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Abschluss des 18. Internationalen Bischofstreffens in Israel und Palästina

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. Januar 2018 - 10:47
Mit einem eindringlichen Appell, die Christen und insbesondere die junge Generationen im Heiligen Land nicht zu vergessen, hat Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz) heute (18. Januar 2018) seinen Besuch in Israel und Palästina beendet. „Als Christen in Deutschland haben wir eine Verpflichtung, den Christen im Heiligen Land, der Heimat unseres Glaubens, zu helfen“, so Weihbischof Bentz anlässlich des 18. Internationalen Bischofstreffens zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land, das heute zu Ende geht. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Naher und Mittlerer Osten“ der Kommission Weltkirche hat als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an dem Treffen teilgenommen.

Die Situation von Jugendlichen in Palästina und Israel stand im Zentrum des Bischofstreffens, an dem seit Samstag (13. Januar 2018) Vertreter von elf katholischen Bischofskonferenzen aus Europa, Südafrika, Kanada und den USA sowie der anglikanischen Kirche teilnahmen. Mit Blick auf die Bischofssynode in Rom im kommenden Herbst ging es vor allem um die Frage, wie durch Bildung Beiträge zu Frieden und Gerechtigkeit geleistet werden können. Die Bischöfe trafen Jugendliche in Palästina und Israel und informierten sich über Bildungschancen der jungen Generation. „Wir teilen die Hoffnung dieser Jugendlichen, denen wir im Heiligen Land begegnet sind, und wir erkennen die grundlegende Rolle an, die sie innerhalb des Friedensprozesses spielen. Sie haben uns geholfen, die harte Wirklichkeit mit ihren Augen zu sehen. Daher appellieren wir an unsere Gemeinschaften dort, wo wir leben, Solidarität mit ihnen zu zeigen und zu handeln“, erklärten die Bischöfe in ihrem Abschlusskommuniqué.

Beim Besuch katholischer Schulen in den palästinensischen Gebieten (in Beit Jala, Beit Sahour und der deutschen Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem) informierten sich die Bischöfe über pädagogische Grundsätze in einem von der arabischen Kultur geprägten Land. Im unbefangenen Umgang von christlichen und muslimischen Jugendlichen wurden die Früchte des katholischen Engagements für ein entspanntes Zusammenleben in einer multireligiösen Gesellschaft deutlich. „Damit leisten die Schulen einen unverzichtbaren Beitrag zum Frieden“, sagte Weihbischof Bentz.

Bei Begegnungen mit israelischen Studierenden an der Hebräischen Universität von Jerusalem und Schülern einer israelischen Oberschule diskutierten die Bischöfe Perspektiven und politische Fragen mit den Jugendlichen. „Von beiden Seiten bin ich beeindruckt: dort die israelischen Studenten, denen viele Möglichkeiten offenstehen, ihre Träume zu verwirklichen; auf der anderen Seite in gleicher Weise motivierte palästinensische Jugendliche, denen oftmals aufgrund der politischen Situation Perspektiven verbaut sind“, so Weihbischof Bentz, „und deshalb gehen viele weg.“

„Ganz anders in Emmaus-Qubeibe, in der palästinensischen Westbank: In dieser von Sperren und Checkpoints umgebenen Enklave hat die Bethlehem Universität vor einigen Jahren einen neuen Campus für Krankenpflege eröffnet. Von dessen bislang schon über 100 Absolventen haben mehr als 95 Prozent direkt nach Abschluss des Studiums eine Arbeitsstelle gefunden, vielfach sogar in Jerusalem“, berichtete Weihbischof Bentz.

Die einseitige Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und zur Verlegung der amerikanischen Botschaft war Thema der Begegnungen in Jerusalem. Die Gesprächspartner der Bischöfe zeigten sich durchgängig besorgt über die möglichen Folgen für das Zusammenleben in der Stadt. Daher halten die Bischöfe in ihrer Schlusserklärung fest: „Für eine ganze Generation ist die Aussicht auf Frieden erneut in weite Ferne gerückt, durch moralisch und rechtlich inakzeptable Entscheidungen, darunter insbesondere der jüngste Affront gegen den international anerkannten Status Jerusalems, der sowohl für Christen als auch für Juden und Muslimen Heiligen Stadt.“

