Augenblicke der Besinnung

Die seligen Jungfrau Maria
ist die Königin des Friedens.
Bei der Geburt ihres Sohnes
verherrlichten die Engel Gott
und wünschten den Menschen guten Willens
Frieden auf Erden.
Bitten wir Maria,
uns leitend voranzugehen.

Papst Franziskus













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Katholische Journalistenschule ifp bildet Studierende aus

Zum Frühjahr 2021 nimmt das ifp (Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V.) wieder Studierende in die dreijährige studienbegleitende Journalistenausbildung auf. Interessierte können sich vom 1. Juli bis 15. September 2020 bewerben. In der Corona-Pandemie zeigt sich, wie wichtig die Arbeit seriös arbeitender Journalisten ist, die sorgfältig recherchierte Informationen einordnen. Dafür sind ein solides Handwerk, eine gestandene Persönlichkeit und ethische Leitlinien notwendig. All dies lernen angehende Journalisten im Stipendiat beim ifp. „Journalistinnen und Journalisten halten dagegen, wenn heute mit Fake-News und Desinformationen die Menschen an der Nase herumgeführt werden sollen. Deshalb ist es so wichtig, dass junge Leute mit einer guten Ausbildung erfolgreich in den Journalismus starten“, so Bernhard Remmers, Journalistischer Direktor der katholischen Journalistenschule.

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Per Mausklick auf eines der Fotos öffnet sich die gesamte Bildergalerie.

Die katholische Journalistenschule bildet junge Leute aus, die sich für die Menschen interessieren, über die sie berichten. Sie ist offen für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Bewerben können sich Studierende, die noch bis Ende 2023 immatrikuliert sind – unabhängig von Fachgebiet, Ort und Fachsemester. Für die journalistischen Seminare fahren die Stipendiaten nach München, ihre Praktika machen sie in unterschiedlichen Redaktionen in ganz Deutschland. Während der Seminare in München sorgt das ifp für Kost und Unterkunft, erstattet die Fahrtkosten und unterstützt Pflichtpraktika finanziell. Zusatzangebote wie ein Mentoringprogramm, Informationsreisen und Sprechtraining erweitern die Kompetenzen der Studierenden.

Infoabend
Einen Infoabend via zoom.us bietet die katholische Journalistenschule am 4. August 2020 um 20.30 Uhr an. Eine Anmeldung ist auf der Internetseite des ifp möglich.

Hinweise:
Fotos sind unter Nennung des Copyrights (© ifp/Erol Gurian) kostenfrei zum Herunterladen in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung verfügbar.

Kontakt und Informationen zum Stipendium: Katholische Journalistenschule ifp, Studienleiterin Isolde Fugunt, Telefon: 089/549103-17, E-Mail: fugunt(at)journalistenschule-ifp.de, Internet: www.journalistenschule-ifp.de.

Weitere Informationen zum Stipendium sind unter www.journalistenschule-ifp.de/ausbildung verfügbar. Portraits und Geschichten über Ehemalige finden Sie unter https://50jahre.journalistenschule-ifp.de.  

Ökumenische Video-Andacht zum DFB-Pokalfinale

Aufgrund der Corona-Pandemie findet der ökumenische Gottesdienst, der normalerweise am Tag des Pokalfinales des Deutschen Fußballbundes (DFB) in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin gefeiert wird, in diesem Jahr in einem veränderten Format statt. Unter dem Motto „Längst nicht alles rund“ wenden sich heute (4. Juli 2020) Weihbischof Jörg Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland, und DFB-Präsident Fritz Keller in einem gut 12-minütigen Videoclip mit geistlichen Impulsen, Gebeten und Musik an die Fußballfans.

Weihbischof Jörg Michael Peters: „Die Pandemie hat unser menschliches Miteinander, das Leben insgesamt, weltweit verändert. Die allernormalsten Dinge, die das Leben ausmachen, gehen momentan nicht oder sind nur eingeschränkt möglich“, so Weihbischof Peters im Video. Ohne Weiteres könnten Menschen momentan nicht zusammenkommen. Umso tröstlicher sei für ihn ein Wort aus der Heiligen Schrift: „Er führte mich hinaus ins Weite.“ (Ps 18,20) Darin stecke für ihn die „wunderbare Perspektive“, dass er mit Gott im Rücken seinem Leben trauen könne und mit Mut Schritte in die Zukunft gehen dürfe. Alle Fans, die weltweit darauf hoffen würden, bald wieder live im Stadion sein zu können, unterstütze er mit seinem Gebet.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung betont, dass auch die Kirchen momentan großen Herausforderungen gegenüberstehen würden. So seien etwa Gottesdienste auch nur mit Einschränkungen möglich. „Wann werden wir wieder singen, wie die Fans auf den Tribünen? Wann können wir uns wieder unbefangen in die Arme nehmen?“, fragt Jung. Der Gottesdienst als Video im Netz sei ein sportlicher und geistlicher Gruß, der Mut machen soll. In der Krise stärkt der Glaube: „Trotzdem sind wir voller Hoffnung und Zuversicht, halten uns fest an Gott. Er schickt uns auf den Weg des Lebens. So wollen wir Menschen zusammenbringen – im Sport, in der Kirche, in unserer Gesellschaft, in dieser Welt.“

In seinem Video-Statement erklärt DFB-Präsident Fritz Keller: „Wir brauchen eine starke Gemeinschaft, um Krisen zu überstehen. Fußball ist eine Gemeinschaft.“ Das Miteinander auf dem Fußballplatz fehle jedoch sehr sowie die gemeinsame Freude und die geteilte Trauer, gerade an einem Tag wie heute, so Keller. Weiter sagt er: „Als DFB wissen wir um die große gesellschaftliche Verantwortung, die wir wahrnehmen wollen.“ Er wolle sich dafür einsetzen, dass der Fußball, die Gesellschaft und alle Menschen eine gute Zukunft hätten.


Hinweis:

Das Video ist bei YouTube verfügbar.

Erzbischof Schick zur Beendigung des Mandats des EU-Sondergesandten für Religionsfreiheit

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), bedauert die Entscheidung der Europäischen Kommission, das im Jahr 2016 eingesetzte Mandat des EU-Sondergesandten für Religionsfreiheit nicht fortzuführen.

Erzbischof Schick betonte heute in Bamberg, dass das Recht auf Religionsfreiheit derzeit in vielen Ländern der Welt bedroht und eingeschränkt werde. Die Europäische Kommission müsse „dazu klar Stellung beziehen und dem Schutz der Religionsfreiheit weiterhin auch auf institutioneller Ebene hohe Priorität einräumen“. Das Amt des Sondergesandten habe die Bemühungen der EU zum Schutz der Religionsfreiheit in besonderer Weise hervorgehoben. „Neben allem praktischen Nutzen ging davon das Signal aus, wie ernst es der EU mit der Religionsfreiheit in aller Welt ist“, so Erzbischof Schick.

