Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum

Subscribe to Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum feed Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum
Aktuelle Meldungen
Updated: 1 hour 49 min ago

Katholischer Medienpreis 2017

24. July 2017 - 11:59
Der Katholische Medienpreis wird am 16. Oktober 2017 in Bonn verliehen. Die Jury des Medienpreises hat erstmalig in den Kategorien „Elektronische Medien“ und „Printmedien“ jeweils drei Beiträge als preiswürdig nominiert. Die von der Jury aus den Nominierten ausgewählten Preisträger werden beim Festakt bekanntgegeben. Den Nominierten, die den Preis nicht erhalten haben, wird eine Urkunde verliehen, die die „Auszeichnung journalistisch WERTvoll“ ersetzt. Der Katholische Medienpreis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert und wird in den Kategorien „Elektronische Medien“ und „Printmedien“ vergeben. Erstmals wird auch ein mit 2.000 Euro dotierter „Sonderpreis der Jury“ verliehen. Mit dem Sonderpreis können Journalisten beispielsweise für ein innovatives, ungewöhnliches Format (speziell im Bereich Online), für einen bemerkenswerten Essay oder Kommentar, für ihr Lebenswerk oder andere besondere journalistische Verdienste ausgezeichnet werden. Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. „Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und
gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“, hieß es in der diesjährigen Ausschreibung.

Die Jury des Katholischen Medienpreises besteht aus sechs Personen und wird vom Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), geleitet. Die weiteren Mitglieder sind Albert Herchenbach (ehemaliger Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Wolfgang Küpper (Redaktionsleiter Bayerischer Rundfunk Religion und Orientierung, München), Stefan Kläsener (Chefredakteur im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, Flensburg), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg) und Frank Windeck (Konrad-Adenauer-Stiftung, Bonn).

Nominierungen der Jury in der Kategorie Printmedien Lena Niethammer ist für ihren Artikel „Sieht mich jemand?“ nominiert, der am 29. Oktober 2016 in „Der Tagesspiegel“ erschienen ist. Die Autorin schreibt die Geschichte eines vereinsamten Mannes, der sich nichts mehr ersehnt als Kontakt zu anderen Menschen. Sie ist auf eine Anzeige dieses Mannes aufmerksam geworden und hat ihn ein halbes Jahr lang begleitet. Die Geschichte zeigt, warum es für manche Menschen fast aussichtlos ist, sich aus ihrer Isolation zu befreien, auch wenn sie immer wieder einen neuen Anfang wagen. Claas Relotius ist nominiert für „Königskinder“, erschienen am 9. Juli 2016 in „Der Spiegel“. In seinem Artikel erzählt der Autor die Geschichte von Alin und Ahmed, die sich nach einem Zuhause sehnen. Sie wollen nach Deutschland, das ihnen wie das Paradies erscheint, ein Land, in dem angeblich eine gütige Königin regiert, von der sie nur den Namen kennen: Angela Merkel. Die Reportage deckt nicht nur die unmenschlichen Zustände auf, in denen Flüchtlingskinder in der Türkei leben, sie zeigt auch, wie eine ganze Generation um ihre Zukunft gebracht wird. Björn Stephan ist für seinen Beitrag „Klassenunterschied“ nominiert, der am 15. Juli 2016 im „Süddeutsche Zeitung Magazin“ erschienen ist. In Deutschland soll jedes Kind die gleichen Chancen bekommen. Doch wie stark hängt die Leistung eines Schülers von seiner Herkunft ab – und wie stark vom Unterricht? Das SZ-Magazin hat ein Schuljahr lang zwei sehr verschiedene erste Klassen in Berlin begleitet. Ein einfühlsames und intensives Porträt von Kindern und ihren Lehrerinnen an der Jens-Nydal-Schule und der Reinhardswaldschule, die beide im Bezirk Kreuzberg liegen, zwischen denen jedoch eine tiefe, unsichtbare Kluft liegt.
Nominierung der Jury in der Kategorie Elektronische Medien Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier sind für ihren Beitrag „Nordstadtkinder“ nominiert, der am 9. Mai 2016 im „WDR Fernsehen“ ausgestrahlt wurde. Der Beitrag handelt von einer von Abschiebung bedrohten Familie, die seit fünf Jahren in Dortmund lebt. Es ist ein Asylthema, das sehr nah in die Welt von Kindern, deren Familien mit Abschiebung rechnen müssen, hineinführt. Der Film wertet nicht, er stellt sehr neutral dar. Dabei kommt er ganz ohne Off-Text aus. Manuel Daubenberger und Lara Straatmann sind für „Nach 30 Jahren ein Zuhause. Eine Romreise mit Folgen“, ausgestrahlt im „NDR Fernsehen“ am 30. Januar 2017, nominiert. In dem Beitrag sind Obdachlose keine „Penner“, sondern Menschen. Zwei von ihnen werden zu einer Audienz beim Papst begleitet. Der Zuschauer kann sehen, welche dramatische Änderung das Leben der beiden nach der Romreise nimmt. Jeanne Turczynski ist für ihren Beitrag „Risiko Spätabbruch. Eine Entscheidung zwischen Leben und Tod“ nominiert, der am 22. September 2016 im „Bayerischen Rundfunk radioThema, Bayern 2“ ausgestrahlt wurde. An vier konkreten Fällen zeigt die Hörfunksendung, in welche Gewissenskonflikte Betroffene geraten, wenn während der Schwangerschaft ein „Defekt“, etwa das Down-Syndrom, diagnostiziert wird. Statt Unterstützung und Begleitung zu erhalten, werden sie oft alleingelassen. Die Autorin trifft mit ihrer Sendung den Kern einer gesellschaftlichen Entwicklung, die der Selektion menschlichen Lebens in Theorie und Praxis immer mehr Platz einräumt.
Sonderpreis der Jury Christina Fee Moebus wird für die Crossmedia-Serie „Der Gespenster-Schiff-Prozess“, die am 26., 27. und 28. September 2016 im Internet des Nordwestradios veröffentlicht wurde, mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Das crossmediale Projekt von „Radio Bremen“ versucht mit guter Bildsprache und dokumentarischem Ton, eine Art Lokalreport über die Vorfälle in Bremerhaven zu Beginn des Schreckensregiments der Nationalsozialisten zu rekonstruieren. Dabei wird klar: Es gab viele Ohren- und etliche Augenzeugen, die die Folter an den Verhafteten miterlebten. Daher musste das „Gespensterschiff“, ein außer Dienst gestelltes Marineboot aus dem Ersten Weltkrieg, in ein außerhalb gelegenes Hafenbecken verlegt werden, damit sich Anwohner nicht mehr über die Schreie der Gefolterten beschwerten. In kurzen Sequenzen behandelt Christina Fee Moebus den Prozess in der Nachkriegszeit, die Erinnerung eines Opfers und den Rechtfertigungsversuch eines Haupttäters. Es ist ein zeitgemäß aufbereitetes Stück lokaler Erinnerungskultur, frei von moralisierender Kommentierung. Die Jury möchte die originelle Umsetzung bei spärlichen Foto- und Filmquellen ebenso würdigen wie den Ansatz, die Grausamkeiten der NS-Zeit in eine Nachbarschaft zurückzuholen, die sich damals hilflos und passiv zeigte.

