Augenblicke der Besinnung

Das christliche Gebet ist kein Weg,
um ein wenig mehr im Frieden
mit sich selbst zu sein
oder eine gewisse innere Harmonie zu finden.
Wir beten,
um alles zu Gott zu tragen,
um ihm die Welt anzuvertrauen.

Papst Franziskus













Feed aggregator

Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens

Erstmals am diesjährigen 22. August begeht die Weltgemeinschaft den von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“. Mit dem Gedenktag soll die Aufmerksamkeit auf die wachsende Zahl der Menschen gerichtet werden, die unter religiöser Verfolgung leiden.

Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt die Ausrufung des neuen internationalen Gedenktages. Nach den Worten des Vorsitzenden der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), ist der Tag „ein wichtiges Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror, denen gläubige Menschen vonseiten Nichtgläubiger oder Andersgläubiger ausgesetzt sind. Er ruft ins Gedächtnis: Jede Form von Gewalt, Verfolgung oder Beeinträchtigung aus Gründen der Religion ist zu verurteilen und muss mit aller Kraft unterbunden werden. Die Staaten stehen hier in besonderer Weise in der Pflicht. Aber auch die Religionen selbst müssen auf ein geistiges Klima hinwirken, in dem extremistische Haltungen und Feindseligkeit gegen Gläubige anderer Religionen gar nicht erst entstehen.“ Nach Einschätzung von Erzbischof Schick haben auch die vielfältigen Aktivitäten der Kirchen in Deutschland und Europa dazu beigetragen, dass die in manchen Weltgegenden wachsende Bedrohung der Religionsfreiheit inzwischen auf nationaler und internationaler politischer Ebene stärker wahrgenommen werde. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Gedenktag sei ein Ausdruck dieser Entwicklung.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), begrüßte die Ausrufung des Gedenktages: „Die Religionsfreiheit ist in vielen Teilen der Welt bedroht. Ein Charakteristikum unserer Zeit ist die oftmals angstbesetzte Suche nach der kulturellen Identität der eigenen Gruppe; das führt vielerorts zu Abgrenzung und Intoleranz. Daneben gibt es aber auch Bestrebungen säkularer Kräfte, Religion als solche zurückzudrängen, da man sie pauschal für Unfrieden und kulturellen Rückschritt verantwortlich macht. Auch dadurch entsteht ein Klima, das dem Menschenrecht der Religionsfreiheit abträglich ist.“ Der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Gedenktag sei in dieser Situation ein „Gegensignal gegen alle Aktivitäten und Tendenzen, die die religiöse Freiheit unterminieren“, so Bischof Ackermann.

Erzbischof Schick und Bischof Ackermann sprachen sich für eine aktive Rolle der christlichen Kirchen bei der Entwicklung toleranter und religionsfreundlicher Gesellschaften weltweit aus. So stellten die Förderung religiöser Bildung und der ernsthafte und kontinuierliche interreligiöse Dialog notwendige Heilmittel gegen jede Form von religiösem Fanatismus dar – sie seien damit Beiträge zum gesellschaftlichen Frieden.


Hintergrund

Auf dem Wege einer Resolution ihrer Vollversammlung haben die Vereinten Nationen den 22. August als „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion und des Glaubens“ ausgerufen. Er wird 2019 erstmals begangen. Mit dem Gedenktag sollen die Opfer religionsfeindlicher Gewalt gewürdigt werden und auf die große Zahl von Menschen, die aktuell unter religiöser Verfolgung leiden, aufmerksam gemacht werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Kommission Justitia et Pax legen in ihrer Arbeit seit Jahren einen Schwerpunkt auf die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit. In diesem Zusammenhang steht u. a. die jährliche Initiative der Deutschen Bischofskonferenz „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“, deren neues Schwerpunktthema (ab 27. November 2019) die nordafrikanische Sahelzone sein wird. Weitere Informationen zu dieser Initiative sind unter www.dbk.de/themen/solidaritaet-mit-verfolgten-und-bedraengten-christen zu finden. In unregelmäßigem Abstand veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz darüber hinaus zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland den „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ (zuletzt Oktober 2017), der einen fundierten Überblick über die Situation verfolgter und bedrängter Christen in verschiedenen Ländern der Erde gibt.

Bischof Timmerevers informiert sich in den USA über die Neukonzeption der Berufungspastoral

Vom 12. bis 20. August 2019 ist eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz unter der Leitung von Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) in die USA gereist, um die dortigen Konzepte der Berufungspastoral kennen zu lernen. Nach Rückkehr erklärte Bischof Timmerevers, der auch Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz ist: „Ich bin beeindruckt, wie die Kirche in den USA in ihrer Bedrängnis infolge der Missbrauchsskandale einen Neuaufbruch in der Berufungspastoral vollzogen hat. Die Früchte einer klaren Vision, einer vielfältig vernetzten Berufungspastoral sowie einer veränderten Seminarausbildung haben mich tief bewegt.“

Rosemary Sullivan, Direktorin der „National Conference of Diocesan Vocation Directors“, erläuterte der Delegation sowohl die strukturelle als auch die inhaltliche Ausrichtung der Berufungspastoral in den USA. Sie setzt auf eine gemeinsame Ausbildung der künftigen Verantwortlichen der Berufungspastoral der Diözesen und begleitet sie weiterhin geistlich. Ebenso arbeitet sie in einer starken Vernetzung mit den Akteuren der Jugend- als auch der Hochschulpastoral und der Ausbildung in den Seminaren zusammen. Weihbischof Andrew Cozzens (St. Paul/Minnesota) unterstrich die Bedeutung einer eindeutigen Vision für die Berufungspastoral und die Seminarausbildung, die von den jeweiligen in der Ausbildung kooperierenden Ortsbischöfen ausgehen müsse.

