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Eucharistiefeier zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt

Man muss nach Worten von Bischof Stefan Oster kein „großer Glaubensheld“ sein, um etwas zu bewirken. Beim Gottesdienst zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt ermutigte der Passauer Bischof am Donnerstagmorgen Jugendliche, die Fastenzeit für gute Taten zu nutzen, die keiner erwarte. Das könne etwa eine Zuwendung zu Außenseitern in der Klasse sein oder die Hilfe beim Abwasch zu Hause. Durch gute Taten wachse das Gute, das Gott in jeden Menschen gelegt habe, sagte der Vorsitzende der Jugendkommission der Bischofskonferenz.

Menschen hätten Fehler und Schwächen, erklärte Oster. Auch Bischöfe, auch Pfarrer fühlten sich „immer wieder mal als Versager“. Auch Petrus sei kein „großer Glaubensheld“ gewesen und doch ein Vorbild für die Menschen. Obwohl er Jesus verleugnet habe, sei er nicht von ihm verstoßen worden. So dürften die Menschen immer wieder zu Gott kommen.

Außerdem sagte Bischof Oster, dass Jugendliche ab sofort direkt den drei Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz bei der Jugendsynode im Oktober in Rom Vorschläge und Ideen unterbreiten könnten. Diese gingen per Mail an franziskus(at)afj.de. „Wir lesen das alles und antworten euch allen“, so Bischof Oster.

Auch warb der Bischof von Passau und Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz dafür, sich an der Vorsynode im März via Facebook zu beteiligen. In dem Sozialen Netzwerk gibt es die Gruppe „Vorsynode der Jugendlichen“.

Quelle: KNA

Pressegespräch zum Studientag „Verständnisgrundlagen des Dialogs mit den Kirchen in Mittel- und Osteuropa“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. February 2018 - 13:28

Während ihrer Frühjahrs-Vollversammlung haben die deutschen Bischöfe einen Studientag zum Thema „Verständnisgrundlagen des Dialogs mit den Kirchen in Mittel- und Osteuropa“ durchgeführt und sich mit gesellschaftlichen und politischen Reibungspunkten zwischen Ost und West, aber auch mit künftigen Perspektiven beschäftigt.

Wir dokumentieren die Statements aus dem Pressegespräch zum Studientag von

  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Prof. Dr. Tomáš Halík (Prag); Professor für Soziologie an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag;
  • Prof. Dr. András Máté-Tóth (Szeged), Professor für Religionswissenschaft an der Universität Szeged;
  • Pfarrer Dr. Christian Hartl (Freising), Hauptgeschäftsführer Renovabis.

Kardinal Woelki wird Vorsitzender der Kommission für Wissenschaft und Kultur

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. February 2018 - 11:51

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat den Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, zum Vorsitzenden der Kommission für Wissenschaft und Kultur gewählt. Kardinal Woelki übernimmt die Aufgabe von Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster). Die deutschen Bischöfe haben Weihbischof Hegge für seinen vielfältigen Einsatz in der Kommission herzlich gedankt und freuen sich, dass er künftig als Stellvertretender Vorsitzender der Kommission zur Verfügung steht.

Eucharistiefeier zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. February 2018 - 7:28

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitbrüder im Bischofsamt,
wann hat Sie, wann hat Euch das letzte Mal etwas getroffen. Ich meine nicht einen Trauerfall oder die Nachricht von einer Krankheit. Sondern ich meine, wann hat Sie etwas im positiven Sinne getroffen? Zum Beispiel ein Satz, ein Moment, ein Gedanke, eine Begegnung oder ein Erlebnis, das auf einmal die Dinge in einem neuen Licht erscheinen lässt oder Zusammenhänge ganz neu erhellt – ja, vielleicht sogar ein Moment von innerer Umkehr.

Einen solchen Moment hatte der vor rund 20 Jahren verstorbene Philosoph Josef Pieper. Als junger Philosophie- und Jurastudent ist Pieper in den 1920er Jahren mehrmals auf der Burg Rothenfels zu Gast, einem der Zentren der katholischen Jugendbewegung. Bei einer Werkwoche im Sommer 1924 hält der Priester und Philosoph Romano Guardini eine improvisierte Ansprache. Pieper kann sich später nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern. Aber ein Gedanke aus Guardinis Vortrag trifft den jungen Studenten so stark, dass er daraus seine ganze Doktorarbeit entwickelt und davon letztlich sein ganzes weiteres Denken und Arbeiten beeinflusst wird (1).

Liebe Schwestern und Brüder,
auch im heutigen Evangelium geht es um ein Sich-treffen-lassen, oder besser gesagt: um das Gegenteil. Lukas berichtet, dass immer mehr Menschen zu Jesus kommen. Aber Jesus freut sich nicht über ihr Interesse, sondern fällt ein klares und eindeutiges Urteil: „Diese Generation ist böse.“ Sie fordern Zeichen, obwohl sie schon längst eines haben: Jesus selber. Er ist das Zeichen. Jesus wirft seinen Zuhörern vor, dass selbst die Bewohner von Ninive – also im damaligen Verständnis ‚Heiden‘ – sich nach der Predigt des Jona bekehrt haben. Aber „diese Generation“, verweigert sich seiner Botschaft und fordert weiterhin Zeichen. Könnte es diese Verweigerungshaltung sein, die Jesus zu diesem harschen Urteil führt? Könnte es sein, dass diese vielen Menschen, die um ihn herum sind, sich letztlich ihm und seiner göttlichen Wirklichkeit verweigern und deswegen böse sind?

Liebe Schwestern und Brüder,
der Satz, beziehungsweise das Wort, das Josef Pieper so getroffen hat, ist uns nicht überliefert. Ja, er selber konnte sich nicht mehr recht daran erinnern. Er hat versucht, es zu umschreiben und stellt diesen Gedanken seiner Doktorarbeit voran: „Die Wirklichkeit ist das Fundament des Ethischen. Das Gute ist das Wirklichkeitsgemäße. Wer das Gute wissen und tun will, […] muss absehen von seinem eigenen […] und hinblicken auf die Wirklichkeit.“(2)

Das Gute ist das Wirklichkeitsgemäße: Wer Gutes tun und wissen will, muss seinen Blick auf die Wirklichkeit richten. Ja, man könnte fast sagen auf die wirkliche Wirklichkeit. Denn die Wirklichkeit dieser Welt, unseres Lebens, ja meines Lebens ist Gott, ist Gottes liebender Blick, sind seine Verheißungen und Zusagen. Er hat diese Welt gut geschaffen, will uns Gutes und denkt groß von uns Menschen – von jedem einzelnen.

Das Böse wäre demgegenüber das Verfehlen der Wirklichkeit. Das Böse nimmt die Wirklichkeit als Ganze nicht ernst. Das Böse blendet aus. Das Böse lässt Teile nicht zu. Das Böse betreibt ein Versteckspiel. Es traut Gott nichts Gutes zu. Es verweigert sich der Wirklichkeit.

Liebe Schwestern und Brüder,
am Beispiel der Menschen aus Ninive macht Jesus deutlich: Der Zeitpunkt zur Umkehr ist jetzt. Wir sollen uns treffen lassen. Jesu Botschaft vom Reich Gottes soll für die Menschen damals, soll für uns heute alles in ein neues Licht rücken. Er will, dass die Menschen die Realität sehen: Der Menschensohn ist da, das Reich Gottes ist nahe.

