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Jahrestagung des Cusanuswerks 2019

Mit mehr als 800 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk ist heute (Sonntag, 16. Juni 2019) die Jahrestagung des Cusanuswerks im niederländischen Baarlo/Venlo zu Ende gegangen. Sie stand unter dem Thema „Brave New Work. Zur Zukunft der Arbeit“. Im Rahmen der größten jährlichen Veranstaltung des Begabtenförderungswerks der katholischen Kirche in Deutschland wurden, wie zuletzt 2016, mehrere Preise für innovative Netzwerkideen verliehen.

In seiner Predigt beim Festgottesdienst betonte der Vorsitzende der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln): „Es mag vielleicht auf einen ersten Blick anachronistisch erscheinen, wenn wir Christen angesichts des ‚everything changes‘, dem vielfältigen technischen und gesellschaftlichen Wandel, mit einem Lied aus dem Gotteslob von Gott bekennen: ‚Wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit‘. Aber die ewige Zusage Gottes zu uns Menschen ist gerade nichts Gestriges: Gott steht vielmehr unveränderlich und stets aktuell zu seinem Bund mit uns Menschen. Gott ist die Liebe, zu ihm dürfen wir ‚Vater‘ sagen und sind auf seinen Namen getauft. Diese Berufung ist im Angesicht der gegenwärtigen Veränderungen kein Anachronismus. Sie ist vielmehr die Hoffnung, die nicht zugrunde gehen lässt (vgl. Röm 5,1).“

Künstliche Intelligenz, Automatisierungsprozesse und immer kürzere Innovationszyklen beschleunigen die Veränderungen in der Arbeitswelt. Autonome Fahrzeuge, digitale Medizin und intelligente Sprachsysteme sind längst keine Science-Fiction mehr. Aus Utopien sind Wirklichkeiten geworden, die im Alltag und in den Wertschöpfungsketten vordringen. Das enge Verhältnis zwischen einer Gesellschaft und ihren Arbeitsformen zeigt sich besonders in Phasen, die von tiefgreifendem Wandel oder gar von Umbrüchen bestimmt sind. „Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen immer mehr. Ob das gut oder schlecht ist, kann man gar nicht so pauschal sagen. Auf jeden Fall ist es wichtig, sich mit diesen offenbar sehr fundamentalen Veränderungen kritisch zu befassen: in der Wissenschaft, in der politischen Diskussion, in der kulturellen Analyse. Denn die Chancen sollten genutzt werden. Und wir sollten uns an der konstruktiven Mitgestaltung beteiligen, gerade auch die Kirchen mit ihrer Verantwortung für den ganzen Menschen“, sagte Prof. Dr. Georg Braungart, Leiter des Cusanuswerks, während der Eröffnung des Wochenendprogramms.

In seinem Festvortrag anlässlich der Jahrestagung warnte Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D., Lehrstuhl für Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, vor einer Humanisierung von Software-Systemen und einer Dehumanisierung des Menschen. Unter dem Titel „Die Aktualität des Bildungshumanismus in Zeiten gesellschaftlichen Wandels – Wie gestalten wir das Lernen in der Zukunft?“ entwarf er philosophische Grundlagen eines Digitalen Humanismus und betonte: „Der Mensch ist der Autor seines eigenen Lebens. Urteilskraft und Entscheidungsfähigkeit – Persönlichkeitsbildung – sind so aktuell, wie noch nie.“

Ein Höhepunkt der Jahrestagung war die Vergabe des Ideenpreises zur Förderung des cusanischen Netzwerks. Nach dem großen Erfolg des Ideenpreises 2016 zeichnet das Cusanuswerk fünf innovative Projektideen mit besonderer Strahlkraft aus: „Cusanus Goes Europe: Glauben im Austausch“ hat das Ziel, junge Katholikinnen und Katholiken aus ganz Europa miteinander und mit lokalen und europäischen Akteuren ins Gespräch zu bringen; im Projekt „Wege in die Zukunft – Von Ehemaligen für Geförderte“ geben Ehemalige ihren beruflichen Erfahrungsschatz weiter; Jahrestreffen der verschiedenen Ehemaligengenerationen sollen als Orte der Vernetzung und Ideen etabliert werden; die Gründung von Kammermusikgruppen dient dem Ausbau eines cusanischen Musikernetzwerks; interdisziplinäre Workshops in Nordrhein-Westfalen fördern die regionale Vernetzung und die gemeinsame Arbeit an gesellschaftlich relevanten Themen.

„Das Prinzip der Begabtenförderung spiegelt sich in den prämierten Initiativen wieder: Bei der Förderung von engagierten Multiplikatoren braucht es wenig, um große Wirkung zu erzielen. Die Ideen zeigen, wie immer neue Potenziale erschlossen werden, wenn Eigeninitiative und Subsidiarität gelebt werden“, sagte der Generalsekretär des Cusanuswerks, Dr. Thomas Scheidtweiler. Darüber hinaus sprach die Jury zwei Projekten einen Anerkennungspreis für cusanische Netzwerkinitiativen zu, die durch ihren Vorbildcharakter in besonderem Maße zur Nachahmung und Initiierung ähnlicher Projekte inspirieren. Zwei Projekte des Ideenpreises 2016 – die Cusanus Lecture Berlin und die Festgottesdienste der cusanischen Regionalgruppen – wurden aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Nachfrage verstetigt.

Hintergründe
Zur Jahrestagung: Neben dem Vortrag von Prof. Nida-Rümelin wurde das Thema „Brave New Work. Zur Zukunft der Arbeit“ durch einen Impulsvortrag von Prof. Dr. Jens Südekum, Institut für Wettbewerbsökonomie der Universität Düsseldorf, beleuchtet. In einem Podiumsgespräch wurden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, die Anforderungen an Beschäftigte sowie die steigende Flexibilisierung des Privatlebens diskutiert. Daran nahmen Prof. Dr. Sami Haddadin (Lehrstuhlinhaber für Robotik und Systemintelligenz an der TU München), Prof. Dr. Susanne Hahn (Institut für Philosophie an der Universität Düsseldorf), Johannes Vogel MdB (Mitglied des FDP-Bundesvorstands) sowie Carmen Widera (Stipendiatin des Cusanuswerks) teil. Die Jahresversammlung wurde außerdem vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für das Cusanuswerk, Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster), begleitet.

Zum Ideenpreis: Der Ideenpreis 2019 wurde mit einem Gesamtbudget von rund 30.000 Euro vergeben. Die Auswahl der Preise nahm eine Jury vor, bestehend aus Prof. Dr. Peter Funke (Vorsitzender des Beirats des Cusanuswerks und ehemaliger Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Prof. Dr. Wim Kösters (Vorstand der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk), Matthias Kopp (Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz), Elisabeth Luft (Vorstand der Stipendiatinnen und Stipendiaten), Dr. Regina Tolxdorff-Neutzling (Mitglied und Sprecherin des Altcusanerrats) sowie Prof. Dr. Georg Braungart (Leiter des Cusanuswerks), Dr. Thomas Scheidtweiler (Generalsekretär des Cusanuswerks) und Franziska Eickhoff (Referentin für Alumni und Netzwerkförderung im Cusanuswerk).

Zum Cusanuswerk: Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits etwa 10.000 herausragend begabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Cusanerinnen und Cusaner tragen mit fachlicher Exzellenz und außerordentlichem Engagement zum Gemeinwohl bei, ein Leben lang und vielfach in besonders verantwortungsvollen Positionen von Kirche und Gesellschaft, von Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Das Cusanuswerk wurde im Mai 2019 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Recognised for Excellence – 4 star“ ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Cusanuswerk unter www.cusanuswerk.de.

Erzbischof Schick beendet Reise in den Tschad

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), beendet heute (15. Juni 2019) seinen viertägigen Solidaritätsbesuch in den Tschad. Die Reise war Teil der von der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. In diesem Jahr steht die nordafrikanische Sahel-Region im Fokus der Initiative. In den Ländern des Sahel ist bereits seit Jahren eine zunehmende Radikalisierung von Teilen der islamischen Bevölkerung zu beobachten, die gezielt aus dem Ausland gefördert wird.

