Augenblicke der Besinnung

Maria hat uns mütterliche Wärme gegeben.
Sie umgibt uns inmitten von Schwierigkeiten.
Diese mütterliche Wärme,
die nichts und niemandem erlaubt,
in der Kirche die Revolution der Zärtlichkeit auszulöschen,
ist von ihrem Sohn eröffnet worden

Papst Franziskus













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Weihbischof Dr. Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. December 2018 - 12:02

Papst Franziskus hat heute (13. Dezember 2018) Weihbischof Dr. Michael Gerber, bisher Weihbischof im Erzbistum Freiburg, zum neuen Bischof von Fulda ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof em. Heinz Josef Algermissen, der im Juni dieses Jahres in den Ruhestand getreten ist.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratuliert dem künftigen Fuldaer Bischof. In einem Glückwunschbrief schreibt Kardinal Marx: „Im altehrwürdigen Bistum Fulda wirst Du künftig der jüngste deutsche Bischof sein. Ich bin Dir dankbar für Deinen aufopferungsvollen und engagierten Dienst in unserer Bischofskonferenz.“ Immer wieder bringe sich Weihbischof Gerber in aktuelle Debatten der Vollversammlung kenntnisreich und durch die umfangreiche pastorale Erfahrung seines priesterlichen Wirkens mit ein. „Das Bistum Fulda darf sich freuen, einen Seelsorger und guten Hirten im besten Sinne des Wortes als seinen künftigen Bischof zu wissen. Weltjugendtage hast Du ebenso erlebt wie den Mannheimer Katholikentag, an dem Du tatkräftig mitgewirkt hast. Gerade Deine langjährige Verantwortung als Regens im Freiburger Priesterseminar ist eine unverzichtbare Erfahrung, die Du stets mit in den Beratungen der Bischofskonferenz zur Geltung gebracht hast“, so Kardinal Marx. Das Bistum Fulda dürfe sich auf einen Bischof freuen, der sich durch eine den Menschen zugewandte Art, gute Spiritualität und theologischen Scharfsinn auszeichne.

Weihbischof Dr. Michael Gerber wurde 1970 in Oberkirch geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie und wurde 1997 zum Priester geweiht. Er arbeitete als Vikar und in der Hochschulseelsorge, seit 2001 im Priesterseminar Collegium Borromaeum, dessen Regens er von 2011 bis 2014 war. 2013 wurde er Weihbischof im Erzbistum Freiburg. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Weihbischof Gerber Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste sowie der Jugendkommission.

XXXIV. Weltjugendtag in Panama steht unmittelbar bevor

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. December 2018 - 10:08

Vom 22. bis 27. Januar 2019 wird in Panama der XXXIV. Weltjugendtag stattfinden. Er steht unter dem Leitwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Rund 200.000 junge Menschen aus 155 Ländern, darunter ca. 2.300 aus Deutschland, werden bei diesem Großereignis gemeinsam feiern, beten, ihren Glauben bezeugen und vertiefen sowie konkret die soziale Realität des Landes wahrnehmen.

Für Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, schließt dieser weitere jugendpastorale Höhepunkt thematisch unmittelbar an die Jugendsynode im Vatikan und die Frage nach der Berufung junger Menschen an. Dabei habe die Synode gezeigt, dass „Berufung“ nicht für Priester und Ordensleute reserviert sei, sondern „dass jeder Mensch, insbesondere jeder Getaufte, seinen einzigen, unvertauschbaren und unersetzlichen Lebensweg gehen kann und gehen soll – einen Weg vor und mit Gott, eben einen Berufungsweg. Und der Lebensweg wird umso mehr als Berufungsweg erfahren, je tiefer ein Mensch in die persönliche und gemeinschaftliche Beziehung mit dem lebendigen Gott, mit Jesus Christus findet“. Ein großes Vorbild und eine Fürsprecherin für den Berufungsweg ist dabei Maria, in deren Zeichen die Vorbereitung auf den Weltjugendtag stand, und die auch die Patronin Panamas ist.

Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, betont den besonderen sozialen Aspekt dieses Weltjugendtags in Panama: „Wer Panama wirklich kennenlernen will, muss hinter die glitzernden Fassaden der Hochhäuser und Banken im Stadtteil Punta Paitilla blicken und in die Armenviertel gehen, in denen gerade auch die Indigenen und die Schwarzen leben“. Deshalb hat Adveniat auch seine diesjährige Weihnachtsaktion benachteiligten jungen Menschen gewidmet und bietet in Kooperation mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) 600 Pilgerinnen und Pilgern aus Deutschland die Möglichkeit, an die Ränder zu gehen und konkrete Projekte zu besuchen – wie zum Beispiel die Pastoral für Indigene oder für Obdachlose. Papst Franziskus selbst wird ein solches Adveniat-Projekt, die Aidspastoral Fundación Casa Hogar Buen Samaritano, besuchen.

Für Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), steht die Beteiligung und Dynamik junger Menschen im Vordergrund. Er betont: „Mit dem Weltjugendtag und den Begegnungen vor Ort, nicht zuletzt beim Youth Hearing von BDKJ und Adveniat, folgen wir dem Ansatz der Jugendverbände, zunächst auf die Lebenswirklichkeit von jungen Menschen zu schauen. Von dort gehen wir gemeinsam mit ihnen die notwendigen Veränderungen im Sinne Jesu an. Jugendliche haben einen feinen Sensus für Ungerechtigkeiten und finden sich nicht damit ab. Sie sind solidarisch. Ich freue mich auf diese Dynamik.“

Viele der Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland werden vor der Weltjugendtagswoche in Panama-Stadt auch die Tage der Begegnung im Land Panama, in Costa Rica, Mexiko oder El Salvador verbringen. Dort werden sie bei Familien wohnen und in eine neue Lebens- und Glaubensrealität eintauchen können. Jede Pilgerin und jeder Pilger aus Deutschland erhält als Erkennungszeichen einen einheitlichen Pilgerhut. Dieser Hut ist nicht der als Panama-Hut bekannte, sondern der lokale Kopfschmuck Panamas, der traditionell in „La Pintada“ handgefertigte „Sombrero Pintao“. Er wird in der Regel seitlich getragen. Die Weltjugendtags-Pilgeredition wurde in einer Initiative von Adveniat in Lateinamerika gefertigt.

Die Berufungssuche junger Menschen wird durch eigene Abschnitte im bundesweiten Pilgerbuch zum Thema Treffen guter Entscheidungen unterstützt. Zudem werden mit Sr. Magdalena Morgenstern OSF, Franziskanerin im Kloster Sießen, und P. Clemens Blattert SJ, Leiter der Zukunftswerkstatt der Jesuiten in Frankfurt, zwei ausgewiesene Begleiter für junge Menschen in der deutschen Delegation vertreten sein, die für Gespräche über den eigenen Lebensweg oder die eigene Berufung zur Verfügung stehen werden. „Sie sind letztlich eine Freiraum-Schwester und ein Freiraum-Pater für junge Menschen, Sparring-Partner, bei denen junge Menschen in voller Freiheit einfach mal über ihre Fragen und ihre Suche im Leben sprechen können. Es freut mich sehr, dass wir dieses Angebot machen können“, so Paul Metzlaff (afj).


