Gebetswoche für die Einheit der Christen

Den Armen eine gute Nachricht bringen (Lukas 4,18)

Gott, unser Vater,
vergib uns unsere Machtgier
und bewahre uns vor der Versuchung,
andere zu unterdrücken.
Schenke uns deinen heiligen Geist der Gemeinschaft,
damit wir in Solidarität mit unseren Nächsten leben
und Anteil haben am Werk deines Sohnes Jesus,
damit sich deine Verheißung erfüllt,
dass alle Menschen aus Armut und Unterdrückung befreit werden.
Darum bitten wir in seinem Namen.
Amen.













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Pressekonferenz zum Beginn des Weltjugendtags 2019 in Panama-Stadt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. January 2019 - 12:48

Junge Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt, darunter 2.300 aus Deutschland, reisen heute (21. Januar 2019) von den Tagen der Begegnung nach Panama-Stadt. Dort werden sie vom 22. bis 27. Januar 2019 die zentrale Woche des XXXIV. Weltjugendtags erleben, zu der ab dem 23. Januar auch Papst Franziskus vor Ort sein wird. Im Gepäck haben die Jugendlichen Erlebnisse von Glaubensgemeinschaft, überwältigender Freude und Freundschaft aus den Tagen der Begegnung, wo sie überwiegend in Familien untergebracht waren.

Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, sagte bei der Auftaktpressekonferenz in Panama-Stadt: „Unsere Pilgerinnen und Pilger sind begeistert in Panama, Costa Rica, San Salvador, Mexiko und Kolumbien willkommen geheißen worden! Allen Organisatoren, Mitarbeitern und Familien in diesen Ländern danken wir von Herzen für ihre Gastfreundschaft in den Tagen der Begegnung.“ Über Blogs und Social Media habe er einiges verfolgen können – wie zum Beispiel den bejubelten Empfang einer Jugendgruppe durch Mitarbeiter am Grenzübergang von Costa Rica nach Panama, ein Morgengebet am Pool oder die Begeisterung der Jugendlichen für den Panama-Kanal und das landestypische Essen. „Solche Erfahrungen des Willkommens, der Gastfreundschaft, aber auch das gemeinsame Feiern des Glaubens und die tiefe Begegnung in einem fremden Land bereichern unsere Pilgerinnen und Pilger und bewegen ihre Herzen“, sagte Bischof Oster und betonte: „Kirche geht nicht allein, sie ist Weltkirche“.

Die zentralen Veranstaltungen in Panama-Stadt mit dem Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta OSA, und mit Papst Franziskus werden Weltkirche erlebbar machen. Aber auch Orte des Rückzugs und der Stille werden geboten. So können die Pilger in den morgendlichen Katechesen (Glaubensunterrichtungen) am Mittwoch und Donnerstag (23. und 24. Januar 2019) ihr Leben und ihren Glauben näher betrachten. „Viele Seelsorger stehen als geistliche Begleiter zum Gespräch bereit, sodass neue, leise Schritte auf dem Weg zur eigenen Berufung möglich werden“, so Bischof Oster. Er wünsche sich für die Jugendlichen, „dass sie sich die Zeit der Stille herausnehmen und in ihrer Berufung wachsen“.

Als Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland ist Adveniat auch in Panama mit zahlreichen Projekten aktiv. In der Weltjugendtagswoche werden rund 600 junge Menschen aus Deutschland Gelegenheit haben, einige dieser Projekte zu besuchen und damit weitere Lebenswirklichkeiten des Gastlandes zu erfahren. Dazu gehört unter anderem ein Aidshilfeprojekt, das auch Papst Franziskus besuchen wird. Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass sich Papst Franziskus nach dem Abschlussgottesdienst am Sonntag (27. Januar 2019) persönlich ein Bild macht von der Fundación Casa Hogar Buen Samaritano.“ Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wolle beim Weltjugendtag den Blick auch auf die soziale Ungleichheit in Panama richten: „33 Prozent der Bevölkerung gelten als arm oder extrem arm, in den indigenen Gemeinden sogar 96 Prozent.“ In Mittelamerika fördert Adveniat zurzeit mehr als 600 Projekte mit rund 8 Millionen Euro im Jahr, davon 44 mit fast einer halben Million Euro in Panama. „Wir wollen zusammen mit dem Papst und den deutschen Pilgerinnen und Pilgern an die Ränder der Gesellschaft gehen, an denen tatsächlich ein immer größerer Anteil der Gesellschaft lebt“, so Adveniat-Geschäftsführer Jentgens. „Denn Armut und Perspektivlosigkeit sind längst keine Randprobleme mehr, sondern die Herausforderung für uns alle. Ohne gerechte Lebenschancen für alle Menschen hat unsere Welt keine Zukunft.“ Bei den Projektbesuchen können die jungen Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland die Lebenswirklichkeit der Gleichaltrigen kennenlernen – mit dem Ziel, dass daraus solidarisches Handeln und im besten Fall sogar Freundschaft erwächst.

Beim Youth Hearing des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und von Adveniat am Mittwoch (23. Januar 2019, ab 15 Uhr Ortszeit, Museo de Canal, Plaza de la Independencia, Calle 5a Este, Panama) diskutieren junge Katholiken mit Prominenten aus Politik und Kirche über die Anliegen von Gleichaltrigen, die unter Armut und Ausgrenzung leiden. Wie können wir gemeinsam diese Situation verändern? Mit dabei sind unter anderem Bischof Oster und Uwe Wolfgang Heye, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Panama, aber auch Jeroncio Ossorio, ein junger Kuna (indigene Ethnie aus Panama), der im Weltjugendtagsbüro in Panama-Stadt mitarbeitet. Der Bundespräses des BDKJ, Pfarrer Dirk Bingener, sagte: „Aus den Erfahrungen der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der vergangenen Tage soll bei den Jugendlichen Solidarität erwachsen, die es möglich macht, die Welt zum Guten hin zu verändern. Froh gefeierter Glaube und Engagement füreinander finden zusammen. Dazu soll das Youth Hearing dienen.“


Hintergrund

Vom 22. bis 27. Januar 2019 wird in Panama der XXXIV. Weltjugendtag stattfinden. Er steht unter dem Leitwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Rund 200.000 junge Menschen aus 155 Ländern, darunter rund 2.300 aus Deutschland, werden bei diesem Großereignis gemeinsam feiern, beten, ihren Glauben bezeugen und vertiefen sowie konkret die soziale Realität des Landes kennenlernen. Bisherige internationale Weltjugendtage fanden unter anderem in Krakau (2016), Rio de Janeiro (2013), Madrid (2011), Sydney (2008) und Köln (2005) statt.