Bischof Timmerevers traf außerdem mit Verantwortlichen der Priesterfortbildung des „Sacred Heart Institute for ongoing Formation of Clergy“ und mit den zuständigen Bischöfen und Ausbildern in den Seminaren Kennrick-Glennon (St. Louis/Missoury), St. Paul (Minnesota) und St. John Vianney (Denver/Colorado) zusammen. Er informierte sich auch über neue Ansätze der Berufungspastoral der Jesuiten in der Provinz Midwest sowie über die Hochschulpastoral der neuen missionarischen Initiative „Fellowship of Catholic University Students“, die eng mit der Berufungspastoral der Bistümer zusammenarbeitet.

Bischof Timmerevers zeigte sich beeindruckt von dem vollzogenen Kulturwandel in den USA hin zu einer Vision und Kultur der Berufung, die gleichermaßen Pfarreien, Schulen, Hochschulen und Priesterseminare durchdringt: „Ich wünsche mir, dass wir im Anschluss an diese Erfahrungen auch in unserem Land darüber ins Gespräch kommen, wie wir eine solche Vision und Kultur der Berufung in den unterschiedlichen pastoralen Feldern etablieren können. Mit dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Christus vivit dürfen wir auch den Mut haben, jungen Männern den Weg des Priestertums attraktiv und zeitgemäß anzubieten.“

Neben Bischof Timmerevers gehörten zur Delegation Verantwortliche für die Berufungspastoral aus mehreren Bistümern sowie der zuständigen Arbeitsstellen der Deutschen Bischofskonferenz.

Kardinal Marx spricht auf der Weltversammlung „Religions for Peace“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. August 2019 - 11:01

Mit einem eindringlichen Appell an die Religionen, sich für Frieden und Dialog einzusetzen, hat sich heute (20. August 2019) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, an die rund 1.000 Teilnehmer der Weltversammlung Religions for Peace in Lindau gewandt. Anlässlich der Auftaktveranstaltung des internationalen Treffens, das noch bis Freitag dauert, fragte Kardinal Marx: „Dem Zeugnis der Religionen kommt angesichts der weltweiten Bewegungen eine besondere Bedeutung zu. Sind sie Kräfte des Friedens oder des Unfriedens? Dienen sie der Versöhnung oder der Verhärtung einzelner Perspektiven? Fördern sie Begegnung, Dialog und freundschaftliches Zusammenleben oder tragen sie zu Misstrauen und Abgrenzung bei?“

Der welthistorische Prozess, der als Globalisierung bezeichnet werde, biete Chancen, aber auch Risiken. Die zentrale Frage sei, ob die globale Vernetzung dem Frieden diene. Dies sei nicht automatisch der Fall, so Kardinal Marx, vielmehr müsse der Prozess am Ziel wachsenden Friedens ausgerichtet werden, „damit die Chancen, die sich global bieten, zum Wohl der gesamten Menschheitsfamilie genutzt werden können“. Bedrängend sei, dass die Welt immer häufiger den Verlockungen mehr oder weniger homogener Zivilisationsräume zu erliegen drohe. „In großen Teilen der muslimisch geprägten Welt gewinnen Bewegungen an Zulauf, die die Einheit von Staat, Gesellschaft und Religion propagieren. In Indien gibt es starke Kräfte, die den Hinduismus als – die Anderen ausgrenzende – Staats- und Gesellschaftsdoktrin etablieren wollen. Und in Europa wird neuerdings wieder die Identität unseres Kontinents als rein ‚christliches Abendland‘ beschworen – und zwar nicht um die christlichen Grundlagen und Wurzeln der Gesellschaften zu betonen, sondern um andere Religionen an den Rand zu drängen“, sagte Kardinal Marx.

Er fügte hinzu: „Wenn Religionen sich von den Kräften der Homogenisierung und Abgrenzung in den Dienst nehmen lassen, werden sie zu Staats- oder Kulturideologien. Sie beschädigen sich damit selbst – und mehr noch: sie ermöglichen sogar Ungerechtigkeit und Unfrieden. Dieser Gefahr dürfen gerade wir, die Repräsentanten der Religionen, nicht erliegen, sondern müssen ihr widerstehen.“ Von Lindau erhoffe er sich ein Zeichen, dass sich die Religionen „nicht für politisch-kulturelle Zwecke instrumentalisieren lassen, die Identität durch Homogenität und Exklusivität erreichen wollen! Wir stehen auf der Grundlage unserer jeweiligen Religion für Offenheit und Miteinander, für Dialog und Kooperation – und dienen so dem Frieden“, so Kardinal Marx.


Hintergrund

Die Initiative Religions for Peace wurde vor 50 Jahren gegründet. 2019 findet die alle fünf Jahre abgehaltene Weltversammlung erstmals in Deutschland statt. Hauptsitz der Allianz religiöser Gemeinschaften ist New York. Das Treffen in Lindau steht unter dem Motto „Caring for Our Common Future – Advancing Shared Well-Being“ („Für unsere gemeinsame Zukunft sorgen – das Gemeinwohl für alle fördern“). Seit 1973 ist die Allianz als Nicht-Regierungsorganisation bei den Vereinten Nationen anerkannt und beschäftigt sich mit Konflikttransformation, sozialem Zusammenhalt, wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz.


Hinweis:

Weitere Informationen zur Weltversammlung Religions for Peace in Lindau sind unter https://de.ringforpeace.org verfügbar.

Grundlegende Reform der Strukturen des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD)

Nach mehrjähriger Vorarbeit hat die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD), dem alle 27 deutschen (Erz-)Bistümer angehören, einer grundlegenden Erneuerung der Verbandsstrukturen zugestimmt. Ziel des Reformprojekts, das von Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB (Eichstätt) geleitet wurde, war die Schärfung der Aufgaben des Verbandes, die Neuordnung der Verbandsorgane sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Gremien der Deutschen Bischofskonferenz. Bereits im Juni 2019 haben die Bischöfe einstimmig die neue Satzung und Geschäftsordnung des VDD und weitere Regelwerke verabschiedet. Die neuen Regelungen treten am 1. November 2019 in Kraft.