Hinweise: Die Jurybegründung zur Preisträgerin des „Sonderpreises der Jury“ ist untenstehend als pdf-Datei sowie auf der Initiativen-Seite Katholischer Medienpreis verfügbar. Fotos der Nominierten und der Preisträgerin des „Sonderpreises der Jury“ in Druckqualität können den Medien auf Anfrage per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen auf der Initiativen-Seite Katholischer Medienpreis verfügbar.

Kirchenstatistik 2016

21. July 2017 - 11:21
Die 27 deutschen (Erz-)Bistümer und die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichen heute (21. Juli 2017) die aktuelle Kirchenstatistik für das Jahr 2016. Die Katholiken machen in Deutschland 28,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (23.581.549 Kirchenmitglieder).

Aufgrund von Strukturveränderungen in den Bistümern ist die Zahl der Pfarreien auf 10.280 (2015: 10.817) zurückgegangen. In den Pfarreien sind 13.856 Priester (2015: 14.087) sowie 3.296 Diakone (2015: 3.304) tätig. Hinzu kommen 3.200 Pastoralreferentinnen und -referenten sowie 4.537 Gemeindereferentinnen und -referenten.

Während der Gottesdienstbesuch mit 10,2 Prozent leicht zurückgegangen ist (2015: 10,4 Prozent), hat die Zahl der Taufen erneut mit 171.531 leicht zugenommen (2015: 167.226). Die kirchlichen Trauungen liegen bei 43.610 (2015: 44.298). Auch hinsichtlich des Empfangs der anderen Sakramente gibt es einen leichten Rückgang. Die Eintritte in die katholische Kirche liegen bei 2.574 (2015: 2.685), die Wiederaufnahmen bei 6.461 ohne größere Schwankungen zum Vorjahr. Wie bereits 2015 ist auch in 2016 die Zahl der Kirchenaustritte zurückgegangen. Sie liegt bei 162.093 Personen (2015: 181.925).

Zur Statistik erklärt der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ: „Wir freuen uns, dass fast ein Drittel der Bevölkerung unseres Landes zur katholischen Kirche gehört. Eine große Zahl dieser Mitglieder ist aktiv in den Pfarrgemeinden, in Verbänden und in sozial-caritativen Einrichtungen tätig. Gerade für dieses Engagement sind wir dankbar. Oft geschieht es ehrenamtlich, unauffällig, ohne die große Bühne. Wir leisten viel für die Menschen und ihre Lebensorientierung, für unser Land und für die Weltkirche. Ich denke dabei beispielsweise an die große Flüchtlingshilfe im Jahr 2016: Allein 127,7 Millionen Euro Sondermittel konnten wir in den Bistümern, durch die  Hilfswerke und auf weiteren Wegen für diese Arbeit bereitstellen. Auch das ist eine Wirklichkeit von Kirche.

Mit Blick auf die Zahlen spüren wir, dass – auch bedingt durch demographische Entwicklungen – die Zahlen der gespendeten Sakramente leicht rückläufig sind, bei der Taufe jedoch im zweiten Jahr in Folge ein Plus zu verzeichnen ist. Das zeigt: Es gibt nicht nur Interesse an der Kirche, es gibt den lebendigen Wunsch, in dieser Kirche verankert zu sein.

Leider haben uns 2016 erneut viele Menschen verlassen, in dem sie aus der Kirche ausgetreten sind. Auch diese Zahl ist erneut leicht rückläufig. Der Austritt ist eine Form der Distanzierung, die in anderen Ländern nicht möglich ist. Doch zeigt er in jedem einzelnen Fall, dass die Weitergabe des kirchlichen Glaubens nicht vollständig gelungen ist. Wir müssen den Menschen, die weggehen, aktiv nachgehen, um ihre Beweggründe zu verstehen und unser Handeln danach kritisch zu überprüfen, um es da – wo notwendig – auch neu auszurichten.

Hinter jeder Zahl in dieser Statistik steckt eine Lebensgeschichte: die Biographie von Menschen, die sich das Ja-Wort geben, die Biographie von Menschen, die in die Kirche aufgenommen werden. Biographien von Gläubigen, Priestern, Mitarbeitern. Wir sollten bei den Zahlenwerken nicht unseren eigentlichen Auftrag vergessen: Trotz manchmal stürmischer Zeiten das Evangelium mutig und freudig zu verkünden. Die Kirche muss mit den Realitäten leben. Wir werden weniger, aber wir verlieren nicht unsere Aufgabe und unsere Anliegen. Menschen, Gesellschaft, Staat brauchen die Kirche. Ich wünsche mir, dass wir mit den heute vorgelegten Zahlen und Wirklichkeiten entschlossen umgehen, um an einer Kirche zu bauen, die menschendienlich ist und ihren Grundauftrag nicht vergisst. Daran werden wir uns messen lassen.“

Hinweise:
Den Flyer mit den Eckdaten des Jahres 2016 finden Sie als pdf-Datei untenstehend zum Herunterladen. Weitere statistische Angaben wie z. B. die vergleichende Tabelle „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands, 1996 und 2016“ sind in der Rubrik Zahlen und Fakten verfügbar. Die Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2016/2017“ (Arbeitshilfen Nr. 294) erscheint Anfang August.

