Augenblicke der Besinnung

Was ließ die heiligen Apostel und Märtyrer
schwere Kämpfe und härteste Strafen ertragen,
wenn nicht der Glaube,
vor allem an die Auferstehung.

Fidelis von Sigmaringen













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Kardinal Marx zur Anschlagsserie auf Sri Lanka

Angesichts der verheerenden Anschlagsserie auf katholische Kirchen und Hotels am heutigen Ostersonntag (21. April 2019) auf Sri Lanka hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Kirche des Landes und allen Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. In einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando, schreibt Kardinal Marx: „Sprachlos stehen wir dieser Welle blinder Gewalt gegenüber, die zum Osterfest die gesamte Bevölkerung Sri Lankas, die vielen Gäste aus dem Ausland und insbesondere die Kirche getroffen hat.“ Dass der Ostertag in Sri Lanka zu einem dunklen Karfreitag werde, an dem der Tod versucht die Macht über das Leben zu gewinnen, lasse jeden Menschen fassungslos dastehen.

„Gerade die katholische Kirche setzt sich seit vielen Jahren für eine nationale Versöhnung in Ihrem Land ebenso ein, wie sie ein stets geschätzter Partner des Dialogs und der caritativen Hilfe ist. Erst vor drei Monaten war der Vorsitzende unserer Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, auf Sri Lanka, um sich ein Bild von der Kirche vor Ort zu machen“, so Kardinal Marx. In seinem Brief fügt er hinzu: „In diesem Moment grausamen Blutvergießens, in dem die Freude über das Osterfest getrübt wird, übermittle ich Ihnen unsere Solidarität und vor allem unser Gebet: Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen. Daran glauben wir, gerade an Ostern.“

Ostern 2019: Botschaft und Segen „URBI ET ORBI“ von Papst Franziskus

Liebe Brüder und Schwestern, frohe Ostern!

Heute erneuert die Kirche die Verkündigung der ersten Jünger: „Jesus ist auferstanden!“. Und von Mund zu Mund, von Herz zu Herz hallt die Einladung zum Lobpreis wider: „Halleluja!

Halleluja!“. An diesem Ostermorgen, der die immerwährende Jugend der Kirche und der gesamten Menschheit darstellt, möchte ich jedem von euch die Anfangsworte des kürzlich erschienenen, den jungen Menschen gewidmeten Apostolischen Schreibens zurufen: „Christus lebt. Er ist unsere Hoffnung und er ist die schönste Jugend dieser Welt. Alles, was er berührt, verjüngt sich, wird neu, füllt sich mit Leben. Die ersten Worte, die ich also an jeden Einzelnen von euch jungen [und an jeden] Christen richten möchte, lauten: Er lebt und er will, dass du lebendig bist! Er ist in dir, er ist bei dir und verlässt dich nie. So sehr du dich auch entfernen magst, der Auferstandene ist an deiner Seite; er ruft dich und wartet auf dich, um neu zu beginnen. Wenn du dich aus Traurigkeit oder Groll, Furcht, Zweifel oder Versagen alt fühlst, wird er da sein, um dir Kraft und Hoffnung zurückzugeben“ (Christus vivit, 1–2).

Liebe Brüder und Schwestern, diese Botschaft richtet sich an jeden Menschen und an die Welt zugleich. Die Auferstehung Christi ist das Prinzip neuen Lebens für jeden Mann und jede Frau, weil die wahre Erneuerung immer vom Herzen, vom Gewissen ausgeht. Aber Ostern ist auch der Anfang der neuen Welt, die von der Sklaverei der Sünde und des Todes befreit wurde: die Welt, die endlich offen ist für das Reich Gottes, das Reich der Liebe, des Friedens und der Brüderlichkeit.

Christus lebt und bleibt bei uns. Er zeigt das Licht seines Antlitzes als Auferstandener und lässt diejenigen nicht im Stich, die sich in Situationen der Prüfung, des Schmerzes und der Trauer befinden. Er, der Lebendige, eröffne dem geliebten syrischen Volk Hoffnung, das Opfer eines fortdauernden Konfliktes ist. Dieser Konflikt läuft Gefahr, von uns immer mehr als selbstverständlich hingenommen zu werden und uns sogar gleichgültig zu machen. Es ist aber der Augenblick gekommen, den Einsatz für eine politische Lösung zu erneuern, die den richtigen Bestrebungen nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit entspricht. Eine solche Initiative stelle sich der humanitären Krise und fördere die sichere Rückkehr der Evakuierten wie auch derer, die in die benachbarten Länder, insbesondere in den Libanon und nach Jordanien, geflohen sind.

Ostern führt uns dazu, den Blick auf den Nahen Osten zu richten, der von ständigen Spaltungen und Spannungen geplagt wird. Die Christen in der Region mögen sich nicht zurückhalten, mit geduldiger Beharrlichkeit den auferstandenen Herrn und den Sieg des Lebens über den Tod zu bezeugen. Einen besonderen Gedanken widme ich der Bevölkerung des Jemen, insbesondere den von Hunger und Krieg zermürbten Kindern. Das österliche Licht erleuchte alle Regierenden und Völker des Nahen Ostens, angefangen von den Israelis und den Palästinensern; es sporne sie an, die vielen Leiden zu lindern und nach einer Zukunft in Frieden und Stabilität zu streben.

Die Waffen mögen aufhören, in Libyen Blut zu vergießen, wo in den letzten Wochen wieder wehrlose Menschen umgekommen sind und viele Familien gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen. Ich rufe die beteiligten Parteien auf, den Dialog der Gewaltanwendung vorzuziehen und zu vermeiden, dass die Wunden eines Jahrzehnts von Konflikten und politischer Instabilität wieder geöffnet werden.

Der lebendige Christus schenke seinen Frieden dem ganzen geliebten afrikanischen Kontinent, der immer noch von gesellschaftlichen Spannungen, Konflikten und zuweilen von gewalttätigen Extremismen erfüllt ist, die Unsicherheit, Vernichtung und Tod zurücklassen, besonders in Burkina Faso, Mali, Niger, Nigeria und Kamerun. Meine Gedanken gehen auch zum Sudan, der einen Augenblick politischer Ungewissheit durchschreitet: Ich hoffe, dass dort alle Instanzen Gehör finden können und sich jeder dafür einsetzt, dem Land zu ermöglichen, zur Freiheit, zur Entwicklung und zum Wohlstand zu finden, nach denen es seit langem strebt.

Der auferstandene Herr begleite die von den zivilen und religiösen Verantwortungsträgern des Südsudan erbrachten Bemühungen, die durch die Früchte der vor einigen Tagen hier im Vatikan abgehaltenen geistlichen Einkehrtage gestärkt wurden. Möge eine neue Seite der Geschichte des Landes aufgeschlagen werden, in der sich alle politischen, gesellschaftlichen und religiösen Kräfte aktiv für das Gemeinwohl und die Versöhnung der Nation einbringen.

An diesem Osterfest möge die Bevölkerung der östlichen Regionen der Ukraine Trost finden, die aufgrund des noch bestehenden Konflikts weiter leidet. Der Herr ermutige die humanitären und auf einen dauerhaften Frieden angelegten Initiativen.

Die Freude der Auferstehung erfülle die Herzen derer, die auf dem amerikanischen Kontinent die Folgen schwieriger politischer und wirtschaftlicher Situationen erleiden. Ich denke insbesondere an das venezolanische Volk: an die vielen Menschen, die wegen einer andauernden und sich vertiefenden Krise der Mindestvoraussetzungen für ein würdiges und sicheres Leben beraubt sind. Der Herr verleihe den politischen Verantwortungsträgern die Kraft, den sozialen Ungerechtigkeiten, den Missbräuchen und den Gewalttätigkeiten ein Ende zu setzen sowie konkrete Schritte zu unternehmen, um die Spaltungen heilen und der Bevölkerung die benötigte Unterstützung zu geben.

Der auferstandene Herr erleuchte die Bemühungen, die in Nicaragua im Gange sind, um so bald wie möglich eine friedliche und ausgehandelte Lösung zugunsten aller Nicaraguaner zu finden.

Angesichts der vielen Leiden unserer Zeit möge der Herr des Lebens uns nicht kalt und gleichgültig antreffen. Er mache aus uns Erbauer von Brücken, nicht von Mauern. Er, der uns seinen Frieden gibt, möge den Lärm der Waffen im Umfeld der Kriege wie auch in unseren Städten zum Schweigen bringen und er möge die Verantwortlichen der Nationen anregen, sich für die Beendigung des Rüstungswettlaufs und der besorgniserregenden Verbreitung der Waffen einzusetzen, vor allem in den wirtschaftlich fortgeschritteneren Ländern. Der Auferstandene, der die Pforten des Grabes weit aufgerissen hat, möge unsere Herzen für die Bedürfnisse der Notleidenden, der Wehrlosen, der Armen, der Arbeitslosen, der Ausgegrenzten sowie derer öffnen, die auf der Suche nach Brot, nach Zuflucht und nach Anerkennung ihrer Würde sind.

Liebe Brüder und Schwestern, Christus lebt! Er ist Hoffnung und Jugend für jeden von uns und die gesamte Welt. Lassen wir uns von ihm erneuern! Frohe Ostern!

