Augenblicke der Besinnung

Die heilige Jungfrau ist
die Frau des Glaubens,
die Gott in ihrem Herzen,
in ihren Plänen Raum gegeben hat;
sie ist die Glaubende,
die fähig war,
in dem Geschenk des Sohnes
die Ankunft jener "Fülle der Zeit" zu erfassen,
in der Gott den demütigen Weg
des menschlichen Daseins wählte,
um persönlich
in die Bahn der Heilsgeschichte einzutreten.

Papst Franziskus













Das Bischofsamt: Lehren, heiligen und leiten

Bischöfe sorgen als Nachfolger der Apostel für die Einheit der Kirche

Ein katholischer Bischof – der Name leitet sich vom griechischen Wort "episkopos", übersetzt Aufseher, Schiedsrichter ab – steht nach Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils einer Diözese vor. Diözese stammt vom griechischen Wort, "dioikein", übersetzt haushalten. Die katholische Lehre hat den pastoralen Auftrag des Bischofs in drei klassischen Worten zusammengefasst: Lehren, heiligen und leiten. Dies ist das dreifache Amt des Bischofs, zu dem ihm mit der Bischofsweihe die Vollmacht verliehen wird: Eine Teilkirche, "in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist, zu lehren, zu heiligen und zu leiten". Dabei soll der Bischof "Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt" sein. So lautete auch das Leitwort der X. Vollversammlung aller Bischöfe, der Bischofssynode, die im Oktober 2001 in Rom stattfand.

Drei Aufgaben hat der Bischof zu erfüllen. Zum einen muss er das Wort Gottes verkünden, es auslegen und verbindlich lehren. Die Menschen soll er zum Glauben rufen und sie "im lebendigen Glauben stärken". Er soll also zu den Menschen gehen, das Gespräch suchen und dieses fördern. Weiter ist ein Bischof für die Spendung der Sakramente besonders verantwortlich. Heiligen meint auch, das gesamte liturgische Leben zu fördern und sich bemühen, "dass die Gläubigen durch die Feier der Eucharistie das österliche Geheimnis tiefer erkennen und leben". Schließlich kommt es dem Bischof zu, sein Bistum, auch im juristischen Sinn, zu leiten und nach außen hin zu repräsentieren. Er soll sich Kraft seines Hirtenamtes um die gesamte Seelsorgsarbeit in der Diözese bemühen. Seine Sorge muss den Armen, Verfolgten und Leidenden gelten. Er soll ökumenische Impulse geben, sich auch den Nichtgetauften zuwenden. Bei all seinen Handlungen soll es dem Bischof darum gehen, die ihm anvertrauten Gläubigen zur Einheit zusammen zu führen.

Als Vorsteher eines Bistum ist er darüber hinaus Mitglied im Kollegium aller Bischöfe und hat Teil an der Sendung der universalen Kirche. Er übt sein Amt aus, untereinander mit den Bischöfen verbunden und mit dem Papst. Wenngleich der einzelne Bischof, wie etwa ein Bischof von Passau, in eigener Vollmacht handelt, kommt ihm die Aufgabe zu, in seinem Bistum die für die ganze Kirche gemeinsame Ordnung zu fördern. So ist der Bischof auch sichtbares Band der kirchlichen Gemeinschaft zwischen Orts- und Weltkirche.

In der Verbundenheit der Bischöfe untereinander und mit dem Papst gründet auch die Nachfolge der Apostel, in der ein Bischof steht und wirkt. Apostolische Sukzession – lateinisch Nachfolge – bedeutet: Nachfolge im Glauben der Apostel und Weihe durch andere Bischöfe, die selbst wiederum durch die Handauflegung anderer legitimer Amtsträger in diese Traditionskette eingegliedert sind und so ihr Amt bis auf die Apostel zurückführen können. Die Bischöfe wurden von den Aposteln als ihre Nachfolger gesandt, die Apostel wurden von Christus gesandt, Christus wurde vom Vater gesandt.