Der Erzbischof erinnerte daran, dass die Kirchen in Deutschland und Europa sich auf der Grundlage des Respekts vor der Würde eines jeden Menschen seit vielen Jahren für die Glaubens- und Gewissensfreiheit einsetzen. „Diese Aktivitäten der Kirchen tragen dazu bei, jeder Form von religiösem wie anti-religiösem Fanatismus entgegenzuwirken“, so Schick. Dadurch würde auch der gesellschaftliche Frieden weltweit gestärkt.

Erzbischof Schick kündigte an, er werde sich brieflich an die EU-Kommission und Abgeordnete des Europäischen Parlaments wenden, um sich für die Beibehaltung des EU-Sondergesandten für Religionsfreiheit einzusetzen.

Glaube und Sakramente

Die Internationale Theologische Kommission im Vatikan hat ein neues Dokument veröffentlicht, das jetzt in deutscher Sprache vorliegt und den Titel Die Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten in der sakramentalen Heilsordnung trägt.

In vielen Teilen der Welt lässt sich ein zunehmendes Auseinanderfallen von „Glaube“ und „Sakrament“ beobachten. Auf der einen Seite steht ein fast magisches oder veräußerlichtes Christentum (Sakramentalismus), auf der anderen Seite eine Reduktion nach dem Motto: „Was mir nicht einleuchtet, ist auch nicht wahr“ (Subjektivismus). Steht hier ein Christentum der bloßen Tradition und Gewohnheit, so ist es dort das selbstkonstruierte „Patchwork-Christentum“ individueller Bedürfnisse.

Immer häufiger wird die Kindertaufe auch da praktiziert, wo eine religiöse Erziehung nicht zu erwarten ist. Gleichzeitig werden noch ganze Jahrgänge von Jugendlichen gefirmt, die sich in keiner Weise an die Kirche binden wollen. Auch von praktizierenden Christen wird verdrängt, dass jeder Eucharistieempfang an Bedingungen geknüpft ist. Den Empfang des Altarssakramentes empfinden viele als Pflicht; dass es das Bußsakrament gibt, ist bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten. Noch problematischer ist, dass getaufte Brautleute kirchlich heiraten, ohne die Bedeutung der eigenen Taufe zu kennen und an die Sakramentalität der eigenen Ehe zu glauben.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das neue Dokument der Internationalen Theologischen Kommission drei Ziele: Zum einen die theologische Klärung des Verhältnisses von „Glaube“ und „Sakrament“, zum anderen eine möglichst differenzierte Analyse der hier genannten Wahrnehmungen und schließlich die Formulierung theologischer, katechetischer und pastoraler Konsequenzen.

Das Dokument vom 3. März 2020 ist jetzt mit dem Titel Die Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten in der sakramentalen Heilsordnung als Broschüre in der Schriftenreihe Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz erschienen.

Hinweis:
Das Dokument der Internationalen Theologischen Kommission Die Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten in der sakramentalen Heilsordnung steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 223) bestellt werden.

Kirchenstatistik 2019

Die 27 deutschen (Erz-)Bistümer und die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichen heute (26. Juni 2020) die jährliche Kirchenstatistik für das vergangene Jahr. Die Katholiken machen in Deutschland 27,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (22.600.371 Kirchenmitglieder).

Erneut hat sich die Entwicklung der zurückliegenden Jahre fortgesetzt, was vor allem mit Strukturveränderungen in den (Erz-)Bistümern zu tun hat: Die Zahl der Pfarreien hat sich auf 9.936 (2018: 10.045) verringert. Insgesamt gibt es 12.983 Priester (2018: 13.285), davon sind 6.460 Pfarrseelsorger (2018: 6.672). In den weiteren pastoralen Diensten weist die Statistik für 2019 3.335 Ständige Diakone (acht mehr als 2018), 3.267 Pastoralassistenten/-referenten (weiblich: 1.538, männlich: 1.729 – insgesamt sechs weniger als 2018) und 4.499 Gemeindeassistenten/-referenten (weiblich: 3.533, männlich: 966 – insgesamt 38 weniger als 2018) aus.

Der Gottesdienstbesuch lag in 2019 bei 9,1 Prozent (2018: 9,3 Prozent). Die Zahlen beim Sakramentenempfang sind zurückgegangen. So lag die Zahl der kirchlichen Trauungen bei 38.537 (2018: 42.789), die Zahl der Taufen bei 159.043 (2018: 167.787), die Zahl der Erstkommunionen bei 166.481 (2018: 171.336) und die Zahl der Bestattungen bei 233.937 (2018: 243.705). Auch im Jahr 2019 musste die katholische Kirche bei den Eintritten und Wiederaufnahmen ebenfalls einen Verlust verzeichnen. So lag die Zahl der Eintritte bei 2.330 (2018: 2.442), die Zahl der Wiederaufnahmen bei 5.339 (2018: 6.303). Die Zahl der Kirchenaustritte ist in 2019 erneut angestiegen: 272.771 Menschen haben die katholische Kirche verlassen (2018: 216.078).

Zur Statistik erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing: „An den heute vorgelegten statistischen Zahlen 2019 gibt es nichts schönzureden. Erneut und wie in den vergangenen Jahren müssen wir einen Rückgang beim Empfang der Sakramente feststellen. Der Prozess der Erosion persönlicher Kirchenbindung zeigt sich dort besonders deutlich. Natürlich sind die Rückgänge auch demographisch bedingt, sie zeigen aber zunächst einmal auch die Tatsache, dass wir trotz unseres konkreten pastoralen und sozialen Handelns eine Vielzahl von Menschen nicht mehr für das kirchliche Leben motivieren. Besonders belastend empfinde ich die sehr hohe Zahl von Kirchenaustritten. Wir bedauern jeden Kirchenaustritt und wir laden jeden, der gegangen ist oder gehen will, ein, mit uns zu sprechen. Die Kirchenaustrittszahl zeigt, dass die Entfremdung zwischen Kirchenmitgliedern und einem Glaubensleben in der kirchlichen Gemeinschaft noch stärker geworden ist.

Die Kirche ist entsprechend ihrem Auftrag – gerade in diesen Krisenzeiten – sehr präsent: in der Öffentlichkeit, bei den Menschen und besonders bei denen, die am Rande der Gesellschaft leben, sowie bei den Kranken und Schwachen. Beides ist der Kirche abverlangt: die Caritas, aber auch die Verkündigung des Evangeliums. Gelingt uns diese Verkündigung in unserer Zeit und in einer Sprache, die noch verstanden wird? Es geht hier nicht darum, einem Zeitgeist hinterherzulaufen, sondern um die ehrliche Frage, ob wir die ‚Zeichen der Zeit‘, wie es das Zweite Vatikanische Konzil sagt, erkennen und im Licht des Evangeliums deuten.