Der VDD hat die Aufgabe, im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz die rechtlichen, wirtschaftlichen, administrativen sowie technischen Belange der in ihm zusammengeschlossenen (Erz-)Diözesen zu wahren und zu fördern. Er übernimmt für die Deutsche Bischofskonferenz die Funktion des Rechts- und Anstellungsträgers, repräsentiert die in ihm zusammengeschlossenen (Erz-)Diözesen im Rahmen seiner Zuständigkeit nach außen und berät die Verbandsmitglieder in Fragen, die für die Kirche in Deutschland mit Blick auf die Aufgaben des Verbandes von strategischer Bedeutung sind. Der Verbandszweck wird insbesondere durch die Wahrnehmung der Belange der Verbandsmitglieder gegenüber öffentlichen und privaten Stellen auf nationaler und internationaler Ebene, durch die Beobachtung der für die Kirche in Deutschland relevanten Rechtsentwicklungen sowie die Beratung der Organe und der Verbandsmitglieder in rechtlichen, wirtschaftlichen, administrativen und technischen Angelegenheiten verwirklicht. Hierzu gehören auch die Koordination und der Ausgleich innerkirchlicher Interessen, die Aufstellung und Abwicklung des Haushalts des Verbandes, die Vorbereitung und Durchführung des interdiözesanen Kirchenlohnsteuerverrechnungsverfahrens sowie die Organisation der Geschäftsstelle der kirchlichen Gerichte auf interdiözesaner Ebene und/oder auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz, etwa im Bereich des Arbeits- und Datenschutzrechts.

Kernelement der Reform ist die Straffung der Verbandsorgane: Verbandsausschuss und Verwaltungsrat, die bisher als Beratungsorgane der Vollversammlung fungierten, werden abgeschafft. Stattdessen wird mit dem Verbandsrat ein auf Partizipation ausgerichtetes, zentrales Beratungs- und Entscheidungsorgan installiert, das mindestens drei Mal im Jahr tagen soll. Der Verbandsrat soll künftig die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz stärken, strategische Themen im Aufgabenbereich des Verbandes gründlich vorberaten, die Geschäftsführung bei der operativen Leitung des Verbandes unterstützen und die Arbeit der Kommissionen des Verbandes koordinieren. Damit übernimmt der Verbandsrat eine zentrale Steuerungsfunktion im Gefüge des Verbandes und kann damit die Vollversammlung des Verbandes entlasten.

Der Verbandsrat besteht aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern: dem Vorsitzenden der Vollversammlung, sechs weiteren Diözesanbischöfen, sechs Generalvikaren, drei Finanzdirektoren sowie zwei Personen auf Vorschlag des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Der Geschäftsführer des VDD und der Leiter der Geschäftsstelle gehören dem Gremium mit beratender Stimme an. Die inhaltlichen Vorgaben werden künftig in fünf Kommissionen, in denen überwiegend Fachleute aus den Diözesen aus den Bereichen Recht, Finanzen und Steuern, Personalwesen und Verwaltung mitwirken, erarbeitet.

Nach seiner Konstituierung im Frühjahr 2020 wird sich der Verbandsrat mit grundsätzlichen Fragen und Herausforderungen der katholischen Kirche in Deutschland befassen müssen. Hierzu zählen unter anderem

  • eine mittel- und langfristige Aufgabenklärung im Blick auf ein intensiveres gemeinsames Handeln der Bistümer und die Erarbeitung einer entsprechenden Haushaltsstrategie; die Klärung der Finanzierungsstrukturen auf der Bundesebene (Fragen einer fairen Lastenverteilung und eines geeigneten Finanzierungsmodells: Indexierung oder aufgabenbezogene Finanzierung, usw.);
  • Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen der Solidarität zwischen den Mitgliedsbistümern (z. B. Zukunft des Strukturbeitrags und der Altershilfe Ost);
  • das Aufzeigen von tragfähigen Perspektiven für die betriebliche Altersversorgung der kirchlichen Mitarbeiter in der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK);
  • Bereitstellung von rechtlichen, wirtschaftlichen, administrativen und technischen Dienstleistungen für die (Erz-)Diözesen durch Bündelung von Ressourcen;
  • Klärung, in welchem Umfang und mit welchem Inhalt die Kirche in Deutschland die grundgesetzlich zugestandenen Autonomiebereiche eigenständig ausfüllen kann und will (etwa im Bereich des Arbeits- und Datenschutzrechts).

Der Vorsitzende des jetzigen Verbandsausschusses, Bischof Dr. Gregor Maria Hanke, würdigt das Projekt, das nun seinen Abschluss gefunden hat: „Das einstimmig beschlossene Reformwerk des VDD gewährleistet eine hohe Transparenz und die Verlässlichkeit des Haushalts. Überdies stellt es ein Instrumentarium dar, um Aufgaben der katholischen Kirche in Deutschland künftig stärker gemeinsam und solidarisch umzusetzen. Durch die Neuaufstellung des VDD können die Bistümer stärker zusammenrücken“, so Bischof Hanke. Das Reformpaket löse nicht schon die anstehenden Fragen und pastoralen Herausforderungen, denen sich die 27 (Erz-)Bistümer in Deutschland gegenüber sehen. „Aber es stellt ein gutes Instrumentarium bereit, um ans Werk gehen zu können“, sagt Bischof Hanke.