Hinweise:

Die Statements von Bischof Oster und Stephan Jentgens finden Sie untenstehend als pdf-Dateien sowie auf den Internetseiten www.adveniat.de, www.bdkj.de  und www.wjt.de . Weitere Informationen zu den Adveniat-Projekten sind unter www.adveniat.de/wjt  verfügbar.

Die Medienarbeit zum Weltjugendtag in Panama wird von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), dem BDKJ und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat koordiniert. Presseinformationen und -einladungen erfolgen gemeinsam.

Erzbischof Heße begrüßt Annahme des Globalen Migrationspaktes

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 10. December 2018 - 10:58

Anlässlich der Annahme des Globalen Pakts für sichere, geordnete und reguläre Migration durch die Staats- und Regierungschefs in Marrakesch am heutigen Montag (10. Dezember 2018) erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg):

„Die Entwicklungen der letzten Jahre haben klar vor Augen geführt: Für eine verantwortungsvolle Migrations- und Flüchtlingspolitik ist ein Mehr an internationaler Zusammenarbeit dringend erforderlich. Ich freue mich daher, dass die Weltgemeinschaft dieser Tage zwei wichtige internationale Pakte annimmt: heute in Marrakesch den Globalen Migrationspakt, kurze Zeit später in New York den Globalen Flüchtlingspakt.

Gerade der Globale Migrationspakt kann als Meilenstein bezeichnet werden. Hier werden die verschiedenen Herausforderungen der Migration als gemeinsame Aufgabe von Herkunfts-, Transit- und Zielländern in den Blick genommen. Dieser Ansatz kann den Weg zu einer besseren internationalen Verantwortungsteilung ebnen. Der Pakt orientiert sich unmissverständlich an den Menschenrechten und weiß sich zugleich pragmatischen Lösungsstrategien verpflichtet. Er ist rechtlich nicht unmittelbar bindend. Doch sollte der Migrationspakt in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden: An den Standards, die er festschreibt, müssen sich die Staaten künftig messen lassen. Und auf internationaler Ebene schafft er relevante neue Formen der Informationssammlung, des Austauschs und der Zusammenarbeit.

Als Katholiken gehören wir einer Weltkirche an, das heißt: einer Gemeinschaft, die in allen Völkern und Kontinenten beheimatet ist. Prägend für unseren Glauben ist auch eine besondere Sensibilität gegenüber Migranten und Flüchtlingen. Es ist deshalb kein Zufall, dass die katholische Kirche die Verhandlungen rund um die beiden Globalen Pakte von Anfang an intensiv begleitet hat. Papst Franziskus hat uns dabei vier Leitworte mitgegeben: aufnehmen, schützen, fördern, integrieren. Diese Handlungsmaximen finden einen deutlichen Widerhall in den nun vorliegenden Dokumenten.

Politische Kräfte, die sich der multilateralen Zusammenarbeit in Migrationsfragen entgegenstellen, handeln letztlich gegen die Interessen ihres eigenen Landes. Wer für Abschottung und Alleingänge plädiert, verweigert sich der Realität. Stattdessen gilt: Eine bessere Gestaltung des globalen Migrationsgeschehens ist in unser aller Interesse. Die offizielle Annahme des Migrationspakts wie auch des Flüchtlingspakts markiert kein Ende, sondern einen Auftakt: Staat, Kirche und Zivilgesellschaft sind nun gemeinsam gefragt, die beiden Pakte mit Leben zu füllen.“

Rückkehrberatung – Erzbischof Heße und Staatssekretär Mayer besuchen Beratungsstelle des Raphaelswerks in Hannover

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. December 2018 - 12:57

Auf Einladung des Vorsitzenden der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), besuchte gestern (5. Dezember 2018) eine Delegation des Bundesministeriums des Innern (BMI) unter der Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Stephan Mayer die Beratungsstelle des Raphaelswerks in Hannover. Unter den Teilnehmern waren auch Fachleute des niedersächsischen Innenministeriums, des Deutschen Caritasverbands, des Katholischen Büros Berlin und des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz. Der Informationsbesuch ermöglichte Einblicke in die Arbeit einer kirchlichen Rückkehrberatungsstelle und diente dem Austausch zu aktuellen Fragen der Rückkehr von Migranten und Geflüchteten in ihre Herkunftsländer.

Erzbischof Dr. Heße erinnerte noch einmal an zentrale Punkte aus dem Positionspapier „Auch für sie tragen wir Verantwortung“, das die Deutsche Bischofskonferenz vor einem Jahr zu der Thematik veröffentlicht hat: „Die Kirche vertritt das Leitbild einer Rückkehr in Sicherheit und Würde. Gefahren für Leib und Leben sind auszuschließen. Wenn eine Rückkehr verantwortbar ist, sollten freiwillige Ausreisen ermöglicht und Abschiebungen vermieden werden.“
 
Das Raphaelswerk unterstützt seit 1871 im Auftrag der deutschen Bischöfe Menschen, die Deutschland verlassen wollen oder müssen. In Zusammenarbeit mit der Caritas bietet es ausreisepflichtigen Personen eine unabhängige und ergebnisoffene Rückkehrberatung an, die realistische Perspektiven aufzeigt. „Aus der Praxis wissen wir, dass die Ratsuchenden dem Raphaelswerk das notwendige Vertrauen entgegenbringen. Die kirchliche Beratung steht im Dienste unseres Rechtsstaats“, betonte der Erzbischof von Hamburg, der zugleich Präsident des Raphaelswerks ist. Auch Staatssekretär Mayer bekräftigte die Relevanz der kirchlichen Rückkehrberatungsstellen.

Verband der Diözesen Deutschlands wird von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft gewürdigt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 6. December 2018 - 9:24

Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) wird für seinen Einsatz im Bereich des Arbeitsschutzes ausgezeichnet. Er ist einer der zehn Gewinner des VBG-Präventionspreises VBG_Next, der gestern Abend (5. Dezember 2018) in Hamburg verliehen wurde. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hatte den Preis für Unternehmen ausgelobt, die sich durch vorbildliches Engagement in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auszeichnen. Zehn Unternehmen wurden unter 100 Einreichungen zum Preis durch eine Jury bestimmt.

