Augenblicke der Besinnung

Damit diese Wahrheit,
daß der Mensch seine Erfüllung
und sein wahres Heil nur in Gott findet,
immer verkündet werden kann,
dazu bedarf es vor allem der Priester und Ordensleute.
Achtet deshalb auf eure Mitverantwortung
für die Weckung geistlicher Berufe.
Hört nicht auf zu beten,
daß der Herr Arbeiter in seine Ernte sende!

Papst Johannes Paul II.













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Updated: 2 hours 24 min ago

Aufruf zur Palmsonntagskollekte 2020

31. March 2020 - 9:32

Auch in diesem Jahr bitten die deutschen Bischöfe zum Palmsonntag (5. April 2020) um Spenden für die Christen im Heiligen Land. Die Bischöfe weisen in ihrem Aufruf auf die bedrückende Situation vieler Christen in der Region hin. Sie wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter massiv belastet. Mit den Einnahmen aus der Spendenaktion werden pastorale Projekte, sozial-caritative Vorhaben und Bildungsprogramme der Kirchen unterstützt.

Die Bischöfe sprechen in ihrem Aufruf die Ausgrenzungserfahrungen palästinensischer Christen an: „Als Palästinenser, die immer noch keinen eigenen Staat haben, und als christliche Minderheit unter der großenteils muslimischen Bevölkerung“ erlebten sie sich oft an den Rand gedrängt. Hoffnungszeichen für viele gingen aber von „christlichen Schulen und Bildungseinrichtungen“ aus, so die Bischöfe. Diese Schulen legen einen Schwerpunkt auf die interreligiöse Friedenserziehung von Juden, Christen und Muslimen und fördern eine offene und tolerante Atmosphäre in der Gesellschaft. Darüber hinaus engagieren sich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande und das Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz, die die Mittel aus der Palmsonntagskollekte erhalten, auch in den angrenzenden Ländern des Nahen Ostens mit Seelsorge- und Sozialprogrammen.

In diesem Jahr wird die Kollekte nicht in den Gottesdiensten stattfinden können. Mit Sorge blicken die Bischöfe daher auf die Folgen der ausfallenden Sammlungen. „Wie kann die immer größer werdende Not der Menschen im Heiligen Land, vertieft durch die Corona-Pandemie, gemildert werden?“, fragt Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden werde auch im Heiligen Land enorm sein. „Die Christen dort sind noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe angewiesen. Das Heilige Land braucht gerade jetzt unsere Solidarität. Die deutschen Bischöfe rufen die Katholiken in Deutschland deshalb zu einer großherzigen Spende auf“, so Erzbischof Schick.


Hinweis:

Die Bischöfe bitten darum, Spenden direkt dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande und dem Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz zukommen zu lassen. Die Kontoverbindung des gemeinsamen Sonderkontos lautet: Deutscher Verein vom Heiligen Lande, IBAN: DE13 3706 0193 2020 2020 10, Pax-Bank, Stichwort: Spende zu Palmsonntag. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite www.palmsonntagskollekte.de, die von beiden Einrichtungen gemeinsam unterhalten wird.

Online Schwangerschaftskonfliktberatung

30. March 2020 - 15:02

Die wegen einer drohenden Corona-Infektion bundesweit geltenden Kontaktbeschränkungen führen auch in der Schwangerschaftskonfliktberatung zu Einschränkungen. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat daher mit den zuständigen Landesministern vereinbart, dass während der Corona-Krise eine Schwangerschaftskonfliktberatung auch online oder per Telefon möglich sein soll. Die Beratungsbescheinigung kann dann ohne persönliches Erscheinen per Post oder per Mail versandt werden.

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), weist darauf hin, dass auch bei diesen Verfahren der Schwangerschaftskonfliktberatung der Schutz des ungeborenen Kindes im Mittelpunkt stehen muss. „Auch eine online Beratung oder die Beratung per Telefon darf nicht die vom Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 28. Mai 1993 für die Beratungsstellen festgestellte Verpflichtung, primär dem Schutz des ungeborenen Lebens zu dienen, vernachlässigen.“ Auch müsse, so der Erzbischof weiter, die persönliche Beratung in der Zeit nach den Kontaktbeschränkungen unverzüglich wieder ermöglicht werden.

Bischof Bätzing würdigt Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

30. March 2020 - 10:10

Als „verlässlichen Partner des Dialogs und Garanten für das ökumenische Miteinander“ hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, gewürdigt. Anlässlich dessen 60. Geburtstags am heutigen Tag (30. März 2020) schreibt Bischof Bätzing, dass es gerade auch Heinrich Bedford-Strohm war, durch den das Reformationsgedenken 2017 zu einem ökumenischen Miteinander geworden sei. Man spüre in ihm eine Persönlichkeit, die „das Gemeinsame sucht, die nicht im Wettbewerb der Konfessionen die je eigene nach vorne drängen will, sondern nach dem Miteinander fragt. Für diese vielfach von Ihnen praktizierte Sensibilität bin ich ebenso dankbar wie für Ihre Art, Ökumene zu leben und vielmehr nach den Möglichkeiten als nach den Grenzen zu fragen“, so Bischof Bätzing.

Die Deutsche Bischofskonferenz schätze die Verlässlichkeit, die theologisch-analytische Kraft und das stete Suchen nach jenen Momenten, wo die Kirchen gemeinsam die Stimme in der Öffentlichkeit erheben müssten, heißt es weiter in der Gratulation. Landesbischof Bedford-Strohm warne, wie er es einmal selbst gesagt habe, vor einem „Einmauern der Menschlichkeit.“ Bischof Bätzing dankte dem Ratsvorsitzenden der EKD ausdrücklich für das gemeinsame Eintreten in Fragen des Lebensschutzes. Zu den anstehenden ökumenischen Fragen schreibt Bischof Bätzing: „Mit Blick auf den dritten Ökumenischen Kirchentag und das Votum des Ökumenischen Arbeitskreises zum Dokument ‚Gemeinsam am Tisch des Herrn‘ stehen wir vor wichtigen theologischen aber auch innerkonfessionellen  Entscheidungen. Wir dürfen nichts überstürzen, wir dürfen uns aber auch nicht ängstlich hinter die Kirchenmauern zurückziehen und jedem Fortschritt skeptisch entgegensehen. Ich freue mich, mit Ihnen die vor uns liegende Wegstrecke zu gehen.“ Bischof Bätzing fügte hinzu: „Wir wissen in Ihnen und Ihrer Peron die Ökumene in guten Händen.“

Papst Franziskus: Außerordentliches Gebet am 27. März 2020 in Zeiten der Coronakrise

27. March 2020 - 15:53

„Am Abend dieses Tages“ (Mk 4.35). So beginnt das eben gehörte Evangelium. Seit Wochen scheint es, als sei es Abend geworden. Tiefe Finsternis hat sich auf unsere Plätze, Straßen und Städte gelegt; sie hat sich unseres Lebens bemächtigt und alles mit einer ohrenbetäubenden Stille und einer trostlosen Leere erfüllt, die alles im Vorbeigehen lähmt: Es liegt in der Luft, man bemerkt es an den Gesten, die Blicke sagen es. Wir sind verängstigt und fühlen uns verloren. Wie die Jünger des Evangeliums wurden wir von einem unerwarteten heftigen Sturm überrascht. Uns wurde klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, alle schwach und orientierungslos sind, aber zugleich wichtig und notwendig, denn alle sind wir dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern, alle müssen wir uns gegenseitig beistehen. Auf diesem Boot ... befinden wir uns alle. Wie die Jünger, die wie aus einem Munde angsterfüllt rufen: „Wir gehen zugrunde“ (vgl. V. 38), so haben auch wir erkannt, dass wir nicht jeder für sich, sondern nur gemeinsam vorankommen.