Mittelloggia des Petersdoms
Sonntag, 21. April 2019

Kardinal Marx ruft in Osterbotschaft zu Konzentration auf Kernfrage um Leben und Tod auf

In seiner Osterbotschaft warnt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die christliche Botschaft zum Schüren von Angst und zur Machtausübung zu missbrauchen. „Die österliche Dynamik widersteht einer Kultur des Todes, die sich selbst immer wieder nährt aus Angst, Misstrauen, Hass und Gewalt. Deshalb gilt: Wo innerhalb und außerhalb der Kirche Angst und Hass und Vorurteile und Misstrauen gefördert werden, wird das Evangelium von Ostern verraten“, sagte der Kardinal in seiner Predigt in der Osternacht am späten Samstagabend, 20. April, im Münchner Liebfrauendom. „Wo der Glaube missbraucht wird als Instrument der Spaltung, der Unterdrückung und Erniedrigung, wird die österliche Botschaft pervertiert. Und das ist sicher auch in der Geschichte der Kirche geschehen und geschieht immer wieder.“

Die österliche Botschaft dagegen sage den Menschen, dass ihr Leben Sinn und Bestand habe.  Der Schöpfer des ganzen Universums sei in Jesus Bruder aller Menschen geworden und habe in ihm gezeigt, was Leben bedeute und dass das Leben im Letzten unzerstörbar sei. „Im Grunde löst die Botschaft von Ostern doch eine Bewegung gegen die Angst aus.“

Kardinal Marx stellt klar, dass es der Auftrag der Christen sei, „als Kirche – aber auch in unseren Gesellschaften und in den politischen Auseinandersetzungen – das österliche Zeugnis der Hoffnung spürbar und sichtbar zu machen. In dieser Hoffnung für alle Menschen liegt die christliche Prägung unseres Kontinents, die christliche Prägung Europas: Ostern ist ein Ja-Wort zum Leben, zur Schöpfung, zum Miteinander aller Menschen!“
 
Wenn indessen über kirchliche Themen oder über den christlichen Glauben gesprochen werde, dann gehe es meist um Krisen, Skandale, Versagen oder schwer verständliche Glaubenssätze. Dies sei zwar zweifellos auch richtig und wichtig. Aber die für die menschliche Existenz wirklich grundlegende Frage von Leben und Tod werde nach seinem Eindruck nicht so oft gestellt, gibt Marx zu bedenken. „Ist das nicht letztlich die Frage aller Fragen: Ist mein Leben Produkt eines Zufalls? Oder habe und bin ich eine Mission? Ist mein Leben ausgerichtet auf ein Ziel? Hat es einen Sinn?“

Ihm persönlich seien diese Fragen kürzlich angesichts der ersten Fotografie eines „Schwarzen Lochs“ wieder besonders deutlich geworden. „Mir ist dabei die unendliche Weite und Größe des Universums neu klar geworden und die absolute Einmaligkeit des Planeten Erde, auf dem wir leben – und auch die Unwahrscheinlichkeit meiner eigenen Existenz. Es ist doch ein großes Wunder, dass ich leben darf, dass es mich gibt.“ Das Staunen über dieses Wunder gelte für jeden einzelnen Menschen und damit verbunden auch die Frage, wie dieses kostbare Geschenk des Lebens angenommen und gestaltet werde.

„Kirche kann nur synodale Kirche sein“

Zum Gründonnerstag hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Notwendigkeit eines gemeinsamen synodalen Weges aller Gläubigen hervorgehoben und fordert, dass die Kirche lernen und sich weiterentwickeln müsse.  „Die Kirche ist unterwegs. Sie ist noch nicht am Ziel! Und sie ist als Gemeinschaft unterwegs, sie ist synodal unterwegs; denn nichts anderes bedeutet das Wort ‚Synode‘: gemeinsam auf dem Weg sein“, sagt der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Predigt zur Messe vom Letzten Abendmahl im Münchner Liebfrauendom. „Die Mühen und Herausforderungen des Weges kann man sich nicht ersparen, wenn man ans Ziel kommen will.“

Kardinal Marx erinnert daran, dass für das Volk Israel der Weg durch die Wüste „nicht nur ein notwendiges Übel, sondern eine wesentliche Lern- und Entwicklungsphase“ gewesen sei, „um überhaupt zu begreifen, um was es geht in dem verheißenen Land, was der Bund bedeutet, den Gott mit ihnen schließen will“. Die deutschen Bischöfe, deren Vorsitzender der Münchner Erzbischof ist, hatten vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise der Kirche und der Diskussion um den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt bei ihrer jüngsten Frühjahrsvollversammlung einen „Synodalen Weg“ beschlossen, der als gemeinsamer und offener Diskussionsprozess von Klerikern und Laien über die Zukunft der Kirche angelegt ist.

Der Kristallisationspunkt des Unterwegsseins der Kirche sei die Feier der Eucharistie. „Hier zeigt sich am deutlichsten, wer und was Kirche ist, was sie bedeutet, wozu wir gesandt sind: Alle Schwestern und Brüder sind am Tisch des Herrn versammelt und feiern den Tod und die Auferstehung Jesu Christi in ihrer Mitte. Der Priester leitet die Feier und alle wirken mit.“ Im Priester werde die Gestalt Jesu sichtbar, „der allen dient und der für alle da ist, der auf alle hört und jedem die Füße wäscht“. Zur Heiligen Kommunion zu gehen, zu kommunizieren, das bedeute für alle Gläubigen, auch für den Priester, sich in die Haltung Jesu hineinziehen zu lassen, von ihm zu lernen und von ihm her gemeinsam Kirche zu sein. „Als Weggemeinschaft gibt die Kirche Zeugnis von Gott und dient den Menschen.“

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising

Kardinal Marx zum Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris

Mit Fassungslosigkeit und Erschütterung hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, auf den verheerenden Brand der Kathedrale Notre Dame in der französischen Hauptstadt Paris reagiert. In einem Brief an den Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, schreibt Kardinal Marx: „Was gestern mit Ihrer Bischofskirche Notre Dame geschehen ist, lässt sich nicht in Worte fassen. Ich übermittle Ihnen, den Gläubigen des Erzbistums Paris und allen Menschen Frankreichs meine tief empfundene Anteilnahme.“

Mit dem Feuer und der weiten Zerstörung von Notre Dame sei das Herzstück des katholischen Glaubens in Paris ebenso getroffen worden wie eines der Wahrzeichen ganz Frankreichs und Europas. „In Notre Dame haben sich über Jahrhunderte Baustile, Kunstgeschichte und bedeutende historische Ereignisse vereint, die den europäischen Kontinent mit prägten. In der Sprachlosigkeit über diesen Schicksalsschlag für Ihr Land versichere ich Ihnen das Gebet der Gläubigen in Deutschland“, schreibt Kardinal Marx. Die Kathedrale von Paris sei jener Ort, an dem französische Geschichte geschrieben und angesichts nationaler Katastrophen in Trauer und Gebet gedacht wurde: „Jetzt ist dieser Ort der Einkehr selbst ein Ort der Trauer. Die Karwoche mit ihren aufrüttelnden Bildern und Texten ist für Paris, Frankreich und Europa zu einer Woche tiefster Trauer geworden“, so Kardinal Marx.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht aktualisierte Fassung der Handreichung zum Kirchenasyl

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (15. April 2019) die zweite Auflage ihrer Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die aktualisierte Fassung eines Dokuments, das vor vier Jahren auf Initiative der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz erschienen ist. Vorausgegangen war seinerzeit eine kontroverse Debatte, die schließlich zu einer Verfahrensabsprache zwischen den beiden großen Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) führte. Mit der neuen Handreichung wird den Entwicklungen der vergangenen Jahre Rechnung getragen.

Das zunächst während einer Pilotphase erprobte „Dossierverfahren“ wurde Anfang 2016 verstetigt. Insgesamt hat sich die Vereinbarung bewährt, gerade mit Blick auf die Benennung kirchlicher und staatlicher Ansprechpartner. Dennoch gibt es von beiden Seiten immer wieder Kritik an der konkreten Umsetzung des Verfahrens. Im Sommer 2018 hat die Innenministerkonferenz eine Neuregelung beschlossen, die das Gewähren von Kirchenasyl unter bestimmten Bedingungen erschwert.

In seinem Geleitwort verweist der Vorsitzende der Migrationskommission, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), auf die Zielrichtung des nun vorliegenden Dokuments: „Die zweite Auflage der Handreichung soll dazu beitragen, dass die Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften über die veränderten Bedingungen gut informiert sind und für einen sorgsamen Umgang mit der Tradition des Kirchenasyls sensibilisiert werden.“ Neben Informationen zum rechtlichen und politischen Kontext enthält die Handreichung wichtige Praxishinweise, etwa zu den notwendigen Entscheidungs- und Kommunikationswegen. „Leitend ist für die deutschen Bischöfe die Überzeugung: Wenn es darum geht, in Einzelfällen unzumutbare Härten abzuwenden, wird das Kirchenasyl als letztes Mittel auch künftig gebraucht“, so Erzbischof Dr. Heße.