Jugend-Hearing zur Vorbereitung der Weltbischofssynode 2018

18. July 2017 - 12:01
„Es begeistert mich zu sehen, wie intensiv sich junge Menschen mit Glauben und Kirche in ihrem Leben auseinandersetzen“, betonte Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, anlässlich des Jugend-Hearings, das die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz gestern (17. Juli 2017) im Maternushaus in Köln veranstaltet hat. Bei dem Hearing zur Vorbereitung der Weltbischofssynode 2018 unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ wurden aus zahlreichen Anmeldungen 25 junge Menschen aus verschiedenen Bereichen katholischer Jugendpastoral (u. a. Jugendverbände, Ministranten, neue geistliche Gemeinschaften, Hochschulpastoral, Pfarrjugend) und elf verschiedenen (Erz-)Bistümern ausgewählt, um ein möglichst breites Spektrum der Jugendpastoral in Deutschland abzubilden.

Die Teilnehmenden kamen zunächst mit den bischöflichen Mitgliedern der Jugendkommission in kleinen Gruppen zu den fünf Themen „Jugendliche Lebensgestaltung“, „Ziele und Visionen im eigenen Leben“, „Persönlicher Glaube“, „Erwartungen an die katholische Kirche“ und „Kirche und Gesellschaft“ ins Gespräch. Für Bischof Oster hat sich das Ziel, durch eine begrenzte Anzahl von Teilnehmenden wirklich in einen intensiven Dialog mit jungen Menschen zu treten, voll erfüllt: „Die personale, authentische und glaubwürdige Vermittlung des Glaubens ist den jungen Menschen besonders wichtig. Daran werden wir als Kirche gerade auch im Hinblick auf die Synode weiter arbeiten.“

Anschließend wurden die Ergebnisse aus den kleinen Gesprächsrunden durch die Bischöfe im Plenum präsentiert und nochmals mit den jungen Menschen diskutiert. Diese zeigten sich sichtlich begeistert von der Offenheit der Bischöfe. So betonten Mara Feßmann, Studentin der Theologie an der Universität Münster, und Wiebke Harwardt von der Kolpingjugend: „Wir wünschen uns, dass dieses Format auch zukünftig fortgesetzt wird. Wir sind gespannt, wie die Bischöfe nun mit den Ergebnissen aus den Diskussionen weiter arbeiten werden und was dabei herauskommt.“ Ähnlich sah es auch Hubert Gatzweiler von der Initiative Nightfever: „Es war sehr bereichernd mit den Bischöfen diskutieren zu können und ich wünsche mir, dass der Austausch zwischen den verschiedenen Jugendgruppierungen in der katholischen Kirche auch in Zukunft ermöglicht und gefördert wird.“

Die Jugendkommission hat mit diesem Hearing einen Aufruf von Papst Franziskus aufgegriffen, der das Hören auf junge Menschen als Vorbereitung auf die Synode in einer Marienvigil im April 2017 eindringlich gewünscht hatte: „Jeder junge Mensch hat den anderen etwas zu sagen, hat den Erwachsenen etwas zu sagen, hat den Priestern, den Ordensschwestern, den Bischöfen und dem Papst etwas zu sagen. Wir alle müssen euch zuhören!“
Hinweis:
Weitere Informationen sind unter „Bischofssynode Jugend 2018“ verfügbar.

Bischof Feige zur Halbzeit der katholischen Angebote bei der Weltausstellung Reformation

17. July 2017 - 11:59
Unter der Überschrift „Katholisch in Lutherstadt“ stehen die Angebote der katholischen Kirche während der Weltausstellung Reformation, die noch bis zum 10. September 2017 in Wittenberg stattfindet. Nach acht Wochen zieht der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Gerhard Feige, der zugleich katholischer Ortsbischof von Wittenberg ist, eine positive Halbzeitbilanz: „Das Konzept von ‚Katholisch in Lutherstadt‘ wird gut angenommen. Die Vertreter der einzelnen Bistümer, die wochenweise vor Ort sind, unterstützen und bereichern das katholische Leben in der Stadt. Und es waren bisher schon einige Höhepunkte dabei.“ Insbesondere die kulturellen Veranstaltungen erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Vorträge und Diskussionen zum katholischen Verständnis Martin Luthers brächten neue Perspektiven ein. „Dass wir als katholische Kirche verschiedene Angebote durchführen und somit Gäste auf der Weltausstellung und Gastgeber für die Besucherinnen und Besucher zugleich sind, ist für mich ein Zeugnis dafür, dass wir als christliche Kirchen in Deutschland zusammengehören. So kann es weitergehen“, sagte Bischof Feige.

Bisher haben Vertreter von zehn Bistümern und zwei katholischen Hilfswerken Veranstaltungen in der katholischen Kirche geplant und durchgeführt. Dabei reichte das Angebot von täglichen Gebetseinheiten über kulturelle Veranstaltungen wie Tanzdarbietungen, Chor- und Mitsingkonzerten sowie Vorträge, Podiumsdiskussionen und lebhafte Gespräche über den katholischen Glauben. Der Kirchvorplatz mit dem dort ansässigen Kirchencafé, das vom Integrationsverein Augustinuswerk e. V. aus Wittenberg verantwortet wird und eine vielfältige Speisen- und Getränkeauswahl bereithält, bietet einen Ort für Gespräche und Begegnung. Nach ihrer Eröffnung im Arsenal-Einkaufszentrum befindet sich die Wanderausstellung „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ derzeit auf ihrer zweiten Station im Lutherhaus. Am 25. Juli 2017 wird sie in das Neue Rathaus in Wittenberg umziehen. Die zweite Ausstellung „Katholisch den Glauben feiern“ hat ihren Standort in der katholischen Kirche und bringt auf kurzweilige Art und Weise den Besuchern den katholischen Kirchenraum näher. Beide Ausstellungen wurden vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik der Universität Halle-Wittenberg konzipiert und stoßen auf reges Interesse.

Hintergrund
„Katholisch in Lutherstadt“ ist ein Projekt anlässlich der Weltausstellung Reformation, die vom 20. Mai bis 10. September 2017 in Wittenberg stattfindet und eines der Großprojekte zum Reformationsjahr von Deutschem Evangelischen Kirchentag und Evangelischer Kirche in Deutschland ist. 95 Tage lang präsentieren sich Landeskirchen, ökumenische Partner aus dem In- und Ausland und weitere Gruppen und Initiativen mit einem vielfältigen Angebot in der Innenstadt und im Grüngürtel um die Stadt. Im Dossier www.katholisch-in-lutherstadt.de sind die aktuellen Veranstaltungen und Hinweise sowie Bilderstrecken der Verantwortlichen verfügbar.

Predigt von Kardinal Peter Erdö, Primas von Ungarn, in der Beisetzungsfeier von Kardinal Joachim Meisner am 15. Juli 2017 in Köln

15. July 2017 - 9:19
Eminenzen,
verehrte Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Amt,
werte Vertreter des öffentlichen Lebens,
liebe trauernde Gemeinde!