Dazu braucht es bisweilen auch mutige Veränderungen in den eigenen Reihen. Deshalb haben wir uns im vergangenen Jahr auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland gemacht, um zu fragen, was Gott heute von uns in dieser Welt will. Wir werden die heute veröffentlichten Zahlen ernst nehmen und mit in die Diskussionen des Synodalen Weges einbringen. Dazu soll auch ein Studientag auf der nächsten Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda dienen, wo wir fragen wollen, was diese Statistik uns mitgibt für die Themen des Synodalen Weges. Gleichzeitig müssen wir uns auch die Frage stellen, wie Evangelisierung unter den konkreten Zeitzeichen gelingen kann, die uns alle in einer freiheitlichen Gesellschaft prägen.

Ich bin allen dankbar, die in der Kirche mitwirken und ein starkes Glaubensleben führen. Wir dürfen dankbar sein für den engagierten Dienst von Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Anzahl der Priester zurückgeht. Auch das muss uns ein Hinweis darauf sein, dass wir in manchen Bereichen des kirchlichen Lebens nicht weitermachen können wie bisher. Wir brauchen neue Formen des Miteinanders von Priestern und Laien. Ich nutze die Gelegenheit, an diesem Tag einer schmerzhaften Statistik allen, die in der Seelsorge und im Ehrenamt wirken, ein großes Danke zu sagen, da das individuelle Engagement im statistischen Datenmaterial oft untergeht.

Ich schließe an das an, was unsere Bischofskonferenz schon früher einmal gesagt hat: Nach einem erheblichen Verlust von Glaubwürdigkeit müssen wir versuchen, diese zurückzugewinnen. Ehrlichkeit und Transparenz, hilfreiche Antworten der Kirche auf die Fragen der Zeit und manche Veränderungsprozesse sollen dazu helfen, das zu zeigen, was im Zentrum von Glauben und Kirche steht: das Angebot Gottes, im Glauben dem Leben eine Orientierung zu geben.“


Hinweise:

Der Flyer mit den Eckdaten des Jahres 2019 ist unten als pdf-Datei sowie der Rubrik Publikationen verfügbar und kann dort auch bestellt werden. Weitere statistische Angaben sind in der Rubrik Kirche in Zahlen verfügbar.

Die Arbeitshilfe Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2019/2020 (Arbeitshilfen Nr. 315) erscheint im Juli 2020.

Stellungnahme des Katholischen Büros Berlin zur Suizidassistenz

Das Katholische Büro Berlin (Kommissariat der deutschen Bischöfe) hat eine Stellungnahme hinsichtlich einer möglichen Neuregelung der Suizidassistenz und eines legislativen Schutzkonzeptes für den Bundesgesundheitsminister vorbereitet. Die Stellungnahme wird hier im Wortlaut veröffentlicht.

Bischof Dr. Franz Jung neuer Vorsitzender des Verbandsrates des VDD

In einer Strukturreform haben die deutschen Bischöfe vor einem Jahr mit dem sogenannten Verbandsrat des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) ein neues Gremium geschaffen und damit andere Gremien ersetzt. Der VDD hat die Aufgabe, im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz die rechtlichen, wirtschaftlichen, administrativen sowie technischen Belange der in ihm zusammengeschlossenen (Erz-)Diözesen zu wahren und zu fördern. Er übernimmt für die Deutsche Bischofskonferenz die Funktion des Rechts- und Anstellungsträgers, repräsentiert die in ihm zusammengeschlossenen (Erz-)Diözesen im Rahmen seiner Zuständigkeit nach außen und berät die Verbandsmitglieder in Fragen, die für die Kirche in Deutschland mit Blick auf die Aufgaben des Verbandes von strategischer Bedeutung sind.

Der neu geschaffene Verbandsrat soll die Zusammenarbeit zwischen dem VDD und den Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz stärken, strategische Themen im Aufgabenbereich des Verbandes vorberaten, die Geschäftsführung bei der operativen Leitung des Verbandes unterstützen und die Arbeit der Kommissionen des Verbandes koordinieren.

Der Verbandsrat besteht aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern: dem Vorsitzenden der Vollversammlung des VDD, sechs weiteren Diözesanbischöfen, sechs Generalvikaren, drei Finanzdirektoren sowie zwei Personen auf Vorschlag des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Der Geschäftsführer des VDD und der Leiter der Geschäftsstelle gehören dem Gremium mit beratender Stimme an.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Verbandsrat erst heute (25. Juni 2020) zusammentreten. In der Sitzung wurde Bischof Dr. Franz Jung (Würzburg) zum neuen Vorsitzenden des Verbandsrates gewählt sowie als Stellvertreterin Hildegard Müller (Zentralkomitee der deutschen Katholiken).

Hintergrund
Die Mitglieder des Verbandsrates sind: Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg, Vorsitzender der Vollversammlung des VDD), Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Bischof Dr. Franz Jung (Vorsitzender, Würzburg), Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), Generalvikar Michael Fuchs (Regensburg), Generalvikar Alfons Hardt (Paderborn), Generalvikar P. Manfred Kollig SSCC (Berlin), Generalvikar Klaus Pfeffer (Essen), Generalvikar Dr. Clemens Stroppel (Rottenburg-Stuttgart), Generalvikar Andreas Sturm (Speyer), Finanzdirektorin Kirsten Straus (Trier), Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner (Passau), Finanzdirektor Gerhard Stanke (Fulda), Prof. Dr. Thomas Sternberg (Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Hildegard Müller (Stellv. Vorsitzende, Zentralkomitee der deutschen Katholiken) sowie beratend P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Geschäftsführer des VDD) und Dr. Matthias Meyer (stellv. Geschäftsführer des VDD).

Vatikan veröffentlicht neues Direktorium für die Katechese

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung, der unter anderem für Fragen der Katechese zuständig ist, hat heute (25. Juni 2020) ein neues Direktorium für die Katechese vorgestellt. Das Dokument tritt damit in die Reihe der beiden vorausgegangenen Direktorien von 1971 und 1997 und formuliert Grundzüge der Katechese für die Universalkirche. Das Direktorium regt für die Ortskirche an, eigene Direktorien für die Katechese zu entwickeln. Im Dienst der Katechese begleitet die Kirche den Menschen auf dem Weg einer intensiver werdenden Beziehung zu Jesus Christus und zu einem lebendigen, ausdrücklichen, sich auch im Handeln ausdrückenden Bekenntnis zum Glauben.

Das neue Dokument spiegelt seinen zeitgeschichtlichen Kontext und lehramtliche Impulse wider. So beeinflussen die römische Bischofssynode über Die Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens (2012) und das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium von Papst Franziskus (2013) das neue Direktorium. Gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Kontexte verlangen eine permanente Erneuerung der Katechese: neue Wege, kreative Methoden und andere Ausdrucksformen in der Verkündigung (EG 11). Zudem fordern gegenwärtig Megatrends wie die Digitalisierung und Globalisierung die Katechese heraus.

