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Interkulturelle Woche 2020 mit ökumenischem Gottesdienst in München eröffnet

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. September 2020 - 8:12

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom „Zu Unserer Lieben Frau“ (Frauenkirche) in München ist heute (27. September 2020) die 45. Interkulturelle Woche (IKW) eröffnet worden. Der ökumenische Gottesdienst wurde unter anderem gestaltet vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sowie dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und Metropolit Augoustinos von Deutschland, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz.

In seiner Einführung in den Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 40. Jahrestag des Attentats auf das Münchner Oktoberfest vor 40 Jahren, am 26. September 1980: „Dreizehn Menschen starben, viele Verletzte leiden bis heute, der Schock über diesen Terroranschlag ist in dieser Stadt immer noch groß. Heute wissen wir um den rechtsradikalen Hintergrund, den Fremdenhass, den menschenverachtenden Nationalismus, die dieses Verbrechen angetrieben haben. Dieser Gottesdienst und diese Interkulturelle Woche sollen auch ein Zeichen sein gegen Hass, Antisemitismus, die Verachtung anderer, nationalistische Hetze. Wir Christen wissen, wo wir stehen müssen: bei denen, die aufstehen gegen jeden Hass und gegen Rassismus und menschenverachtendes Reden und Handeln“, so Kardinal Marx.

In seiner Predigt knüpfte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an das Leitwort der Interkulturellen Woche an. Er verstehe das Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ als einen Prozess des Lernens und Teilens. „Wir alle sind Teil der Menschheitsfamilie, die mit Vielfalt und Verschiedenheit beschenkt ist, aber gemeinsam unterwegs ist“, so Bedford-Strohm. „Aber: Wir sind noch längst nicht am Ziel. Misstrauen, Hass und Gewalt bedrohen das, was unsere Vielfalt auszeichnet. Wir erleben Rassismus und Ausgrenzung von Menschen auf eine Weise, die wir uns nicht haben vorstellen können, in unserem Land, in Europa und an seinen Grenzen. Als Christinnen und Christen stellen wir uns an die Seite derer, die in Gefahr sind.“ Die Veranstaltungen der IKW und der Einsatz und die Kreativität von so vielen Menschen im ganzen Land seien „ein Leuchtfeuer für das, was wir sein können: eine Gemeinschaft der vielen, für die jeder gleichermaßen wichtig ist. Ich möchte deshalb dem Motto ‚Zusammen leben, zusammen wachsen‘ ein Drittes hinzufügen: ‚Beieinander bleiben.‘ Das ist heute dringend notwendig. Dazu ruft Gott uns, und dazu gibt er uns auch die Kraft“, sagte Bedford-Strohm.

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2020 haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, Landesbischof Bedford-Strohm, und Metropolit Augoustinos auf die besondere Umstände hingewiesen, unter denen die  diesjährige Interkulturelle Woche stattfindet: „Die Coronavirus-Pandemie hat unseren Alltag und das Leben von Menschen weltweit in drastischer Weise verändert. Die unmittelbaren Auswirkungen der Ausbreitung des Virus und entsprechende Schutzmaßnahmen stellen uns alle vor große Herausforderungen. Sie erfordern ständig neue, sorgsame Überlegungen und Entscheidungen, die unter Bedingungen der Unsicherheit getroffen werden müssen. Dabei wird uns deutlich, wie lebensnotwendig eine solidarische Grundhaltung in unserer Gesellschaft ist.“

Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst fand ein Empfang mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema „Bedrohte Demokratie?! – 40 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat“ statt. Teilnehmer waren der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, der die Nebenkläger im NSU-Prozess vertrat, die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız , die mit „NSU 2.0“ unterzeichnete Drohbotschaften erhalten hatte, sowie die Projektsekretärin der DGB-Jugend Region München, Magdalena Siebert, deren Organisation sich schon lange für das Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats in München einsetzen. In dem Eröffnungsgottesdienst war zuvor ein Kunstwerk des Münchner Künstler-Ehepaares Anna und Andreas Eichlinger vorgestellt worden, das sich mit dem Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 auseinandersetzt und als Mahnmal konzipiert ist.

Hintergrund
Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der vorgeschlagene Zeitraum für die IKW 2020 ist 27. September bis 4. Oktober. Der von Papst Franziskus ausgerufene Welttag des Flüchtlings und des Migranten am 27. September 2020 sowie der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 2. Oktober, sind Bestandteile der Interkulturellen Woche.

Hinweise:
Das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2020 ist unten sowie auf www.ekd.de als pdf-Datei verfügbar.

Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Deutsche Übersetzung des vatikanischen Dokuments „Pastorale Orientierungen zu Binnenvertriebenen“ veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. September 2020 - 9:29

Am 27. September 2020 feiert die katholische Kirche den 106. Welttag des Migranten und Flüchtlings, der in Deutschland im Rahmen der Interkulturellen Woche (27. September bis 4. Oktober 2020) begangen wird. Der Fokus des diesjährigen Welttages liegt auf der schwierigen Lage von Binnenvertriebenen. Ihren besonderen Bedürfnissen hatte der Vatikan bereits im Mai 2020 die Pastoralen Orientierungen zu Binnenvertriebenen gewidmet. Heute erscheint das römische Dokument auch auf Deutsch. Die Botschaft, die Papst Franziskus anlässlich des Welttages veröffentlicht hat, steht unter dem Leitthema: „Wie Jesus Christus, zur Flucht gezwungen“. In Anlehnung an die Pastoralen Orientierungen ruft der Papst darin zu einer stärkeren Sensibilität für das „Drama der Binnenvertriebenen“ auf.

Der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), betont anlässlich des Welttages das Ausmaß des Phänomens der Binnenflucht: „Allzu leicht blenden wir aus, dass es sich bei mehr als der Hälfte der etwa 80 Millionen Menschen auf der Flucht weltweit um Binnenvertriebene handelt – Frauen, Kinder und Männer, die aufgrund von Naturkatastrophen, bewaffneten Konflikten oder Menschenrechtsverletzungen innerhalb des eigenen Landes Schutz suchen. Als Weltkirche sind wir aufgerufen, uns für Schutzsuchende in allen Teilen der Erde einzusetzen, insbesondere für jene, deren Situation auf internationaler Bühne wenig Beachtung findet. Dieses Anliegen darf gerade auch angesichts der Corona-Pandemie und ungelöster europäischer Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik nicht in Vergessenheit geraten.“

Während einer Äthiopien-Reise im Mai 2019 ist Erzbischof Heße nahe der Stadt Gondar mit Binnenvertriebenen ins Gespräch gekommen, deren einzige Anlaufstelle eine von Ordensschwestern betriebene Einrichtung war. Der Sonderbeauftragte begrüßt vor dem Hintergrund dieser Begegnung die praktische Ausrichtung der Pastoralen Orientierungen: „Schon seit Langem gibt es engagierte kirchliche Akteure, die sich für die Belange der Binnenvertriebenen einsetzen. Auf der Grundlage ihrer Praxiserfahrungen geben die Pastoralen Orientierungen des Vatikans konkrete Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Situation der betroffenen Menschen. Klar ist dabei: Auch im Kontext von Binnenflucht brauchen wir ein Mehr an internationaler Aufmerksamkeit und Solidarität.“


Hinweise:

Die Online-Publikation Pastorale Orientierungen zu Binnenvertriebenen (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 225) steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit.

Die Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag des Migranten und Flüchtlings ist unter Papstbotschaften verfügbar. Weitere Materialien zum diesjährigen Welttag können auf der Internetseite des Vatikans unter migrants-refugees.va/resource-center/world-day-of-migrants-refugees-2020 heruntergeladen werden. Weiterführende Informationen zum Thema Binnenvertreibung stehen unter www.unhcr.org/internally-displaced-people und www.internal-displacement.org zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche finden Sie unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de.

Umweltbischof Lohmann zum globalen Klimastreik

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. September 2020 - 9:03

An den Schöpfungsauftrag der Christinnen und Christen erinnert an diesem Freitag (25. September 2020) anlässlich des globalen Klimastreiks Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen ist. „In der Ökumene begehen wir noch bis zum 4. Oktober 2020, dem Gedenktag des hl. Franz von Assisi, die ‚Schöpfungszeit‘. Papst Franziskus erinnert uns aus diesem Anlass daran, dass wir ein Teil und nicht etwa die Herren des großen Lebenszusammenhanges sind“, erklärt Weihbischof Lohmann.

Die Schöpfung mit ihren empfindlichen Ökosystemen sei die menschliche Lebensgrundlage und sollte stets behütet und bewahrt werden. „Dafür setzen sich auch die jungen Menschen immer wieder mit Nachdruck ein. Das finde ich gut! Sie mahnen die Entscheidungsträger, aber auch jede und jeden Einzelnen, unsere Verpflichtungen ernst zu nehmen und umzusetzen. Tun wir das! Zu viel steht sonst auf dem Spiel!“, so Weihbischof Lohmann.

