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Erzbischof Schick appelliert an Entführer syrischer Erzbischöfe

„Ohne Menschen des Friedens ist in Syrien kein Gemeinwesen denkbar“

Erklärung zur Debatte um die pastorale Handreichung über konfessionsverschiedene Ehen und eine gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie

Zur Debatte um das Thema „Beschluss der Vollversammlung über die pastorale Handreichung über konfessionsverschiedene Ehen und eine gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

1.    Über das Schreiben von sieben Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz an verschiedene Dikasterien im Vatikan und seine Reaktion gegenüber diesen Mitbrüdern hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Bischofskonferenz informiert. Über letztere hat er auch die Dikasterien im Vatikan in Kenntnis gesetzt.

2.    Zu der auf der Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt beschlossenen Fassung des oben angegebenen Dokumentes konnten die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz bis Ostern Änderungsvorschläge („Modi“) einreichen. Die eingegangenen Hinweise sind in das Dokument eingearbeitet worden, dessen finale Fassung – so der Beschluss der Vollversammlung – vom Vorsitzenden der Glaubenskommission und dem Vorsitzenden der Ökumenekommission sowie dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz festgestellt werden. Über den Sachstand wird Kardinal Marx den Ständigen Rat in seiner turnusmäßigen Sitzung am 23. April 2018 informieren. Das Dokument ist von Kardinal Marx nicht an den Vatikan geschickt worden. Mehr als drei Viertel der Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz haben dem Dokument als pastorale Handreichung zugestimmt.

3.    Den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz hat der Wunsch des Heiligen Vaters erreicht, wonach dieser vorschlägt, in der Sache ein Gespräch in Rom zu führen. Diesen Wunsch des Heiligen Vaters begrüßt Kardinal Marx ausdrücklich.

4.    Meldungen, wonach die Handreichung im Vatikan durch den Heiligen Vater oder Dikasterien abgelehnt worden sei, sind falsch.

„Tag der offenen Klöster“ am 21. April 2018

Bischof Dr. Felix Genn: „Sie machen die Kirche berührbar und antreffbar“

Abschlussdokument des Vorbereitungstreffens der Bischofssynode in deutscher Sprache veröffentlicht

Vom 19. bis 24. März 2018 trafen in Rom auf Einladung von Papst Franziskus rund 300 Jugendliche und junge Erwachsene aller Kontinente zu einem Vorbereitungstreffen für die im Oktober 2018 stattfindende Weltbischofssynode zusammen. Jetzt veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz das Abschlussdokument dieses Vorbereitungstreffens in deutscher Sprache. Bisher lag das Dokument in den Sprachen Italienisch, Englisch und Französisch vor. Die deutsche Fassung des Dokumentes ist ab sofort untenstehend sowie auf der Themenseite Bischofssynode Jugend 2018 verfügbar.

Das Vorbereitungstreffen endete am 24. März 2018. Am Palmsonntag
(25. März 2018) haben die Teilnehmer der Vorsynode dem Papst ein Abschlussdokument überreicht, das in die Vorbereitungen der Bischofssynode im Herbst einfließen soll.

Diese sogenannte Vorsynode diente der inhaltlichen Vorbereitung der XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die unter dem Leitwort „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“  steht. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte als Delegierte Magdalena Hartmann (Rottenburg-Oberndorf, Mitglied in der Schönstattjugend) und Thomas Andonie (Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ), benannt.


Hinweis:

Weitere Informationen zur Vorsynode sowie zur XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode sind auf der Themenseite Bischofssynode Jugend 2018 zu finden.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm eröffnen ökumenische „Woche für das Leben“ 2018 in Trier

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Trierer Dom haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, heute (14. April 2018) die bundesweite Aktion „Woche für das Leben“ eröffnet, die bis zum 21. April 2018 in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden begangen wird.

In seiner Predigt erinnerte Kardinal Reinhard Marx an das Wort „Gott ist ein Freund des Lebens“ als die seit 1989 gemeinsam bestehende Grundbotschaft der katholischen und evangelischen Kirche für die „Woche für das Leben“ und sagte: „Wir befassen uns in diesem Jahr vor allem mit der Pränataldiagnostik. Ich kann die Sorgen der Eltern sehr gut verstehen: Jeder hofft, dass sein Kind gesund ist. Wenn das in Frage steht, kommen Ängste auf, die Familien sehr belasten. Es sind Notlagen, die wir alle sehen und ernst nehmen müssen. Werdende Mütter und Väter stellen sich auch die Frage: Warum ausgerechnet mein Kind? Auf diese Sorgen gibt es keine einfachen Antworten, aber es gibt ethische Leitlinien und Werte, die Eltern und Ärzten Orientierung geben können, eine dem Leben verpflichtete Entscheidung zu treffen“, so Kardinal Marx. „Es ist gut, von der Grundhaltung auszugehen, die in jeder Schwangerschaft notwendig ist: von Zuversicht, Hoffnung und Liebe. Jede Schwangerschaft braucht das Vertrauen, dass das Wagnis des neuen Lebens gut ist. Als Christen können wir darauf hoffen und vertrauen, dass Gott das Leben schützt und liebt. Denn Gott sagt bedingungslos Ja zum Menschen. Deswegen sagen wir über eine schwangere Frau: Sie ist guter Hoffnung!“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz betonte: „Wir sind dankbar für alle Zeugnisse von Eltern, denen das Ja zum Leben ihres Kindes einiges abverlangt und die dennoch versuchen, mutig und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen. Sie und Ihre Kinder sind unersetzbar und wichtig für unsere Gesellschaft! Die Kirche trägt Ihr Ja zum Leben mit!“