1.  Im heutigen Evangelium spricht Jesus aus der Tiefe seines Herzens. Er ist voller Freude, weil die einfachen und demütigen Leute seine Person und seine Offenbarung annehmen. Sie nehmen ihn an, weil sie nicht ihrem eigenen Wissen vertrauen. Sie halten sich nicht für klug und weise. Wir begegnen aber der Freude in dieser Erzählung des Evangeliums auch in einem anderen Zusammenhang. Die Jünger freuen sich darüber, dass sie die Lehre Jesu angenommen haben, weil Jesus den allmächtigen Gott seinen Vater nennt und sagt, dass er den Vater kennt und alles von ihm erhalten hat. Jesus ist derjenige, der uns Menschen all dies offenbaren will. Die Liebe des Vaters offenbart sich uns, wenn wir die Lehre Jesu mit Demut annehmen. „Ja, Vater“ – ruft Jesus in seinem Gebet. Diese Worte klingen ähnlich, wie das Ja-Wort Mariens und drücken aus, dass Jesus sein ganzes irdisches Leben der Erfüllung des Willens des Vaters widmet. Er ist mit der ganzen Liebe seines menschlichen Herzens dem Vater zugetan. Er ist dem verborgenen Plan treu, der  von der Seite des Menschen betrachtet als Mysterium des Willens Gottes erscheint.

2.  Ich habe Kardinal Meisner noch in der DDR kennengelernt. Die ungarischen Priesterkandidaten durften am Anfang der Siebziger Jahre noch nicht nach dem Westen fahren. Wir konnten aber unsere Ferien in der DDR verbringen, wo wir nicht nur westliche theologische Bücher fanden, sondern auch einer katholischen Kirche begegneten, die zwar in der Diaspora lebte, aber viel mehr Möglichkeiten hatte, als unsere ungarische Kirche. Verschiedene Ordensgemeinschaften z. B., die bei uns streng verboten waren, wie die Jesuiten und viele andere, durften dort legal existieren. So war es auch in Ost-Berlin, an der Pappelallee, wo eine Gemeinschaft der Karmelitinnen lebte. Man sagte, dort gebe es „eine ungarische Schwester“. Diese ungarische Schwester, die dreißig Jahre nach dem Krieg noch immer so genannt wurde, war Cherubina Brümmer, die 1946 – so eine typisch mitteleuropäische Absurdität – als „deutsche Frau“ aus Ungarn vertrieben worden war. Bei diesen Schwestern habe ich zum ersten Mal von dem sympathischen Priester Joachim Meisner gehört, der in Schlesien geboren, in Ostdeutschland Bankkaufmann wurde und als Spätberufener die Priesterweihe empfing. Als ich dann 1975 eine Primizmesse in Ost-Berlin zelebrierte, wurde ich dem neu ernannten Weihbischof Meisner vorgestellt. Später hörte ich, dass er zum Erzbischof von Berlin ernannt worden war. Eine Aufgabe, die in der damaligen Zeit ganz außerordentlich war: Eine Diözese, die in Ost- und West-Berlin gleichfalls zuständig war, ein Erzbischof, der seinen pastoralen Dienst in beiden Teilen der Stadt sogar ausüben durfte. Es war eine ganz heikle Position, die viel Verständnis und Diplomatie von ihm verlangte. Erzbischof Meisner wurde dann in Kürze Kardinal und Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz. In dieser verantwortungsvollen Stellung hat er einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung geleistet. 1988 wurde er von heiligen Johannes Paul II. zum Erzbischof von Köln ernannt. Er wurde auch Vorsitzender der Solidaritätsaktion Renovabis und hat weit über die Grenzen seiner Diözese hinaus für die Weltkirche Entscheidendes geleistet. Die Bischöfe unserer Region können dankbar bezeugen, dass Kardinal Meisner auch für die Länder Mittel- und Osteuropas Vieles getan hat. Mit diesen Ländern hat ihn auch die Erinnerung an seinen Vater verbunden, der im Krieg in dieser Region gefallen war. Die Verdienste von Kardinal Meisner als Oberhirt der Erzdiözese Köln könnten alle Anwesenden viel authentischer bezeugen als ich, der seine schöpferische Tätigkeit nur aus der Ferne begleiten konnte. Sein christliches und soziales Zeugnis hat sich weit über die Grenzen der Erzdiözese von Köln ausgewirkt.

3.  Seine pastorale Einstellung wurde durch Unmittelbarkeit, Offenheit für Kinder, Jugendliche, Arme und Fremde charakterisiert. Schon in seinen priesterlichen Jahren leitete er die Caritas. Sein soziales Engagement für die Armen und Bedürftigen hat ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Er war also ein dynamischer, offener Pastor mit viel praktischem Sinn. Er hat aber auch die christliche Lehre und die Wahrheit leidenschaftlich gesucht und geliebt. Er hat viel Freude am Glauben und an der pastoralen Arbeit gefunden. In dieser Hinsicht kann man sogar sagen, dass er mit Papst Franziskus kongenial war. Papst Franziskus hat in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium ja geschrieben: „In jeglicher Form von Evangelisierung liegt der Vorrang immer bei Gott, der uns zur Mitarbeit mit ihm gerufen und uns mit der Kraft seines Geistes angespornt hat. Die wahre Neuheit ist die, welche Gott selber geheimnisvoll hervorbringen will, die er eingibt, die er erweckt, die er auf tausenderlei Weise lenkt und begleitet. Im ganzen Leben der Kirche muss man immer deutlich machen, dass die Initiative bei Gott liegt, dass »er uns zuerst geliebt« hat (1 Joh 4,19) … Diese Überzeugung erlaubt uns, inmitten einer so anspruchsvollen und herausfordernden Aufgabe, die unser Leben ganz und gar vereinnahmt, die Freude zu bewahren” (Nr. 12).