Hinweis:
Das Statement von Weihbischof Lohmann finden Sie als Video unter www.facebook.com/dbk.de oder auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Bischofskonferenz.

Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2020 der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 24. September 2020 - 12:06

Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist heute (24. September 2020) zu Ende gegangen. Sie hat sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das kirchliche Leben und dem weiteren Fortgang des Synodalen Weges insbesondere nach den gerade stattgefundenen Regionenkonferenzen befasst. Im Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ ging es um weitere Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Ein verändertes Verfahren zur Anerkennung des Leids wurde beraten und beschlossen. Weitere Schwerpunktthemen der Beratungen waren die Kirchenstatistik 2019 und die Instruktion der Kongregation für den Klerus über die Pfarrgemeinde.

Wir dokumentieren den Pressebericht zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, den der Vorsitzende, Bischof Dr. Georg Bätzing, bei der Abschlusspressekonferenz am 24. September 2020 vorgestellt hat sowie die Anlage 1 zum Pressebericht mit dem Titel „An der Seite der Kirche und aller Menschen in Belarus – Solidaritätsadresse der deutschen Bischöfe“. Die pdf-Dateien sind unten zum Herunterladen verfügbar.

Kardinal Marx predigt im Dom zu Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 24. September 2020 - 8:35

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat heute Morgen (24. September 2020) in der Eucharistiefeier anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz dazu aufgerufen, selbstkritisch zu fragen, was die Corona-Zeit für Kirche, Gesellschaft und jeden einzelnen bedeute. Von vielen werde gemeinsam gesehen, dass die Corona-Pandemie Entwicklungen verschärft und beschleunigt habe und Dinge ins Licht rücke, die eine neue Dynamik erhielten. Das gelte auch für das Leben der Kirche und für die Zukunft der Religion.

Kardinal Marx appellierte in seiner Predigt, den wahren Sinn und Wert von Religion wachzuhalten. In einer Gesprächsrunde habe er erlebt, wie jemand gerufen habe: „Stoppt Religion!“ „Ich war erschrocken, aber mir war klar, da gibt es einen Hintergrund: Die Erfahrung, dass Religion im allgemeinen Sinne nicht nur einfach friedensstiftend ist, Menschen zusammenführt, Brücken baut, die Liebe fördert, sondern dass Religion auch Gräben aufreißen, Hass schüren kann und immer wieder für politische Zwecke instrumentalisiert wird.“ Es gelte, wachsam zu sein, um Religion nicht zu missbrauchen und fundamentalistischen Strömungen keine Chance zu geben.

Die gegenwärtige Zeit der Corona-Pandemie stelle die Kirche in besonderer Weise vor die Aufgabe, von Gott zu sprechen. „Da reicht es nicht zu sagen ‚Religion‘, sondern wir müssen tiefer graben und auf den kommen, dessen Namen wir tragen: Jesus von Nazaret. Es gilt, sein Reden neu zu verstehen, seine Sprache neu zu sprechen. Der Schritt auf Christus zu ist ein Fortschritt – für den Menschen, für die Kultur, das Leben, die Familie – und kein Rückschritt“, so Kardinal Marx.

Die Kirche werde auch weiter evangelisieren mit dem Blick nach vorne, auf Christus hin ausgerichtet. „Vielleicht lernen wir dann, dass manches ‚Windhauch‘ ist, auch bei uns, auch im kirchlichen Leben und dem, was wir verkünden. Wir dürfen uns nicht in Nebensächlichkeiten verzetteln, sondern müssen alles dafür tun, das Wort Gottes ein ganzes Leben lang befreiend zu erleben. Glauben wir nicht, wir hätten schon alles abgeschlossen. Bleiben wir neugierig! Deshalb mahnt uns die Corona-Zeit, kritisch zu fragen, was wir zurücklassen können und was wir auf unserem Weg brauchen. Schauen wir auf Christus, der uns führt, und versuchen wir, diesen Christus lebendig neu auszusprechen“, sagte Kardinal Marx.

Pressegespräch „Corona – kirchliche Verantwortung und Anwaltschaft“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. September 2020 - 9:34

Die deutschen Bischöfe haben sich während Ihrer Vollversammlung in Fulda mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befasst, auch aus der weltkirchlichen Perspektive. Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem, was die Mitte der Gesellschaft ausmacht, waren dabei ebenso Themen wie die pastorale Präsenz der Kirche und die seelsorglichen Angebote für die Menschen in der Corona-Pandemie.

Wir dokumentieren die Statements aus dem Pressegespräch von

  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen,
  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche.

Hinweis:
Die Statements von Bischof Bode, Bischof Overbeck und Erzbischof Schick sind unten als pdf-Dateien verfügbar.

Predigt von Kardinal Woelki in der Eucharistiefeier zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. September 2020 - 7:00

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

wir alle sind viel unterwegs. Heute bin ich in Fulda, gestern war ich in Köln, morgen geht’s weiter nach Frankfurt und Rom. Vielen von Ihnen wird es ähnlich ergehen. Manchmal denke ich: mein Leben, das ist gar nicht so weit weg von dem der Apostel. Ich ziehe in der Welt umher und verkünde das Evangelium – in kleinen Dörfern wie Düsseldorf und in großen Städten wie Bonn, Unkel oder Wipperfürth, manchmal auch in Frankfurt und in Rom. Und nun eben in Fulda. Bei aller Routine gibt es immer neue spannende Begegnungen und Erlebnisse. Einen Wanderstab habe ich nicht dabei. Ich nehme auch keine Vorratstasche und kein Brot mit. Aber ohne Geld und zweites Hemd bin auch ich nicht hierher nach Fulda gekommen.

Wenn man also die Anweisungen Jesu aus dem Evangelium des Lukas betrachtet und wortwörtlich nimmt, dann ist bei mir noch Luft nach oben. Gehen wir diesem Gedanken einmal nach: Nehmen wir an, wir würden die Anweisungen wirklich wortwörtlich nehmen. Mal abgesehen von einer gesunden Entschleunigung und der gesunden Bewegung durch das Wandern von Ort zu Ort – haben Sie nicht auch den Eindruck, dass das Leben eine ganz andere existenzielle Spannung erhalten würde? Wenn ich mir das vorstelle: ganz ohne Geld, ohne Vorratstasche, ohne alles loszulaufen. Wir sind dann völlig davon abhängig, wie wir und das Wort Gottes, das wir verkünden, aufgenommen werden. Da braucht es ein großes Vertrauen in Gott und Seine Vorsehung, dass man abends auch ein Dach über dem Kopf hat und nicht verhungert. Es heißt im Evangelium schließlich: „Wenn euch aber die Leute nicht aufnehmen, dann geht weg aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie!“ Das macht deutlich: Es kann passieren, dass das Wort Gottes nicht angenommen wird.

Da ist dann unter Umständen die Versuchung groß, dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen, um es angenehmer zu machen. Dass das nicht ohne ist, darauf weist heute ausdrücklich die Lesung aus dem Buch der Sprichwörter hin. „Füg seinen (Gottes) Worten nichts hinzu, sonst überführt er dich und du stehst als Lügner da“ (Spr 30,6), heißt es da, und der Text fährt fort mit einem kleinen Gebet: „Gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist“ (Spr 30,8). Mich erinnert das an das Gebet Jesu, das „Vaterunser“. Dass wir uns keine Armut wünschen, das ist doch ziemlich klar. Das ist zutiefst menschlich.

Und der Verfasser des Gebetes begründet es auch für sich: „Damit ich nicht zum Dieb werde“ (Spr 30,9). Allerdings weist dieses Gebet auf eine noch tiefere psychologische Gegebenheit hin: Jemand, der wirklich Hunger hat, dessen primäres Ziel wird es sein, diesen zu stillen. Er wird – vor lauter Hunger – nicht wirklich dafür offen sein, das Wort Gottes zu hören oder es zu verkünden. Nicht nur deswegen, aber auch deswegen, gehört zur Verkündigung des Wortes immer auch das karitative Handeln. Hungernde speisen, Kranke heilen usw. So weit, so menschlich. Aber wer würde sich denn dann auch gegen Reichtum wehren?