Wie von Papst Franziskus vorgegeben, stellt das Direktorium die Katechese unter den Primat der Evangelisierung. Programmatisch zitiert das Geleitwort des Direktoriums Papst Franziskus: „Wir haben von Neuem entdeckt, dass auch in der Katechese die Erstverkündigung bzw. das ‚Kerygma‘ eine wesentliche Rolle spielt. Es muss die Mitte der Evangelisierungstätigkeit und jedes Bemühens um kirchliche Erneuerung bilden.“ (EG 164)

Unter diesem Vorzeichen führt das Direktorium in drei Abschnitten aus, was eine Katechese unter dem Primat der Evangelisierung bedeutet. Der erste Teil bestimmt das Wesen der Katechese, nimmt ihre unterschiedlichen Subjekte – von den Bischöfen über die Priester bis zu den Katechetinnen und Katecheten – in den Blick und betont die Verantwortung der Kirche für eine entsprechende Qualifizierung all derer, die in der Katechese tätig sind.

Im zweiten Teil wird der Prozess der Katechese mit ihren methodischen und zielgruppenspezifischen Aspekten behandelt. Hier kommen neben Familien, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch Menschen mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund eigens in den Blick.

Der dritte Teil beschreibt Katechese im Horizont gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen. Säkularisierung und religiöser Pluralismus, Digitalisierung, Ökonomisierung und kulturelle Vielfalt kennzeichnen unsere Gesellschaften, in denen das Evangelium konkret zu werden, das heißt, sich zu inkulturieren hat. Deshalb verlangen weltkirchliche Ausführungen über die Katechese ihre Konkretisierung vor dem Hintergrund der kulturellen Erfahrungen und Traditionen der Kirche an ihrem jeweiligen Ort. Vor diesem Hintergrund steht die Kirche in den einzelnen Ländern, Diözesen und vor Ort vor der Aufgabe, ihre Übersetzungsarbeit für die Katechese in ihrem jeweiligen Kontext zu leisten.


Hinweise:
Die deutschsprachige Fassung des neuen Dokumentes Direktorium für die Katechese ist in einer Arbeitsübersetzung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz untenstehend verfügbar.

Das Dokument Direktorium für die Katechese erscheint Ende August 2020 als Broschüre der Deutschen Bischofskonferenz in der Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ (Nr. 224) und kann dann in der Rubrik Publikationen bestellt werden.

Fünfter Katholischer Flüchtlingsgipfel

Gestern (24. Juni 2020) fand der fünfte Katholische Flüchtlingsgipfel statt. Wegen der Corona-Pandemie konnte er nicht, wie ursprünglich geplant, in Erfurt abgehalten werden, sondern wurde in digitaler Form durchgeführt. Auf Einladung von Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen, nahmen rund 150 Praktiker, Experten und Ehrenamtliche an der Online-Konferenz teil, um sich über verschiedene Aspekte der Unterstützung und Integration von Flüchtlingsfamilien auszutauschen.

In seiner Begrüßung ging Erzbischof Heße auf den Kontext des diesjährigen Gipfels ein: „Die Situation der Flüchtlinge gab in den letzten Monaten immer wieder Anlass zu großer Sorge. Da waren etwa die Bilder von den entsetzlichen Zuständen auf Lesbos, die Angst vor der Ausbreitung des Corona-Virus in den überfüllten Lagern, die Befürchtung, dass der Flüchtlingsschutz in Zeiten der Pandemie faktisch eingeschränkt wird, die Berichte von weiteren Toten im Mittelmeer. Erst kürzlich meldete das Flüchtlingshilfswerk der UNHCR einen traurigen Höchststand: Fast 80 Millionen Menschen waren 2019 auf der Flucht, davon über die Hälfte Binnenvertriebene. Wir dürfen niemals die Menschen hinter diesen Zahlen vergessen: Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Familien – Menschen auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit und Würde.“

Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz dankte Erzbischof Heße allen, die in der kirchlichen Flüchtlingshilfe aktiv sind: „Unter erschwerten Bedingungen haben Sie sich in den vergangenen Wochen – beherzt und kreativ – für die Anliegen schutzsuchender Menschen eingesetzt.“ Von dem Gipfel gehe ein klares Signal aus: „Auch in Zeiten der Pandemie setzen wir unser Engagement für Flüchtlinge fort!“ Erzbischof Heße unterstrich die besondere Bedeutung, die das Thema des diesjährigen Gipfels für die kirchliche Flüchtlingsarbeit hat: „In seiner jüngsten Botschaft zum katholischen Welttag des Migranten und Flüchtlings hat Papst Franziskus erneut daran erinnert: Die Heilige Familie ist eine Flüchtlingsfamilie. Der Einsatz für die Anliegen schutzsuchender Familien ist für Christinnen und Christen daher eine Herzenssache. Familie ist die grundlegende Form der Gemeinschaft, der Ort, an dem wir Menschlichkeit lernen. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung und die Stabilität einer Person und für das gesellschaftliche Zusammenleben. Um die Würde des Individuums zu schützen, müssen Staat und Gesellschaft zugleich auch das Wohlergehen der Familie fördern. Dies gilt, weil sie besonders verletzlich sind, gerade auch für Familien mit Flucht- und Migrationserfahrungen.“

Die Aufnahme von Flüchtlingsfamilien, etwa von den griechischen Inseln, und Erleichterungen bei der Familienzusammenführung gehörten ebenso zu den Anliegen der kirchlichen Flüchtlingshilfe wie die Unterstützung von unbegleiteten Minderjährigen und die Förderung der Integration durch die verschiedenen kirchlichen Dienste. Es gelte dabei, sowohl die einzelnen Familienmitglieder als auch die Familie als Ganzes in den Blick zu nehmen: „Die Mütter und Väter, ebenso wie die Kinder und Jugendlichen, sehen sich in Deutschland angekommen oft mit neuen Rollenvorstellungen, Erwartungen und Umgangsformen konfrontiert. Sie müssen sich nicht nur in das Neue einfinden, sondern gleichzeitig auch das Alte bewältigen – etwa die traumatischen Folgen von Krieg und Flucht. Das ist ein wahrer Kraftakt, der allen Beteiligten viel abverlangt. Dass es dabei auch zu Konflikten kommt, ist kaum verwunderlich. Umso wichtiger ist es, dass den geflüchteten Familien Menschen zur Seite stehen, die ihnen ein Gefühl von Wertschätzung und Sicherheit vermitteln. Dies ist ein wesentlicher Auftrag der kirchlichen Flüchtlingshilfe.“