Hinweise:

Die zweite Auflage der Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann die Handreichung auch als Broschüre bestellt werden (Die deutschen Bischöfe, Migrationskommission, Nr. 42, Bonn 2019).

Ausführliche Informationen zum kirchlichen Engagement für schutzsuchende Menschen finden Sie auf der Themenseite Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche.

Erzbischof Schick und Erzbischof Wojda beenden gemeinsame Syrien-Reise

Heute (12. April 2019) endet die viertägige Reise von Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Erzbischof Dr. Tadeusz Wojda SAC (Białystok/Polen) nach Syrien. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und der für internationale Angelegenheit der Polnischen Bischofskonferenz zuständige Erzbischof waren gemeinsam zu einem Besuch nach Aleppo und Homs aufgebrochen, um der Kirche in dem durch Krieg und Bürgerkrieg verwüsteten Land ihre Solidarität zu bezeugen. „Die Katholiken in Deutschland und Polen stehen vereint an der Seite des leidenden syrischen Volkes. Gemeinsam bekunden wir unsere Verbundenheit mit der Kirche in Syrien. Und gemeinsam suchen wir nach Wegen der Hilfe“, erklärte Erzbischof Schick vor dem Rückflug nach Deutschland.

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Die beiden Erzbischöfe besuchten mehrere Projekte von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, und der polnischen Caritas, die von den Bischofskonferenzen aus beiden Ländern unter eine gemeinsame Schirmherrschaft gestellt worden sind. Zur Reisegruppe gehörten auch der Leiter von Caritas international, Dr. Oliver Müller, und der Direktor der Caritas Polska, Pfr. Marcin Iżycki. Durch die Hilfsmaßnahmen erhalten Familien im stark zerstörten Ost-Aleppo Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs. Kinder, die während der jahrelangen militärischen Auseinandersetzungen keine Schule besuchen konnten, haben die Möglichkeit, ergänzenden Unterricht zu besuchen, um Grundkenntnisse in elementaren Fächern zu erlangen. Ein Mikrokredit-Projekt vermittelt Darlehen für den Aufbau von Handwerksgewerbebetrieben.

Der Apostolische Nuntius, Kardinal Mario Zenari, unterstrich in seiner Begegnung mit der Delegation, dass der Entscheidung der Kirchen, auch bedürftige Muslime zu unterstützen, eine große gesellschaftliche Bedeutung zukomme. Hilfe für diejenigen, die nicht der eigenen Religion angehören, zeige der muslimischen Bevölkerungsmehrheit das Wesen des Christentums und helfe, Vorurteile abzubauen. „Syrer aus allen Ethnien und Religionen sind Opfer der Gewalt geworden. Sie alle verdienen Hilfe“, betonte der Kardinal. In den Gesprächen der deutsch-polnischen Gruppe mit den Bischöfen in Aleppo und Homs wurde zugleich auch der Unterstützungsbedarf der Kirchen in Syrien deutlich. „Die besondere Nähe zu den christlichen Brüdern und Schwestern und die universale Solidarität, ein unverwechselbares Markenzeichen des Christentums, schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander. Dies ist bereits in der Bibel grundgelegt und auch heute das Programm der Kirche“, erläuterte Erzbischof Wojda. Zu den Gesprächspartnern der deutsch-polnischen Delegation gehörten Erzbischof Jean-Clèment Jeanbart, Erzbischof Boutros Marayati, Erzbischof Denys Antoine Chahda, Erzbischof Jean-Abdo Arbach und Kardinal Mario Zenari.

Die Situation der Kirche in Syrien ist durch eine hohe Dramatik gekennzeichnet. Einerseits sind die Christen dankbar, dass der „Islamische Staat“ und andere djihadistische Gruppen inzwischen weitgehend besiegt sind. Andererseits leiden die Kirchen unter der massenhaften Vertreibung, Flucht und Auswanderung von Christen während der Kriegsjahre. Weil überproportional viele Christen das Land verlassen haben, sind sie in Syrien zu einer kleinen Minderheit geworden. So leben in der Metropole Aleppo von vormals 150.000 inzwischen nur noch 30.000 Christen – etwa zwei Prozent der Einwohner. Geblieben sind vor allem die sozial Schwächeren und die Alten. Dass außer Landes lebende Christen, von denen die meisten gut ausgebildet sind und der Mittelschicht angehören, nach Syrien zurückkehren werden, wird von vielen bezweifelt.

Die Erzbischöfe aus Deutschland und Polen konnten sich aber auch vom Glaubensmut der Kirche in Syrien überzeugen. Projekte der syrisch-katholischen Kirche (wie die Wiederherrichtung einer im Krieg teilzerstörten Schule) richten sich in besonderer Weise an die Jugend. Die Fokolare-Gruppe in Aleppo setzt sich aus Familien von Angestellten und christlichen Geschäftsleuten zusammen, die sich bewusst gegen eine Auswanderung entschieden haben. Mit großer Ehrfurcht verehren die Gläubigen Märtyrer wie den in einem Kloster in Homs ermordeten Pater Frans van der Lugt SJ, der die Möglichkeit zur Flucht ausschlug und bis zum Ende bei seinen bedrängten Glaubensgeschwistern aushielt. Erzbischof Schick und Erzbischof Wojda erwiesen diesem Glaubenszeugen mit einem Gebet an seinem Grab ihre Hochachtung. Von den syrischen Christen wird auch mit großer Anteilnahme das Andenken an die beiden am 22. April 2013 in Aleppo entführten und seither spurlos verschwundenen Erzbischöfe Mor Gregorius Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi gepflegt. „Die Standhaftigkeit der Glaubenszeugen richtet die Christen in Syrien auf. Sie macht den Gläubigen Mut und gibt ihnen Kraft. Die Märtyrer, von Alter her als Samen des Christentums bezeichnet, formen die Identität der Kirche in der Bedrängnis. Dies zeigt sich heute auch in Syrien“, so Erzbischof Schick. Auch eine kleiner gewordene Kirche könne von großer Bedeutung für die syrische Gesellschaft sein. „Nicht die Größe ist entscheidend, sondern die kulturelle und soziale Prägekraft, die aus dem Glauben erwächst.“ Kardinal Zenari wies darauf hin, dass Syrien dieses christliche Zeugnis dringend brauche: „Der Aderlass der Christen ist nicht nur ein schrecklicher Verlust für die Kirche. Er ist ebenso ein Verlust für die gesellschaftliche Entwicklung in Syrien.“

In den Gesprächen der Delegation wurde deutlich, dass sich eine politische und gesellschaftliche Erneuerung Syriens auch nach dem weitgehenden Ende der Kampfhandlungen nicht abzeichnet. Derzeit verfestige sich sogar die durch den Krieg vertiefte Zersplitterung des Landes. Die syrischen Bischöfe wiesen in diesem Zusammenhang vor allem auf die Verantwortung auswärtiger Mächte hin, die das Land weiterhin als Spielfeld ihrer widerstreitenden Interessen behandelten. In den Begegnungen wurde aber auch darüber diskutiert, wie Syrien aus eigener Kraft den Weg zu innerer Versöhnung und zu einer inklusiveren Gesellschaft finden könne, die allen ethnischen und religiösen Gruppen einen Platz bietet und die Freiheit aller stärkt.

Hinweise:
Kostenfreies Fotomaterial der Reise – unter Nennung des Copyrights – finden Sie zum Herunterladen in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung.

Informationen zur Lage der Christen in Syrien und im Nahen Osten finden Sie auf auf der Themenseite Lage der Christen im Nahen Osten.

Caritas international und ihre lokalen Partner leisten der Situation entsprechend, in erster Linie die Caritas Syrien und mehrere Ordensgemeinschaften, nach wie vor Nothilfe. Informationen dazu und die Möglichkeit zu spenden, finden Sie auf der Internetseite von Caritas international unter www.caritas-international.de unter Syrien: Nothilfe im Kriegsgebiet.

Deutsche Bischofskonferenz und Rat der EKD veröffentlichen Gemeinsames Wort

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben heute (11. April 2019) ein Gemeinsames Wort mit dem Titel „Vertrauen in die Demokratie stärken“ veröffentlicht. Das Gemeinsame Wort steht auf der Grundlage und in der Nachfolge des Gemeinsamen Wortes „Demokratie braucht Tugenden“ aus dem Jahr 2006.

Der Text thematisiert die Gefahr einer Vertrauenskrise der Demokratie in Deutschland und Europa und richtet sich gegen ein Erstarken populistischer sowie anti-demokratischer Kräfte. Ziel des Textes ist es, wahrgenommene Probleme anzusprechen und zugleich deutlich zu machen, dass die Kirchen bereit sind, an Lösungen dieser Herausforderungen mitzuwirken. Das Selbstverständnis der Kirchen, zu dem auch der Auftrag gehört, sich in und für die Gesellschaft zu engagieren, ist der Antrieb für die in dem Gemeinsamen Wort angestellten Überlegungen zum politisch notwendigen Handeln.