Jesus Christus selber ist alles andere als ein Wirklichkeits-Verweigerer. Er nimmt die menschliche Wirklichkeit voll und ganz an und bringt sich in sie ein. Er wird einer von uns. Sein Weg führt immer tiefer in die Wirklichkeit hinein. Das ist der Gang zwischen der Inkarnation an Weihnachten und dem Kreuzestod am Ende der Passion. Christus verweigert sich nicht dieser Wirklichkeit, sondern er wird ein Teil von ihr und verwandelt sie zur Wirklichkeit Gottes.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir stehen noch am Beginn der Fastenzeit. Es ist noch nicht zu spät, diese Fastenzeit zu nutzen und etwas daraus zu machen. Es wäre lohnend, in dieser Fastenzeit immer tiefer in die wirkliche Wirklichkeit unseres Lebens zu finden. Ich meine die Wirklichkeit Gottes, für die wir uns Tag für Tag in Schweigen, Gebet, Besinnung, Gottesdienst öffnen können. Ich meine auch die Wirklichkeit dieser Welt, die wir Tag für Tag immer mehr annehmen und durchdringen können, ganz konkret im Schicksal von Menschen, so wie Jesus sich ihnen zuwendet. Und ich meine unsere eigene Wirklichkeit mit unserer Größe, aber auch mit unseren Begrenzungen.

Erinnern Sie sich an dieses schöne Wort Josef Piepers: „Das Gute ist das Wirklichkeitsgemäße.“ Hoffentlich trifft uns nicht ein ebenso hartes Wort wie damals die Menschen: „Diese Generation ist böse.“ Sondern hoffentlich steht über unserem Leben, über unserer Kirche: Diese Generation ist gut, sie ist wirklichkeitsgemäß. Sie ist offen für die liebende Wirklichkeit Gottes und lässt sich von ihr treffen. Braucht es mehr Vorsätze für die Fastenzeit?

Schrifttexte:
Jona 3,1–10; Lk 11,29–32

Fußnoten:
 (1) Vgl. Wald, Berthold: Josef Pieper, in: Barbara Stambolis (Hg.): Jugendbewegt geprägt. Essays zu autobiographischen Texten von Werner Heisenberg, Robert Jungk und vielen anderen (Göttingen 2013), S. 501–511.

(2) Pieper, Josef: Bedeutende Fördernis durch ein einziges Wort. Romano Guardini zum 70. Geburtstag, in: Pieper, Josef: Werke, Bd. 8.2 (Miszellen), S. 658–660, hier 659.

Pressegespräch „Jugend und Kirche: Von der Bischofssynode zum Weltjugendtag“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. February 2018 - 13:26

Im Mittelpunkt der Beratungen der deutschen Bischöfe in ihrer Vollversammlung stehen unter anderem die Vorbereitungen für die Bischofssynode im Oktober 2018 in Rom. Die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode wird unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ stattfinden. Der Weltjugendtag in Panama vom 22. bis 27. Januar 2019 ist eng mit dieser Weltbischofssynode verbunden. Das liegt nicht nur an der zeitlichen Nähe dieser zwei jugendpastoralen Großereignisse, vielmehr äußerte Papst Franziskus in seiner Botschaft zum XXXII. Weltjugendtag den inhaltlichen Wunsch, dass „der Weg zum Weltjugendtag in Panama und der Weg der Synode gut miteinander abgestimmt sind“.

Wir dokumentieren die Statements aus dem Pressegespräch „Jugend und Kirche: Von der Bischofssynode zum Weltjugendtag“ von

  • Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Thomas Andonie (Regensburg), Bundesvorsitzender BDKJ und Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz für die Vorsynode in Rom;
  • Magdalena Hartmann (Rottenburg-Oberndorf), Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz für die Vorsynode in Rom sowie
  • Paul Metzlaff (Düsseldorf), Referent der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und zuständig für den Weltjugendtag in Panama.

Die heute gewählten Vertreter der Vollversammlung für die Bischofssynode – Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz und Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz – haben frei gesprochen. Von ihnen liegen keine schriftlichen Statements vor.

Pressegespräch zur Internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom im Juli und August 2018

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. February 2018 - 10:17

2018 laden die Länder und Diözesen auf Initiative des Internationale Ministrantenbundes Coetus Internationalis Ministrantium (CIM) mit seinem Präsidenten Dr. Ladislav Nemet SVD, Bischof von Zrenjanin/Serbien und Vorsitzender der Internationalen Bischofskonferenz der Heiligen Kyrill und Method, und dem Impuls von Papst Franziskus folgend ein, wieder gemeinsam international nach Rom aufzubrechen und Wallfahrten zu veranstalten. Der CIM erwartet weit mehr als 60.000 Minis aus Deutschland, Europa und aus der ganzen Welt: Antigua und Barbuda, Belgien, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA. Aus Deutschland werden über 50.000 Teilnehmer erwartet.

1961 wurde auf der ersten gemeinsamen Romwallfahrt gepilgert, die früher etwa alle fünf und heute alle vier Jahre für Jugendliche ab 13 bis 14 Jahren und junge Erwachsene stattfindet. 2014 gab es einmalig eine eigene Wallfahrt nur für die Minis aus Deutschland mit mehr als 50.000 Teilnehmenden, 2015 die XI. Internationale Wallfahrt mit Ministrantinnen und Ministranten aus mehr als 22 Ländern.

Wir dokumentieren die Statements und Informationen aus dem Pressegespräch zur Internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom im Juli und August 2018, von

  • Dr. Klára Csiszár (Rumänien) Vizepräsidentin des Internationalen Ministrantenbundes CIMJohanna Funk (Eichstätt), Teilnehmerin bei der Internationalen Ministrantenwallfahrt aus dem Bistum Eichstätt;
  • Jonas Ferstl (Preith), Teilnehmer bei der Internationalen Ministrantenwallfahrt aus dem Bistum Eichstätt;
  • Alexander Bothe (Düsseldorf), Referent der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), für den CIM international wie bundesweit zuständig für die Ministrantenwallfahrt nach Rom.

Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, hat frei gesprochen. Von ihm liegt kein schriftliches Statement vor.

Eucharistiefeier zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. February 2018 - 7:29

Liebe Schwestern, liebe Brüder,
die Weisung Jesu, wie wir zu beten haben, sie ist klar und eindeutig: Nicht wie die Heiden, die nur plappern, sondern „so sollt ihr beten“ (Mt 6,9). Und dann folgen Jesu‘ Worte, so wie wir sie gerade im Evangelium gehört haben und wie sie uns seit Kindertagen vertraut sind – einschließlich der Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung…“ (Mt 6,13). Ob diese Gebetsformulierung richtig übersetzt sei oder ob sie gar ein falsches Gottesbild transportiere, das wurde in den vergangenen Wochen im gesamten deutschen Sprachraum intensiv diskutiert – nicht nur von Theologinnen und Theologen, nicht nur von Bischöfen und Mitgliedern des ZdK. Nein, die Bandbreite reichte gar von der FAZ bis zur Bild-Zeitung.

Unabhängig von Übersetzungsfragen – eines dürfte klar sein. Versuchung, so etwas gibt es. Wir kennen so etwas nicht nur aus unserem eigenen Leben. Sogar Jesus kennt das. Am vergangenen Sonntag haben wir davon bei Markus kurz im Evangelium gehört. Matthäus und Lukas, die beiden anderen Synoptiker, berichten ausführlicher darüber. Und wenn man das alles so liest oder hört, es klingt alles so plausibel, was der Satan da dem Herrn einzuflüstern versucht, um ihn in Versuchung zu führen: Dass er sich mit einem Wunder aus Steinen Brot verschaffen solle, um seinen Hunger zu stillen. Dass er mit einem Sprung von der Zinne des Tempels das Volk für sich begeistern möge. Dass er sich mit einem Kniefall vor Satan mühelos in den Besitz aller Reiche bringen könne. Es wäre ein Leichtes für Jesus gewesen, das zu tun. Trotzdem weist er den Teufel jedesmal zurück und richtet sich immer wieder neu allein am Willen Gottes aus. Wir dürfen deshalb dankbar sein für diese Bitte im „Vater unser“, die der Herr uns heute schenkt und mit der wir darum bitten dürfen, dass Gott uns in der Versuchung, wenn sie auf uns zukommt, wie Jesus nicht fallen lassen möge, sondern uns die Kraft gebe, standhaft zu bleiben.