Ein Besuch der Bischofsdelegation in Gaza führte die ganze Breite des Nahostkonflikts vor Augen. Die katholische Gemeinde dort besteht mittlerweile nur noch aus 137 Mitgliedern. Diese konnten den Bischöfen einige der umfassenden Hilfsmaßnahmen zeigen, die durch die Kirche vor Ort für die Bevölkerung geleistet werden. „Unser Ziel muss es sein, den Menschen eine Lebensperspektive auf Dauer zu vermitteln. Hier leistet die Kirche schon viel“, betonte Weihbischof Bentz. Dabei sei es notwendig, die stetige Abwärtsspirale in wirtschaftlicher Hinsicht für die Bevölkerung zu stoppen. „Wie kann man bei einer gigantischen Arbeitslosigkeit Menschen motivieren, in Gaza bzw. der Region zu bleiben? Welche Mechanismen entwickelt die internationale Staatengemeinschaft, um gemeinsam mit Palästinensern und Israelis diese menschengemachte Katastrophe zu überwinden?“ Die Kirche stehe hier mit ihrer weltweiten Erfahrung gerade bei der Bewältigung humanitärer Krisen und Notlagen als bewährter Partner zur Verfügung.

Zu den geistlichen Akzenten des Bischofstreffens gehörten die täglichen Gottesdienste in Gaza, Emmaus-Qubeibe und Jerusalem. „Auf das Gebet bauen wir auch in Zukunft“, sagte Weihbischof Bentz. „Aber allein das Gebet reicht nicht aus. Unsere Solidarität muss eine dreifache sein: das Gebet, materielle Hilfe sowie Besuche und Begegnungen vor Ort.“ Außerdem gehöre hierzu ein entschiedenes Eintreten gegen jeden Versuch, einen weiteren Keil zwischen die beiden Konfliktparteien zu treiben. Dankbar zeigte sich Weihbischof Bentz für das starke und leidenschaftliche Zeugnis von Priestern, Ordensleuten und engagierten Laien, die er im Heiligen Land angetroffen hat: „Diese Menschen brennen für andere. Ihnen muss all unsere Unterstützung gelten. Sie nehmen ihre Verantwortung für die Generation von morgen wahr.“


Hintergrund

An der Konferenz nahmen unter Vorsitz von Bischof Declan Lang (Clifton, Bischofskonferenz von England und Wales) neben Weihbischof Dr. Udo Bentz und dem anglikanischen Bischof Christopher Chessun (Southwark, England) als Vertreter von katholischen Bischofskonferenzen teil: Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrikanische Bischofskonferenz); Bischof em. Pierre Bürcher (Rejkjavik, Nordische Bischofskonferenz); Bischof Oscar Cantú (Las Cruces, US-amerikanische Bischofskonferenz); Erzbischof Riccardo Fontana (Arezzo-Cortona-Sansepolcro, Italienische Bischofskonferenz); Bischof Lionel Gendron PSS (Saint Jean-Longueuil, Kanadische Bischofskonferenz); Weihbischof Nicholas Hudson (Westminster, Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union ComECE); Weihbischof William Kenney CP (Birmingham, Bischofskonferenz von England und Wales); Bischof Donal McKeown (Derry, Irische Bischofskonferenz); Bischof William Nolan (Galloway, Schottische Bischofskonferenz) und Erzbischof Joan Enric Vives Sicilia (Urgell, Spanische Bischofskonferenz). Darüber hinaus waren Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vertreten.


Hinweise:
Die Abschlusserklärung des 18. Internationalen Bischofstreffens ist untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen verfügbar. Fotos des Internationalen Bischofstreffens in Israel und Palästina sind in der untenstehenden Bildergalerie verfügbar. Die Bilder in Druckqualität können Redaktionen auf Anfrage kostenfrei per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de  zur Verfügung gestellt werden.

Katholische und evangelische Kirche rufen zu Betriebsratswahlen auf

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. Januar 2018 - 11:59
Anlässlich der vom 1. März bis zum 31. Mai 2018 stattfindenden Betriebsratswahlen in Deutschland rufen die katholische und die evangelische Kirche zur aktiven Teilnahme auf. In einem Aufruf erinnern der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, an die Verantwortung, die Betriebsräte für ihre Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen.

Die künftigen Herausforderungen für die Arbeit der Betriebsräte werden von den Veränderungen der Erwerbsarbeit vorgegeben. Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm sehen insbesondere drei Entwicklungen: So habe der Druck auf die Beschäftigten weiter zugenommen. „Leistungsverdichtung und Mehrarbeit sind zu ständigen Begleitern der heutigen Erwerbsarbeit geworden.“ Außerdem nehmen die Unternehmen und die Beschäftigten durch die Integration von Flüchtlingen ins Erwerbsleben eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahr. Als dritten Punkt nennen die beiden Vorsitzenden das Stichwort „Arbeit 4.0“, mit dem die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt zum Ausdruck gebracht wird.