Der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), verwies darauf, dass Vertrauen in die Demokratie nichts Selbstverständliches sei. Er betonte: „Es braucht die Einhaltung ungeschriebener Voraussetzungen der Demokratie in Form einer demokratischen Sittlichkeit. Dies umfasst wesentlich den Respekt des jeweils anderen, die Anerkennung demokratischer Spielregeln, eine Bereitschaft zum Kompromiss sowie die Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen, selbst wenn man anderer Meinung ist.“ Wer verantwortlich handle, so Bischof Overbeck, stärke Vertrauen. Dies gelte sowohl im nationalen als auch im europäischen Kontext: „Wir Kirchen in Deutschland stehen ein für ein multilaterales, subsidiär geordnetes Europa, das solidarisch auf den Ausgleich der verschiedenen Interessen hinwirkt. Wir verstehen Europa nicht nur als Union von Staaten oder als wirtschaftliche Kooperation von Unternehmen. Vielmehr ist das Friedensprojekt Europa für uns eine Union der Bürgerinnen und Bürger, die für unser gemeinsames europäisches Haus Verantwortung übernehmen.“

Der Vorsitzende der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD, Prof. Reiner Anselm (München), betonte, dass die Kirchen zu einer lebendigen Demokratie beitragen möchten. „Wir sehen eine wichtige Aufgabe als Kirchen darin, für eine vitale Kultur des Christentums und einen lebendigen Glauben als Stützen der Demokratie zu werben. Die Botschaft von der Versöhnung motiviert dazu, einander als Gleichberechtigte anzuerkennen und immer wieder nach Kompromissen zu suchen. Wir sind überzeugt, dass eine lebendige Glaubenspraxis auch maßgeblich dazu beiträgt, die Demokratie als Ordnung der Freiheit lebendig bleiben zu lassen.“ Anselm erläuterte die Genese des Textes. Insbesondere werden vier Themenkreise berücksichtigt, die Herausforderungen für den demokratischen Konsens in unserer Gesellschaft bzw. für die demokratischen Prozesse und Institutionen darstellen: (1) Globalisierung, (2) wirtschaftliche Ungleichheit, (3) Migration und (4) Digitalisierung. Im Hinblick auf die vielfältigen politischen Herausforderungen in Deutschland und Europa bekennen sich die beiden Kirchen ausdrücklich zu ihrer Mitverantwortung für unsere Demokratie als politische Lebensform der Freiheit.


Hintergrund

Anfang 2017 haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen und die Kammer für Öffentliche Verantwortung beauftragt, zehn Jahre nach dem Erscheinen des Gemeinsamen Wortes „Demokratie braucht Tugenden“ ein neues Gemeinsames Wort zur Demokratie zu erstellen. Eine Ökumenische Arbeitsgruppe aus 14 Experten hat unter der Leitung der Vorsitzenden von Kommission und Kammer, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Prof. Reiner Anselm, den Text erarbeitet. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz und der Rat der EKD haben den Text Anfang 2019 verabschiedet.

 


Hinweise:

Das Gemeinsame Wort „Vertrauen in die Demokratie stärken“ ist als Broschüre in der Reihe „Gemeinsame Texte“ (Nr. 26) erschienen und kann in der Rubrik Publikationen sowie auf www.ekd.de heruntergeladen oder bestellt werden.

Die Statements von Bischof Overbeck und Prof. Anselm sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar. Dort sind auch eine Zusammenfassung der Thesen des Gemeinsamen Wortes und Kurzbiographien der Ansprechpersonen aus der Pressekonferenz abrufbar.

50 Jahre Radio Veritas – Jubiläum in Manila

„Radio Veritas hat sich die Wahrheit in den Namen geschrieben und ist dieser Wahrheit 50 Jahre lang treu geblieben.“ Das sagte heute (11. April 2019) der Freiburger Erzbischof Stephan Burger bei den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des katholischen Hörfunksenders „Radio Veritas Asia“ in Manila. Bereits vor 50 Jahren sei in Zeiten strikter Systemgrenzen die Wahrheit zu einer Frage der Perspektive erklärt worden: „Heute sind es vielfach tendenziöse Meldungen oder gar bewusste Lügen, mit denen Wahrheit diskreditiert oder zur bloßen Meinung erklärt wird. Auf solche Art aufgebauschte oder frei erfundene Nachrichten und Propaganda richten sich oft gegen das eigentliche Wesen und die Bestimmung des Menschen. Die Werte des Evangeliums werden negiert und so der Mensch in Ausbeutung und Unfreiheit getrieben.“

Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz würdigte Erzbischof Burger den Radiosender, dessen Ziel es war und bleibe, „in Asien die Stimme Christi bekannter und hörbar zu machen“. Erzbischof Burger würdigte das Engagement des Radiosenders im Internet, das es ermögliche, „Menschen auf der ganzen Welt mit derselben Plattform und einer Kombination von verschiedenen Medienangeboten auf neue Weise zu erreichen“. Auch mache das Internet eine Interaktion mit dem Gegenüber deutlich einfacher, als es mit der traditionellen Radiotechnik möglich sei. „Auf diese neue Technik hat sich auch Radio Veritas Asien eingelassen und erreicht so mit seinen Sprachenkanälen Asiaten in der ganzen Welt.“

Der Erzbischof betonte, dass sich die Technik, der Sprachgebrauch, Kulturen und Kommunikationsstile änderten, doch für Christen das Evangelium der Liebe Gottes zu den Menschen der Kern bleibe, „der unserem Handeln und unserer Kommunikation eine Richtung gibt“. Diese Zusage gelte allen, gleich ob sie in Europa oder Asien leben: „Daher werden und müssen wir Christen uns weiterhin gegenseitig darin unterstützen, dem Auftrag der Verkündigung auf allen Kommunikationswegen gerecht zu werden.“ Er sagte zu, dass die Kirche in Deutschland auch in den kommenden Jahren an der Seite der Kirche in Asien stehen werde, um zu ermöglichen, dass jeder Mensch die Möglichkeit habe, die frohe und befreiende Botschaft Jesu Christi zu hören.

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, versicherte Radio Veritas die weitere Kooperation der deutschen Kirche: Wir werden unsere Unterstützung auch in Zeiten schneller Veränderungen in der Medienlandschaft insgesamt fortsetzen. Wir sind sehr stolz darauf, dass es Radio Veritas gelungen ist, die neuen Möglichkeiten durch die Verlagerung seines Programms auf das Internet anzupassen. Solche Veränderungen, die durch die neuen Medien entstehen, werden unsere Unterstützung nicht schwächen“, so Pater Langendörfer. Gerade Papst Franziskus ermutige mit Blick auf das Internet, neue Wege zu gehen. Er fügte hinzu: „Ich bin stolz auf die hervorragende Arbeit von Radio Veritas und die beeindruckende religiöse und spirituelle Gemeinschaft, die gleichzeitig ein Zeichen der Einheit unserer katholischen Kirche ist.“

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Bundesrepublik Deutschland hatten bereits Ende der 50er Jahre den Aufbau von Radio Veritas in Asien unterstützt. So konnten die Bischöfe Asiens ein sichtbares Zeichen für die Verkündigung des Evangeliums setzten – über Landes- und Systemgrenzen hinweg. Erzbischof Burger bilanzierte: „In einer Welt strikter Systemgrenzen war der Beitrag von Radio Veritas besonders in jenen Ländern von enormer Bedeutung, in denen Diktatoren die Kirche und ihre Botschaft diskreditierten und die Verbreitung des Glaubens und der Frohen Botschaft verboten. Für viele Menschen, das belegen zahlreiche Zeugnisse, war die Stimme von Radio Veritas eine unverzichtbare und bisweilen auch die einzige Verbindung zur Kirche.“ So habe der Sender Gelegenheit geboten, die Messe am Radio mitzufeiern und sich als Teil der Weltkirche zu erleben.

Deutsche und polnische Bischöfe besuchen Syrien

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der für internationale Angelegenheiten zuständige Bischof der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Tadeusz Wojda SAC (Białystok/Polen), bereisen seit gestern (9. April 2019) Syrien, um den Opfern des kriegs- und bürgerkriegsgeschädigten Landes und den dortigen Kirchen ihre Solidarität zu bekunden.

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Im Mittelpunkt der viertägigen Reise stehen Besuche von Projekten der deutschen Caritas (Caritas international) und der Caritas Polen in Aleppo, für die die Bischofskonferenzen beider Länder eine gemeinsame Schirmherrschaft übernommen haben. Damit soll die Zusammenarbeit der Kirche in beiden Ländern auch außerhalb Europas zum Ausdruck gebracht und vertieft werden. „Die Bischofskonferenzen in Polen und Deutschland und auch viele andere kirchliche Organisationen arbeiten seit Längerem auf der europäischen Bühne zusammen. Man denke etwa an die Maximilian-Kolbe-Stiftung, die sich für die Lösung von Konflikten auf unserem gemeinsamen Kontinent einsetzt. Nun geht es darum, deutsch-polnische Kooperation auch in anderen Krisengebieten zu initiieren und voranzubringen“, so Erzbischof Schick.

Erzbischof Schick und Erzbischof Wojda werden bei ihrer Reise in Aleppo und Homs auch mit dem Apostolischen Nuntius, Kardinal Mario Zenari, dem melkitischen Erzbischof Jean-Clément Jeanbart und weiteren Bischöfen aus Aleppo sowie dem griechisch-melkitischen Erzbischof vom Homs, Erzbischof Jean-Abdo Arbach, zusammentreffen, um die kirchliche und politische Lage in Syrien besser zu verstehen und Möglichkeiten der Kooperation mit den Kirchen in Syrien auszuloten. Die Bischöfe begleiten u. a. der Leiter von Caritas international (Deutscher Caritasverband), Dr. Oliver Müller, und führende Vertreter der polnischen Caritas.