In seinem Vortrag zur Integration von Flüchtlingsfamilien legte Prof. Dr. Thomas Faist, Professor für Transnationale Beziehungen, Entwicklungs- und Migrationssoziologie an der Universität Bielefeld, dar: „Die Willkommenskultur ist für Flüchtlingsfamilien weiterhin von Bedeutung. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag für die emotionale Unterstützung und die soziale Positionierung der Mitglieder von Flüchtlingsfamilien. Dabei sollten wir uns von Vorstellungen zu Kleinfamilien verabschieden und berücksichtigen, dass viele Flüchtlingsfamilien erweiterte, multilokale, multigenerationale und grenzübergreifende Formen aufweisen. Familien sind auch strategische Einheiten, in denen Mitglieder ungleich in Entscheidungen über Migration bzw. Flucht, Anpassung, Rückkehr und transnationale Kommunikation eingebunden sind. Integration ist in diesem Zusammenhang als ein häufig mühsamer Aushandlungsprozess zu verstehen, der für das Erreichen der Ziele Teilhabe und sozio-kulturelle Anerkennung die Alltagspraktiken von und innerhalb von Familien einbeziehen muss.“

In fünf Arbeitsgruppen bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit zum Austausch. Dabei standen verschiedene Praxisfelder der kirchlichen Flüchtlingshilfe im Fokus.

Die abschließende Podiumsdiskussion im digitalen Plenum widmete sich wiederum schwerpunktmäßig der Situation von Flüchtlingsfamilien. In ihrem Beitrag ging die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, auf die aktuelle Situation ein: „Die Corona-Pandemie ist für viele Familien eine große Herausforderung. Gerade auch geflüchtete Familien stehen vor schwierigen Fragen: Wie helfen sie ihren Schulkindern, wenn sie selbst nur geringe Deutschkenntnisse haben? Und wie können sie Sprach- und Integrationskurse wahrnehmen, wenn die technischen Möglichkeiten nicht da sind? Um hier gezielt zu helfen, fördern wir die Sprachbildung bei Kindergartenkindern etwa über das Gute-Kita-Gesetz und unterstützen Netzwerke, die sich um geflüchtete Familien kümmern. Denn gerade jetzt geht es darum, dass Familien trotz Corona keine wertvolle Zeit verlieren, sondern bei der Integration weiter vorankommen.“

Erzbischof Heße betonte: „Familie ist ein Schlüssel zu gelingender Integration. Wer den Schmerz der familiären Trennung ertragen und über das Schicksal der weit entfernt lebenden Angehörigen besorgt sein muss, kann sich nur schlecht auf ein neues Leben einlassen. Gerade Kinder, die Krieg und Flucht erlebt haben, brauchen ein Umfeld, in dem neues Vertrauen wachsen kann. Die Erfahrungen der kirchlichen Flüchtlingsarbeit zeigen: Wenn Schutzsuchende mit ihren engsten Angehörigen vereint sind und jedes Familienmitglied die notwendige Förderung erhält, kann es ihnen gelingen, die Schrecken des Krieges hinter sich zu lassen.“ Vor diesem Hintergrund appellierte Erzbischof Heße an die politischen Verantwortungsträger, Familienzusammenführungen rasch und unbürokratisch zu ermöglichen.

Angesprochen auf die Entwicklung der kirchlichen Flüchtlingshilfe würdigte der Sonderbeauftragte die rund 45.000 Ehrenamtlichen und die 5.100 Hauptamtlichen, die 2019 in der kirchlichen Flüchtlingshilfe aktiv waren. Ebenso dankte er für den fortwährenden Einsatz der (Erz-)Bistümer und der kirchlichen Hilfswerke, die 2019 rund 116,1 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt haben, darunter 38,7 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe im Inland. Erstmals wurden für das Jahr 2019 auch Zahlen zum Engagement der Diözesen im Bereich der Familienzusammenführung erhoben. Alle (Erz-)Diözesen unterstützen die Familienzusammenführung sowohl ideell als auch praktisch. Die überwiegende Mehrzahl habe für diesen Zweck auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, so Erzbischof Heße. Im Jahr 2019 wurden 663.000 Euro aufgewendet, wodurch mehr als 2.000 Personen, davon mehr als die Hälfte Kinder, bei der Wiedervereinigung mit ihrer Familie unterstützt wurden.




Hinweise:

Die Eröffnungsansprache von Erzbischof Heße und die Statistik zur Flüchtlingshilfe finden Sie untenstehend als pdf-Dateien. Alle Zahlen zur Flüchtlingshilfe sind auch auf der Internetseite zur katholischen Flüchtlingshilfe unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de verfügbar.

Abschied von Bischof em. Dr. Anton Schlembach

Das Bistum Speyer und die Deutsche Bischofskonferenz haben heute (24. Juni 2020) Abschied vom langjährigen Bischof von Speyer, Bischof em. Dr. Anton Schlembach, genommen. Der am 15. Juni 2020 verstorbene Bischof Schlembach wurde heute im Dom zu Speyer beigesetzt.

Beim Requiem würdigte der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den Verstorbenen in Dankbarkeit und Anerkennung. In seinem Grußwort, das er stellvertretend für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, sprach, betonte Kardinal Marx: „Voll Dankbarkeit und Anerkennung für seinen aufopferungsvollen und stets treu im Glauben gelebten Dienst, nehmen wir Abschied … Nahezu 25 Jahre hat der Verstorbene der Deutschen Bischofskonferenz angehört, war in ihren Gremien präsent, den Vollversammlungen und den Sitzungen des Ständigen Rates. Noch gestern haben wir an ihn bei unserem Zusammentreffen des Ständigen Rates in Berlin gedacht.“

Die deutschen Bischöfe seien Anton Schlembach dankbar für die Debatten, die er in der Konferenz über viele Jahre geprägt habe. „Bischof Schlembach hat sich vor Arbeit und zusätzlichen Terminen nicht gescheut. Und gleichzeitig hat er diese Termine genutzt, um kraftvoll und unmissverständlich seine Auffassung, tief geprägt und verwurzelt im Glauben der Kirche, zu vertreten.“

Kardinal Marx sprach gleichzeitig in seiner Verantwortung als Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, die er in Nachfolge von Bischof Schlembach 2006 übernommen hatte. „Ich will heute Dank sagen für seinen
15-jährigen Einsatz für das Heilige Land. In 30 Investituren des Ordens hat er rund 750 Mitglieder in die Ordensgemeinschaft aufgenommen. Er war innerlich engagiert für das Heilige Land“, so Kardinal Marx. „Seine Predigten haben ermutigt, sein Ritterschlag hat gesessen, sein Friedensgruß war auf Augenhöhe.“

Der Dank und die Anerkennung, der Respekt für die Lebensleistung  und das Gebet für den Weg von Anton Schlembach zum Himmlischen Jerusalem begleiteten ihn, so Kardinal Marx: „Jenes Himmlische Jerusalem, in dem das Heil Gottes ihn umfangen möge, auf das hin er so sehr gelebt hat – als Bischof von Speyer und als Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.“


Hinweis:

Das Grußwort von Kardinal Marx ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Texte zu den katholisch-jüdischen Beziehungen seit Nostra aetate

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (24. Juni 2020) eine Arbeitshilfe mit wichtigen Texten zu den katholisch-jüdischen Beziehungen seit der Konzilserklärung Nostra aetate (1965) veröffentlicht. Die Textsammlung umfasst kirchenamtliche Dokumente, die von verschiedenen Bischofskonferenzen, der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und der Päpstlichen Bibelkommission zum Judentum veröffentlicht wurden, sowie jüdische Erklärungen zum Christentum. Sie gibt damit einen Einblick in den gegenwärtigen Stand des christlich-jüdischen Gesprächs.