Aus Deutschland werden folgende Bischöfe in Panama sein:
Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Vorsitzender der Jugendkommission, Passau), Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Vorsitzender der Unterkommission für Lateinamerika/Adveniat, Essen), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Vorsitzender der Kommission Weltkirche, Bamberg), Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Karlheinz Diez (Fulda), Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Weihbischof Rolf Steinhäuser (Köln), Weihbischof Wilfried Theising (Münster), Weihbischof Florian Wörner (Augsburg) und Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück).


Hinweise:

Am Samstag (26. Januar 2019) von 9.30 bis 11.00 Uhr (Ortszeit) sind Bischof Oster, Erzbischof Schick, Bischof Overbeck, die Weihbischöfe Peters, Wübbe, Steinhäuser und Theising sowie Pfarrer Bingener, Stephan Jentgens und weitere verantwortliche Teilnehmer aus Deutschland auf Anfrage für O-Töne verfügbar (Hotel Dos Mares, Avenida Perú con calle 30, Panama-Stadt, Stadtteil Calidonia). Wir bitten um vorherige Anmeldung unter pressestelle(at)dbk.de.

Kostenfreies Bildmaterial zur Berichterstattung über den Weltjugendtag finden Sie auf der Homepage des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat: www.medien.adveniat.de. Bitte geben Sie als Fotohinweis den Namen des Fotografen/Adveniat an. Bei Fragen können Sie sich melden bei: presse(at)adveniat.de.

Ausführliche Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtags unter www.wjt.de sowie auf der panamaischen Internetseite des Weltjugendtags panama2019.pa/en/home. Weitere Informationen sind auf der Themenseite der Deutschen Bischofskonferenz unter https://www.dbk.de/themen/kirche-und-jugend/weltjugendtag-2019 verfügbar. Über das Youth Hearing von Adveniat und BDKJ informiert www.bdkj.de/aktionen/weltjugendtag.

19. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land stellt Christen in Israel in den Mittelpunkt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. January 2019 - 10:40

Heute (17. Januar 2019) endet das 19. Bischofstreffen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land. Vom 12. bis 17. Januar 2019 informierte sich eine Delegation, der 15 Bischöfe von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika angehörten, über die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten der Christen im Heiligen Land. „Wir konnten ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Christen im Heiligen Land setzen. Trotzdem ist die Situation – gerade in der Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in den Autonomiegebieten – erschreckend“, erklärte Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), der als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax für die Deutsche Bischofskonferenz teilgenommen hat, zum Abschluss der Reise.

Anders als in vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Delegationsreise dieses Mal auf der Situation der Christen in Israel. Gegenwärtig leben ca. 225.000 Christen im Heiligen Land, davon etwa 175.000 in Israel und etwa 50.000 in den palästinensischen Gebieten. Die palästinensischen Christen in Israel sind Teil der insgesamt etwa 20 Prozent ausmachenden arabischen Minderheit im Land. Ein kleinerer, aber wachsender Anteil der Christen in Israel umfasst Arbeitsmigranten, die eine neue kulturelle Vielfalt in die katholische Kirche vor Ort tragen. Für diese und andere vorwiegend hebräisch sprechende Katholiken unterhält das Lateinische Patriarchat daher eigene Seelsorge-Vikariate. Die Delegation hatte Gelegenheit, sich mit dem Seelsorger für die hebräisch sprechenden Christen, Pfr. Rafic Nahra, über die Situation in seinen Gemeinden auszutauschen. Auch die oft aus Russland oder den Philippinen stammenden Gemeindemitglieder konnten von ihren Erfahrungen berichten.

Gemeinsam mit Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, besuchte die Bischofsgruppe das Priesterseminar in Beit Jala im Westjordanland, dem die Ausbildung für die Priester des Lateinischen Patriarchats in der Region obliegt. Die Seminaristen werden auf ihre künftige Arbeit im Westjordanland, in Israel und Jordanien vorbereitet. Erzbischof Pizzaballa beschrieb die außerordentliche Herausforderung, die in der großen Zahl christlicher Denominationen im Heiligen Land liege, die dort zum Teil seit Jahrhunderten ansässig seien. Nicht selten stellt sich die Zusammenarbeit aufgrund der unterschiedlichen Traditionen der Kirchen schwierig dar. Dies gelte auch für die gemeinsame Vertretung kirchlicher Interessen gegenüber den Regierungen der Länder.

Auch der Apostolische Nuntius für das Heilige Land, Erzbischof Leopoldo Girelli, ging im Gespräch mit der internationalen Bischofsdelegation auf das Erfordernis eines wachsenden kirchlichen Zusammenwirkens ein: Die Zahl der christlichen Pilger, die das Heilige Land besuchen, habe in den letzten Jahren erheblich zugenommen; dies biete den Christen eine besondere Gelegenheit, ein Bild der Einheit zu zeigen, das in die Welt hineinwirken könne. Die Delegation informierte sich in Haifa und Jerusalem über Projekte des interreligiösen Dialogs. Am Weltzentrum der Baha‘i in Haifa kamen Vertreter der Ahmadyya und der sunnitischen Moscheegemeinde, des reformorientierten wie des orthodoxen Judentums, der Drusen und der christlichen Kirchen zusammen. In dem von Bischof Ackermann moderierten Gespräch bezeugten die Vertreter der Religionen einander ihre gegenseitige Wertschätzung. Gerade in der fragilen Situation des Nahen Ostens stellten interreligiöse Dialogbemühungen einen wichtigen Beitrag zu Stabilität und Frieden dar.

Dem jüdisch-christlichen Austausch wurde mit einer Begegnung der Bischofsdelegation mit Rabbi Prof. Daniel Sperber besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Er analysierte in jüdischer Perspektive die Erklärung Nostra aetate des Zweiten Vatikanischen Konzils, die er als Ausdruck eines Perspektivwechsels der katholischen Kirche hin zu einer Wertschätzung auch des Judentums interpretierte. Mit diesem Dokument sei eine wesentliche Grundlage für das interreligiöse Gespräch gelegt worden, das inzwischen fruchtbar auf allen Ebenen geführt werde.