Wie also Versuchung bestehen? Nicht anders als Jesus. Er hat sich am Vater festgehalten und ist so sich selbst und seiner Sendung zu den Menschen treu geblieben. Er hat sich durchgekämpft durch den schönen Schein, dass er mehr gelte, wenn er nur Gott absage und eigenmächtig sein Leben lebe. Jesus hat sich für den Gehorsam entschieden und ist von da aus zu den Menschen gegangen. Weil er sich ganz an den Willen des Vaters hingegeben hat, konnte er sich auch ganz den Menschen hingeben. Sich ganz dem Vater hingeben, das hieß für ihn: den Willen des Vaters in allem suchen. Das hieß für ihn, diesen Willen im stillen Gebet zu erfragen, um ihn dann unbeirrt zu tun. Damit ist uns die Antwort gegeben, wie auch wir die Versuchung unseres Lebens bestehen können. Wie bei Jesus geht es hier auch bei uns ums Ganze: Nämlich, dass wir bereit sind, aus der Umkehr zu leben. Nicht von uns her, sondern von Gott her. Auch für uns gilt: Die Wahrheit unseres Lebens werden wir nur und ausschließlich im Blick auf Gott erfahren. Wo Gott dagegen im Hintergrund belassen wird, erst recht, wo er verlassen wird, verfallen wir der Selbstsucht – auch als Kirche. Deshalb beginnt alle Erneuerung, die unseres persönlichen Lebens wie auch die der Kirche insgesamt, in der Bereitschaft zur Umkehr und der damit verbundenen erneuten Hinwendung zum Herrn und der Absage an die Versuchung, selbst zu Herren der Kirche zu werden.

Henri de Lubac, der große französische Theologe und spätere Kardinal, hat in diesem Kontext einmal formuliert: „Wenn nicht Jesus Christus ihren Reichtum bildet, dann ist die Kirche erbärmlich. Und sie ist steril, wenn der Geist Jesu Christi nicht in ihr blüht. Ihr Gemäuer zerbröckelt, wenn Christus nicht mehr der Bauherr ist, und wenn der Geist nicht den Mörtel bildet für die lebendigen Steine, aus denen sie sich auferbaut. Sie bleibt ohne Schönheit, wenn sie nicht die einzige Schönheit des Antlitzes Jesu Christi widerspiegelt“. So ist das mit uns und mit der Kirche. Deshalb heißt es mit Blick auf die Versuchung des Herrn für uns als Getaufte wie auch für die Kirche als Ganze: sich nicht verführen zu lassen durch Geltungssucht und Machstreben, sich nicht versuchen zu lassen, in dieser Welt glänzen zu wollen. Nicht zuletzt deshalb laden uns ja diese Tage der österlichen Bußzeit dazu ein, wiederum erneut umzukehren zu Gott, um unser persönliches und auch unser kirchliches Leben allein in ihm zu verankern, indem wir das tun, wozu uns der Herr heute in seinem Gebet auffordert: Allein dein Name, Vater, werde geheiligt. Allein dein Reich komme. Allein dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde. Denn nur das allein gereicht Gott zur Ehr und dem Menschen zum Heil. Amen.

Lesung: Jes 55,10–11
Evangelium: Mt 6,7–15

Eröffnungsgottesdienst zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. February 2018 - 19:55

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist heute (19. Februar 2018) in Ingolstadt die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz eröffnet worden. Zu Beginn begrüßte der Bischof von Eichstätt, Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB, die 61 anwesenden Bischöfe, Vertreter der Weltkirche und zahlreiche Gläubige. Dabei erinnerte er an die historischen Wurzeln Ingolstadts und des Bistums Eichstätt in der Region. Von hier sei ein Teil der katholischen Erneuerung in der Geschichte ausgegangen, so Bischof Hanke.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung der jüdischen Synagogengottesdienste. Es gehöre zu den bewegendsten Augenblicken eines solchen Gottesdienstes, wenn der Thora-Schrein geöffnet und die Buchrollen der Heiligen Schrift in den Synagogenraum getragen würden. Damit werde deutlich, dass die fünf Bücher Mose gleichsam das Zentrum der biblischen Botschaft darstellten: „Es geht nicht nur um das Gesetz der Bibel, sondern um viel mehr. Diese Bücher sind die Geschichte einer Befreiung, eines Bundes, einer Begegnung, eines Festes“, so Kardinal Marx. Der Psalmist höre nicht auf, das Gesetz zu loben, aber nicht ein Gesetz, das einenge, sondern die Freiheitsgeschichte Gottes mit den Menschen erzähle. „Im Mittelpunkt der biblischen Bücher Mose wird der Mensch hin zu einem Bund mit Gott geführt, zu einem Ort der Befreiung, um den Himmel offen zu sehen und Gott zu begegnen.“ So zeige sich, dass das Volk Gottes aufgerufen sei, ein Zeichen unter allen Völkern zu sein, dass Freiheit wirklich ermögliche. „Gott, so würde man heute sagen, hat ein Projekt mit der Welt vor. Ihm ist die Schöpfung nicht gleichgültig. Gott will den Menschen in eine Welt des Miteinanders, des Erbarmens und des Mitfühlens führen“, sagte Kardinal Marx.

Kardinal Marx rief die Gläubigen auf, in diesen Bund Gottes, in die neue Schöpfung und Verheißung einzutreten. „Lasst Euch zum Zeichen machen für alle Völker, damit man erkennbar wahrnimmt, was Gott mit seinem Volk – mit uns – vorhat. Das ist eine Sendung, die uns immer wieder neu aufgetragen wird und die die Geschichte des Christentums wesentlich prägt.“ Diese Geschichte zeige, dass Gott die Welt nicht gleichgültig sei. „Die Welt muss nicht bleiben, wie sie ist, sie kann verändert werden durch die Gerechtigkeit Gottes, durch Güte und Barmherzigkeit. Gott geht nicht über die Not der Welt hinweg, über die Vergewaltigungen, das Elend, das Unrecht. Gott ruft auf, dass wir eine neue Welt betreten und so selbst zum Zeichen werden für diese Güte Gottes“, betonte Kardinal Marx.

Der biblische Glaube sei immer von einem Dreiklang geprägt. Die Lehre mit ihren Geboten bleibe steril und eine abstrakte Theorie, wenn sie nicht in der Liturgie gefeiert würde. Dieser Glaube müsse das Leben des Menschen prägen. „Was nutzt es uns, wenn wir meinen, den wahren Glauben gefunden zu haben, aber unser Leben steht im Widerspruch zu diesem Glauben?“ Ganz am Ende frage Jesus jeden Menschen: „Wie war Dein Leben? Wie hast Du Dich den Kranken, Sündern, Ausgesetzten und Fremden gegenüber verhalten? Diese Frage muss auch uns als Kirche heute beschäftigen“, so Kardinal Marx. Das gelte auch für die Ökumene, die wir im Jahr 2017 als Weg gemeinsamen Wachsens erlebt haben. „Ökumene bedeutet nicht, dass wir pausenlos über Texte streiten, sondern dass wir das Leben gemeinsam leben.“

Kardinal Marx betonte: „Das Nachdenken in der Theologie, das miteinander Beten in der geistlichen Erfahrung und der Einsatz für die Schwachen als konkretes Leben aus dem Glauben sind die prägenden Elemente, die uns auch ökumenisch voranbringen.“ Das sei ein großer Auftrag für die Kirche in Deutschland und der ganzen Welt. „Unser Herz muss geöffnet sein für die Not in dieser Welt. Ingolstadt kann ein Ort des Aufbruchs sein, wenn wir die wunderbare Botschaft der Heiligen Schrift als Befreiungsgeschichte Gottes mit uns Menschen erleben und so ein Zeugnis in der Gesellschaft geben, damit ein Signal in unser Land ausgeht.“

Auftaktstatement von Kardinal Reinhard Marx zur Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. February 2018 - 19:03

Auf der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, deutliche Fortschritte beim Thema Kirchenfinanzen erreichen. Zu mehr Transparenz und Kontrolle werde er einen konkreten Vorschlag unterbreiten, kündigte er am Montag vor Beginn der Vollversammlung in Ingolstadt an. Zwar dürften die einzelnen Bistümer dem Kirchenrecht zufolge weiterhin souverän über ihre Finanzen entscheiden. Dennoch gebe es auch eine gemeinsame Verantwortung aller Bistümer in Deutschland, sagte Kardinal Marx. Die Bischöfe müssten gemeinsam deutlich machen, dass sie sorgsam mit dem Geld der Gläubigen und dem über Jahrhunderte angesammelten Vermögen der Kirche umgingen. Dies sei seit Jahren ein drängendes Thema. Die Kirche werde auch hierbei bundesweit als Ganzes wahrgenommen.

