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Grußwort von Erzbischof Dr. Nikola Eterović, Apostolischer Nuntius in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. September 2019 - 18:57

„Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“
(Mt 28,18–20).


Eminenzen, Exzellenzen, liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst!

Mit diesen Worten endet das Matthäusevangelium. Der auferstandene Herr gibt seinen Jüngern vor der Auffahrt in den Himmel und zur Rechten des Vaters den Auftrag, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden. Es handelt sich hierbei um eine wichtige Entscheidung und ist gleichsam das Testament Jesu Christi, das auch die anderen Evangelisten mit ähnlichen Worten überliefern (vgl. Mk 16,15–17; Lk 24,46–47; Joh 20,19–23). Die christliche Urgemeinde hat die Worte Jesu so verstanden. Die Sendung des auferstandenen Herrn war der Anstoß zur Evangelisierung, die von Jerusalem aus die ganze Erde erfasst hat. Evangelisierung ist daher die für die Kirche durch alle Jahrhunderte hin charakteristische Tätigkeit, die bis zur Parusie dauern wird.

Diese Wahrheit wird in unseren Tagen durch den Heiligen Vater Franziskus von Beginn seines Pontifikates an bekräftigt. Im Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium, das am 24. November 2013 veröffentlicht wurde, schreibt er: „Die Evangelisierung folgt dem Missionsauftrag Jesu: ,Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe‘ (Mt 28,19–20). In diesen Versen ist der Moment dargestellt, in dem der Auferstandene die Seinen aussendet, das Evangelium zu jeder Zeit und an allen Orten zu verkünden, so dass der Glaube an ihn sich bis an alle Enden der Erde ausbreite“ (EG 19). Diese Aufgabe der Universalkirche gilt auch für die Teilkirchen: „Jede Teilkirche ist als Teil der katholischen Kirche unter der Leitung ihres Bischofs ebenfalls zur missionarischen Neuausrichtung aufgerufen. Sie ist der wichtigste Träger der Evangelisierung, insofern sie der konkrete Ausdruck der einen Kirche an einem Ort der Welt ist und in ihr die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Christi wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist“ (EG 30).

Schreiben des Heiligen Vaters

Am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, dem 29. Juni 2019, hat Papst Franziskus an diese Wahrheit erinnert und ein Schreiben an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland gerichtet. In diesem Brief zitiert der oberste Pontifex gut 15 Mal das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium. Dies ist der Schlüssel für das Verständnis des Dokumentes.

Das Schreiben des Heiligen Vaters verdient besondere Aufmerksamkeit. Es ist tatsächlich das erste Mal nach der Enzyklika Pius‘ XI. Mit brennender Sorge, dass der Papst den Gliedern der katholischen Kirche in Deutschland ein eigenes Schreiben widmet. Der Unterschied zwischen den beiden Dokumenten ist groß, denn die Enzyklika vom 14. März 1937 prangert die unzulässigen Eingriffe des nationalsozialistischen Regimes in die Angelegenheiten derkKatholischen Kirche an, während das aktuelle Schreiben innerkirchliche Themen aufgreift. Wir danken Gott dafür, dass die Beziehungen zwischen der Kirche und der Bundesrepublik Deutschland sehr gut sind und daher kein Eingreifen seitens des Heiligen Stuhls nötig ist.

Der Synodale Weg

Als Vertreter des Heiligen Vaters in Deutschland freue ich mich darüber, dass der Inhalt des Päpstlichen Schreibens Gegenstand des Studientags während dieser Vollversammlung sein wird. Ich zweifle nicht, dass der Brief des Papstes den sogenannten Synodalen Weg positiv beeinflussen wird, der einer der Gründe für den Brief des Bischofs von Rom war. So bezieht sich der Papst zu Beginn des Schreibens auf den Synodalen Weg, der nach einer Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) unternommen werden soll. Auch wenn man anerkennen muss, dass noch über die konkrete Bedeutung des Synodalen Weges diskutiert wird und darüber, wie er sich entwickeln wird, so stellt der Papst fest: „Es handelt sich im Kern um einen synodos, einen gemeinsamen Weg unter der Führung des Heiligen Geistes. Das aber bedeutet, sich gemeinsam auf den Weg zu begeben mit der ganzen Kirche unter dem Licht des Heiligen Geistes, unter seiner Führung und seinem Aufrütteln, um das Hinhören zu lernen und den immer neuen Horizont zu erkennen, den er uns schenken möchte. Denn die Synodalität setzt die Einwirkung des Heiligen Geistes voraus und bedarf ihrer“ (Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland Nr. 3).