Kardinal Marx hob hervor, dass auch Papst Franziskus an das Geschenk des Lebens in seinem aktuellen Apostolischen Schreiben Gaudete et exsultate (veröffentlicht am 9. April 2018) erinnert, in dem es heißt: „Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht und es die Liebe zu jeder Person unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe verlangt.“ (Nr. 101) Daher, so Kardinal Marx, sei die Woche für das Leben so wichtig: „Unser Ja-Wort zum Leben umfasst alle Menschen und zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens.“

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm sprach in seiner thematischen Hinführung im Gottesdienst von den Zielen, an denen sich Pränataldiagnostik zu orientieren hat: „Pränataldiagnostik ist zuallererst dem Leben verpflichtet. Sie soll Frauen bei ihrer Schwangerschaft so gut wie möglich medizinisch begleiten und die medizinischen Risiken für die Frau und das werdende Leben begrenzen. Als Christen glauben wir, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist. Deswegen hat der Schutz dieses Lebens einen so großen Stellenwert für uns. Niemand darf von einem moralischen Hochpodest aus über die schwierigen Konfliktsituationen hinweggehen, die entstehen, wenn Eltern durch Pränataldiagnostik mit abzusehenden schweren Schäden in der embryonalen Entwicklung konfrontiert werden. Sie brauchen einfühlsame Begleitung und Beratung gerade auch in den damit verbundenen ethischen Fragen. Umso wichtiger ist eine bewusste Reflexion der ethischen Dimensionen der heutigen pränataldiagnostischen Möglichkeiten. Unsere Gesellschaft ist geprägt von vielfältigen Optionen, unter denen wir diejenige auszusuchen gewohnt sind, die uns am ehesten entspricht. Es muss klar sein, dass beim Umgang mit menschlichem Leben etwas anderes gilt. Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens muss die Grundlage und Grenze sein, auf der wir unsere Entscheidungen in den damit zusammenhängenden Fragen treffen. Was das bedeutet, darüber wollen wir in der diesjährigen Woche für das Leben nachdenken.“

Das Jahresthema „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ lenkt den Blick auf die ambivalenten Folgen, die heutige Methoden der Pränataldiagnostik mit sich bringen. Während bestimmte diagnostische Möglichkeiten eine verbesserte Vorsorge und ein therapeutisches Handeln ermöglichen, die den Embryo vor Schaden schützen, generieren andere Testverfahren lediglich ein Wissen darüber, ob das Kind bestimmte genetische Merkmale oder Störungen hat. Mit einer Therapiemöglichkeit sind letztere Tests, zu denen der sogenannte „Bluttest“ für Schwangere gehört, jedoch nicht verbunden. Eltern, die einen beunruhigenden Befund erhalten, stehen oftmals nur noch vor der Wahl, ihr Kind mit einer möglichen Behinderung zur Welt zu bringen oder die Schwangerschaft abzubrechen – ein schwerer Entscheidungskonflikt, auf den viele Paare gar nicht vorbereitet sind. Deshalb sehen die Kirchen ihren wichtigen Auftrag darin, werdenden Eltern beratend und unterstützend beizustehen und sie zu ermutigen, ihre Elternrolle in guter Hoffnung und im Vertrauen auf Gott, den Schöpfer, anzunehmen.

An dem ökumenischen Gottesdienst in Trier mit zahlreichen Teilnehmenden aus Gesellschaft, Politik, Bildung, Medizin und Religionsgemeinschaften wirkten außerdem Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier, und Christoph Pistorius, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, mit.



Hintergrund zum Schwerpunktthema der „Woche für das Leben“ 2018

Bei der „Woche für das Leben“ geht es in diesem Jahr um Aufgaben und Konsequenzen der Pränataldiagnostik und deren ethische, medizinische und soziale Einordnung. Besonders wird die sich daraus ergebende Frage nach dem Wert des Lebens mit Behinderung in den Blick genommen. Die Bewertung pränataldiagnostischer Methoden ist nicht nur eine medizinisch-technische Sache. Es müssen vornehmlich auch ethische Kriterien und die jeweiligen gesellschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt werden. In den medizinischen Fortschritten sehen die katholische und evangelische Kirche nicht nur hilfreiche Maßnahmen für die Gesundheit von Mutter und Kind, sondern auch die Gefahr einer zunehmenden Ablehnung von Kindern mit Behinderung und das Streben hin zu vermeintlich perfekten Menschen.