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer SJ, kündigte eine Neugestaltung des Finanzausgleichs zwischen reichen und armen Bistümern an. Der vor 25 Jahren beschlossene Strukturbeitrag, ein innerkirchlicher West-Ost-Finanzausgleich, laufe aus. Er sei in dieser Form nicht mehr zeitgemäß, weil es auch im Westen finanziell Not leidende Bistümer gebe.

Neben Finanzfragen wollen sich die Bischöfe in der bis Donnerstag dauernden Vollversammlung auch mit dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD beschäftigen. „Wir sind guter Hoffnung, dass endlich eine Regierung in Deutschland wieder an die Arbeit geht“, so Kardinal Marx. Kritik übte er am Kompromiss zum Familiennachzug. Zudem sei die Flüchtlingsthematik zu sehr auf diesen Punkt verkürzt worden. Es gehe aber beispielsweise auch um Entwicklungspolitik: „Das ist vielleicht noch ein wenig ausbaufähig.“

Mit Blick auf den Studientag der Bischöfe am Mittwoch zum Verhältnis zwischen Katholiken in West- und Osteuropa kündigte Kardinal Marx eine Polenreise an. Er wolle dabei auch die neuen Spannungen innerhalb der EU und die unterschiedlichen Meinungen zwischen osteuropäischen und deutschen Bischöfen in politischen Fragen ansprechen. In seiner Rolle als Vorsitzender der EU-Bischofskommission (ComECE) habe er gesehen, wie weit die Sichtweisen zwischen Ost und West auseinander gingen. Notwendig sei es, zuzuhören und die andere Seite zu verstehen.

Quelle: mit kna

Ökumenischer Empfang bei der 68. Berlinale

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. February 2018 - 17:58

Auf die einschneidenden Folgen der Digitalisierung sind Kirchenvertreter beim traditionellen Ökumenischen Empfang anlässlich der 68. Berlinale heute (18. Februar 2018) eingegangen. „Das Kino hat im Zuge der Digitalisierung seine Möglichkeiten, die Bilder zu perfektionieren und für den Zuschauer ein immersives Erlebnis zu schaffen, beträchtlich erweitert“, so der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), in seinem Grußwort. Das Gemeinschaftserlebnis sei im magischen Dunkel des Kinosaals durch nichts zu ersetzen. Zum anderen gebe es in der „Bildindustrie“ die Tendenz zu immer perfekter gestalteten Bildern. Durch die digitale Bearbeitung entferne sich das Bild immer mehr von der Realität. „Die Bilder triumphieren über die Realität“, sagte Bischof Fürst.

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, begrüßte Ehrengast Andreas Veiel beim Ökumenischen Empfang. In einem Gespräch mit dem Film- und Theaterregisseur, der als einer der profiliertesten deutschen Vertreter einer politisch engagierten Kunst gilt, würdigte der Kulturbeauftragte der EKD dessen Arbeit. „Veiels filmisches Schaffen zeichnet sich durch einen ungewöhnlich langen Atem und eine besondere Sensibilität aus. In einer Zeit, in der immer schneller und lauter produziert wird, bewahren sich seine Dokumentarfilme einen menschlichen Blick, der in die Tiefe geht“, sagte Claussen. Veiel hatte im vergangenen Jahr mit einer vielbeachteten Beuys-Dokumentation an der Berlinale teilgenommen.

Die 27. Ökumenische Jury, deren Mitglieder von der Internationalen Kirchlichen Filmorganisation „INTERFILM“ und der Internationalen Katholischen Vereinigung für Kommunikation „SIGNIS“  entsandt wurden, stellte die diesjährige Präsidentin, die Theologin Inge Kirsner (Ludwigsburg), vor. An ihrer Seite stehen in diesem Jahr der Theologe Joachim Opahle (Berlin), der Theologe Jeffrey H. Mahan (Denver, USA), die Journalistin Vesna Andonovic (Mamer, Luxemburg), die Pädagogin Winifred Loh (Singapur) und der Theologe Freek L. Bakker (Voorschoten, Niederlande).

Mit dem Preis der Ökumenischen Jury, der Filme in den Sektionen Internationaler Wettbewerb, Panorama und Forum des Internationalen Jungen Films auszeichnet, werden Filmschaffende geehrt, die in ihren Werken menschliches Verhalten zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht oder das Publikum für spirituelle und soziale Werte sensibilisiert.

Hinweis:
Das Grußwort von Bischof Dr. Gebhard Fürst ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Generalvikar Dr. Franz Jung wird neuer Bischof von Würzburg

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 16. February 2018 - 12:00

Papst Franziskus hat heute (16. Februar 2018) Domkapitular Dr. Franz Jung, bisher Generalvikar im Bistum Speyer, zum neuen Bischof von Würzburg ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten ist.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratuliert dem künftigen Würzburger Bischof und heißt ihn im Kreis der Deutschen Bischofskonferenz willkommen. „Es ist schön, dass das Bistum Würzburg vor einem Ende der Vakanz des Bischöflichen Stuhls steht und Sie die Nachfolge unseres geschätzten Mitbruders Bischof Dr. Friedhelm Hofmann antreten. Sicherlich wird Ihr Weggang aus Speyer ein Verlust sein, aber die Gläubigen des Bistums Würzburg dürfen sich auf ihren neuen Oberhirten freuen“, so Kardinal Marx. Zehn Jahre habe er als Generalvikar in Speyer wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung des Bistums getroffen. „Ich weiß, wie sehr Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Sie, Ihren Dienst und Ihre stete Loyalität schätzt. Nicht nur als Generalvikar mit umsichtiger und weitsichtiger Perspektive haben Sie sich einen Namen gemacht. Ausdrücklich möchte ich Ihr Engagement in den Gremien des Verbandes der Diözesen Deutschlands hervorheben und Ihnen für diesen Dienst danken“, so Kardinal Marx. Der neue Bischof von Würzburg sei ein erfahrener Mann der Verwaltung aber auch der Seelsorge: „Bei aller notwendigen Bürokratie steht für Sie der priesterliche Dienst immer an erster Stelle“, schreibt Kardinal Marx.

Domkapitular Dr. Franz Jung wurde 1966 in Mannheim geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie und Philosophie in Rom. 1992 wurde Franz Jung in Rom zum Priester geweiht und war in Pirmasens und der Speyrer Dompfarrei tätig. 2003 übernahm er die Abteilung „Gemeindeseelsorge“ im Bischöflichen Ordinariat Speyer. 2008 folgte die Wahl zum Domkapitular. Seit 1. Januar 2009 ist Franz Jung Generalvikar im Bistum Speyer.

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2018: Empfehlungsliste veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. February 2018 - 17:33

Die Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat 15 Titel für die diesjährige Empfehlungsliste des Preises ausgewählt. 76 Verlage haben sich mit 280 Büchern am Wettbewerb beteiligt. Die Entscheidung über den Preisträger wird am 15. März 2018 bekanntgegeben.

Die Preisverleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises durch den Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), findet am 24. Mai 2018 im Haus der Geschichte in Bonn statt.