Im Zentrum der politischen Gespräche und eines wissenschaftlichen Seminars an der Universität Haifa stand das neue israelische „Nationalitätengesetz“, das den jüdischen Charakter des Staates sichern und stärken will. Das Gesetz wird von allen religiösen und ethnischen Minderheiten nachdrücklich kritisiert. Die katholischen Bischöfe des Landes sehen darin die Gefahr, dass damit die ohnehin spürbare Diskriminierung eines Teils der israelischen Staatsbürger auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werde.

Daneben wurde auch die zunehmend unter Druck stehende Refinanzierung christlicher Schulen angesprochen. Kirchenvertreter und die Leiter katholischer Schulen machten gegenüber der internationalen Delegation deutlich, dass es immer schwieriger werde, den allgemein anerkannten hohen Standard christlicher Schulen aufrecht zu erhalten, wenn die vom Staat geleistete teilweise Refinanzierung weiter abgeschmolzen werde. Hier liege eine Benachteiligung privater christlicher Schulen gegenüber anderen privaten Schulträgern vor. Mit ihrem Besuch im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin der UN-Organisation für die palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) erinnerten die Bischöfe an die bis heute nicht überwundenen Folgen von Flucht und Vertreibung infolge der Kriege Israels mit seinen arabischen Nachbarn. Im Abschlusskommuniqué kritisieren die Bischöfe die Entscheidung der US-amerikanischen Regierung unter Präsident Trump, die Unterstützungsleistungen für UNRWA einzustellen. Die Bischöfe fordern die internationale Gemeinschaft auf, die entstandene Finanzlücke baldmöglichst zu schließen.

Die nach wie vor schmerzenden Wunden der Vergangenheit wurden auch beim Besuch der Delegation des früheren Dorfes Ikrit an der libanesischen Grenze augenfällig. Die Einwohner, nahezu alle katholische Christen, mussten ihr Heimatdorf nach dem Krieg im Jahr 1948 verlassen; einige Zeit später wurde es 1951 bis auf die Kirche zerstört. Trotz gegenteiliger Gerichtsurteile konnten sich die ehemaligen Bewohner bis heute nicht wieder dort ansiedeln, weil das israelische Militär nach wie vor Sicherheitsbedenken geltend macht. Die Ereignisse um das Dorf Ikrit stellen in den Augen der arabischen Christen ein bis heute nicht behobenes Unrecht dar.

„Je öfter ich in das Heilige Land fahre, desto mehr Fragen als Antworten habe ich mit Blick auf die Situation“, erklärte Bischof Ackermann zu den komplexen gesellschaftlichen Problemen in Israel und der Region, die in den Begegnungen der Delegationsreise einmal mehr deutlich hervortraten. „Ohne Frage: Auch wenn wir weit davon entfernt sind, kann es an der Zweistaatenlösung keinen Zweifel geben. Daran muss die internationale Staatengemeinschaft arbeiten.“

Zu den geistlichen Höhepunkten gehörten die täglichen Gottesdienste und Gebete – in Bethlehem, mit der katholischen Gemeinde in Zababdeh in den palästinensischen Gebieten und im Kloster Stella Maris der Karmeliter in Haifa.

An der Delegationsreise haben neben Bischof Dr. Stephan Ackermann folgende Bischöfe teilgenommen: Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrikanische Bischofskonferenz); Erzbischof Timothy Broglio (Militärseelsorge der Bischofskonferenz der USA), Bischof em. Pierre Bürcher (Rejkjavik, Skandinavische Bischofskonferenz); Bischof Rodolfo Cetoloni (Grossetto, Italienische Bischofskonferenz), Bischof em. Michel Dubost (Evry, Französische Bischofskonferenz), Bischof Lionel Gendron (Saint Jean-Longueuil, Kanadische Bischofskonferenz); Bischof Felix Gmür (Basel, Schweizerische Bischofskonferenz); Weihbischof William Kenney (Birmingham, Bischofskonferenz von England und Wales); Bischof Declan Lang (Clifton, Bischofskonferenz von England und Wales); Bischof Alan McGuckian (Raphoe, Irische Bischofskonferenz); Bischof William Nolan (Galloway, Schottische Bischofskonferenz), Bischof José Ornelas Carvalho (Setubal, Portugiesische Bischofskonferenz) und Bischof Noel Treanor (Down and Connor, Irische Bischofskonferenz). Darüber hinaus haben Vertreter des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) teilgenommen.


Hintergrund

Das Internationale Bischofstreffen verfolgt das Ziel, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Die Bischöfe besuchen während ihres Treffens als Pilger die Heiligen Stätten im Land und feiern dort Gottesdienste. So sollen auch die Gläubigen in ihren Heimatländern zu Pilgerreisen ermutigt werden.


Hinweise:

Die Abschlusserklärung des 19. Internationalen Bischofstreffens ist untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen verfügbar.

Fotomaterial des Internationalen Bischofstreffens in Israel und Palästina ist – unter Nennung des Copyrights – kostenfrei verfügbar. Die Bilder können auf der Themenseite Bischofstreffen Heiliges Land in der Bildergalerie heruntergeladen werden.

Einladung zur Pressekonferenz in Panama-Stadt: Weltjugendtag 2019 beginnt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. January 2019 - 11:39

Am 22. Januar 2019 startet in Panama-Stadt der XXXIV. Weltjugendtag, zu dem ab Mittwoch (23. Januar 2019) auch Papst Franziskus erwartet wird. Das Glaubensfest unter dem Thema „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38) dauert bis zum 27. Januar und wird rund 200.000 junge Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt in Mittelamerika zusammenbringen. Rund 2.300 von ihnen kommen aus Deutschland, begleitet von drei (Erz-)Bischöfen, sieben Weihbischöfen und zahlreichen Verantwortlichen aus den Diözesen. Was erwarten Pilger und Bischöfe von diesem Weltjugendtag, mit dem Papst Franziskus auch auf die Menschen an den Rändern der Gesellschaft hinweisen möchte?