„Die Christen im Tschad beeindrucken mich durch ihr Glaubenszeugnis. Trotz der fragilen Lebensverhältnisse in dem mehrheitlich muslimischen Land tritt die Kirche durch ihre Freude am Glauben und ihren Zusammenhalt hervor. Das Engagement der katholischen Minderheit für Bildung, für Ernährungssicherheit und den interreligiösen Dialog kommt der gesamten Bevölkerung zugute. All das zeigt wie die Kirche das Evangelium in die Lebenswelten der Menschen praktisch zu übersetzen weiß“, sagte Erzbischof Schick während seines Treffens mit dem Erzbischof von N’Djamena, Edmond Djitangar, am vergangenen Dienstag (11. Juni 2019). In der gemeinsamen Eucharistiefeier zu Beginn der Reise bekräftigte dieser in der Kathedrale: „Die Kirche ist Ort heiligen Lebens. Sie bietet Schutz und Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden im Tschad. “

Während der Reise besuchte Erzbischof Schick mehrere Orte des interreligiösen Dialogs. Bei einem Treffen mit muslimischen Würdenträgern im Apostolischen Vikariat Mongo im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes unterstrich der Erzbischof: „Die Fähigkeit der Christen und Muslime, sich auszutauschen, über ihren Glauben zu sprechen und aufkommende Konflikte zu entschärfen, bildet die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben im Land.“ Die vielen von der Kirche gegründeten interreligiösen Initiativen, zum Beispiel das „Centre al Mouna“ und die Einrichtung „Tente d’Abraham“ bezeugten den Einsatz der Kirche im Tschad für den gesellschaftlichen Frieden zwischen Muslimen und Christen. Als Vorreiter des christlich-islamischen Dialogs betonte der Apostolische Vikar von Mongo, Bischof Henri Coudray: „Die Christen sind auf einer Pilgerschaft des Friedens“; er fügte in Anlehnung an Sure 48, Vers 5 auf Arabisch hinzu: „Wenn Gott gewollt hätte, hätte er eine Gemeinschaft von Gläubigen gebildet.“

Erzbischof Schick informierte sich auch in der Deutschen Botschaft sowie in der Apostolischen Nuntiatur über die aktuellen politischen Herausforderungen im Tschad. Des Weiteren führte er Gespräche mit Vertretern der deutschen „Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) und mit lokalen Menschenrechtsaktivisten über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Land und die Situation der Religionsfreiheit. Zum Abschluss fasste Erzbischof Schick die Eindrücke seiner Reise beim Besuch einer von Misereor unterstützten christlich-muslimischen Schule im Umkreis der Stadt Baro zusammen: „Bildung ist das A und O für die Verbesserung der Lebensverhältnisse und ein friedliches Zusammenleben. Wo Bildung wächst, kann Zukunft gedeihen.“

Spitzengespräch von Bündnis 90/Die Grünen und der Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx und der Bundesvorstand von Bündnis 90/ Die Grünen mit Dr. Robert Habeck haben sich heute (Freitag, 14. Juni 2019) zu einem politischen Austausch in Berlin getroffen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, einer werteorientierten Politik und der Veränderung der partei-politischen Landschaft in Deutschland.

Lange und konkret besprachen die Teilnehmer Themen der Sozialpolitik. Es herrschte große Übereinstimmung, dass gesellschaftliche Prozesse kein Selbstzweck sind, sondern stets in sozialer Verantwortung zu geschehen hätten. Märkte müssten den Menschen dienen, nicht umgekehrt, stellten die Teilnehmer fest. In einem Wort der Deutschen Bischofskonferenz heißt es: „Denn letztlich ist der Mensch Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen.“ Der neue Entwurf zum Grundsatzprogramm der Grünen beginnt mit dem Satz „Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit“. Ausgehend von dieser Schnittmenge stellten die Gesprächsteilnehmer fest, dass die Politik einen weiten Begriff von sozialer Gerechtigkeit entwickeln muss, der auf die Teilhabe von Menschen zielt. Er schließt Bildung, den öffentlichen Raum und seine Institutionen, Mobilität und Kultur mit ein. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass zu den großen sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit die Bekämpfung von Kinderarmut, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Ausbau der Pflege sowie die Bekämpfung von Wohnungsnot ebenso gehören wie die Bekämpfung des Klimawandels als eine der Kernfragen einer global gerechteren Gesellschaft.

Insgesamt war das Gespräch geprägt von dem Respekt vor den jeweiligen Wertepositionen. Für die Bischofskonferenz wie für die Grünen steht fest, dass die offene Gesellschaft und ihre Form, die freiheitliche Demokratie, verteidigt und gestärkt werden muss. Das Menschenbild der katholischen Soziallehre und ein aufgeklärter Humanismus machen dies zu einer gemeinsamen Aufgabe.

Am Gespräch nahmen von Seiten Bündnis 90/Die Grünen neben Dr. Robert Habeck der Politische Bundesgeschäftsführer, Michael Kellner, und der Bundesschatzmeister, Marc Urbatsch, teil. Von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz gehörten neben Kardinal Reinhard Marx zur Delegation: Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Bonn), der Leiter des Katholischen Büros, Prälat Dr. Karl Jüsten (Berlin), und die stellvertretende Leiterin des Katholischen Büros, Katharina Jestaedt (Berlin). Das letzte Treffen dieser Art fand am 28. Januar 2015 in Berlin statt.

Hinweis:
Ein Pressefoto von der Begegnung ist unterhalb dieser Pressemitteilung als Download verfügbar. Copyright: Deutsche Bischofskonferenz/Kopp

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zum Populismus

Unter dem Titel „Dem Populismus widerstehen. Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen“ veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag, 25. Juni 2019, in Berlin eine Arbeitshilfe, die sich mit dem Phänomen des Populismus auseinandersetzt. Sie ist – auf der Grundlage von Vorarbeiten einer Autorengruppe – im Zusammenwirken der Migrationskommission und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Deutschen Kommission Justitia et Pax entstanden. Die Arbeitshilfe soll Gemeinden, kirchlichen Verbänden und Gruppen dazu dienen, sich mit Fragen des Populismus auseinanderzusetzen, vor allem mit rechtspopulistischen Tendenzen, die derzeit in Deutschland und Europa eine besondere Herausforderung darstellen. Die grafisch gestaltete Arbeitshilfe gibt als Expertentext Anregungen für Diskussionen und Aktivitäten, vermittelt Hintergrundinformationen und Argumente und stellt beispielhafte kirchliche Initiativen sowie pastorale Anregungen vor. Ein Beweggrund für die Erstellung der Arbeitshilfe lag in wiederholt geäußerten Erwartungen einer stärkeren Unterstützung von Gemeinden und Gruppen, die sich mit rechtspopulistischen Tendenzen konfrontiert sehen.

Die Vertreter der Medien sind zu einer Pressekonferenz eingeladen am

Dienstag, 25. Juni 2019,
um 13.00 Uhr
in der Katholischen Akademie in Berlin
(Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin).


Dort wird die Arbeitshilfe vorgestellt von

  • Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax.

Im Anschluss an die Pressekonferenz findet am gleichen Ort um 13.45 Uhr eine öffentliche Podiumsveranstaltung statt. Dabei soll erörtert werden: Überzeugt die kritische Analyse des (Rechts-)Populismus, die in der Arbeitshilfe vorgelegt wird? Gibt der Text den Kirchengemeinden und interessierten Christen hilfreiche Argumente an die Hand, um in Auseinandersetzungen vor Ort bestehen zu können? Bietet er Christen, die rechtspopulistischen Tendenzen zuneigen, Anknüpfungspunkte für ein seriöses Gespräch? An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

  • Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin,
  • Bettina Jarasch, Abgeordnetenhaus Berlin (Bündnis90/Die Grünen),
  • Prof. em. Dr. Werner Patzelt, TU Dresden,
  • Dr. Siegfried Grillmeyer, Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche Bayern (Nürnberg).

Auch dazu sind die Kolleginnen und Kollegen der Medien herzlich eingeladen. Wir bitten um eine formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbkdbk.dbkde.

Spitzentreffen von Bündnis 90/Die Grünen und der Deutschen Bischofskonferenz

Spitzenvertreter von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz treffen sich am kommenden Freitag (14. Juni 2019) um 14.00 Uhr im Katholischen Büro in Berlin zu einem Spitzengespräch. Die Delegationen werden vom Vorsitzenden des Bundesvorstands, Dr. Robert Habeck, und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, geleitet.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zu Auftaktbildern eingeladen. Treffpunkt dazu ist am 14. Juni 2019 um 13.45 Uhr im Foyer des Katholischen Büros (Hannoversche Straße 5, Berlin). Eine Anmeldung per E-Mail an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (pressestelle(at)dbk.de) ist notwendig



Reise von Erzbischof Schick in den Tschad

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), bricht heute (11. Juni 2019) zu einem viertägigen Solidaritätsbesuch in den Tschad auf. Die Reise ist Teil der von der Deutschen Bischofskonferenz seit einer Reihe von Jahren durchgeführten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. In diesem Jahr steht die nordafrikanische Sahel-Region im Fokus der Initiative.

Der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Unzureichende Gesundheitsvorsorge, schlechte Bildungschancen und hohe Arbeitslosigkeit (77 Prozent) sowie zunehmende Dürre und die Ausbreitung der Wüste bestimmen das Leben der Gesellschaft und führen immer wieder zu Konflikten der Ethnien und Gruppen um die eng begrenzten Ressourcen. Seit einigen Jahren nimmt auch ein radikalisierter Islam zunehmend Einfluss auf die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und gefährdet das Zusammenleben zwischen den Religionen. In dieser Situation stellt der Frieden zwischen Christen und Muslimen eine zentrale Voraussetzung für die zukunftsorientierte Entwicklung des Landes dar. Während seines Solidaritätsbesuchs wird Erzbischof Schick die Lebenswirklichkeit des Landes in den Blick nehmen, sich über die Situation der christlichen Minderheit informieren und sich dem vor Ort geführten Dialog zwischen Muslimen und Christen widmen.