Leicht finden wir uns selbst in dieser Geschichte wieder. Schwieriger ist es da schon, das Verhalten Jesu zu verstehen. Während die Jünger natürlich alarmiert und verzweifelt sind, befindet er sich am Heck, in dem Teil des Bootes, der zuerst untergeht. Und was macht er? Trotz aller Aufregung schläft er friedlich, ganz im Vertrauen auf den Vater – es ist das einzige Mal im Evangelium, dass wir Jesus schlafen sehen. Als er dann aufgeweckt wird und Wind und Wasser beruhigt hat, wendet er sich vorwurfsvoll an die Jünger: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (V. 40).

Versuchen wir zu verstehen. Worin besteht der Glaubensmangel der Jünger, der im Kontrast steht zum Vertrauen Jesu? Sie hatten nicht aufgehört, an ihn zu glauben, sie flehen ihn ja an. Aber schauen wir, wie sie ihn anrufen: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ (V. 38). Kümmert es dich nicht: Sie denken, dass Jesus sich nicht für sie interessiert, dass er sich nicht um sie kümmert. Im zwischenmenschlichen Bereich, in unseren Familien, ist es eine der Erfahrungen, die am meisten weht tut, wenn einer zum anderen sagt: „Bin ich dir egal?“ Das ist ein Satz, der schmerzt und unser Herz in Wallung bringt. Das wird auch Jesus erschüttert haben. Denn niemand sorgt sich mehr um uns als er. In der Tat, als sie ihn rufen, rettet er seine mutlosen Jünger.

Der Sturm legt unsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheiten auf, auf die wir bei unseren Plänen, Projekten, Gewohnheiten und Prioritäten gebaut haben. Er macht sichtbar, wie wir die Dinge vernachlässigt und aufgegeben haben, die unser Leben und unsere Gemeinschaft nähren, erhalten und stark machen. Der Sturm entlarvt all unsere Vorhaben, was die Seele unserer Völker ernährt hat, „wegzupacken“ und zu vergessen; all die Betäubungsversuche mit scheinbar „heilbringenden“ Angewohnheiten, die jedoch nicht in der Lage sind, sich auf unsere Wurzeln zu berufen und die Erinnerung unserer älteren Generation wachzurufen, und uns so der Immunität berauben, die notwendig ist, um den Schwierigkeiten zu trotzen.

Mit dem Sturm sind auch die stereotypen Masken gefallen, mit denen wir unser „Ego“ in ständiger Sorge um unser eigenes Image verkleidet haben; und es wurde wieder einmal jene (gesegnete) gemeinsame Zugehörigkeit offenbar, der wir uns nicht entziehen können, dass wir nämlich alle Brüder und Schwestern sind.

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Herr, dein Wort heute Abend trifft und betrifft uns alle. In unserer Welt, die du noch mehr liebst als wir, sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen lassen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: „Wach auf, Herr!“

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Herr, du appellierst an uns, du appellierst an den Glauben. Nicht nur an den Glauben, dass es dich gibt, sondern an den Glauben, der uns vertrauensvoll zu dir kommen lässt. In dieser Fastenzeit erklingt dein eindringlicher Aufruf: „Kehrt um“ (Mk 1,15); „kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen“ (Joël 2,12). Du rufst uns auf, diese Zeit der Prüfung als eine Zeit der Entscheidung zu nutzen. Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern unseres Urteils: die Zeit zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist, die Zeit, das Notwendige von dem zu unterscheiden, was nicht notwendig ist. Es ist die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten. Und dabei können wir auf das Beispiel so vieler Weggefährten schauen, die in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert haben. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, das in mutige und großzügige Hingabe gegossen und geformt wird. Es ist das Leben aus dem Heiligen Geist, das in der Lage ist, zu befreien, wertzuschätzen und zu zeigen, wie unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet. Angesichts des Leidens, an dem die wahre Entwicklung unserer Völker gemessen wird, entdecken und erleben wir das Hohepriesterliche Gebet Jesu: „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21). Wie viele Menschen üben sich jeden Tag in Geduld und flößen Hoffnung ein und sind darauf besorgt, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern. Wie viele Väter, Mütter, Großväter und Großmütter, Lehrerinnen und Lehrer zeigen unseren Kindern mit kleinen und alltäglichen Gesten, wie sie einer Krise begegnen und sie durchstehen können, indem sie ihre Gewohnheiten anpassen, den Blick aufrichten und zum Gebet anregen. Wie viele Menschen beten für das Wohl aller, spenden und setzen sich dafür ein. Gebet und stiller Dienst – das sind unsere siegreichen Waffen.

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Der Anfang des Glaubens ist das Wissen, dass wir erlösungsbedürftig sind. Wir sind nicht unabhängig, allein gehen wir unter. Wir brauchen den Herrn so wie die alten Seefahrer die Sterne. Laden wir Jesus in die Boote unseres Lebens ein. Übergeben wir ihm unsere Ängste, damit er sie überwinde. Wie die Jünger werden wir erleben, dass wir mit ihm an Bord keinen Schiffbruch erleiden. Denn das ist Gottes Stärke: alles, was uns widerfährt, zum Guten zu wenden, auch die schlechten Dinge. Er bringt Ruhe in unsere Stürme, denn mit Gott geht das Leben nie zugrunde.

Der Herr fordert uns heraus, und inmitten des Sturms lädt er uns ein, Solidarität und Hoffnung zu wecken und zu aktivieren, die diesen Stunden, in denen alles unterzugehen scheint, Festigkeit, Halt und Sinn geben. Der Herr erwacht, um unseren Osterglauben zu wecken und wiederzubeleben. Wir haben einen Anker: durch sein Kreuz sind wir gerettet. Wir haben ein Ruder: durch sein Kreuz wurden wir freigekauft. Wir haben Hoffnung: durch sein Kreuz sind wir geheilt und umarmt worden, damit nichts und niemand uns von seiner erlösenden Liebe trennen kann. Inmitten der Isolation, in der wir unter einem Mangel an Zuneigung und Begegnungen leiden und den Mangel an vielen Dingen erleben, lasst uns erneut die Botschaft hören, die uns rettet: Er ist auferstanden und lebt unter uns. Der Herr ruft uns von seinem Kreuz aus auf, das Leben, das uns erwartet, wieder zu entdecken, auf die zu schauen, die uns brauchen, und die Gnade, die in uns wohnt, zu stärken, zu erkennen und zu ermutigen. Löschen wir die kleine Flamme nicht aus (vgl. Jes 42,3), die niemals erlischt, und tun wir alles, dass sie die Hoffnung wieder entfacht.

Das eigene Kreuz anzunehmen bedeutet, den Mut zu finden, alle Widrigkeiten der Gegenwart anzunehmen und für einen Augenblick unser Lechzen nach Allmacht und Besitz aufzugeben, um der Kreativität Raum zu geben, die nur der Heilige Geist zu wecken vermag. Es bedeutet, den Mut zu finden, Räume zu öffnen, in denen sich alle berufen fühlen, und neue Formen der Gastfreundschaft, Brüderlichkeit und Solidarität zuzulassen. Durch sein Kreuz sind wir gerettet, damit wir die Hoffnung annehmen und zulassen, dass sie alle möglichen Maßnahmen und Wege stärkt und unterstützt, die uns helfen können, uns selbst und andere zu beschützen. Den Herrn umarmen, um die Hoffnung zu umarmen – das ist die Stärke des Glaubens, der uns von der Angst befreit und uns Hoffnung gibt.