Warum betet da jemand, dass der Herr ihn davor bewahren möge und erbittet sich nur das Brot, das nötig ist? Auch aus dieser Bitte, liebe Schwestern, liebe Brüder, spricht eine tiefe psychologische Erkenntnis: wer reich ist, wer viel hat, der kann auch viel verlieren. Die Angst vor dem Verlust kann so stark werden, dass man am Ende den Herrn verleugnet. Dabei ist Reichtum sicherlich relativ. Reichtum wird vielleicht sogar erst dann wirklich zu Reichtum, wenn wir vergessen, dass es sich bei allem um ein Geschenk Gottes handelt. Wir hängen in allem von Ihm ab. Vergessen wir also nicht: Es braucht unser Vertrauen in Gott, dass Er für uns und unser Dasein sorgt – unabhängig davon, ob wir mit Vorratstasche und Geld reisen oder nicht. Genauso braucht es unser Vertrauen in Gott, dass wir Seinem Wort nichts hinzufügen. Denn auch heute werden wir nicht überall freudig aufgenommen, wenn wir das Wort Gottes verkünden. Auch heute ist es ein Wagnis, das Evangelium zu verkünden, ein Wagnis allerdings, das sich lohnt einzugehen. Einfach deshalb, weil es Gottes Wort ist. Amen.

Lesung:     Spr 30,5–9
Evangelium:    Lk 9,1–6

Hinweis:
Die Predigt von Kardinal Woelki ist unten auch als pdf-Datei verfügbar.

Predigt von Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in der Eucharistiefeier zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2020 - 17:57

Liebe Schwestern und Brüder,

mal erwartbar und mal völlig unerwartet – so gehen uns die biblischen Texte heute an. Und sie beschreiben damit zwei Dynamiken, die mir aus meiner Lebens- und Glaubenserfahrung wohlbekannt sind.

Um leben zu können, braucht es Verlässlichkeit. Wer meint, die Welt und sich selbst immer neu erfinden zu müssen, der wird bald außer Atem geraten. Wiederholungen, gute Gewohnheiten, Zeremonien und Riten verleihen Stabilität. Das gilt für den Alltag, und es gilt auch im Glaubensleben.

Im Buch der Sprichwörter wurden im Laufe von beinahe 500 Jahren Lebensweisheiten zusammengetragen, die aller Erfahrung nach zutreffen und mit gesundem Menschenverstand erwartbar sind. 13 davon wurden uns eben vorgetragen. 35 dieser Aphorismen werden im Neuen Testament aufgegriffen. Wahre Weisheit behält eben ihren Wert in alten und neuen Zeiten. Was die Sprichwörter insgesamt verbindet und wie eine Art Wasserzeichen für die Verlässlichkeit der von Gott geschaffenen Welt spricht, das ist der sogenannte Tun-Ergehen-Zusammenhang, kurz: Wer Gutes tut, der erfährt Glück und Segen; wer böse handelt, der holt sich die Folgen ins eigene Haus. Ob stehenden Fußes oder irgendwann in einer länger gedehnten Zeit oder erst im Gericht vor Gottes Angesicht, darauf legt die Weisheit des Alten Testamentes sich nicht fest. Im Angesicht der großen weltweiten Krisenphänomene unserer Zeit spricht viel für die Zuverlässigkeit dieses Grundgedankens. Unsere Art zu denken und zu leben, unsere innersten Impulse prägen uns und bestimmen auch unsere Zukunft – positiv wie negativ. Was also erwartbar und aus einzelnen Erfahrungen längst zu Überzeugungen geronnen ist, das darf, ja das sollte uns als Orientierung dienen.

„Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen“ (Spr 21,2). Wenn wir Bischöfe in diesen Tagen miteinander diskutieren, wenn wir uns offen begegnen und auch Kontroversen nicht verbergen, dann mag diese Weisheit uns leiten, einander aufmerksam zuzuhören und die Wahrheit im Sprechen des anderen eher groß zu machen und retten zu wollen, als sie ungeschätzt zur Seite zu legen. Ignatius von Loyola, der Meister der geistlichen Unterscheidung und gemeinsamen Vergewisserung, regt dazu an.

Das Buch der Sprichwörter ist aber nicht nur eine Sammlung von bewährten Lebensweisheiten, die für jeden und überall gelten. Sie rechnen mit der Unverfügbarkeit Gottes und mit seinem Handeln in der Geschichte. Gläubige Weisheit rechnet mit Gott. Sie akzeptiert die Grenzen menschlichen Tuns, unserer Möglichkeiten und unserer Macht. Sie rechnet damit, dass Gott die erwartbaren Verhältnisse auch einmal auf den Kopf stellt und auf diese Weise die Gottesherrschaft mitten in der alten, auch von Schuld und Scham und Sünde gezeichneten Welt aufrichtet. Im Magnifikat besingt Maria diesen wunderbaren unverfügbaren Gott.

Dass dieser Gott für sie selbst nicht bloß kleine schöne Überraschungen bereithält, sondern manche Irritation und große Zumutungen, die die Zukunftsvorstellungen einer jungen jüdischen Frau völlig durcheinanderwirbeln, das wurde ihr bereits beim ersten überraschenden Eintreten Gottes im Haus von Nazaret deutlich; heute trifft es Maria in der Szene des Evangeliums erneut ziemlich unerwartet. Distanziert sich Jesus hier von seiner Mutter und seiner Familie? Weist er sie schroff ab? Oder trägt er nicht die Zumutung des Glaubens auch und gerade an die heran, die ihm Familie sind, damit sie in die Gottesherrschaft einbezogen, zur Nachfolge eingeladen, als Hörerinnen und Hörer des Wortes aufbrechen in die neue Zeit, in der Gott alles daransetzt, Menschen zur Freiheit zu befreien (vgl. Gal 5,1)? Offensichtlich ist es Jesus bei seiner Mutter und seinen Brüdern ja gelungen, aus erwartbaren Konstellationen und Konventionen heraus seine überraschende Einladung auszusprechen. Denn die Mutter und einige seiner Brüder gehören ja zur Keimzelle der Kirche, der Hörerin des Wortes.

Erwartbar und überraschend, so gehen uns die biblischen Texte heute an. So wirkt der christliche Glaube auf unser Leben ein und verändert uns.

Vor drei Wochen war ich während der Visitation wie üblich an einem Abend mit einer Gruppe ehrenamtlicher Gremienmitglieder im Gespräch. Sorge und Bedrückung bei diesen engagierten Frauen und Männern waren für mich förmlich zu spüren. Alle Kraftanstrengungen, alles Nach- und Vordenken scheint den grassierenden Zerfall einer zu Ende gehenden Kirchengestalt nicht aufzuhalten. Es ist frustrierend und geistlich zermürbend, dagegen anzukämpfen. „Wie stoppen wir die Krise, damit es wenigstens wieder ein bisschen wird wie früher? Was wird denn sonst aus uns? Wie könnten wir Interessierte in neuen Bibelkreisen sammeln?“ Selten habe ich hinter den vielen Fragen den Druck so gespürt, der auf den Gläubigen lastet. Und irgendwann kam mir der Geistesblitz: „Wenn wir, wenn Sie in diesem Gremium nicht der Bibelkreis sind, dann wird es in Zukunft in dieser Pfarrei auch keinen geben.“ Im weiteren Verlauf des Gespräches war deutlich zu spüren: Damit habe ich die Engagierten nicht noch zusätzlich belastet, sondern die Last des Machen-Müssens und des Weiterlaufens im Hamsterrad unterbrochen. Es gibt in unserer Kirche die Gefahr der „Selbstverholzung“. Denken und wollen, was wir immer gedacht und gewollt haben. Tun, was wir immer getan haben. Es leuchtet im Grunde das am meisten ein, was immer schon war. Wen wundert es, dass um uns herum so wenig Lebendigkeit blüht, wenn wir doch offensichtlich auf dem Holzweg sind. Jesus bestätigt uns nicht in den alten Konventionen. Die Heilige Schrift hält viel von Kontinuität, Treue und Verlässlichkeit. Aber offensichtlich hält sie noch mehr von Wachstums- und Weggeschichten; sie zeigt nicht selten sogar eine Vorliebe für Veränderung aus Brüchen und Aufbrüchen heraus, wenn es dem Heil der Menschen dient. Warum sonst sollte Gott das Opfer eines zerschlagenen Herzens gefallen (vgl. Ps 51,18; Joel 2,13), warum sonst verspricht er wieder und wieder ein neues Herz und einen neuen Geist (vgl. Ps 51,11)? Umkehr, das erste Predigtwort Jesu, bedeutet sicher nicht nur für den einzelnen Gläubigen die Herausforderung, sich von sich selbst zu verabschieden. Auch die Kirche steht bei aller Verlässlichkeit ihres Glaubensbekenntnisses nur dann in der Linie der Treue Gottes, wenn sie sich selbst unterbrechen lässt und neu zu denken und zu handeln lernt, um mit den Menschen und an ihrer Seite nach echter Freiheit zu streben.