„Aufgrund der Veränderungen in der Arbeitswelt bedarf es öffentlicher Debatten, wie die Arbeit in Zukunft human gestaltet werden kann. Notwendig sind hierzu Leitbilder menschengerechter Arbeit“ so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. „Damit Erwerbsarbeit nicht das ganze Leben bestimmt, braucht es auch Grenzen der Arbeit: Grenzen der Belastungen, Grenzen der zeitlichen Verfügbarkeit und Grenzen der Ökonomisierung. Für all dies gilt: Um das Ziel einer Humanisierung der Arbeit auf den Weg zu bringen, sind starke Interessensvertretungen in den Betrieben notwendig.“

Hinweis:
Der Aufruf zur Betriebsratswahl ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Erzbischof Schick beendet fünftägige Kuba-Reise

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. Januar 2018 - 12:37
Am gestrigen Abend (11. Januar 2018) hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), seine fünftägige Reise nach Kuba beendet. „Die katholische Kirche in Kuba ist eine arme Kirche für die Armen und leistet mit kleiner Kraft Großes“, resümierte Erzbischof Schick die Ergebnisse seiner Gespräche mit dem Erzbischof em. von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giorgio Lingua, und den Mitgliedern des Ständigen Rates der Kubanischen Bischofskonferenz. „Die Umstände sind schwierig, aber die Kirche genießt Respekt und hohes Ansehen in der Gesellschaft – und zwar weit über die katholische Bevölkerung hinaus.“

Überall im Land herrsche ein großer „Hunger nach Gott“, schreiben die Bischöfe in ihrem Pastoralplan 2014–2020. Viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung seien auf der Suche nach Orientierung für ihr persönliches, soziales und gesellschaftliches Leben, die sich nicht mit innerweltlichen Heilsversprechen befriedigen lasse. Die Kirche antworte auf diese Suche mit der Verkündigung des Evangeliums, den Gottesdiensten und vielfältigen seelsorgerischen Angeboten.

Erzbischof Schick erinnerte an den Hirtenbrief der kubanischen Bischöfe von 2013, in dem sie die Wünsche von weiten Teilen der Bevölkerung nach Beteiligung des gesamten Volkes am gesellschaftlichen Leben, nach Meinungsvielfalt und der Einbeziehung marktwirtschaftlicher Elemente in die ökonomische Ordnung aufgreifen. „Die Kirche versteht sich als Stimme des Volkes“, so Erzbischof Schick. Auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre plädiere sie für eine gesellschaftliche Entwicklung, die eine wachsende und gerechte Teilhabe aller Bürger ermöglicht. Erzbischof Schick und seine Delegation tauschten sich auch mit dem Deutschen Botschafter in Havanna über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus.

In Gesprächen mit der kubanischen Caritas, mit führenden Persönlichkeiten aus den Ordensgemeinschaften und mit Vertreterinnen und Vertretern der Nationalen Kommission für das Laienapostolat sei ihm deutlich geworden, dass sich „das ganze Gottesvolk der Vision von Kirche, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil vertrete, verpflichtet weiß – ‚Kirche von allen für alle‘“. Konkreten Ausdruck findet dieses Selbstverständnis in einer großen Zahl karitativer und bildungsorientierter Aktivitäten, die in allen Landesteilen unternommen werden. Die Kirche erreicht dabei sozial bedürftige Menschen (wie Alte und Behinderte) und widmet sich inzwischen auch vermehrt Aufgaben der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit und der Familienbildung. Auch im Bereich der Kultur ist die Kirche tätig. Bei Besuchen im Institut Felix Varela, einem Kulturzentrum der Erzdiözese Havanna, und beim Zentrum Loyola der Jesuiten, die beide nationale Ausstrahlung haben, konnte Erzbischof Schick einen Eindruck vom Einsatz der Kirche für eine Kultur entsprechend dem Evangelium gewinnen. „Es ist eindrucksvoll, was die Kirche in Kuba für die Kubaner leistet“, so Erzbischof Schick, der auf seiner Reise u. a. vom Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, begleitet wurde.