Erzbischof Schick trifft auf seiner Reise mit den Gläubigen und offiziellen Vertretern der katholischen Kirche zusammen. In Gesprächen mit dem Erzbischof von N’Djaména, Édmond Djitangar, und dem Apostolischen Vikar von Mongo, Bischof Henri Coudray, wird er die Lage der Katholiken im Land erörtern. Daneben steht der Besuch verschiedener Institutionen des interreligiösen Dialogs und von Bildungseinrichtungen der Orden auf dem Programm. Erzbischof Schick wird auch mit Vertretern des örtlichen Islam zusammentreffen und eine christlich-muslimische Grundschule besuchen, um Praxiseinblicke in die Bemühungen beider Religionsgemeinschaften um Dialog und Frieden zu gewinnen. Darüber hinaus sind Gespräche mit der deutschen Botschaft sowie mit der Apostolischen Nuntiatur vorgesehen.

Hintergrund zur Lage im Tschad
Der Tschad ist eines der ärmsten Länder weltweit. Bedingt durch seine geografische Lage und den Klimawandel bedrohen regelmäßig Dürren die ohnehin fragilen Lebensgrundlagen der Menschen. Im Land leben ca. 120 ethnische Gruppen. Der trockene Norden wird mehrheitlich von nomadischen, muslimisch-arabisch geprägten Gruppen dominiert, während im fruchtbaren Süden sesshafte, afrikanisch-christliche Bauern leben. Insgesamt sind 58 Prozent der Gesamtbevölkerung Muslime und 35 Prozent Christen, davon 18,5 Prozent Katholiken. Neben den Spannungen zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sind Ressourcenkonflikte zwischen Sesshaften und Nomaden um den Zugang zu den fruchtbaren Böden des Landes Grund für Konflikte.

Als Antwort auf den Einsatz tschadischer Truppen gegen die terroristische Gruppe Boko Haram in Nigeria kam es seit dem Frühjahr 2015 vermehrt zu Selbstmordattentaten auf dem Staatsgebiet des Tschad. Zunehmend suchen Flüchtlinge aus den Nachbarländern Nigeria, Zentralafrikanische Republik und Sudan Schutz im Land. Gleichzeitig ist der Tschad ein wichtiges Transitland für die Flucht nach Europa.

Hinweis:
Kürzere Interviews mit Erzbischof Schick sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).

Kardinal Marx: Synodaler Weg führt neu in ein Pfingsten

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat zu Pfingsten für den synodalen Weg der Kirche geworben. „Es ist der synodale Weg, der die Kirche neu in ein Pfingsten hineinführt“, sagte Kardinal Marx am Pfingstsonntag (9. Juni 2019) in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom. „Nur dann kann die Kirche Beispiel für die Welt sein, wie respektvoll in der Kraft des Geistes ein einmütiges Miteinander geht.“

„Wie schön wäre es, wenn Kirche in diesen Zeiten ein solches Zeichen gäbe“, so der Kardinal weiter. Miteinander reden und einander verstehen zu können, seien zwei der großen menschlichen Gaben. In diesem Sinne sei das Pfingstfest ein „Fest der gelungenen Kommunikation“. Oft aber gelinge Kommunikation nicht, auch nicht in der Kirche. „Ich bin nicht immer glücklich über die Kommunikation der Kirche, auch über mich selber nicht“, sagte Kardinal Marx. Umso wichtiger sei der synodale Weg der Kirche, bei dem es darum gehe, das Volk Gottes zu hören. „Wir wollen aufeinander hören mit Respekt und die Sorgen des anderen hören.“ Schon der Heilige Paulus habe gesagt, dass allen der Geist Gottes gegeben ist. In dieser Tradition gelte es für die Kirche voranzugehen.

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising

Spitzengespräch der Kultusministerkonferenz mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland

Aktuelle Schul- und Hochschulthemen hat die Kultusministerkonferenz (KMK) mit den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie weiteren Vertretern besprochen. Das Gespräch fand am 7. Juni 2019 im Rahmen der 366. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz in Wiesbaden statt.

Zentrale Inhalte im ersten Teil des Gesprächs waren der Religionsunterricht, die Förderung der Schulen in kirchlicher Trägerschaft und der Umgang mit religiöser Pluralität im Schulleben. Die Gesprächsteilnehmer würdigten die Bedeutung des Religionsunterrichts in einer religiös und weltanschaulich pluralen Schule und Gesellschaft und bekräftigten ihre gemeinsame Verantwortung für das Fach. „Wir schätzen das Engagement der Kirchen für den Religionsunterricht und sehen uns in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Fach auch entsprechend der Stundentafel erteilt wird“, resümierte der Präsident der KMK, Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.

„Die Bewältigung der mit der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt verbundenen Aufgaben reicht über den Religionsunterricht hinaus“, erklärte der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und fügte hinzu: „Sie berührt immer auch die Fragen und Formen gelebter Religion im Schulleben, in der Schulentwicklung und im Schulprofil. In diesem Zusammenhang wird der Streit, wie weit die Religionsfreiheit in der Schule reichen soll – so nehmen wir es wahr –, deutlich schärfer.“ Mit Sorge betrachten die Kirchen auch die Zunahme antisemitischer und anderer religionsfeindlicher Übergriffe in Schulen. „Deshalb unterstützen wir alle Anstrengungen“, so der Ratsvorsitzende, „eine Schulkultur zu fördern, die von der Achtung vor der Würde jedes Menschen, von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt ist.“

Ein wichtiger Gesprächspunkt war die Förderung der Schulen in freier Trägerschaft. Die Kirchen hoben hervor, dass kirchliche Schulen sich als gemeinwohlorientierte Schulen verstehen. Kirchliche Schulträger beteiligen sich an der gesellschaftlichen Gesamtverantwortung für Kinder und Jugendliche und sehen sich in besonderer Weise dem grundgesetzlichen Verbot einer Sonderung nach Besitzverhältnissen verpflichtet. Dieses von den Eltern geschätzte Bildungsengagement der Kirchen benötige aber auch staatliche Unterstützung.

Im Blick auf den Hochschulbereich würdigten die Gesprächsteilnehmer, dass sich die theologischen Fakultäten und Institute aktiv an interdisziplinären Forschungsprojekten und der Entwicklung von fächerübergreifenden Studiengängen beteiligen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verwies darauf, „dass die Theologien einen originären Beitrag zu Forschung und Lehre leisten, der durch andere Wissenschaften nicht ersetzt werden kann“, und fügte hinzu: „Über die theologische Ausbildung für kirchliche Berufe (Pfarramt, pastoraler Dienst, Religionsunterricht) hinaus haben sich die theologischen Fakultäten und Institute als Forschungseinrichtungen profiliert.“

Zudem teilen die Gesprächspartner die Sorge, dass im Kontext von „alternativen Fakten und Wahrheiten“ in Teilen der Gesellschaft und der Öffentlichkeit Universitäten und Wissenschaften als solche infrage gestellt werden.

Ferner fand ein breiter Austausch über die derzeit angespannte Situation von Religionsgemeinschaften an deutschen Hochschulen statt. Die Kirchen erinnerten an die grundgesetzlich verankerte positive Religionsfreiheit und warben für eine differenzierte Handhabung im Umgang mit Religionsausübung auf dem Campus. „Religion als möglicher integrativer Teil universitären Lebens hat eine hohe Bedeutung“, so Kardinal Marx, und „braucht – wörtlich und übertragen – Raum in der Lebenswelt der Studierenden.“ Die universitäre Diskussion über Fragen der Religiosität helfe aus Sicht der Kirchen, bestehende Vorbehalte abzubauen. Die Kirchen werden sich für einen von Respekt und Dialogbereitschaft bestimmten Umgang mit der religiösen Vielfalt an den Hochschulen einsetzen.

Es wurde vereinbart, die regelmäßigen Gespräche fortzusetzen.

An dem Gespräch nahmen von katholischer Seite neben Kardinal Reinhard Marx unter anderem teil: Erzbischof Hans-Josef Becker (Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule), Weihbischof Dr. Christoph Hegge (stv. Vorsitzender der Kommission für Wissenschaft und Kultur), P. Prof. Dr. Joachim Schmiedl ISch (Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages), Prof. Dr. Ansgar Hense (Leiter des Instituts für Staatskirchenrecht) sowie Prof. Dr. Birgit Aschmann (Mitglied des Hauptausschusses des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ZdK).

