innerhalb der Pluralität der deutschen Bildungslandschaft. Damit liefern sie hilfreiche Auswahlkriterien für Familien, die auf der Suche nach einer zu ihren Erziehungsprinzipien passenden Schule sind, wie auch für Lehrkräfte, die über ein Engagement in einer Katholischen Schule nachdenken.“ Die sieben Thesen sollen dazu beitragen, „dass sich unsere Katholischen Schulen im Sinne ihres spezifischen Profils weiterentwickeln, um auch künftig das Schulwesen unseres Landes mit ihrem unverzichtbaren Beitrag aus dem Geist der Frohen Botschaft zu bereichern“, so Kardinal Marx.

Um konkrete Perspektiven für die Weiterentwicklung Katholischer Schulen auf der Grundlage dieses Dokumentes geht es beim 8. Bundeskongress „Katholische Schulen“, der am Freitag, 3. Juni 2016, von 10.00 bis 16.30 Uhr unter dem Thema „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft: Perspektiven Katholischer Schulen“ in der Liederhalle (Schiller-Saal) in Stuttgart stattfindet. Dabei wird Kardinal Marx einen Vortrag über die Aufgabe und Bedeutung Katholischer Schulen am Beginn des 21. Jahrhunderts halten. Medienvertreter sind herzlich zu der Tagung eingeladen.

Hinweise:
Das Wort der Bischöfe „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen“ aus der Reihe „Die deutschen Bischöfe Nr. 102“, kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als Broschüre bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Medienvertreter, die am Bundeskongress „Katholische Schulen“ interessiert sind, werden gebeten, sich bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz per E-Mail (pressestelle@dbk.de) anzumelden.

Das Programm des Bundeskongresses „Katholische Schulen“ ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

100. Katholikentag in Leipzig beendet

Mit einem feierlichen Abschlussgottesdienst ist heute der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig zu Ende gegangen. Seit Mittwoch (25. Mai 2016) waren mehrere zehntausend Teilnehmer unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ in Leipzig zu Gast.

In seiner Predigt während der Eucharistiefeier forderte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den ganzen Menschen in den Blick täglichen Handelns zu nehmen. „In Jesus von Nazareth wird der Bruder aller Menschen sichtbar. In seinem Gesicht leuchtet jedes menschliche Antlitz auf, vor allem der Geschlagenen, Geschundenen und Verwundeten“, so Kardinal Marx. Der 100. Katholikentag erinnere daran, dass in der langen Geschichte der Katholikentage Laien, Verbände und die sozial in der Kirche engagierten Gruppen mit dafür gesorgt hätten, den Blick auf die ganze Wirklichkeit der Kirche und des Menschen nicht zu verlieren, „ein Blick auf Leib und Seele, auf Himmel und Erde, auf das, was den Menschen betrifft, rettet und befreit“. Deshalb gelte es, Dank für 100 Katholikentage zu sagen und zu hoffen, dass noch viele Katholikentage folgen werden.

Kardinal Marx erinnerte in der Predigt auch an Papst Franziskus, der gesagt habe, die Kirche dürfe nicht narzisstisch sein und nur um den eigenen Kirchturm kreisen: „Wir müssen eine Kirche sein, die nicht ihre eigenen Probleme zelebriert, sondern die hinausgeht, sich für den ganzen Menschen interessiert und engagiert, eben für die Armen und Kranken dieser Welt“, so Kardinal Marx. Ein solches Handeln der Kirche entspreche der Suchbewegung Gottes, wenn er nach dem verlorenen Paradies die Frage stelle: „Adam, wo bist du?“ Die Suchbewegung Gottes nach dem Menschen durchziehe die Geschichte, die immer auf die Perspektive nach Rettung und Heilung ausgerichtet sei. Dieses Suchen finde seinen Kristallisationspunkt in Jesus von Nazareth. Kardinal Marx fügte hinzu: „Es kann keine Gottesverehrung aus einer christlichen Perspektive geben, die nicht auch den Menschen in diese Verehrung mit hineinnimmt. Es ist immer eine Verkürzung der Botschaft Christi, wenn wir Mauern bauen, die Sicht auf den anderen verlieren, wenn wir nur an uns denken, was wird aus mir, aus meiner Pfarrei, aus meinem Leben? Wir müssen fragen: Was wird aus den Menschen? Was wird aus der Erde? Wir sind berufen, möglichst allen Menschen die Perspektive der Hoffnung zu schenken.“

Eindringlich ging Kardinal Marx auf die aktuelle politische Lage und die Flüchtlingssituation ein. Die Kirche könne und wolle den Staat nicht ersetzen. „Aber es gibt eine christliche, vom Evangelium her inspirierte Politik. Deshalb wollen wir in unsere Gesellschaft Prinzipien des Evangeliums einbringen, auch in die gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen. Wir wollen Politik möglich machen, aber nicht den Politiker ersetzen“, so Kardinal Marx. Das gelte in besonderer Weise mit Blick auf die Flüchtlinge: „Hier gibt es Prinzipien, an denen wir nicht rütteln, diese Prinzipien verstehen wir vom Evangelium her: Wenn jemand an unsere Grenzen kommt, wird er menschenwürdig behandelt, dann bekommt dieser Flüchtling ein faires Verfahren und niemand wird zurückgeschickt in eine Situation, in der Krieg oder Verfolgung herrschen.“ Kardinal Marx fügte hinzu: „Wir müssen alles dafür tun, dass die europäische Grenze nicht eine Grenze ist, an der mehrere tausend Menschen im Jahr ertrinken. Das dürfen wir nicht zulassen! Wir wollen deshalb Politik aus dem Geist des Evangeliums möglich machen.“ Das Evangelium sei Provokation, aber eine heilsame Provokation, sagte Kardinal Marx.

Für den Christen gehe es um die Verkündigung der allumfassenden Barmherzigkeit Gottes. „Wir machen das Evangelium nicht abhängig von Meinungsumfragen oder Stimmungen, sondern wir versuchen, die ganze Kraft des Evangeliums in die Gesellschaft hineinzutragen. Alle werden wir dafür sorgen, dass das Evangelium von der Barmherzigkeit Gottes diese Kultur und diese Gesellschaft in unserem Land prägt“, so Kardinal Marx.

Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte Kardinal Marx dem gastgebenden Bistum Dresden-Meißen sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) für die Tage der Begegnung. Bischof Dr. Felix Genn (Münster) lud zum Abschluss des Leipziger Katholikentags zum 101. Katholikentag nach Münster ein, der vom 9. bis 13. Mai 2018 stattfindet.
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