Der Geschäftsführer des VDD und Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, hebt hervor: „Dank der Verbandsreform sind wir für die Klärung der großen Anfragen und Herausforderungen, vor denen die Kirche steht, besser aufgestellt. Zugleich können die Bischöfe ihre überdiözesane Arbeit in der Deutschen Bischofskonferenz besser an die finanziellen Ressourcen rückbinden. Das sind wichtige Fortschritte.“


Hintergrund

Die ab 1. November 2019 gültigen Normtexte sind ab sofort verfügbar unter www.dbk.de/ueber-uns/verband-der-dioezesen-deutschlands-vdd. Dazu gehören: Die Satzung des VDD, die Geschäftsordnung des VDD und die Ordnung über die Arbeitsweise der Kommissionen und Unterkommissionen des VDD.

Die Zusammensetzung des Verbandsrates vom 1. November 2019 bis zum 31. Oktober 2022 ist wie folgt von der Vollversammlung des VDD beschlossen worden:

  • Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), Vorsitzender der Vollversammlung
  • Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln)
  • Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg)
  • Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg)
  • Bischof Dr. Felix Genn (Münster)
  • Bischof Dr. Franz Jung (Würzburg)
  • Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt)
  • Generalvikar Michael Fuchs (Regensburg)
  • Generalvikar Alfons Hardt (Paderborn)
  • Generalvikar P. Manfred Kollig SSCC (Berlin)
  • Generalvikar Klaus Pfeffer (Essen)
  • Generalvikar Dr. Clemens Stroppel (Rottenburg-Stuttgart)
  • Generalvikar Andreas Sturm (Speyer)
  • Finanzdirektorin Kirsten Straus (Trier)
  • Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner (Passau)
  • Finanzdirektor Gerhard Stanke (Fulda)
  • Prof. Dr. Thomas Sternberg (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)
  • Hildegard Müller (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)
  • (beratend) P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Geschäftsführer des VDD)
  • (beratend) Dr. Matthias Meyer (stellv. Geschäftsführer des VDD)

Jahresbericht Weltkirche 2018 veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. August 2019 - 10:09

Die in der „Konferenz Weltkirche“ zusammengeschlossenen international tätigen Einrichtungen der katholischen Kirche in Deutschland – Bistümer, Hilfswerke und Missionsorden – haben im Jahr 2018 pastorale und soziale Projekte in aller Welt mit 616 Millionen Euro gefördert. Dies geht aus dem „Jahresbericht Weltkirche“ für das Jahr 2018 hervor, den die Konferenz Weltkirche heute (15. August 2019) veröffentlicht hat.

Der bereitgestellte Betrag übertrifft das Ergebnis des Vorjahres um 14 Millionen Euro. Er stellt damit die bisher höchste Jahresleistung der katholischen Kirche in Deutschland für die Weltkirche überhaupt dar. Zu dieser Summe kommen die Aufwendungen für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit hinzu, die im Jahresbericht gesondert ausgewiesen werden. Die Einnahmen für die weltkirchlichen Aufgaben setzen sich vor allem aus Spenden, Kollekten und Kirchensteuern sowie auch aus staatlichen zweckgebundenen Zuwendungen zusammen. Nicht erfassen lässt sich hingegen das weltkirchliche Engagement vieler Pfarrgemeinden, katholischer Verbände und Schulen, das die Projektarbeit der großen weltkirchlichen Akteure mit vielen Initiativen zugunsten lokaler Partner in aller Welt ergänzt.

Inhaltlicher Schwerpunkt des aktuellen Jahresberichts ist das Thema Klimagerechtigkeit. „Wir brauchen“, so schreibt Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, im Vorwort, „eine breite Diskussion über den Weg zu einer klimagerechten Gesellschaft“, denn die Erwärmung des Weltklimas werde sich fortsetzen und gefährde die Lebensgrundlagen der Weltbevölkerung. Die katholische Kirche verstehe sich als Anwalt der Schwachen und Schutzlosen. „Oftmals sind es gerade sie“, so Erzbischof Schick, „die unter den Veränderungen des globalen Klimas besonders leiden.“ Die Bekämpfung von Hunger und Armut müsse deshalb ergänzt werden durch einen schonenderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Dies war auch das Fazit der Jahrestagung der Konferenz Weltkirche (Würzburg, 27. bis 29. Mai 2019), die unter das Thema „Klimagerechtigkeit – ethische und politische Fragen“ gestellt war.

Gemeinsam mit Gästen aus Brasilien, dem Senegal sowie europäischen Ländern wurde in der Veranstaltung eine gesellschaftliche und politische Debatte angemahnt, wie zu den notwendigen Änderungen der individuellen Lebensführung und zu einem Konsens über eine klimagerechte Gestaltung der Gesellschaft zu gelangen sei. Für die weltkirchlichen Einrichtungen der katholischen Kirche in Deutschland ist der Einsatz für Klimagerechtigkeit Teil einer umfassenden Solidarität, die auch das Bemühen um Nachhaltigkeit einschließt.


Hintergrund

Der „Konferenz Weltkirche“ gehören Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der 27 (Erz-)Bistümer, der Deutschen Ordensobernkonferenz, der weltkirchlichen Werke, der Verbände und anderer weltkirchlich tätiger Einrichtungen in Deutschland an. Der Jahresbericht bietet neben dem Themenschwerpunkt und dem Statistikteil einen inhaltlichen Überblick über die vielfältige internationale Arbeit der beteiligten Organisationen.


Hinweise:

Der „Jahresbericht Weltkirche 2018“ kann in der Rubrik Publikationen als Broschüre kostenfrei bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen bietet das Internetportal der „Konferenz Weltkirche“ unter www.weltkirche.katholisch.de.

Gedenktag an Maximilian Kolbe in Oświęcim/Auschwitz 80 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. August 2019 - 11:56

80 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr.  Ludwig Schick (Bamberg) bei der Eucharistiefeier im Konzentrationslager in Oświęcim/Auschwitz heute (14. August 2019) dazu aufgerufen, sich allen Überheblichkeiten von Politikern, Machthabern und Nationen entgegenzustellen. Alle politisch Mächtigen müssten darauf hingewiesen werden, dass sie Gott verpflichtet sind und ihm Rechenschaft ablegen müssen.