Vonseiten der evangelischen Kirche nahmen neben Landesbischof Dr. Heinrich
Bedford-Strohm unter anderem teil: Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt (Mitglied des Rates der EKD), Dr. Volker Jung (Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau), Prof. Dr. Helmut Schwier (stv. Vorsitzender des Evangelisch-theologischen Fakultätentages) und Prof. Dr. Annette Scheunpflug (Vorsitzende der Kammer der EKD für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend).

Vonseiten der KMK nahmen neben Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz unter anderem teil: Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig (Vizepräsidentin der KMK), Ministerin Britta Ernst (Vizepräsidentin der KMK), Minister Helmut Holter (Vizepräsident der KMK), Ministerin Dr. Susanne Eisenmann (Präsidiumsmitglied) sowie Senator Ties Rabe (Präsidiumsmitglied).

Bischöfe rufen zu Spenden für die Renovabis-Pfingstaktion 2019 auf

Am Pfingstsonntag (9. Juni 2019) wird die Kollekte in den Kirchengemeinden für die Aktion Renovabis gehalten. Die diesjährige Pfingstaktion des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks steht unter dem Leitwort „Lernen ist Leben – Bildungsarbeit im Osten Europas“.

In einem Aufruf zur Kollekte erinnern die deutschen Bischöfe an die schwierige Lebenssituation der Bevölkerung in den früheren kommunistischen Staaten Osteuropas. „Viele Menschen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sehen nur wenige Chancen für ihre Zukunft. Bildungsmaßnahmen unterschiedlichster Art leisten einen Beitrag dazu, dass sie ihr Leben aktiv gestalten und ihre Gesellschaft zum Positiven verändern können“, so die Bischöfe in ihrem Kollektenaufruf. Lernen helfe, den eigenen Horizont zu weiten und das Herz für Neues zu öffnen. Das geschehe nicht nur in der Schule, sondern ein Leben lang.

Vor diesem Hintergrund sind Renovabis Projekte im Bildungsbereich besonders wichtig. Diese setzen bereits bei der Förderung von Kindergärten ein. Schwerpunkte liegen bei der Weiterentwicklung des katholischen Schulwesens und bei der Verbesserung beruflicher Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Ebenso unterstützt Renovabis Katechese, kirchliche Jugendarbeit und Erwachsenenbildung.


Hintergrund

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Sie wurde 1993 gegründet und will den Menschen in den ehemals kommunistischen Ländern bei der Erneuerung von Gesellschaft und Kirche helfen. Zu diesem Zweck findet einmal jährlich (Pfingstsonntag) eine Kollekte in allen katholischen Kirchen Deutschlands statt.

Den Aufruf der deutschen Bischöfe finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Aufrufe der deutschen Bischöfe. Weitere Hintergründe und Fakten zur Renovabis-Pfingstaktion sind unter www.renovabis.de verfügbar.

Cusanuswerk erhält Auszeichnung EFQM Recognised for Excellence – 4 Star

Für die herausragende Qualität der Prozesse und Leistungen sowie für die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Organisationsstruktur hat die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V. (ILEP) der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk heute das Zertifikat Recognised for Excellence – 4 Star verliehen. ILEP ist der deutsche Partner der European Foundation for Quality Management (EFQM). In einem Assessment sind Kriterien wie Strategie und Führung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dienstleistungen, aber ebenso die gesellschaftsbezogenen Ergebnisse evaluiert worden.

Die Bischöfliche Studienförderung sieht die Auszeichnung auch im Kontext zu Empfehlungen, die auf der Grundlage der sogenannten ‚Kirchenaustrittsstudie‘ des Bistums Essen formuliert wurden: Man müsse, so die Herausgeber der Studie, erstens die Qualität von kirchlichen Dienstleistungen verbessern, zweitens das Mitgliedermanagement optimieren und drittens das kirchliche Image pflegen. Außerdem sei es in besonderer Weise notwendig, sich um diejenige Gruppe zu kümmern, die sich am stärksten von der Kirche abwende: die 25- bis 35-Jährigen. „Diese Empfehlungen weisen eine hohe Kongruenz zu den strategischen Schwerpunkten auf, die das Cusanuswerk seit einigen Jahren verfolgt: Qualität sichern, Vernetzung fördern, Profil stärken. Dass unsere Bemühungen in diesen Bereichen fruchten, zeigt auch die heutige Auszeichnung der EFQM“, so der Generalsekretär des Cusanuswerks, Dr. Thomas Scheidtweiler. Der Leiter des Cusanuswerks, Prof. Dr. Georg Braungart, betont, dass „so die Zukunft der cusanischen Idee gesichert wird, wie sie in unserem Leitbild fixiert ist: herausragend begabte junge Menschen fördern, einander in Achtung und Vertrauen begegnen, Räume der Freiheit schaffen, Austausch pflegen, der Kirche und der Welt dienen.“ Das Cusanuswerk habe „die Zukunft der Kirche im Blick“, so Prof. Braungart; dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der im Mai veröffentlichten Mitglieder- und Kirchensteuerprojektion der Universität Freiburg relevant.

Das Cusanuswerk hat sich im Jahr 2014 EFQM angeschlossen und wurde im darauffolgenden Jahr gleich mit Committed to Excellence – 2 Star ausgezeichnet. Der Geschäftsführer von ILEP, Dr. André Moll, der die aktuelle Begutachtung durchführte, zeigte sich beeindruckt von den Leistungen, die das Cusanuswerk erbringt: „Gerade einer Einrichtung im Bildungsbereich steht es gut an, sich selbst als erfolgreich lernende Organisation unter Beweis zu stellen – und das hat das Cusanuswerk auf eindrucksvolle Weise getan. Ein Sprung von Level 2 auf Level 4 in weniger als vier Jahren ist auch im Vergleich zu besonders ambitionierten Organisationen eine sehr hohe Entwicklungsgeschwindigkeit.“


Hintergrund

EFQM ist neben ISO 9001 das führende Qualitätsmanagementsystem in Europa. 30.000 Organisationen haben sich EFQM angeschlossen. Mit der Auszeichnung Recognised for Excellence – 4 Star gehört das Cusanuswerk zur Spitzengruppe der 25 Prozent besten EFQM-zertifizierten Unternehmen und Einrichtungen.
Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk seit seiner Gründung im Jahr 1956 bereits mehr als 10.000 katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell.

Abschluss der Jahrestagung der Konferenz Weltkirche und Mission 2019

Die Begrenzung des Klimawandels und die gerechte Verteilung der Folgekosten waren Themen der diesjährigen Jahrestagung Weltkirche und Mission vom 27. bis 29. Mai 2019. Rund 140 Vertreter der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland und Gäste aus der Amazonasregion in Brasilien, aus dem Senegal sowie aus europäischen Ländern nahmen an der Tagung in Würzburg teil.

Trotz aller gegenläufigen Anstrengungen steigt der Ausstoß von Treibhausgasen. Um die Erderwärmung auf 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, bleiben dem wissenschaftlichen Konsens gemäß nur wenige Jahre. Der Ozeanforscher und Meteorologe Prof. Dr. Mojib Latif erläuterte in seinem Eröffnungsreferat aktuelle Klimadaten und wies darauf hin, dass viele Menschen „die Folgen der Klimakrise stark spüren, viele Ökosysteme ihre Funktionsfähigkeit verlieren, der Meeresspiegel steigt und in vielen Regionen dieser Erde Trinkwasser und landwirtschaftlich nutzbare Fläche knapper werden“. Die ehemalige Umweltministerin und Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendriks betonte im Anschluss: „Es ist außerordentlich wichtig, das Langfristziel des Pariser Abkommens zu erreichen. Alle Länder müssen ihre Anstrengungen dafür deutlich verstärken.“ Bischof Johannes Bahlmann OFM (Obidos/Brasilien) wies darauf hin, dass die aktuelle Klimakrise nicht nur eine ökologische, sondern gleichzeitig eine soziale, kulturelle, ökonomische und politische Krise sei. Obwohl es in weiten Gesellschaften Widerstand gegen Veränderungen gebe, sei ein grundlegender Systemwandel unverzichtbar, so der Bischof weiter. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, verwies auf die bisherigen Klimaschutzmaßnamen der deutschen Diözesen: „Wir tun bereits einiges, können aber noch deutlich mehr tun.“ Er forderte, dass die Kirche durch ihr eigenes Wirtschaften zur Vorreiterin werde. Neue Wege zu einer gerechteren Gesellschaft sollten erprobt werden, um zu zeigen, dass ein klimagerechtes gesellschaftliches Umsteuern möglich sei. „Die Kirche kann ihre Erfahrungen aus ihrem Einsatz für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einbringen und so die Forderungen der päpstliche Umweltenzyklika Laudato si’ konkret werden lassen.“

Insgesamt sprachen sich die Tagungsteilnehmer für eine „Postwachstumsgesellschaft“ aus und plädierten damit für die Überwindung einer Gesellschaftsperspektive, die ihre Stärke ausschließlich an Steigerungsraten des Bruttoinlandsprodukts bemisst. Eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema wurde angemahnt, um einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über die Ziele und den Weg des klimagerechten gesellschaftlichen Umbaus zu erarbeiten.