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Liebe Brüder und Schwestern, von diesem Ort aus, der vom felsenfesten Glauben Petri erzählt, möchte ich heute Abend euch alle dem Herrn anvertrauen und die Muttergottes um ihre Fürsprache bitten, die das Heil ihres Volkes und der Meerstern auf stürmischer See ist. Von diesen Kolonnaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gottes wie eine tröstende Umarmung auf euch herab. Herr, segne die Welt, schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost. Du möchtest, dass wir keine Angst haben; doch unser Glaube ist schwach und wir fürchten uns. Du aber, Herr, überlass uns nicht den Stürmen. Sag zu uns noch einmal: „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,5). Und wir werfen zusammen mit Petrus „alle unsere Sorge auf dich, denn du kümmerst dich um uns“ (vgl. 1 Petr 5,7.

Hinweis:
Der Wortlaut des Gebetes ist untenstehend auch als Downloaddatei verfügbar.

Bischof Bätzing zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung in der Corona-Krise

27. March 2020 - 11:24

Anlässlich der heute (27. März 2020) im Bundesrat verabschiedeten Maßnahmen für die Bundesrepublik Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie, die bereits im Deutschen Bundestag beschlossen und von der Bundesregierung eingebracht wurden, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„In diesen Tagen erleben wir, mit welcher Entschlossenheit die Verantwortlichen in Bund und Ländern die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Deutschland einzudämmen und zu bekämpfen suchen. Dies zeigt sich ganz besonders mit dem in dieser Woche im Deutschen Bundestag und heute im Bundesrat verabschiedeten beispiellosen Hilfspaket.

Es verdient große Anerkennung, mit welcher Dynamik Bundes- und Landesregierungen sowie die Parlamente reagieren und dringend notwendige Hilfsmaßnahmen auf den Weg bringen. Die Unterstützung, die diese Gesetzesvorschläge von den Oppositionsparteien erfahren, macht deutlich, dass es in unserem demokratischen Gemeinwesen einen Zusammenhalt im Sinne des Gemeinwohls gibt, den wir ebenso im gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Umgang wahrnehmen. Für ihre Tatkraft und ihren unermüdlichen Einsatz möchten wir Bischöfe den politisch Verantwortlichen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch manche Nachtschicht eingelegt haben, nachdrücklich Dank sagen.

Es ist gut und stiftet Zuversicht, dass das Maßnahmenpaket an die konkreten Sorgen der Menschen in unserem Land anknüpft. Die Verantwortlichen sind erkennbar darum bemüht, den existentiellen Nöten von Bürgerinnen und Bürgern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, von Selbstständigen, Menschen aus der Wirtschaft und von Unternehmen wie sozialen Dienstleistern mit unterschiedlichen, auf die jeweiligen Bereiche abgestimmten Hilfsmaßnahmen zu begegnen. Zudem wird mit den Leistungen für Krankenhäuser das Gesundheitssystem unterstützt, in dem sich Beschäftigte und Freiwillige schon jetzt bis über die Erschöpfungsgrenze hinaus dafür einsetzen, dass jeder an dem COVID-19-Virus erkrankte Mensch und alle anderen Patienten jene Behandlung erhalten, die sie benötigen.

Diese Krise verlangt von uns allen Durchhaltevermögen und bringt spürbare, bisweilen schmerzhafte Einschränkungen der persönlichen Freiheit und im öffentlichen Leben mit sich. Sie fordert uns als Gesellschaft heraus, neue Formen des Austauschs und der Nähe zu finden. Als Kirche sind wir gefordert, neue Formen des Gebets und der Seelsorge anzubieten.

Wir alle werden über einen längeren Zeitraum Regeln einhalten müssen, die zur Verzögerung und Eindämmung der Pandemie entscheidend sind. Zudem sind ergänzende Hilfsmaßnahmen notwendig, die weiterhin zügiges politisches Handeln erfordern. Die beschlossenen Gesetze sind daraufhin zu prüfen, ob sie die beabsichtigten Wirkungen erzielen. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass diese Pandemie in Deutschland, Europa und weltweit jene besonders massiv trifft, die ohnehin am schwächsten und hilfebedürftig sind.“

Querida Amazonia von Papst Franziskus als Broschüre erschienen

27. March 2020 - 8:26

Das Nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus Querida Amazonia („Geliebtes Amazonien“), das am 12. Februar 2020 veröffentlicht wurde, ist jetzt als Broschüre in der Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ der Deutschen Bischofskonferenz erschienen. Die lehramtliche Reflexion des Papstes bezieht sich auf die Sonderversammlung der Bischofssynode für die Amazonas-Region, die vom 6. bis 27. Oktober 2019 im Vatikan stattfand. Das Nachsynodale Schreiben will das Schlussdokument der Synode weder ersetzen noch wiederholen. Papst Franziskus ermutigt, beide Texte zu lesen, weshalb in die heute (27. März 2020) veröffentlichte Broschüre auch das Schlussdokument vom Oktober 2019 eingefügt worden ist.

Das Nachsynodale Schreiben selbst bietet einen Reflexionsrahmen an, um „einer Zusammenschau einiger großer Anliegen konkret Gestalt zu geben“. Querida Amazonia stellt vier Visionen in den Mittelpunkt, die sich an den vier Wegen zur Umkehr, welche im Schlussdokument der Synode aufgezeigt wurden, orientieren. So antwortet der Papst auf die Synode mit der Beschreibung einer sozialen, einer kulturellen, einer ökologischen und einer kirchlichen Vision.


Hinweis:

Das Nachsynodale Apostolische Schreiben „Querida Amazonia von Papst Franziskus an das Volk Gottes und an alle Menschen guten Willens“ steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 222) bestellt werden.

Weiterführende Informationen zur Bischofsversammlung im Vatikan sind auf der Themenseite „Amazonassynode 2019“ verfügbar.

Aufruf der deutschen Bischöfe zur Unterstützung des Hilfswerks Misereor

26. March 2020 - 10:32

Der fünfte Sonntag der Fastenzeit ist in der katholischen Kirche in Deutschland der sogenannte „Misereor-Sonntag“: Die katholischen Christen zeigen sich an diesem Tag mit den Ärmsten in aller Welt solidarisch, indem sie für das bischöfliche Hilfswerk Misereor spenden. In ihrem Aufruf zur Unterstützung der diesjährigen Aktion würdigen die deutschen Bischöfe das Motto „Gib Frieden!“, das die mehrwöchige Fastenkampagne prägt: „In Deutschland leben wir seit 75 Jahren im Frieden. Gott sei Dank! Doch Friede hat keinen unbegrenzten Garantieanspruch. Wir Menschen müssen ihn immer wieder erstreben, neu erringen und mit Leben füllen. Das gilt in Europa wie in der Welt“.

Die Bischöfe weisen besonders auf die Hilfe von Misereor in Syrien und den umliegenden Ländern hin. Not werde gelindert und wichtige Beiträge werden  geleistet, um ein friedliches Miteinander in dieser Region wieder aufzubauen. „Dafür sind Bildung, gesundheitliche Basisdienste und psychosoziale Begleitung wichtig. Viele traumatisierte Menschen müssen ihre Gewalterfahrungen verarbeiten, um wieder Kraft für die Bewältigung ihres Alltags zu schöpfen und den Blick in die Zukunft richten zu können. Versöhnungsbereitschaft und Vertrauen sollen wieder wachsen“, schreiben die deutschen Bischöfe. Sie rufen dazu auf, die Friedensarbeit der Kirche mit einer großherzigen Spende zu unterstützen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie öffentliche Gottesdienste derzeit nicht stattfinden und die Kollekte am kommenden Sonntag nicht gehalten werden kann, bitten die Bischöfe die Gläubigen um Spenden direkt an das Hilfswerk Misereor.