 


Hinweise:
Wir bitten um Verständnis, dass die Reise von Erzbischof Schick nach Syrien aus Sicherheitsgründen nicht im Vorfeld angekündigt werden konnte.

Kürzere Interviews mit Erzbischof Schick sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).

Kostenfreies Fotomaterial der Reise – unter Nennung des Copyrights – finden Sie zum Herunterladen in der obenstehenden Bildergalerie.

Informationen zur Lage der Christen in Syrien und im Nahen Osten finden Sie auf der Themenseite Lage der Christen im Nahen Osten.

Caritas international und ihre lokalen Partner leisten der Situation entsprechend, in erster Linie die Caritas Syrien und mehrere Ordensgemeinschaften, nach wie vor Nothilfe. Informationen dazu und die Möglichkeit zu spenden, finden Sie auf der Internetseite von Caritas international unter www.caritas-international.de unter Syrien: Nothilfe im Kriegsgebiet.

Aufruf zur Palmsonntagskollekte 2019

Die deutschen Bischöfe rufen auch in diesem Jahr zur Palmsonntagskollekte (14. April 2019) für die Christen in der Ursprungsregion des christlichen Glaubens auf. Die Kollekte steht unter dem Leitwort „Sie sollen nicht weniger werden … Gemeinsam den Christen im Heiligen Land eine Zukunft geben“ und kommt der Arbeit des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande und des Kommissariats des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz zugute. Mit der Kollekte werden pastorale Projekte, sozial-caritative Vorhaben und Bildungsprogramme der Kirchen unterstützt.

Seit Jahren verlassen Christen in einem anhaltenden Exodus das Heilige Land, das seit Jesu Zeiten ihre Heimat ist. Die schwierige Lebenssituation ist für viele von ihnen so unerträglich geworden, dass sie keinen anderen Ausweg sehen. Die Zahl der Christen in Jerusalem ist in den vergangenen Jahrzehnten auf 12.000 zurückgegangen. In Betlehem sank ihr Anteil von ehemals 80 auf 20 Prozent.

Mit der alljährlichen Palmsonntagskollekte setzen sich die Bischöfe für eine Verbesserung der Lage der Christen im Heiligen Land ein. Pastorale, sozial-caritative Projekte machen den Christen im Heiligen Land auch unter schwierigen Bedingungen Mut und eröffnen neue Perspektiven für eine Zukunft in ihrer angestammten Heimat. Angesichts der Herausforderungen das Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit bei den Christen aufrechtzuerhalten, ist von besonderer Bedeutung.

Die Bischöfe weisen in ihrem Aufruf darauf hin, dass Anteilnahme und Hilfe die Christen im Heiligen Land darin stärkt, „in der Ursprungsregion unseres Glaubens trotz schwieriger Lebensbedingungen vom Evangelium Zeugnis zu geben. Ohne sie, die ‚lebendigen Steine‘ der christlichen Gemeinden, würde das Christentum im Heiligen Land nur noch musealen Charakter haben“.

Mit der Feier des Palmsonntags wird die Karwoche eröffnet. In den Gottesdiensten wird die Passion Jesu gelesen, die mit seinem feierlichen Einzug in Jerusalem beginnt.

Hinweis:
Der Aufruf der deutschen Bischöfe zur Palmsonntagskollekte ist unter Aufrufe der deutschen Bischöfe verfügbar.

Grußwort von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz,

In den vergangenen fünf Jahren sind – soweit wir wissen – etwa 18.000 Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer ertrunken: Männer, Frauen und Kinder, die ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde suchten, und die stattdessen an dieser europäischen Außengrenze den Tod fanden. Das Mittelmeer war in alten Zeiten ein Raum der Verbindung zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Heute scheint es vor allem ein Raum der Abschottung zu sein. Wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr feststellte, ist das Mittelmeer für Schutzsuchende zur tödlichsten Meeresstraße der Welt geworden.

Papst Franziskus erinnert die Staaten Europas immer wieder an ihre humanitäre Verantwortung. Ganz bewusst hat er im Juli 2013 seine erste Reise als Papst nach Lampedusa unternommen, wo er mit eindringlichen Worten der vielen Ertrunkenen gedachte: „Wer hat geweint über den Tod dieser Brüder und Schwestern? Wer hat geweint um diese Menschen, die im Boot waren? ... Wir sind eine Gesellschaft, die die Erfahrung des Weinens, des ‚Mit-Leidens‘ vergessen hat: Die Globalisierung der Gleichgültigkeit hat uns die Fähigkeit zu weinen genommen!“

Als Christen dürfen wir uns mit dem Elend und der Not von Menschen nicht einfach abfinden. Abgrenzung und Abgestumpftheit widersprechen der Botschaft Jesu Christi. Vielmehr sind wir zu gelebter Nächstenliebe und tatkräftiger Solidarität aufgerufen. Die Seenotretter zeigen, was das ganz konkret bedeuten kann: Mit großem persönlichen Einsatz helfen sie dort, wo die meisten von uns lieber wegsehen.

Der ethischen und völkerrechtlichen Pflicht zur Seenotrettung dürfen sich die Staaten Europas nicht entziehen. Wenn sie die Seenotrettung schon nicht selbst in ausreichendem Maße gewährleisten, müssen sie wenigstens die zivilgesellschaftlichen Retter handeln lassen. Im Moment scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Die staatliche Rettung wird zurückgefahren und die nicht-staatliche Rettung blockiert. Sicherlich ist die zivilgesellschaftliche Seenotrettung keine politische Lösung für die großen Fragen von Flucht und Migration im Mittelmeerraum. Doch eben weil die Staaten Europas bislang keine Lösung gefunden haben, bleibt das Engagement der Seenotretter unverzichtbar: in erster Linie, um Menschenleben zu retten; darüber hinaus aber auch, um das Handeln der Politik herauszufordern.

Heute erhalten die Dresdner Seenotrettungsinitiative „Mission Lifeline“ und ihr Kapitän Claus-Peter Reisch den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Sie, lieber Kapitän Reisch und liebe Mitstreiter von „Mission Lifeline“, haben sich auch von Schwierigkeiten nicht beirren lassen. Vielmehr galt und gilt für Sie die Maxime: Ertrinkende muss man retten – ohne Wenn und Aber! Gerade in Zeiten, in denen der Wind rauer weht, stehen Sie entschieden für Humanität ein.

Die Menschenrechte wären ohne das Recht auf Leben praktisch bedeutungslos. Deshalb ist es gut und richtig, den unermüdlichen Einsatz für die Rettung von Menschenleben mit einem Menschenrechtspreis zu ehren. Herzlich gratuliere ich Ihnen zu dieser Auszeichnung. Für Ihr weiteres Engagement wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen.

Erzbischof Stephan Burger und Msgr. Pirmin Spiegel auf den Philippinen

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und Misereor-Hauptgeschäftsführer Msgr. Pirmin Spiegel starten heute (5. April 2019) eine einwöchige Reise auf die Philippinen. Dabei werden sie unter anderem die wachsende Bedrohung des Landes durch die globale Erwärmung in den Blick nehmen und Misereor-Projekte besuchen, die den Einheimischen eine bessere Anpassung an den Klimawandel ermöglichen. Zweites großes Thema der Reise sind massive Menschenrechtsverletzungen und Tötungen, die in Zusammenhang mit der von Präsident Rodrigo Duterte angeordneten Anti-Drogenkampagne stehen.

„Von weltweit 173 Ländern haben die Philippinen nach dem Weltrisikoindex 2018 aktuell das drittgrößte Gefährdungspotential“, erläutert Erzbischof Burger, der als Vorsitzender der Unterkommission für Entwicklungsfragen der Deutschen Bischofskonferenz für Misereor zuständig ist. „Die durch den Klimawandel hervorgerufenen Temperaturschocks haben in fast allen Regionen des Landes negative Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit. Es drohen hohe Ernteverluste. Deshalb ist es von so großer Bedeutung, dass wir mit dem globalen Klimaschutz konsequent Ernst machen und keine weitere Zeit verlieren.“

Erzbischof Burger und Msgr. Spiegel besuchen auf ihrer Reise unter anderem die nationale Bauernorganisation MASIPAG. Deren Projekte zur Förderung von organischer und an die Klimaveränderungen angepasster Landwirtschaft werden von Misereor seit vielen Jahren unterstützt.

Zweites wichtiges Thema ist die Menschenrechtsarbeit von Misereor-Partnern in Zusammenhang mit der Anti-Drogen-Kampagne der philippinischen Regierung, in deren Folge nach Schätzungen bereits über 25.000 Menschen getötet worden sind. Das Vorgehen der Polizei und sogenannter Anti-Drogen-Einheiten lässt auf schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen schließen. In vielen Fällen wird von öffentlichen Hinrichtungen gesprochen. Menschenrechtsverteidiger, Medienschaffende, Aktivistinnen und Aktivisten, die Menschenrechtsverletzungen öffentlich machen, sind zunehmender Vergeltung ausgesetzt – wie Drohungen, Schikanen, Einschüchterungen und Gewalt.
 