Liebe Schwestern und Brüder, ich finde die Frage falsch gestellt: Wie stoppen wir die Krise? Mir scheint, in der Logik Jesu werden wir umgekehrt fragen lernen: Worin stoppt die Krise uns? Denen, „die das Wort Gottes hören und danach handeln“ (Lk 8,21), wird dabei nicht Angst und Bange werden, sondern Mut und Freude in größerer Gemeinsamkeit zuwachsen. Das gebe Gott, denn so ist es seine Art.

Lesung:    Spr 21,1–6.10–13
Evangelium:     Lk 8,19–21

Hinweis:
Die Predigt von Bischof Bätzing ist unten auch als pdf-Datei verfügbar.

Grußwort von Erzbischof Dr. Nikola Eterović, Apostolischer Nuntius in Deutschland, zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2020 - 11:05

„Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt“ (Lk 13,2–5).

Eminenzen, Exzellenzen, liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst!

Die Worte aus dem Lukasevangelium passen gut zu den Reflexionen zur Covid-19-Pandemie, die sich in den letzten Monaten über den gesamten Erdkreis verbreitet und im persönlichen und sozialen Leben aller, sowie im kirchlichen Leben mancherlei Not verursacht hat. Jesus Christus lehnt es ab, über die vorgebliche Schuld von Unfalltoten zu diskutieren, sondern er nutzt diese tragischen Ereignisse, um die Lebenden zur Umkehr zu bewegen: „Ihr werdet alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt“ (vgl. Lk 13,5). Dieser Aufruf des Herrn Jesus meint auch uns als Teil der Menschheitsfamilie und Glieder der katholischen Kirche. In einem ersten Schritt können wir dabei von einem Mentalitätswechsel sprechen und zweitens von der Umkehr im eigentlichen Sinn.  

Mentalitätswechsel
Die rasche Verbreitung des Corona Virus hat in vielen Ländern die Grenzen der Belastbarkeit im Gesundheitswesen gezeigt. Die Erfahrung zeigt, dass die Länder, wo das öffentliche Gesundheitswesen gut ausgebaut ist, der Krise erfolgreicher begegnen konnten. Daher ist es nötig, dieses System vor allem in solchen Ländern weiter auszubauen, wo es defizitär ist, auch wenn damit hohe finanzielle Anstrengungen verbunden sind.

Eine Hauptsorge galt den besonders gefährdeten Menschen, vor allem den alten Menschen. Nicht hinnehmbar ist das Verhalten mancher Länder, die gerade diese Altersgruppen nicht ausreichend vor dem Virus geschützt und sie praktisch geopfert haben. Der Heilige Vater Franziskus hat sich hierzu klar geäußert: „Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass unsere Gesellschaft nicht ausreichend organisiert ist, um den älteren Menschen ihren Platz zu geben und sie in ihrer Würde und Schwachheit zu achten. Wo für die Alten nicht gesorgt wird, gibt es keine Zukunft für die Jungen“ (Twitter-Botschaft, 15. Juni 2020). Eine solche Haltung ist ethisch verwerflich und darüber hinaus zutiefst ungerecht, denn die jetzt Alten haben einen nicht kleinen Anteil  zum Wohlstand unserer Gesellschaft beigetragen und erhebliche finanzielle Beiträge in der Hoffnung aufgebracht, eine Rente oder Pension zu erhalten und im sogenannten dritten Lebensalter ausreichende Unterstützung durch das Gesundheitswesen zu erhalten.

Die Corona-Pandemie hat die Grenzen der Naturwissenschaften offenbart. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Begleitung eines Menschenlebens und für die Menschheit insgesamt, doch können sie nicht auf alle Probleme und noch weniger auf alle Fragen Antworten geben, vor allem nicht auf die wesentlichen Fragen wie der Frage nach dem Sinn des Lebens. Die Auffassung von Wissenschaft als eine neue Art von Pseudoreligion ist bei vielen Zeitgenossen in die Krise geraten. Die Fachleute erkannten, dass SARS-CoV-2 ein neues Virus ist, über das sie wenig wissen. Auch sie müssen erst seine Eigenschaften erforschen und nach wirksamen Therapien für damit Infizierte suchen, vor allem solange ein wirksamer Impfstoff fehlt. Die herkömmlichen Schutzmaßnahmen wie die Abstandsregel, das Tragen von Mund-Nase-Masken oder das Desinfizieren vor allem der Hände helfen wirkungsvoll gegen eine weitere Verbreitung des Corona-Virus.

Die gegenwärtige Pandemie hat wiederum gezeigt, wie wichtig die Achtung der Natur ist, jene ganzheitliche Ökologie, von der Papst Franziskus oft spricht, vor allem nach seiner Enzyklika Laudato si’. Auf die Frage, ob die Pandemien möglicherweise so etwas wie die Rache der Natur seien, hat er geantwortet: „Ich weiß nicht, ob sie die Rache der Natur sind, aber sie sind sicher Antworten der Natur“ (The Tablet, 8. April 2020). Mit Blick auf den 50. Internationalen Tag der Erde sagte der Papst: „Wenn wir heute den weltweiten Tag der Erde feiern, dann sind wir aufgerufen, das Bewusstsein für den heiligen Respekt gegenüber der Erde wiederzufinden, denn sie ist nicht nur unser Haus, sondern auch Gottes Haus.“ Ebenso ruft er in Erinnerung: „Gleichzeitig brauchen wir eine ökologische Umkehr, die in konkretem Handeln zum Ausdruck kommt. Als eine einzige und voneinander abhängige Familie brauchen wir einen gemeinsamen Plan, um die Bedrohungen gegen unser gemeinsames Haus abzuwenden. ,Die wechselseitige Abhängigkeit verpflichtet uns, an eine einzige Welt, an einen gemeinsamen Plan zu denken.‘“ (LS, 164 – Generalaudienz, 22. April 2020)

Die Umkehr der Christen
Zu diesem notwendigen Mentalitätswechsel braucht es unbedingt auch die Umkehr, zu der Jesus Christus vor allem die Christen aufruft. Es geht um unsere Art zu sein, zu leben und zu handeln und um die Verkündigung des Evangeliums des Lebens und den Liebesdienst am Nächsten.

Die Covid-19-Pandemie rückt den Tod in den Vordergrund, jene Wirklichkeit, die unsere säkularisierte Gesellschaft an den Rand zu drängen sucht. Und so sterben die Menschen abseits in den Altersheimen und in den Krankenhäusern. Selten haben Jugendliche unmittelbaren Kontakt mit Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und noch weniger mit dem Phänomen des Todes. All dies hat sich schlagartig geändert: In den sozialen Netzwerken werden die Zahlen von Toten aufgrund des Corona-Virus unübersehbar kommuniziert, was zu zahlreichen Reaktionen der Trauer und Angst führte.

Bei dieser Gelegenheit ist daher die Botschaft des Lebens aktuell, die Jesus Christus auch heute verkündet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11,25–26). Es scheint eine Katechese über den Sinn des Lebens nötig, die den Übergang zum Tod einschließt, den schmerzlichen Übergang, der vereint mit dem Herrn Jesus die Auferstehung zum ewigen Leben verheißt. Laut den Statistiken glauben von den 54 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die Christen sind, nur 61 Prozent der Katholiken und 58 Prozent der evangelischen Christen an die Auferstehung Jesu Christi; ferner glauben nur 57 Prozent in den evangelischen Kirchen und 63 Prozent der Katholiken, dass Jesus Christus auch der Sohn Gottes ist (vgl. Der Himmel ist leer, in: Der Spiegel Nr. 17, 20. April 2019). Hingegen glauben 31 Prozent der Deutschen an ein Schicksal, 24 Prozent an Astrologie und 15 Prozent an eine Wiedergeburt (vgl. Pew Research Center, Being Christian in Western Europe, 29. Mai 2018). Die Verkündigung der Grundlagen des christlichen Glaubens ist daher dringend geboten. Sie könnte mit der Katechese über den Inhalt des nicänokonstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses beginnen, in dem wir jeden Sonntag und an Feiertagen unter anderem bekennen: „Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“ oder im Apostolischen Glaubensbekenntnis, das im deutschen Sprachraum öfter benutzt wird: „Ich glaube … die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“.

Die Versorgung der mit dem Corona-Virus Infizierten mit einem schweren Verlauf machte deren Isolierung vom häuslich-familiären Umfeld und die Verlegung in ein Krankenhaus mit Spezialbehandlung nötig. Die damit verbundene Einsamkeit vermehrte das Leid vieler Menschen. Sie könnte vom christlichen Glauben her erhellt werden, denn danach ist ein Getaufter nie allein. Er ist sakramental mit Christus vereint, dem „Haupt des Leibes, der die Kirche ist“ (vgl. Kol 1,18). Der Herr Jesus lässt die Seinen nie im Stich, auch nicht in den dunkelsten Stunden ihres Lebens, wie in denen von Tod und Begräbnis. Auch auf diese Situationen lässt sich die Verheißung des allmächtigen und barmherzigen Gottes anwenden: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,15).

