Wallfahrtsleitwort 2017

Jahres- und Wallfahrtsleitwort 2017   „Mit Maria zu Jesus“

Dieses Motto ist fest in der Tradition der Kirche verankert, beginnend bei den griechischen und lateinischen Kirchenvätern:
Maria will in keiner Weise, dass wir bei ihr verharren und stehen bleiben, sie will uns immer zu Jesus, ihrem göttlichen Sohn führen, dass wir ihn erkennen, ihn lieben und ihm nachfolgen.
Eine gesunde Mariologie ist immer mit der Christologie und der Ekklesiologie verbunden; ein isolierter Marienkult würde in die Irre führen.

Drei Bibelstellen mögen uns helfen, die Rolle Mariens im Heilsplan besser zu verstehen.
In der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-12) zeigt sie sich in ihrer dienenden Haltung beim Personal und bemerkt als erste die sich anbahnende Blamage für das Brautpaar; sie geht wie von einem Magnet angezogen zu ihrem göttlichen Sohn als Fürsprecherin: „Sie haben keinen Wein mehr“; trotz der scheinbaren Zurückweisung gibt sie unbeirrt den Dienern den guten Rat „alles was er euch sagt, das tut“: Das Vertrauen der Mutter bewirkt das erste Wunderzeichen, die Verwandlung.
Angenagelt am Kreuz gibt Jesus seine beiden liebsten Menschen einander(Joh 19, 25-27): „Siehe da, deine Mutter“, „siehe da, dein Sohn“; von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich; dieser Lieblingsjünger, dem der Herr seine Mutter anvertraut hat, sind in gewisser Weise wir alle. Maria ist meine, deine, unsere Mutter, die Mutter der Kirche, die uns in zärtlicher Liebe kennt, betreut,  begleitet, tröstet und immer wieder zum Herrn führt.
Beim Pfingstereignis, in der Geburtsstunde der Kirche ist Maria inmitten der betenden Jünger(Apg 1, 12-14): Neun Tage beten sie um die Gabe des versprochenen Heiligen Geistes (Novene); aus feigen und ängstlichen Jüngern werden mutige Zeugen der Auferstehung und Missionare der frohen Botschaft, beflügelt durch die Anwesenheit und das Mitbeten der Gottesmutter.

Ja Maria will uns zu Jesus führen und steht inmitten der Gemeinschaft der Gläubigen, inmitten der Kirche  als sicherer Wegweiser zum Herrn: „Mit Maria zu Jesus!“

Prälat Günther Mandl,
Wallfahrtsrektor