„Wir sind an der Seite derjenigen, die sich dieser Gewalt mutig entgegenstellen“, betont Misereor-Chef Spiegel. „Betroffene Familien müssen gegen die Taten Anklage erheben können und zu ihrem Recht kommen.“ Die katholische Kirche der Philippinen ist zu einem zentralen Akteur geworden, der Opfern Hilfe bietet, die Regierungskampagne kritisiert und an den Wurzeln der Gewalt ansetzt. Auch die Zahl der Priester, die wegen ihrer Kritik an Präsident Rodrigo Duterte Morddrohungen erhalten, nimmt zu. Misereor unterstützt verschiedene Ansätze von Partnerorganisationen als Antwort auf den Drogenkrieg, darunter anwaltschaftliche Hilfe und Traumaarbeit.

Zum Abschluss der Reise nehmen Erzbischof Burger und Msgr. Spiegel in Manila an den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des katholischen Hörfunksenders „Radio Veritas Asia“ teil.

Weitere Informationen über die Misereor-Pressestelle unter www.misereor.de/presse.

Papst Franziskus würdigt öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Papst Franziskus hat heute (Donnerstag, 4. April 2019) die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewürdigt. In einer Audienz für die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland und eine ökumenische Delegation unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, hob der Papst hervor, dass dieses Treffen der „Ausdruck des lebendigen Dialogs zwischen den Kirchen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen in Deutschland“ sei. Gespräch schaffe Verständnis und öffne Horizonte, so Papst Franziskus. „Ich ermutige Sie in Ihrem Einsatz, dafür zu sorgen, dass es Fakten statt Fake News, Objektivität statt Gerücht, Differenzierung statt oberflächlicher Schlagzeile gibt.“ Seit einiger Zeit erlebe die Welt eine besorgniserregende Entwicklung: „Anfechtung des Rechtes auf Leben, Vormarsch der Euthanasie, Verneinung der sozialen Gleichheit, mangelnde Integration, Verstoß gegen die Menschenwürde und gegen die Gewissensfreiheit. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben hier die verantwortungsvolle Aufgabe, für das hohe Gut der menschlichen Freiheit und Würde entschieden Stellung zu beziehen“, sagte Papst Franziskus.

In seiner Begrüßung würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als vertrauensvolle Partner in der Zusammenarbeit mit der katholischen und evangelischen Kirche. „Ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre unsere Gesellschaft ärmer“, sagte Kardinal Marx. Die Intendanten der Sendeanstalten garantierten einen notwendigen Qualitätsjournalismus. „Sie fragen kritisch und auch unbequem nach, aber haben immer die wesentlichen Werte einer pluralen und freien Gesellschaft vor Augen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist mit seiner freien Berichterstattung ein wichtiger Pfeiler für die Sicherung unserer Demokratie.“ Ausdrücklich dankte Kardinal Marx für die seit Jahrzehnten verlässliche Kooperation mit den Sendern, was sich unter anderem durch die Präsenz der verschiedenen Sendeformate zeige.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich dankbar für die ökumenische Audienz mit Papst Franziskus. „In Zeiten, wo das Miteinander von Staaten immer schwieriger und von nationalistischen Einzelinteressen geprägt wird, braucht es das gemeinsame Zeugnis von Christinnen und Christen. Wir Christen können ein Wärmestrom dort sein, wo sich menschliche Kälte breit zu machen droht. In diesem Geist erlebe ich immer wieder die Begegnungen mit meinem Bruder in Christus, Papst Franziskus“, erklärte Bedford-Strohm nach der Audienz.

Die Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD treffen mit den verantwortlichen Medienbischöfen einmal im Jahr zu einem ökumenischen Spitzengespräch mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zusammen. Auf dem Programm in Rom stehen bis morgen weitere Gespräche mit Kurienvertretern im Vatikan. Zuletzt hatte das Spitzengespräch in Rom vor zehn Jahren stattgefunden.

Hinweis:

Das Grußwort von Kardinal Marx und die Ansprache von Papst Franziskus sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar.

Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau) zum Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Christus vivit“

Die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz hat sich nach der Veröffentlichung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens „Christus vivit“ intensiv mit den Ergebnissen der Jugendsynode beschäftigt und das Schreiben von Papst Franziskus beraten. Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt dazu:

„Wir fühlen uns durch das Nachsynodale Apostolische Schreiben Christus vivit in unserem Vorangehen in der Jugendpastoral in Deutschland bestärkt und zugleich neu herausgefordert. Wir sehen einige Parallelen zur Würzburger Synode: Papst Franziskus betont in Christus vivit die Notwendigkeit einer breiter und flexibler angelegten Pastoral an den verschiedenen Orten, an denen Jugendliche anzutreffen sind (Nr. 230). Dabei vertraut er auf die Fähigkeiten der jungen Menschen selbst, attraktive Wege zu finden, um einzuladen und zu evangelisieren (Nr. 210).

In unvergleichlicher Weise spricht Papst Franziskus zu den jungen Menschen. Er versichert ihnen: Gott liebt Dich. Christus rettet Dich. Er lebt! Er macht damit deutlich, dass jeder einzelne junge Mensch es wert ist, dass wir uns für ihn einsetzen und mit ihm zusammen sein Leben verstehen und begleiten wollen.

Gleichzeitig sehen wir einige Anstöße, an denen wir in den folgenden zwei Jahren konkret weiterarbeiten wollen:

  • Papst Franziskus ruft die jungen Menschen auf, ihre Berufung zu suchen: getragen von der lebendigen Freundschaft mit Christus im sozialen Engagement, in der Arbeit, im gottgeweihten Leben, in der Familie. Als Verantwortliche in der Jugendpastoral sind wir aufgerufen, Priester und Laien, Männer wie Frauen, auszubilden, die für die Begleitung junger Menschen qualifiziert sind (Nr. 244).
  • Ebenso sind wir aufgerufen, das Ineinander von Jugend- und Berufungspastoral in Deutschland neu zu verstehen und einzuüben.
  • Immer wieder ist im Verlauf der Jugendsynode auf die Herausforderungen der digitalen Welt hingewiesen worden. Auch in Deutschland müssen wir uns verstärkt mit den Chancen und Risiken auseinandersetzten, die das Internet als Lebenswelt junger Menschen für sie bedeutet. Und ebenso, was es für die Jugendpastoral bedeutet, um mit ihnen in Verbindung sein zu können. (Nr. 87).
  • In neuer Weise ruft Papst Franziskus junge Menschen zum missionarischen Einsatz auf und verbindet dies auch mit ihrem sozialen und diakonischen Engagement. Dies wollen wir reflektieren und uns fragen, ob, wo und wie wir in Deutschland missionarische Jugendpastoral leben (Nr. 240).

Der Idee der synodalen Jugendpastoral folgend, laden wir alle Akteure in der Jugendpastoral ein, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Wir wünschen uns entsprechend der Charismen der 15 jugendpastoralen Handlungsfelder eine Vielfalt an Formaten, die es jungen Menschen und Fachkräften der Jugendpastoral ermöglicht, an den Themen der Synode weiterzuarbeiten: Fachtage und Wallfahrten, Konferenzen und Jugendfestivals. ‚Von diesem Geist beseelt, können wir uns zu einer partizipativen, mitverantwortlichen Kirche entwickeln, die in der Lage ist, den Reichtum der Vielfalt, aus der sie besteht, zur Geltung zu bringen und dabei auch den Beitrag von Laien, einschließlich junger Menschen und Frauen, von Personen des geweihten Lebens sowie von Gruppen, Verbänden und Bewegungen dankbar willkommen zu heißen. Niemand sollte ins Abseits gedrängt werden oder beiseitetreten müssen.‘ (Nr. 206).

Die Ergebnisse dieser Überlegungen sollen in einem Forum Jugendpastoral vom 3. bis 5. November 2020 zusammengetragen und in eine Neufassung der Leitlinien zur Jugendpastoral der deutschen Bischöfe einfließen.

Zum Forum Jugendpastoral sowie zu den oben genannten Themen wird es in den nächsten Wochen weitere Informationen geben.“

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Diskussionsbeitrag zur Klimapolitik

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (3. April 2019) einen Diskussionsbeitrag zur Klimapolitik als zentrale gesellschaftliche Herausforderung im Bereich der Schöpfungsbewahrung veröffentlicht. Der Expertentext „Zehn Thesen zum Klimaschutz. Ein Diskussionsbeitrag“ basiert auf sozialethischen, ökonomischen, natur- und rechtswissenschaftlichen Überlegungen und enthält Lösungsansätze.

Ausgehend von Papst Franziskus’ Enzyklika Laudato si’ verdeutlicht der Text aus sozialethischer Perspektive die Notwendigkeit des Klimaschutzes. Dabei wird die Aufgabe, dem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken, als Gebot der Gerechtigkeit beschrieben. Der Text bekennt sich zu dem Ziel, Treibhausgasneutralität so früh wie möglich zu erreichen, jedoch spätestens im Jahr 2050. Konkrete Umsetzungsschritte werden benannt, zu denen das Einnehmen einer Vorreiterrolle in Europa und der Welt, der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, die Schaffung eines geeigneten Rahmens für den Umbau des Energiesystems, die Einbindung von Verbrauchern und Erzeugern sowie die Förderung nachhaltiger Lebensstile gehören. Reflexionen zur Vorbildfunktion der Kirche schließen den Text ab.