Hinweis:

Das Spendenkonto von Misereor lautet: Misereor, IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC: GENODED1PAX, Pax-Bank Aachen. Die Spenden können auch an die Pfarrei übermittelt werden. Dabei sollten Umschläge mit dem Hinweis „Spende Misereor“ versehen werden. Auf Wunsch stellt die Pfarrei auch gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Besondere Fürbitte für die Karfreitagsliturgie

25. March 2020 - 11:27

Die Liturgie des Karfreitags besteht aus mehreren Teilen. Ein Element sind die sogenannten Großen Fürbitten, in denen die Kirche am Todestag Jesu für die Anliegen der Kirche und der Welt betet.

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie hat die Kongregation für den Gottesdienst in Rom eine zusätzliche Fürbitte angeregt, die jeweils in der Verantwortung der Diözesanbischöfe steht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), und der Vorsitzende der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), haben dazu in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut eine Fassung vorgelegt, die für den Gottesdienst am Karfreitag empfohlen wird.





Hinweise:

Der Text der Fürbitte ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar. Auf der Internetseite des Deutschen Liturgischen Instituts www.liturgie.de findet sich die Fürbitte auch in einer mit Noten unterlegten Fassung.

Weltweites Gebet mit Papst Franziskus

24. March 2020 - 12:26

Papst Franziskus hat für kommenden Freitag, 27. März 2020, um 18.00 Uhr zu einem weltweiten Gebet im Zeichen der Corona-Pandemie aufgerufen. Bereits am vergangenen Sonntag (22. März 2020) hatte er dazu eingeladen, sich mit ihm im Gebet zu verbinden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), ruft die Gläubigen der katholischen Kirche in Deutschland auf, sich an diesem Gebet zu beteiligen: „Es ist eine gute Gelegenheit, sich als Universalkirche mit dem Heiligen Vater vereint zu wissen und in dieser schweren, leidgeprüften Zeit das gemeinsame Gebet zu suchen.“ Die Einladung von Papst Franziskus zeige, wie sehr es ihm ein Anliegen sei, Kirche als betende Weltgemeinschaft in einer solchen Krise zu erfahren. „Ich lade dazu ein, am kommenden Freitag um 18.00 Uhr mitzubeten, jede und jeder auf eigene Weise. Lassen wir so eine sichtbare Gebetskette entstehen, die Hoffnung vermittelt.“

Papst Franziskus wird zum Abschluss des Gebetes auf dem Petersplatz in Rom den Segen „Urbi et Orbi“ spenden.

Hinweise:
Das Gebet wird live über Vatican News übertragen. Auf der Themenseite Coronavirus – zur aktuellen Situation wird fortlaufend aktualisiert, welches Medium das Gebet ebenfalls übertragen wird. Auch sind dort unter anderem Links zu den Maßnahmen aller (Erz-)Bistümer, Hinweise auf Gottesdienstangebote im Internet und Gebetsvorschläge des Deutschen Liturgischen Instituts verfügbar.

Gemeinsames Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland zur Corona-Krise

20. March 2020 - 11:06

Anlässlich der weltweiten Corona-Pandemie rufen die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche in Deutschland zu Zuversicht und Vertrauen auf. Jeder könne sich der solidarischen Unterstützung, des Beistands und Gebets gewiss sein. Das schreiben in einem heute (20. März 2020) veröffentlichten gemeinsamen Wort unter dem Titel „Beistand, Trost und Hoffnung“ der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos.

Wie alle unverschuldete Not, die über die menschliche Gemeinschaft kommt, so kenne auch diese Krise keine Gerechtigkeit. Deshalb, so die Kirchenvertreter, seien das Füreinander-Dasein und die Solidarität in dieser Zeit unabdingbar, um das humane Angesicht der Gesellschaft nicht zu entstellen oder gar zu zerstören. Ausdrücklich danken die Kirchen allen im Gesundheitswesen, Ärztinnen und Ärzten, Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern und Freiwilligen, die oft bis zur Erschöpfung dafür sorgten, dass die Erkrankten die bestmögliche Versorgung erhielten.

Landesbischof Bedford-Strohm, Bischof Bätzing und Metropolit Augoustinos appellieren in ihrem Wort, dass Grenzen und Barrieren, die derzeit errichtet werden müssten, nicht die Grenzen in den Herzen hochziehen dürften. „In einer solch existenziellen Krise, in der auch die gesellschaftlichen Institutionen spürbar an ihre Grenzen stoßen, kommt es auf jede und jeden Einzelnen an. Aber nicht, weil sich jeder dann selbst der Nächste ist und jeder für sich allein kämpft, sondern weil jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort und jede helfende Hand besonders zählen und viel bedeuten. Es tut in der Seele gut zu sehen, wie viel gelebte Humanität es angesichts dieser Krise in unserer Gesellschaft gibt.“ Gleichzeitig seien gerade die Christen in diesen Tagen mit der Frage nach dem Sinn menschlichen Leids konfrontiert, worauf es keine einfachen Antworten gebe: „Die biblische Botschaft und der christliche Erlösungsglaube sagen uns Menschen jedenfalls zu: Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist“, so die Vertreter der Kirchen in Deutschland.

 


Hinweise:

Das gemeinsame Wort „Beistand, Trost und Hoffnung“ ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar. Eine Kurzfassung mit Zitaten von Metropolit Augoustinos, Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing finden Sie auf Facebook.

Auf der Themenseite Coronavirus – zur aktuellen Situation sind unter anderem Links zu den Maßnahmen aller (Erz-)Bistümer, Hinweise auf Gottesdienstangebote im Internet und Gebetsvorschläge des Deutschen Liturgischen Instituts verfügbar.

Einigung mit GEMA und VG Musikedition für die Übertragung von Gottesdiensten oder anderen liturgischen Feiern über das Internet

19. March 2020 - 18:17

Aufgrund der neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit der aktuellen Herausforderung zum Coronavirus (COVID-19) besteht vielerorts das Bedürfnis nach Übertragungen von Gottesdiensten oder anderen liturgischen Feiern über das Internet. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat in den vergangenen Tagen das Gespräch mit den zuständigen Verwertungsgesellschaften GEMA und VG Musikedition gesucht, um die rechtlichen Fragen bezüglich der bestehenden Gesamtverträge zu klären. Es ist gelungen, mit den Verwertungsgesellschaften eine Einigung für eine solche Übertragung zu erreichen, ohne dass es für eine Vielzahl der unterschiedlichen Übertragungswege über das Internet einer Genehmigung bedarf.

Der Pauschalvertrag mit der GEMA zur Abdeckung der Nutzung von noch urheberrechtlich geschützten Werken der Musik in Gottesdiensten und anderen liturgischen Feiern erfasst das Live-Streamen über das Internet, beispielsweise über die Internetseiten der Pfarreien oder bei Bedarf auch über die Portale Facebook oder Skype. Nach Auskunft der GEMA sind auch Gottesdienste, die in YouTube oder in andere Social Media Plattformen eingestellt werden, hinsichtlich der der GEMA zustehenden Rechte abgegolten.