Folgende Bücher hat die Jury, der neben Weihbischof Robert Brahm (Vorsitz), Ute Auweiler (Bergisch Gladbach), Jun.-Prof. Dr. Norbert Brieden (Wuppertal), Gabriele Cramer (Münster), Cornelia Klöter (Leipzig), Bettina Kraemer (Bonn), Elisabeth Wagner-Engert (Ellgau), Dr. Heidi Lexe (Wien), Dr. Klara Asako Sarholz (Bottrop) und Anna Winkler-Benders (Frankfurt) angehören, auf die Empfehlungsliste 2018 gesetzt:

Clémentine Beauvais: Die Königinnen der Würstchen
Carlsen Verlag, Hamburg 2017
Übersetzt von Annette von der Weppen
Ab 13 Jahre

Emmanuel Bourdier: Haselnusstage
Michael Neugebauer Edition, Bargteheide 2017
Illustration von Zaü
Übersetzt von Maren Illinger
Ab 5 Jahre

Ari Folmann, David Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank
S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2017 – Graphic Diary
Übersetzt von Mirjam Pressler, Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Ab 12 Jahre

Zana Fraillon: Wenn nachts der Ozean erzählt
cbt Kinder- und Jugendbuchverlag, München 2017
Übersetzt von Claudia Max
Ab 13 Jahre

Hubert Gaisbauer, Birgitta Heiskel: Franz von Assisi
Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2017
Illustration von Birgitta Heiskel
Ab 6 Jahre

Stefanie Höfler: Tanz der Tiefseequalle
Beltz & Gelberg, Weinheim 2017
Ab 12 Jahre

Gabi Kreslehner, Verena Ballhaus: Duhuu? Hast Du mich lieb?
Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2017
Illustration Verena Ballhaus
Ab 4 Jahre

Mette Eike Neerlin: Pferd Pferd Tiger Tiger
Dressler Verlag, Hamburg 2017
Übersetzt von Friederike Buchinger
Ab 12 Jahre

Alois Prinz: Bonhoeffer – Wege zur Freiheit
Gabriel Verlag, Stuttgart 2017
Ab 16 Jahre

Willy Puchner: Willy Puchners fabelhaftes Meer
G & G Verlagsgesellschaft, Wien 2017
Für alle

Margriet Ruurs, Nizar Ali Badr: Ramas Flucht
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2017
Übersetzt von Ulli und Herbert Günther
Ab 6 Jahre

Andreas Steinhöfel: Rico, Oscar und das Vomhimmelhoch
Carlsen Verlag, Hamburg 2017
Illustration von Peter Schössow
Ab 10 Jahre

Angie Thomas: The Hate U Give
cbt Kinder- und Jugendbuchverlag, München 2017
Übersetzt von Henriette Zeltner
Ab 14 Jahre

Bette Westera: Omas Rumpelkammer
Susanna Rieder Verlag, München 2017
Illustration von Joanne Lew-Vriethoff
Übersetzt von Rolf Erdoff
Ab 8 Jahre

Lauren Wolk: Das Jahr, in dem ich lügen lernte
Carl Hanser Verlag, München 2017
Übersetzt von Birgitt Kollmann
Ab 13 Jahre


Hinweise:

Zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz wird eine Arbeitshilfe „Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2018“ mit ausführlichen Rezensionen zu den Titeln der Empfehlungsliste sowie ein Preisträgerplakat im Format DIN A1 erscheinen. Nähere Informationen hierzu werden bei der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers mitgeteilt.

Die Fotos aller Buchtitel sind in einer Collage im Hoch- und Querformat in hoher Auflösung verfügbar. Sie finden sie zum Herunterladen in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung.

Informationen zur Jury und zur Geschichte des Preises sowie alle Siegertitel inklusive Jurybegründungen seit 1979 finden Sie unter auf der Themenseite „Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis“ (Rubrik Themen – Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz).

Deutsche Bischofskonferenz würdigt Bischof Heinz Josef Algermissen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. February 2018 - 12:14

Bischof Heinz Josef Algermissen, seit 2001 Bischof von Fulda, feiert heute (15. Februar 2018) mit einem Gottesdienst im Hohen Dom zu Fulda seinen 75. Geburtstag. Bei einem Festakt würdigte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), seinen Mitbruder als glaubensfest. Es gebe manches, was Bischof Algermissen mit seinem frühesten Vorgänger als Bischof von Fulda, dem heiligen Bonifatius, unmittelbar verbinde: „Die Standhaftigkeit im Glauben gehört dazu, der Mut zur Glaubensweitergabe, zur Mission, und nicht zuletzt der Einsatz für das Ganze der Kirche in Deutschland“, so Bischof Bode.

Die Deutsche Bischofskonferenz sei dankbar für sein Wirken und die deutschen Bischöfe fühlten sich wohl, wenn sie sich zu ihren Herbst-Vollversammlungen am Grab des heiligen Bonifatius versammelten. Bischof Algermissen sei in Fulda heimisch geworden. „Dein Wort wird geschätzt in Kirche und Gesellschaft, in der Stadt Fulda, aber auch bei Deinen Pastoralvisitationen, Firmreisen und bei den ungezählten Vorträgen, die Du gerne und engagiert weit über das Bistum hinaus hältst.“ Bischof Bode hob den Einsatz seines Mitbruders in der Deutschen Bischofskonferenz hervor, wozu insbesondere die Mitgliedschaft in der Liturgiekommission, in der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und der Ökumenekommission zählen, deren stellvertretender Vorsitzender er ist.

Bischof Algermissen sei ein Mann der Glaubensstärke, der mutig das christliche Zeugnis in der Öffentlichkeit vertrete, betonte Bischof Bode. „Seine klaren Positionen schätzen wir, gerade auch dann, wenn es ihm – ein Herzensanliegen – um den Schutz des ungeborenen Lebens geht, aber auch um das Leben bis zuletzt, bis zum Tod.“ Gleichzeitig sei der Bischof von Fulda Seelsorger, Priester und Bischof, der auf die Menschen zugehe. „Das Bistum Fulda darf sich glücklich schätzen, dass es Bischof Heinz Josef gelungen ist, gerade in seiner Anfangszeit manches, was auseinanderzudriften drohte, wieder zusammenzuführen“, sagte Bischof Bode. Mit Blick auf das bischöfliche Leitwort, „Der Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“ (2 Kor 4,7), das Bischof Algermissen präge, hob Bischof Bode hervor: „Wir danken Dir, dass Du den Schatz des Glaubens weiterträgst. Wir danken Dir, dass Du die Botschaft des Evangeliums in allen Unzulänglichkeiten der Kirche immer wieder mit neuem Elan und überzeugend nach vorne gebracht hast. Wir danken Dir, dass Du das glaubwürdige Zeugnis einer christlichen Existenz lebst.“

Hinweis:

Das Grußwort von Bischof Dr. Franz-Josef Bode ist als pdf-Datei untenstehend zum herunterladen verfügbar.

Kirchen laden zur ökumenischen Woche für das Leben 2018 ein

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. February 2018 - 9:40

Vom 14. bis 21. April 2018 findet die diesjährige ökumenische Woche für das Leben statt. Sie steht unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ und lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Methoden der Pränataldiagnostik ein. Zur Woche für das Leben laden die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz ein. Der Gottesdienst zur bundesweiten Eröffnung wird am Samstag, 14. April 2018, um 11.00 Uhr im Dom St. Peter zu Trier mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, sowie dem Bischof von Trier, Bischof Dr. Stephan Ackermann, und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, gefeiert.

Seit 1994 ist die Woche für das Leben die ökumenische Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland für die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen. Die Aktion, die immer zwei Wochen nach Ostersamstag beginnt und sieben Tage dauert, will jedes Jahr Menschen in Kirche und Gesellschaft für den Lebensschutz sensibilisieren.