„Gott setzt allen politisch Mächtigen ihre Grenzen“, betonte Erzbischof Schick, der auch Vorsitzender der Kontaktgruppe der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz ist. Über allen Mächtigen stehe der Allmächtige, der allen Menschen, Völkern und Nationen die gleiche Würde und die gleichen Rechte gebe und allen die gleichen Pflichten zur Nächstenliebe auferlege. Dafür habe sich auch der Franziskanerpater Maximilian Kolbe eingesetzt. Weil er aus dem christlichen Glauben heraus dem nationalistischen Hochmut der Nazis Widerstand leistete, kam er ins Konzentrationslager Auschwitz, wo er für einen Mithäftling sein Leben gab und 1941 als Märtyrer im Hungerbunker starb.

Maximilian Kolbe sei ein Patron Europas, der heute dazu aufrufe, gegen Krieg, Machtmissbrauch und Überheblichkeiten von Politikern, Mächtigen und Führern, die sich an die Stelle Gottes setzen, Stellung zu beziehen. „Zum Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs mahnt uns Maximilian Kolbe zu bekennen: Gott ist der Allmächtige, dem sich alle unterwerfen müssen für Frieden und Einheit in unserer heutigen Welt“, so Erzbischof Schick. Kein Mensch dürfe sich zu Gott machen und keine Nation dürfe sich über eine andere erheben. Das Bekenntnis zum einzigen gütigen Vater-Gott der ganzen Schöpfung sei der wichtigste Beitrag der Christen für Frieden und Einheit unter den Völkern und Nationen.

Erzbischof Schick nimmt im Rahmen des 10. Workshops der Maximilian-Kolbe-Stiftung, deren Verwaltungsratsvorsitzender er ist, am Gedenktag des hl. Maximilian Kolbe in Oświęcim/Auschwitz teil. Seit dem vergangenen Sonntag treffen sich dort 45 Teilnehmer aus zwölf Ländern Europas und befassen sich mit dem Thema „Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit“. Der Workshop, der an diesem Freitag endet, findet zum zehnten Mal statt. Dabei diskutieren die Teilnehmer über die grundlegenden Perspektiven von Gewaltüberwindung und Versöhnung. Durch den angemessenen, respektvollen Austrag von Unterschieden und Konflikten, zum Beispiel zwischen Ukrainern und Russen, trägt der Workshop zu einem vertieften gegenseitigen Verständnis bei. Zugleich setzt er ein Zeichen europäischer Gemeinsamkeit. Der jährliche Workshop leistet so einen Beitrag zur Stärkung eines europäischen, auf Heilung und Versöhnung zielenden Austauschs und ist Teil der verlässlichen kirchlichen Versöhnungsarbeit.

Hinweis:
Die Predigt von Erzbischof Schick in Auschwitz ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.
Weitere Informationen zum Workshop in Auschwitz unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de.

Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2018/19“ veröffentlicht

Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht heute (8. August 2019) die Broschüre Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2018/19 mit weiteren Daten aus der kirchlichen Statistik. Die völlig überarbeitete und neu gestaltete Publikation aus der Reihe Arbeitshilfen (Nr. 306) informiert über Zahlen des Jahres 2018 und aktuelle Entwicklungen bis in das Jahr 2019. Die Eckdaten der (Erz-)Bistümer, die die Deutsche Bischofskonferenz bereits am 19. Juli 2019 veröffentlicht hat, wurden für die Broschüre aufbereitet. Einordnende Beschreibungen ergänzen das Gesamtbild der katholischen Kirche in Deutschland und geben Antworten darauf, was diese in Deutschland und weltweit leistet.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schreibt in seinem Vorwort: „Diese Arbeitshilfe zeugt von einer lebendigen Gemeinschaft, die versucht, die ,Zeichen der Zeit‘ zu erkennen und ihr Handeln danach auszurichten.“ Die Grundlage bleibe das Evangelium, das die Katholiken zu leben und zu bezeugen aufgerufen seien. Kardinal Marx spricht auch von den stürmischen Zeiten, die die Kirche erlebe, und in denen das redliche Bemühen von vielen Katholikinnen und Katholiken im Haupt- und im Ehrenamt nicht übersehen werden dürfe. Der besondere Dank der Deutschen Bischofskonferenz gelte vor allem ihnen, so Kardinal Marx: „Für ihre Treue zur Kirche und ihr Engagement aus dem christlichen Glauben heraus“. Zur Frage von Veränderungen in der katholischen Kirche erinnert er daran: „Natürlich brauchen wir Debatten über Strukturen und Reformen in der Kirche … Aber neben diesen Diskussionen suchen wir auch eine Auseinandersetzung mit der Vermittlung und der Weitergabe dieses Glaubens.“ Die Broschüre gebe neben den Zahlen und Statistiken ein Zeugnis von dem eindrucksvollen Dienst vieler Menschen in der Kirche, die die Frage nach Gott stets neu stellen und daran arbeiten, wie der Glaube in die nächste Generation vermittelt werden kann.

Schwerpunktthemen der Arbeitshilfe sind „Frauen in der Kirche“ und „25 Jahre ökumenische Woche für das Leben“ sowie der Einsatz von Christen für mehr Vertrauen in die Demokratie. Darüber hinaus nimmt das Thema „Sexualisierte Gewalt und Prävention“ einen größeren Raum ein. Das Kapitel „Katholiken in den Bistümern“ präsentiert übersichtlich Daten von der Taufe bis zur Bestattung und erläutert Zusammenhänge. Auch das Thema „Haushalt und Finanzen“ mit Angaben zur Kirchensteuer und zu Finanzangelegenheiten ist ein fester Bestandteil der Broschüre geblieben.

