Augenblicke der Besinnung

Wie Maria gehören auch wir einem Volk an.
Und die Geschichte der Kirche lehrt uns,
dass auch dann, wenn sie stürmische Meere durchquert,
die Hand Gottes sie führt und schwierige Momente überwinden lässt.
Die echte Erfahrung von Kirche ist nicht wie ein Flashmob,
zu dem man sich verabredet, um eine Performance durchzuführen
und um dann wieder seines Weges zu ziehen.
Die Kirche trägt eine lange Tradition in sich,
die von Generation zu Generation weitergegeben wird
und dabei durch die Erfahrung jedes einzelnen bereichert wird.
Auch eure Geschichte findet ihren Platz
innerhalb der Geschichte der Kirche.

Papst Franziskus
















Baugeschichte der Hl. Kapelle

Die Hl. Kapelle zu Altötting zählt zu den ehrwürdigesten und meistbekannten Kirchenbauten Bayerns. Reich sind Sagen und Legenden um seine Entstehung, spärlich aber die Zahlen und Fakten, die seine Ursprünge belegen könnten. Die Geschichtsforschung vermag 507auch heute noch kein gültiges Urteil über Alter und ursprüngliche Bestimmung der Hl. Kapelle zu sprechen. Für ein hohes Alter und eine besondere Bedeutung des Bauwerkes sprechen mehrere Gründe: Einmals die hohe Verehrung in frühester Zeit, ferner die Regensburger "Schottenlegende", sie weist auf uralte Ursprünge des Oktogons hin. Ferner stellt das Stadtsiegel der Nachbarstadt Neuötting (aus dem 13. Jh.) das Oktogon der Hl. Kapelle dar. 

Unverkennbar und weit über Bayern hinaus bekannt, ist die Hl. Kapelle in ihrem äußeren Erscheinungsbild:

Dem Oktogon, dem westlich anschließenden Langhaus mit Türmchen, dem durch Arkaden durchbrochenen Umgang, der den ganzen Bau umringt und dem grün patinierten Kupferdach. Vermutlich in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts entstand das Langhaus. Zeitgleich mit dem Langhaus dürfte auch der äußere Arkadenumgang der Gnadenkapelle entstanden sein. Damit gleicht das Erscheinungsbild der Gnadenkapelle zu Beginn des 16. Jahrhunderts im wesentlichen dem heutigen. Kurfürst Ferdinand Maria (1651-1679) beauftragte seinen Hofbaumeister Enrico Zuccali das Oktogon mit einem Kuppeldom zu überbauen. Aus Geldmangel wurden die bereits begonnenen Arbeiten eingestellt. Damit blieb die Hl. Kapelle mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung erhalten.