Hintergrund

Veranstalter der Jahrestagung ist die „Konferenz Weltkirche“, in der die Deutsche Bischofskonferenz, die deutschen (Erz-)Bistümer, die Hilfswerke, die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), die katholischen Verbände, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und andere weltkirchlich tätige Einrichtungen zusammenarbeiten.

Auftaktveranstaltung Anerkennung/Entschädigung

Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre fortzuentwickeln. Das Verfahren selbst wurde im März 2011 etabliert. Diese Fortentwicklung hat gestern (27. Mai 2019) mit einem Experten-Workshop in Bonn begonnen, zu dem der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), eingeladen hatte.
 
Ziel des Workshops war es, Impulse zu Bedingungen, An- und Herausforderungen einer gelingenden Anerkennung/Entschädigung in den aktuellen Prozess zu geben.
 
An dem Workshop nahmen 28 fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft teil, hierzu gehörten Betroffene, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung sowie staatlichen und kirchlichen Stellen. In der Debatte ging es um die Frage: Was ist die Voraussetzung, damit Anerkennung bzw. Entschädigung gelingt? Mit den Fragen: Wie sollten Anerkennung oder Entschädigung aussehen, wurden Begrifflichkeiten voneinander abgegrenzt und Spezifika herausgearbeitet. Schließlich ging es darum zu überlegen, wie ein angemessenes Verfahren aussehen sollte. In der Diskussion wurden als wesentliche Aspekte eines gelingenden Verfahrens die Aufarbeitung der institutionellen Verantwortung und die Haltung der Verantwortungsträger hervorgehoben.
 
Weihbischof Ansgar Puff (Köln), Mitglied der bischöflichen Arbeitsgruppe für Kinder- und Jugendschutz der Deutschen Bischofskonferenz, der als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an dem Workshop teilnahm, betonte zum Abschluss der Beratungen, dass die Ergebnisse den Bischöfen vorgelegt werden. Ein Treffen mit den diözesanen Ansprechpartner zu diesem Thema Anfang Juli sowie eine Befragung von Betroffenen und am  Verfahren beteiligten Personen zur Akzeptanz und zur Zufriedenheit sind in Planung. Die Ergebnisse sollen Grundlage der Weiterentwicklung des Verfahrens in der zweiten Jahreshälfte sein.
 

Hintergrund

Das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung erlittenen Leids wurde 2011 eingeführt und mit ihm eine Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) beim Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet. Ziel des Verfahrens ist es, Menschen, die Opfer eines sexuellen Missbrauchs wurden, auch in materieller Form Anerkennung zukommen zu lassen. Von Beginn an hat sich die Deutsche Ordensobernkonferenz und damit die in ihr organisierten Ordensgemeinschaften an der Entwicklung, Einführung und Durchführung des Verfahrens beteiligt. Sie sind auch in die aktuellen Prozesse und Überlegungen einbezogen. Weitere Informationen sind auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.

Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale

Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben heute
(25. Mai 2019) vor dem DFB-Pokalfinale gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Fußballbundes (DFB), Fans und freiwilligen Helfern in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin unter dem Thema „Beten für den Sieg?“ einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert.

Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, führte in das Leitthema des Gottesdienstes mit der dem Mönchsvater Benedikt zugeschriebenen Regel „Ora et labora!“ – „Bete und arbeite!“ ein. Gleichzeitig erinnerte er auch an die bekannten Worte „Panem et circenses“ – „Brot und Spiele“, die eine Art Lebensprinzip beschreiben, um das römische Volk seit der Zeit der Antike bei Laune zu halten. Nach den Worten von Weihbischof Peters könnte die Mischung aus beiden so etwas wie die Corporate Identity der Menschen heute sein. „Arbeiten, nicht bloß im Sinne des Malochens, sondern Offensein für spirituelle Erfahrungen und eine Freizeitkultur, die in uns die Freude am Spiel wachhält. Das erleben wir wieder heute, wenn wir uns zusammen mit Zigtausenden am Pokalfinale im Olympiastadion hier in Berlin erfreuen dürfen. Gott gönnt uns all das, davon bin ich überzeugt“, so Weihbischof Peters. Er fügte hinzu: „Darum können wir mit dem Psalmisten und unseren evangelischen Brüdern und Schwestern beten, die morgen den Sonntag Rogate – Betet! – begehen: ‚Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet‘ (Ps 66,20).“

In seiner Predigt machte der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (Darmstadt) deutlich, das Gebet bedeute, vor Gott sein Herz zu öffnen, „für das, was einen im Innersten bewegt und um Begleitung durch Gott zu bitten“. Dort hätten auch Wünsche und Sehnsüchte ihren Platz – auch die Bitte um einen Sieg im Sport. Zum Gebet gehöre aber auch immer, die eigenen Wünsche „wirklich Gott anzuvertrauen und es Gott zu überlassen, was daraus wird“. Jung betonte: „Gott ist keine gute Fee, die einfach Wünsche erfüllt.“ Vielmehr gehe es darum, im Gebet auch auf Gott zu hören. Mit dem Gebet stellten sich Menschen in einen größeren Zusammenhang, der über die Welt hinausreiche. So würden Sportler etwa darum beten, Kraft zu bekommen, eine gute Leistung bringen zu können. Oder auch darum, nicht verletzt zu werden und den Gegner nicht zu verletzen. „Gott ist Gott. Und wenn es heißt: Bittet, so wird euch gegeben, dann heißt das nicht, dass Gott alles erfüllt. Aber es ist die Ansage, dass Gott unser geöffnetes Herz füllen wird – mit dem, was uns hilft, einen guten Weg zu finden und zu gehen.“

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius und DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg sowie Fanvertreter von RB Leipzig und FC Bayern München und die Sportseelsorger von EKD und Deutscher Bischofskonferenz mitgewirkt. Der Einladung zum ökumenischen Gottesdienst folgten zahlreiche Fußballfans.


Hinweis:

Die Predigt von Kirchenpräsident Dr. Volker Jung ist unterstehend als pdf-Datei verfügbar.

Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen beendet Reise nach Äthiopien

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), hat heute (25. Mai 2019) seine Reise nach Äthiopien beendet. Seit Montag (20. Mai 2019) war er in dem ostafrikanischen Land, um sich über die Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zu informieren.

Während seines fünftägigen Aufenthalts hatte Erzbischof Heße Gelegenheit, in zwei Flüchtlingslagern die Lebenssituation von Flüchtlingen kennenzulernen: im Jewi Camp in Gambella, das etwa 62.000 südsudanesischen Schutzsuchenden Zuflucht gewährt, und im nordäthiopischen Lager Mai Aini, wo über 20.000 Flüchtlinge aus Eritrea leben. Der Besuch beider Lager wurde vom äthiopischen Flüchtlingsamt ARRA und vom Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR begleitet.

Um Spannungen zu mindern, versuchen der äthiopische Staat und die vor Ort tätigen internationalen Organisationen, in Hilfsprojekte für Lagerbewohner auch die lokale Bevölkerung einzubeziehen. „Wenn die einheimische Bevölkerung sich gegenüber den Flüchtlingen benachteiligt fühlt, entstehen schnell Konflikte und die Flüchtlingsarbeit gerät in Misskredit. Mehr noch: Flüchtlingsprogramme können nur dann auch zu einem entwicklungspolitischen Erfolg werden, wenn sie auf ganze Städte und Regionen ausgerichtet sind“, so Erzbischof Heße.

Die katholische Kirche setzt sich in Äthiopien sowohl pastoral als auch caritativ für die Belange der Flüchtlinge ein. Während in Gambella vor allem die Salesianer Don Boscos aktiv sind, gibt es in Mai Aini mehrere Projekte des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Wesentliche Beiträge leisten auch die jeweiligen Bistümer. Erzbischof Heße zeigte sich von diesem Engagement beeindruckt: „Die Katholiken bilden nur knapp ein Prozent der äthiopischen Bevölkerung. Aber in der Flüchtlingsarbeit, im sozialen Bereich und in der Bildung ist die Kirche einer der wichtigsten gesellschaftlichen Akteure.“

Im Lager Mai Aini feierte Erzbischof Heße eine Heilige Messe mit katholischen Flüchtlingen aus Eritrea, in Gambella betete er mit zahlreichen südsudanesischen Geflüchteten in einer Kirche, deren Bau von Missio ermöglicht wurde. „Die Glaubenskraft dieser Menschen hat mich tief berührt. Ein Priester von hier sagte mir: Die Flüchtlinge haben alles verloren - außer ihren Glauben. Davon habe ich in diesen Tagen etwas gespürt.“

Neben etwa einer Million Flüchtlinge aus Nachbarländern wird die Lage in Äthiopien durch inzwischen ca. drei Millionen Binnenvertriebene erschwert, in erster Linie Opfer ethnischer Konflikte, die in letzter Zeit deutlich zugenommen haben. In der Nähe von Gondar besuchte Erzbischof Heße gemeinsam mit Bischof Lisane-Christos Semahun (Eparchie Bahir Dar-Dessie) ein provisorisches Lager für Binnenvertriebene sowie eine von Ordensschwestern betriebene Bildungs- und Sozialeinrichtung, die vor allem jungen Geflüchteten zugute kommt. „Der gegenseitige Hass verschiedener Stämme und Gruppen hat dramatische Ausmaße angenommen. Der für Äthiopien prägende ethnische Föderalismus ist in die Krise geraten. Gleichzeitig habe ich im Gespräch mit ehemaligen Stipendiaten des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD) erfahren, dass es auch ermutigende Ansätze für ein neues gesellschaftliches Miteinander in Äthiopien gibt.“ Dazu gehört laut Erzbischof Heße nicht zuletzt die neu eingerichtete staatliche Versöhnungskommission, zu deren Vorsitzenden der katholische Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Souraphiel CM, ernannt wurde.