In der Begründung der Jury heißt es für den VDD, der den Preis in der Kategorie „Organisation von Arbeitsschutz und Motivation“ erhält: „Um die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu den Verantwortungsträgern, Beschäftigten und ehrenamtlich Tätigen zu transportieren, hat die Arbeitsgruppe Arbeitsschutz des VDD ein umfassendes Präventionsparket entwickelt. Ein wesentlicher Teil und Werbeträger dieses Paketes ist das ‚Arbeitsschutzmobil plus‘ – ein umgebauter Kleinbus, mit dem das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vor Ort bundesweit in den Diözesen, Schulen und Kindertagesstätten präsentiert wird.“ Außerdem sei das Arbeitsschutzmobil funktionell und praxisnah. „Es wird mit den ehrenamtlich Tätigen auch eine Zielgruppe angesprochen, die nicht leicht zu erreichen ist“, so die Jury.

Die Jury, die aus fünf Mitgliedern der Selbstverwaltung der gesetzlichen Unfallversicherung VBG sowie Prof. Dr. Olaf Hoos von der Universität Würzburg besteht, entschied über die Vergabe des Preises. Die Gewinner-Projekte überzeugten dadurch, dass sie wirksam, innovativ, übertragbar und wirtschaftlich seien. An der Preisverleihung nahmen in Hamburg von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz Weihbischof Horst Eberlein (Hamburg), der Leiter der Geschäftsstelle des VDD, Dr. Matthias Meyer, und die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Arbeitsschutz des VDD, Gabriele Marks, teil.


Hinweis:

Weitere Informationen zum Preis und den Preisträgern sowie zahlreichen nachahmenswerten Projekten finden sich auf der Internetseite www.vbgnext.de. Informationen zum Arbeitsschutzmobil finden Sie unter www.arbeitsschutz-katholisch.de.

Arbeitshilfe zum Familiensonntag am 30. Dezember 2018 veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 5. December 2018 - 9:59

Am 30. Dezember 2018, dem Fest der Heiligen Familie, begeht die katholische Kirche in Deutschland den Familiensonntag, in diesem Jahr unter dem Motto „Für immer zusammen – Der Bund der Ehe in Treue, Liebe und Verantwortung“. Für Gottesdienste, Gebetskreise und Gesprächsrunden rund um den Familiensonntag veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz eine pastorale Online-Arbeitshilfe (Nr. 303). Diese trägt den Titel des Jahresmottos und rückt das Thema Ehebegleitung in den Mittelpunkt.

Die Bischofssynoden in den Jahren 2014 und 2015 sowie das im Anschluss daran von Papst Franziskus verfasste Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016) haben die Bedeutung von Ehe und Familie als soziale Keimzelle einer Gesellschaft nachdrücklich in den Mittelpunkt gerückt. Das Dokument spricht theologische, pastorale und spirituelle Fragestellungen aus dem Lebensbereich der christlichen Ehen und Familien an. In ihrem Schreiben „Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia“ (23. Januar 2017) haben die deutschen Bischöfe betont: „Wir sehen uns auch in der Pflicht, die Bemühungen um die Ehebegleitung zu verstärken. Dabei soll vor allem das Gelingende mit allen Mühen und Früchten wertgeschätzt werden. … Wichtig ist auch, auf das Sakrament der Ehe und seine Sinnhaftigkeit stärker in der Verkündigung, in der Predigt und in der Erwachsenenbildung einzugehen.“

Im Vorwort der Arbeitshilfe schreibt der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), dass die Kirche auch dort gefordert sei, „wo die Liebesbeziehung von Ehepaaren durch Krisen herausgefordert ist“. Hier müsse die Kirche zur Seite stehen. Die Arbeitshilfe lade ein, „die spirituelle Dimension einer Ehe zu vertiefen. Wir verstehen in unserem katholischen Glauben die Ehe als Sakrament, also als eine Gemeinschaft, in der die Liebe Gottes wirklich gegenwärtig ist, die auf Gott verweist und von Gott gehalten wird“, so Erzbischof Koch.

Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt mit der Arbeitshilfe alle, die in den Pfarrgemeinden den Familiensonntag vorbereiten. Die Arbeitshilfe bietet zahlreiche Anwendungsbeispiele und Inspirationen sowie Elemente für Gebet und Gottesdienste zur Gestaltung des Festtags. Dabei ist das Onlinelayout für Bildschirmlesbarkeit optimiert, das Navigieren im Text unkompliziert. Außerdem wurden viele weiterführende Internetlinks aufgenommen. Die Arbeitshilfe ist als pdf-Datei unter www.ehe-familie-kirche.de sowie auf www.dbk.de in der Rubrik „Publikationen“ verfügbar.

Hintergrund
Bereits seit 1976 wird der Familiensonntag bundesweit in allen deutschen Diözesen begangen. Im Jahr 2015 hat die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, den Familiensonntag auf das Fest der Heiligen Familie, den Sonntag der Weihnachtsoktav, zu legen. In diesem Jahr fällt der Familiensonntag auf den 30. Dezember. Der Familiensonntag ist in ein Jahresthema, das ‚familienpastorale Jahresmotto‘, eingebettet. Diözesen, Gemeinden, Verbände und kirchliche Einrichtungen sind eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen und Initiativen zum jeweiligen Jahresthema einzubringen und das Jahresmotto aufzugreifen, ggf. auch an einem anderen Sonntag im Kirchenjahr.

Ausschreibungsfrist des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus endet Mitte Januar 2019

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. December 2018 - 10:29

Die Deutsche Bischofskonferenz vergibt 2019 zum dritten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Bewerbungen und Vorschläge können noch bis zum 15. Januar 2019 beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingereicht werden. Mit dem Preis werden Personen, Gruppen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus engagieren oder sich prägend an ökumenischen bzw. gesellschaftlichen Initiativen beteiligen. „Es ist es unsere Aufgabe, mit Worten und Taten für die Würde eines jeden Menschen einzustehen“, erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Jury-Vorsitzende, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg). „In unseren Kirchengemeinden und kirchlichen Verbänden gibt es zahlreiche Menschen, die sich mit Herzblut und Kreativität für Zusammenhalt und Verständigung engagieren – über kulturelle Grenzen hinweg. Wir möchten dieses Engagement sichtbar machen und würdigen.“

Die feierliche Preisverleihung soll am 4. Juli 2019 auf der Zeche Carl in Essen stattfinden. Von dort stammt der Gewinner der Preisausschreibung 2017, das Zivilcourage-Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ des Diözesan-Caritasverbands Essen.


Hintergrund

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf Anregung der Migrationskommission 2015 zum ersten Mal ausgelobt. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und kann auf bis zu drei Preisträger aufgeteilt werden. Verliehen wird er auf Vorschlag einer fachkundigen Jury durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Der Flyer zur Ausschreibung sowie weitere Informationen sind auf der Initiativenseite zum Preis verfügbar.