Die Deutsche Bischofskonferenz, zusammen mit ihrer Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), sowie das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) laden Sie herzlich ein zu einer

Pressekonferenz
am Montag, 21. Januar 2019, um 15.00 Uhr (Ortszeit)
in das Hotel Dos Mares,
Avenida Perú con calle 30,
Panama-Stadt (Stadtteil Calidonia).


Folgende Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des BDKJ;
  • Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat;
  • Paul Metzlaff, afj.

Als Anmeldung zur Pressekonferenz reicht eine formlose E-Mail an pressestelle(at)dbk.de. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Hintergrund

Aus Deutschland werden folgende Bischöfe in Panama sein:
Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Vorsitzender der Jugendkommission, Passau), Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Vorsitzender der Unterkommission für Lateinamerika/Adveniat, Essen), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Vorsitzender der Kommission Weltkirche, Bamberg), Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Karlheinz Diez (Fulda), Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Weihbischof Rolf Steinhäuser (Köln), Weihbischof Wilfried Theising (Münster), Weihbischof Florian Wörner (Augsburg) und Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück).

Hinweis:
Die Medienarbeit zum Weltjugendtag in Panama wird von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, dem BDKJ und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat koordiniert. Presseinformationen und -einladungen erfolgen gemeinsam. Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen.

Erklärung von Erzbischof Heße zur ad-hoc-Lösung für die 49 aus Seenot geretteten Flüchtlinge

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. January 2019 - 16:24

Angesichts der heute gefundenen ad-hoc-Lösung für die 49 aus Seenot geretteten Flüchtlinge auf dem Mittelmeer erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg):

„Während in Europa Weihnachten gefeiert wurde, kam es auf dem Mittelmeer zu dramatischen Szenen: Seit dem 22. Dezember 2018 mussten 32 aus Seenot gerettete Flüchtlinge – darunter auch Kinder – auf dem Schiff ‚Sea-Watch 3‘ ausharren. Weitere 17 Schiffbrüchige, die durch das Schiff ‚Professor Albrecht Penck‘ gerettet wurden, warteten seit dem 29. Dezember auf den Zugang zu einem sicheren Hafen. Zuletzt hatte sich die Situation auf den Schiffen zugespitzt: Wasser und Nahrung wurden knapp, der Gesundheitszustand einiger Geretteter verschlechterte sich, alle litten unter der enormen psychischen Belastung.

Papst Franziskus hat die europäischen Staats- und Regierungschefs vor wenigen Tagen eindringlich zu konkreter Solidarität aufgerufen. Ich bin froh, dass die Geretteten nun – nach langen Tagen des Bangens – endlich an Land gehen können. Den acht europäischen Staaten, die sich zur Aufnahme der schutzsuchenden Menschen bereit erklärt haben, darunter auch Deutschland, gilt mein Dank. Vor allem aber möchte ich den ehrenamtlichen Helfern danken, die den Geretteten auch unter widrigsten Bedingungen zur Seite standen.

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben uns allen erneut vor Augen geführt: Auf dem Mittelmeer werden derzeit grundlegende humanitäre Errungenschaften infrage gestellt. Statt immer wieder um ad-hoc-Vereinbarungen zu ringen, muss Europa endlich zu einer tragfähigen und solidarischen Lösung gelangen. Mittlerweile haben zahlreiche europäische Städte ihre Bereitschaft erklärt, schutzsuchende Menschen aufzunehmen. Dies ist ein ermutigendes Signal dafür, dass eine faire Verantwortungsteilung in Europa gelingen kann.“

Kardinal Marx predigt beim 24. Gründungstag des Erzbistums Hamburg

Als kurze Geschichte des Erzbistums, aber als lange Geschichte des Christentums in Norddeutschland hat gestern Abend (7. Januar 2018) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den 24. Gründungstag des Erzbistums Hamburg gewürdigt. Bei einer Eucharistiefeier im Hamburger Mariendom hob er insbesondere die Geschichte in ökumenischer Verbundenheit hervor. Als Christen machten sich alle Konfessionen auf den Weg, um für alle Menschen da zu sein. Es gehe nicht um eine exklusive Religion, sondern um eine christliche Verantwortung für jeden, so Kardinal Marx in seiner Predigt.

An diesem Ort, wo die Eucharistie gefeiert werde, sei es wichtig, sich stets neu zu orientieren, auch um zu fragen, welche Prioritäten gesetzt werden müssten. „Natürlich gibt es Sackgassen, in die wir hineinlaufen, und Dunkelheiten, die es aufzuklären gilt. Aber gerade deshalb muss für einen Christen gelten: Hinschauen und Handeln!“, betonte Kardinal Marx. Hinschauen bedeute dann auch immer zuzuhören. Das habe Jesus von Nazareth vorgemacht, das habe Maria in ihrem „Ja“ ausgedrückt. In Jesus, so Kardinal Marx, werde die Dynamik Gottes deutlich, der die Rettung der ganzen Welt und aller Menschen wolle. „Diese Dynamik Gottes muss auch unsere Dynamik bleiben, damit wir als Kirche ein Zeichen der Hoffnung in dieser Welt setzen.“

Kardinal Marx betonte, dass die Dynamik Gottes gerade die Schwachen und Elenden in der Welt erreiche. „Das muss uns Ansporn sein, in Jesus von Nazareth einen neuen Zugang zu Gott zu entdecken. Der Gott, von dem wir reden, ist nicht eine moralische Instanz, die die Nase rümpft und über den Menschen steht, sondern der sich aller Menschen annimmt, der heilt, rettet und versöhnen will. Diese Wahrheit Gottes reicht über alles Denken hinaus. Sie ist kein System von Sätzen, sondern eine Person, die uns umarmt und anschaut.“

In seiner Predigt rief Kardinal Marx dazu auf, ein gutes Gespür für das Richtige, für den Weg Gottes als Geschenk für alle Menschen zu entwickeln. Das gelte nicht nur für Bischöfe und Priester, sondern für das ganz Volk Gottes. Daran erinnere der Gründungstag eines Bistums in besonderer Weise. Das meine auch Papst Franziskus mit dem Begriff der synodalen Kirche. „Wie gelingt es uns, miteinander zu leben und aufeinander zu hören? Wie entwickeln wir Mitverantwortung und Mitgestaltung in der Kirche? Ein neuer Weg zur Synodalität der Kirche kann dabei helfen, voneinander zu lernen und so auch schwere Krisen zu bewältigen“, sagte Kardinal Marx.