Beim Empfang der Bischöfe der Synode der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche am 2. September 2019 hat der Heilige Vater Franziskus aus dem Stegreif eine Ansprache gehalten und den wichtigen Zusammenhang zwischen Synode, Synodalität und Heiligem Geist unterstrichen. Mit diesen Worten wird noch klarer sein Denken über die Bedeutung der Synodalität zum Ausdruck gebracht, vor allem, wenn er ausführt: „Es gibt aber eine Gefahr: zu glauben, heute, einen synodalen Weg zu machen oder eine Haltung von Synodalität zu haben, würde bedeuten, eine Meinungsumfrage zu machen, was denkst du darüber, darüber, darüber, … um dann zusammen zu kommen und einen Beschluss zu fassen. … Nein, die Synode ist kein Parlament! Man muss die Dinge beim Namen nennen und sie diskutieren, wie man es gewöhnlich tut, aber sie ist kein Parlament. Bei einer Synode einigt man sich nicht wie in der Politik: ich gebe dir das, du gibst mir jenes. Nein. Synode ist keine soziologische Erhebung, wie mancher glaubt: Wir schauen mal und lassen eine Gruppe von Laien eine Umfrage machen, ob wir das, das, das ändern müssen… Ihr müsst natürlich wissen, was eure Laien denken, aber das ist keine Befragung, es ist etwas Anderes. Wenn es den Heiligen Geist nicht gibt, gibt es keine Synode. Wenn der Heilige Geist nicht gegenwärtig ist, gibt es keine Synodalität. Mehr noch, es gibt keine Kirche, keine Identität von Kirche. Und was ist die Identität der Kirche? Der Heilige Paul VI. hat klar gesagt: Die Berufung der Kirche ist zu evangelisieren, mehr noch, ihre Identität ist es zu evangelisieren. Geht mit diesem Geist in eure Synode, mit dem Heiligen Geist. Bittet um den Geist. Streitet unter Euch über alles, was ihr wollt. … Denkt an Ephesus und wie sie gestritten haben. Aber sie waren aufrecht. … Und am Ende war es der Heilige Geist, der sie verkünden ließ: ‚Maria, Mutter Gottes‘. Das ist der wahre Weg. Es ist der Heilige Geist. Wir wollen keine kongregationalistische Kirche werden, sondern eine synodale Kirche.“ Mit diesen Worten stellt der Bischof von Rom die Gottesfrage in den Mittelpunkt der synodalen Reflektionen. Es geht um den dreieinen Gott, der uns in seinem eingeborenen Sohn die Wahrheit über Gott und den Menschen geoffenbart hat und alle, Männer und Frauen gleichermaßen, hinführen will zur allgemeinen Berufung zur Heiligkeit in der Kirche, wie das V. Kapitel der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium des Zweiten Vatikanischen Konzils lehrt.

Der Primat der Evangelisierung

Aus den Worten des obersten Pontifex folgt klar und deutlich, dass die Finalität des Synodalen Weges die Evangelisierung sein muss. Diese Vision wird besonders in den Nummern 6 und 7 des Päpstlichen Schreibens erarbeitet. Mit den Worten des Heiligen Vaters bedeutet das: „Pastorale Bekehrung ruft uns in Erinnerung, dass die Evangelisierung unser Leitkriterium schlechthin sein muss, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft in Gang zu setzen gerufen sind; Evangelisieren bildet die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche“ (Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland Nr. 6).