4.  Was bedeutet es also, ein Christ zu sein? Eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, der unser Meister und unser Herr ist. Er ist keine mythologische Figur, sondern eine geschichtliche Person, wahrer Gott und wahrer Mensch. Zu seiner Lehre und zu seinem ganzen Werk führt also ein historischer Weg. Und diesen Weg müssen wir nicht als Einzelgänger begehen, sondern in der Gemeinschaft der Kirche, die uns mit Christus verbindet. Papst Franziskus hat in seinem letzten Telegramm über den Einsatz von Kardinal Meisner für den Glauben geschrieben: „Aus einem tiefen Glauben und einer aufrichtigen Liebe zur Kirche heraus ist Kardinal Meisner für die frohe Botschaft eingetreten“. Christus hat seine Schüler Freunde genannt. Dies gilt für alle Gläubigen, ganz besonders aber für die Priester und die Bischöfe, die in der eucharistischen Gemeinde in der Person Christi den Vorsitz haben. Eine besondere Verbindung mit Christus erleben wir auch im Gebet. Wir haben mit tiefer Berührung erfahren, dass Kardinal Meisner während seines Stundengebetes vom Gott heimgerufen wurde. In seiner Person hat uns einer der großen Apostelnachfolger unserer Zeit verlassen. Wir danken Kardinal Meisner für sein Glaubens- und Lebenszeugnis, das er für uns alle hinterlassen hat.

5.  Kardinal Meisner war ein großer Marienverehrer. Er hat die Gnadenbilder geschätzt und hat die Gottesmutter als Schutzherrin der verschiedenen Völker und der ganzen Christenheit verehrt. Aus seiner marianischen Frömmigkeit bewahren wir das Vertrauen zur göttlichen Vorsehung und auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, die trotz Schwierigkeiten und Sünden den Weg der Menschheit begleitet. Bitten wir den allmächtigen und barmherzigen Gott: Schenke unserem verstorbenen Mitbruder Anteil an der Gemeinschaft der Jungfrau Maria und aller Heiligen. Amen. Evangelium: Mt 11, 25–30

Komponist Mark Andre erhält den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“

10. July 2017 - 11:06
Der deutsch-französische Komponist Mark Andre erhält den „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“. Das haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, heute bekanntgegeben. Bei einer feierlichen Preisverleihung am 27. November 2017 in der Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig wird der mit 25.000 Euro dotierte Preis für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen übergeben. Die Laudatio werden der Musiker Prof. Jörg Widmann und die Theologin Sr. Prof. Dr. Margareta Gruber OSF halten.

Mit ihrem Votum würdigt die Jury unter Vorsitz des Cellisten Prof. Julius Berger, dass Mark Andres Kompositionen „motivisch aus einem explizit christlichen Bekenntnis“ schöpfen. Andre sei „ein Avantgardist, der nicht nach Gefälligkeit, Popularität oder gar Marktförmigkeit schielt; er weiß sich einzig der Suche nach dem anderen, dem neuen Klang verpflichtet und scheut vor dem Experiment nicht zurück“, so die Jury.

Der Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken ist die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche auf dem Kultursektor. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen vergeben. Mit dieser Stiftung leisten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur.

Der Kunst- und Kulturpreis wird seit 1990 abwechselnd alle zwei bis vier Jahre in den Sparten Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen; 2017 erfolgt die neunte Vergabe. Unter den bisherigen Preisträgern waren Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst (2008), Peter Zumthor (2011) und Ralf Rothmann (2014).

Die Jury: Prof. Julius Berger (Vorsitz), Professor für Violoncello und Kammermusik an der Universität Augsburg; Prof. Dr. Inga Behrendt, Professorin für Gregorianik und deutschen Liturgiegesang an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg, Cembalistin; Prof. Markus Bellheim, Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater München; Dr. Eleonore Büning, Leiterin der Musikredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Dr. Corinna Herr, Privatdozentin/Vertretungsprofessorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln; Christiane Oelze, Lied-, Konzert- und Opernsängerin (lyrischer Sopran); Prof. Michael Roßnagl, Geschäftsführer der Ernst von Siemens Musikstiftung, Honorarprofessor für Musikmanagement an der Musikhochschule München; David Timm, Universitätsmusikdirektor der Universität Leipzig und Leiter des Leipziger Universitätschors.


Hinweise:
Ein Foto des Preisträgers in druckfähiger Qualität erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail (pressestelle(at)dbk.de). Eine gesonderte Presseeinladung zu der Preisverleihung erfolgt zwei Wochen vor der Veranstaltung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Initiativen-Seite „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“.

Siebter Zwischenruf im Wahljahr 2017 von Justitia et Pax

6. July 2017 - 9:45
Unmittelbar vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg veröffentlicht die Deutsche Kommission Justitia et Pax in der Reihe der Zwischenrufe zum Wahljahr 2017 heute eine Wortmeldung von Monsignore Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor. Er bezeichnet den Abbau globaler Ungleichheiten innerhalb ökologischer Leitplanken „als entscheidenden Lackmustest für die gerechte Gestaltung der Globalisierung“. Die Erfolge der wirtschaftlichen Entwicklung der Industrieländer beruhten auch auf der Ausbeutung und häufig auf der Zerstörung natürlicher Lebensräume, etwa zur Gewinnung billiger fossiler Energien und der Ausbeutung von Menschen, denen bei der Arbeitsteilung die Rolle billiger Arbeitskräfte zugeteilt und mithin die Menschenwürde aberkannt werde. „Die systematische Auslagerung von Kosten, die bis heute globale Wirtschaftsbeziehungen kennzeichnet, bedeuten langfristig gesehen für uns Menschen und unsere Umwelt eine Sackgasse“, so Monsignore Spiegel.

Bei der angestrebten Neuorientierung der Entwicklungszusammenarbeit durch die Afrikanische Union, die G20-Staatengruppe, die Europäische Union und auch Deutschland sei entscheidend, dass „ein Perspektivwechsel zu einer gemeinsamen Steuerung einer globalen Entwicklung gelingt, welche den gleichen Anspruch auf Würde und Lebenschancen für alle Menschen einlöst und ökologische Kreisläufe und kulturelle Verschiedenheiten respektiert. Das schließt auch die Beseitigung zahlreicher Fehlentwicklungen ein, zu denen an erster Stelle verfestigte Ausbeutungsstrukturen gehören“, so Monsignore Spiegel. „Ohne eine kohärente Politik, in die sämtliche Ressorts eingebunden sind, wird sich dieser notwendige Perspektivwechsel nicht vollziehen lassen.“

Hintergrund
Dieser Zwischenruf ist auf der Internetseite katholisch.de verfügbar. Außerdem wird er wie die anderen Zwischenrufe über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt. Monsignore Pirmin Spiegel ist Hauptgeschäftsführer von Misereor und Vorstandsmitglied von Justitia et Pax. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), begleitet mit Zwischenrufen für eine gemeinwohlorientierte Politik aktuelle Debatten im Wahljahr 2017. Anfang März hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die Reihe eröffnet.