Mit der VG Musikedition ist in den vergangenen Tagen die Vereinbarung erreicht worden, dass für den Zeitraum von sechs Monaten bis Ende September 2020 der Pauschalvertrag zwischen der VG Musikedition und dem VDD dahingehend erweitert wird, dass die Berechtigten das Recht erhalten, Lieder/Liedtexte im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten (max. 72 Stunden) Übertragung von Gottesdiensten über das Internet den Gläubigen zu Verfügung zu stellen. Wenn diese Bedingungen eingehalten werden, entstehen für die (Erz-)Bistümer keine Kosten, weil diese Leistung von der Pauschalvereinbarung abgedeckt ist.  

 
Hinweis:

Die grundsätzlichen Hinweise zur Nutzung von Musikwerken bei kirchlichen Feiern sind im Downloadbereich des VDD verfügbar.

Ökumenische „Woche für das Leben“ wird auf 2021 verschoben

19. March 2020 - 17:06

Unter dem Leitwort „Leben im Sterben“ sollte die Woche für das Leben vom 25. April bis 2. Mai 2020 stattfinden. Die bundesweite Eröffnung mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer thematischen Veranstaltung war für den 25. April 2020 in Augsburg geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen der Auftakt und die gesamte Woche für das Leben abgesagt werden. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bedauern diesen Schritt, der aber aufgrund kirchlicher und behördlicher Entscheidungen notwendig ist. Das für 2020 geplante Thema „Leben im Sterben“ soll im kommenden Jahr erneut aufgenommen werden.

Die Woche für das Leben ist seit 1994 die ökumenische Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD zur Anerkennung der Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in allen Phasen. Die Aktion, die immer zwei Wochen nach Karsamstag beginnt und sieben Tage dauert, will jedes Jahr Menschen in Kirche und Gesellschaft für die Würde des menschlichen Lebens sensibilisieren.

Hinweis:

Informationen zur Woche für das Leben sind unter www.woche-fuer-das-leben.de verfügbar.

Familienbischof Heiner Koch zur Corona-Krise

18. March 2020 - 16:08

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), hat an die Solidarität mit den Familien appelliert, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind.

„Die augenblicklich notwendigen und sehr sinnvollen, aber auch sehr restriktiven Maßnahmen zur Verlangsamung einer Corona-Pandemie verlangen von uns allen eine große Disziplin und eine noch größere Rücksichtnahme gegenüber unseren Mitmenschen, vor allem gegenüber den in besonderem Maße Schutzbedürftigen“, sagt Erzbischof Koch. Als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz lägen ihm besonders diejenigen Familien am Herzen, die durch die jetzige Situation schlicht überfordert seien. „Ich denke vor allem an die Alleinerziehenden, die in der Regel einer Erwerbsarbeit nachgehen und die einzigen Verdiener der Familie sind. Sie stehen angesichts der Schließung der gewohnten Kinderbetreuungseinrichtungen ohne Unterstützung vor der nicht zu bewältigenden Herausforderung, Broterwerb und Kinderbetreuung ‚unter einen Hut‘ zu bringen.  Ich denke aber auch an die vielen Familien in unserem Land, die sich redlich in ihrem Alltag mühen, ihren Kindern gute Eltern zu sein und die gerade eben ihr monatliches Auskommen haben. Sie sind bei einem drohenden reduzierten Lohn schlicht verzweifelt, wie es gelingen kann, als Familie funktionsfähig zu bleiben. Und ich denke an jene Kinder, die keine Zuneigung in ihren Familien erfahren. Sie dürfen nicht noch weiter abgehängt werden.“

Der Erzbischof erinnerte daran, dass für Christen Nächstenliebe und die Sorge um die Schwächsten und Hilfsbedürftigen einer Gesellschaft unaufgebbar seien. Dies bedeute keineswegs nur finanzielle Hilfe, so Erzbischof Koch weiter. „Zeit und Zuwendung kosten oftmals keinen Cent, sind aber in diesen Tagen, in denen wir alle zusammenstehen müssen, meist wertvoller und nützlicher als jeder Scheck, der manchmal aber auch als Überbrückung weiterhilft.“ Er hoffe auf das große Potential an Hilfsbereitschaft, das in den Pfarrgemeinden vorhanden ist, wohl wissend, dass hinsichtlich einer Infektionsmöglichkeit mit dem Corona-Virus besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden müssen.

Deutsche Bischofskonferenz informiert über Coronavirus COVID-19

16. March 2020 - 14:38

Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf der Internetseite www.dbk.de Informationen rund um den Coronavirus COVDI-19 gebündelt und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verantwortlichkeit für Maßnahmen in den (Erz-)Bistümern wie Gottesdienstangebote, das Schließen von Kirchen und Bildungshäusern etc. ganz bei den jeweiligen (Erz-)Bistümern liegt.

Das Themendossier Coronavirus – zur aktuellen Situation enthält Links zu den  Maßnahmen aller Bistümer. Ebenso findet der Nutzer Hinweise auf Gottesdienstangebote im Internet und Gebetsvorschläge des Deutschen Liturgischen Instituts sowie die Empfehlungen des Sekretariats zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus COVID-19 vom 26. Februar 2020.

Erzbischof Heße beendet Reise nach Marokko und Melilla

13. March 2020 - 13:26

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), hat heute (13. März 2020) seine fünftägige Reise nach Marokko und in die spanische Exklave Melilla (9.–13. März 2020) beendet. „Nordafrika ist eine der großen Bruchlinien des internationalen Flucht- und Wanderungsgeschehens und damit auch für Europa von höchster Bedeutung. Das Ziel meines Besuches bestand darin, die bedrängenden Lebensumstände der Geflüchteten mit eigenen Augen zu sehen. Es ging mir aber auch darum, die Auswirkungen des Migrationsgeschehens auf die dort lebende einheimische Bevölkerung kennenzulernen und das Engagement der Kirche zu würdigen.“

Marokko ist seit einigen Jahren nicht mehr nur ein Herkunfts- und Transitland, sondern auch ein Aufnahmeland für Migranten aus Subsahara-Afrika und dem Mittleren Osten. Flüchtlinge, die Menschenrechtsverletzungen und Kriegen zu entkommen suchen, halten sich hier ebenso auf wie Migranten, die die aussichtslosen Verhältnisse in ihren Heimatländern auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verlassen haben. Viele wollen den Weg nach Europa einschlagen, manche haben sich aber auch mit dem Gedanken arrangiert, sich in Marokko ein neues Zuhause aufzubauen.

In der marokkanischen Hauptstadt Rabat informierte sich Erzbischof Heße bei Treffen mit der Migrationsministerin Nezha El Ouafi und dem Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Marokko, Wolf-Henning Grundies, über die Pläne der marokkanischen Regierung zum Umgang mit dem Migrationsgeschehen und Möglichkeiten internationaler Unterstützung. Ausführlich ließ sich der Erzbischof über Pilotprojekte der marokkanischen Agentur für Arbeit (ANAPEC) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterrichten, die sowohl die Beratung von Rückkehrern als auch Möglichkeiten der Arbeitsmigration nach Deutschland zum Thema haben. Im Gespräch mit dem UNHCR-Repräsentanten François Reybet-Degat wurde das in Entstehung befindliche marokkanische Asylgesetz und die Zusammenarbeit des UNHCR mit den marokkanischen Flüchtlingsbehörden erörtert. „Ich habe viel guten Willen der Regierung und der internationalen Organisationen bei der Bewältigung der schwierigen Aufgaben wahrgenommen. Das ist gerade in Zeiten der zunehmenden Ablehnung von Schutzsuchenden und Migranten von großer Bedeutung. Man darf allerdings auch nicht die Differenz übersehen, die zwischen den Willensbekundungen der Regierung und der konkreten Praxis vor Ort besteht“, erklärte Erzbischof Heße vor seinem Rückflug nach Deutschland.