Weltjugendtag 2019 in Panama: Die Armen im Blick

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 11. Januar 2018 - 15:40
„Wir sind ein kleines Land, aber wir haben ein offenes Herz“, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta, während einer Pressekonferenz in Essen, ein Jahr vor Beginn des Weltjugendtages. Das ganze Land freue sich auf den Weltjugendtag, zu dem man Hunderttausende Pilger erwarte – diesmal vorrangig aus den Ländern des Südens. Die Begegnung findet dieses Mal vom 22. bis 27. Januar 2019 statt – ein Zeitraum, in dem in Lateinamerika Trockenzeit ist und die meisten Jugendlichen ihre großen Ferien haben. Für junge Menschen aus Deutschland werde es daher schwieriger werden, sich für den Weltjugendtag frei zu nehmen, sagte Paul Metzlaff, Referent in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Die afj rechnet daher mit etwa 750 bis 1.000 Pilgern aus Deutschland.

Der Weltjugendtag in Panama soll Jugendlichen aus aller Welt die Chance geben, die Lebensrealität ihrer Altersgenossen in Mittelamerika kennenzulernen: „Die Armut, die Migration, der Drogenmissbrauch und der Menschenhandel sind Themen, die unsere Region prägen“, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta. In den Begegnungen der Jugendlichen miteinander, aber auch in den Katechesen werde es um die konkreten Lebensumstände der Jugendlichen und den Weg der Kirche mit den Ausgegrenzten gehen, aber auch um die Bewahrung der Schöpfung, Märtyrer wie Bischof Oscar Romero aus El Salvador sowie die Frage, welche Verantwortung Jugendliche in Kirche und Gesellschaft übernehmen können.

Auch für diejenigen, die nicht nach Panama reisen, werde es möglich sein, in Deutschland den Weltjugendtag zu verfolgen: Via Internet und soziale Netzwerke werden die großen Feiern, aber auch viele Katechesen und Begegnungen live übertragen. Schon heute berichtet die deutsche Facebookseite des Weltjugendtages über die Vorbereitungen, und die internationale Redaktion in Panama verbreitet Twitter-Nachrichten in derzeit 22 Sprachen.

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt die Vorbereitungen auf den Weltjugendtag in Panama mit Sachkenntnis. Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens berichtete, dass Adveniat den deutschen Pilgerinnen und Pilgern bei der „Woche der Begegnung“ in Nicaragua und Costa Rica, aber auch beim Weltjugendtag selbst, Begegnungen eröffnen werde, die Veränderungen hin zu solidarischem Handeln ermöglichen sollen. Panama sei ein Land mit einer großen Ungleichheit zwischen Arm und Reich, und es gehöre auch zum Weltjugendtag, diese Unterschiede deutlich zu machen. Mit seinen Projekten in Panama (44) und Nicaragua (166) habe Adveniat im vergangenen Jahr mit mehr als zwei Millionen Euro die Arbeit der Kirche bei den Armen unterstützt, berichtete Jentgens.

In der kommenden Woche werden 21 Verantwortliche aus der Jugendpastoral deutschsprachiger Diözesen, aus Verbänden und Bewegungen gemeinsam mit Adveniat-Vertretern nach Panama und Nicaragua reisen. Ziel der Delegation, die vom Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters als stellvertretendem Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz angeführt wird, sind Gespräche mit Verantwortlichen der Kirche wie auch des Organisationskomitees des Weltjugendtages. Die Delegation reist zugleich in die älteste Diözese auf dem lateinamerikanischen Festland: „Unser Bistum Panama wurde 1513 gegründet“, betonte Erzbischof José Domingo Ulloa. „Es wird uns daher ein besonderes Anliegen sein, den Jugendlichen der Welt unsere reiche Kultur und unsere Traditionen zu zeigen.“

Hintergrund
Der Weltjugendtag (WJT) wurde von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen und findet alle zwei bis drei Jahre auf internationaler Ebene statt – zuletzt 2016 in Krakau. Der Weltjugendtag 2019 ist der zweite auf dem lateinamerikanischen Kontinent nach Rio de Janeiro 2013. In Deutschland wird der Weltjugendtag durch die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) koordiniert.

18. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land

Am kommenden Samstag (13. Januar 2018) beginnt das 18. Internationale Bischofstreffen zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land. Bei dem bis zum 18. Januar 2018 dauernden Treffen werden Vertreter von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika in Jerusalem, Bethlehem, Emmaus und Gaza zusammenkommen. Als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz nimmt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Naher und Mittlerer Osten“ der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), an dem Treffen teil.

Die Bischöfe sorgen sich infolge der unilateralen Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates Israel um den Status Quo der Stadt, in der sich die Heiligen Stätten von Judentum, Christentum und Islam befinden. In Begegnungen mit Erzbischof Pierbattista Pizzaballa OFM, dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, weiteren Vertretern der katholischen Ortskirchen und internationalen Diplomaten wird der Erhalt des Status Quo in Stadt und Land zentrales Gesprächsthema sein.

