Gebetswoche für die Einheit der Christen

Frau, dein Glaube ist groß (Matthäus 15,28)

Gnädiger Gott,
du bist die Quelle der menschlichen Würde.
Durch deine Gnade und Macht
erweichten Hannas Worte das Herz des Priesters Eli.
Durch deine Gnade und Macht
berührten die Worte der Kanaaniterin Jesus,
und er heilte ihre Tochter.
Schenke uns in unserem Bemühen,
die Einheit der Kirche sichtbar zu machen,
den Mut, alle Formen der Gewalt gegen Frauen zurückzuweisen.
Hilf uns, die Geistesgaben zu würdigen,
die Frauen in den Dienst der Kirche einbringen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.













Grußwort des Bischofs von Passau

Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Das Wallfahrtsmotto am Gnadenort Altötting lautet im Jahr 2019: „Heilen was verwundet ist“. Es ist kein zufälliges Motto, das die Verantwortlichen gewählt haben – sind es doch zwei wesentliche Umstände, die dieses Wort geradezu empfehlen:

So treten wir nach der Leseordnung unserer Kirche mit dem ersten Adventsonntag dieses Jahres in das Lesejahr C ein, das sich insbesondere aus den Texten des Evangelisten Lukas speist. Und dieser Evangelist ist es auch, der den Fragen nach dem „Heil-Sein“, den Fragen der Rettung von uns Menschen und der zuwendenden und heilmachenden Liebe unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus intensiv nachgeht, womit er Grundthemen Suchender und Fragender anspricht. Gerade eine Textstelle aus der Feder des Verfassers Lukas, dieses nach altkirchlicher Überlieferung „geliebten Arztes“ (vgl. Kol 4,14), zieht sich wie ein Programm durch sein Werk: „Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10). Und das führt uns auch gleich zum zweiten Aspekt dieses Wallfahrtsmottos: die Hoffnung auf die Erfüllung von Gebetsanliegen und – ganz zentral –  der tiefe Wunsch nach der Erfahrung Gottes heilender Nähe ist es, die die Wallfahrerinnen  und Wallfahrer hierher an den Gnadenort Altötting pilgern lässt. Alle Pilgerinnen und Pilger stehen in einer langen Tradition von Menschen, die am Gnadenort ihre Anliegen Maria vorbringen. Maria als Fürsprecherin und „Heil der Kranken“, wie sie in einer Votivmesse genannt wird, prägt den Gnadenort unübersehbar. Allein schon die unzähligen Votivtafeln geben hier ein beredtes Zeugnis für die Erfüllung von Anliegen und die Dankbarkeit der so Beschenkten, die in vielfältiger Weise Heilung erfahren durften.

Heilungsgeschichten, wie wir sie so zahlreich und anschaulich im Evangelium erzählt bekommen, sind immer auch eine Heilsgeschichte – eine Heilsgeschichte der einzelnen Menschen ebenso wie eine Heilsgeschichte für uns Menschen insgesamt. Sie machen uns anschaulich, wie uns unser Herr Jesus Christus Heilung zukommen lässt, aber noch viel tiefer und elementarer selber das Heil in Person ist, das uns aus der Liebe Gottes geschenkt ist. Daher gibt es in IHM für jeden Menschen, ob gesund oder krank, stets die Hoffnung auf das eigentliche Heilsein bei Gott.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
ich wünsche Ihnen, dass Ihre Wallfahrt, die Sie hierher an den Gnadenort Altötting angetreten haben, zu einem Weg der Gotteserfahrung wird, der Ihren Glauben vertieft und Ihr Vertrauen auf die heilende Nähe unseres Herrn Jesus Christus stärkt. Ganz besonders aber wünsche ich Ihnen, dass dieser Pilgerweg auf die Fürsprache unserer Gottesmutter Maria zu Ihrem persönlichen Heilsweg wird.

Mit den besten Segenswünschen

Dr. Stefan Oster SDB
Bischof von Passau