Im Vorwort zum Themenheft der diesjährigen Woche für das Leben schreiben Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm von der „Kehrseite“ der diagnostischen Möglichkeiten und davon, „dass Frauen und Paare gerade zu Beginn einer Schwangerschaft einem inneren oder auch äußeren Druck ausgesetzt sind“. Müttern und Vätern begegne zuweilen eine gesellschaftliche Mentalität, „die das neugeborene Leben nach anderen Kriterien bemisst. Etwa wenn es heißt, dass ein mit Krankheit oder Behinderung geborenes Kind ‚heute nicht mehr nötig‘ sei.“ Eine solche Haltung werde durch die diagnostischen Möglichkeiten in der vorgeburtlichen Phase unterstützt und bringe Frauen und Paare oft in tiefe Konflikte. „Jedem Kind kommt die gleiche Würde zu, unabhängig von allen Diagnosen und Prognosen“, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm. „Jedes Kind ist ein Bild Gottes und wird von ihm geliebt.“ Die Kirchen ermutigen Eltern dazu, ihr Kind ohne Vorbehalt anzunehmen: „Ja, du bist unser Kind!“ Sie bieten Möglichkeiten der Unterstützung, Beratung und Begleitung an, die Eltern in Krisensituationen in Anspruch nehmen können.

Die Woche für das Leben präsentiert sich 2018 in einem neuen und frischen Layout. Das Hauptmotiv der Aktion zeigt zwei lachende Mädchen. Die ältere der beiden Schwestern trägt die jüngere – ein Kind mit Down-Syndrom – auf dem Rücken. Auf der neu gestalteten Internetseite www.woche-fuer-das-leben.de steht das aktuelle Logo der Aktion im Mittelpunkt. Der moderne und dynamische Schriftzug „Woche für das Leben“ in einem klaren Blau und kräftigen Orangerot steht dabei für Lebendigkeit; zudem findet sich in der Bildmarke sowohl ein stilisiertes Kreuz als auch ein Mensch. Im Themenheft zur Aktion kommen katholische und evangelische Experten zu Wort, die Pränataldiagnostik aus medizinischen, ethischen und sozialen Perspektiven erläutern. Außerdem haben sich Menschen mit Down-Syndrom vom Magazin „Ohrenkuss“ in einem Workshop mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch beschäftigt und berichten über ihre Eindrücke und Sorgen in einem Interview. Elemente für einen ökumenischen Gottesdienst als Vorschlag für Kirchengemeinden ergänzen die Broschüre.

Interessierte aus Kirchengemeinden, Verbänden und Organisationen können über die Internetseite www.woche-fuer-das-leben.de Informationen und Materialien zur Woche für das Leben kostenfrei bestellen. Verfügbar sind das Themenheft, Motivplakate in DIN A3 und DIN A4 sowie eine Plakatvariante mit Freifeld zum Eindrucken von Veranstaltungshinweisen sowie zwei unterschiedlich gestaltete Postkarten (gebündelt zu 20 Stück), die sich zum Auslegen an Schriftenständen, in Kirchen oder Institutionen eignen. Alle Materialien stehen auch als Download bereit.

Kirchen bei der Berlinale: Die 27. Ökumenische Jury stellt sich beim Ökumenischen Empfang vor

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. February 2018 - 14:42

Mit einer internationalen Ökumenischen Jury und einem Empfang sind die evangelische und katholische Kirche wieder auf den 68. Internationalen Filmfestspielen Berlin vertreten, die vom 15. bis 25. Februar 2018 stattfinden. Über die Internationale Kirchliche Filmorganisation INTERFILM und die Internationale Katholische Vereinigung für Kommunikation SIGNIS  entsenden sie in diesem Jahr:

  • Inge Kirsner, Jurypräsidentin, Theologin (Deutschland)
  • Joachim Opahle, Theologe (Deutschland)
  • Jeffrey H. Mahan, Theologe (USA)
  • Vesna Andonovic, Journalistin (Luxemburg)
  • Winifred Loh, Pädagogin (Singapur)
  • Freek L. Bakker, Theologe (Niederlande).

Die Jury stellt sich vor beim traditionellen Ökumenischen Empfang anlässlich der Berlinale am 18. Februar 2018, 18.00 Uhr, im Haus der EKD am Gendarmenmarkt in Berlin. Das Grußwort spricht Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Im Anschluss daran findet ein Gespräch statt mit Pastor Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Andreas Veiel, Regisseur.

Der Ökumenische Empfang findet statt
am 18. Februar 2018, 18.00 Uhr,
im Haus der EKD am Gendarmenmarkt,
Charlottenstraße 53/54,
10117 Berlin.

Eine Anmeldung ist per E-Mail bei der Pressestelle der EKD möglich unter presse(at)ekd.de.

Leitbild der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. February 2018 - 11:36

Zum Abschluss eines breit angelegten Diskussionsprozesses hat die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk heute (13. Februar 2018) ein neues Leitbild vorgelegt. In knapper Form wird darin programmatisch formuliert, worin die Idee und der Auftrag des Förderwerks bestehen. Das Leitbild versteht sich als ein wichtiger Markstein in der Entwicklung der katholischen Begabtenförderung in Deutschland und zugleich eine Wegweisung für die Zukunft.

Der Text des Leitbildes ist das Ergebnis der Arbeit einer Kommission, in der neben dem Vor-stand und der Leitung des Cusanuswerk e. V. sowie dem Vorsitzenden der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz alle Gruppen vertreten waren, die an der Arbeit des Cusanuswerks teilhaben. Dazu zählen aktuell geförderte und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks – einschließlich der Gründergeneration, vertreten durch den früheren Bundesforschungsminister Prof. Dr. Dr. h. c. Heinz Riesenhuber –, die Auswahlgremien, die Katholische Hochschulpastoral, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Geistlichen Begleiterinnen und Begleiter im Bildungsprogramm des Cusanuswerks – sie alle wirkten mit am neuen Leitbild. „Die gemeinsame Entwicklung des Leitbildes überzeugt nicht nur im Resultat“, so der Vorsitzende des Beirats, Prof. Dr. Peter Funke: „Es war zudem für alle auch im Beirat vertretenen Gruppen ein ganz wichtiger Prozess der Selbstvergewisserung und Neuorientierung.“

„Mit den Leitlinien vergewissert sich das Cusanuswerk seines Auftrags, festigt und erneuert seine Prinzipien und stellt sich der Öffentlichkeit vor. Unser Selbstverständnis ist uns Verpflichtung“, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Paul Kirchhof, der die Leitung der Kommission innehatte.

Das Cusanuswerk, so heißt es im Text des Leitbildes, habe den Auftrag, „herausragend begabte katholische Studierende und Promovierende“ zu fördern. „Die Geförderten sollen befähigt werden, ihre Talente und ihr Gestaltungsvermögen in christlicher Verantwortung dort einzubringen, wo die Zukunft des Gemeinwesens entschieden wird: in Staat, Gesellschaft und Familie, Wissenschaft und Kirche, Wirtschaft, Kultur und Medien.“ Das Cusanuswerk verstehe sich als „Ort der Kirche“ und sei sich „der Bedeutung des christlichen Glaubens für das Gelin¬gen einer freiheitlichen Gesellschaft bewusst“. „Die Geförderten des Cusanuswerks“, so der Schlusssatz des Leitbildes, „wollen in christlichem Verantwortungsbewusstsein der Kirche und der Welt dienen.“

Der Vorsitzende der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster), äußerte sich erfreut über das neue Leitbild: „Auf prägnante Weise beschreibt es den hohen Anspruch unseres Begabtenförderungswerks – es steht für wissenschaftliche Exzellenz, Glaubenszeugnis und Verantwortungsbewusstsein.“

Das Leitbild markiert Eckpunkte für die drei Handlungsfelder der Begabtenförderung: die Auswahl, die Förderung sowie die Ehemaligen- und Netzwerkarbeit. Bei der Auswahl achte man v. a. darauf, dass die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten „ihren christlichen Glauben leben, in ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl handeln und hervorragende akademische Leistungen erwarten lassen.“ Das umfassende interdisziplinäre Bildungsprogramm, das die Geförderten absolvieren, und die vielfältigen geistlichen Angebote, die das Cusanuswerk seinen Stipendiatinnen und Stipendiaten macht, fördern „die Entfaltung der Persönlichkeit“ eines jeden der jungen Menschen in besonderer Weise.