Während seines Aufenthalts in Nador und Melilla an der marokkanisch-spanischen Grenze hatte der Vorsitzende der Migrationskommission Gelegenheit, einer größeren Zahl von Flüchtlingen und Migranten zu begegnen. „Mich hat das Gespräch mit den Frauen und Männern tief berührt, die in den Wäldern rund um Nador leben. Sie haben sich aus Ländern Westafrikas bis nach Marokko durchgeschlagen, getragen von der Hoffnung auf ein neues Leben in Europa. Aber die Grenzen sind schwer bewacht und eine tiefsitzende Scham verbietet jeden Gedanken an eine Rückkehr in die alte Heimat. Auf sich allein gestellt, sind diese Menschen hoch verletzlich. Sie berichten von Gewalttaten Krimineller, aber auch von Übergriffen staatlicher Sicherheitsorgane“, so Erzbischof Heße. In Melilla traf der Flüchtlingsbischof Asylbewerber aus der staatlichen Erstaufnahmeeinrichtung, die von ihrem teils lebensgefährlichen Weg über die EU-Außengrenze berichteten. Immer wieder versuchen diese Menschen, Spanien mit Booten zu erreichen oder den stark befestigten Grenzzaun zu überwinden. Dabei sind sie kriminellen Schlepperbanden ausgeliefert. „Ich bin einem kamerunischen Geflüchteten begegnet, der jahrelang immer wieder den Versuch unternommen hat, nach Melilla zu gelangen. Bei seinem letztlich erfolgreichen Anlauf über das Meer kamen, so der Mann, 25 von 80 Bootsflüchtlingen ums Leben“, berichtete Erzbischof Heße. „Mich erschüttern diese menschlichen Schicksale. Es ist wichtig, sie immer neu zu erinnern, damit uns in Deutschland und Europa das Gespür für das wirklich Wichtige nicht verloren geht.“

Obwohl es in Marokko keine einheimischen Christen gibt, leistet die katholische Ortskirche, die ausnahmslos aus Migranten und aus dem Ausland kommenden Ordensgemeinschaften besteht, in der Begleitung und Betreuung von Migranten und Flüchtlingen Beachtliches. „Bei allen konkreten Hilfeleistungen und Aktivitäten steht im Vordergrund, die betroffenen Menschen spüren zu lassen: Wir haben Würde!“, erklärte Erzbischof Heße. Dabei reicht die Hilfe von der Verteilung von Nahrungsmitteln und Decken über die psychosoziale und medizinische Unterstützung bis zu Sprachkursen, rechtlicher Beratung und beruflicher Qualifizierung. Die Erzdiözesen Rabat und Tanger sind hier engagiert, ebenso die Caritas Marokko und die Jesuiten. Im Gespräch machte der Erzbischof von Rabat, Kardinal Cristobal Lopez Romero, nachdrücklich deutlich, dass die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen für ihn einen Schwerpunkt seines Dienstes darstellt. „Ich habe ihn als echten Hoffnungsträger in einer schwierigen Situation kennengelernt“, unterstrich Erzbischof Heße.

Mehr noch als in Marokko ist die Kirche im spanischen Melilla in der Lage, sich den Herausforderungen durch Flucht und Wanderung zu stellen. Neben der praktischen Hilfe rücken hier die Menschenrechtsarbeit und politische Fragen in den Vordergrund.

„Vom Kardinal bis zu den Engagierten vor Ort wurde ich darauf angesprochen, wie wert- und wirkungsvoll die Unterstützung ist, die die Kirche in Marokko und Melilla vonseiten katholischer Organisationen aus Deutschland, wie Caritas International und Misereor, erhält. Diese Hilfe müssen wir fortsetzten!“, so Erzbischof Heße. „Neben der praktischen Unterstützung ist es Aufgabe der Kirche, das Schicksal der Migranten immer wieder auch politisch anzusprechen. Grenzzäune allein sind ganz sicher keine Lösung! Eine humane Gestaltung des Grenzregimes ist erforderlich und auf mittlere Frist müssen Grenzen auch zu Brücken werden! Gerade nach meinem Besuch in der marokkanisch-spanischen Region werde ich diese Botschaft nachdrücklich im öffentlichen und politischen Diskurs unterstreichen.“


Hinweis:

Eindrücke von der Reise nach Marokko sind im Themendossier Flüchtlingshilfe unter Informationsreisen sowie auf Facebook (www.facebook.com/dbk.de) verfügbar.

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2020 der Deutschen Bischofskonferenz

11. March 2020 - 10:07

Susan Kreller erhält den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2020 der Deutschen Bischofskonferenz für das im Carlsen Verlag erschienene Buch „Elektrische Fische“. Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 231 Titeln ausgewählt, die von 71 Verlagen eingereicht wurden.

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Susan Kreller erzählt die Geschichte von Emma, die mit ihrer Familie das vertraute Dublin verlassen muss und zu ihren deutschen Großeltern in ein kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern zieht. Nur wenige Stunden nach der Ankunft in Deutschland ist für Emma klar, dass sie nach Hause zurück will. An den Romanfiguren zeigt sich, „wie unterschiedliche Menschen den Begriff Heimat für sich definieren und mit dem Verlust des Zuhauses umgehen“, so Weihbischof Brahm. Die Leser erleben Emmas Dazwischen-Sein, ihr Fremdfühlen an dem Ort, der ab nun ihr Zuhause sein soll. Die Jury empfiehlt das Buch für Jugendliche ab 13 Jahren.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 31. Mal vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), zeichnet die Preisträgerin am 27. Mai 2020 im Erbacher Hof in Mainz aus. Der Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises gehören neben dem Juryvorsitzenden, Weihbischof Robert Brahm (Trier), Prof. Dr. Norbert Brieden (Wuppertal), Cornelia Klöter (Leipzig), Bettina Kraemer (Bonn), Susanne Kriesmer (Burgbrohl), Dr. Heidi Lexe (Wien), Dr. Klara Asako Sarholz (Bottrop), Prof. Dr. Markus Tomberg (Fulda), Elisabeth Wagner-Engert (Augsburg) und Anna Winkler-Benders (Frankfurt) an.

Jurybegründung:
„Home“. Der Begriff ist „so kurz wie ein Ausatmen“. Und in Irland auch „so wichtig wie Atmen“. Die deutsche Sprache hingegen nutzt ein zweisilbiges Wort: „Hei-mat“. Diese Zweisilbigkeit birgt bereits die Möglichkeit eines „Dazwischen“, wie Emma es formuliert. Denn in einem solchen Dazwischen findet Emma sich wieder, als sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern von Irland nach Deutschland zieht. An einen Ort, den andere längst verlassen haben und der Emma auf den ersten Blick entleert und peripher scheint: Velgow, ein fiktives Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Die Topografie spiegelt dabei die Entwurzelung Emmas ebenso wie all jene Gerüche und Gefühle, die der Ich-Erzählerin fremd erscheinen. Zuallererst jedoch spiegelt sich diese Fremdheit in der Sprache wider. So sagt Emma: „Ich bin in einem Deutsch gelandet, in dem ich mich immer wieder verlaufe.“

Ganz aus der Situation heraus schildert die Autorin in poetischen Bildern die Erlebnisse einer jugendlichen Figur, die über die unterschiedlichen Dimensionen von Heimat und Zugehörigkeit nachdenken lassen, ohne dabei reflexartig in Nationalismen zu verfallen. Denn Heimat ist für Emma und deren Familie eine Frage der identitätsstiftenden Verortung im eigenen Leben und damit ausdrücklich an familiäre, sprachliche und alltagskulturelle Erfahrungen gebunden. Dort, wo scheinbar längst alles dichtgemacht wurde, öffnen sich für Emma neue Möglichkeiten unerwarteter Beheimatung. Das „harte Brot“ der Illusion von Heimat weicht nach und nach jenen zwischenmenschlichen Gesten und Erfahrungen, mit denen ein Verstummen, Erstarren oder Überspielen der Gefühle in eine neue Dynamik zwischen Fremdheit und Vertrautheit mündet.

