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Elisabeth Keilmann als Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz eingeführt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. November 2018 - 10:58

In der Stadionkapelle der Veltins-Arena in Gelsenkirchen ist heute (15. November 2018) Elisabeth Keilmann von dem Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), und dem Leiter des Bereichs Pastoral im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Ralph Poirel, als Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz eingeführt worden. Sie ist die erste Frau in dieser Funktion.

„Der Sport bewegt und begeistert viele Menschen. Er ist eine der größten Freizeitbewegungen in unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund ist der Sport auch für uns als Kirche ein wichtiges Handlungsfeld. Deshalb sind wir glücklich, die Stelle der Sportseelsorgerin mit einer so erfahrenen Frau besetzen zu können“, betonte Weihbischof Peters während der Feier. Als neue Sportseelsorgerin werde Elisabeth Keilmann eine Botschafterin der katholischen Kirche im Bereich von Kirche und Sport sein. Sie ist Ansprechpartnerin für die Sportverbände wie den Deutschen Olympischen Sportbund, Deutschen Fußball-Bund, Deutschen Behindertensportverband und den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband sowie Seelsorgerin für die Deutschen Olympia-, Paralympics und Universiademannschaften. Zudem hat sie die Funktion der Geistlichen Bundesbeirätin des DJK-Sportverbandes mit seinen rund 500.000 Mitgliedern inne.

„Ich freue mich sehr auf meine neuen Aufgaben als Sport- und Olympiaseelsorgerin. Sie sind vielfältig, spannend und herausfordernd. Gerne trage ich dazu bei, dass Sportseelsorge in der sportseelsorgerischen Begleitung und mit vielfältigen sportpastoralen und spirituellen Angeboten am Ball bleibt. Ich bin davon überzeugt, dass Kirche und Sport als gemeinschaftliches Team Großartiges bewirken können, um sich zum Beispiel immer wieder für Toleranz, Respekt, Fairness, Inklusion, Integration, Solidarität und Frieden einzusetzen“, sagte Elisabeth Keilmann anlässlich ihrer Einführung. Sie ist Pastoralreferentin im Bistum Essen und schon seit Längerem im Schnittfeld von Kirche und Sport aktiv. Seit 2006 war Elisabeth Keilmann Geistliche Beirätin des DJK-Sportverbandes im Bistum Essen, außerdem war sie sechs Jahre stellvertretende Präsidentin des DJK-Sportverbandes. Als Mitglied des Präsidiums vertritt sie die DJK auch weiterhin im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

An der Einführung der neuen Sportseelsorgerin nahmen unter anderem die Präsidentin des DJK-Sportverbandes, Elsbeth Beha, sowie mehrere ehemalige Sportseelsorger teil.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. November 2018 - 11:33

Seit 2003 macht die Deutsche Bischofskonferenz mit ihrer Initiative „Solidarität mit verfolgten Christen unserer Zeit“ auf die Situation von diskriminierten oder unterdrückten Christen in zahlreichen Ländern aufmerksam. In diesem Jahr befasst sich die neue Arbeitshilfe mit der Situation in Kuba und Venezuela, erläutert aktuelle Konfliktlinien, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der Ortskirche zu Wort kommen.

Kuba und Venezuela gehören zum katholisch geprägten Lateinamerika. Eine Benachteiligung und Bedrängung von Christen in diesen Ländern scheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Dennoch haben die Christen dort massive Probleme, ihren Glauben offen zu leben – zu groß sind die Einschränkungen durch die beiden autoritären politischen Systeme. Denn sowohl in Kuba als auch in Venezuela werden die Grundrechte der Menschen eingeschränkt. Wo das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit nicht garantiert ist, ist auch das Menschenrecht auf Religionsfreiheit bedroht. Unter solchen Bedingungen die befreiende Botschaft Jesu Christi zu verkünden, und gesellschaftliche und soziale Missstände offen zu benennen, ist ein gefährliches Wagnis. Nicht wenige, die aus ihrer christlichen Verantwortung heraus politisch aktiv werden, sind bedroht und verfolgt.