Kardinal Marx würdigt 10. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatskirchenvertrags in Schleswig-Holstein

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. January 2019 - 12:35

„Moderne Staatskirchenverträge sind lebendige Instrumente für ein gutes Zusammenleben in der Gesellschaft. Wenn ein Vertrag nicht gelebt wird, wird er zur Dekoration und nicht zu einem Instrument, das die Wirklichkeit, das reale Leben, bestimmt.“ Diese Auffassung hat heute (7. Januar 2019) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in Kiel vertreten. „Christen haben den Weltauftrag, die Gesellschaft mit einem Blick nach vorn zu gestalten. Eine reine Rhetorik der Bewahrung bringt keine Zukunft. Die Frage muss weitergestellt werden, wenn wir als Christen in der Gesellschaft leben wollen: Aus der Erfahrung von früher die Zukunft angehen und nicht die Vergangenheit verklären.“

Kardinal Marx sprach während einer Feierstunde anlässlich des 10. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Heiligen Stuhl. Dazu eingeladen hatten der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, und der Erzbischof von Hamburg, Erzbischof Dr. Stefan Heße.

Die Trennung von Kirche und Staat gehöre zum christlichen Glauben, so Kardinal Marx. Gleichzeitig sei der Staat der Religion gegenüber nicht gleichgültig. „Wo aber Religion in politische Konzepte eingebaut wird, muss man aufmerksam hinschauen, ob da alles richtig läuft“, so Kardinal Marx. Wachsamkeit und Verantwortungsbewusstsein müssten kirchlich und politisch Hand in Hand gehen. So sehr der Staat vom christlichen Menschenbild geprägt sei, so sehr sei es notwendig, dass der Staat den Menschen nicht zu einer religiösen Überzeugung zwingen könne. Ein Staatskirchenvertrag, sagte Kardinal Marx, sei in diesem Zusammenhang Ausdruck für das gute Miteinander von Kirche und Staat. Die längerfristige Bindung des Staates durch einen Vertrag respektiere gleichzeitig das unabhängige Wirken der Kirche. „Die Kirche darf aber nicht vergessen, dass sie Teil der Zivilgesellschaft ist. Wir als Christen müssen deshalb unsere Verantwortung übernehmen, in einer offenen Gesellschaft aktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird die Frage bleiben und uns in den kommenden Monaten umso mehr prägen: Was hält die Gesellschaft zusammen?“ Zusammenhalt könne nur in Freiheit geschehen, die in Verantwortung eines jeden einzelnen wahrgenommen werde. „Wir dürfen dankbar sein, dass der Staat die Kirche hier stets als aktiven Partner sieht. Auch das drückt ein Staatskirchenvertrag aus“, betonte Kardinal Marx. Die Tradition der Staatskirchenverträge sei – nach wie vor – ein Zeichen für eine lebendige Demokratie.

Ministerpräsident Günther würdigte den Staatsvertrag als ausgezeichnetes Werk für das Zusammenwirken von Kirche und Staat. „Damit ist seit zehn Jahren eine hervorragende Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Ein Staatsvertrag muss immer neu gelebt werden. Dazu dient diese Feierstunde. Wir dürfen uns als Christen in öffentliche Debatten mit einbringen. Das gelingt den beiden großen Kirchen und ist eine Errungenschaft, die in den letzten Jahren gewachsen ist“, so Ministerpräsident Günther.

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, sagte in seinem Grußwort, dass der noch junge Staatsvertrag ein gutes Beispiel für verlässliche Beziehungen zwischen Staat und Kirche sei. „Es ist gut zu wissen, dass Verträge ihre Gültigkeit behalten, auch wenn Regierungen wechseln. Das ist ein Zeichen von Kontinuität. Wir sind dankbar, dass mit dem Vertrag das Land und die Kirche in freundschaftlicher Weise miteinander arbeiten und auch schwierige Themen offen diskutieren können“, so Erzbischof Eterović. Die säkulare Gesellschaft brauche ethische und moralische Werte. Hier liege eine Verantwortung des Staates und der Kirche.

Hintergrund
Am 12. Januar 2009 wurde in Kiel der Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Heiligen Stuhl unterzeichnet. Seitdem gibt es nicht nur eine völkerrechtliche Verbindung zwischen den Vertragsparteien, sondern damit gilt im nördlichsten Bundesland zugleich der jüngste Staatskirchenvertrag. Unterzeichnet wurde er damals von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Pérriset.

19. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land

Das 19. Internationale Bischofstreffen im Heiligen Land findet vom 12. bis 17. Januar 2019 statt. 14 Bischöfe von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika werden an dem Treffen teilnehmen. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch den Vorsitzenden der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), vertreten.

Die jährlich stattfindenden Bischofstreffen zielen darauf ab, die Verbundenheit der Weltkirche mit den Christen im Heiligen Land zum Ausdruck zu bringen und internationale Aufmerksamkeit für die Situation der Kirchen in der Region herzustellen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten der Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ausgelotet werden.

Das diesjährige Treffen setzt den Fokus auf die Situation in Israel; das Leitthema lautet: „Christen in Israel: Herausforderungen und Möglichkeiten“. Vor dem Hintergrund einer steten Abwanderung von arabischen Christen aus dem Heiligen Land und dem zeitgleichen Zuzug katholischer Migranten vor allem aus dem asiatischen Raum nach Israel sehen sich die christlichen Konfessionen erheblichen Veränderungen ausgesetzt. Besonders herausfordernd sind für die christliche Bevölkerung die politischen  Entwicklungen in den Palästinensischen Gebieten und in Israel.

Das 19. Internationale Bischofstreffen beginnt in Jerusalem mit einem Gespräch mit dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa. Am Sonntag (13. Januar 2019) feiern die Bischöfe die Heilige Messe im palästinensischen Zababdeh und treffen dort mit der Pfarrgemeinde zusammen. Am Abend erreicht die Delegation die Hafenstadt Haifa, den diesjährigen Hauptort des Treffens. Mit Vertretern verschiedener Religionen wird die Bedeutung des christlichen Lebens in Israel in Koexistenz mit den anderen Religionen erörtert. Geplant ist eine Teilnahme von Vertretern des Judentums, des Islam, von Drusen und Angehörigen der Bahai-Religion. Professor Daniel Statman von der Universität Haifa wird zum Thema „Staat und Religion in Israel“ sprechen. Am Dienstag und Mittwoch sind Besuche der Delegation im Großraum Haifa vorgesehen, um sich ein Bild vom vielfältigen christlichen Leben zu machen, das auch Auswirkungen auf die Gesellschaft des Staates Israel hat. Dazu gehören Besuche im italienischen Krankenhaus und dem Haus Sacre Coeur für behinderte Kinder in Haifa sowie ein Treffen mit christlichen Bürgermeistern verschiedener Städte Nordisraels.