Für die Wirksamkeit der Evangelisierung ist die Einheit zwischen Universalkirche und Teilkirchen wesentlich. Es ist besonders in diesen Zeiten „starker Fragmentierung und Polarisierung sicherzustellen, dass der Sensus Ecclesiae auch tatsächlich in jeder Entscheidung lebt, die wir treffen, und der alle Ebenen nährt und durchdringt. Es geht um das Leben und das Empfinden mit der Kirche und in der Kirche, das uns in nicht wenigen Situationen auch Leiden in der Kirche und an der Kirche verursachen wird. Die Weltkirche lebt in und aus den Teilkirchen, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten. Das hilft uns, die Angst zu überwinden, die uns in uns selbst und in unseren Besonderheiten isoliert, damit wir demjenigen in die Augen schauen und zuhören oder damit wir auf Bedürfnisse verzichten können und so denjenigen zu begleiten vermögen, der am Straßenrand liegen geblieben ist“ (Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland Nr. 9).

Mit dem Päpstlichen Schreiben will der Heilige Vater vor den immer gegenwärtigen Versuchungen einer erstickenden Weltlichkeit (vgl. Nr. 5 Anmerkung 13), eines neuen Pelagianismus (vgl. Nr. 5) und eines neuen Gnostizismus (vgl. Nr. 9) warnen. In den Worten des Heiligen Vaters kann man das Nachdenken über die Ermahnungen des hl. Paulus an die Römer heraushören: „Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst. Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene“ (Röm 12,1–2). Die Kirche ist auch in unseren Tagen gerufen, die Radikalität des Evangeliums, der guten Nachricht, dem Menschen von heute zu verkünden und in der Kraft des Heiligen Geistes die Weisung des Herrn Jesus vorzutragen: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34). Der Heilige Vater erinnert uns daran, dass wir uns in Zeiten des Wandels befinden: „Wir sind uns alle bewusst, dass wir nicht nur in einer Zeit der Veränderungen leben, sondern vielmehr in einer Zeitenwende, die neue und alte Fragen aufwirft, angesichts derer eine Auseinandersetzung berechtigt und notwendig ist“ (Einleitung). Allerdings kann die in dieser Zeit geforderte Evangelisierung nicht auf das reduziert werden, was Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) „billige Gnade“ nennt, sondern braucht, um in seinen Worten zu bleiben, die er durch sein heroisches Zeugnis beglaubigt hat, die Suche nach der „teuren Gnade“. Im Jahr 1937 zum Beispiel schrieb Bonhoeffer: „Billige Gnade ist der Todfeind unserer Kirche. Unser Kampf geht heute um die teure Gnade“ (Dietrich Bonhoeffer, Nachfolge, Kapitel 1). Mit Blick auf die Notwendigkeit der christlichen Botschaft stellt Papst Franziskus fest: „Voll Bewunderung steht man vor den Möglichkeiten, die der Herr eingesetzt hat, um mit seinem Volk ins Gespräch zu kommen, um sein Geheimnis allen zu offenbaren, um die Leute mit so erhabenen und so anspruchsvollen Lehren zu faszinieren“ (EG 141).

Die christliche Hoffnung

Wir kehren abschließend noch einmal zum Schreiben des Heiligen Vaters zurück und halten fest, dass der Papst dazu ermuntert, Mut zur christlichen Hoffnung zu haben, weil es notwendig ist, „den Primat der Evangelisierung zurückzugewinnen, um die Zukunft mit Vertrauen und Hoffnung in den Blick zu nehmen, denn die Kirche, Trägerin der Evangelisierung, beginnt damit, sich selbst nach dem Evangelium auszurichten. Als Gemeinschaft von Gläubigen, als Gemeinschaft gelebter und gepredigter Hoffnung, als Gemeinschaft brüderlicher Liebe muss die Kirche unablässig selbst vernehmen, was sie glauben muss, welches die Gründe ihrer Hoffnung sind und was das neue Gebot der Liebe ist“ (Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland Nr. 7).