In Abwesenheit der Angehörigen haben viele Ärzte und das medizinische Personal versucht, den Kranken nahe zu sein, vor allem denen, die den Überlebenskampf nicht gewinnen konnten. Der Heilige Vater hat zu Recht den selbstlosen und oft heroischen Einsatz vieler Pflegekräfte hervorgehoben, die ihr eigenes Leben in der Sorge um die Kranken verloren haben. Bei der Begegnung mit Ärzten, Pflegekräften und den in der Krankenhausseelsorge Tätigen aus der von Covid-19 so grausam heimgesuchten italienischen Region der Lombardei hat der Papst unterstrichen, dass die Kranken „in Ihnen, den Pflegekräften, gleichsam weitere Familienangehörige gefunden haben, die in der Lage waren, mit der professionellen Kompetenz jene Aufmerksamkeiten zu verbinden, die konkreter Ausdruck der Liebe sind. Die Patienten haben häufig gespürt, dass ,Engel‘ an ihrer Seite waren, die ihnen geholfen haben, gesund zu werden, und die sie zugleich getröstet, unterstützt und zuweilen auch bis zur endgültigen Begegnung mit dem Herrn begleitet haben. Die Pflegekräfte haben, unterstützt von der Fürsorge der Krankenhausseelsorger, die Nähe Gottes zu den Leidenden bezeugt, sie waren stille Baumeister einer Kultur der Nähe und der Zärtlichkeit“ (Vatikan, 20. Juni 2020).

Besonderen Dank verdienen die Priester, die in der Zeit der Pandemie Wege und Möglichkeiten gefunden haben, den Gläubigen, die ihrer pastoralen Sorge anvertraut sind, nahe zu sein. Im Brief an die Priester der Diözese Rom schreibt ihr Bischof, Papst Franziskus, unter anderem: „Obwohl es notwendig war, die soziale Distanzierung einzuhalten, hat dies nicht verhindert, dass sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Gemeinschaft und der Mission verstärkte, was uns geholfen hat, dafür zu sorgen, dass die Liebe, vor allem gegenüber den am meisten benachteiligten Menschen und Gemeinschaften, nicht unter Quarantäne gestellt wurde. In diesen aufrichtigen Gesprächen konnte ich feststellen, dass die notwendige Distanz nicht gleichbedeutend war mit Rückzug auf sich selbst oder Abkapselung, die die Mission betäubt, einschläfert und auslöscht.“ Ich weiß, dass es auch in Deutschland viele Priester, Ordensleute und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, die in diesem Sinne handeln.

Abschließende Bemerkungen
Die Worte Jesu zur Umkehr, die auch einen Mentalitätswechsel mit sich bringen, sollten von einer erneuerten Verkündigung christlicher Hoffnung auf das ewige Leben, wie auch von konkreten Taten im Kampf gegen die schweren Folgen der Corona-Pandemie begleitet werden. Um die Entwicklung der Situation besser beurteilen und Förderprojekte anregen zu können, hat der Heilige Vater am 20. März 2020 „das Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen angewiesen, in Zusammenarbeit mit den anderen Dikasterien der Römischen Kurie und anderen Einrichtungen eine Kommission einzurichten, um die Sorge und Liebe der Kirche für die ganze Menschheitsfamilie angesichts der Covid-19-Pandemie zum Ausdruck zu bringen, insbesondere durch Analysen und Überlegungen zu den sozio-ökonomischen und kulturellen Herausforderungen in der Zukunft, sowie in der Erarbeitung eines Vorschlags von Richtlinien, diesen zu begegnen. Das genannte Dikasterium (DSSUI) hat also eine Kommission mit fünf Arbeitsgruppen mit folgenden Aufträgen einzurichten: jetzt für die Zukunft handeln; mit Kreativität in die Zukunft schauen; Hoffnung vermitteln; den Dialog und gemeinsame Überlegungen suchen; unterstützen, um zu bewahren“. Die Bischofskonferenzen sind zur Mitarbeit in dieser Kommission eingeladen, um die Kräfte angesichts der großen Herausforderungen der Zeit nach Covid-19 zu koordinieren. Papst Franziskus hat entschieden, zugunsten derer, die in Gefahr sind, außerhalb der zum Schutz eingerichteten Institutionen zu bleiben, mit gutem Beispiel voranzugehen. Im Brief an den Generalvikar der Diözese Rom, Angelo Kardinal De Donatis, teilt er mit: „Als Bischof von Rom habe ich entschieden, in der Diözese einen Fond Gesu Divino Lavoratore einzurichten, um die Würde der Arbeit in Erinnerung zu rufen, und mit einem Anfangskapital von einer Million Euro an die diözesane Caritas auszustatten.“ (Brief, 8. Juni 2020)

Die weitere Entwicklung dieser Geste und der Initiativen des Heiligen Stuhls muss verfolgt werden. Die katholische Kirche in Deutschland wie auch das deutsche Volk insgesamt sind für ihre Großzügigkeit gegenüber den Hilfsbedürftigen und Notleidenden bekannt. Gott sei Dank, die Pandemie konnte in Deutschland einigermaßen gut eingedämmt werden, nicht zuletzt wegen der guten Strukturen, verantwortungsvoller Politiker und einem Gesundheitswesen auf hohem Niveau. In dieser Situation könnte Deutschland wieder einmal seine Großzügigkeit bei der Hilfe für die Nationen zeigen, die von Covid-19 besonders schwer getroffen worden sind. Daher danke ich der Deutschen Bischofskonferenz, den deutschen Diözesen, weltkirchlichen Hilfswerken und Ordensgemeinschaften für die internationale Solidaritätsaktion durch Gebet, Information und Spenden, insbesondere die Sonderkollekte am 6. September 2020.

Dies wäre sodann eine gute Antwort auf des Herrn Weckruf: „Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt“ (Lk 13,5).

Hinweis:

Das Grußwort ist unten auch als pdf-Datei verfügbar.

Deutsche Bischofskonferenz startet Twitter-Kanal

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. September 2020 - 8:29

Unmittelbar vor ihrer Herbst-Vollversammlung vom 22. bis zum 24. September 2020 in Fulda richtet die Deutsche Bischofskonferenz ihren neuen Twitter-Kanal ein. Unter www.twitter.com/dbk_online wird seit heute, 18. September 2020, über Neuigkeiten und die Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz berichtet. Neben Stellungnahmen zu aktuellen Themen finden auch Termine und Veranstaltungen Berücksichtigung. Eine wichtige Zielgruppe sind dabei Journalisten, Medienvertreter und Multiplikatoren, kirchliche Interessierte und politische Verantwortliche, die über den Mikroblogging-Dienst Zugang zu Informationen für die Berichterstattung rund um die Bischofskonferenz erhalten sollen. Außerdem ist geplant, künftig live von Veranstaltungen wie zum Beispiel öffentlichen Podiumsdiskussionen zu twittern.

„Wir bauen unsere Präsenz in den Sozialen Medien immer weiter aus. Nachdem sich unser Facebook-Kanal seit dem Start im Februar gut etabliert hat und sich unsere Community dort immer weiter vergrößert, haben wir uns entschlossen, auch einen Twitter-Kanal zu eröffnen. Anders als auf Facebook möchten wir hier noch präziser über aktuelle Themen berichten. Der Informationswert und die Aktualität unserer Tweets steht klar im Vordergrund“, erklärt der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ.

Außerdem sind Videos von Veranstaltungen der Deutschen Bischofskonferenz und Pressekonferenzen künftig auch auf YouTube zu finden. Hier ist zudem ein Live-Streaming von ausgewählten Veranstaltungen geplant. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie erhoffen wir uns, mittels Livestreaming noch mehr Menschen Zugang zu unseren Angeboten ermöglichen zu können“, so P. Langendörfer.

Bischof Bätzing gratuliert zum jüdischen Neujahrsfest Rosch haSchana

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. September 2020 - 9:44

Anlässlich des morgen (Freitag, 18. September 2020) beginnenden jüdischen Neujahrsfestes Rosch haSchana übermittelt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, sowie allen jüdischen Mitbürgern Friedens- und Segenswünsche.

In seinem Grußwort an den Zentralratspräsidenten erinnert Bischof Bätzing an die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Schutzmaßnahmen, die ergriffen wurden, um Menschenleben zu retten. „Auch das Leben der jüdischen und christlichen Gemeinden war und ist davon betroffen. Die hohen jüdischen Feiertage werden nicht wie gewohnt begangen werden können. Gerade an solchen Tagen wird uns bewusst, wie sehr wir auf soziale Beziehungen und auf die physische Nähe unserer Mitmenschen angewiesen sind“, so Bischof Bätzing. Viele Menschen hätten ein hohes Maß an Solidarität und Selbstdisziplin gezeigt und tun es noch immer.