Daneben widmen sich die Bischöfe der Lebenssituation junger Menschen in der Region. Im Vorfeld der im Oktober dieses Jahres im Vatikan stattfindenden Bischofssynode zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ wollen die Bischöfe die Lage junger Christen im Heiligen Land näher kennenlernen. Einen besonderen Aspekt bilden dabei die Möglichkeiten christlicher, jüdischer und muslimischer Jugendlicher, ein besseres Miteinander beider Völker und aller Religionsgemeinschaften zu entwickeln.

Am Sonntag (14. Januar 2018) ist ein Besuch der kleinen christlichen Gemeinde in Gaza geplant. Gemeinsam mit der Gemeinde werden die Bischöfe den Sonntagsgottesdienst feiern. Gespräche mit Jugendlichen und Pastoralbesuche bei kranken und gebrechlichen Gemeindemitgliedern sind ebenfalls vorgesehen. Am Montag (15. Januar 2018) werden sich die Bischöfe mit dem Beitrag von Bildung und Erziehung für Frieden und Gerechtigkeit im Land beschäftigen. Am Vormittag finden Gespräche im Schulbüro des Lateinischen Patriarchats in Beit Jala und Pastoralbesuche an palästinensischen christlichen Schulen in und um Bethlehem statt. Am Nachmittag schließen sich Gespräche mit einer Gruppe von Studenten der Hebräischen Universität von Jerusalem an, zu der christliche, jüdische und muslimische Studierende gehören. Am nächsten Tag (16. Januar 2018) sind Begegnungen mit orthodoxen wie säkularen jüdischen Schülerinnen und Schülern geplant. Eine Begegnung mit Mitgliedern des „Parents Circle Families Forum“ bringt israelische und palästinensische Familienangehörige zusammen, die im Konflikt zwischen beiden Völkern Angehörige verloren haben und sich gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Toleranz einsetzen.

Am Mittwoch (17. Januar 2018) werden mehrere Einrichtungen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL) besucht. In Emmaus-Qubeibeh, das nordwestlich von Jerusalem in den palästinensischen Gebieten liegt, besuchen die Bischöfe das „Qubeibeh Nursing Program“, eine zur Bethlehem-Universität gehörende Einrichtung, in der palästinensische Studierende in Kooperation mit den Schwestern-Salvatorianerinnen und dem DVHL zu Krankenschwestern und -pflegern ausgebildet werden. Am Nachmittag finden Gespräche mit christlichen und muslimischen Schülerinnen der Schmidt-Schule in Jerusalem statt, die dort neben dem palästinensischen Abschluss auch das Deutsche Internationale Abitur erwerben können.

An der Konferenz werden neben Weihbischof Udo Bentz folgende Bischöfe teilnehmen:
Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrika); Bischof em. Pierre Bürcher (Rejkjavik, Island); Bischof Oscar Cantú (Las Cruces, USA); Bischof José Ornelas Carvalho SCJ (Setúbal, Portugal); Erzbischof Riccardo Fontana (Arezzo-Cortona-Sansepolcro, Italien); Bischof Lionel Gendron PSS (Saint Jean-Longueuil, Kanada); Bischof Felix Gmür (Basel, Schweiz); Weihbischof Nicholas Hudson (Westminster, Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union ComECE); Weihbischof William Kenney CP (Birmingham, Großbritannien); Bischof Declan Lang (Clifton, Großbritannien); Bischof Donal McKeown (Derry, Irland); Bischof William Nolan (Galloway, Schottland) und Erzbischof Joan Enric Vives Sicilia (Urgell, Spanien). Darüber hinaus werden Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vertreten sein.


Hintergrund
Das Internationale Bischofstreffen verfolgt das Ziel, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Die Bischöfe besuchen während ihres Treffens als Pilger die Heiligen Stätten im Land und feiern dort Gottesdienste. So sollen auch die Gläubigen in ihren Heimatländern zu Pilgerreisen ermutigt werden.

Hinweis:
Während des Aufenthaltes steht Weihbischof Dr. Udo Bentz für Interviews und Presseanfragen zur Verfügung. Anfragen werden über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle@dbk.de) koordiniert.