Bei einem Pressegespräch wird die Arbeitshilfe vorgestellt und über die Situation der Christen in Kuba und Venezuela informiert. Interessierte Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen, am

Montag, 26. November 2018,
um 10.30 Uhr
im Kommissariat der deutschen Bischöfe
(Katholisches Büro in Berlin)
Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin.


Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, und
  • Erzbischof José Luis Azuaje (Mérida), Vorsitzender der Venezolanischen Bischofskonferenz.


Hinweis:

Interessierte Medienvertreter sind gebeten, sich für dieses Pressegespräch bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz mit einer formlosen E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) anzumelden.

Erklärung zum Welttag der Armen am 18. November 2018

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. November 2018 - 10:36

Anlässlich des Welttags der Armen am Sonntag, den 18. November 2018, erklären der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg):

Am 18. November begeht die katholische Kirche den Welttag der Armen. Papst Franziskus stellt seine Botschaft zu diesem Tag unter einen Vers des 34. Psalms: „Da ist ein Armer, er rief und der Herr erhörte ihn.“ Deutschland ist ein wirtschaftlich erfolgreiches Land. Dennoch erleben wir, dass ein zunehmender Teil der Bevölkerung an dieser positiven Entwicklung nur geringen Anteil hat und sozial ins Abseits gerät. Denn obwohl es hierzulande funktionierende soziale Sicherungssysteme gibt, können sie nicht immer verhindern, dass Menschen in Not geraten und auf Hilfe angewiesen sind.

Es gibt verschiedene Formen der Armut in Deutschland: Obdachlosigkeit ist eine extreme Form, doch auch Arbeitslosen, Alleinerziehenden und Rentnerinnen und Rentnern fehlt oft das Nötige zum Leben. Selbst Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen, sind vor Armut nicht immer geschützt. Denjenigen, die in gesicherten Verhältnissen leben, erscheint Armut oft fern. Dabei kann jeder Mensch in Armut geraten. Arbeitslosigkeit, eine schwere Krankheit oder ein anderer Schicksalsschlag können vermeintliche Sicherheiten ins Wanken bringen.

Nicht immer ist Armut auf den ersten Blick sichtbar. Wir alle sind aufgerufen, aufmerksam zu leben und dort unsere Hilfe anzubieten, wo wir Nöte wahrnehmen. Papst Franziskus schreibt: „Die Worte des Psalmisten werden in dem Augenblick auch zu den unseren, in dem wir aufgerufen sind, den verschiedenen Situationen von Leid und Ausgrenzung zu begegnen, in denen so viele Brüder und Schwestern leben, die wir für gewöhnlich mit dem allgemeinen Begriff ‚arm‘ bezeichnen.“ Der Welttag der Armen soll uns daran erinnern, „in liebevoller Zuwendung“ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium 199) aufeinander zuzugehen. Der Heilige Vater fordert uns auf, den Worten des Psalms konkrete Gestalt zu geben: „Die Armen sollen essen und sich sättigen“ (Ps 22,27). Die deutschen Bischöfe rufen daher dazu auf, in den (Erz-)Diözesen und Pfarrgemeinden im Umfeld des Welttags der Armen Begegnungen mit Armen und Bedürftigen zu ermöglichen.

Der Welttag der Armen soll für uns Anlass sein zu fragen, ob wir die Rufe der Armen wahrnehmen und auf sie antworten, oder ob wir gleichgültig und untätig bleiben im Angesicht der Not. Papst Franziskus mahnt in seiner Botschaft, dass eine Distanzierung von den Armen zugleich eine Distanzierung von Jesus Christus und seiner Botschaft bedeutet. Denn Jesus hat die Armen zu sich gerufen.

Am Welttag der Armen verharrt unser Blick aber nicht in den Grenzen unseres Landes, sondern geht darüber hinaus. Aus vielen Teilen der Welt erreichen uns täglich Bilder und Nachrichten von großer Not. Diesen Armen fühlen wir uns als katholische Kirche in Deutschland verpflichtet, indem wir dort Unterstützung leisten, wo sie die lokalen Kräfte bei der Bewältigung der Herausforderungen benötigen.