„Wir müssen die Ergebnisse des christlich-jüdischen Gesprächs der vergangenen 50 Jahre stärker als bislang in den Gemeinden, in der Schule und in der Erwachsenenbildung bekannt machen. Dazu soll die neue Arbeitshilfe beitragen“, sagte Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz, und fügte hinzu: „Die Textsammlung ist nicht nur ein Informationsangebot. Die abgedruckten Dokumente wollen die Leserinnen und Leser motivieren, selbst am christlich-jüdischen Dialog teilzunehmen und die Zukunft der jüdisch-christlichen Beziehungen aktiv mitzugestalten.“ Angesichts des zunehmenden Antisemitismus sei die Aufklärung über das christlich-jüdische Verhältnis eine dringliche pastorale und katechetische Aufgabe.

Hinweis:
Die Textsammlung Zwischen Jerusalem und Rom. Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) am 3./4. November 2019 in Berlin steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 314) bestellt werden.

Ständiger Rat der Deutschen Bischofskonferenz zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland

In einem mehrmonatigen geistlichen Prozess hat sich eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz mit der Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland befasst. Der Abschlussbericht wurde heute (23. Juni 2020) bei der Sitzung des Ständigen Rates von Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) und Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) vorgetragen und von den Bischöfen erörtert.

Eine ganzheitliche Ausbildung von Kandidaten für das Priestertum verlangt nach Auffassung des Ständigen Rates zunächst hinreichend große Lerngruppen und Ausbilder in Vollzeit, aber auch akademische Orte, die eine gemeinsame Ausbildung aller pastoralen Dienste gestatten.

Für die Studienphase – der das Propädeutikum vorausgeht und der Pastoralkurs folgt – sind im Einzelnen folgende Voraussetzungen erforderlich:

1.    Die Ausbildung möglichst aller pastoralen Berufe (Priester sowie Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Ständige Diakone);

2.    eine Theologische Fakultät;

3.    eine Religionspädagogische Hochschule;

4.    in der Ausbildungsleitung (sogenanntes „forum externum“): ein Regens sowie Mentorinnen und Mentoren
a)    mindestens zwei vollzeitlich für die Priesterausbildung freigestellte Personen,
b)    je ein vollzeitlicher Mentor für Pastoralreferentinnen und -referenten, für die     Gemeindereferentinnen und -referenten sowie für die Lehrerinnen und Lehrer;

5.    in der geistlichen Begleitung (sogenanntes „forum internum“): ein Spiritual sowie Begleiterinnen und Begleiter in entsprechender Anzahl der auszubildenden Personen;

6.    Dozierende für die Zusatzausbildung: Pastoralpsychologie, Stimmbildung, Rhetorik und ähnliches;

7.    Immobilien und Infrastruktur für unterschiedliche Wohnformen (Seminar, Wohngemeinschaften oder Pfarrhaus);

8.    eine hinreichende Anzahl von Pfarreien, um Praxiserfahrung zu ermöglichen; gedacht werden soll auch an andere kategoriale, pastorale und diakonische Einsatzfelder.

Der Ständige Rat hat mit großer Mehrheit diesen Kriterien zugestimmt.


Bei den Ausbildungsstandorten schlägt die Arbeitsgruppe vor:

Die Ausbildungsorte Redemptoris Mater für die neokatechumenale Ausbildung der Priesterkandidaten in Köln, das Collegium Orientale (Eichstätt) sowie das Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum (Rom) werden gesondert betrachtet und sind mit ihrem spezifischen Profil auch weiter für die Priesterausbildung vorgesehen.

Im Blick auf die genannten Voraussetzungen wird eine Gewichtung der Ausbildungsstandorte vorgenommen, die eine bestmögliche Ausbildung der künftigen Priester ermöglichen soll. Die Arbeitsgruppe schlägt vor:

1.    als Standort für die bundesweite Ausbildung Spätberufener ohne akademischen Abschluss: das überdiözesane Seminar Lantershofen;

2.    als Standorte für die Einführungsphase vor dem Studium (sogenanntes „Propädeutikum“): Freiburg und Bamberg;

3.    als Standorte für die Ausbildung in der Phase der Studien: München, Münster und Mainz;

4.    als Standorte für die Ausbildung im Pastoralkurs: Paderborn in Kooperation mit Erfurt, Rottenburg-Stuttgart und einen durch die Freisinger Bischofskonferenz für Bayern festzulegenden Standort.

Der Ständige Rat hat diese von der Arbeitsgruppe vorgelegten Vorschläge als Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen entgegengenommen. Eine Entscheidung über die Standorte ist nicht gefallen. Die Arbeitsgruppe wird den weiteren Prozess der Reflexion und Entscheidung auf Ebene der Bischofskonferenz strukturieren. Der hier angestrebte Prozess der Profilierung und Konzentrierung der Priesterausbildung auf Bundesebene entbindet den einzelnen Diözesanbischof nicht von seiner Verantwortung, die Entscheidung über den konkreten Ausbildungsweg und die damit verbundene Frage nach den Standorten der Priesterausbildung seines Bistums zu treffen.

Robert Wessels wird neuer stellvertretender Leiter des Katholischen Büros Berlin

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf seiner Sitzung an diesem Montag und Dienstag (22./23. Juni 2020) den Juristen Robert Wessels zum neuen stellvertretenden Leiter des Katholischen Büros Berlin gewählt. Er folgt Katharina Jestaedt, die in den Landesdienst Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt ist. Leiter des Katholischen Büros Berlin ist seit dem Jahr 2000 Prälat Dr. Karl Jüsten.

Robert Wessels, geboren 1968 in Bremerhaven, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Nach dem Wehr- und Zivildienst studierte er Rechtswissenschaften an der FU–Berlin. Das Referendariat machte er im Bezirk des Kammergerichts Berlin. Daran schloss sich eine mehrjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt in dem Berliner Büro einer überörtlichen Anwaltskanzlei an. Seit Juni 2000 ist Robert Wessels als Referent im Katholischen Büro in Berlin tätig.