Der auferstandene Herr erfüllt die Herzen seiner Gläubigen auch inmitten von Schwierigkeiten und Verfolgungen mit Vertrauen. Er steht uns zur Seite und ist bereit, uns zu helfen, wenn wir ihn rufen: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33). Das sind Worte dessen, der uns zusichert: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

„Nachhaltige Entwicklung im Licht von Laudato si’“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. September 2019 - 9:44

Welchen Beitrag kann die Kirche für die Agenda 2030 leisten, wenn es darum geht, nachhaltige Entwicklung zu fördern und zu sichern? Gerade die von Papst Franziskus vor vier Jahren veröffentlichte Enzyklika Laudato si’ gibt dazu wertvolle Impulse.

Die Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ der Deutschen Bischofskonferenz führt zu dieser Frage ein Auftakt-Hearing für eine längere Reihe von interdisziplinären Forschungsprojekten durch. Das Hearing steht unter dem Thema „Nachhaltige Entwicklung im Licht von Laudato si’. Die sozial-ökologische Transformation und der Beitrag der Kirche“. Dabei soll überlegt werden, wie der kirchliche Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft realisiert werden kann. Diese erfordert nicht nur strukturelle Weichenstellungen in Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch einen tiefgreifenden Kultur-, Bewusstseins- und Wertewandel, der  Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit gibt.

Unmittelbar vor Beginn der Fachtagung laden wir die Kolleginnen und Kollegen der Medien zu einem Pressefrühstück ein, das am Freitag,  27. September 2019, von 9.00 Uhr bis 10.15 Uhr im Hotel Aquino (Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin), stattfindet. Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Prof. DDr. Johannes Wallacher (München), Vorsitzender der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“.

Für unsere Planung bitten wir um eine kurze, formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.

Das Programm des Fachgesprächs ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Interkulturelle Woche 2019 mit ökumenischem Gottesdienst in Halle eröffnet

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2019 - 17:00

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Moritzkirche in Halle an der Saale ist heute (22. September 2019) die 44. Interkulturelle Woche eröffnet worden. Der katholische Bischof von Magdeburg und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, und der evangelische Regionalbischof von Halle-Wittenberg, Propst Dr. Johann Schneider, leiteten den Gottesdienst gemeinsam mit Archimandrit Emmanuel Sfiatkos (Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland) und Propst Reinhard Hentschel (Katholische Pfarrei St. Mauritius und St. Elisabeth in Halle).

In seiner Predigt knüpfte Bischof Dr. Feige an das Leitwort „Zusammen leben, zusammen wachsen.“ an und warb für eine wohlwollende, offene und von ehrlichem Interesse getragene Begegnung von Menschen verschiedener Sprachen, Mentalitäten, Kulturen und Religionen: „Lassen Sie uns miteinander einen Dialog des Lebens führen, in dem die gemeinsamen Freuden und Leiden geteilt werden, man sich gegenseitig kennenlernt und nach Formen sucht, wie man in einer demokratischen Gesellschaft sinnvoll zusammenleben kann“, so der Bischof.

Propst Dr. Johann Schneider hob hervor, nicht eine homogene Gesellschaft sei das Ziel des Zusammenwachsens, sondern wechselseitig bereichernde Pluralität. „Im alltäglichen gesellschaftlichen Miteinander“, so der Regionalbischof, „treffen in unserem Land Menschen ganz unterschiedlicher religiöser Überzeugungen und auch Menschen, die sich entschieden als nicht religiös verstehen, aufeinander. Wenn wir uns dabei in gegenseitigem Respekt begegnen, können wir aneinander wachsen.“