Kirchen veröffentlichen „geistliches Trainingsheft“ für Teilnehmer der Olympischen Winterspiele

Aus Anlass der XXIII. Olympischen Winterspiele und der XII. Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang veröffentlichen die katholische und evangelische Kirche in Deutschland erneut ein geistliches Impulsheft für die deutschen Athleten. „Die Leidenschaft für den Sport führt Menschen, Völker, Kulturen und Religionen zusammen. Die Olympischen Spiele sind von der Idee getragen, bei fairem Wettkampf Grenzen zu überschreiten, feindliche Auseinandersetzungen ruhen zu lassen und Frieden zu stiften“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in ihrem Vorwort. Bei allem Ehrgeiz und aller Leidenschaft erinnere auch die Bibel an „notwendige Atempausen, um neue Kraft zu tanken“. Wer sich in höchster Konzentration und Anspannung auf die Wettkämpfe vorbereite, brauche kurze Auszeiten, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. Dazu wolle das Impulsheft „Mittendrin“ beitragen, das in diesen Tagen allen Sportlern bei der Einkleidung des olympischen Teams ausgehändigt wird.

Das Impulsheft „Mittendrin“ ist als geistliches Trainingsbuch gedacht und bietet den Sportlern biblische Texte, Gebete und Meditationen sowie eine Kurzinformation zum Christentum in Südkorea. Es ist ein Beitrag zur Olympiade, die in Südkorea unter dem Motto „Passion. Connected – Leidenschaft verbindet“ steht und am 9. Februar 2018 beginnt.

Auch in diesem Jahr werden Seelsorger beider Kirchen den Sportlern zur Seite stehen. Für die evangelische Kirche ist Pfarrer Thomas Weber vor Ort. Pfarrer Christian Bode begleitet die Paralympics. Die katholische Seite wird von Pfarrer Jürgen Hünten vertreten. Seit 1972 entsenden die katholische und evangelische Kirche Seelsorger zu den Olympischen Spielen.

Hinweise: Die Broschüre „Mittendrin“ kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Medienkontakte zu den Olympiaseelsorgern können über die Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD angefragt werden.

Von Print zu Online: Kinoportal filmdienst.de präsentiert sich neu

Der Filmdienst hat im 71. Jahr seiner Existenz die Umwandlung vom Printprodukt zum Online-Portal vollzogen und ist ab dem 8. Januar 2018 mit einer neuen Internetseite präsent. Unter www.filmdienst.de zeigt sich das „Portal für Kino und Filmkultur“ dann in einem neuen Design.

„Das digitale Angebot setzt mit neuen Mitteln fort, was seit sieben Jahrzehnten der Auftrag der Zeitschrift war: Den Lesern und Nutzern unter christlicher Perspektive einen erhellenden Einblick in das cineastische Angebot zu geben“, so dreipunktdrei-Geschäftsführer Theo Mönch-Tegeder. „Ab dem 8. Januar steht jedem Interessierten das gesamte Filmdienst-Wissen auf allen Endgeräten zur Verfügung – immer und überall.“ Dies geschieht in bewährter Tradition auch weiterhin durch qualifizierte Filmkritiken, Analysen, Porträts und Interviews. Der Relaunch beschränkt sich dabei nicht nur auf das Layout. Auch inhaltlich hat sich die bisherige Zeitschrift weiterentwickelt. Statt vierzehntägig gibt es Tag für Tag neuen Lesestoff; Trailern wird viel Platz eingeräumt; Serien, Streaming-Angebote, TV-Highlights, DVDs und Blu-rays sowie die Mediatheken der Fernsehsender sind in die Berichterstattung miteinbezogen.

Das sich im Zuge der Digitalisierung stark auffächernde Angebot filmischer Kommunikation lässt sich in Gestalt eines Portals angemessener darstellen. Neben dem Überblick über das gesamte Filmeangebot – unabhängig von seiner jeweiligen Erscheinungsform – hebt die Plattform besonders erwähnenswerte Filme gezielt hervor; insbesondere im Bereich des Kinder- und Jugendfilms.

www.filmdienst.de wird weiterhin alle relevanten neuen Filme einer ethisch fundierten und unabhängigen Filmkritik unterziehen. Auch das bundesweit einmalige „Lexikon des internationalen Films“ wird weitergeführt. Hier finden sich Informationen zu rund 80.000 Filmen mit ausführlichen Stabangaben, Dossiers, Interviews und Artikeln sowie Personendaten zu mehr als 240.000 Filmschaffenden.

Für die Inhalte sind der neue Chefredakteur Josef Lederle und sein Redaktionsteam verantwortlich, die von einem festen Stamm freier Autoren unterstützt werden. Lederle löst Horst Peter Koll ab, dem Verlag und Herausgeber für den langjährigen hohen fachlichen und persönlichen Einsatz zu großem Dank verpflichtet sind.