Hintergrund
Das Katholische Büro, auch Kommissariat der deutschen Bischöfe genannt, ist die Verbindungsstelle der Deutschen Bischofskonferenz zur Bundesregierung und den Parteien in Berlin. Es begleitet insbesondere Gesetzesvorhaben und hält den Kontakt zu den Verfassungsorganen.

Hinweis:
Ein Pressefoto von Robert Wessels erhalten Sie mit einer Anfrage an pressestelle(at)dbk.de zur kostenfreien Verfügung.

Deutsche Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte unterzeichnen Gemeinsame Erklärung zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann, und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, haben heute (Montag, 22. Juni 2020) die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ unterzeichnet.

Mit der Erklärung, deren Unterzeichnung der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz Ende April 2020 beschlossen hatte, haben sich die Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte gemeinsam über verbindliche Kriterien und Strukturen für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz unter Einbeziehung von Betroffenen verständigt.

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, betont: „Diese gemeinsame Erklärung ist die entscheidende Grundlage für eine transparente Aufarbeitung und beispielgebend für andere gesellschaftliche Akteure. Die Bischöfe haben mit Verabschiedung der Gemeinsamen Erklärung die unumkehrbare und verbindliche Entscheidung für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich getroffen. Dafür haben Betroffene lange gekämpft. Wir haben hier sehr konstruktiv mit Mitgliedern der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und dem Betroffenenrat zusammengearbeitet. Die Aufarbeitung kann nun in allen Bistümern nach einheitlichen Standards und Kriterien stattfinden. Transparenz, Einheitlichkeit und Betroffenensensibilität werden jetzt verbindlich.“

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann, erklärt: „Die Aufarbeitungsprozesse, die mit dem heute unterzeichneten Text angestoßen werden, gehören zu der institutionellen Verantwortung, die die Bischöfe und Diözesen für begangenes Unrecht übernehmen. Es ist gut, dass in den einzurichtenden Aufarbeitungskommissionen Vertreter der Kirche, unabhängige Experten aus Wissenschaft, Fachpraxis, Justiz und öffentlicher Verwaltung sowie Betroffene zusammenwirken. Zugleich ist sichergestellt, dass sämtliche bereits vorhandenen, zahlreichen diözesanen Anstrengungen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs fortgesetzt und bereits gewonnene Erkenntnisse in den Prozess eingebracht werden können.“


Hintergrund

Die Gemeinsame Erklärung wurde vom Unabhängigen Beauftragten sowie der von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ und Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet. Mit der Erklärung setzen die Bischöfe den Kurs der Aufarbeitung des Missbrauchs fort, der durch zahlreiche regionale Aufarbeitungsprojekte sowie die interdisziplinäre Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) begonnen wurde.


Hinweise:

Der Text der Gemeinsamen Erklärung ist als pdf-Datei zum Herunterladen unter www.beauftragter-missbrauch.de sowie untenstehend verfügbar.
Pressefotos unter Nennung des Copyrights finden Sie kostenfrei zum Herunterladen in dieser Pressemitteilung.

Ständiger Rat der Deutschen Bischofskonferenz schreibt Papst em. Benedikt XVI.

Der seit heute (22. Juni 2020) in Berlin tagende Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat dem emeritierten Papst Benedikt XVI. geschrieben, der sich mittlerweile auf dem Rückweg nach Rom befindet. „Wir freuen uns, dass Sie die Strapaze einer Reise in Ihre bayerische Heimat noch einmal auf sich genommen haben und spüren, wie wichtig Ihnen die Begegnung mit Ihrem geschätzten Bruder, Herrn Apostolischen Protonotar Dr. Georg Ratzinger, war. Ihre Besuche am Grab Ihrer Eltern und der Schwester sowie der Abstecher nach Pentling zeigen, wie sehr Sie der Heimat verbunden sind“, so der Ständige Rat.

Weiter heißt es in dem Brief: „Im Mittelpunkt Ihres für uns alle überraschenden Besuchs standen das Gespräch mit Ihrem Bruder und die gemeinsame Feier der Eucharistie. Sie dürfen sicher sein, dass wir Sie – auch nach Ihrer Rückkehr nach Rom – im Gebet begleiten werden.“ Der Ständige Rat erinnert an die Zeit von Kardinal Joseph Ratzinger als Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz und die Reisen von Papst Benedikt XVI. 2005, 2006 und 2011 nach Deutschland. Das Wort des Papstes „Wer glaubt, ist nie allein“ präge die Kirche in Deutschland bis heute. „Wir sind mit Ihnen im Glauben vereint, auch in schweren Stunden“, schreibt der Ständige Rat.


Hintergrund

Zum Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz gehören die 27 (Erz-)Bischöfe der deutschen (Erz-)Diözesen. Er tagt in der Regel fünf Mal im Jahr. Zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz gehören neben den (Erz-)Bischöfen auch die Weihbischöfe.

Statement von Weihbischof Ansgar Puff

Aus Anlass von Berichten über Covid-19-Infektionen in mehreren Fleischbetrieben in Deutschland erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenhandel, Weihbischof Ansgar Puff (Köln):

„Ausbeutung und sklavereiähnliche Praktiken halten manche bei uns für Phänomene weit entfernter Länder und lange vergangener Zeiten. Dabei werden Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa mitten in Deutschland als billige Arbeitskräfte missbraucht und in menschenunwürdigen Behausungen untergebracht. Die ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischindustrie sind ein Skandal. Zwar gab es immer wieder Stimmen, die auf die desaströsen Bedingungen hingewiesen haben, und durchaus auch Reaktionen des Gesetzgebers. Doch insgesamt muss man eingestehen: Vor den Corona-Fällen in den Schlachthöfen hat das Thema in der breiten Öffentlichkeit kaum jemanden interessiert. Es war für viele einfach zu bequem, die Augen zu verschließen.

Deshalb fehlte es bislang auch am gesellschaftlichen Willen, ein auf Ausbeutung basierendes Geschäftsmodell wirksam zu durchbrechen. Faulen Tricks zur Umgehung des Mindestlohns, mangelnden Arbeitsschutzmaßnahmen und überfüllten Unterkünften muss nun dringend politisch ein Riegel vorgeschoben werden. Und jeder, dem an Menschenwürde und Solidarität gelegen ist, muss sich fragen lassen, ob das, was er konsumiert, das Ergebnis von Ausbeutung ist. Uns muss bewusst sein, dass unser Konsumverhalten Einfluss auf Arbeitsbedingungen und Löhne hat. Wirtschaftsformen, die den Menschen letztlich zum Gebrauchsgegenstand degradieren, hat Papst Franziskus in den vergangenen Jahren immer wieder mit deutlichen Worten als unchristlich gebrandmarkt. Wir alle sind aufgerufen, konkrete Maßnahmen gegen die Ausbeutung zu ergreifen.“

Erzbischof Schick und Weihbischof Bentz zur angekündigten israelischen Annexion von Teilen des Westjordanlandes

Angesichts der Ankündigung der israelischen Regierung, ab Juli 2020 Teile des Westjordanlandes zu annektieren, haben der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten, Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), ihre Solidarität mit den Patriarchen und Kirchenführern Jerusalems bekundet. In einem Aufruf vom 7. Mai 2020 hatten diese die Vereinten Nationen, die Russische Föderation, die Europäische Union und die USA aufgefordert, auf die einseitigen Annexionspläne mit einer gemeinsamen, verbindlich terminierten Friedensinitiative im Einklang mit dem Völkerrecht zu reagieren. „Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann ein umfassender, gerechter und dauerhafter Friede in diesem Teil der Welt aufgebaut werden, den die abrahamitischen Glaubensgemeinschaften heilig halten“, so Erzbischof Schick.