Leider habe die Corona-Pandemie aber auch die Verbreitung von Verschwörungsmythen befeuert, die Existenz oder Ausmaß der Pandemie bestreiten und dunkle Mächte mit bösen Absichten hinter den Schutzmaßnahmen vermuten. „Nicht selten sind diese Verschwörungsmythen antisemitisch kontaminiert und fördern die gesellschaftliche Verbreitung antijüdischer Vorurteile. Sie bilden den Nährboden für antisemitische Anschläge wie auf die Synagoge in Halle an Jom Kippur. Verschwörungsideologen zu widersprechen und antijüdische Vorurteile zu ächten, ist die Pflicht aller Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt auch der Christinnen und Christen“, schreibt Bischof Bätzing.

Gleichzeitig würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz den Zentralrat der Juden und dessen 70jähriges Bestehen. „Was nach der Shoah als Provisorium geplant wurde, ist heute eine hoch respektierte Institution, deren Stimme in der Gesellschaft ebenso wie in den Kirchen Gehör findet.“

Hinweis:
Das Grußwort von Bischof Bätzing zum jüdischen Neujahrsfest ist unten als pdf-verfügbar.

Caritas-Sonntag 2020 – „Sei gut, Mensch!“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. September 2020 - 10:17

Am 20. September findet der Caritas-Sonntag 2020 statt. Mit ihm soll bewusst gemacht werden, dass Caritas, also gelebte Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Solidarität gegenüber den Mitmenschen zusammen mit der Verkündigung und der Liturgie das Fundament der Kirche und des christlichen Lebens sind. In den Pfarrgemeinden wird am Caritas-Sonntag eine Kollekte gehalten für die Aufgaben der Caritas wie beispielsweise die Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe oder die Beratung von Familien. „Sei gut, Mensch!“ lautet das Thema der Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes. Unter diesem Leitthema steht auch der Caritas-Sonntag am 20. September 2020.

In ihrem Aufruf schreiben die deutschen Bischöfe: „Wir brauchen gute Menschen, die Gutes tun! Tag für Tag ist in unzähligen Einrichtungen und Projekten der Kirche und ihrer Caritas erlebbar, wie haupt- und ehrenamtlich Engagierte Probleme anpacken und anderen zur Seite stehen.“ Dabei dürfe „gut sein“ nicht an Grenzen Halt machen, denn in anderen Ländern gäbe es oft noch größeren Bedarf an Hilfe und Unterstützung. „Vieles ist möglich, wenn wir Menschlichkeit leben.“

Die Bischöfe betonen: „Die Kollekte des Caritas-Sonntags ist für die vielfältigen Anliegen der Caritas in unseren Pfarrgemeinden und der Diözese bestimmt. Bitte unterstützen Sie durch Ihre Gabe die Arbeit der Caritas. Dafür danken wir Ihnen sehr herzlich.“

Da aufgrund der Corona-Pandemie öffentliche Gottesdienste derzeit nur eingeschränkt stattfinden und die Kollekte nicht in der gewohnten Form gehalten werden kann, gibt es auch die Möglichkeit, direkt an den Deutschen Caritasverband zu spenden:

Deutscher Caritasverband
IBAN: DE 54 6602 0500 0001 7777 00
BIC: BFSWDE33KRL (Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe)

Hinweise:
Der Aufruf der deutschen Bischöfe zum Caritas-Sonntag ist unter Aufrufe der deutschen Bischöfe verfügbar. Weitere Informationen finden Sie unter www.caritas.de.

„Elternbriefe du+wir“ im neuem Newsletter-Format

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. September 2020 - 10:56

Passgenau zum Alter des Kindes kamen die Elternbriefe du+wir als pdf-Datei im E-Mail-Versand schon länger zu den Eltern. Jetzt gibt es sie im neu gestalteten Newsletter-Format. Die 45 Briefe, die Eltern von der Geburt bis zum 9. Geburtstag ihrer Kinder begleiten, werden im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (AKF) herausgegeben.

„Die Elternbriefe sind ein bewährtes Orientierungs- und Unterstützungsangebot der katholischen Kirche. Mit dem neuen Newsletter-Format sind wir mit unserem Angebot auf der Höhe der Zeit“, so der Vorsitzende des Kuratoriums der Elternbriefe, Weihbischof Karl Borsch (Aachen). „Mütter und Väter sehen jetzt auf den ersten Blick, was sie im jeweiligen Elternbrief lesen können, und sind mit einem Klick auf dem betreffenden Text auf der umfangreichen Elternbriefe-Internetseite.“

Die Elternbriefe du+wir wurden von den Bischöfen schon Anfang der 1960er Jahre ins Leben gerufen. Damals wie heute war und ist es ihr Anliegen, mit den Briefen Mütter und Väter bei der Erziehung der Kinder zu unterstützen und liebevoll zu begleiten. So möchten sie dazu beitragen, dass das Leben in Ehe und Familie gelingt. „Die Inhalte spiegeln daher die ganze Bandbreite des Zusammenlebens mit Kindern mit all seinen Höhen und Tiefen“, erklärt der Geschäftsführer der AKF, Hubert Heeg. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Paarbeziehung und auf Sinn- und Wertfragen. Erarbeitet wurden die Briefe von einem Team von Fachleuten, die Texte werden regelmäßig aktualisiert. Mit dem Newsletter wird nun auch das Format an die Lesegewohnheiten heutiger Eltern angepasst.

Die Elternbriefe können auch in der kostenlosen App oder auf der Internetseite www.elternbriefe.de gelesen werden. Hier finden Eltern über die Briefe hinaus weitere Anregungen und Tipps zu Erziehungsthemen, ganz aktuell auch zum Thema Corona.

Ausführliche Informationen rund um die Elternbriefe sind auf www.elternbriefe.de zu finden.

Marsch für das Leben 2020

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 11. September 2020 - 9:38

Am Samstag nächster Woche (19. September 2020) findet wie in den vergangenen Jahren der Marsch für das Leben in Berlin statt. Der Bundesverband Lebensrecht e. V. ruft dabei zum Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod auf.

In einem Grußwort dankt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, für das ungebrochene Engagement zum Lebensschutz. „Die Corona-Pandemie führt uns eindringlich vor Augen, wie verwundbar und schutzbedürftig der Mensch ist. Das Erleben der Zerbrechlichkeit des eigenen Daseins motiviert viele Menschen zu einer neuen Solidarität gegenüber älteren und kranken Mitmenschen. Weltweit setzen sich Ärzte und Pflegekräfte, aber auch Seelsorgerinnen und Seelsorger, einem gesundheitlichen Risiko aus, um den Kranken zu helfen. Sie alle verdienen unsere aufrichtige Anerkennung. Durch ihren Einsatz kann uns bewusster werden, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist, das nie seinen Wert verliert und um das es sich zu kämpfen lohnt“, so Bischof Bätzing.

Mit Blick auf die Debatte um autonomes Sterben sähen Christen die menschenwürdige Antwort auf Krankheit und Leid darin, einander beizustehen, physische wie seelische Schmerzen zu lindern und vor allem bei Angst und Einsamkeit den Trost Gottes zuzusprechen. „Das Leben behält in jeder Situation – auch in scheinbarer Ausweglosigkeit – seinen Sinn durch die Gewissheit, dass Gott es in seiner Hand hält und es von der Dunkelheit zum Licht führen will“, so Bischof Bätzing.

Hinweise:
Das Grußwort von Bischof Bätzing ist unten als pdf-Datei verfügbar. Weitere Informationen zum Marsch für das Leben gibt es unter www.marsch-fuer-das-leben.de.

Die nächste ökumenische Woche für das Leben wird sich erneut dem Schutz des menschlichen Lebens annehmen und die christliche Sorge um die Sterbenden in den Vordergrund stellen. Sie findet vom 17. bis 24. April 2021 statt.

Bischof Bätzing veröffentlicht Reflexion zur Corona-Pandemie

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 10. September 2020 - 8:21

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hat am 10. September 2020 eine theologische Reflexion zur Corona-Pandemie veröffentlicht. Unter dem Titel Corona und die Suche nach der künftig gewesenen Zeit geht er den Erfahrungen und Auswirkungen der Pandemie in Kirche und Gesellschaft nach. Dabei fragt er, wie in künftigen Generationen an Corona erinnert werde, was die Kirche in der Krise getan habe und ob Corona eine entscheidende Wegmarke für Europa gewesen sein wird. Der Text ist eine als Essay verfasste Betrachtung, die Denkanstöße geben soll und feststellt: „Ob es auch diesmal eine neue Epoche der Weltgeschichte werden wird, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall aber werden wir alle sagen können: Wir sind dabei gewesen.“

Hinweis:

Die Publikation Corona und die Frage nach der künftig gewesenen Zeit. Ein Beitrag von Bischof Dr. Georg Bätzing (Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 34, Bonn 2020) steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre bestellt werden.