Deutschsprachige Fassung des Fragebogens zur Bischofssynode 2018 online

5. July 2017 - 14:31
Ab sofort ist die offizielle deutschsprachige Fassung des Fragebogens zur Bischofssynode 2018 online. Er wendet sich an alle jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren. Bis zum 30. November 2017 können sich Jugendliche an der Umfrage des Vatikans unter youth.synod2018.va beteiligen.

Die Bischofssynode 2018 steht unter dem Leitthema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Zur Vorbereitung lädt der Vatikan mit einer weltweiten Umfrage unter jungen Menschen ein. Sie haben so die Möglichkeit von ihren Lebensrealitäten und Erfahrungen mit Kirche und Glauben zu berichten.

Die deutschsprachige Fassung wurde in Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Aktion „Nightfever“ erstellt, um insbesondere eine jugendgerechte Sprache zu ermöglichen.

Der Fragebogen ist so konzipiert, dass man jede Frage beantworten muss, um zur nächsten Frage zu gelangen. Die Antworten werden vom Vatikan ausgewertet und finden Eingang in die Synodenvorbereitung.

Hinweise:
Der direkte Link zum Fragebogen:
https://survey-synod2018.glauco.it/limesurvey/index.php/147718 Wichtig: Auf der unter diesem Link sichtbaren Seite muss oben rechts in dem Kasten die Sprache für den Fragebogen ausgewählt werden.

Bischof Feige gratuliert Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen

5. July 2017 - 14:22
Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), hat heute die Entscheidung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen begrüßt, sich die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zu eigen zu machen. Bischof Feige sprach während der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Wittenberg.

Es sei ein bedeutsamer Schritt, wenn die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beitrete. Alle, die bei der Unterzeichnung am 31. Oktober 1999 Augenzeugen dieses bahnbrechenden ökumenischen Ereignisses gewesen seien, wüssten zu schätzen, was der Schritt heute in Wittenberg bedeute. 1999 sei ungewiss gewesen, was aus der Unterzeichnung folgen würde. „Auch wenn ihre Kritiker nicht ganz verstummt sind, können wir heute sagen: Die Gemeinsame Erklärung hat Kreise gezogen ... Die Gemeinsame Erklärung ist – davon bin ich fest überzeugt – inhaltlich und methodisch ein hervorragendes Fundament, kontrovers-theologische Fragen zu klären“, so Bischof Feige.

Das heutige Signal von Wittenberg sei ein wichtiger Baustein auch in den gemeinsamen Initiativen zum Reformationsgedenkjahr 2017. Bischof Feige erinnerte dabei an die Mitwirkung der Deutschen Bischofskonferenz mit der Initiative „Katholisch in Lutherstadt“ als Gast bei der Weltausstellung in Wittenberg. „Ohne den ökumenischen Weg, den wir in den vergangenen Jahrzehnten miteinander gegangen sind und auf dem die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre ein wichtiger Meilenstein ist, wäre dies nicht möglich“, so Bischof Feige. Der Generalversammlung wünschte Bischof Feige „die erneuernde und verwandelnde Kraft des lebendigen Gottes in unseren Kirchen und Gemeinschaften und in jedem einzelnen Christen …, damit wir uns immer mehr auf ihn hin- und so aufeinander zubewegen, mit dem Ziel der vollen Einheit unter uns und zum Segen für alle Menschen!“

Hinweis:
Das Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige bei der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Wittenberg ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Kardinal Marx zum Tod von Kardinal Meisner

5. July 2017 - 12:54
Zum Tod des emeritierten Erzbischofs von Köln, Kardinal Joachim Meisner, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:

„Mit Trauer und Betroffenheit musste ich heute die Nachricht vom Tod von Kardinal Joachim Meisner zur Kenntnis nehmen. Der Verstorbene war mit hohem Alter gesegnet, doch nun hat ihn sein Schöpfer, Gott unser Herr, zu sich heimgerufen. Mit seinem Tod verliert die Kirche in Deutschland einen gläubigen Katholiken, der bis zuletzt Position bezogen hat zu seinen Überzeugungen und der sein Wissen und seine Kompetenzen viele Jahre in die katholische Kirche einbrachte. Kardinal Meisner, dessen Frömmigkeit und theologische Argumentation mich immer beeindruckt haben, war ein mutiger Kämpfer. Er war bereit, öffentlich anzuecken und hielt mit seiner Meinung nicht zurück. Gerade die Erfahrungen in der früheren DDR machten ihn zu einem unverzagten Kämpfer für den Glauben.

Im Jahr 1933 in Breslau geboren, erlebte Joachim Meisner den Krieg aus nächster Nähe mit. Seine Familie musste nach Thüringen flüchten, wo er 1956 das Abitur nachholte um Theologie und Philosophie in Erfurt studieren zu können. Dort erhielt er kurz nach dem Ende des Studiums im Jahr 1962 die Priesterweihe und promovierte 1969 zum Doktor der Theologie in Rom.

Der Verstorbene hat aufopferungsvoll die katholische Kirche im geteilten Deutschland geprägt. Dabei denke ich an seine Zeit als Weihbischof in Erfurt und dann an die Jahre als Bischof von Berlin. Insbesondere in der DDR wollte er den Katholiken Christus verkünden und eine Perspektive bieten. Mit seinem Talent zur Sprache konnte er auch als Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz viel bewirken. Dabei hielt er sich in der DDR immer auf Distanz zu den Mächtigen, weil ihm die Freiheit des Glaubens wichtiger war.

Sein Wahlspruch ‚Spes nostra firma – Unsere Hoffnung für Euch steht fest‘ steht für seinen unermüdlichen Einsatz, den Menschen Hoffnung zu geben. Als Erzbischof von Köln und Kardinal der Weltkirche hat Kardinal Meisner 25 Jahre lang das Erzbistum Köln geprägt. Mit der Vereinigung der Berliner Ordinarienkonferenz mit der Deutschen Bischofskonferenz im Jahre 1990 gelang eine weitere Form der Wiedervereinigung. Unermüdlich und mit großem Engagement hat sich Kardinal Meisner in die Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz eingebracht. Ich erinnere an seinen langjährigen Vorsitz der Liturgiekommission und den engagierten Vorsitz der Unterkommission für Mittel- und Osteuropa der Deutschen Bischofskonferenz und sein Engagement für die Solidaritätsaktion Renovabis. Unvergessen ist der Einsatz von Kardinal Meisner für den Weltjugendtag 2005 in Köln und für den Besuch von Papst Benedikt XVI. Dieses Glaubensfest wirkt in der Kirche Deutschlands bis heute nach.