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019 haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Augoustinos von Deutschland, eine Verbindung zwischen dem Motto der Interkulturellen Woche und der zentralen Botschaft des christlichen Glaubens herausgestellt: Als Persönlichkeiten zu wachsen, bedeute für Christen letztlich immer, in der Liebe zu wachsen. Wörtlich heißt es in dem Gemeinsamen Wort: „Andere in ihrem Anders-Sein wahrzunehmen, sie sogar in Demut höher einzuschätzen als sich selbst und ihnen dabei echtes Wohlwollen entgegenzubringen, das ist menschliche Größe, die uns das Evangelium vor Augen führt.“

Für Montag, 23. September 2019, laden die Stadt Halle und die dortigen Veranstalter der Interkulturellen Woche von 15.00 bis 18.30 Uhr zu einem Fest auf dem Halleschen Marktplatz ein. Dabei steht das friedliche Miteinander von Menschen verschiedener Herkunft in Deutschland im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand wird das Fest gemeinsam mit Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, der Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche, Gabriele Erpenbeck, und Superintendent Hans-Jürgen Kant um 15.00 Uhr eröffnen. Im Anschluss folgt eine Schweigeminute für die auf der Flucht ums Leben gekommenen Menschen. Zum Mitmachen, Austauschen und Erleben laden über 40 Angebote in sieben Großzelten und auf der Bühne ein. Unter anderem gehören Musik aus Uganda, Kulinarisches aus aller Welt und zahlreiche Angebote von Vereinen, Trägern und Initiativen aus Stadt und Land zum Programm. Daneben ist eine Diskussionsveranstaltung geplant, die sich unter dem Titel „Dahin, wo der Pfeffer wächst“ mit der deutschen Rückkehrpolitik befasst.

Hintergrund
Die Interkulturelle Woche findet 2019 zum 44. Mal statt. Sie ist eine bundesweite Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Die Interkulturelle Woche wird von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten und Migrantenorganisationen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt. Der von Papst Franziskus ausgerufene Welttag des Flüchtlings und des Migranten am 29. September 2019 ist Bestandteil der Interkulturellen Woche.


Hinweise:
Die Predigt von Bischof Feige im Gottesdienst und das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019 sind unten und auf www.ekd.de als pdf-Dateien verfügbar.
Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Ernennungen zur Pan-Amazonas-Synode im Vatikan

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. September 2019 - 13:03

Der Vatikan hat heute (Samstag, 21. September 2019) die Teilnehmer der Sonderversammlung der Bischofssynode für die Pan-Amazonas-Region benannt. Mitglied der Synode aus der Deutschen Bischofskonferenz wird Kardinal Reinhard Marx (München und Freising). Als Experten („inviati speciali“) wurden P. Michael Heinz (Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat), Msgr. Pirmin Spiegel (Hauptgeschäftsführer Misereor) und Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber (Gründungsdirektor em. des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung) berufen. Die Sonderversammlung steht unter dem Leitwort „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ und findet vom 6. bis 27. Oktober 2019 im Vatikan statt.

Hinweis:
Weitere Informationen zur Bischofssynode und die Gesamtteilnehmerliste sind auf der Themenseite „Amazonassynode 2019“ verfügbar.

Kardinal Marx zu Gesprächen in Rom

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. September 2019 - 9:44

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat heute (20. September 2019) seine Gespräche in Rom beendet. Aus Anlass der Sitzungen des Wirtschaftsrates und der Kommission zur Kurienreform hielt sich Kardinal Marx turnusgemäß in Rom auf. In den vergangenen Tagen fanden außerdem Gespräche mit Papst Franziskus und dem Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, statt. Dabei ging es um die Erläuterung der Planungen für den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. Kardinal Marx hält dazu fest: „In beiden Gesprächen fand ein konstruktiver Dialog statt, der in die Beratungen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche einfließen wird.“

Außerdem konnte Kardinal Marx den Brief der erweiterten Gemeinsamen Konferenz an Papst Franziskus überreichen. Die Konferenz aus Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hatte am vergangenen Wochenende einen Brief an Papst Franziskus geschrieben und ihm dabei für den Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019 gedankt.