Die „Woche für das Leben“ ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Das Themenheft und weitere Informationen stehen unter www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Deutsche Bischofskonferenz würdigt christlich-islamischen Dialog

Bischof Bätzing: Theologisch fundiertes Signal für den Dialog

Deutsche Bischofskonferenz würdigt christlich-islamischen Dialog

Mit einem erstmalig durchgeführten Empfang für die Partner im christlich-islamischen Dialog hat die Deutsche Bischofskonferenz heute (13. April 2018) das religiöse Miteinander und das vielfältige interreligiöse Gespräch gewürdigt. Der Vorsitzende der Unterkommission für den interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), konnte dazu in Frankfurt am Main rund 100 Gäste begrüßen, darunter die Vorsitzenden der Deutschen Muslim-Liga, den Vorsitzenden des Islamrats und den Bundesvorsitzenden der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, die DITIB sowie die hessischen Landesvorsitzenden des Verbandes Islamischer Kulturzentren, des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken und des Geistlichen Rats der Alevitischen Gemeinde Hessen.

„Wir kommen als Christen unterschiedlicher Konfessionen und als Muslime verschiedener religiöser, nationaler und kultureller Zugehörigkeiten erstmals in dieser Form zusammen: Die Deutsche Bischofskonferenz möchte mit diesem Empfang ein Zeichen setzen für die Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs und dies mit einem theologischen Gesprächsimpuls verbinden“, so Bischof Bätzing. Der Empfang verstehe sich auch als ein theologisch fundiertes Signal für den christlich-islamischen Dialog. Als Anlass habe die Bischofskonferenz das Hochfest der „Verkündigung des Herrn“ gewählt. Es erinnere an die Begegnung des Engels Gabriel mit Maria, wie sie im ersten Kapitel des Lukas-Evangeliums (Lk 1,26–38) geschildert wird. „Von Weihnachten hergeleitet wird das Fest üblicherweise neun Monate zuvor am 25. März gefeiert. Es ist ein Fest unseres Herrn Jesus und seiner Mutter, ein froher Tag mit einer bedeutungsvollen Botschaft für Christinnen und Christen. Mitten im Frühjahr hat es einen adventlichen Charakter: Von Gott dürfen wir Großes erwarten. Kalendarisch fiel der 25. März dieses Jahr mit dem Palmsonntag zusammen, sodass der Festtag der ‚Verkündigung des Herrn‘ auf den 9. April verlegt wurde – also wenige Tage vor unser heutiges Zusammentreffen“, so Bischof Bätzing. Bei allen Unterschieden zwischen dem christlichen und dem islamischen Glauben gebe das Fest der Verkündigung des Herrn Anhaltspunkte für die zwischen den Religionen bestehenden Gemeinsamkeiten: „Auch die Muslime verehren sowohl Maria als auch ihren Sohn Jesus; auch der Islam kennt den Engel Gabriel als Boten Gottes.“

Von diesen Gemeinsamkeiten ausgehend entfaltete der Islamwissenschaftler Pater Prof. Dr. Felix Körner SJ, Professor für Dogmatik und Theologie der Religionen an der Päpstlichen Universität Gregoriana (Rom) in seinem Festvortrag das Hören auf Gott in den jeweiligen Religionen. Unter dem Thema „Überlieferte Weisheit für den interreligiösen Dialog – was ist geistliche Unterscheidung“ legte P. Körner dar, dass Gläubige unterschiedlicher Traditionen einander Schätze ihres geistlichen Erbes vorstellen könnten. Für Papst Franziskus sei die Kunst des Unterscheidens von zentraler Bedeutung: das wache Hören auf Gottes Plan.

Vor diesem Hintergrund würdigte P. Körner den christlich-islamischen Dialog als einen Ort besonderer Verantwortung: „Es geht um die Treue zu Gott und um die Gestaltung der Zukunft, und das nicht selten unter Anspannung.“ Gott rufe den Menschen zurück in seine Geschichte, von der wir ein Teil seien: „So können wir uns wieder auf Gott verlassen und gelassen, rücksichtsvoll, umsichtig das Jetzt mitgestalten“, so P. Körner. Er freue sich, dass mit den Muslimen auch der Islam mit seinen verschiedenen geistlichen Traditionen zu uns gekommen sei: „Viele von uns haben schon eindrucksvolle Gläubige und hochspannende Autoren einer fremden Spiritualität kennenlernen dürfen; aber es gibt für uns alle noch viel zu entdecken und zu vermitteln. Es gibt in unseren theologischen, mystischen, asketischen, philosophischen, dichterischen und volksfrommen Traditionen überlieferte Weisheiten, die das Miteinander hierzulande mitprägen können, die das religiöse Denken tragen und weiterentwickeln können, die uns neue Gesichtspunkte in der Ethik aufzeigen können, die neue Ideen für die Wertevermittlung und Lebensgestaltung einbringen können.“