Weihbischof Bentz zeigte sich beunruhigt angesichts der Ankündigung Israels, jene Teile des Nahost-Plans der USA, die eine Annexion von weiten Teilen des Westjordanlandes betreffen, unilateral umzusetzen: „Die Konsequenzen, die aus einem solchen einseitigen Schritt der israelischen Regierung für die ganze Region erwachsen, besorgen mich zutiefst.“ Er fügte hinzu: „Ich appelliere an die Bundesregierung, sich weiterhin mit allem Nachdruck für eine Einhaltung völkerrechtlich verbindlicher Abkommen sowie der entsprechenden UN-Resolutionen einzusetzen.“ Weihbischof Bentz wies darauf hin, dass auch der Heilige Stuhl erst jüngst wieder die Achtung vor dem internationalen Recht als unverzichtbare Voraussetzung dafür bezeichnet hat, dass beide Völker Seite an Seite in zwei Staaten, deren Grenzen vor 1967 international anerkannt wurden, leben können.

Erzbischof Schick berichtete von großer Anspannung und Unsicherheit, die sich im Heiligen Land auch in den Kirchen ausbreiteten. Viele Bischöfe aus der Region setzten ihre Hoffnung auf die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Von ihnen werde erwartet, alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Regierung Israels von Annexionsplänen abzubringen, die auch die europäischen Staaten als völkerrechtswidrig beurteilten. „Ich teile die große Sorge vor einer weiteren Destabilisierung der Region sowie auch die Überzeugung, dass auf diese Weise neue Hürden für einen gerechten Frieden zwischen den Parteien errichtet werden. Die Gefahr, dass eine Zweistaatenlösung außer Sichtweise gerät, wächst damit erheblich“, erklärt Erzbischof Schick.

Erzbischof Schick und Weihbischof Bentz wiesen gemeinsam auf die Situation der Christen hin. Sollte Israel sein Vorhaben wie geplant ab dem 1. Juli 2020 umsetzen, drohten die arabischen Christen in der Region einmal mehr zwischen die Fronten zu geraten. „Sie werden in einer Konfrontation, die auch mehr und mehr religiös aufgeladen wird, kaum noch die Chance haben, vermittelnde Positionen zur Geltung zu bringen. Stattdessen werden radikale Kräfte auf allen Seiten gestärkt. Das ist nicht unser Interesse als Christen; letztlich kann es in niemandes Interesse sein.“

Bischof Bätzing zur Ankunft von Papst em. Benedikt XVI. in Deutschland

Anlässlich der Ankunft von Papst em. Benedikt XVI. in Deutschland am heutigen Donnerstag (18. Juni 2020) erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Mit großer Freude und Respekt heiße ich den emeritierten Papst Benedikt XVI. in Deutschland willkommen. Wir freuen uns, dass er, der unserer Bischofskonferenz einige Jahre angehört hat, in die Heimat gekommen ist, wenngleich der Anlass ein trauriger ist. Der emeritierte Papst will seinem Bruder, Apostolischer Protonotar Dr. Georg Ratzinger, nahe sein, dessen Gesundheitszustand sich verschlechtert hat.

Von Herzen wünsche ich Papst em. Benedikt XVI. einen guten Aufenthalt in Deutschland und die notwendige Ruhe, um sich privat um den Bruder zu kümmern. Meine Gebete werden den Aufenthalt des Papstes und die Wegstrecke seines Bruders Georg begleiten.“

Bischof Bätzing und Landesbischof Bedford-Strohm zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft

Mit einem eindringlichen Appell, dass die Zukunft der Menschen in Europa nicht allein bei den Nationalstaaten, sondern in Europa liege, ermutigen der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zu einer aktiven Gestaltung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die deutsche Politik solle im Rahmen der am 1. Juli 2020 beginnenden Ratspräsidentschaft und darüber hinaus die Zukunft des gemeinsamen Hauses Europa in Verantwortung für den europäischen Zusammenhalt gestalten.
 
Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie könne nur ein geeintes Europa überwinden: „Mit nationalen Alleingängen, Egoismen und gegenseitigen Schuldzuweisungen ist niemandem geholfen; vielmehr muss es darum gehen, im Geist europäischer Solidarität beherzt die großen Herausforderungen anzugehen. Deutschland hat als größter und wirtschaftlich stärkster Mitgliedsstaat der EU mit der Ratspräsidentschaft die Möglichkeit, eine Führungsrolle im Sinne eines ‚primus inter pares‘ auszufüllen“, so Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing.

Ausdrücklich heben die beiden Bischöfe hervor, den begonnenen Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft entschieden weiterzugehen, die Biodiversität zu erhalten und das Klima sowie die Umwelt zu schützen. Vieles weise darauf hin, dass die Corona-Pandemie strukturschwache Länder und vor allem ärmere Bevölkerungsschichten am stärksten treffe. „Insofern sollte die Ratspräsidentschaft als Chance genutzt werden, die besonders betroffenen Staaten, auch außerhalb der EU, zu unterstützen. Ein deutlicher Ausdruck der europäischen Verantwortung für das globale Gemeinwohl wäre etwa eine Initiative für die soziale und ökologische Gestaltung von Liefer- und Wertschöpfungsketten im Einklang mit den Menschenrechten“, schreiben Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing.

Als weitere Themen für die deutsche Ratspräsidentschaft nennen die Kirchen Fragen der Digitalisierung, Perspektiven für eine junge Generation, eine gerechte und solidarische Asylpolitik sowie die Förderung pluraler Gesellschaften in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing: „Deutschland kann im Zuge seiner Ratspräsidentschaft wegweisende Impulse zur Gestaltung europäischer Antworten auf die aktuellen europäischen und globalen Herausforderungen setzen. Die europäische Integration bedarf in diesen schwierigen Zeiten dringend einer neuen Dynamik.“


Hinweise:

Der Wortlaut der gemeinsamen Erklärung von Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing ist untenstehend sowie auf www.ekd.de verfügbar.

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