Hinweise:

Der Brief der erweiterten Gemeinsamen Konferenz ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Gemeinsamer Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen lässt Bluttests auf Trisomien (NIPD) als Kassenleistung zu

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. September 2019 - 15:26

Zur Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), sogenannte nicht-invasive Bluttests auf Trisomien (NIPD) als Leistungen der Kassenleistung zuzulassen, erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Wir sehen den heutigen Beschluss des G-BA, nicht-invasive pränataldiagnostische Tests als Kassenleistung zuzulassen, aus ethischen Gründen kritisch. Die Entscheidung berührt den Schutz des ungeborenen Lebens aus unserer Sicht auf empfindliche Weise, denn sie könnte die Entwicklung eines generellen Screenings auf eine Vielfalt von genetischen Auffälligkeiten und Eigenschaften im Rahmen der Pränataldiagnostik fördern. Bei jeder Schwangerschaft wäre eine Prüfung vorgeschaltet, die nicht ausschließlich therapeutische Ziele verfolgt und die automatisch mit der Frage verknüpft wird, ob die Schwangerschaft fortgeführt oder abgebrochen werden soll. Nicht-invasive pränataldiagnostische Tests verstärken so die Tendenz, eine Schwangerschaft zuerst als ‚Schwangerschaft auf Probe‘ zu betrachten. Das lehnen wir aufgrund der Schutzwürdigkeit jedes menschlichen Lebens ab dem Zeitpunkt der Zeugung ab.

Besonders bedauern wir, dass die Forderung, die Kostenübernahme auf eine Anwendung der Tests nach der 12. Schwangerschaftswoche zu beschränken, nicht nachgekommen wurde. Die frühe Anwendung der Tests erhöht das Risiko eines ‚Abtreibungsmechanismus‘ weiter, da sich eine Frau nach einem positiven Testergebnis für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungslösung entscheiden kann, ohne die Gründe dafür im Beratungsgespräch offenbaren zu müssen. Auch wenn die Kosten nur ‚in begründeten Einzelfällen bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken‘ übernommen werden sollen, reicht diese Einschränkung nicht, um dieser Tendenz entgegenzuwirken. Die leichte Zugänglichkeit, die geringen Kosten und die hohe Sicherheit des Bluttests senken die Hemmschwelle und erhöhen den Druck auf Frauen, sich für eine Anwendung zu entscheiden.

Es entsteht der Eindruck, dass die nicht-invasive Pränataldiagnostik harmlos sei und die berechtigten Sorgen der werdenden Eltern um das Wohl ihres ungeborenen Kindes beseitigen könne. Dies täuscht aber über die mit dieser Diagnostik verbundenen schwerwiegenden ethischen und persönlichen Fragen und auch die gesellschaftlichen Konsequenzen hinweg. Deshalb braucht es aus unserer Sicht einerseits einen breit angelegten gesellschaftlichen Diskurs, der sich grundsätzlich mit der Frage beschäftigt, wie der gesellschaftliche Umgang mit Krankheit und Behinderung ist und anderseits ein umfassendes Angebot ärztlicher und psychosozialer Beratung für werdende Eltern.“

Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes als Broschüre erschienen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 19. September 2019 - 14:41

Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes vom 29. Juni 2019 ist ab sofort als gedruckte Broschüre erhältlich. Der Text ist in der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ als Nr. 220 erschienen.

Das Dokument des Papstes ist ein Zeichen der Wertschätzung des kirchlichen Lebens in Deutschland und aller katholischen Gläubigen. Die orientierenden und ermutigenden Worte werden den von der Deutschen Bischofskonferenz angestoßenen Synodalen Weg begleiten.

Hinweis:

Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes steht in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 220) bestellt werden.

„Marsch für das Leben 2019“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. September 2019 - 10:15

Am kommenden Samstag (21. September 2019) findet wie in den vergangenen Jahren der Marsch für das Leben in Berlin statt. Der Bundesverband Lebensrecht e. V. ruft dabei zum Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod auf.