Die mit der neuen Situation überforderten Großeltern, Emmas Schwester Aoife, die aufgehört hat zu sprechen, Emmas Bruder Dara, der die Partygewohnheiten der Dorfjugend inhaliert, Emmas Mutter, die ihre Zeit am Kaffeehaustischchen des örtlichen Bäckers verbringt – sie alle machen in vielen kleinen, aber mit immenser sprachlicher Exaktheit geschilderten Beobachtungen sichtbar, woran sich die eigene Verlorenheit zeigt und wie durch minimale Verschiebungen letztlich doch Neu-Verortungen möglich werden. Ganz im Sinne der Tauferfahrung erlebt Emma dabei die Transformation ihrer scheinbar ausgetrockneten, brachliegenden Existenz.

Zur Autorin:
Susan Kreller, 1977 in Plauen geboren, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über deutsche Übersetzungen englischsprachiger Kinderlyrik. Sie lebt mit ihrer Familie in Bielefeld und arbeitet als freie Journalistin und Autorin. Susan Kreller ist Gewinnerin des Kranichsteiner Literaturstipendiums, wurde bereits dreimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und hat ihn 2015 für ihren Roman „Schneeriese“ gewonnen.


Hinweise:

  • Zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz erscheinen bis Ende März 2020 die Arbeitshilfe Nr. 312 „Preisbuch 2020 und empfohlene Bücher“ mit Rezensionen aller Titel sowie ein Preisträgerplakat 2020 im Format DIN A1. Beides kann in der Rubrik Veröffentlichungen bestellt und nach dem Erscheinen als pdf-Datei heruntergeladen werden.
  • Informationen zur Jury und zur Geschichte des Preises sowie alle Siegertitel inklusive Jurybegründungen seit 1979 finden Sie auf der Seite „Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis“ (Rubrik Themen/Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz).
  • Fotos des Preisbuchcovers sowie der Preisträgerin finden Sie zum Herunterladen in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung. Bitte beachten Sie die jeweiligen Copyrightangaben.

Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz reist nach Marokko

9. March 2020 - 10:26

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), reist heute (9. März 2020) nach Marokko. Bis Freitag (13. März 2020) wird er sich dort über die Situation von Flüchtlingen und Migranten informieren.

Zu Beginn seiner Reise erklärte er: „In Marokko kommen unterschiedliche Facetten von Migration und Flucht zusammen. Es ist Herkunfts-, Transit- und Zielland von Wanderungsbewegungen. Viele Flüchtlinge versuchen, sich nach Europa durchzuschlagen. Doch die Grenze zu Spanien wird, teilweise mit hartem Einsatz von Gewalt, bewacht und der Weg über das Mittelmeer endet für viele auf tragische Weise tödlich. Die Frage, wie wir zu einer Verantwortungsteilung kommen, wird mich bei meiner Reise begleiten.“

2019 lebten etwa 10.000 registrierte Flüchtlinge in Marokko, mehrheitlich aus Syrien, Kamerun und Jemen. Daneben gibt es mehrere Zehntausend Migranten, die aus der Subsahara-Region in das Land gekommen sind. Für die meisten dieser Menschen ist Marokko nur Transitland. Marokko wird aber auch mehr und mehr zu einem Zielland für Migranten und muss erst lernen, mit dieser Entwicklung umzugehen.

Die Themen Migration, Flucht und Rückkehr stehen im Fokus der Reise von Erzbischof Heße. Die dortige katholische Kirche, die weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung ausmacht, engagiert sich in der Begleitung und Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen. Erzbischof Heße wird mehrere Gespräche mit kirchlichen Verantwortungsträgern führen, etwa mit Kardinal Cristobal Lopez Romero (Rabat), dem Apostolischen Nuntius in Rabat, Erzbischof Vito Rallo und mit Repräsentanten von Caritas Marokko. Ebenfalls ist der Besuch des Caritas-Erstaufnahmezentrums für Migranten geplant.

Erzbischof Heße wird außerdem Gelegenheit haben, sich mit dem Geschäftsträger der Deutschen Botschaft, Wolf-Henning Joachim Grundies, und mit dem UNHCR-Repräsentanten, François Reybet-Degat, auszutauschen. Fragen der Integration von Rückkehren werden mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Marokkanischen Agentur für Arbeit (ANAPEC) erörtert. Ein Gespräch mit der marokkanischen Ministerin für Migrationsangelegenheiten, Nezha El Ouafi, ist vorgesehen.

In Nador, an der Grenze zur spanischen Exklave Melilla gelegen, wird sich Erzbischof Heße mit Migrations-Fachleuten der Erzdiözese Tanger treffen und verschiedene örtliche Projekte in Augenschein nehmen. Zum Abschluss der Reise sind Gespräche mit dem Direktor der temporären Aufnahmezentren (CETI) in Melilla sowie mit Menschenrechtsexperten des spanischen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes und lokaler Nichtregierungsorganisationen geplant.

Hinweis:
Kürzere Interviews mit Erzbischof Heße sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).

Abschlusspressekonferenz der Frühjahrs-Vollversammlung 2020 der Deutschen Bischofskonferenz in Mainz

5. March 2020 - 10:56

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist heute (5. März 2020) zu Ende gegangen. Seit Montag haben die (Erz-)Bischöfe über vielfältige Fragen und Aufgaben beraten.

Die deutschen Bischöfe haben mit Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg) in der Vollversammlung einen neuen Vorsitzenden gewählt und den Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, wiedergewählt. Pater Langendörfer hat angekündigt, diese Aufgabe bis spätestens Ende des Jahres 2020 auszuüben.
 
Die Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe hat sich maßgeblich mit der Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids für Betroffene von sexuellem Missbrauch befasst. Ausgehend von den Empfehlungen einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die bei der Herbst-Vollversammlung 2019 präsentiert wurden, haben die Bischöfe Grundsätze für das weiterentwickelte Verfahren verabschiedet. Zur Umsetzung dieser Grundsätze werden offene Verfahrensfragen und Details bis Herbst 2020 geklärt.
 
Weitere Schwerpunkte waren die Lage der Christen in Syrien, eine erste Analyse zum Beginn des Synodalen Weges sowie die Planungen zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main.
 
Wir dokumentieren den Pressebericht zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, den der Vorsitzende, Bischof Dr. Georg Bätzing, bei der Abschluss-Pressekonferenz am 5. März 2020 vorgestellt hat sowie Anlage 1 (Grundsätze zur Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids). Die pdf-Dateien sind ist unten zum Herunterladen verfügbar.