Hinweise:

Personen, Gruppen oder Initiativen können sich entweder selbst um den Preis bewerben oder vorgeschlagen werden. Bewerbungen oder Vorschläge sind bis zum 15. Januar 2019 per E-Mail an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz zu senden (preis-gegen-fremdenfeindlichkeit(at)dbk.de). Sie sollten folgendermaßen aufgebaut sein: (1) Kurzbeschreibung des Engagements (max. eine halbe DIN-A4-Seite), (2) ausführlichere Beschreibung (ca. zwei DIN-A4-Seiten), (3) ggf. eine Auswahl weiterer Materialien wie z. B. Bilder oder elektronische Publikationen.

Studie untersucht entwicklungsbezogenes Engagement von internationalen Studierenden und Studien-Absolventen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 3. December 2018 - 12:24

Seit seiner Gründung durch die Deutsche Bischofskonferenz vor 60 Jahren hat der Katholische Akademische Ausländer-Dienst (KAAD) fast 10.000 Studierende und Wissenschaftler aus dem Globalen Süden und Osteuropa materiell und ideell gefördert. Eine empirische Studie hat nun das entwicklungsbezogene Engagement von derzeitigen und ehemaligen Stipendiaten des KAAD untersucht. Ziel war, im Zeitalter hoher globaler Mobilität und Vernetzung zu Handlungsempfehlungen für die Gestaltung kirchlicher Stipendienarbeit zu kommen.

Die Untersuchung wurde im Auftrag der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz von den Migrationswissenschaftlern PD Dr. Uwe Hunger (Universität Münster) und Dr. Sascha Krannich (Universität Siegen) durchgeführt.

Die Studie mit dem Titel „Das entwicklungsbezogene Engagement von internationalen Studierenden und Alumni. Wie kann es am besten gefördert und unterstützt werden? Eine Analyse am Beispiel der Förderprogramme und Alumni-Arbeit des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD)“ wird am

Dienstag, 11. Dezember 2018, um 19.00 Uhr
in der Katholischen Akademie
(Hotel Aquino, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin-Mitte)


von den Autoren vorgestellt und auf einem Podium mit Vertretern aus Kirche und Politik diskutiert. Im Plenum befinden sich Geförderte des KAAD aus rund 30 Ländern. Zu dieser Veranstaltung und zum anschließenden Empfang laden wir Medienvertreter herzlich ein.

Im Podium diskutieren unter der Leitung von Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Präsident des KAAD:

  • Dr. Khouloud Daibes, Botschafterin, Palästinensische Mission, Berlin;
  • PD Dr. Uwe Hunger, Universität Münster, Migrationswissenschaftler und Leiter der Studie;
  • Ulrich Pöner, Leiter des Bereichs Weltkirche und Migration der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Prof. Dr. Claudia Warning, Leiterin der Abteilung 3: Naher Osten, Asien, Lateinamerika, Südost- und Osteuropa im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Wir bitten Medienvertreter um eine kurze Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de. Bitte teilen Sie uns auch mit, ob Sie an dem anschließenden Empfang ab ca. 20.30 Uhr teilnehmen.


Hinweis:

Das Programm der Veranstaltung ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Einladung zum Pressefrühstück in München: Weltjugendtag 2019 in Panama

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 3. December 2018 - 9:57

Knapp zwei Monate sind es noch bis zum XXXIV. Weltjugendtag (WJT) vom 22. bis 27. Januar 2019 in Panama-Stadt. Mit dem Thema „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38) schließt er unmittelbar an die Jugendsynode an. Rund 250.000 junge Pilgerinnen und Pilger, darunter 2.300 aus Deutschland, werden zum WJT erwartet und wollen gemeinsam ein Fest der Begegnung und des Glaubens feiern. Gleichzeitig greift dieser WJT ganz bewusst das Anliegen von Papst Franziskus auf, Tausenden benachteiligten Jugendlichen aus Zentralamerika und der Karibik eine Stimme zu geben und die Kirche an die Ränder der Gesellschaft zu führen.

Die Deutsche Bischofskonferenz, zusammen mit ihrer Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), sowie das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) laden Sie herzlich ein zu einem

Pressefrühstück am Donnerstag, 13. Dezember 2018, um 10.00 Uhr
in den Sitzungssaal des Diözesanrates des Erzbistums München und Freising,
Schrammerstraße 3, 80333 München.


Während des Pressefrühstücks werden Pilgerhut und Pilgerbuch vorgestellt und für Fragen rund um die Vorbereitungen in Deutschland und Panama stehen Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung:

  • Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des BDKJ;
  • Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat;
  • Paul Metzlaff, afj;
  • Julia Schwarzer, Weltjugendtagspilgerin aus dem Bistum Limburg.

Als Anmeldung zur Pressekonferenz reicht eine formlose E-Mail an pressestelle(at)dbk.de. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Hinweis:
Die Medienarbeit zum Weltjugendtag in Panama wird von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, dem BDKJ und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat koordiniert.

Vortrag von Erzbischof Schick zur Bewahrung der Schöpfung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. November 2018 - 11:30

Vor Beginn der UN-Klimakonferenz findet heute (30. November 2018) in der Theologischen Fakultät der Schlesischen Universität eine Konferenz “Care for our Common Home: Christians on the road of ecology“ („Aus Sorge um das gemeinsame Haus: Christen ökologisch unterwegs“) des Erzbistums Kattowitz statt, die von Renovabis gefördert wird. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), hat heute vor den Teilnehmern gesprochen:

Der Einsatz der katholischen Kirche in Deutschland
für die Bewahrung der Schöpfung

1. Die Enzyklika Laudato si’ wurde im Juni 2015 veröffentlicht – auch mit Blick auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die sich drei Monate später mit der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung befassen sollte. Auf dieser Generalversammlung hielt Papst Franziskus die Eröffnungsrede, in der er die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt eindringlich an ihre Verantwortung erinnerte. Auch für die UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris setzte die Enzyklika wichtige Impulse: In beiden UN-Konferenzen standen Weichenstellungen für die Bekämpfung von Armut und Klimawandel an. Es ging um eine neue Grundlage in der internationalen Zusammenarbeit für eine integrale Entwicklung weltweit. Auch bei der nun beginnenden UN-Klimakonferenz hier in Katowice werden bedeutende Entscheidungen für die Zukunft unseres Planeten getroffen.

2. Mit seiner Enzyklika legte Papst Franziskus eine klare Analyse der globalen ökologischen und sozialen Krise vor. Er benennt ihre Ursachen und macht Vorschläge, wie den Gefährdungen entgegengewirkt werden kann. Es geht ihm dabei um den Einsatz von Technik und um kluge, pragmatische politische Entscheidungen. Darüber hinaus werden aber auch alle Menschen aufgerufen, ein neues Verantwortungsbewusstsein für „das gemeinsame Haus Erde“ zu entwickeln. Damit werden das Selbstverständnis des Menschen in der Moderne und eine Spiritualität der globalen Solidarität zum Thema gemacht.