An der Konferenz werden neben Bischof Dr. Stephan Ackermann folgende Bischöfe teilnehmen: Erzbischof Stephen Brislin (Kapstadt, Südafrikanische Bischofskonferenz); Erzbischof Timothy Brogio (Militärseelsorge der Bischofskonferenz der USA), Bischof em. Pierre Bürcher (Rejkjavik, Skandinavische Bischofskonferenz); Bischof Rodolfo Cetoloni (Grosseto, Italienische Bischofskonferenz), Bischof em. Michel Dubost (Evry, Französische Bischofskonferenz), Bischof Lionel Gendron PSS (Saint Jean-Longueuil, Kanadische Bischofskonferenz); Weihbischof William Kenney CP (Birmingham, Bischofskonferenz von England und Wales); Bischof Declan Lang (Clifton, Bischofskonferenz von England und Wales); Bischof Alan McGuckian (Raphoe, Irische Bischofskonferenz); Bischof William Nolan (Galloway, Schottische Bischofskonferenz), Bischof Jose Ornelas Carvalho (Setubal, Portugiesische Bischofskonferenz), Bischof Noel Treanor (Down and Connor, Irische Bischofskonferenz) und Erzbischof Joan Enric Vives Sicilia (Urgell, Spanische Bischofskonferenz). Darüber hinaus werden Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vertreten sein.


Hintergrund

Das Internationale Bischofstreffen verfolgt das Ziel, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Die Bischöfe besuchen während ihres Treffens als Pilger die Heiligen Stätten im Land und feiern dort Gottesdienste. So sollen auch die Gläubigen in ihren Heimatländern zu Pilgerreisen ermutigt werden.


Hinweis:

Während des Aufenthaltes steht Bischof Dr. Stephan Ackermann für Interviews und Presseanfragen zur Verfügung. Anfragen werden über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de) koordiniert.

Kardinal Marx zum Jahreswechsel 2018/2019

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 31. December 2018 - 6:35

Zum Jahreswechsel 2018/2019 mahnt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, eine Erneuerung von Kirche und Gesellschaft an. Für die Kirche sei diese Notwendigkeit „gerade in den letzten Jahren und Monaten deutlich geworden angesichts des Versagens und der Unfähigkeit, auf Herausforderungen und Missstände angemessen zu reagieren“, so Kardinal Marx laut Manuskript in seiner Jahresschlusspredigt am heutigen Silvestertag (31. Dezember 2018) im Münchner Liebfrauendom. „Das gilt gerade für uns als Verantwortliche in der Kirche und besonders im Blick auf das ungeheure Geschehen des sexuellen Missbrauchs, das im Kern ein Missbrauch geistlicher Macht war und ist.“

Es gehe nun um Weiterführung und Verbesserung von Aufarbeitung und Prävention, um unabhängige Überprüfung, „aber noch mehr ist gefordert“, so Kardinal Marx. „Es geht um die Rolle und Gestalt des priesterlichen und bischöflichen Dienstes, und zwar in Gemeinschaft mit dem ganzen Gottesvolk. Es wird gehen um eine noch stärkere Synodalität, eine Kultur der Beteiligung, der Mitverantwortung, des Ernstnehmens aller Christinnen und Christen.“ Zudem brauche es „eine Vertiefung und Weiterentwicklung der Lehre der Kirche, die immer wieder neu in einer konkreten Situation zur Sprache gebracht werden muss“, betont der Erzbischof. Diese müsse „die Kategorien links und rechts, konservativ und progressiv hinter sich lassen und sich konzentrieren auf den Weg des Evangeliums in einer konkreten Zeitstunde“. Zwar dürfe sich die Kirche nicht „einfach einem wie auch immer gearteten Zeitgeist unterwerfen“, allerdings würden „in gesellschaftlichen Entwicklungen und historischen Herausforderungen“ durchaus „Aufgaben und Notwendigkeiten zur Erneuerung sichtbar“, so Kardinal Marx. „Natürlich stehen wir in einer großen Tradition. Aber es ist keine abgeschlossene Tradition. Es ist ein Weg in die Zukunft.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ruft dazu auf, mit Blick auf die Weihnachtsbotschaft „wieder groß vom Menschen zu denken“. Wenn Gott Mensch geworden sei, „dann ist es gut und auch groß, ein Mensch zu sein, mit all den Möglichkeiten, die uns geschenkt sind und die in besonderer Weise erfahrbar werden in der Kraft der Vernunft, der Sensibilität des Gewissens und der Fähigkeit zur verantwortlichen Freiheit“. Dieses „Grundvertrauen in den Menschen“ sei notwendig, „um allen Gefährdungen von Ideologien zu entgehen, die Gruppen von Menschen, Nationen und Religionen gegeneinanderstellen und letztlich unsere Gesellschaft, ja die Welt spalten.“ Nur ausgehend vom christlichen Menschenbild „kann es einen Weg geben, in unserer Gesellschaft einen neuen und vertieften Zusammenhalt zu finden, auch und gerade in Europa, das zeigen sollte, wie Vielfalt und Einheit im Miteinander möglich sind und das allen – besonders den Armen und Schwachen – Möglichkeiten zum Leben eröffnet“, so Kardinal Marx.