Kardinal Meisner verstand sein Amt als Dienst für Gott und die Kirche. So hat er stets engagiert seine Botschaft verkündet. Unvergessen ist sein Talent mitreißender Predigten und pointierter Vorträge. Weltkirchlich wirkte er in verschiedenen Funktionen in Rom bis in sein hohes Alter mit. Von uns geht ein Seelsorger und Hirte, ein Bischof und Prediger, der für uns in lebhafter Erinnerung bleibt. Seine Frömmigkeit und sein Wunsch, in der Eucharistie und im Gebet Gott zu begegnen, haben sein Leben geprägt.

In dieser Stunde des Abschieds gilt unser Mitgefühl den Gläubigen des Erzbistums Köln und jenen Menschen, die dem Verstorbenen besonders nahe waren, Menschen, die mit ihm Jahre lang Hand in Hand gearbeitet haben und die ihm zum Freund geworden sind.

Wir deutschen Bischöfe sind zutiefst dankbar für seinen vielfältigen und engagierten Einsatz. Persönlich möchte ich sagen, dass mich seine Leidenschaft für die Botschaft Christi einzutreten, immer inspiriert hat. Dafür bin ich ihm über den Tod hinaus dankbar.“

Deutsche Bischofskonferenz trauert um Kardinal Joachim Meisner

5. July 2017 - 10:36
Die Deutsche Bischofskonferenz trauert um Kardinal Joachim Meisner, der heute im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Als Erzbischof von Köln und Kardinal der Weltkirche hat Kardinal Meisner 25 Jahre lang das Erzbistum Köln und auch die Weltkirche geprägt. Hinweis:
Eine Würdigung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird im Laufe des Tages veröffentlicht.

Erklärung von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm zum G20-Gipfel

4. July 2017 - 11:39
Vom bevorstehenden G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hamburg erwarten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dass die Orientierung am Wohl der einen Menschheitsfamilie in den Vordergrund gestellt wird. Sie fordern die Gipfelteilnehmer dazu auf, „mutige und weitreichende Maßnahmen zur Lösung der Weltprobleme auf den Weg zu bringen“. Kritiker der Veranstaltung seien aufgerufen, „den politischen und gesellschaftlichen Dialog ausschließlich auf gewaltfreiem Weg zu suchen und sich gemeinsam der Verantwortung für die Eine Welt zu stellen“.

In einer gemeinsamen Erklärung betonen Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm, dass die G20 ihrer Bedeutung und ihrem Anspruch dann gerecht werden, wenn sie dem gemeinsamen Leben und Überleben auf der Erde dienen und die Chancen der Armen auf eine menschenwürdige Existenz stärken. „Es bereitet uns Sorge, dass in vielen Teilen der Welt Bewegungen an Zuspruch gewinnen, die die Verantwortung ihrer Länder für die Weltgemeinschaft bestreiten.“ Angesichts der zurückgehenden Bereitschaft zu gegenseitiger Unterstützung müsse in Erinnerung gerufen werden, dass ohne internationale Zusammenarbeit und globale Solidarität die Herausforderungen der Gegenwart nicht bestanden werden können. Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm nennen als Beispiele die Klimaveränderungen, gewalttätige Großkonflikte sowie Armut und extreme Ungleichheit.

Mit Blick auf die Erderwärmung drängen Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm darauf, dass die Pariser Klimaschutzvereinbarung Grundlage der weiteren internationalen Verhandlungen bleiben müsse. „Der Rückzug von den in Paris übernommenen Verpflichtungen ist ebenso wenig verantwortliche Politik wie eine nur halbherzige Umsetzung … Vom G20-Gipfel sollte deshalb das Signal ausgehen, dass ‚Paris‘ der Ausgangspunkt aller weiteren Bemühungen um eine ambitionierte Klimapolitik bleibt.“

Die beiden Kirchen erinnern auch an die von den Vereinten Nationen 2015 beschlossene „Agenda 2030“ und die dort formulierten „nachhaltigen Entwicklungsziele“. Das weltweite Armutsniveau bezeichnen sie als „humanitäre Katastrophe, die sich tagtäglich ereignet“. Afrika müsse künftig im Zentrum der internationalen politischen Anstrengungen stehen. „Das ist nicht allein ein Gebot der Solidarität mit jenen, die heute am stärksten von Armut geschlagen sind. Es ist auch ein Gebot der Vernunft, denn gerade wir in Europa werden dauerhaft keine Stabilität erleben, wenn die Nachbarn ihre Verhältnisse nicht als menschenwürdig erleben“, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm.

Vor allem mit Blick auf die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten erhoffen sich die Kirchenvertreter vom Gipfel in Hamburg das „Signal für eine neue kooperative Sicherheits- und Friedenspolitik“. Die Staatenlenker müssten „jeder Aufrüstungsideologie widerstehen: Mehr Waffen sind keine Lösung“, heißt es in der Erklärung.

Hinweis:
Die Erklärung von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Kardinal Marx bei der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden

3. July 2017 - 12:52
Für ein vertieftes Verständnis der Begriffe Tradition und Reform hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (3. Juli 2017) in Bonn geworben. Bei einem Impulsvortrag anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden sagte Kardinal Marx, dass mancher mit dem Begriff „Tradition“ die katholische Kirche verbinde, mit dem Begriff „Reform“ die evangelische Kirche – doch gehörten beide Begriffe zu beiden Konfessionen. „Die Polemik der Reformationszeit und die Apologetik der vergangenen fünf Jahrhunderte bieten auf katholischer ebenso wie auch evangelischer Seite reiches Anschauungsmaterial für diese Entgegensetzung von Tradition und Reform“, so Kardinal Marx. Dabei sei die Geschichte des Gottesvolkes immer eine Geschichte des Aufbruchs: „Sie erinnert uns in der Gegenwart an das, was vielleicht vergessen wurde. Gerade deshalb sind Tradition und Reform Aussagen, die für die Kirchen gleichermaßen gelten wie für andere gesellschaftliche Gruppen.“