3. Laudato si’ fordert nicht nur die Politik, sondern auch die Kirche heraus, den Wandel hin zu einem nachhaltigen Leben und Wirtschaften zu unterstützen. So stellte sich auch für uns Bischöfe die Frage: Welchen Beitrag können wir, unsere Diözesen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen zur Lösung der globalen Fragen leisten?

4. Eines wurde dabei sofort deutlich: Wir müssen uns als Kirche mehr darum bemühen, zu einem Akteur des Wandels persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Leitbilder zu werden. Die Richtung lautet: „Gut leben statt viel haben“. Die Kirche hat die Aufgabe, durch ihre vielfältigen Projekte, durch ihre Bildungsarbeit sowie in der Advocacy-Arbeit für eine neue Ordnungspolitik solche neuen Leitbilder plausibel zu vermitteln. Dem eigenen Beispiel kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu.

5. Natürlich erfindet sich die Kirche damit nicht neu. Das zeigt unsere lange und gute Tradition des Engagements für Arme und Ausgegrenzte, für Solidarität und Gerechtigkeit, für Genügsamkeit und Barmherzigkeit. Heute kommt es aber darauf an, diese Tradition im Angesicht der ökologischen und sozialen Weltkrise zu beleben und weiterzuentwickeln. So sind wir als Kirche herausgefordert, unsere ganze Verkündigung, unsere Praxis zu überprüfen, wie wir die von Gott gegebene Schöpfung besser bewahren können.

6. In den Diözesen und Pfarrgemeinden gibt es eine Vielzahl guter Beispiele für das Umweltengagement der Kirche. Manche Diözesen arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Erreichung ökologischer Ziele, etwa bei der Energieeinsparung. Die Deutsche Bischofskonferenz hat in ihrer letzten Vollversammlung (24.–27. September 2018) genau hierüber intensiv beraten. Dabei haben wir uns auf zehn Ziele verpflichtet, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte:

  • Die Schöpfungsspiritualität und die Schöpfungsverantwortung sollen künftig häufiger einen Platz in den Gottesdiensten, in der Verkündigung und in der Katechese bekommen.
  • Die kirchlichen Mitarbeiter sollen durch entsprechende Aus- und Fortbildungen für ein schöpfungsbewusstes Handeln sensibilisiert werden.
  • Auch in den anderen Bildungsbereichen, etwa im Religionsunterricht, im Theologiestudium, in den Kindergärten, in der Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenbildung, soll die Schöpfungsverantwortung verstärkt vermittelt werden.
  • Wir wollen alte kirchliche Traditionen, durch die das Schöpfungsbewusstsein wiederentdeckt werden kann, etwa die Fastenzeit, den Freitag als Abstinenztag oder Flurprozessionen, neu beleben.
  • Die Verantwortung für die Schöpfung soll eine Querschnittsaufgabe in den Generalvikariaten unserer 27 (Erz-)Diözesen werden. Dazu sollten konkret Verantwortliche, etwa Umweltbeauftragte, benannt werden.
  • Unsere Gebäude wie Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrheime sollen energieeffizienter gestaltet und auf den Einsatz erneuerbarer Energien umgestellt werden.
  • In allen kirchlichen Einrichtungen wollen wir nachhaltig wirtschaften: Die Beschaffung soll an ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtet, Müll vermieden und Finanzanlagen ethisch-nachhaltig investiert werden.
  • Das Land, das den Kirchen gehört, soll nachhaltig bewirtschaftet werden. Das gilt für die eigene Bewirtschaftung und bei der Verpachtung land- und forstwirtschaftlicher Flächen an Dritte.
  • Und wir wollen die Mobilität umweltfreundlich gestalten. Unsere Autos, Dienstreisen und Großveranstaltungen sollen klimaschonender werden. Die CO2-Emmissionen sollen durch bestimmte Projekte, die CO2 einsparen helfen, kompensiert werden.
  • Und wir wollen in Deutschland als Bischöfe und als Kirche insgesamt mehr gesellschaftspolitische Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen. Wir wollen uns etwa bei politischen Veranstaltungen, Bildungsveranstaltungen, in der weltkirchlichen Arbeit und im Gebet stärker für die Schöpfung engagieren.

Diese zehn Ziele sollen nicht nur auf dem Papier stehen. Wir Bischöfe haben uns verpflichtet, regelmäßig in der Bischofskonferenz zu berichten, was in unseren Diözesen praktisch zur Umsetzung dieser Ziele passiert.

7. Wir Bischöfe sind uns sehr bewusst, dass in der Kirche noch viel mehr zur Bewahrung der Schöpfung passiert und passieren muss, als wir selbst leisten können. Als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz bin ich täglich mit der weltkirchlichen Arbeit der Diözesen, Hilfswerke wie Misereor und Renovabis, der vielen Gemeinden und Gruppen befasst. Die Projektförderung unserer Hilfswerke etwa kann die „ganzheitliche Ökologie“, von der Papst Franziskus in seiner Enzyklika spricht, in die Praxis übersetzen. Ich denke dabei an die vielen kirchlichen Partner auf den anderen Kontinenten, die schon jetzt intensiv bemüht sind, den Folgen des Klimawandels und anderer Formen von Umweltzerstörung entgegenzuwirken. Gemeinsam mit ihnen können und wollen wir Anwälte der Armen und der Schöpfung sein.

8. Dabei sind uns die weltkirchlichen Partnerschaften eine große Hilfe auf dem Weg hin zu einer Kirche, die sich für die Schöpfung und das gerechte Miteinander der Menschen und Völker weltweit verantwortlich weiß. Die katholische Kirche ist eine einzigartige globale Lern-, Gebets- und Solidaritätsgemeinschaft. Dies bietet uns Chancen zu einem gemeinsamen Handeln in der Welt, das verschiedene Erfahrungswelten zusammenführt.

Hinweis:
Informationen zur Konferenz in Kattowitz sind auf der Internetseite von Renovabis sowie auf der Internetseite der Konferenz verfügbar.