Hinweise:
Die Broschüre kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen sind auf der Themenseite „Kirche in Zahlen“ verfügbar.

Erzbischof Schick beendet Reise nach Uganda – SECAM-Jubiläum im Mittelpunkt

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), beendet heute eine einwöchige Reise nach Uganda (26. Juli bis 2. August 2019). Im Mittelpunkt stand die Teilnahme am Jubiläumstreffen von SECAM, dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar, dessen Gründung vor 50 Jahren begangen wurde. An dem Treffen in der ugandischen Hauptstadt Kampala haben rund 300 Bischöfe aus Afrika und weitere hochrangige Geistliche aus der ganzen Weltkirche teilgenommen, um über die Zusammenarbeit unter den afrikanischen Bischofskonferenzen in den vergangenen 50 Jahren nachzudenken und wegweisende Handlungsempfehlungen für die Zukunft der katholischen Kirche in Afrika in einem abschließenden Dokument festzuhalten.

„Die Kirche in Afrika steht vor vielen Herausforderungen, dennoch lebt sie von ihrem tiefen Glauben, der Freude an der erlösenden Botschaft Jesu Christi und dem Willen, die Zukunft des Kontinents entscheidend mitzugestalten“, erklärte Erzbischof Schick nach dem Hauptgottesdienst des SECAM-Jubiläums (28. Juli 2019), zu dem sich die Bischöfe am Schrein der 22 ugandischen Märtyrer in Namugongo, einem Vorort von Kampala, versammelt hatten. Die afrikanischen Bischöfe bekundeten bei der SECAM-Konferenz ihre gemeinsame Entschlossenheit, den Kampf gegen die drängenden Nöte der Menschen fortzuführen. „Das goldene Jubiläum von SECAM ist ein Zeichen für den Dienst für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden in Afrika“, betonte der neu gewählte Präsident von SECAM, Kardinal Philippe Ouédraogo aus Burkina Faso, während seiner Ansprache vor tausenden Gläubigen. Der Kardinal unterstrich die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Bischofskonferenzen auf dem Kontinent: „Nur wenn die einzelnen Bischofskonferenzen in Afrika weiter zusammenwachsen, kann die Kirche erfolgreich pastorale Herausforderungen wie die weiterhin ansteigende Verbreitung von HIV, Jugendarbeitslosigkeit oder die zunehmende Zahl von Flüchtlingen auf dem Kontinent meistern.“ Erzbischof Schick, der sich mit vielen afrikanischen Kardinälen und Bischöfen während seiner Reise austauschte, hob insbesondere die große Herausforderung der hohen Geburtenrate auf dem afrikanischen Kontinent hervor. Die Kirche übernehme dabei eine wichtige Aufgabe, indem ihre Schulen und Bildungseinrichtungen die Gleichstellung der Geschlechter und die ganzheitliche Erziehung förderten.

Im Verlauf seiner Reise nach Uganda traf Erzbischof Schick unter anderem mit dem Deutschen Botschafter in Kampala, Dr. Albrecht Conze, dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Luigi Bianco, sowie mit dem Sekretär der Ugandischen Bischofskonferenz, Monsignore John Baptist Kauta, zusammen, um tiefere Einblicke in die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Ugandas und der dortigen Kirche zu gewinnen. Außerdem besuchte der Erzbischof mehrere von den Comboni-Missionaren gegründete Schulen sowie ein Zentrum für die Behandlung von HIV/AIDS-Kranken. In einem Zentrum der Arche-Gemeinschaft von Jean Vanier traf er mit behinderten Menschen zusammen und informierte sich über katholische Initiativen in diesem Feld. Bei einem Treffen mit Verantwortlichen des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS (Jesuit Refugee Service) waren das Ausmaß der Fluchtbewegungen im heutigen Afrika und die Möglichkeiten der Kirche, den Flüchtlingen zu helfen, das bestimmende Thema. Uganda ist das afrikanische Land, das die größte Zahl von Flüchtlingen aufgenommen hat.

Abschließend betonte Erzbischof Schick: „Ich bewundere die vielfältigen Tätigkeiten und Initiativen der katholischen Kirche in Uganda für die integrale Entwicklung der gesamten Bevölkerung, insbesondere für die Notleidenden, Ausgegrenzten und Armen. Die Kirche und die Gläubigen bezeugen authentisch und wirksam die befreiende Botschaft Jesu Christi in ihrem Alltag. Der Glaube lässt sie trotz der Vielzahl ihrer Sorgen und Nöte hoffen und bestärkt sie in ihrer Vision für eine bessere Zukunft auf dem afrikanischen Kontinent.“


Hintergrund

SECAM ist die kontinentale Vereinigung der Bischofskonferenzen in Afrika und Madagaskar. Die Deutsche Bischofskonferenz steht (ebenso wie die Werke Missio und Misereor) in engem Austausch mit SECAM. Zuletzt haben die Deutsche Bischofskonferenz und SECAM gemeinsam das VIII. Deutsch-Afrikanische Bischofstreffen vom 22. bis 27. Mai 2018 in Antananarivo (Madagaskar) zum Thema „Die ganzheitliche Entwicklung des Menschen“ durchgeführt.

Zehnter Europäischer Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung in Oświęcim/Auschwitz

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung führt vom 11. bis 16. August 2019 in Oświęcim/Auschwitz zum zehnten Mal ihren jährlichen Europäischen Workshop zum Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit von Auschwitz durch.

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage nach den bis heute andauernden Prägungen und Verletzungen, die von Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg ausgehen, sowie nach einem angemessenen Umgang mit der Gegenwart dieser Geschichte. An dem Workshop nehmen Vertreter aus zwölf Ländern, darunter Russland, die Ukraine, die baltischen Staaten sowie Polen, Albanien, Slowenien, Bosnien, Irland, Italien und Deutschland teil. Höhepunkte des Workshops werden der Vortrag des Erzbischofs von Warschau, Kardinal Kazimierz Nycz, über die Rolle der Kirche beim Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit sowie das daran anschließende Gespräch mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, sein.