Der Handlungsdruck ist groß: „Die Zeit, in der die Menschheit dem gefährlichen Klimawandel noch Einhalt gebieten kann, neigt sich dem Ende zu“, schreibt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, im Vorwort. Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, die den Text erarbeitet hat, betont: „Die Kirche setzt sich aus Verantwortung für die Schöpfung und aus Solidarität mit den Armen und mit zukünftigen Generationen für mehr Klimaschutz ein. Sie unterstützt damit die Anliegen, für die zuletzt auch viele Wissenschaftler und tausende junger Menschen mit Nachdruck einstehen. Es gilt nun, als Gesellschaft mutig und entschlossen zu handeln.“  

Die katholische Kirche sieht sich dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet. Dazu haben die die deutschen Bischöfe zuletzt bei ihrer Herbst-Vollversammlung 2018 konkrete Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen verabschiedet.


Hinweise:

Das Dokument „Zehn Thesen zum Klimaschutz. Ein Diskussionsbeitrag“ ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann es auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, Nr. 48) bestellt werden.

Die Arbeitshilfe „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag – Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen“ ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann diese auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 301) bestellt werden.

Nachsynodales Apostolisches Schreiben „Christus vivit“

Zum heute (2. April 2019) veröffentlichten Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Christus vivit“ von Papst Franziskus aus Anlass der Weltbischofssynode vom 3.–28. Oktober 2018, erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, der als Auditor an der Synode teilnahm, Thomas Andonie:

Wir danken Papst Franziskus für sein Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christus vivit sowie allen jungen Menschen aus Deutschland, die sich auf verschiedene Weise in diesem synodalen Prozess engagiert haben. Das Schreiben richtet sich sowohl an junge Menschen als auch an die ganze Kirche und gründet im Abschlussdokument der Synode, das an vielen Stellen zitiert wird. Es hat uns gefreut, dass mit Romano Guardini ein großer Lehrer der Jugend aus Deutschland dreimal angeführt wird, für dessen Seligsprechung wir beten.

Papst Franziskus ermutigt junge Menschen ganz in der Linie des vergangenen Weltjugendtags in Panama, für ihre Berufung und Mission nicht erst eine Lebensversicherung abzuschließen, sondern großherzig im „Ja“, „in der Heiligkeit und im Engagement für die eigene Berufung zu wachsen“ (Nr. 3). Damit verdeutlicht er gleich zu Beginn, dass die Frage nach Jugend, nicht ohne die Frage nach der Berufung gestellt werden kann. Das Schreiben ist ein Markstein einer kommenden Jugend- und Berufungspastoral.

Papst Franziskus betont das Prinzip „Jugend leitet Jugend“, wenn er ausführt, „dass die jungen Menschen selbst die in der Jugendpastoral Tätigen sind – begleitet und angeleitet, doch frei, um voll Kreativität und Kühnheit immer neue Wege zu suchen“ (Nr. 203). Eine notwendigerweise synodale Jugendpastoral gilt es mit den verschiedenen Gaben und Charismen zu denken, die Einseitigkeiten wie „konservativ“ oder „progressiv“ überwindet und all das aufnimmt, was das Ergebnis gebracht hat, die Freude des Evangeliums weiterzugeben (Nr. 205). Inhaltlich beschreibt Papst Franziskus zwei große Handlungslinien der Jugendpastoral: zuerst die Suche, die Einladung, andere junge Menschen für die Erfahrung Christi zu gewinnen, und dann das Wachstum, die Reifung derer, die diese Erfahrung bereits gemacht haben.

Eine vielfältige Jugendpastoral, wie wir sie auch in Deutschland vorfinden, stellt jungen Menschen verschiedenste Orte zur Verfügung, die sie gestalten können, und bietet vielfältige Mittel, um in der Solidarität mit dem Nächsten zu wachsen. Papst Franziskus wünscht sich eine „volksnahe Jugendpastoral“, die das Evangelium nicht als abstrakte Idee versteht, sondern flexibel an den verschiedensten Orten wirkt, wo auch junge Menschen sind. Sie öffnet ausnahmslos allen jungen Menschen die Tür mit ihren Erfahrungen, Geschichten wie auch Fehlern und mit ihrer Suche nach Identität. In diesem Sinn kann man nicht verkennen, dass „die Jugendpastoral immer eine missionarische Pastoral sein muss“ (Nr. 240).

Papst Franziskus ermutigt junge Menschen, am Weg der eigenen Hoffnungen und Träume entgegen aller Angst festzuhalten und aufzubrechen. Aus der ständigen Verbindung mit Christus ist es ihnen möglich, nach geistlichem Wachstum zu streben. Der Papst betont, dass soziales Engagement ein besonderes Merkmal junger Menschen von heute ist, und er ermutigt ausdrücklich dazu: „Das bedeutet, inmitten der Welt und der Gesellschaft zu leben, um ihre verschiedenen Ebenen zu evangelisieren, um den Frieden wachsen zu lassen, das Zusammenleben, die Gerechtigkeit, die Menschenrechte, die Barmherzigkeit und so das Reich Gottes in der Welt zu verbreiten“ (Nr. 168).

„Berufung“ wird von Papst Franziskus mit der Synode weit verstanden als „Ruf Gottes“, was den „Ruf zum Leben“ und „den Ruf zur Heiligkeit“ einschließt (Nr. 248). Auf dem grundlegenden Ruf zur Freundschaft mit Christus gründet die „missionarische Berufung“, der Dienst am Anderen (Nr. 254). Diesen verbindet er mit zwei Themenfeldern: der Gründung einer Familie und der Arbeit. Der Prozess der Unterscheidung der eigenen Berufung benötigt Räume der Stille und eine gute Begleitung durch qualifizierte Priester, Ordensleute, Laien oder junge Menschen. Für die Unterscheidung ist die Wahrnehmung der Lebenswelt junger Menschen von Bedeutung. Papst Franziskus spricht die drei von der Synode aufgezeigten Themen an:  Digitale Lebenswelten, Migration und Missbrauch in all seinen Formen. Dabei bekräftigt Franziskus mit der Synode, dass es „kein Zurück mehr“ hinter „rigorose Präventionsmaßnahmen“ und „notwendige Aktionen und Sanktionen“ geben darf (Nr. 97). Das ist auch die Haltung der Jugend- und Berufungspastoral in Deutschland!

Papst Franziskus wünscht sich eine neue Jugendlichkeit der Kirche. Sie ist jung, wenn sie sich sowohl aus ihrer Quelle heraus erneuert, als auch Räume des Zuhörens eröffnet, um sich von den (kritischen) Stimmen junger Menschen stimulieren, hinterfragen und provozieren zu lassen. In dieser Weise ist Kirche gerufen, den berechtigten Ansprüchen von Frauen nach Gerechtigkeit und Gleichheit wirklich Aufmerksamkeit zu schenken (vgl. Nr. 42).

Das Vorbereitungsdokument der Synode rief die Hirten dazu auf, auf die prophetischen Stimmen junger Menschen zu hören, um die Wege der Kirche in der Zukunft zu erkennen. Nun schließt Papst Franziskus diesen Bogen. Wir möchten uns die letzten Worte des Schreibens zu eigen machen und von allen jungen Menschen in Deutschland wünschen: „Die Kirche bedarf eures Schwungs, eurer Intuitionen, eures Glaubens. Wir brauchen das! Und wenn ihr dort ankommt, wo wir noch nicht angekommen sind, habt bitte die Geduld, auf uns zu warten“ (Nr. 299).

Das Nachsynodale Schreiben greift die Dynamik der Wochen der Synode auf und ist ein wesentlicher Impuls für die weitere Jugend- und Berufungspastoral in Deutschland. Dieses Ergebnis der Synode bleibt für uns ein dauerhafter Auftrag, an dem wir gemeinsam arbeiten werden.

Hinweis:
Das Dokument ist über die Themenseite zur Jugendsynode 2018 verfügbar.

Pressekonferenz „Vertrauen in die Demokratie stärken“

Ein Jahrzehnt nach dem Erscheinen des Gemeinsamen Wortes „Demokratie braucht Tugenden“ haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein neues Gemeinsames Wort zum Thema Demokratie erarbeitet. Mit ihrem Gemeinsamen Wort „Vertrauen in die Demokratie stärken“ wollen die Kirchen den freiheitlich-demokratischen Verfassungsstaat stützen und stellen Konsequenzen für politisches Handeln zur Diskussion, um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken. Die Kirchen bekennen sich ausdrücklich zur Mitverantwortung für unsere Demokratie als politische Lebensform der Freiheit. Zur Vorstellung dieses Textes laden die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland zu einer Pressekonferenz ein am

Donnerstag, 11. April 2019,
um 13.00 Uhr
in der Katholischen Akademie,
Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin.


Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Reiner Anselm (München), Vorsitzender der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Prof. Dr. Tine Stein (Göttingen), Mitglied der Ökumenischen Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Gemeinsamen Wortes zur Demokratie,
  • Prof. Dr. Eva Senghaas-Knobloch (Bremen), Mitglied der Ökumenischen Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Gemeinsamen Wortes zur Demokratie.

Interessierte Medienvertreter sind gebeten, sich für dieses Pressegespräch bis zum 8. April 2019 bei der Pressestelle der Evangelischen Kirche in Deutschland mit einer formlosen E-Mail an presse(at)ekd.de anzumelden.

Grußwort von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Es gilt das gesprochene Wort!

Der hl. Bonifatius würde sich freuen, könnte er dieses bunte Bild von Kirche im Dom zu Fulda sehen. Und er würde sich mindestens ebenso freuen, einen solch jungen Nachfolger im Bischofsamt zu erleben. Das Bonifatius-Bistum darf sich über seinen neuen Bischof freuen – bis auf weiteres der jüngste Bischof in Deutschland.

Für die Deutsche Bischofskonferenz ist dieser Ort Fulda ganz besonders, wenn wir uns stets im September hier zu unserer Herbst-Vollversammlung treffen. Lieber Bischof Michael, wir freuen uns schon jetzt auf Deine durchaus wichtige Rolle als Gastgeber unserer Vollversammlungen. Wir freuen uns mit Dir, dass Dich der Weg aus Deiner Freiburger Heimat hier an die Fulda geführt hat. Und wir freuen uns für Dein neues Bistum, dass nach einer relativ kurzen Vakanz so schnell ein neuer Bischof gefunden wurde. Wir sind Dir dankbar für Deinen Dienst, den Du seit fünf Jahren in der Bischofskonferenz versiehst: Mit Deinen vielfältigen, vor allem seelsorglichen Erfahrungen arbeitest Du kräftig in der Jugendkommission und der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste mit. Auch dafür sagen wir Danke!

Deine Biographie ist vom engagierten Priestersein geprägt. Ich greife eine Verantwortung heraus, nämlich die, als Du Regens des Freiburger Priesterseminars – und 2011 Gastgeber von Papst Benedikt XVI. – warst. Mit Geschick und Einfühlungsvermögen hast Du junge Menschen auf ihrem Weg in den priesterlichen Dienst begleitet. Dein theologischer Weitblick und Deine in der Schönstatt-Bewegung beheimatete Spiritualität zeichnen Dich aus. Ich hoffe sehr, dass Du diese Gaben auch in Fulda gut einbringen kannst.

Liebe Gläubige des Bistums Fulda! Ihr habt ab jetzt einen neuen Bischof, der durch seine den Menschen zugewandte, lebensfrohe und offenherzige Art beeindruckt. Bischof Michael hat – im besten Sinne des Wortes – ein tiefes Gottvertrauen. Sein überzeugendes Auftreten, das organisatorische Geschick und die Herzlichkeit, die er ausstrahlt, werden auch in Fulda Wesensmerkmale seines Wirkens sein.

Lassen Sie mich an diesem Tag noch ein doppeltes Wort des Dankes sagen: Ich danke Dir, lieber Bischof Heinz Josef Algermissen, für Deinen 17 Jahre währenden Dienst als Bischof von Fulda. Wir haben uns bei Dir gut aufgehoben gefühlt und wünschen Dir einen von Gott gesegneten Ruhestand. Und ich danke Weihbischof Karlheinz Diez, der mit großer Umsicht und Weitsicht als Diözesanadministrator während der Sedisvakanz die Geschicke des Bistums Fulda gelenkt hast. Du siehst deinen Dienst stets als Seelsorger für die frohmachende Botschaft Christi.

Liebe Gläubige, lieber Bischof Michael! Das Bistum Fulda schreibt ab heute ein weiteres Kapitel Bistumsgeschichte. Dafür wünsche ich Ihnen, und besonders Dir, Bischof Michael, alles Gute und über allem Gottes Segen.

Empfang der Deutschen Bischofskonferenz mit den Partnern im christlich-islamischen Dialog in Deutschland am 29. März 2019 in Frankfurt a. M.

Zum zweiten Mal fand heute (29. März 2019) der Empfang der Deutschen Bischofskonferenz mit den Partnern im christlich-islamischen Dialog in Deutschland in der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt a. M. statt. Der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), begrüßte die rund 90 Gäste. „Wie im vergangenen Jahr nehmen wir das Hochfest ‚Verkündigung des Herrn‘ am 25. März zum Anlass, als Christen unterschiedlicher Konfessionen und als Muslime verschiedener religiöser, nationaler und kultureller Zugehörigkeiten zusammen zu kommen. Kaum ein anderes christliches Fest ist besser geeignet, ein auch theologisch geprägtes Zeichen für den christlich-islamischen Dialog zu setzen“, so Bischof Bätzing. Er betonte die besondere Bedeutung, die die Franziskaner bis heute der Begegnung mit dem Islam und den Muslimen zumessen und derer am heutigen Tage auch in Assisi selbst gedacht werde: „Die Franziskaner-Mönche in Assisi haben entschieden, den jordanischen König Abdullah II. für seine Verdienste für die syrischen und irakischen Flüchtlinge mit der Vergabe ihres Friedenslichts auszuzeichnen. Dabei handelt es sich um eine Nachbildung der gläsernen Öllampe, die am Grab des heiligen Franz von Assisi (1181/82–1226) brennt.“

In seinem Festvortrag zum Thema „Als Bischof in Arabien. Franziskanische Impulse für den christlich-islamischen Dialog“ hob Bischof Paul Hinder OFMCap aus Abu Dhabi, Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, hervor: „Im Nachgang zur Abu Dhabi Erklärung über ‚Menschliche Geschwisterlichkeit‘ (Human Fraternity) gab es kritische Stimmen aus dem katholischen Lager, die dem Papst nicht nur Naivität oder gar Senilität vorwarfen, sondern auch seine Rechtgläubigkeit in Frage stellten. Es ist natürlich das gute Recht eines jeden denkenden Menschen, Fragen auch an den Papst zu stellen. Auch wir haben uns vor Ort verwundert gefragt, warum um das Dokument im Vorfeld ein undurchdringlicher Schleier der Geheimhaltung wehte. Selbst wir, die wir Tag für Tag in einer muslimischen Gesellschaft leben, hatten keine Ahnung vom Inhalt, noch wurden wir in irgendeiner Weise konsultiert.“ Dies sei aber eine mehr politische Frage des Vorgehens bei der Erarbeitung einer solchen Erklärung.

Mit Blick auf das Leben des Franziskus von Assisi hob Bischof Hinder die Geschwisterlichkeit aller Menschen hervor: „Es verbindet uns aber der Glaube, dass wir Geschöpfe des einen Gottes sind. Ihm verdanken wir unsere Existenz. In seiner Ansprache vom 4. Februar 2019 in Abu Dhabi sagte der Papst: ‚Ausgangspunkt (Anm.: für die Brüderlichkeit) ist dabei die Erkenntnis, dass Gott der Ursprung der einen Menschheitsfamilie ist. Er, der Schöpfer von allem und allen, will, dass wir als Brüder und Schwestern leben und das gemeinsame Haus der Schöpfung bewohnen, das er uns geschenkt hat. Hier, an den Wurzeln des uns gemeinsamen Menschseins, liegt die Brüderlichkeit begründet als Berufung, ,die in dem Schöpfungsplan Gottes enthalten ist‘ (Benedikt XVI). Sie sagt uns, dass wir alle die gleiche Würde haben und dass niemand der Herr oder Sklave anderer sein kann.‘ Auf dieser Basis baut Papst Franziskus auf und zieht die Konsequenzen für die Gestaltung der grundlegenden Werte in der Gesellschaft.“ Zum Ende seines Festvortrags betonte Bischof Hinder, dass – solange es Menschen gäbe, die sich ohne Angst gewaltlos in den Dienst der anderen stellten –Worte wie „Toleranz und Liebe“ ihre Kraft behielten. „Dialog ist dann kein leeres Wort oder eine akademische Alibi-Übung, sondern gelebte Realität vor Ort. Ich selbst habe in den fünfzehn Jahren meines Wirkens auf der arabischen Halbinsel gelernt – lernen müssen! – was es heißt, in Geduld und Demut Brücken zu bauen und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Dialog zwischen den Religionen läuft nicht nach dem Prinzip der Konsumgesellschaft: Alles sofort möglichst billig! Vielmehr geht es darum, auf dem festen Grund des eigenen Glaubens auf andere zuzugehen, sich um vertieftes Verständnis der jeweils anderen Glaubenspraxis zu bemühen und sich ihnen so in Ehrfurcht und ohne Überheblichkeit zu nähern. Franziskus von Assisi hat es vor 800 Jahren vorgemacht. Papst Franziskus ist daran, es auf seine Weise heute zu tun. Haben wir den Mut, es ihnen nachzumachen?“


Hinweise:

Die Begrüßung von Bischof Dr. Georg Bätzing und der Festvortrag von Bischof Paul Hinder OFMCap sind unterstehend als pdf-Dateien verfügbar.

Weitere Informationen zum christlich-islamischen Dialog finden Sie unter www.cibedo.de.

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