Bischof Overbeck zur Weltklimakonferenz in Kattowitz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. November 2018 - 11:28

Anlässlich der UN-Klimakonferenz, die vom 3. bis 14. Dezember 2018 in Kattowitz (Polen) stattfindet, ruft der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), zu entschlossenem Handeln für mehr Klimaschutz auf. „Die globale Erwärmung schreitet weiter voran und stellt eine akute Bedrohung für die Welt dar. Wir müssen den gefährlichen Klimawandel stoppen, bevor es zu spät ist. Die Zeit läuft uns davon.“

Bischof Overbeck erinnert in diesem Zusammenhang an die Enzyklika Laudato si’, die Papst Franziskus kurz vor den Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 veröffentlicht hat. Für Papst Franziskus ist der Klimawandel „ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen“ und daher „eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit“ (Laudato si’ 25). Bischof Overbeck setzt große Hoffnungen auf die Klimaverhandlungen in Kattowitz (Polen) und appelliert an die Verantwortlichen der Länder, das globale Gemeinwohl über nationale Interessen zu setzen. „Wir brauchen ehrgeizige Klimaziele, die glaubhaft, zielorientiert und konsequent umgesetzt werden müssen. Das ist auch ein Gebot der Gerechtigkeit gegenüber den Armen in der Welt wie auch gegenüber zukünftigen Generationen. Ein ambitionierter Klimaschutz ist die Grundlage für die Bewahrung der Schöpfung und der Weg in unsere gemeinsam nachhaltig zu gestaltende Zukunft. Die Länder der Welt müssen frühestmöglich klimaneutral wirtschaften und leben. Deutschland steht dabei als Industrieland in besonderer Verantwortung und sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und sich zum Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2050 bekennen. Dazu sind alle Handlungsfelder in den Blick zu nehmen: Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Die Politik muss für das Ziel der Klimaneutralität einen langfristig verlässlichen Rahmen schaffen, zu dem auch die Zahlung eines angemessenen Preises für den Ausstoß von Kohlendioxid gehört, der sich an den Schäden des Klimawandels orientiert. Wir alle können und sollen durch einen umweltschonenden Lebensstil etwa bei Ernährung und Mobilität unseren Beitrag leisten.“

Die Weltklimakonferenz (COP24) findet vom 3. bis 14. Dezember 2018 in Kattowitz (Polen) statt. Neben einer Bestandsaufnahme ist das Ziel, konkrete und verbindliche Umsetzungsregeln für das Pariser Klimaabkommen zu vereinbaren. Die Kirche selbst möchte im Engagement für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung mit gutem Beispiel vorangehen. Die deutschen Bischöfe haben daher auf ihrer Herbst-Vollversammlung im September 2018 Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für den Bereich der katholischen Kirche in Deutschland verabschiedet, die am 27. November 2018 veröffentlicht wurden.

Hinweis:
Das Dokument „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag – Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen“ ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann es auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 301) bestellt werden.

Internationale Theologische Kommission: Die Synodalität in Leben und Sendung der Kirche

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. November 2018 - 11:15

Das von der Internationalen Theologischen Kommission im Vatikan vorgelegte Dokument „Die Synodalität in Leben und Sendung der Kirche“ liegt jetzt auch in einer deutschen Übersetzung vor. Ab sofort kann das Dokument als „Verlautbarung des Apostolischen Stuhls Nr. 215“ in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Die Internationale Theologische Kommission ist ein von Papst Paul VI. eingerichtetes Beratungsgremium. Aufgabe der Kommission ist es, den Heiligen Stuhl, insbesondere die Kongregation für die Glaubenslehre, bei der Untersuchung von Lehrfragen, die von größerem Gewicht sind, zu unterstützen. Im jetzt veröffentlichten Dokument heißt es, dass Synodalität ein Weg der „konstituierenden Dimension der Kirche“ sei, der „ständig erneuert und belebt“ werden müsse, um einen „neuen missionarischen Schwung“ zu fördern, der „das gesamte Gottesvolk“ einbeziehe. Neben einer gründlichen Analyse der theologischen Bedeutung von „Synodalität“ insbesondere im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils will das Dokument auch Handlungsimpulse geben. Dabei betrachtet der Text die synodale Kirche als das Gottesvolk, „das seine Existenz als Gemeinschaft und Weggemeinschaft manifestiert und konkretisiert, indem es in der Versammlung zusammenkommt und indem alle seine Mitglieder aktiv an seinem Auftrag der Evangelisierung teilnehmen“.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Handlungsempfehlungen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. November 2018 - 11:21

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (27. November 2018) ihr Dokument „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag – Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen“ veröffentlicht. In der Arbeitshilfe werden Aspekte des Umweltschutzes und der integralen Entwicklung des Menschen verbunden, entsprechend dem Auftrag aus Papst Franziskus’ Enzyklika Laudato si’.

Die zehn Handlungsempfehlungen berühren Angelegenheiten der Pastoral, des diözesanen Verwaltungshandelns und des gesellschaftspolitischen Engagements. Sie enthalten konkrete Forderungen und besitzen gleichzeitig die nötige Breite, um den unterschiedlichen Realitäten der 27 deutschen (Erz-)Bistümer Rechnung zu tragen. So regen die Bischöfe beispielsweise an, Schöpfungsspiritualität noch bewusster in Verkündigung und Liturgie zu verorten, kirchliche Traditionen wie das Fasten im Hinblick auf die Schöpfungsverantwortung neu fruchtbar werden zu lassen, in kirchlichen Institutionen und auf Kirchenland nachhaltig zu wirtschaften, Mobilität umweltfreundlich zu gestalten und gesellschaftspolitische Verantwortung für die Armen und für die bedrohte Schöpfung wahrzunehmen.

„Der menschengemachte Klimawandel ist Realität. Zunehmend spüren wir auch in Deutschland seine ökologischen und sozialen Auswirkungen“, schreibt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, im Vorwort zu den Empfehlungen. Mit ihnen möchte die Kirche in Sachen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. „Wir wollen die Taten sprechen lassen“, so Bischof Overbeck. In Zukunft solle regelmäßig über den jeweiligen Stand des Schöpfungsengagements in den (Erz-)Bistümern berichtet werden.

Die deutschen Bischöfe hatten sich bereits bei ihrer Herbst-Vollversammlung 2017 bei einem Studientag mit der Mitverantwortung der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung befasst. In der Nacharbeit des Studientages hat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Weihbischof Rolf Lohmann (Münster) die konkreten Handlungsempfehlungen formuliert, die die Herbst-Vollversammlung 2018 verabschiedet hat.

 



Hinweis:

Das Dokument ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann dieses auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 301) bestellt werden.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 26. November 2018 - 9:56

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (26. November 2018) in Berlin eine Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela vorgestellt. Die Veröffentlichung ist Teil der Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, erläuterte den Hintergrund: „Die prekäre Menschenrechtslage in Kuba und Venezuela ist zwar allgemein bekannt, Einschränkungen der Religionsfreiheit werden jedoch weniger vermutet.“ Mit Blick auf beide Länder werde jedoch schnell deutlich, dass es keine Religionsfreiheit ohne Meinungsfreiheit geben könne. Wo letztere bedroht sei, leide immer auch die Religionsfreiheit.