Ein Fokus liegt zudem darauf, dass sich die verschiedenen Stipendiatengenerationen miteinander austauschen und vernetzen. „Dadurch entstehen an vielen Orten in Deutschland Kraftzentren cusanischen Engagements, die positiv ausstrahlen in die Gesellschaft“, so der Generalsekretär des Cusanuswerks, Dr. Thomas Scheidtweiler. Der Leiter des Cusanuswerks, Prof. Dr. Georg Braungart, fasst zusammen: „Das ist die Magna Charta bischöflicher Begabtenförderung in Deutschland: prägnant erfasster Konsens aus jahrzehntelanger Erfahrung und Programm für eine Zukunft, in der Intellektualität und katholischer Glaube aufs Schönste zusammenwirken.“


Hintergrund

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit staatlichen, kirchlichen und privaten Zuwendungen hat das Cusanuswerk bereits mehr als 8000 hochbegabte katholische Studierende und Promovierende gefördert – ideell und finanziell. Cusanerinnen und Cusaner tragen mit fachlicher Exzellenz und herausragendem Engagement zum Gemeinwohl bei, ein Leben lang und vielfach in besonders verantwortungsvollen Positionen von Kirche und Gesellschaft, von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Das Cusanuswerk wurde 2015 von der European Foundation for Quality Management mit dem Zertifikat „EFQM Committed to excellence – 2 stars“ ausgezeichnet.

Hinweis:

Das Leitbild der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk ist untenstehend zum herunterladen verfügbar.

Weihbischof Ansgar Puff bei der internationalen Konferenz der Santa Marta Group im Vatikan

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. February 2018 - 12:18

Heute (Freitag, 9. Februar 2018) ist in der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan die fünfte internationale Konferenz der Santa Marta Group zu Ende gegangen. Verantwortungsträger aus Kirche und Polizei, Ordensschwestern, Vertreter der Zivilgesellschaft sowie weitere Fachleute und Praktiker tauschten sich über ihre Erfahrungen im Kampf gegen „moderne Sklaverei“ aus. Im Fokus standen verschiedene Strategien zur Prävention von Menschenhandel und zum Schutz der Opfer. Für die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz nahm Weihbischof Ansgar Puff (Köln) an der Konferenz teil. Unter den insgesamt 130 Delegierten aus über 30 Ländern waren auch zwei Vertreter des Bundeskriminalamts und eine Ordensschwester der Frauenrechtsorganisation SOLWODI aus Berlin. Geleitet wird die Santa Marta Group von Kardinal Vincent Nichols (Westminster), dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von England und Wales.

Weihbischof Ansgar Puff zeigte sich beeindruckt von den starken Netzwerken, die mit Hilfe der Santa Marta Group entstanden sind: „Von dieser Konferenz geht eine klare Botschaft aus: Um Menschenhandel wirksam zu verhindern und den Opfern zu helfen, müssen staatliche, kirchliche und zivilgesellschaftliche Akteure eng zusammenarbeiten – einer allein kann dieser Aufgabe nicht gerecht werden.“ Zugleich erinnerte der Weihbischof an die Situation in Deutschland: „Auch in unserem Land fristen Menschen ein Dasein als Sklaven. Ich denke etwa an die Frauen, die inmitten unserer Gesellschaft sexuell ausgebeutet werden. Viele Zwangsprostituierte sind als Migrantinnen in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis gefangen. Oft sind es Ordensschwestern und kirchliche Sozialarbeiterinnen, die diesen entrechteten Frauen mit großer Empathie beistehen, ihnen ihre Würde zurückgeben und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleiten. Der Platz der Kirche ist an der Seite der Schutzlosen, Versklavten und Ausgebeuteten. Wir nehmen die Perspektive der Opfer ein und verleihen jenen eine Stimme, die allzu oft überhört werden. Unser Ziel muss nicht weniger als ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel sein: Kein Mensch darf als Ware oder Gebrauchsgegenstand betrachtet werden.“

Bei der Gründungskonferenz der Santa Marta Group im April 2014 hatte Papst Franziskus die Weltgemeinschaft aufgerufen, durch „gemeinsame und effektive Strategien“ dafür zu sorgen, dass „überall auf der Welt Männer und Frauen nicht mehr als Mittel zum Zweck missbraucht werden und ihre unantastbare Würde geschützt wird“. In einer Abschlusserklärung hatten sich die Teilnehmer dazu verpflichtet, sich in ihren Ländern und Organisationen für die Verwirklichung dieses Ziels einzusetzen. Wie bereits im Oktober 2016 konnten die Mitglieder der Santa Marta Group Papst Franziskus nun von Fortschritten und Herausforderungen bei der Bekämpfung des Menschenhandels berichten. In seiner Ansprache sagte der Papst: „Initiativen zur Bekämpfung des Menschenhandels, die konkret darauf abzielen, kriminelle Strukturen zu zerschlagen, müssen sich zunehmend mit umfassenderen Fragen befassen. Dazu zählen beispielsweise der verantwortungsvolle Einsatz von Technologien und Kommunikationsmedien, ganz zu schweigen von den ethischen Zusammenhängen der Modelle wirtschaftlichen Wachstums, die den Profit über die menschliche Person stellen.“ Papst Franziskus forderte eine bessere Unterstützung der Opfer moderner Sklaverei, die Wiedereingliederung in die Gesellschaft und die Rückgewinnung der Menschenwürde.

Im Rahmen der diesjährigen Konferenz wurde auch der „Internationale Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel“ mit einem Gottesdienst im Petersdom begangen.  Papst Franziskus hatte den neuen Weltgebetstag gegen Menschenhandel 2015 eingeführt und den Todestag der sudanesischen hl. Josephine Bakhita (8. Februar) als Datum bestimmt. Die 1868 geborene Bakhita wurde als junges Mädchen verschleppt und versklavt. Nach ihrer Befreiung ließ sie sich in Italien taufen und schloss sich dem Orden der Canossa-Schwestern an. 2000 sprach Papst Johannes Paul II. Josephine Bakhita heilig.


Hintergrund

Laut den „Global Estimates of Modern Slavery”, die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Walk Free Foundation in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) erstellt werden, lebten 2017 mehr als 40 Mio. Menschen in einer Form von moderner Sklaverei (vor allem sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung). Mehr als zwei Drittel der Opfer waren Frauen.

Papst Franziskus hat den Kampf gegen Menschenhandel und andere Formen der Sklaverei zu einem Schwerpunktthema erhoben. Im Dezember 2014 unterzeichnete er gemeinsam mit hochrangigen Vertretern anderer Religionsgemeinschaften im Vatikan eine Erklärung, die dazu aufruft, die „moderne Sklaverei weltweit bis 2020 und für alle Zeiten abzuschaffen“.

Die katholischen Organisationen, die sich in Deutschland im Kampf gegen den Menschenhandel engagieren, haben sich 2014 auf Anregung der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz in der „Arbeitsgruppe Menschenhandel“ zusammengeschlossen. Neben dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und dem Katholischen Büro in Berlin sind in der Arbeitsgruppe der Deutsche Caritasverband e. V., die Deutsche Kommission Justitia et Pax, das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und die Frauenrechtsorganisation SOLWODI vertreten. Zudem wird durch das von der Diakonie getragene Fraueninformationszentrum Stuttgart eine ökumenische Perspektive eingebracht.

Weitere Informationen sind unter http://weltkirche.katholisch.de/Themen/Menschenhandel bzw. http://santamartagroup.com verfügbar.

Kardinal Marx würdigt Metropolit Augoustinos

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. February 2018 - 9:11

Der Metropolit der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Deutschland, Augoustinos Labardakis, wird heute 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die ökumenischen Verdienste von Metropolit Augoustinos. „Die katholische Kirche in Deutschland ist Ihnen dankbar für Ihren aufopferungsvollen Dienst und das aus christlicher Überzeugung gelebte ökumenische Zeugnis, das Sie geben. Ich danke Ihnen für die guten Beziehungen, unseren brüderlichen Austausch und das offene Wort, das wir pflegen“, schreibt Kardinal Marx in einem Glückwunschbrief.