Er, so Prof. Körner, könne sich ein Deutschland vorstellen, „in dem verschiedene Traditionen ausstrahlende Institutionen pflegen, etwa Häuser für geistliche Übungen, Lehrstühle für geistliche Theologie, Lernorte für geistliche Begleiterinnen und Begleiter.“ Eine gründliche Ausbildung solcher Fachleute der geistlichen Begleitung sei notwendig, „damit sie den empfindlichen Raum des Seelenlebens, des geistlichen Gesprächs, des persönlichen Vertrauens nicht für eigene Zwecke missbrauchen, sich nicht als manipulative Gurus aufspielen, sondern zurückhaltend das persönliche Wachstum der Menschen begleiten, die sich auf die Gottsuche gemacht haben.“ P. Körner betonte, dass er sich eine Gesellschaft vorstellen könne, in der verschiedene Stile, jüdisch oder christlich oder muslimisch ‚geistlich‘ zu leben, sich gegenseitig herausfordern und beschenken: „Wenn wir unsere Verantwortung ernst nehmen, brauchen wir das; und Gott ruft uns in die Verantwortung.“


Hinweise:

Die Begrüßung von Bischof Dr. Georg Bätzing und der Vortrag von Pater Prof. Dr. Felix Körner SJ sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar.
Weitere Informationen zum christlich-islamischen Dialog finden Sie unter www.cibedo.de.

Pressekonferenz zur Präsentation der Studie: „Raus aus der Wachstumsgesellschaft? Eine sozialethische Analyse und Bewertung von Postwachstumsstrategien“

Neue Studie der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“


Wie lassen sich die Umwelt und die natürlichen Lebensgrundlagen schützen und gleichzeitig Hunger und Armut in der Welt effektiv bekämpfen? Welche Rolle spielt hier das Wirtschaftswachstum?

Im Auftrag der Kommission Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz hat die Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ diese Zusammenhänge untersucht. Dabei wurden auch die Antwortversuche von  „Postwachstumsansätzen“ analysiert und aus sozialethischer Sicht bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Wissenschaftsgruppe sodann Leitlinien für eine soziale und ökologische Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet und Verantwortlichkeiten und Handlungsoptionen auf verschiedenen Ebenen benannt.

Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel „Raus aus der Wachstumsgesellschaft? Eine sozialethische Analyse und Bewertung von Postwachstumsstrategien“ werden in einer Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, und dem Vorsitzenden der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“, Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher (München), vorgestellt

am Freitag, den 20. April 2018,
um 10:00 Uhr
in der Hochschule für Philosophie
Kaulbachstraße 31
80539 München.

Zur Pressekonferenz und zum anschließenden Dialogforum (ebenfalls in der Hochschule für Philosophie, 11:30 Uhr bis 18:00 Uhr) mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung laden wir Sie herzlich ein. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter der E-Mail pressestelle(at)dbk.de.  Das Programm des Dialogforums ist als pdf-Datei untenstehend verfügbar.


Hintergrund

In der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ Bischofskonferenz arbeiten Sozialethiker und Wirtschaftswissenschaftler zusammen bei der Analyse weltwirtschaftlicher Zusammenhänge und deren Bewertung auf der Grundlage der Christlichen Sozialethik. Darauf aufbauend werden Handlungsperspektiven für die Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Eine Übersicht über die Studien der vergangenen Jahre finden Sie unter Publikationen.

Kardinal Marx würdigt Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate von Papst Franziskus „über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“

Zum heute (9. April 2018) veröffentlichen Dokument von Papst Franziskus „Gaudete et exsultate – über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“ erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Papst Franziskus hat heute das Apostolische Schreiben ,Gaudete et exsultate – über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute‘ veröffentlicht. Dafür sind wir deutschen Bischöfe ihm sehr dankbar.

Im Zentrum der Überlegungen dieses Schreibens steht die Berufung aller Christen, ja letztlich aller Menschen, zur Heiligkeit. Das Kernanliegen von Papst Franziskus ist es dabei nicht, eine Abhandlung über die Heiligkeit mit Definitionen, Unterscheidungen, Analysen oder Normen vorzustellen. Vielmehr geht es ihm darum, die Christen angesichts der Welt von heute anzuhalten, auf den Ruf zur Heiligkeit zu hören. Dabei ermutigt er sie, Heiligkeit nicht nur als ein wirklichkeitsfernes Ideal der kanonisierten Seligen und Heiligen der Kirche zu betrachten, sondern sie in ihrem eigenen Alltag zu suchen, als ,Heiligkeit von nebenan‘ (Nr. 7). Es geht ihm, wie er im ersten Kapitel (‚Der Ruf zur Heiligkeit‘) verdeutlicht, darum, alle anzusprechen und einzuladen, alle zu ermutigen, sich auf den Weg zu machen. Dafür findet er auch sehr konkrete Beispiele, wenn er etwa in einem Gespräch beim Einkaufen oder in der Zuwendung zu einem Kind Wege der Heiligkeit ausmacht.