Bischof Fürst zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. September 2020 - 11:59

Am 13. September 2020 begeht die katholische Kirche den 54. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Wie in den vergangenen Jahren hat Papst Franziskus dazu eine Botschaft mit dem Titel „‚Damit du deinem Sohn und deinem Enkel erzählen kannst‘ (Ex 10,2). Das Leben wird Geschichte“ veröffentlicht. Zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel erklärt der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart):

Unser Glaube lebt von Erzählungen, ja unsere ganze Menschheitsgeschichte beruht auf dem Erzählen und Weitergeben von Erfahrungen und Wissen. Darauf macht Papst Franziskus in seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel aufmerksam, den die Kirche am kommenden Wochenende begeht. „Wir haben die Wahrheit guter Geschichten nötig wie den Atem“, schreibt der Papst. „Der Mensch ist ein Erzähler. (…) Geschichten prägen uns, sie formen unsere Überzeugungen und unser Verhalten, sie können uns dabei helfen, zu verstehen und zu sagen, wer wir sind.“ Das gilt für Märchen, Romane, Sagen und Fabeln und die biblischen Geschichten. Wir werden von all diese Erzählungen beeinflusst, nehmen uns die Figuren als Vorbilder, orientieren uns an ihrem Handeln, ihren Werten.

„Beim Eintauchen in die Geschichte können wir heroische Beweggründe finden, die uns helfen, uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen“, so Papst Franziskus. Auch in der aktuell globalen Krise der Corona-Pandemie vermögen wir darauf zurückzugreifen. Die Erfahrungen des Lockdowns, von Einsamkeit, Stillstand und Isolation können wir reflektieren durch Erzählungen. Wir können, gerade auch durch biblische Texte wie die Psalmen, Trost und Zuversicht finden.

Unser Miteinander hat sich durch die Pandemie ebenfalls verändert. Familie, Freunde, Arbeitskollegen, oft haben wir sie wochenlang nicht gesehen und müssen auch jetzt noch Abstand halten und Acht geben. Unsere Aktivitäten waren eingeschränkt. Umso wichtiger wurden andere Wege der Kommunikation für uns, um den Kontakt untereinander zu halten. Telefonate mit den Verwandten, Geburtstagsgrüße per SMS, der Austausch mit Klassenkameraden im Chat über die sozialen Medien – das alles hat uns durch diese Zeit getragen. Das Erzählen und Teilen der Erlebnisse, egal über welche Kommunikationswege, hat uns zusammen- und lebendig gehalten.

Es ist gut, dass wir Medien haben, die Geschichten des Lebens in diesen Wochen und Monaten erzählt haben. Es waren auch Geschichten des Sterbens. In allen Geschichten, auch unseren Lebensgeschichten, wird eines deutlich: Es lohnt, vom Leben zu erzählen, um Erfahrungen und Emotionen, um Wissen und Verantwortung auch an künftige Generationen weiterzugeben. Der diesjährige Mediensonntag lädt ein, diese Geschichten zu erzählen, für die Gegenwart und die kommende Generation. Medien helfen uns dabei – ob das Internet oder das noch immer und stets aktuelle gedruckte Buch. Die größte aller Geschichten ist und bleibt die Heilige Schrift. Sie zu erzählen, lohnt das ganze Leben.




Hinweis:
Die Botschaft von Papst Franziskus zum 54. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist als pdf-Datei auf der Themenseite Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (Mediensonntag) verfügbar.

Stellungnahme von Erzbischof Heße zu den Bränden im Flüchtlingslager Moria

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. September 2020 - 11:31

Angesichts der Brände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg):

„Die Nachricht vom Feuer im Flüchtlingslager Moria darf niemanden, der in Politik und Kirche Verantwortung trägt, gleichgültig lassen. Alle Leidtragenden schließe ich in mein Gebet ein. In die Betroffenheit über das Elend der Schutzsuchenden mischt sich die Bestürzung über das politische Versagen. Man muss es wohl so offen sagen: Es handelt sich um eine Katastrophe mit Ansage. Die mit dem Flüchtlingslager Moria verfolgte Politik der Abschreckung geht auf Kosten der Menschlichkeit. Schon seit Langem war die Situation der Schutzsuchenden auf den ägäischen Inseln – vor allem im überfüllten Lager Moria – unerträglich. Deshalb gab es aus Kirche und Zivilgesellschaft immer wieder deutliche Appelle, die humanitäre Krise an den EU-Außengrenzen zu überwinden und für eine menschenwürdige Aufnahme der Schutzsuchenden zu sorgen. Mit Nachdruck wurde gefordert, dass vor allem Kinder, Familien und besonders vulnerable Flüchtlinge aus dem Lager Moria rasch auf das europäische Festland gebracht und in Deutschland oder anderen EU-Staaten aufgenommen werden. Anfang des Monats hat die katholische Friedensbewegung Pax Christi die Kampagne ‚Kein Weihnachten in Moria‘ initiiert, die – ebenso wie frühere kirchliche und zivilgesellschaftliche Initiativen – darauf drängt, Flüchtlinge aus Moria zeitnah nach Deutschland ausreisen zu lassen.

Allen Appellen, Initiativen und Warnungen zum Trotz: Passiert ist bislang erschreckend wenig. Sicherlich hat die Bundesregierung zwischenzeitlich einigen alleinreisenden Kindern und Jugendlichen sowie behandlungsbedürftigen Kindern und deren Familien die Einreise ermöglicht. Doch insgesamt betrachtet war dies nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Das grundlegende Problem des Hotspots Moria wurde nicht angegangen. Stattdessen gab und gibt es auf Ebene der Bundesregierung und der EU-Kommission sogar das Bestreben, das gescheiterte Hotspot-System auszuweiten und künftig nahezu alle Asylverfahren an den Außengrenzen durchzuführen. Davor kann angesichts der Situation auf den griechischen Inseln nur gewarnt werden. Europa muss nun alles daransetzen, die bestehende humanitäre Krise zu überwinden, statt potenziell neue Krisenherde zu entfachen. Mehr denn je stehen Deutschland und Europa in der Pflicht, die desaströsen Verhältnisse auf Lesbos zu beenden und Schutzsuchenden eine menschenwürdige Aufnahme zu ermöglichen. Gefordert ist der politische Wille, eine Lösung im Geist der europäischen Solidarität zu finden, das heißt: eine gerechte Verantwortungsteilung zwischen den EU-Staaten bei der Aufnahme von Schutzsuchenden. Die bisherigen politischen Blockaden müssen überwunden werden. Wenn nicht alle Mitgliedstaaten dazu bereit sind, muss eine humanitäre Koalition der Willigen vorangehen. Europa kann es sich nicht länger erlauben, die Augen zu verschließen.“

Ausschreibung des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2021

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 8. September 2020 - 9:58

Am 8. Juni 2021 vergibt die Deutsche Bischofskonferenz zum vierten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 30. November 2020 beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingereicht werden.

„Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind weiterhin drängende Probleme unserer Gesellschaft und kommen auch in der Kirche vor. Seit der ersten Verleihung unseres Preises 2015 hat fremdenfeindliche Gewalt leider noch zugenommen“, erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Jury-Vorsitzende, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg).

Mit dem Preis sollen Personen, Gruppen oder Organisationen ausgezeichnet werden, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus engagieren oder sich prägend an ökumenischen bzw. gesellschaftlichen Initiativen beteiligen. „Viele Menschen in unseren Gemeinden und kirchlichen Verbänden engagieren sich mit Kreativität, Leidenschaft und Mut für Zusammenhalt und Verständigung in der Gesellschaft. Sie treten jeden Tag für die Würde aller Menschen ein, auch angesichts von Anfeindungen und in einem Klima der Verunsicherung. Wir möchten diesen Einsatz würdigen und mit der Auszeichnung diese Initiativen als Beispiel und Ermutigung für andere bekannt machen“, so Erzbischof Dr. Heße.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf Anregung der Migrationskommission 2015 zum ersten Mal ausgelobt. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und kann auf bis zu drei Preisträger aufgeteilt werden. Verliehen wird der Preis auf Vorschlag einer fachkundigen Jury durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing.

Die Preisverleihung wird am 8. Juni 2021 in Köln stattfinden. Aus dem Erzbistum Köln stammt auch der Gewinner des dritten Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2019, die Initiative „Global Village: Weltort Lennep“ der Remscheider Kirchengemeinde St. Bonaventura.