Ausgehend von den unterschiedlichen Erfahrungen der auf dem Workshop vertretenen Gesellschaften diskutieren die Teilnehmenden über die grundlegenden Perspektiven von Gewaltüberwindung und Versöhnung. Dabei stoßen sie immer wieder auf relevante Unterschiede in der Wahrnehmung der Geschichte. Durch den angemessenen, respektvollen Austrag dieser Unterschiede und Konflikte, zum Beispiel zwischen Ukrainern und Russen, trägt der Workshop zu einem vertieften gegenseitigen Verständnis bei. Zugleich setzt er ein Zeichen europäischer Gemeinsamkeit.

Der jährliche Workshop leistet einen Beitrag zur Stärkung eines europäischen, auf Heilung und Versöhnung zielenden Diskurses. Die Begegnungen der Teilnehmenden helfen zugleich, ein europäisches Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung zu bilden. Der Workshop ist Teil der verlässlichen kirchlichen Versöhnungsarbeit.


Hintergrund

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wurde 2007 mit Unterstützung der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. 2015 haben die Vorsitzenden der beiden Bischofskonferenzen das Ziel bekräftigt, die Stiftung weiterzuentwickeln. Aufgabe der Stiftung ist, Beiträge zur Stärkung der (kirchlichen) Versöhnungsarbeit in Europa zu leisten und sich für Opfer von Unrecht und Gewalt zu engagieren. Der Heilige Maximilian Kolbe gab 1941 sein Leben stellvertretend für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz und setzte damit ein Zeichen, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben. Weitere Informationen sind unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de zu finden.


Hinweise:

Das Programm des Workshops ist als pdf-Datei im Anhang sowie unter www.dbk.de verfügbar.

Interviewanfragen zum Workshop richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).

Veronika Wulf, Hans Block und Moritz Riesewieck erhalten den Katholischen Medienpreis 2019

Der Katholische Medienpreis in der Kategorie Printmedien wird in diesem Jahr an Veronika Wulf für ihren Beitrag „Der fremde Sohn“ verliehen, der in der taz (Die Tageszeitung) erschienen ist. In der Kategorie Elektronische Medien werden die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck für die Dokumentation „The Cleaners“ (ARTE) ausgezeichnet. Jede Kategorie des Preises ist mit 5.000 Euro dotiert. Für seine Leitartikel zu den Hochfesten der Kirche geht der Sonderpreis der Jury mit einem Preisgeld von 2.000 Euro an Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung). Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), überreicht den Katholischen Medienpreis bei einem Festakt am 21. Oktober 2019 um 18.00 Uhr im Max Ernst Museum Brühl des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Insgesamt sind 239 Einreichungen eingegangen. Für die Kategorie Elektronische Medien waren es 146 Beiträge, davon 80 Fernseh-, 40 Radio- und 26 Internetangebote. Für die Kategorie Printmedien wurden 93 Beiträge eingereicht.

Kategorie Printmedien
Veronika Wulf (Jahrgang 1992) erhält den Preis für ihren Beitrag „Der fremde Sohn“, erschienen in der taz (Die Tageszeitung) am 16. Juni 2018. Die Autorin berichtet über eine Familie, die einen minderjährigen syrischen Flüchtling aufgenommen hat. Sie sucht in diesem Beispiel das Essentielle aller Integrationsbemühungen, das Wesentliche, damit Geflüchtete in unserer Gesellschaft ankommen können. Feinfühlig und mit viel Geduld hat sie das Thema herausgearbeitet und beschreibt die Lösung: Es ist der lange Weg des Vertrautwerdens, das sich nicht erzwingen lässt, sondern nur allmählich entstehen kann.

Kategorie Elektronische Medien
Hans Block (Jahrgang 1985) und Moritz Riesewieck (Jahrgang 1985) erhalten den Preis für den Film „The Cleaners“, gesendet in ARTE am 23. August 2018 sowie im Kino.
Wer entscheidet, welche Inhalte im Internet bleiben und welche nicht? Die Dokumentation stellt die Content-Moderatoren, genannt Cleaners, vor, die das Netz von Hass, Mord, Terror, Krieg, Suiziden und vielem mehr säubern. Was macht das täglich gesichtete Material mit ihnen? Wie verkraftet man monströse Absurditäten? Der Film greift ein aktuelles Thema auf und stellt die Frage, warum der Nutzer keinen Gedanken darauf verschwendet, wer seine Plattform sauber hält.

Sonderpreis der Jury
Heribert Prantl (Jahrgang 1953) erhält den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury für seine Artikel zu den Hochfesten der Kirche. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt oder auch St. Martin und St. Nikolaus – es gibt kaum einen Feiertag, den der Autor nicht gewürdigt, interpretiert und in verständlicher Sprache erklärt hat. Theologische Sachkenntnis ist ihm dabei nicht fremd. Heribert Prantl versteht es – um in der Sprache der Kirche zu bleiben – die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Menschen im Hier und Heute christliche Grundanliegen nahe zu bringen.

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“
Für weitere herausragende Beiträge wird im Jahr 2019 zwei Mal die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ verliehen.

In der Kategorie Printmedien geht die Auszeichnung an Sarah Seifen (Jahrgang 1991) für den Beitrag „Und Tschüss?! – Bleiben oder Gehen?“, erschienen in den Kirchenzeitungen der Bistümer Fulda, Limburg, Mainz am 6. Januar 2019.