Quelle: Erzbistum München und Freising

Katholischer Medienpreis 2017: Erklärung zum Preisträger Claas Relotius

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. December 2018 - 13:16

Zur Verleihung des Katholischen Medienpreises am 16. Oktober 2017 an den ehemaligen Spiegel-Redakteur Claas Relotius erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Nachdem Claas Relotius gestern (27. Dezember 2018) über seinen Rechtsanwalt nunmehr öffentlich zugegeben hat, den Beitrag ‚Königskinder‘ (Spiegel 9. Juli 2016) in wesentlichen Punkten gefälscht zu haben, aberkennt die Deutsche Bischofskonferenz Herrn Relotius den 2017 verliehenen Katholischen Medienpreis in der Kategorie Printmedien. Sie wird das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro von Herrn Relotius zurückfordern. Herr Relotius hat für die Reportage am 16. Oktober 2017 den Medienpreis erhalten. Der Katholische Medienpreis wird von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands und dem Katholischen Medienverband verliehen.“

Papst Franziskus: Gute Politik ist eine hervorragende Form der Nächstenliebe

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. December 2018 - 9:11

In seiner Botschaft zum bevorstehenden Weltfriedenstag erinnert Papst Franziskus an die vielfältigen Möglichkeiten der Politik, den Frieden in den Gesellschaften und unter den Ländern nachhaltig zu fördern. Der Weltfriedenstag wird in der katholischen Kirche weltweit am 1. Januar eines jeden Jahres begangen.

Die Botschaft trägt die Überschrift „Gute Politik steht im Dienste des Friedens“. Gegenüber einer in vielen Teilen der Welt wachsenden Politik- und Politikerverdrossenheit betont der Papst den ethischen Rang einer Politik, die sich in den „Dienst der Menschenrechte und des Friedens“ stellt. „Wenn sie sich in grundlegender Achtung des Lebens, der Freiheit und der Würde des Menschen vollzieht, kann die Politik wirklich zu einer hervorragenden Form der Nächstenliebe werden.“ Zu den Tugenden, die der Politik zugrunde liegen müssen, zählen, so Papst Franziskus, „Gerechtigkeit, Gleichheit, gegenseitiger Respekt, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Treue“.

Vielerorts sei das politische Leben heute jedoch durch die „Laster der Politik“ bestimmt. Unter anderen nennt der Papst hier die Korruption und den „Hang zum Machterhalt“, aber auch „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“, Ignoranz gegenüber den ökologischen Problemen und „die Verachtung für die, die zu einem Leben in der Fremde gezwungen sind“. Nachdrücklich wendet sich die päpstliche Botschaft gegen die global wachsenden Tendenzen einer interessengeleiteten Selbstbezüglichkeit, die die globalen Herausforderungen und die Not vieler Menschen aus dem Blick verliere: „So leben wir momentan in einem Klima des Misstrauens, das in der Angst vor dem anderen oder Fremden, in der Angst vor dem Verlust der eigenen Vorteile wurzelt und sich leider auch auf politischer Ebene durch eine Haltung der Abschottung oder des Nationalismus manifestiert, die jene Brüderlichkeit in Frage stellen, die unsere globalisierte Welt so dringend braucht.“ Mehr denn je bedürfe es deshalb heute der „Gestalter des Friedens“, die sich um „das Wohl und das Glück der Menschheitsfamilie“ sorgten.

Papst Franziskus warnt davor, Frieden auf eine Politik des bloßen „Gleichgewichts der Kräfte und der Angst“ zu beschränken, und bekräftigt, „dass die Eskalation von Einschüchterung wie auch die unkontrollierte Verbreitung von Waffen gegen die Moral und das Bemühen um wirkliche Eintracht verstoßen“. „Stattdessen muss betont werden, dass der Frieden auf der Achtung jedes Menschen unabhängig von seiner Geschichte, auf der Achtung des Gesetzes und des Gemeinwohls sowie der uns anvertrauten Schöpfung“ beruht. Scharf wendet sich der Papst in diesem Zusammenhang gegen Bestrebungen, Zuwanderer und gesellschaftlich Benachteiligte zu Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme zu machen: „Nicht tragbar sind politische Diskurse, welche die Migranten aller Übel beschuldigen und den Armen die Hoffnung nehmen.“

In einer Stellungnahme dankt der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), dem Papst für seine „Wegweisung zum Frieden“ in einer zerrissenen Welt. „Auch in unserem Land scheint die Zahl derer zu wachsen, die nicht bereit sind, über den Tellerrand des eigenen Landes zu blicken, und von der Politik erwarten, zuerst und vor allem die eigenen kurzfristigen Interessen zu vertreten. Diesem Trend stellt sich Papst Franziskus entgegen, wenn er das Weltgemeinwohl als Richtschnur einer verantwortungsbewussten Politik in Erinnerung ruft.“ Die Botschaft des Papstes sei auch eine Ermutigung an die Christen, sich in das politische Leben aktiv einzubringen. „Es ist ja eine beliebte Rede, dass Politik ein schmutziges Geschäft sei, das den Charakter verdirbt. Für den Papst aber ist ‚gute Politik‘ eine ‚hervorragende Form der Nächstenliebe‘. Ich würde mich freuen, wenn diese Sicht gerade auch von jungen Christen geteilt wird und sie zur Einmischung motiviert.“

Hinweis:
Die Botschaft von Papst Franziskus ist unter Papstbotschaften verfügbar sowie zusammen mit einem Gebetsvorschlag von Missio auf der Themenseite zum Weltfriedenstag.

Ansprache von Papst Franziskus anlässlich des Segens „Urbi et Orbi“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 25. December 2018 - 12:35

Liebe Brüder und Schwestern, frohe Weihnachten!

Euch Gläubigen aus Rom und euch Pilgern sowie euch allen, die ihr überall in der Welt mit uns verbunden seid, rufe ich erneut die frohe Kunde von Betlehem zu: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lk 2,14).

Wie die Hirten, die als Erste zur Grotte geeilt waren, stehen wir staunend vor dem Zeichen, das Gott uns gegeben hat: vor einem Kind, „das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt“ (Lk 2,12). In Stille knien wir nieder und beten an.

Und was sagt uns jenes Kind, das die Jungfrau Maria uns geboren hat? Was ist die universale Botschaft von Weihnachten? Sie sagt uns, dass Gott ein guter Vater ist und wir alle Geschwister sind.

Diese Wahrheit liegt der christlichen Vision vom Menschsein zugrunde. Ohne die Brüderlichkeit, die Jesus uns geschenkt hat, behalten all unsere Bemühungen um eine gerechtere Welt einen kurzen Atem, und selbst die besten Vorhaben drohen seelenlose Strukturen zu werden.