Hinweise:
Personen, Gruppen oder Initiativen können sich entweder selbst um den Preis bewerben oder vorgeschlagen werden. Bewerbungen oder Vorschläge sind bis zum 30. November 2020 per E-Mail an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz zu senden (preis-gegen-fremdenfeindlichkeit(at)dbk.de). Sie sollten folgendermaßen aufgebaut sein: (1) Kurzbeschreibung des Engagements (max. eine halbe DIN-A4-Seite), (2) ausführlichere Beschreibung (ca. zwei DIN-A4-Seiten), (3) ggf. eine Auswahl weiterer Materialien wie z. B. Bilder oder elektronische Publikationen.

Der Flyer zur Ausschreibung und ein Plakat (DIN A3) sowie weitere Informationen sind unter auf der Themenseite des Preises verfügbar. Print-Versionen des Flyers mit Informationen zur Ausschreibung sowie das Plakat können auch kostenfrei in der Rubrik Publikationen bestellt werden.

Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 22. bis 24. September 2020 in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. September 2020 - 11:40

Vom 22. bis 24. September 2020 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 69 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Bischof Dr. Georg Bätzing, teil. Coronabedingt tagen die Bischöfe einen Tag kürzer sowie in einem ausreichend großen Saal, der im Stadtschloss Fulda zur Verfügung gestellt wird. Am Nachmittag des Eröffnungstages der Vollversammlung am Dienstag, 22. September 2020, wird der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilnehmen.

Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das kirchliche Leben und der weitere Fortgang des Synodalen Weges insbesondere nach den gerade stattgefundenen Regionenkonferenzen. Die Vollversammlung wird sich außerdem mit der Kirchenstatistik 2019 und der Instruktion der Kongregation für den Klerus über die Pfarrgemeinde befassen. Beim Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ wird es um weitere Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) gehen. Ein weiteres Thema ist ein Text zu Trauerfeiern und Gottesdiensten nach Kataststrophen.

Heute laden wir Sie herzlich zur Berichterstattung ein. Unter den gegebenen Umständen und Schutzbestimmungen ist im Pressearbeitsraum, im Pressekonferenzraum und im Dom die Anzahl der Personen begrenzt. Da die Nachfrage nach diesen Plätzen höher sein wird als das Angebot, werden wir uns vorbehalten, die Plätze im Rotationsverfahren und stets nur an einen Vertreter einer Redaktion zu vergeben. Näheres erfahren alle akkreditierten Medienvertreter nach Ablauf der Akkreditierungsfrist in einer separaten E-Mail. Ausschließlich für eine mögliche Rückverfolgung von Infektionsketten werden Ihr Name und Ihre Kontaktdaten an die veranstaltenden Häuser weitergegeben. Derzeit sind folgende Pressetermine geplant:

Dienstag, 22. September 2020:
9.45 Uhr    Bildtermin im Sitzungssaal zum Auftakt der Vollversammlung;
Ort: Treffpunkt im Innenhof des Stadtschlosses

13.00 Uhr    Pressestatement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zum Auftakt der Vollversammlung;
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

18.30 Uhr    Eröffnungsgottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing.

Mittwoch, 23. September 2020:
7.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda, Predigt von Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln)

13.00 Uhr    Pressegespräch zum Thema „Corona – kirchliche Verantwortung und Anwaltschaft“ mit:

  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen,
  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche.

Im Gespräch werden die weltkirchliche Perspektive und die Auswirkungen der Corona-Pandemie ebenso angesprochen wie die Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem, was die Mitte der Gesellschaft ausmacht. Aus pastoraler Sicht wird nach der Präsenz der Kirche und deren seelsorglichen Angeboten für die Menschen in der Corona-Pandemie gefragt.
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

Donnerstag, 24. September 2020:
7.30 Uhr    Gottesdienst im Dom zu Fulda – Gedächtnisgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, Predigt von Kardinal Reinhard Marx (München und Freising)

14.00 Uhr    Abschlusspressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ;
Ort: Auditorium maximum der Theologischen Fakultät

Hinweise:

Tagungsort: Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt im Stadtschloss Fulda (Schloßstraße 1, 36037 Fulda). Sie ist nicht öffentlich.

Akkreditierung: Für die Pressetermine ist eine eigene Akkreditierung der Journalisten erforderlich. Eine Akkreditierung ist nur online möglich. Nutzen Sie dazu bitte das Online-Formular. Die Akkreditierung muss spätestens bis Donnerstag, 17. September 2020, 12.00 Uhr erfolgen. Die Akkreditierungsausweise können Sie ab Dienstag, 22. September 2020, ab 9.00 Uhr im Priesterseminar Fulda abholen. Eine Nutzung der Arbeitsräume oder ein Besuch der Pressetermine ist nur mit dem Akkreditierungsausweis möglich!

Fernsehaufnahmen während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für die Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere für den Eröffnungsgottesdienst am 22. September 2020 um 18.30 Uhr) ist eine Dreherlaubnis erforderlich, die über die Bischöfliche Pressestelle Fulda (Postfach 11 53, 36001 Fulda, Tel. 0661/87299, Fax 0661/87568, E-Mail presse(at)bistum-fulda.de) eingeholt werden kann. Aufgrund der coronabedingten Abstände sind die Plätze limitiert.

Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda: Für das Fotografieren während der Gottesdienste im Dom zu Fulda (insbesondere während des Eröffnungsgottesdienstes am 22. September 2020 um 18.30 Uhr) gelten die gleichen Regeln wie für Fernsehaufnahmen.

Livestream der Gottesdienste: Aufgrund der wenigen Plätze für Medien im Fuldaer Dom weisen wir auf den Livestream aller Gottesdienste hin, der vom Bistum Fulda erstellt wird: www.bistum-fulda.de

Eucharistiefeiern: Zur Teilnahme an den weiteren morgendlichen Eucharistiefeiern (Mittwoch, 23. September 2020, und Donnerstag, 24. September 2020, jeweils um 7.30 Uhr) im Dom zu Fulda sind einige wenige Presseplätze vorhanden. Bitte geben Sie Ihren Teilnahmewunsch bei der Akkreditierung an.

Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz: Die Pressestelle ist von Dienstag, 22. September 2020, 9.00 Uhr, bis Donnerstag, 24. September 2020, 16.00 Uhr, im Bischöflichen Priesterseminar zu erreichen (Tel. 0661/87229, Fax 0661/87543, E- Mail pressestelle(at)dbk.de).

Pressearbeitsraum: Der Arbeitsraum für Journalisten befindet sich gegenüber dem Priesterseminar in der Theologischen Fakultät, Eduard-Schick-Platz 2. Er ist aufgrund der Corona-Situation zugänglich am 22. September 2020 von 8.00 Uhr bis 21.00 Uhr, am 23. September 2020 von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am 24. September 2020 von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Aufgrund der Hygienemaßnahmen können nur eingeschränkt Getränke und Verpflegung gereicht werden.

Maskenpflicht: Es besteht für alle akkreditierten Medienvertreter Maskenpflicht im Dom zu Fulda und in der Theologischen Fakultät bis zur Platzeinnahme.

Stellplätze: Falls Sie auf dem Gelände des Priesterseminars einen Stellplatz für einen Ü-Wagen benötigen, melden Sie sich bitte umgehend bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz bzw. vermerken dies im Online-Akkreditierungsformular.

Weitere Informationen zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie im Pressebereich sowie auf der Themenseite Vollversammlung.

Erzbischof von Minsk darf weiterhin nicht nach Belarus zurückreisen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. September 2020 - 12:52

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt zum weiterbestehenden Einreiseverbot für den Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz:

„Seit dem 31. August 2020 wird dem Erzbischof von Minsk-Mahiljou, Tadeusz Kondrusiewicz, die Einreise in sein Heimatland Belarus verweigert. Diese Vorgehensweise der Behörden ist absolut inakzeptabel. Sie ist zugleich ein Zeichen dafür, wie sehr sich die belarussische Regierung von den friedlichen Protesten der vergangenen Wochen bedroht fühlt.

Erzbischof Kondrusiewicz, das Oberhaupt der belarussischen Katholiken, hat angesichts der politischen Unruhe im Land wiederholt zu Gewaltlosigkeit und Gebeten aufgerufen. Er unterstützt die Forderung, einen Runden Tisch aller gesellschaftlichen Gruppen zur Überwindung der Krise zu organisieren. Der Erzbischof ist ein Mann des Friedens und des Ausgleichs, der gerade jetzt in Minsk gebraucht wird.

Ich bin überzeugt: Nur Gespräche und Vereinbarungen zwischen Regierung und Opposition können eine weitere Eskalation der angespannten Lage verhindern und eine Lösung herbeiführen, die dem Willen des belarussischen Volkes entspricht. Erzbischof Kondrusiewicz ist hier als Vermittler, aber auch als Stimme der im Westen des Landes ansässigen katholischen Minderheit gefragt.“

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