Aus dieser Einladung an alle ergibt sich in Konsequenz die Warnung des zweiten Kapitels (‚Zwei subtile Feinde der Heiligkeit‘), besonders elitäre Vorstellungen von Heiligkeit zu vermeiden, die Papst Franziskus bei manchen Katholiken als virulent betrachtet. Im Anschluss und unter ausdrücklichem Verweis auf das erst kürzlich von der Glaubenskongregation veröffentlichte Schreiben Placuit deo benennt der Heilige Vater diese beiden Strömungen des ,gegenwärtigen Gnostizismus‘ und des ,gegenwärtigen Pelagianismus‘. Mit diesem Bezug auf zwei schon altkirchliche Irrlehren hebt er auf einen überzogenen Intellektualismus und auf eine elitäre Vorstellung von der eigenen Willenskraft des Menschen ab. Heiligkeit, so macht er deutlich, ist weder ein intellektuelles Begriffsspiel, das die Welt vollständig erklärt, noch ist sie eine Leistung, die der Mensch aus eigenem Willen erbringen könnte, ohne sich der Gnade Gottes zu unterstellen.

Das dritte Kapitel (‚Im Licht des Meisters‘) besteht in einer Auslegung der ,Seligpreisungen‘ des Evangeliums, die zugleich das christliche Grundverständnis von Heiligkeit erläutert.

Im vierten Kapitel geht es darum, angesichts der Welt von heute einige Aspekte besonders hervorzuheben, ohne die das Bemühen um Heiligkeit nicht auskommt. Papst Franziskus nennt hier fünf Aspekte, beginnend mit ,Durchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut‘, gefolgt von ,Freude und Sinn für Humor‘. Es schließen sich ,Wagemut und Eifer‘ an, dann ,Gemeinschaft‘ und schließlich das ,Gebet‘.

Das fünfte Kapitel (‚Kampf, Wachsamkeit und Unterscheidung‘) besteht in einer abschließenden Mahnung, die Gefahr des Bösen nicht außer Acht zu lassen und sich in der Spiritualität der Unterscheidung zu üben, um so in der konkreten Lebenssituation den rechten Weg der Heiligkeit zu finden.

Es fällt zunächst auf, dass auch im Titel dieses Schreibens wieder die Freude an erster Stelle steht. Die Freude ist ein stets wiederkehrendes Grundmotiv in den Lehrschreiben von Papst Franziskus. Bei allem Ernst der Themen geht es ihm dennoch unübersehbar um ein Christentum aus der Grundstimmung und Grundhaltung der Freude. Dazu möchte er anstiften – unter klarer Zurückweisung aller Verhärtung und Vergrämung. Freudig und humorvoll soll die christliche Botschaft als befreiend und erlösend erfahren und gelebt werden. In diesem Sinn steht dieses Apostolische Schreiben im Einklang mit der gesamten Verkündigung dieses Pontifikats. Papst Franziskus führt in großer Konsequenz seine Linie fort, die sich auch dadurch auszeichnet, dass er lehramtliche Definitionen und normative Entscheidungen nicht in den Vordergrund stellt. Es kommt ihm auch nicht auf eine normative Verbotsethik an, sondern auf eine appellative Tugendethik, oder, wenn man so möchte, auf eine ,Heiligkeitsethik‘, die mit allem Nachdruck dazu einlädt, das Gute im Geist Christi zu tun. Hinweise dafür schöpft er aus den Quellen christlicher Tradition: Augustinus, Thomas von Aquin, Ignatius von Loyola, aber auch viele andere werden zitiert. Dass eine solche Ethik alles andere als ein harmloses Sprechen im Konjunktiv ist, wird dem Leser von Gaudete et exsultate schnell deutlich.

Dazu zählt für Papst Franziskus auch der Einsatz für Arme und gegen jede Art von Egoismus und Individualismus. In klaren Worten fordert er eine Verantwortung für den Nächsten, den Ausgegrenzten, den Unterdrückten. Damit bekommt das Dokument auch eine starke sozialethische Perspektive. Beispielsweise schreibt der Papst mit Blick auf Migranten: ,Oft hört man, dass angesichts des Relativismus der Grenzen der heutigen Welt beispielsweise die Lage der Migranten eine weniger wichtige Angelegenheit wäre.‘ Ein Christ müsse sich aber in diejenigen hineinversetzen, ,die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten‘.

Das Schreiben ist eine authentische Aufforderung von Papst Franziskus, voll Freude, Optimismus und Offenheit für Gottes Wort alles Mittelmaß hinter sich zu lassen und aufzubrechen. Dabei macht er deutlich, dass dies nur im Miteinander und im Zugehen auf die Mitmenschen möglich ist. Wer versucht, Gaudete et exsultate unter kirchenpolitischen Aspekten zu analysieren, geht mit Sicherheit an der Intention des Heiligen Vaters vorbei. Wer sich hingegen anstecken lässt, das eigene Leben zu überdenken und darin neu nach der Heiligkeit zu suchen, ist auf dem richtigen Weg.“

Hinweis:

Das Apostolische Schreiben Gaudete et exsultate ist im Internet unter www.vatican.va verfügbar.

Kardinal Marx würdigt Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate von Papst Franziskus „über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“

Zum heute (9. April 2018) veröffentlichen Dokument von Papst Franziskus „Gaudete et exsultate – über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“ erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Papst Franziskus hat heute das Apostolische Schreiben ,Gaudete et exsultate – über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute‘ veröffentlicht. Dafür sind wir deutschen Bischöfe ihm sehr dankbar.