In einem Grußwort schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, dass die Teilnehmer des Marsches für das Leben in Berlin öffentlich der Überzeugung Ausdruck verleihen, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. „Dies ist besonders dann zu betonen, wenn das Lebensrecht eines ungeborenen oder schwerkranken Menschen in Frage gestellt wird. Für Ihren beharrlichen Einsatz danke ich Ihnen herzlich“, so Kardinal Marx. Das Leben sei eine wertvolle Gabe Gottes, die es bis zuletzt anzuerkennen gelte. „Dieser Glaube bewegt uns, solidarisch füreinander Sorge zu tragen. Er muss aus christlicher Sicht auch Grundlage aller politischen Debatten und wissenschaftlichen Forschungen sein. Denn er bewahrt uns davor, schwachen, zerbrechlichen Menschen ihren Lebenswert abzusprechen“, schreibt Kardinal Marx.

Auch wenn Menschen im Sterben lägen, sei es wichtig, dass „wir sie fürsorglich in all ihren Bedürfnissen begleiten. In den gegenwärtigen Herausforderungen – ich denke etwa an die erneute Debatte um den assistierten Suizid – kommt es darauf an, noch konsequenter als bisher eine palliative Kultur des Lebens zu entwickeln“, so Kardinal Marx.

Am diesjährigen Marsch für das Leben nehmen in Berlin Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Weihbischof Florian Wörner (Augsburg) und Weihbischof Dr. Matthias Heinrich (Berlin) teil.


Hinweise:

Das Grußwort von Kardinal Marx ist unten als pdf-Datei verfügbar. Weitere Informationen zum Marsch für das Leben gibt es unter www.marsch-fuer-das-leben.de.

Die nächste ökumenische Woche für das Leben wird sich erneut dem Schutz des menschlichen Lebens annehmen und die christliche Sorge um die Sterbenden in den Vordergrund stellen. Sie findet vom 25. April bis 2. Mai 2020 statt.

UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann setzen Gespräche über Aufarbeitung sexualisierter Gewalt fort

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. September 2019 - 10:49

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat gestern (16. September 2019) die Gespräche mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), fortgesetzt. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) im September 2018 wurde eine enge Zusammenarbeit zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs vereinbart, wozu im Mai 2019 bereits ein erstes Treffen zwischen Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland und der beim UBSKM eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ stattfand.

Johannes-Wilhelm Rörig und Bischof Ackermann zeigten sich nach dem fortgesetzten Austausch erfreut, dass man seit Mai Fortschritte und bereits weitgehende Übereinstimmung etwa bei den Fragen der Betroffenenbeteiligung und den strukturellen Rahmenbedingungen einer unabhängigen Aufarbeitung im Bereich der katholischen Kirche erzielen konnte.

Im Anschluss an die Gespräche äußerte sich Bischof Ackermann zufrieden: „Wir haben seit Mai gemeinsam mit dem UBSKM einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Verabredung erreichen können, die zu einer unabhängigen und umfassenden Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche beitragen wird.“

„Gemeinsam wollen wir erreichen, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche so transparent wie möglich und nach einheitlichen Kriterien und Standards erfolgt“, sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auf der Ebene der Diözesen und mit vergleichbarer Struktur eingerichtet werden. Die Mitgliedschaft von Betroffenen, unabhängigen Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie Verwaltung und Justiz soll uneingeschränkt sichergestellt werden.“

Die angestrebte Übereinkunft sei so bisher ohne Vorbild in Deutschland, so Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig. Ein weiteres Treffen sei noch für dieses Jahr vereinbart und man sei zuversichtlich, dass eine Einigung über Eckpunkte bis Ende 2019 erreicht werden könne.

Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“:
Anfang Dezember 2018 hat der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die mit Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche weiterentwickelt werden.

Zu den Mitgliedern der AG „Aufarbeitung Kirchen“ gehören:

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM)
Dr. Christine Bergmann, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Prof. Dr. Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Matthias Katsch, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Renate Bühn, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM
Dr. Manuela Stötzel, Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM
Kathrin Power, Leiterin des Büros der Kommission (i. V.)

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