In Gesprächen mit dem Kardinal, der äthiopischen Entwicklungsministerin Fitsum Assefa Adela, der deutschen Botschafterin Brita Wagener sowie Vertretern der Afrikanischen Union und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erörterte Erzbischof Heße Perspektiven für die Überwindung der spannungsvollen Situation und einen humanitären Umgang mit Fluchtbewegungen. In diesem Zusammenhang ist auch die Umsetzung des Globalen Flüchtlingspakts in Äthiopien von Bedeutung. „In Äthiopien ist mir einmal mehr deutlich geworden, dass Migration und Flucht nicht bloß eine Herausforderung für einzelne Länder und Regionen darstellen. Sie fordern uns global heraus. Und gerade deshalb bedarf es auch globaler Lösungen. Europa darf Äthiopien nicht alleine lassen - ansonsten verrät es die Humanität. Wer sich der internationalen Zusammenarbeit in Migrationsfragen entzieht, handelt letztlich auch gegen seine eigenen Interessen“, erklärte Erzbischof Heße.

Wichtige Hinweise für Medienvertreter:
Alle Informationen zur Reise sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter Reise nach Äthiopien verfügbar.
Fotos der Reise in Druckqualität sind kostenfrei verfügbar. Link zur Foto-Auswahl: https://gallery.joernneumann.de/dbk_reise_aethiopien  
Die Copyright-Angabe ist: © Deutsche Bischofskonferenz/Jörn Neumann.

Grußwort von Weihbischof Rolf Steinhäuser zur Amtseinführung des neuen Bischofs und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, Bischof Serovpé Isakhanyan, am 24. Mai 2019 in Köln

Exzellenz, lieber Bischof Isakhanyan,

zu Ihrer Einführung als Bischof und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland gratuliere ich Ihnen im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und auch persönlich sehr herzlich. Ich darf Ihnen zu Ihrem neuen Amt die Glück- und Segenswünsche des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und meiner Mitbrüder in der Bischofskonferenz aussprechen.

Die Diözesan-Delegiertenversammlung der Armenischen Apostolischen Kirche hat mit Ihnen einen Geistlichen zum Oberhaupt gewählt, dem die kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse hierzulande seit fast einem Vierteljahrhundert aus eigenem Erleben bestens vertraut sind. Als langjähriger Gemeindepfarrer in verschiedenen Gemeinden in Deutschland und dann auch als Bischofsvikar Ihres verehrten Vorgängers, Erzbischof Karekin Bekdjian, haben Sie einen reichen Erfahrungsschatz gesammelt, der Ihnen bei der Erfüllung der vielen Aufgaben, die mit dem neuen Amt auf Sie zukommen, hilfreich sein wird. Sie bringen die besten Voraussetzungen mit, die Gläubigen Ihrer Kirche in der Diasporasituation, in der sie in Deutschland leben, zusammenzuhalten und ihren Glauben zu stärken.

In den vergangenen Jahren durften wir immer wieder erleben, dass das gute Miteinander der Kirchen und Konfessionen für Sie ein wirkliches Anliegen ist. Sie selbst haben gesagt, Ihr Herz schlage für eine lebendige Ökumene. Für die Deutsche Bischofskonferenz waren und sind Sie ein äußerst verlässlicher und hoch geschätzter Dialogpartner. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die guten Beziehungen zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland mit Ihnen als neuem Bischof weiterführen und ausbauen werden.

An Ihrer Bischofsweihe am 12. Mai 2019 in Etschmiadzin haben der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, und der stellvertretende Vorsitzende dieser Kommission, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, teilgenommen. Dies war ein schöner Ausdruck der geschwisterlichen Verbundenheit zwischen unseren Kirchen. Beide waren in Armenien auf Einladung Seiner Heiligkeit, des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier Karekin II. Die Gespräche, die Bischof Feige und Weihbischof Schwerdtfeger während ihrer Reise geführt haben, der Besuch christlicher Kulturstätten, die seit der Unabhängigkeit Armeniens als Zentren des Glaubens wiederbelebt werden, und nicht zuletzt das gemeinsame Gebet in der Gedenkstätte für die Opfer des Genozids in Yerevan werden uns auch hier in Deutschland einander näherbringen.

Es ist im Wesentlichen Ihrer Initiative zu verdanken, lieber Bischof Isakhanyan, dass die Kirchen in Deutschland am 23. April 2015 im Berliner Dom einen ökumenischen Gottesdienst im Gedenken an den 100. Jahrestag des Genozids an Armeniern, Aramäern, Assyrern und Pontos-Griechen gefeiert haben. Dieser Gottesdienst erinnerte an eine schreckliche Zeit in der Geschichte des armenischen Volkes. Aber er war zugleich eine große Stunde der Ökumene in Deutschland, in der Gläubige verschiedener Konfessionen und Herkunft gemeinsam der Opfer gedachten und Gott baten, Wege der Versöhnung zwischen den Nachkommen der Opfer und den Nachkommen der Täter zu zeigen und in der die Last der Vergangenheit nicht vergessen wird, in der sie aber ihre zerstörerische Kraft verliert.

Lieber Mitbruder! Für Ihren Dienst für die Kirche und für die Ihnen anvertrauten Gläubigen wünsche ich Ihnen viel Kraft und Mut. Möge Ihr Wirken unter dem Segen Gottes stehen, damit das Reich Gottes in dieser Welt weiter wächst. Und möge unser ökumenisches Bemühen mit der Hilfe Gottes dazu führen, dass die christlichen Kirchen mit ihren vielfältigen Traditionen immer mehr zusammenwachsen und sie zu der Einheit finden, die Christus will.

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2019 verliehen

Zum 30. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz heute (23. Mai 2019) den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt im Gebäude der Elbphilharmonie Hamburg übergaben der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) und Weihbischof Robert Brahm (Trier), Vorsitzender der Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises, die Preisträgerstatuette an den australischen Autor Steven Herrick und den deutschen Übersetzer Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn für ihren Jugendroman „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“. Steven Herrick erzählt darin die Geschichte des 14-jährigen Harry auf seinem Weg zum Erwachsenwerden, auf dem er auch mit dem frühen Tod der Mutter und einer guten Freundin konfrontiert wird. Die Jury hatte das Buch aus insgesamt 190 Titeln ausgewählt, die von 60 Verlagen eingereicht wurden.

In seiner Begrüßung hob Bischof Fürst die literarische Gestaltung des Romans hervor. Die Jury habe wieder ein außergewöhnliches Preisbuch ausgewählt: „Außergewöhnlich, da es selten Kinder- und Jugendbücher gibt, die in lyrischer Prosa verfasst sind.“ Das Buch verwehre sich einer strikten Chronologie. „Vielmehr setzen sich die einzelnen Episoden am Ende zu einem stimmigen Bild von Harrys Leben zusammen“, so Bischof Fürst weiter. Angesichts des Leides, das Harry erlebt, verwundere es nicht, dass sich der Junge auch mit der Frage nach Gott auseinandersetze: „Es war nicht Gott. Es war nicht Gott. Er war nicht da. Er war beschäftigt. Er war in einer anderen Stadt, meilenweit fort. Es war nicht Gott. Oder?“ Weihbischof Horst Eberlein (Hamburg) sagte in seinem Grußwort, er freue sich, dass dieser Literaturpreis in Hamburg vergeben werde: „Mit der Elbphilharmonie wurde ein würdiger, sehr passender Ort gewählt, um diesen Kulturpreis zu verleihen.“ Sie sei nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern für das Erzbistum auch ein Kulturpartner für Projekte – beispielsweise das Leseförderprogramm für Grundschüler, so Weihbischof Eberlein.