Überarbeitet wurden auch die interaktiven Elemente, über die filmdienst.de mit seinen Nutzern ins Gespräch kommen möchte. Neben einschlägigen Seiten bei den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter gibt es einen „Mein Filmdienst“-Bereich, in dem die Nutzer ihre eigenen Kommentare und Anmerkungen hinterlassen können. Auch das komplette Archiv von filmdienst.de steht für eine kostenpflichtige Nutzung bereit.

Dialog- und Solidaritätsreise von Erzbischof Schick nach Kuba

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), reist vom 7. bis 11. Januar 2018 zu einem Solidaritätsbesuch nach Kuba. Dort wird er sich über die Situation der Kirche und das Leben der katholischen Christen in dem sozialistisch regierten Land in der Karibik informieren. Dabei werden pastorale Fragen, die Bildungs- und Medienarbeit der Kirche sowie die Hilfsaktionen nach großen Katastrophen wie dem Hurrikan „Irma“ im September 2017 im Vordergrund stehen.

Während der Reise wird Erzbischof Schick unter anderem mit dem Ständigen Rat der Kubanischen Bischofskonferenz, mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giorgio Lingua, sowie dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Thomas Karl Neisinger, zusammentreffen. Auch stehen Gespräche mit Vertretern der Caritas, der Ordensgemeinschaften und der katholischen Verbände auf dem Reiseprogramm. Mit mehreren Kirchengemeinden wird Erzbischof Schick Gottesdienste feiern.Erzbischof Schick wird auf seiner Reise vom Hauptgeschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, begleitet. Seit Jahrzehnten pflegt Adveniat gute Kontakte zu einer Vielzahl von kirchlichen Projektpartnern in Kuba.

Nach dem Besuch von Papst Franziskus in Kuba im Jahr 2015 zeichnete sich eine leichte Entspannung im Verhältnis zwischen der Kirche und der Regierung von Präsident Raúl Castro ab. Gleichwohl sind Festnahmen politisch Andersdenkender an der Tagesordnung. Auch die wirtschaftliche Blockade durch die USA trifft die Bevölkerung hart.
Hinweis:
Interviews mit Erzbischof Schick während und nach der Reise sind möglich. Wenden Sie sich dazu bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz unter pressestelle(at)dbk.de. Der Zeitunterschied von sieben Stunden ist zu berücksichtigen.

Für eine gute Zukunft Europas

Die christliche Prägung Deutschlands und Europas beizubehalten erfordert – nach Worten von Kardinal Reinhard Marx –, dass sich Menschen in Politik und Gesellschaft engagieren, die von Jesus von Nazareth her denken. „Es gibt keine christliche Kultur in unserem Land ohne Jesus und seine Perspektive. Mit ihm, mit seiner Lebensgeschichte, seinen Worten wollen wir die Gesellschaft gestalten“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising bei seiner gestrigen (31. Dezember 2017) Silvesterpredigt im Münchner Liebfrauendom. Kardinal Marx rief dazu auf, weiter an der christlichen Prägung zu arbeiten und diese zu intensivieren. Die christliche Kultur könne nicht musealisiert werden, sie gehöre in den Kontext des Lebens. „Christus ist die Aufklärung über unserem Leben, über der Geschichte, über der Schöpfung.“

Mit Blick auf das Jahr 2018 gab Kardinal Marx zu bedenken, dass Ängste und Unsicherheiten zu spüren seien. „Die Welt wird nicht selbstverständlich ins Gute geführt, es braucht Leute, die Zeugnis ablegen.“ Daher sei es wichtig, mit Hoffnung, Zuversicht und im Geist des Evangeliums ins neue Jahr zu gehen. Er warnte davor, Religion für Gewalt und Unterdrückung zu missbrauchen. Fundamentalismus und Fanatismus machten ihm vor allem im Islam Sorgen. „Nie mehr darf Religion zum Instrument des Hasses pervertiert werden.“ Deutschland habe im Dreißigjährigen Krieg, dessen Ausbruch sich 2018 zum 400. Mal jährt, in einem schrecklichen Bürgerkrieg erleben müssen, wie Religion benutzt wurde zum Kampf gegeneinander und zur Herrschaft über andere. 