Im Zentrum der Überlegungen dieses Schreibens steht die Berufung aller Christen, ja letztlich aller Menschen, zur Heiligkeit. Das Kernanliegen von Papst Franziskus ist es dabei nicht, eine Abhandlung über die Heiligkeit mit Definitionen, Unterscheidungen, Analysen oder Normen vorzustellen. Vielmehr geht es ihm darum, die Christen angesichts der Welt von heute anzuhalten, auf den Ruf zur Heiligkeit zu hören. Dabei ermutigt er sie, Heiligkeit nicht nur als ein wirklichkeitsfernes Ideal der kanonisierten Seligen und Heiligen der Kirche zu betrachten, sondern sie in ihrem eigenen Alltag zu suchen, als ,Heiligkeit von nebenan‘ (Nr. 7). Es geht ihm, wie er im ersten Kapitel (‚Der Ruf zur Heiligkeit‘) verdeutlicht, darum, alle anzusprechen und einzuladen, alle zu ermutigen, sich auf den Weg zu machen. Dafür findet er auch sehr konkrete Beispiele, wenn er etwa in einem Gespräch beim Einkaufen oder in der Zuwendung zu einem Kind Wege der Heiligkeit ausmacht.

Aus dieser Einladung an alle ergibt sich in Konsequenz die Warnung des zweiten Kapitels (‚Zwei subtile Feinde der Heiligkeit‘), besonders elitäre Vorstellungen von Heiligkeit zu vermeiden, die Papst Franziskus bei manchen Katholiken als virulent betrachtet. Im Anschluss und unter ausdrücklichem Verweis auf das erst kürzlich von der Glaubenskongregation veröffentlichte Schreiben Placuit deo benennt der Heilige Vater diese beiden Strömungen des ,gegenwärtigen Gnostizismus‘ und des ,gegenwärtigen Pelagianismus‘. Mit diesem Bezug auf zwei schon altkirchliche Irrlehren hebt er auf einen überzogenen Intellektualismus und auf eine elitäre Vorstellung von der eigenen Willenskraft des Menschen ab. Heiligkeit, so macht er deutlich, ist weder ein intellektuelles Begriffsspiel, das die Welt vollständig erklärt, noch ist sie eine Leistung, die der Mensch aus eigenem Willen erbringen könnte, ohne sich der Gnade Gottes zu unterstellen.

Das dritte Kapitel (‚Im Licht des Meisters‘) besteht in einer Auslegung der ,Seligpreisungen‘ des Evangeliums, die zugleich das christliche Grundverständnis von Heiligkeit erläutert.

Im vierten Kapitel geht es darum, angesichts der Welt von heute einige Aspekte besonders hervorzuheben, ohne die das Bemühen um Heiligkeit nicht auskommt. Papst Franziskus nennt hier fünf Aspekte, beginnend mit ,Durchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut‘, gefolgt von ,Freude und Sinn für Humor‘. Es schließen sich ,Wagemut und Eifer‘ an, dann ,Gemeinschaft‘ und schließlich das ,Gebet‘.

Das fünfte Kapitel (‚Kampf, Wachsamkeit und Unterscheidung‘) besteht in einer abschließenden Mahnung, die Gefahr des Bösen nicht außer Acht zu lassen und sich in der Spiritualität der Unterscheidung zu üben, um so in der konkreten Lebenssituation den rechten Weg der Heiligkeit zu finden.

Es fällt zunächst auf, dass auch im Titel dieses Schreibens wieder die Freude an erster Stelle steht. Die Freude ist ein stets wiederkehrendes Grundmotiv in den Lehrschreiben von Papst Franziskus. Bei allem Ernst der Themen geht es ihm dennoch unübersehbar um ein Christentum aus der Grundstimmung und Grundhaltung der Freude. Dazu möchte er anstiften – unter klarer Zurückweisung aller Verhärtung und Vergrämung. Freudig und humorvoll soll die christliche Botschaft als befreiend und erlösend erfahren und gelebt werden. In diesem Sinn steht dieses Apostolische Schreiben im Einklang mit der gesamten Verkündigung dieses Pontifikats. Papst Franziskus führt in großer Konsequenz seine Linie fort, die sich auch dadurch auszeichnet, dass er lehramtliche Definitionen und normative Entscheidungen nicht in den Vordergrund stellt. Es kommt ihm auch nicht auf eine normative Verbotsethik an, sondern auf eine appellative Tugendethik, oder, wenn man so möchte, auf eine ,Heiligkeitsethik‘, die mit allem Nachdruck dazu einlädt, das Gute im Geist Christi zu tun. Hinweise dafür schöpft er aus den Quellen christlicher Tradition: Augustinus, Thomas von Aquin, Ignatius von Loyola, aber auch viele andere werden zitiert. Dass eine solche Ethik alles andere als ein harmloses Sprechen im Konjunktiv ist, wird dem Leser von Gaudete et exsultate schnell deutlich.