Wer sich mit Tradition und Reform befasse, müsse dabei auch die anderen Religionen in den Blick nehmen. Das habe sich für die katholische Kirche in ihrer Auseinandersetzung mit dem Judentum gezeigt. Durch das Zweite Vatikanische Konzil sei der Dialog positiv aufgebrochen. Ohne den Bezug zum Wort Gottes gebe es keine akzeptable Grundlage für einen Dialog zwischen den Religionen. Kardinal Marx fügte hinzu: „Eine Glaubensgemeinschaft, die nicht kritisch mit ihrer eigenen Geschichte umgeht, ist dialogunfähig.“

Kardinal Marx unterstrich die jüdisch-christliche Tradition, in der Glaube als Weg verstanden werde. „Es ist der geschichtsmächtige Gott, der eingreift in die Welt und ein Volk findet. Die Offenbarung Gottes ist daher nichts anderes als die Kommunikation Gottes mit seinem Volk. Wir haben heute den Auftrag – als Christen und Juden – das Zeugnis der Offenbarung lebendig zu halten. Dabei müssen wir uns vergegenwärtigen: Die Kirche schafft Tradition, die Heilige Schrift ist Teil der Tradition.“ Die katholische Kirche habe daher ihr Verständnis von Tradition im vergangenen Jahrhundert theologisch weiterentwickelt und auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil neu bestimmt. Sie sehe Tradition als einen dynamischen Prozess oder biblisch gesprochen als Glaubensweg in der Geschichte. Kardinal Marx betonte: „Glaube ist vor allem eine bestimmte Lebenspraxis, ist Weggemeinschaft mit Gott. Diesen Weg mit Gott geht man nicht allein, sondern in der Gemeinschaft mit anderen, eben als Volk Gottes.“

In seinem Impulsvortrag erinnerte Kardinal Marx an konkrete Schritte der Verknüpfung von Tradition und Reform. Die Frage nach der verbindlichen Tradition könne nur in einem Prozess kirchlicher Kommunikation geklärt werden. Denn wie die Schrift seien auch die Dokumente der Tradition nicht eindeutig und bedürften der Auslegung. Kardinal Marx nannte die jüngsten Bischofssynoden zur Ehe- und Familienpastoral als instruktive Beispiele für die kirchliche Suche nach der verbindlichen Tradition. Bei einem solchen kirchlichen Kommunikationsprozess, wie er sich in den Bischofssynoden verdichtet habe, komme dem Amt die Aufgabe zu, die Einheit der Kirche zu wahren und zu fördern.

Die Auseinandersetzung mit Tradition und Reform sei immer ein kommunikativer Prozess. „Wir müssen uns gegenseitig erklären, wie wir den Weg verstehen. Dann kann Dialog gelingen“, so Kardinal Marx. Für ihn sei das Wort des hl. Augustinus prägend, der geschrieben hat: „Wer liebt, bricht auf.“ Das sei ein Weg für Juden und Christen, immer wieder neu zum gemeinsamen Suchen aufzubrechen. „Reformen sind Teil der Tradition der Kirche. Die katholische Kirche ist beides: eine Kirche der Tradition und eine Kirche der Reform. Sie will und muss eine Kirche der Reform sein, weil sie eine Kirche der Tradition ist“, so Kardinal Marx.

Hintergrund
Der Internationale Rat der Christen und Juden ist ein Zusammenschluss von 40 nationalen Organisationen, die den christlich-jüdischen Dialog pflegen. Die größte Mitgliedsorganisation ist der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Jahrestagung findet vom 2. bis 5. Juli 2017 in Bonn statt.

Hinweis:
Bereits gestern (2. Juli 2017) hat Kardinal Marx bei der Eröffnungsveranstaltung ein Grußwort gesprochen, dass als pdf-Datei unter www.dbk.de verfügbar ist.

Kardinal Marx würdigt jüdisch-christlichen und ökumenischen Dialog

2. July 2017 - 10:44
Anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine von Vertrauen und Offenheit geprägte Kultur des Dialogs sowohl zwischen Christen und Juden als auch zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche gewürdigt. Bei der  heutigen (2. Juli 2017) Auftaktveranstaltung  in Bonn betonte Kardinal Marx in seinem Grußwort, dass die Religionen den „Pionieren der Versöhnung“ Dankbarkeit schuldeten: „Dankbarkeit für den Mut, einen Dialog zu beginnen, dessen Zukunft niemand voraussehen konnte, Dankbarkeit auch für ihre Geduld, mit der sie Skepsis und Kritik in den eigenen Reihen und manchen Enttäuschungen begegneten. Ihr Mut und ihre Geduld haben reiche Früchte gebracht.“

In der Geschichte habe der christlich-jüdische Dialog die kirchliche Verkündigung erkennbar verändert. „Die katholische Kirche hat sich auch in Deutschland ihren antijüdischen Traditionen und der Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Nationalsozialismus gestellt. Der Dialog mit dem Judentum hat Theologie, Katechese und Verkündigung bereichert und zu einem besseren Verständnis des christlichen Glaubens geführt. Nicht zuletzt hat sich ein neues herzliches Miteinander von Christen und Juden entwickelt“, so Kardinal Marx.

Die Jahrestagung, die auch im Zeichen des Reformationsgedenkens stehe, mache deutlich, dass sich die Konfessionen zum Dialog bekennen. Mit Blick auf die Ökumene sagte Kardinal Marx: „Es ist für mich sehr ermutigend, dass die diesjährigen Reformationsfeiern katholische und evangelische Christen nicht trennen, sondern zusammenführen.“ Mit großem Respekt habe er in den vergangenen Jahren verfolgt, wie offen und kritisch sich die Evangelische Kirche in Deutschland mit den antijüdischen Schriften Martin Luthers auseinandergesetzt und wie klar und deutlich sie sich von diesen Aussagen distanziert habe.

Noch immer gebe es im gegenseitigen Dialog offene Fragen. Aber gerade das Erreichte der vergangenen Jahre habe große Wertschätzung verdient und mache uns Mut, „auf diesem Weg geduldig und beharrlich fortzuschreiten. Denn der ökumenische Dialog ebenso wie der christlich-jüdische Dialog bereichert alle, die daran teilnehmen, ja, er ermöglicht Freundschaft.“

Hintergrund
Der Internationale Rat der Christen und Juden ist ein Zusammenschluss von 40 nationalen Organisationen, die den christlich-jüdischen Dialog pflegen. Die größte Mitgliedsorganisation ist der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Jahrestagung findet vom 2. bis 5. Juli 2017 in Bonn statt.

Hinweis:
Das Grußwort von Kardinal Reinhard Marx zum Auftakt der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.