In ihrer Laudatio auf den Preisträger Steven Herrick lobte die österreichische Germanistin Dr. Heidi Lexe die Komposition des Buches. Die Art, wie Herrick seine Geschichte erzähle, zeige, dass die Hauptfigur die Splitter ihres Lebens erst in einen sinnstiftenden Zusammenhang bringen müsse. „Harry muss sich selbst und sein Leben erst begreifen; eine Notwendigkeit, die dem religiösen Begreifen unseres Daseins entspricht und damit auf die lebensweltliche Kraft von Kinder- und Jugendliteratur verweist“, so Lexe weiter.

Steven Herrick, der für sein Werk ein Preisgeld von 4.000 Euro erhält, bedankte sich bei der Jury und der Deutschen Bischofskonferenz für die Auszeichnung. Er hob die Besonderheit hervor, für junge Menschen zu schreiben: „Es ist ein großes Privileg, Schriftsteller für junge Menschen zu sein. Sie sind begeisterte und aufgeschlossene Leser. Trotz aller Gefahren und Schwierigkeiten, die wir älteren Generationen ihnen in den Weg gelegt haben, halte ich junge Menschen für eine optimistische und nachdenkliche Personengruppe.“

Auch Uwe-Michael Gutzschhahn, der den Preis schon zum zweiten Mal für eine Übersetzung sowie 1.000 Euro Preisgeld erhält, bedankte sich und beschrieb die Herausforderungen der Übersetzung von „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen”: „Die Versform zwingt dazu, alles Erzählte zu verknappen, zu verdichten, die Geschichte ganz auf die Bilder zu fokussieren. Die rhythmisierte Verssprache gibt die Melodie des Textes vor, in den hinein nicht jedes beliebige Wort passt, was im Deutschen noch viel größere Herausforderungen bedeutet, weil wir nun mal viel mehr Platz brauchen, viel längere, vielsilbige Wörter aneinander häufen als das Englische.”

Zum Autor
Steven Herrick wurde 1958 in Brisbane, Australien, als jüngstes von sieben Kindern geboren. Er studierte Literatur und arbeitet seit vielen Jahren als Schriftsteller insbesondere für Lyrik. Steven Herrick lebt mit seiner Frau in der australischen Stadt Katoomba in den Blue Mountains und hat zwei erwachsene Söhne. Das englische Original des Buches „by the river“ erschien bereits im Jahr 2004. Es erhielt zahlreiche Preise, darunter den Ethel Turner Prize for Books for Young Adults.

Zum Übersetzer
Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn, geboren 1952 in Langenberg/Rheinland, studierte Germanistik und Anglistik und lebt heute als Übersetzer, Herausgeber, Autor und Lektor in München. Im Jahr 2011 erhielt er den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis für die Übersetzung von „Einmal“ von Morris Gleitzman. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein übersetzerisches Gesamtwerk ausgezeichnet.


Hinweise:

Die Grußworte von Bischof Dr. Gebhard Fürst und Weihbischof Horst Eberlein, die Dankesworte von Steven Herrick und Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn sowie die Jurybegründung finden Sie unterstehend als pdf-Dateien. Weitere Informationen zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis, wie auch ein Video zum Preisbuch sind auf der Themenseite Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis verfügbar.

Zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz sind die Arbeitshilfe Nr. 304 „Preisbuch 2019 und empfohlene Bücher“ mit ausführlichen Rezensionen aller Titel sowie das Preisträgerplakat 2019 im Format DIN A1 erschienen. Beides kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder heruntergeladen werden.

Päpstliche Akademie für das Leben wirbt für bessere Sterbebegleitung

Die Päpstliche Akademie für das Leben (Vatikan) hat heute (23. Mai 2019) in Berlin das „PAL-LIFE – Weißbuch zur weltweiten Förderung der Palliativversorgung“ vorgestellt. Es wurde von Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt erarbeitet. In dem Weißbuch werden die wichtigsten Empfehlungen für alle gesellschaftlichen Gruppen vorgestellt, damit Palliativversorgung weiter entwickelt werden kann.Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, ist überzeugt, dass sich in der Palliativpflege ein zutiefst religiöses und auch positives Menschenbild ausdrücke: „Diese Sichtweise ist die eigentliche Seele und Stärke der Palliativversorgung. Daher ist es mir eine Freude, an dieser Stelle ein Weißbuch zu präsentieren, das an die katholischen Universitäten und Krankenhäuser der Welt geschickt werden wird, um die Kenntnis und Praxis der Palliativversorgung zu unterstützen.“ Erzbischof Paglia forderte die Förderung einer „palliativen Kultur“. Dabei gehe es zum einen darum, auf die Versuchungen der Euthanasie und der Tötung auf Verlangen angemessen zu reagieren. Zum anderen müsse man eine „Kultur der Sorge“ heranreifen lassen, „die es möglich macht, eine liebevolle Begleitung bis an die Schwelle des Todes anzubieten“. Erzbischof Paglia fügte hinzu: „Auch dort, wo keine Heilung möglich ist, können wir immer noch den Schmerz und das Leid lindern und uns dieses Menschen annehmen, der womöglich gerade die schwierigste Zeit seines Daseins durchlebt.“ Die Palliativversorgung habe maßgeblich zu einer Wiederentdeckung der ganzheitlichen Begleitung eines Kranken im Kontext der modernen Medizin beigetragen.

Bei der Vorstellung des Weißbuchs erklärte der Vorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Dr. Thomas Sitte: „Dieses Weißbuch repräsentiert den Konsens führender Experten aus der ganzen Welt. Das Weißbuch soll und kann eine praxisnahe Grundlage für alle Institutionen bilden, die in irgendeiner Form an der Gesundheitsversorgung beteiligt sind. Es ist ein Baustein, hierzu das notwendige, gut fundierte Wissen zu verbreiten, um ruhig und sachlich erklären zu können, dass wir geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung in Deutschland nicht zur Leidenslinderung brauchen.“

Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte das Weißbuch als entscheidenden Schritt in der Palliativarbeit. Als Kirche sei es ein vorrangiges Anliegen, dass Menschen in Würde sterben könnten. „Derzeit müssen wir ein Wiederaufflammen der Debatte um § 217 StGB erleben, in der die Selbsttötung als ein Grundrecht und die Beihilfe dazu als eine allgemein verfügbare Dienstleistung angesehen werden. Wenn so die Unantastbarkeit der Menschenwürde aufgegeben wird, betonen wir mit Nachdruck, was für uns ein Sterben in Würde bedeutet und wie wir es ermöglichen wollen“, so Bischof Bode. „Als Christen sind wir den Patienten nahe und geben sie nicht auf, auch wenn keine Aussicht auf medizinischen Erfolg mehr besteht; wir wollen ihnen bestmögliche Pflege zuteilwerden lassen und ihre Schmerzen lindern, ohne den Tod durch eine Behandlung im Übermaß hinauszuzögern und ohne ihn vorzeitig herbeizuführen.“ Es sei wichtig, dass schwer kranke und sterbende Menschen in all ihren Bedürfnissen – auch in ihren existenziellen Nöten – wahrgenommen würden. „Die palliative Fürsorge leistet all dies und ist damit die beste Antwort auf die Suizidwünsche kranker und hilfebedürftiger Menschen, die doch vor allem auf solidarischen Beistand und Zuwendung angewiesen sind. Sie nimmt vielen Patienten die Angst vor einem qualvollen Tod“, so Bischof Bode. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Bischof Bode würdigte auch die solidarische Sorge, die sich in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgebildet habe. Bei der Vorstellung des Weißbuchs sprach er sich für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sterbebegleitung aus. Dazu gehöre eine multiprofessionelle Zusammenarbeit der Seelsorge mit den Gesundheitsberufen, die gegenseitige Ergänzung von Haupt- und Ehrenamtlichen, ein fruchtbarer Diskurs mit Spiritual Care und besonders auch das Wiederentdecken der Sakramente der Kirche am Lebensende. Es sei ein großes Anliegen, „die Sakramente, die uns in der Kirche geschenkt wurden, den vielen Menschen, die zu ihnen keinen Zugang mehr haben, in neuer und sensibler Weise angeboten werden.“


Hintergrund zum Weißbuch und zur Päpstlichen Akademie für das Leben

Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliativversorgung ist nicht überall umgesetzt und bekannt. Der Vatikan gibt mit dem Weißbuch wichtige Empfehlungen, wie sich jede gesellschaftliche Gruppe dafür einbringen kann. Die Päpstliche Akademie engagiert sich damit für die verletzlichsten Menschen in der Gesellschaft. Ihnen kann durch die palliative Fürsorge die Angst vor einem qualvollen Sterben genommen werden. Die Basis der Versorgung ist ein Zusammenwirken der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Begleitung.

Das Weißbuch betont, dass alle Beteiligten des Gesundheitssystems mitverantwortlich sind, den Zugang zur Leidenslinderung und damit Palliativversorgung als Grundrecht der Patienten und ihrer Familien sicherzustellen. Jährlich leiden und sterben über 25 Millionen Menschen unter lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Krankheiten. Die große Mehrheit dieser Menschen lebt in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und hat keinerlei Zugang zu angemessener Leidenslinderung.