Dazu zählt für Papst Franziskus auch der Einsatz für Arme und gegen jede Art von Egoismus und Individualismus. In klaren Worten fordert er eine Verantwortung für den Nächsten, den Ausgegrenzten, den Unterdrückten. Damit bekommt das Dokument auch eine starke sozialethische Perspektive. Beispielsweise schreibt der Papst mit Blick auf Migranten: ,Oft hört man, dass angesichts des Relativismus der Grenzen der heutigen Welt beispielsweise die Lage der Migranten eine weniger wichtige Angelegenheit wäre.‘ Ein Christ müsse sich aber in diejenigen hineinversetzen, ,die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten‘.

Das Schreiben ist eine authentische Aufforderung von Papst Franziskus, voll Freude, Optimismus und Offenheit für Gottes Wort alles Mittelmaß hinter sich zu lassen und aufzubrechen. Dabei macht er deutlich, dass dies nur im Miteinander und im Zugehen auf die Mitmenschen möglich ist. Wer versucht, Gaudete et exsultate unter kirchenpolitischen Aspekten zu analysieren, geht mit Sicherheit an der Intention des Heiligen Vaters vorbei. Wer sich hingegen anstecken lässt, das eigene Leben zu überdenken und darin neu nach der Heiligkeit zu suchen, ist auf dem richtigen Weg.“

Hinweis:

Das Apostolische Schreiben Gaudete et exsultate ist im Internet unter www.vatican.va verfügbar.

Empfang für die Partner im christlich-islamischen Dialog

Die Deutsche Bischofskonferenz lädt in diesem Jahr erstmalig ihre Partner im christlich-islamischen Dialog zu einem Empfang ein. Mit dem Konzilsdokument Nostra aetate ist der katholischen Kirche aufgetragen, den interreligiösen Dialog „mit Klugheit und Liebe“ zu führen. Das betont auch Papst Franziskus, wenn er sagt: „Wenn es ein Wort gibt, das wir bis zur Erschöpfung wiederholen müssen, dann lautet es Dialog.“ In diesem Sinne setzt die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Empfang ein Zeichen für die Notwendigkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen in Deutschland.

Der Empfang findet statt am Freitag, den 13. April 2018 um 17.15 Uhr mit einer Vesper im Hohen Dom zu Frankfurt am Main (Domplatz 1, 60311 Frankfurt am Main). Ab 18.00 Uhr beginnt der Empfang im Haus am Dom (Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main).

Der Vorsitzende der Unterkommission für den interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), wird die Gäste begrüßen. Die Festrede zum Thema „Überlieferte Weisheit für den interreligiösen Dialog. Was ist Unterscheidung der Geister?“ hält Pater Prof. Dr. Felix Körner SJ von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zu diesem nicht öffentlichen Termin eingeladen. Eine Anmeldung unter der E-Mail pressestelle(at)dbk.de ist notwendig.

Erzbischof Schick beendet Reise mit Hilfswerken in den Irak

„Wiederaufbau braucht einen politischen, zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Rahmen“

Erzbischof Schick beendet Reise mit Hilfswerken in den Irak

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hat gestern Abend (7. April 2018) seine fünftägige Reise in den Irak beendet. Begleitet wurde er von den Leitern der katholischen Hilfswerke, die sich in besonderer Weise im Mittleren Osten engagieren. Am Dienstag hielt sich Erzbischof Schick in der Hauptstadt Bagdad, seit Mittwoch hauptsächlich in der Autonomen Region Kurdistan auf.

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Ein besonderes Augenmerk des Besuchs lag auf der Ninive-Ebene, die seit Jahrhunderten von christlichem Leben geprägt ist. Die Delegation besuchte die von der Terrormiliz IS schwer zerstörten Städte Karakosh und Karemlesh und eine Reihe weiterer Ortschaften, so das heftig umkämpfte Bartella und die von Christen und Jesiden bewohnten Kleinstädte Bashika und Bahzani, die stark unter dem islamistischen Terrorregime gelitten haben. Im Zuge der Eroberung durch den IS musste die gesamte nichtmuslimische Bevölkerung dieser Orte fliehen. Die Rückkehr setzt voraus, dass die Häuser wieder instand gesetzt werden. Wegen fehlender staatlicher Hilfe in diesem Bereich ist hier vor allem die Kirche aktiv, die ein Niniveh Reconstruction Committee gegründet hat. Der syrisch-orthodoxe Bischof Moussa Shamany und hochrangige religiöse Führer der Jesiden berichteten über die nötige Wiederaufbauhilfe, die auch Kirchen und andere Gebetsstätten umfasst.

Fragen des Verbleibs der Christen in der Region und ihres Zusammenlebens mit den anderen Gruppen der Gesellschaft beschäftigten Erzbischof Schick auch in der kurdischen Metropole Dohuk. Hier traf er mit kirchlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Verantwortungsträgern sowie mit einheimischen Akademikern zusammen. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche unterstrich die Verpflichtung der Kirche weltweit, den bedrängten Mitchristen im Irak zur Seite zu stehen. „Wir müssen alles fördern, was den Christen ermöglicht, in ihrer Heimat zu bleiben oder dorthin zurückzukehren. Dabei müssen die Hilfsprogramme immer die künftige friedliche Koexistenz von Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit im Blick haben.“

Erzbischof Schick, der zuletzt vor zwei Jahren im Nordirak war, hatte zu dieser Reise erstmals eine größere Delegation von Leitern katholischer Hilfswerke eingeladen. Gemeinsam verschafften sie sich einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen, um eine Grundlage für die effiziente Koordination der Hilfstätigkeiten zu gewinnen.