Im Bereich Elektronische Medien erhalten die Auszeichnung Sandra Weiss und Charlotte Eichhorn für den Beitrag „Völkermord im Verborgenen – ein multimediales, interkulturelles Langzeitprojekt“, veröffentlicht im Onlinemagazin torial seit 1. Mai 2019.

Hintergrund
Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. „Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“, so heißt es in der Ausschreibung.

Zur Jury unter dem Vorsitz von Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) gehören: Katja Auer (Teamleiterin der Bayernredaktion der Süddeutschen Zeitung, München), Albert Herchenbach (ehem. Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Wolfgang Küpper (Redaktionsleiter Bayerischer Rundfunk, Religion und Orientierung, München), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg) und Dr. Elvira Steppacher (freie Journalistin und Publizistin).

Hinweise:
Jurybegründungen zu den Preisträgern und zum Sonderpreis finden Sie im Anhang sowie auf www.dbk.de. Dort stehen Ihnen auch die Jurybegründungen zu den Auszeichnungen „journalistisch WERTvoll“ zur Verfügung. Weitere Informationen über den Preis finden Sie ebenfalls in der Rubrik „Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz“.
Fotos der Preisträger sind in der Bildergalerie dieser Pressemitteilung für die Berichterstattung unter Nennung der Copyrightangaben kostenfrei verfügbar.

Bischof Dr. Peter Kohlgraf eröffnet Salzburger Hochschulwochen 2019

Mit einem Gottesdienst sind heute (29. Juli 2019) die Salzburger Hochschulwochen eröffnet worden, die in diesem Jahr unter dem Thema „Die Komplexität der Welt und die Sehnsucht nach Einfachheit“ stehen. Bis Sonntag (4. August 2019) werden Studierende und Wissenschaftler das Thema diskutieren. Die Hochschulwochen liegen in der Verantwortung von Prof. Dr. Martin Dürnberger. Er hält das Thema für hochaktuell, weil die Welt komplex geworden sei: „Klimawandel, Migration, Digitalisierung – nirgends gibt es simple Lösungen. Das gilt auch für die Kirche und ihre Zukunft, auch hier stehen wir vor komplexen Herausforderungen und großen Fragen: Wie sollen wir uns in dynamischen, veränderlichen Problemlagen orientieren? Wie können wir mit Unübersichtlichkeit und Nicht-Souveränität in offenen, komplexen Prozessen umgehen?“ Davon dürfe man sich ebensowenig lähmen lassen wie in fundamentalistische Vereinfachungen fallen, so Prof. Dr. Dürnberger zum Auftakt der Hochschulwochen. „Vielmehr braucht es die Kunst der feinen Unterscheidung. Genau diese wollen die Salzburger Hochschulwochen einüben: Es geht um die großen Fragen und differenzierte Antworten.“

Beim Eröffnungsgottesdienst in der Franziskanerkirche erinnerte Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz) an das, was Glaube bedeute: „Er ist die Zustimmung des Herzens und des Verstandes zu einem Gott, der sich dem Menschen zuwendet wie ein liebender Vater und eine liebende Mutter.“ Zum Glauben gehörten auch Zweifel, das Fragen und Ringen, „aber im Letzten das tiefe Bewusstsein dafür, dass jemand Gutes, der Gute schlechthin, über und in meinem Alltag leuchtet“, so Bischof Kohlgraf. Der Mensch komme im Glauben Gott näher. Der einfache Glaube verlängere sich in die caritas, die gelebte Liebe zum anderen Menschen. „Lieblose theologische Debatten, egal um welches Thema sie sich drehen, werden uns von Gott wegführen, es kann gar nicht anders gedacht werden. Und wie viel Lieblosigkeit und Härte prägen auch unser innerkirchliches Ringen um die Wahrheit“, fragte Bischof Kohlgraf.

Der Mainzer Bischof, der lange selbst Hochschullehrer war, warnte vor einfachen Antworten bei den großen Fragen in der Welt. „Wenn die globale Welt zu kompliziert wird, hilft scheinbar der Rückzug auf das nationale Interesse. Wenn die eigenen religiösen Wurzeln und Traditionen wegbrechen, wird die fremde Religion zum Feindbild erklärt. Wenn die eigene Gesellschaft altert, sind es die oft jungen Fremden und Migranten, die uns bedrohen. Wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, kann ich mein Gewissen beruhigen, indem ich die Menschen mitverantwortlich mache, die zur Rettung der Ertrinkenden ausfahren.“ Bevor man Menschen mit derartig einfachen Antworten verurteile, dürfe man zunächst in diesen Antworten die manchmal hilflose Sehnsucht nach Einfachheit vermuten.

Auch die Kirche kenne solche Diskussionen von innen und außen, mit Hinweisen, wie Kirche und Welt zu funktionieren hätten. „Viele Gedanken unserer Gespräche drehen sich im Kreis, auch deswegen, weil jeder von vornherein von der Richtigkeit seiner einfachen oder auch komplexen Antwort überzeugt ist.“ Dennoch müsse man „miteinander suchen und ringen, aber die Lösung auf komplexe Fragen ist nicht immer die einfache Antwort, die man besitzt, weil man schlauer oder davon überzeugt ist, Gott besser verstanden zu haben“, so Bischof Kohlgraf. Der Glaube müsse sich ins Gespräch mit einer komplexeren Welt begeben. „Wie hilfreich kann es sein, im anderen Menschen nicht nur den Ungläubigen oder den weniger Einsichtigen zu sehen, sondern den, der andere Facetten besser und tiefer verstanden hat. Das Ringen und Suchen in einer komplexen Welt nimmt uns der einfache Glaube nicht ab. Daher braucht es Theologie, daher braucht es das Gespräch mit anderen Weltzugängen.“


Hinweise:

Die Predigt von Bischof Dr. Peter Kohlgraf ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar. Informationen zu den Salzburger Hochschulwochen sind unter www.salzburger-hochschulwochen.at zu finden.