Daher ist mein Glückwunsch zu Weihnachten ein Wunsch nach Brüderlichkeit. Brüderlichkeit zwischen Menschen jeder Nation und Kultur. Brüderlichkeit zwischen Menschen mit verschiedenen Ideen, die aber fähig sind, einander zu achten und zuzuhören. Brüderlichkeit zwischen Menschen verschiedener Religionen. Jesus ist gekommen, um das Angesicht Gottes allen zu offenbaren, die ihn suchen.

Und das Angesicht Gottes hat sich in einem konkreten menschlichen Gesicht gezeigt. Er ist nicht als Engel, sondern als Mensch erschienen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Auf diese Weise hat der Sohn Gottes uns mit seiner Menschwerdung deutlich gemacht, dass das Heil durch die Liebe geschieht, durch die Annahme und die Achtung vor dieser unserer armen Menschheit, an der wir alle in einer großen Vielfalt der Ethnien, der Sprachen, der Kulturen teilhaben, aber alle als Brüder und Schwestern in der einen Menschheit!

Unsere Verschiedenheit schadet uns also nicht, sie bedeutet keine Gefahr; sie ist vielmehr ein Reichtum. Es ist wie bei einem Künstler, der ein Mosaik gestalten will: Es ist besser, Steine mit vielen Farben zur Verfügung zu haben, als nur mit wenigen Farben zu arbeiten! Die Erfahrung der Familie lehrt uns das: als Brüder und Schwestern sind wir voneinander verschieden, und nicht immer sind wir uns einig; aber es besteht ein unauflösliches Band, das uns zusammenhält, und die Liebe der Eltern hilft uns, uns gegenseitig gern zu haben. Das Gleiche gilt für die Menschheitsfamilie; hier ist allerdings Gott der „Vater“, das Fundament und die Kraft unserer Brüderlichkeit.

Dieses Weihnachtsfest lasse uns die Bande der Brüderlichkeit wiederentdecken, die uns als Menschen einen und alle Völker verbinden. Es liegt an Israelis und Palästinensern, den Dialog wiederaufzunehmen und einen Weg des Friedens zu beschreiten. Damit möge ein mehr als siebzig Jahre währender Konflikt beendet werden, der das Land zerreißt, das vom Herrn erwählt wurde, um sein von Liebe erfülltes Gesicht zu zeigen.

Das Jesuskind gewähre dem geliebten und gequälten Syrien, nach diesen langen Jahren des Krieges die Brüderlichkeit wiederzufinden. Die internationale Gemeinschaft möge sich mit Entschiedenheit dafür einsetzen, dass eine politische Lösung gefunden wird, die die Spaltungen und die Einzelinteressen beiseitelässt, damit das syrische Volk und besonders jene, die ihre eigenen Gebiete verlassen und anderswo Zuflucht suchen mussten, wieder in Frieden in der eigenen Heimat leben können.

Für den Jemen hege ich die Hoffnung, dass die von der internationalen Gemeinschaft vermittelte Waffenruhe den vielen Kindern und der von Krieg und Hunger erschöpften Bevölkerung endlich Erleichterung bringen kann.

Dann denke ich an Afrika, wo Millionen von Menschen Flucht und Vertreibung erleiden und humanitäre Hilfe wie auch Versorgung mit Nahrungsmitteln benötigen. Das Göttliche Kind, der König des Friedens füge es, dass die Waffen schweigen und eine neue Morgenröte der Brüderlichkeit auf dem ganzen Kontinent aufgeht. Er möge die Bemühungen all derer segnen, die sich für die Förderung von Versöhnungsprozessen auf politischem und sozialem Gebiet verwenden.

Das Weihnachtsfest stärke die brüderlichen Bande, die die koreanische Halbinsel verbinden, und gestatte es, auf dem eingeschlagenen Weg der Annäherung voranzuschreiten. Möge man zu einvernehmlichen Lösungen gelangen, die für alle Fortschritt und Wohlergehen sicherstellen.

Diese Gnadenzeit erlaube es Venezuela, die Einigkeit wiederzuerlangen. Allen sozialen Gruppen werde es ermöglicht, brüderlich für die Entwicklung des Landes zu arbeiten und den schwächsten Bevölkerungsschichten Beistand zu leisten.

Der Herr, der zur Welt kommt, schenke der geliebten Ukraine Erleichterung, die darum besorgt ist, einen dauerhaften Frieden zurückzugewinnen, der immer noch ausbleibt. Nur mit dem Frieden, der die Rechte jeder Nation achtet, kann sich das Land von den erfahrenen Leiden erholen und würdige Lebensbedingungen für die eigenen Bürger wiederherstellen. Ich bin den christlichen Gemeinschaften dieses Gebietes nahe und bete darum, dass sie brüderliche und freundschaftliche Beziehungen knüpfen können.

Vor dem Christkind mögen sich die Bewohner des lieben Nicaragua wieder als Geschwister empfinden, damit nicht Spaltungen und Zwietracht überwiegen, sondern alle sich um Versöhnung und um den gemeinsamen Aufbau der Zukunft des Landes bemühen.

Ich möchte alle Völker in Erinnerung rufen, die ideologische, kulturelle und wirtschaftliche Kolonisierung erleiden und ihre Freiheit und ihre Identität gefährdet sehen. Ebenso denke ich an die Völker, die an Hunger und an fehlenden Möglichkeiten im Bildungs- und Gesundheitswesen leiden.

Ein besonderes Gedenken gilt unseren Brüdern und Schwestern, die die Geburt des Herrn in einem schwierigen – um nicht zu sagen: feindseligen – Umfeld feiern. Das gilt besonders dort, wo die Gemeinschaft der Christen eine zuweilen verwundbare und unbeachtete Minderheit ist. Der Herr gewähre ihnen und allen Minderheiten, dass sie in Frieden leben können und dass ihre Rechte, vor allem die Religionsfreiheit, anerkannt werden.

Das kleine frierende Kind, das wir heute in der Krippe betrachten, möge alle Kinder auf dieser Welt und jeden schwachen, wehrlosen und ausgeschlossenen Menschen beschützen. Ebenso mögen wir alle Frieden und Trost von der Geburt des Erlösers empfangen, und da wir von dem einen himmlischen Vater geliebt sind, uns auch als Brüder und Schwestern erfahren und entsprechend leben!


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Hinweis:

Die Botschaft ist untenstehend auch als pdf-Datei verfügbar.