In Erbil traf die Delegation auf viele Partnerorganisationen der Werke, die ihre Projekte zum Wiederaufbau von Gebäuden und zerstörter Infrastruktur, aber auch zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen vorstellten. Insbesondere der Bearbeitung von Traumata, die Gewaltopfer erlitten haben, müsse auch weiterhin hohe Aufmerksamkeit gewidmet werden, so die Vertreter der religionsübergreifend aktiven Jiyan Foundation. Bei der Begegnung mit jungen Christen wurde deutlich, wie eine ganze Generation zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwankt. „Am liebsten würden viele Jugendliche sofort das Land verlassen. Aber sie spüren, dass das eine Illusion ist. Umso beeindruckter bin ich, dass die jungen Leute Verantwortung übernehmen wollen, auch wenn sie sich fragen: Für was?“, so Erzbischof Schick. In dieser Situation brauche es zivilgesellschaftliche, staatliche und nicht zuletzt kirchliche Institutionen, die etwas von einer Zukunftsperspektive vermittelten. „Die schulischen Angebote der Kirche leisten hier einen Beitrag und auch die kleine katholische Universität von Erbil. Aber ich möchte auch andere kirchliche Engagements hervorheben, vor allem die Projekte im Gesundheitssektor und im Bereich der sozialen Arbeit“, erklärte Erzbischof Schick.

Erschüttert zeigte sich der Erzbischof von den nach wie vor primitiven Zuständen in einigen Flüchtlingslagern. Im Shariya-Camp nahe Dohuk leben seit vier Jahren jesidische Flüchtlinge, deren Zahl immer noch bei 27.000 liegt. „Diese Menschen brauchen unsere Hilfe. Jahrelang in Zelten zu leben ist inhuman. Eine offene Kanalisation ist gefährlich für die Gesundheit. Und das wachsende Gewaltpotential aufgrund einer ständigen Frustration stellt eine erhebliche Gefährdung des friedlichen Zusammenlebens dar“, so Erzbischof Schick.

„Ich bin sehr dankbar für das Engagement unserer kirchlichen Hilfswerke. Einmal mehr ist mir deutlich geworden, wie wertvoll und fruchtbar ihre Arbeit ist. Dabei waren sich alle Reiseteilnehmer einig, dass der Einsatz im Irak noch weiter erhöht und die Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen gestärkt werden soll. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, dass Christen eine Zukunft im Irak haben, dass sie in Würde und im Frieden mit den anderen Bewohnern dort leben können“, stellte Erzbischof Schick zum Abschluss der Reise fest.

Hintergrund:
Erzbischof Schick wurde auf seiner Reise begleitet von Dr. Martin Bröckelmann-Simon (Geschäftsführer Misereor, Aachen), Dr. Thomas Heine-Geldern (Geschäftsführender Präsident Kirche in Not, Königstein), Msgr. Wolfgang Huber (Präsident Missio München), Prälat Dr. Klaus Krämer (Präsident Missio, Aachen, und Präsident Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Aachen) und Dr. Oliver Müller (Leiter Caritas international, Freiburg).

Hinweise für Medienvertreter:
Kostenfreies Fotomaterial der Reise – unter Nennung des Copyrights – finden Sie zum Herunterladen in der obenstehenden Bildergalerie dieser Pressemitteilung.

Kardinal Marx betroffen über Todesfahrt mit zahlreichen Opfern in Münster

Zur heutigen (7. April 2018) Todesfahrt in eine Menschengruppe in der Altstadt von Münster erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Die Nachricht darüber, dass in Münster ein Fahrer in eine Menschengruppe raste und Menschen getötet und weitere teils schwer verletzt hat, bestürzt mich zutiefst.

Geliebte Angehörige, gute Freunde und Bekannte bleiben zurück und können nicht begreifen, was geschehen ist. Ihnen allen, den Verletzten sowie deren Familien gilt unser tiefes Mitgefühl. Meine Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei ihnen, meine Gebete gelten den Toten und allen Betroffenen – und mit mir auch die aller Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz.“

Kardinal Marx betroffen über Todesfahrt mit zahlreichen Opfern in Münster

Zur heutigen (7. April 2018) Todesfahrt in eine Menschengruppe in der Altstadt von Münster erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Die Nachricht darüber, dass in Münster ein Fahrer in eine Menschengruppe raste und Menschen getötet und weitere teils schwer verletzt hat, bestürzt mich zutiefst.

Geliebte Angehörige, gute Freunde und Bekannte bleiben zurück und können nicht begreifen, was geschehen ist. Ihnen allen, den Verletzten sowie deren Familien gilt unser tiefes Mitgefühl. Meine Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei ihnen, meine Gebete gelten den Toten und allen Betroffenen – und mit mir auch die aller Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz.“

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