Obwohl Kuba und Venezuela als katholisch geprägte Länder gelten, geraten dort Christen, deren pastorales oder caritatives Engagement politische Züge annimmt, schnell mit dem politischen Machtapparat in Konflikt. Alles, was im Verdacht steht, die Meinungshoheit und das Gestaltungsmonopol des Staates in Frage zu stellen, wird unterbunden. Administrative Schikanen und systematische Benachteiligung bis hin zu Gefängnisstrafen sind an der Tagesordnung. „Unter solchen Bedingungen die befreiende Botschaft Jesu Christi zu verkünden, und gesellschaftliche und soziale Missstände offen zu benennen, ist ein gefährliches Wagnis“, so Erzbischof Schick. Nicht wenige, die aus ihrer christlichen Verantwortung heraus politisch aktiv werden, sind bedroht und verfolgt. „Dort wo Meinungsvielfalt unerwünscht und das politische Leben gleichgeschaltet wird, hat die Frohe Botschaft Jesu Christi politische Sprengkraft“, betont Schick.

Der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Luis Azuaje Ayala (Maracaibo), berichtete von der dramatischen humanitären Situation in seinem Heimatland: „Es gibt inzwischen viele Menschen, die im Müll nach Essen suchen. Das widerspricht der Menschenwürde.“ Medikamente und Grundnahrungsmittel sind im ehemals reichsten Land Lateinamerikas knapp geworden, täglich emigrieren tausende Venezolaner ins Ausland. Wer die politischen Ursachen dieser Misere benennt, wird bedroht. So nehmen unter Präsident Maduro auch die Polemik und die Aggression gegenüber der Kirche massiv zu. Erzbischof Azuaje Ayala beklagte die Untergrabung der Demokratie in Venezuela und mahnte den Einsatz für Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte an. Für die Kirche in Venezuela erklärt er: „Sie steht an der Seite der Notleidenden, auch wenn dies viele Unannehmlichkeiten und Bedrängungen mit sich bringt.“

Hintergrund
Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Kuba und Venezuela“ gibt einen Überblick über die Situation des Christentums in Kuba und Venezuela, erläutert aktuelle Konfliktlinien, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der Ortskirche zu Wort kommen.

Die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ wurde von den deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Glaubensgeschwister zu sensibilisieren. Mit Publikationen, liturgischen Handreichungen und öffentlichen Veranstaltungen wird auf die teilweise dramatischen Verhältnisse christlichen Lebens in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam gemacht. Zusätzlich pflegen die Bischöfe mit Solidaritätsreisen den Kontakt zu den betroffenen Ortskirchen. In Deutschland sucht die Deutsche Bischofskonferenz immer wieder das Gespräch mit Politikern und gesellschaftlichen Akteuren, um auf bedrohliche Entwicklungen hinzuweisen. Jährlicher Höhepunkt der Initiative ist der Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember (Stephanustag), der in allen deutschen Diözesen begangen wird.

Hinweise:
Das Statement von Erzbischof Schick ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.
Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Kuba und Venezuela“ kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Das Plakat und der Gebetszettel zum Gebetstag für die verfolgten Christen am 26. Dezember können ebenfalls in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden.
Weitere Informationen gibt es auf der Initiativseite „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“.

Fachtagung „Präventionserprobt!? – Katholische Kirche auf dem Weg zur nachhaltigen Prävention von sexualisierter Gewalt“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. November 2018 - 14:03

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) haben heute (23. November 2018) gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) eine Fachtagung unter dem Leitwort „Präventionserprobt!? – Katholische Kirche auf dem Weg zur nachhaltigen Prävention von sexualisierter Gewalt“ am 23. November 2018 in Köln (Maternushaus, Kardinal-Frings-Straße 1, 50668 Köln) durchgeführt. Gemeinsam mit dem Deutschen Caritasverband und dem Verband Katholischer Internate und Tagesinternate wurde eine erste Zwischenbilanz der Präventionsarbeit gezogen.

Wir dokumentieren die Statements von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und Johannes-Wilhelm Rörig, UBSKM, aus dem Pressegespräch.

Hinweise:
Weitere Informationen zu den Themen Missbrauch und Prävention sind auf der Themenseite sexueller Missbrauch verfügbar.

Neues Messlektionar startet zum ersten Advent 2018

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. November 2018 - 9:57

In der kommenden Woche wird mit dem ersten Advent (2. Dezember 2018) das neue Messlektionar in den (Erz-)Bistümern des deutschen Sprachraums eingeführt. Ab sofort informiert ein Themendossier auf www.dbk.de zum Lektionar. Der Vorsitzende der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), würdigt das neue Lektionar als Konsequenz aus der über zehnjährigen Arbeit an einer neuen Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift: „Die Übersetzung zeichnet sich vor allem durch eine noch größere Treue zum biblischen Urtext aus und ist nun der neue offizielle katholische Bibeltext. Als solcher wird die Übersetzung nicht nur in Dokumenten, Predigten, Broschüren oder Ansprachen verwendet, sondern hat ihren Platz auch im Gottesdienst.“ Aufgrund der neuen Einheitsübersetzung sind die künftigen Lektionare notwendig geworden.

Zunächst wird das Lektionar für das dann beginnende Lesejahr C bereitgestellt. Das Lektionar ist künftig auf insgesamt acht Bände angelegt: Für die biblischen Lesungen an den Sonntagen sind insgesamt drei Bände vorgesehen – entsprechend den drei Lesejahren A, B und C. Die übrigen fünf Bände enthalten die biblischen Texte für die sogenannten geprägten Zeiten (Weihnachts- und Osterfestkreis), für die gewöhnlichen Wochentage und die Heiligenfeste, für die Feier der Sakramente, Sakramentalien sowie von Begräbnissen und schließlich für die verschiedenen Votivmessen (mit Marienmessen).


Hinweis:

Weitere Informationen sind im Themendossier „Messlektionar“ verfügbar.

Sonderbriefmarke „Weihnachten 2018“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. November 2018 - 11:17

Auch in diesem Jahr gibt das Bundesministerium der Finanzen eine besondere Briefmarke zum Weihnachtsfest heraus. Das Sonderpostwertzeichen zeigt einen Ausschnitt aus den von Marc Chagall geschaffenen Kirchenfenstern der Pfarrkirche St. Stephan in Mainz; vor 40 Jahren waren die ersten Fenster eingesetzt worden. Der Zusatzerlös kommt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. zugute. Zur offiziellen Vorstellung des Sonderpostwertzeichens „Weihnachten 2018“ durch den Bundesminister der Finanzen, Olaf Scholz, laden Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, sowie Prälat Dr. Peter Neher, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V., herzlich zu einer Feierstunde ein. Sie findet statt am

Dienstag, 27. November, um 11.00 Uhr,
in der Pfarrkirche St. Stephan,
Kleine Weißgasse 12, 55116 Mainz.


