1. Oktober 2016
Augenblicke der Besinnung

Beten heißt
nicht viel reden,
sondern viel lieben.

Thérèse von Lisieux

 
















Baugeschichte der Hl. Kapelle


Die Hl. Kapelle zu Altötting zählt zu den ehrwürdigesten und meistbekannten Kirchenbauten Bayerns. Reich sind Sagen und Legenden um seine Entstehung, spärlich aber die Zahlen und Fakten, die seine Ursprünge belegen könnten. Die Geschichtsforschung vermag 507auch heute noch kein gültiges Urteil über Alter und ursprüngliche Bestimmung der Hl. Kapelle zu sprechen. Für ein hohes Alter und eine besondere Bedeutung des Bauwerkes sprechen mehrere Gründe: Einmals die hohe Verehrung in frühester Zeit, ferner die Regensburger "Schottenlegende", sie weist auf uralte Ursprünge des Oktogons hin. Ferner stellt das Stadtsiegel der Nachbarstadt Neuötting (aus dem 13. Jh.) das Oktogon der Hl. Kapelle dar. 

Unverkennbar und weit über Bayern hinaus bekannt, ist die Hl. Kapelle in ihrem äußeren Erscheinungsbild:

Dem Oktogon, dem westlich anschließenden Langhaus mit Türmchen, dem durch Arkaden durchbrochenen Umgang, der den ganzen Bau umringt und dem grün patinierten Kupferdach. Vermutlich in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts entstand das Langhaus. Zeitgleich mit dem Langhaus dürfte auch der äußere Arkadenumgang der Gnadenkapelle entstanden sein. Damit gleicht das Erscheinungsbild der Gnadenkapelle zu Beginn des 16. Jahrhunderts im wesentlichen dem heutigen. Kurfürst Ferdinand Maria (1651-1679) beauftragte seinen Hofbaumeister Enrico Zuccali das Oktogon mit einem Kuppeldom zu überbauen. Aus Geldmangel wurden die bereits begonnenen Arbeiten eingestellt. Damit blieb die Hl. Kapelle mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung erhalten.