Metropolit Augoustinos kenne Deutschland schon seit jungen Jahren. Seit über drei Jahrzehnten leite er die Metropolie, um deren Aufbau und Organisation er sich verdient gemacht habe. Auch sei es ein besonderes Anliegen von Metropolit Augoustinos, sich für die Integration der in Deutschland lebenden orthodoxen Christen einzusetzen. Kardinal Marx würdigt den Einsatz von Metropolit Augoustinos für die Förderung der Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. „Ihr Herzensanliegen ist der Dialog sowohl mit der Deutschen Bischofskonferenz, als auch mit der Evangelischen Kirche in Deutschland.“ In der Gemeinsamen Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz pflege Augoustinos das theologische Gespräch und baue ökumenische Brücken. Seitdem er mit der Gründung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland 2010 den Vorsitz übernommen habe, stehe Augoustinos mehr als schon zuvor in der Verantwortung, die Einheit der Orthodoxen Kirche in Deutschland zu stärken.

Kardinal Marx schreibt in seinem Glückwunschbrief weiter: „Die Deutsche Bischofskonferenz dankt Ihnen für Ihren Einsatz. Wir schätzen uns glücklich, in Ihnen nicht nur einen Verfechter der Ökumene zu sehen, sondern auch eine Persönlichkeit, die die Stimme der orthodoxen Christen zu Gehör in unserem Land bringt.“

Multimediales Volontariat an der katholischen Journalistenschule ifp

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 5. February 2018 - 10:24

Regierungsbildung in Berlin, Papstreise nach Südamerika, Seenotrettung im Mittelmeer: Wo es etwas zu berichten gibt, sind Absolventen der katholischen Journalistenschule ifp (Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V.) dabei. Sie blicken hinter die Kulissen des Kanzleramts, begleiten Krisenhelfer bei der Arbeit und sprechen mit denen, die öffentlich wenig Gehör finden. Dafür sind solides Handwerk notwendig, eine gestandene Persönlichkeit und ethische Leitlinien. All dies lernen angehende Journalisten im Volontariat beim ifp. Bewerbungsschluss für die nächste Ausbildungsrunde ist der 1. März 2018.

Redaktion und Journalistenschule

Die Volontäre werden multimedial ausgebildet und nach Tarif bezahlt. In ihren Redaktionen arbeiten sie an den jeweiligen Publikationen mit. Hinzu kommen drei Monate Praktikum bei einem anderen Medium. In den Seminaren beim ifp mit einer Gesamtdauer von zwei Monaten vermitteln erfahrene Referenten die journalistischen Grundlagen. Am Ende steht den Volontären der Weg in alle Medien offen. „Volo bei einer Nachrichtenagentur, Praktika im Lokaljournalismus, Hörfunk- und Videokurse, Austausch mit erfahrenen Kollegen und ein geistlich-spirituelles Angebot – beim ifp kann ich mein ganz eigenes journalistisches Profil entwickeln“, sagt Volontärin Dana Kim Hansen. Und ihr Kollege Sebastian Kirschner ergänzt: „Ich bin jedes Mal wieder über das Netzwerk erstaunt, wenn ich sehe, wer alles beim ifp war.“

Mentorenprogramm, Sprechtraining und persönliche Begleitung

Zusatzangebote wie ein Mentorenprogramm, Journalistenreisen oder Sprechtraining erweitern die Kompetenzen der Volontäre. „Medien müssen sich das Vertrauen der Menschen immer wieder erarbeiten. Dazu braucht es einen qualitätsorientierten Journalismus. Den gibt es nur mit einer guten Ausbildung. Das ifp leistet diese erfolgreich seit 50 Jahren“, erklärt Bernhard Remmers, Journalistischer Direktor der Katholischen Journalistenschule. Zentral ist die individuelle Begleitung der Volontäre: „So findet jeder seinen persönlichen Weg in den Beruf“, sagt Studienleiter Burkhard Schäfers.


Hinweise:

Weitere Informationen zum Volontariat gibt es unter www.journalistenschule-ifp.de. Die Volontäre bloggen unter http://voloblog.journalistenschule-ifp.de.
Kontakt und Informationen zum Volontariat: Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp), Studienleiter Burkhard Schäfers, Telefon: 089/549103–16, E-Mail: schaefers(at)journalistenschule-ifp.de.

8. Künstlerisches Werkstattgespräch in Siegburg

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. February 2018 - 13:13

Unter dem Leitwort „Begegnung mit dem ANDEREN in Dichtung und Kirche“ findet derzeit in der Abtei Michaelsberg / Katholisch-Soziales Institut in Siegburg das achte künstlerische Werkstattgespräch statt. Es wird von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) veranstaltet und endet morgen (Samstag, 3. Februar 2018). Seit 1995 sucht die Reihe „Künstlerische Werkstattgespräche“ den Dialog zwischen Kirche und Kunst in wechselnden Kultursparten.

Die Tagung geht von dem Literatur und Theologie Verbindenden aus, um das Andere und das Fremde zur Sprache zu bringen. Die Tagungsteilnehmer diskutieren über die Spannung von Fremdheitserfahrung und Identitätsfindung in der Literatur sowie über ihre Zusammenhänge und Differenzen zur Rede von Gott in Theologie und Liturgie. Dabei fragten sie nach gelingendem Erzählen angesichts unterschiedlichster Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung und nach einem angemessenen Sprechen von Transzendenz, das nicht banal oder überkomplex und doch verständlich wie zeitgemäß bleibt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, stellte die Frage, wie der Mensch heute mit dem jeweils anderen umgehe. Dabei müsse man für das gegenseitige Verstehen des Anderen werben, um aus Fremdheit Vertrauen wachsen zu lassen: „Letztlich geht es im mitmenschlichen Tun und im gesellschaftlichen Handeln immer um Kommunikation. Das gilt auch für die Kirche, die ein zutiefst kommunikatives Geschehen mit Gott ist. Im Hören und Sprechen mit Gott kann ich ihn erkennen. Im Hören auf den Anderen, kann ich – trotz möglicher Fremdheit und Unsicherheit – den anderen erfahren.“ Gerade deshalb sollten Predigten keine abgeschlossenen Abhandlungen sein, sondern immer offen für Begegnung. „Wir brauchen Texte und Worte, die neugierig machen und die uns anspornen, uns auf die Suche nach dem Anderen zu begeben“, so Kardinal Marx. Dabei könne man vielleicht nicht alles mit Worten sagen, auch nicht in der Literatur. „Aber man kann Worte so formulieren und nach ihnen suchen, dass sie helfen, das Unaussprechliche auszusprechen.“

Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK, stellte heraus: „Die Gegenwartsliteratur hat uns in der vergangenen Zeit viele Texte des Ringens um Worte angesichts einer Suche nach Gott geschenkt. Ich sage bewusst geschenkt, denn ich empfinde es als Gabe, dass die Gottesfrage und der Gotteszweifel viele Autorinnen und Autoren nicht loslassen und in ihren Werken einen sprachlichen Ausdruck finden.“ Dies geschehe nicht im Sinne eines affirmativen Sprechens, als vielmehr im Modus des Tastens, des Zweifelns und Suchens und sei für ihn, so Sternberg, die angemessenste Form, heute von religiösen Erfahrungen und einer Hoffnung auf Transzendenz zu sprechen.

Das künstlerische Werkstattgespräch widmet sich dem theoretischen Diskurs und dem praxisbezogenen Erleben der Kunst. Damit entsteht der typische Werkstatt-Charakter. Wichtige Bestandteile sind Lesungen, Impulsreferate, Diskussionen und Gottesdienste. Unter den rund 50 Teilnehmenden waren neben Bischöfen und Vertretern des ZdK unter anderem auch Autoren, Literaturwissenschaftler, Buchblogger, Lyriker, Slammer, Storyteller und Verleger.

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