Predigt von Erzbischof Stephan Burger (Freiburg)

5. March 2020 - 6:20

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

es liest sich so leicht: „Bittet, dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.“

Die verschiedenen Probleme, die wir derzeit in unserer Kirche haben, die Prozesse, die angestoßen worden sind – bis hin zu den gegensätzlichen theologischen wie auch ganz praktischen Umsetzungsvorstellungen - scheinen die Bitte Jesu ins Absonderliche zu führen. Denn beten wir nicht alle darum, dass sich all diese Probleme lösen lassen, dass der Herr uns doch klar zu erkennen geben sollte, was er von uns will? Beten wir nicht darum, dass sich unsere je eigenen Wünsche und Vorstellungen, ja unsere angedachten Lösungsmodelle erfüllen mögen? Aber auf wen sollte sich Gott nun einlassen? Wem sollte er Gehör schenken und welche Bitten und Forderungen umsetzen?           Bringen wir Gott oder nicht vielmehr uns selbst in die Bredouille? Und um was haben Menschen nicht schon alles gebetet. Bei existentiellen Bitten um Leib und Leben angefangen, ohne die Sorge um den Wohlstand und die Erhöhung von Gewinnchancen bei Sport und Spiel auszuschließen.

„Bittet, dann wird euch gegeben.“ Wir alle kennen zur Genüge die Bitten, die auch nicht erhört worden sind. Da sterben Menschen, für die wir intensiv gebetet haben, geschehen Unfälle trotz des Reisesegens. Da wollen Schmerzen und Umstände sich nicht verändern, obwohl wir unsere Peiniger oder Kritiker doch schon ins Gebet hineingenommen haben.

„Bittet, dann wird euch gegeben.“ Woran liegt es nun, dass diese Aufforderung Jesu so augenscheinlich nicht bzw. nicht immer oder bei manchen nur in seltenen Fällen funktioniert, entgegen der klaren Ansage, dass gegeben wird? Nicht anders verhält es sich ja mit dem Suchen und Finden! Allzu vieles wurde eben nicht gefunden. Nicht wenige Menschen bleiben verschwunden, im Krieg, bei Umweltkatastrophen! „Sucht, dann werdet ihr finden“? Und schon seit Kindertagen und als Jugendlicher, als ich als Sternsinger unterwegs war, machte ich die Erfahrung, dass beim Anklopfen nicht geöffnet wird, sondern man auch mit Wut und Ärger von der Türe abwiesen werden konnte.

„Klopft an, dann wird euch geöffnet“? Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Zusage Jesu – oder sagen wir besser, aufgrund unserer erlebten Erfahrung – dieser zu hinterfragenden Behauptung, mag im letzten Satz des Tagesevangeliums liegen: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“ Und das setzt voraus, sein eigenes Wünschen und Wollen zu reflektieren. Geht es mir bei dem, was ich will, wirklich auch um das Wohl der anderen? Oder geht es um meinen eigenen Vorteil? Geht es ums Rechthaben, ums Durchsetzungsvermögen oder geht es um den Willen dessen, in dessen Namen wir unterwegs sind, verpflichtet auf sein Evangelium? Das Gebet der Königin Esther macht deutlich, was es heißt, sich ganz und gar auf Gott zu verlassen, ihm zu vertrauen. Sie hat keine Sicherheiten. Sie hat nur noch Gott. In seine Hände legt sie das Schicksal ihres Volkes und ihr eigenes. Mehr kann sie nicht tun. Und sich daran zu erinnern, dass auch wir uns einmal ganz Gott verschrieben haben, sei es mit der Taufe, sei es im Empfang der weiteren Sakramente, in denen sich Gottesbegegnung immer wieder neu ereignet – wir müssen dies nur realisieren wollen –, ist ein wesentlicher Ansatz dafür, sich selbst zurückzunehmen, um für seinen Willen, für sein Handeln und Wirken an uns neu offen zu werden. Nicht unsere Maßstäbe sind es, die wir unserem Leben zugrunde legen dürfen. Nicht unsere eigenen Vorstellungen sind das Maß aller Dinge, sondern allein die Maßstäbe Gottes. Und das heißt vor allem, anzuerkennen, dass er nicht dafür da ist, es einem jeden von uns recht zu machen, damit wir zufrieden sind.

Vielmehr gilt es, anzuerkennen, dass er für uns da ist, in jeder Lebenslage, so wie wir für ihn da sein sollten und das heißt auch, für die Menschen, die unserer Hilfe und Unterstützung bedürfen. Für jene Menschen, die verzweifelt bitten, suchen und anklopfen. Eine Erfahrung, die ich bei meinen Reisen für Misereor und Caritas immer wieder machen darf, zuletzt im Libanon, in diesem politisch und gesellschaftlich so zerrissenen und aufgewühlten Land. Diese Erfahrung mache ich aber nicht nur dort. Wir alle erfahren und erleben dies auf vielfältige Weise bei unserer pastoralen Arbeit. Mit den uns anvertrauten Menschen gemeinsam bitten, suchen und anklopfen, um zu erkennen, was der Wille Gottes ist. Das heißt auch nicht, dass Gott deswegen einfach die Wünsche der anderen erfüllt. Es heißt vielmehr, sich mehr und mehr in das Geheimnis Gottes hinein zu vertiefen, sich dafür zu öffnen, was seinem Wesen entspricht. Und zu seinem Wesen stehen alle allzu menschlichen und oft so oberflächlichen Forderungen konträr. Nicht dass er nicht darum wüsste, das sehr wohl. Er kennt die Begehrlichkeiten des menschlichen Herzens, die Egoismen und unsere Abhängigkeiten. Sich in sein Wesen hinein zu vertiefen, verlangt jedoch unsere Hingabe an ihn. Das Zurückstellen der eigenen Befindlichkeiten, damit er sich in unserem Leben zeigen kann, damit er sichtbar und erfahrbar wird, und das nicht in erster Linie zum eigenen Nutzen, sondern vor allem für andere. Bitten, suchen, anklopfen für andere und das alles aufgrund seines Wesens der Liebe, die Gott selber ist.

Liebe Schwestern, liebe Brüder, wenn es uns wirklich bei all unserem Tun und Lassen um diese Liebe geht, um Christus, die menschgewordene Liebe, wenn es somit um das geht, was Christus gelebt und gewirkt hat, wenn es uns um Gott und den Menschen geht, um dessen Heil, dann erfüllen wir als Kirche seinen Auftrag, dann können wir unseren Weg in die Zukunft gehen, unabhängig aller prognostizierten Statistiken, unabhängig aller vorhergesagten Untergangszenarien, die uns da und dort als Kirche prophezeit werden.

Dann können wir unseren Weg in die Zukunft gehen, weil dann die Kirche den von Jesus Christus empfangenen Schatz, den wir in irdenen, in zerbrechlichen Gefäßen tragen, bewahren wird. Weil dann seine Kirche in der Liebe bleiben wird, die er zu leben uns aufgetragen hat. In diesem Sinne dürfen wir bitten, suchen und anklopfen. In diesem Sinne hat er selbst seinen Vater gebeten, hat er gesucht und angeklopft. In diesem Sinne feiern wir jetzt, was er uns aufgetragen hat. Denn mit dieser Feier dürfen wir ihn bitten, dürfen wir ihn suchen und bei ihm anklopfen. Und er will uns in dieser Feier geben, was er versprochen hat: sich selbst. Er lässt sich finden in seinem Wort, im Opfer seiner Lebenshingabe am Kreuz für uns. Und wer bei ihm anklopft, dem wird die Tür zum Mahl der Liebe geöffnet.