29. August 2016
Augenblicke der Besinnung

Durch den Mißbrauch
seines freien Willens
hat der Mensch
sich selbst
und seinen freien Willen
zugrunde gerichtet.
Der freie Wille,
durch den die Sünde
begangen wurde,
ist mit dem Sieg der Sünde
verlorengegangen.

Augustinus

 
















Bruder Konrad


Hl. Bruder Konrad von Parzham


Konrad von Parzham war Klosterpförtner in Altötting. Seine Demut und die aufopfernde Hilfsbereitschaft waren es, die diesen bescheidenen Mann unvergessen machen und ihn zu einem Heiligen werden ließen.

Konrad, der Sohn einer Bauersfamilie, wurde am 22. Dezember 1818 in Parzham im rottal geboren und erhielt den Namen Johann Evangelist Birndorfer. Bis zu seinem 31. Lebensjahr arbeitete er wie alle seine Geschwister auf den Feldern und Äckern. Obwohl er leidenschaftlicher Bauer war, verzichtete er 1849 auf den Hof und trat als Laienbruder in das kapuziner-Kloster St. Anna in Altötting ein. Drei Jahre später legte er das Gelübde ab und nahm den Namen Konrad an. Schon bald trug man Konrad das Amt des Klosterpförtners an. Diese Tätigkeit sollte seine Lebensaufgabe werden, für die er sich aufopferte bis zu seinem Tod.

Nach 41 jahren spürte Konrad von Parzham, dass seine Lebensuhr abgelaufen war. Auszehrung und Erschöpfung forderten ihren Tribut. Er stirbt während des abendelichen Angelusläutens am 21. April 1894 im Ruf der Heiligkeit. Am 13. Oktober 1912 werden seine Gebine in die alte St. Annakirche (jetzt Bruder-Konrad-Kirche) übertragen.

Papst Pius spricht ihn am 15. Juni 1930 selig und am 20. Mai 1934 nimmt er ihn in das Verzeichnis der Heiligen auf. Der Hl. Bruder Konrad von Parzham wird 1984 nach dem Hl. Valentin und Hl. Maximilian zum dritten Diözesanpatron erwählt.

 

Zur Besinnung

Der Weg durchs Leben ist leichter zu finden mit einem Ziel vor Augen. Worauf läuft mein Leben hinaus? Kenne ich mein Ziel oder laufe ich ziellos?

Es gilt: „Worauf du schaust, das formt dich, und was du im Auge hast, das prägt dich!“

„So wie 1934 seine Demut und Bescheidenheit dem Zeitgeist des germanischen Herrenmenschentums entgegengestellt wurde, so könnte für uns heute Br. Konrad sehr wohl ein Gegensymbol sein
gegen den Zeitgeist der Hektik und Betriebsamkeit,
gegen den Zeitgeist des Konsums und Lebensgenusses,
gegen den Zeitgeist der Kinderfeindlichkeit und gegen den Zeitgeist eines immer selbstverständlicher werdenden Lebens ohne Gott.“
(Karl Grüner)
 

Beispielgebendes Vorbild

Sein Weg kann auch mein Weg werden:
Ein Weg der Niedrigkeit – statt der Macht.  
Ein Weg der Bedürfnislosigkeit statt des Anspruchsdenkens.
Ein Weg des Gottvertrauens statt der Selbstversicherung.  
Ein Weg zum Glück: Konrad selbst war glücklich, wie nur ein Mensch sein kann, der seinen Weg zum Ziel gefunden hat: bei Gott aufgehoben und geborgen zu sein.
 

Besuchen Sie das Bruder Konradkloster. Vereinbaren Sie eine Führung:
Bruder-Konrad-Platz 5
84503 Altötting
Tel. 08671 / 983-0
E-Mail: altoetting@kapuziner.org