Bei der Feierstunde sprechen Bundesminister Olaf Scholz, der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, Prälat Dr. Martin Dutzmann sowie Professor Dr. Rolf Rosenbrock von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Bitte melden Sie sich unter der E-Mail-Adresse pressestelle(at)bistum-mainz.de zur Vorstellung der Sonderbriefmarke an. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Ständiger Rat berät weiteres Vorgehen zu den Ergebnissen der MHG-Studie

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. November 2018 - 12:45

Der Ständige Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung (20. November 2018) mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst- Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

Kardinal Marx: „Stunde der Wahrheit“ für die Kirche

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. November 2018 - 13:35

Im Münchner Liebfrauendom hat Kardinal Reinhard Marx einen Gottesdienst anlässlich des Gedenktags für Opfer sexuellen Missbrauchs gehalten und sich dabei dankbar gezeigt, dass für die Kirche die „Stunde der Wahrheit“ gekommen sei. „Wir dürfen den Betroffenen, den Opfern, dankbar sein, dass sie sich geäußert haben, dass sie sprechen, oft nach Jahrzehnten, was schmerzhaft ist für viele von ihnen“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Sonntag, 18. November. „Wir dürfen auch den Medien dankbar sein, wir dürfen dafür dankbar sein, dass die Aufmerksamkeit gewachsen ist für dieses manchmal verschwiegene, verborgene, verheimlichte Unrecht, für diese Gewalt, die vielen Menschen weltweit angetan wurde und wird.“

Es sei gut, dass der sexuelle Missbrauch im Raum der Kirche „in Wahrhaftigkeit sichtbar wird und wir Verantwortung übernehmen müssen, der wir nicht ausweichen dürfen. Die Stunde der Wahrheit eben, die wir annehmen und die wir aufgreifen müssen, in besonderer Weise natürlich die Verantwortungsträger in der Kirche“, so Kardinal Marx: „Endlich wird offenbar, was geschieht, und es wird darüber gesprochen, und es wird nach Heilung gesucht, nach Prävention, nach Überwindung.“

„Wir haben versagt“, betonte der Erzbischof. „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen. Und damit muss Schluss sein! Das ist eine Verantwortung der ganzen Kirche, besonders der Bischöfe und Priester und der Verantwortlichen, aufmerksam zu sein und nie wieder zuzulassen, dass übersehen wird, nicht hingehört wird, vertuscht und verschwiegen wird.“

Die Kirche werde an ihrem Handeln gemessen werden. Dazu gehöre „ein wahrhaftiger Blick zurück: Was ist geschehen? Worauf haben die Betroffenen einen Anspruch? Welche Verantwortlichkeiten können wir benennen?“, sagte Kardinal Marx. „Und der Blick nach vorn: Was in den vergangenen Jahren geschehen ist in unserer Präventionsarbeit, ist schon ein Schritt nach vorne, aber es muss noch vertieft werden, noch intensiver werden.“ Es gehe aber auch darum, so der Erzbischof, „dass wir lernen müssen, anders Kirche zu sein, transparenter, offener, nicht in geschlossenen Kreisen, nicht die einen gegen die anderen, sondern im Miteinander, im Lernen von der Welt.“ Kirche brauche „die Gesellschaft, die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die kritische Begleitung der Öffentlichkeit“, um diesen Weg zu gehen. „Wir dürfen nicht nachlassen und wieder in den alten Trott verfallen!“, mahnte Kardinal Marx. „Wir müssen wirklich sehen: Hier ist ein Weckruf an uns ergangen, den wir nicht beschwichtigen und relativieren sollten.“

Der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs geht auf eine Anregung von Papst Franziskus zurück, der um die Einrichtung eines „Tages des Gebetes und der Buße für die Opfer sexuellen Missbrauchs“ gebeten hatte. Er wird in den deutschen Bistümern in den Tagen um den 18. November begangen, der zugleich „Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ ist. Der Gottesdienst und das Gebet für die Opfer ergänzen die vielfältigen Aktivitäten des Erzbistums München und Freising in der Aufarbeitung und Prävention sexuellen Missbrauchs, die unter www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/missbrauch-und-praevention dokumentiert sind.

Quelle: Pressestelle Erzbistum München und Freising (gob)

Bischof Bätzing würdigt den 100. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. November 2018 - 14:00

Die Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit vor 100 Jahren hat heute (17. November 2018) der Bischof von Limburg, Bischof Dr. Georg Bätzing, bei einem Gottesdienst im Frankfurter Dom St. Bartholomäus gewürdigt. In seinem namens der Deutschen Bischofskonferenz vorgetragenen Grußwort betonte Bischof Bätzing, dass es gut sei, wenn Polen und Deutsche angesichts des historischen Anlasses gemeinsam Gott für Frieden und Freiheit danken und miteinander für ein in Frieden geeintes Europa beten.

„Mit der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit wurde im Jahr 1918 ein großes historisches Unrecht am polnischen Volk korrigiert. Die Teilungen Polens waren Ausdruck einer imperialen Politik in Ostmitteleuropa, deren Auswirkungen mit zum Ersten Weltkrieg beigetragen haben. Aber mit der Wiedererrichtung des polnischen Staates 1918 war es leider nicht getan“, so Bischof Bätzing. „Wir blicken heute zurück auf ein Jahrhundert, an dessen Beginn gegenseitiges Misstrauen, Gewalt und Repression standen. Erst mit der beginnenden deutsch-polnischen Versöhnung setzte ein Prozess der gegenseitigen Europäisierung ein, deren Früchte wir heute gemeinsam genießen können.“

Bischof Bätzing erinnerte an das Wort der polnischen Bischöfe von 1965, das sie damals an die deutschen Bischöfe richteten: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“ Die Erfahrung der deutsch-polnischen Versöhnung stelle heute eine wichtige Ermutigung für viele dar, die in anderen Zusammenhängen um Versöhnung ringen. „Es gehört zu den Grunderfahrungen der europäischen und darin auch der deutsch-polnischen Geschichte, dass Freiheit und Unabhängigkeit nur gemeinsam und niemals gegeneinander errungen werden können. Lassen Sie uns aus dieser Grunderfahrung heraus die großen Herausforderungen unserer Zeit annehmen!“ Bischof Bätzing rief dazu auf, der Versuchung gegenseitiger Schuldzuweisung zu widerstehen.

„Gerade heute ist von uns als Polen und Deutschen ein gemeinsames Zeugnis für Europa und die Welt gefordert. Und noch mehr ist es uns als Katholiken überall auf der Welt aufgetragen, uns an jedem Ort unermüdlich für ein friedliches Miteinander einzusetzen, und zwar über die Grenzen von Nationen, Sprachen, Kulturen und Religionen hinweg“, so Bischof Bätzing.

Dem Gottesdienst im Frankfurter Dom unter dem Leitwort „Dank und Freude“ stand der frühere Krakauer Erzbischof Kardinal Stanisław Dziwisz vor. Eingeladen hatte die Delegatur der Deutschen Bischofskonferenz für die in Deutschland lebenden polnischen Katholiken.

 


Hinweis:

Das Grußwort von Bischof Dr. Georg Bätzing ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.