Regierungen und Gesundheitsversorger, gleich, ob sie religiös oder weltlich orientiert sind, können dieses Weißbuch als eine Checkliste einsetzen, die ihnen hilft, grundlegende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit die Sorge für die leidenden Patienten und deren Familien auch bei lebensbegrenzender Krankheit verbessert wird.

Das PAL-LIFE-Projekt geht auf eine Initiative des früheren Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe und der Deutschen PalliativStiftung anlässlich eines Besuches in Rom im Herbst 2016 zurück.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine international anerkannte
Definition für Palliative Care vorgenommen. Sie ist im Internet verfügbar unter https://www.who.int/cancer/palliative/definition/en. Im Weißbuch findet sich auch eine ausführliche deutsche Übersetzung.

Hinweise:

„PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ wurde zunächst auf Englisch veröffentlicht, die deutsche Übersetzung kann ab sofort von der Website www.pal-life.org heruntergeladen werden und ist für Multiplikatoren auch kostenlos erhältlich (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de oder info(at)palliativstiftung.de).

La Pontificia Accademia per la Vita promuove una cultura dell’accompagnamento alla fine della vita

La Pontificia Accademia per la Vita (Vaticano) ha pubblicato oggi (23 maggio 2019) a Berlino la versione tedesca del “Weißbuch” PAL-Life, dedicato alla promozione e allo sviluppo delle cure palliative nel mondo. Il testo, scritto da esperti dal tutto il mondo, presenta una serie di raccomandazioni ricolte ai diversi soggetti coinvolti nello sviluppo delle cure palliative.

Il Presidente della Accademia per la Vita, S. Ecc. Mons. Vincenzo Paglia, è convinto che nelle cure palliative si manifesta una visione dell’uomo profondamente religiosa e pienamente umana al contempo: „E’ proprio tale prospettiva la vera anima e la vera forza delle cure palliative. In questo orizzonte mi fa piacere presentare in questa sede un White Book che sarà inviato a Università e Ospedali Cattolici nel mondo per aiutare la conoscenza e la pratica delle cure palliative.“ Mons. Paglia, a Berlino, ha affermato che è urgente promuovere una “cultura palliativa”, „sia per rispondere alle tentazioni eutanasiche e a quelle del suicidio assistito, sia soprattutto per fa maturare una “cultura della cura” che permetta di offrire una compagnia amorevole sino al passaggio della morte.“ Ha aggiunto Mons. Paglia: „Se non possiamo guarire, possiamo ancora alleviare il dolore e la sofferenza e comunque continuare a prenderci cura di chi sta traversando forse il momento più difficile della sua esistenza.“ Quante volte le cure palliative sono state protagoniste del recupero di un accompagnamento integrale del malato nell’ambito della medicina contemporanea, ha detto Mons. Paglia.

Il presidente della fondazione Deutsche PalliativStiftung, Dott. Thomas Sitte, ha affermato a Berlino: „Questo Libro Bianco è il risultato del consenso di autorevoli esperti di tutto il mondo, e può e deve costituire un supporto pratico per tutti gli organismi che, a qualsiasi titolo, si occupano di assistenza sanitaria. Il libro è in questo senso uno strumento per la diffusione di un sapere necessario e ben fondato che permetta di spiegare, in modo sereno e oggettivo, che in Germania non abbiamo bisogno del suicidio assistito commercialmente organizzato per alleviare la sofferenza.”

Mons. Dott. Franz-Josef Bode, Presidente della Commissione pastorale della Conferenza episcopale tedesca, ha elogiato il Weißbuch come un passo cruciale nella diffusione delle cure palliative. È nostro dovere specifico, in qualità di ecclesiastici, tutelare la dignità della persona fino alla loro morte. “In Germania stiamo assistendo a una ripresa del dibattito sull’articolo 217 del Codice penale, dibattito in seno di considerare il suicidio un diritto fondamentale e quello assistito un servizio a cui chiunque può ricorrere liberamente. Di fronte a una tale deroga dal principio di inviolabilità della dignità umana, non ci resta che ribadire con forza cosa significhi per noi una morte dignitosa e cosa intendiamo fare per garantirla”, ha detto Mons. Bode. “Carità cristiana significa per noi rimanere vicini ai pazienti fino all’ultimo, senza abbandonarli nel momento in cui viene meno ogni prospettiva di guarigione; significa garantire loro le cure migliori, in grado di alleviare i loro dolori, senza voler posticipare la morte con l’accanimento terapeutico o affrettarla.” Su questo punto Mons. Bode ha affermato che i vescovi tedeschi sottolineano la necessità che gli hospice e le cure palliative vengano diffusi in maniera capillare sul territorio del nostro paese. Ha aggiunto, inoltre, che negli ultimi anni le cure compassionevoli sono diventate una pratica sempre più consolidata nelle strutture sanitarie in Germania. “Il potenziamento dell’accompagnamento in fin di vita nel contesto cristiano dovrà passare necessariamente da una collaborazione interprofessionale tra l’assistenza spirituale e le professioni sanitarie, dalla complementarità tra operatori professionisti e volontari, nonché dal dialogo proficuo con gli assistenti spirituali, ma soprattutto dalla scoperta o riscoperta dei sacramenti cristiani nel fine vita”, disse Mons. Bode. “Noi vescovi, io per primo, riteniamo che i sacramenti ricevuti in dono nella Chiesa debbano essere offerti con modalità e sensibilità nuove anche alla moltitudine di coloro che non vi hanno più accesso.“

Treffen von UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, ist gestern (21. Mai 2019) mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), zu einem ersten Gespräch der von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ zusammengetroffen. Nach der Vorstellung der MHG-Studie im September 2018, an der Johannes-Wilhelm Rörig während der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda teilnahm, war in der Folge der Konsequenzen aus der MHG-Studie eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden.

Bischof Ackermann und die mit ihm anwesenden Vertreter von Bistümern und Orden zeigten sich erfreut über das Gespräch: „Wir haben einen ersten Fahrplan erarbeiten können, um zusammen mit dem UBSKM weitere Schritte zu planen. Ich bin dankbar, dass Herr Rörig in den zurückliegenden Monaten bei mehreren Veranstaltungen der katholischen Kirche Gast war und uns ein wichtiger Ratgeber geworden ist.“ Für die Frage der unabhängigen Aufarbeitung als eine der Konsequenzen aus der MHG-Studie spiele der UBSKM eine zentrale Rolle, so Bischof Ackermann.
 
Der intensive Austausch führte zu der Übereinkunft, dass möglichst bis zum Herbst Eckpunkte einer Vereinbarung zu strukturellen Festlegungen und einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich abgeschlossen werden sollte.

„Jetzt beginnt eine Phase abschließender Klärungen zu Fragen der umfassenden und einheitlichen Betroffenenbeteiligung, dem rechtssicher ausgestalteten Zugang zu Informationen und Akten und zu Fragen des Datenschutzes und der Sicherstellung von Persönlichkeitsrechten“, betonte Johannes-Wilhelm Rörig. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere hochgesteckten Ziele für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich gemeinsam erreichen werden.“

Mit dem aktuellen Treffen, so Ackermann und Rörig, wurde dafür eine gute Basis geschaffen.

Vorbereitung des 52. Eucharistischen Weltkongresses 2020 in Budapest

Anlässlich des 52. Eucharistischen Weltkongresses der im kommenden Jahr vom 13. bis 20. September in Budapest stattfindet, ist jetzt das Vorbereitungsdokument in deutscher Sprache veröffentlicht worden. Der Kongress steht unter dem Leitwort „,Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens‘ – Die Eucharistie: Quelle unseres Lebens und unserer christlichen Sendung“. Das Dokument sind pastorale und theologische Überlegungen und liegen in der Verantwortung des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse.

Auf einer Vorbereitungstagung vom 9. bis 11. Mai 2019 in Budapest konnte der Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz für den Kongress, Weihbischof Jörg-Michael Peters (Trier), das Dokument in deutscher Sprache vorstellen. Es war bereits die zweite Konferenz der nationalen Delegierten - aus mehr als 70 Nationen waren Bischöfe oder deren Vertreter anwesend -, um konkrete Absprachen für den Internationalen Eucharistischen Kongress zu treffen. Dabei ging es auch um die Benennung von Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Sprachgruppen für ein dem Kongress unmittelbar vorausgehendes theologisches Symposium. Die jetzige Tagung in Budapest bereitete auch den Kongress selbst vor, die nicht - wie der Begriff Kongress falsch verstanden werden könnte - eine akademische Auseinandersetzung mit der eucharistischen Frömmigkeit innerhalb der katholischen Kirche meint als vielmehr eine frohe Feier des Glaubens mit vielen Angeboten zur religiösen Praxis aber auch dem Angebot von Katechese und Gespräch.

Hinweis:
Das Vorbereitungsdokument ist unten als pdf-Datei verfügbar.

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