Kardinal Marx erinnerte auch an das Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918, der ein „europäischer Bürgerkrieg ungeahnten Ausmaßes“ und eine „Urkatastrophe“ gewesen sei. Europa als „Kontinent des Friedens“ bleibe für Christen nach den beiden Weltkriegen eine Aufgabe.  „Wir müssen aufpassen, dass dieses Projekt nicht zerfleddert wird.“ Kardinal Marx rief zu einer erneuten Anstrengung für eine gute Zukunft Europas auf. „Wollen wir wirklich in Nationalismus zurückfallen – oder Europa auf der ganzen Welt zum Vorbild für Versöhnung und Frieden machen?“ Es gelte, aufmerksam zu bleiben und den richtigen Augenblick nicht zu verpassen. „Das können wir nur, wenn wir uns an Jesus von Nazareth orientieren.“

Mit Blick auf den 200. Geburtstag von Karl Marx, der 1818 in Trier geboren wurde, forderte der Sozialethiker eine gerechtere Wirtschaftsordnung. „Wenn wir nicht wollen, dass die alten Dämonen des Marxismus wiederkommen, dann müssen wir Antworten geben.“ Karl Marx habe in der Analyse der sozialen Missstände seiner Zeit rechtgehabt. „Es sollte nicht vergessen werden, dass auch er gesehen hat, was es bedeutet, wenn Wirtschaft gegen den Menschen gerichtet wird.“ Die Wirtschaft müsse dem Menschen dienen und nicht umgekehrt, darauf verwiesen Papst Franziskus und die Katholische Soziallehre. „Nicht allein auf den Profit sollten wir schauen, sondern auf das Gemeinwohl aller heutigen Menschen und zukünftiger Generationen“, so Kardinal Marx.

Familiensonntag am 31. Dezember 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. Dezember 2017 - 10:59
Am kommenden Sonntag, den 31. Dezember 2017, begeht die katholische Kirche in Deutschland den Familiensonntag, der 1976 zum ersten Mal gefeiert wurde. 2015 haben die deutschen Bischöfe beschlossen, den Familiensonntag auf das Fest der Heiligen Familie, den Sonntag der Weihnachtsoktav, zu legen. Der Familiensonntag 2017 wird in ein Jahresthema, das „familienpastorale Jahresmotto“, eingebettet. Dieses lautet bis zum Ende des Kirchenjahres 2018 „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“. Diözesen, Gemeinden, Verbände und kirchliche Einrichtungen sind eingeladen, dem Thema eigene Veranstaltungen und Initiativen zu widmen und das Jahresmotto – möglicherweise auch an einem anderen Sonntag – aufzugreifen.

Zum Familiensonntag und dem Jahresmotto hat die Deutsche Bischofskonferenz die familienpastorale Arbeitshilfe „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“ veröffentlicht. Diese greift das Thema Ehevorbereitung auf, das Papst Franziskus in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris laetitia als Ergebnis der Beratungen der beiden Weltbischofssynoden 2014 und 2015 hervorhebt: „Die komplexe gesellschaftliche Wirklichkeit und die Herausforderungen, mit denen sich die Familien heute auseinandersetzen müssen, erfordern einen größeren Einsatz der ganzen christlichen Gemeinde im Hinblick auf die Vorbereitung der Brautleute auf die Ehe.“ (AL Nr. 206)

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), würdigt in der Arbeitshilfe die Angebote der Ehevorbereitung in den (Erz-)Bistümern, „deren Formen und Inhalte sich den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft stellen müssen“. Dabei sei aber zu beachten, dass kirchliche Ehelehre und praktisch gelebtes Eheverständnis weithin schon seit Jahrzehnten sehr unterschiedlich seien. „Die in diesem Jahr intensiv geführte Diskussion im Umfeld der Öffnung der staatlichen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hat gezeigt, dass unsere Auffassung einer sakramentalen Ehe von vielen nicht nachvollzogen wird.“ Gerade deshalb gebe die Arbeitshilfe Anregungen, sich mit der christlichen Ehe und den Angeboten der Ehevorbereitung auf Pfarreiebene, aber auch auf anderen Ebenen auseinanderzusetzen, schreibt Erzbischof Koch.

Die Arbeitshilfe gibt als Online-Angebot mit Texten und Gestaltungselementen für Gebet und Gottesdienst, aber auch durch Grundlagendokumente des kirchlichen Lehramtes Hilfestellungen für die Gestaltung des Familiensonntags.

Hinweis: Die Arbeitshilfe zum Familiensonntag 2017 „Für immer zusammen – Auf dem Weg zur sakramentalen Ehe“ ist als pdf-Datei unter www.ehe-familie-kirche.de sowie in der Rubrik „Veröffentlichungen“ verfügbar.