Genauso wie jeder Mensch in Armut geraten kann, kann jeder Mensch dazu beitragen, Armut zu lindern. Viele Menschen in Deutschland sehen die Nöte und helfen als Ehren- oder Hauptamtliche. In ihrem Dienst an den Menschen erfüllen sie den Auftrag Jesu Christi, der uns aufgerufen hat, uns persönlich der Armen anzunehmen. Ein Dienst, von dem uns schon die Apostelgeschichte berichtet und der elementarer Bestandteil des frühen Gemeindelebens in Jerusalem war. Der Welttag der Armen erinnert uns an diesen Dienst und kann so ein Impuls zur Neuevangelisierung sein. Papst Franziskus unterstreicht in seiner Botschaft die Notwendigkeit, dass die Armen „die Anwesenheit von Brüdern und Schwestern wahrnehmen, die sich um sie kümmern und […] sie spüren lassen, dass sie Freunde und Familienangehörige sind.“ Allen, die die Armen dies spüren lassen, die sich den Armen zuwenden, gilt unser Dank und der Wunsch, sie in ihrer wichtigen Arbeit zu bestärken.“

„Präventionserprobt!? Katholische Kirche auf dem Weg zur nachhaltigen Prävention von sexualisierter Gewalt“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. November 2018 - 10:47

Seit dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen in Deutschland sind umfangreiche Anstrengungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der katholischen Kirche unternommen worden. Beispielsweise wurde mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) 2016 die flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten in Einrichtungen und Organisationen vereinbart.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) führen gemeinsam mit dem UBSKM eine Fachtagung unter dem Leitwort „Präventionserprobt!? – Katholische Kirche auf dem Weg zur nachhaltigen Prävention von sexualisierter Gewalt“ am 23. November 2018 in Köln (Maternushaus, Kardinal-Frings-Straße 1, 50668 Köln) durch. Gemeinsam mit dem Deutschen Caritasverband und dem Verband Katholischer Internate und Tagesinternate wird eine erste Zwischenbilanz der Präventionsarbeit gezogen.
 
Ausgehend von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Präventionsarbeit katholischer Träger werden strukturelle und institutionelle Herausforderungen für Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in den Blick genommen. Mitarbeiter aus Einrichtungen unterschiedlicher Tätigkeitsfelder stellen Faktoren und Kriterien vor, die den Entwicklungsprozess von Schutzkonzepten sowie deren Implementierung im Alltag in ihrer Einrichtung erleichtert oder positiv beeinflusst haben. Experten werden aus verschiedenen Perspektiven Einordnungen vornehmen und Impulse für die Weiterarbeit geben.

Pressegespräch von 15.30 Uhr bis 16.15 Uhr,
anschließend Teilnahme an Expertenrunde und Abschlussgespräch möglich


Wir laden die Kollegen der Medien zu einem Pressegespräch während der Tagung ein, das ebenfalls im Maternushaus stattfindet. Anschließend besteht die Möglichkeit an der bis dahin geschlossenen Tagung teilzunehmen und insbesondere die Feedback-Runde der Experten sowie die abschließende Reflexion von Bischof Dr. Stephan Ackermann und dem Unabhängigen Beauftragten Johannes-Wilhelm Rörig zu verfolgen.

Als Gesprächspartner stehen beim Pressegespräch zur Verfügung:

  • Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes,
  • Johannes-Wilhelm Rörig (Berlin), Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs,
  • Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Lüdinghausen), Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz.

Wir bitten Sie um eine formlose Anmeldung unter pressestelle(at)dbk.de und freuen uns auf Ihr Kommen.

Grußwort von Bischof Dr. Franz Jung bei der fünften Tagung der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 11. November 2018 in Würzburg

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 11. November 2018 - 9:24

Sehr geehrte Präses der Synode, liebe Frau Dr. Schwaetzer!
Sehr geehrter, lieber Vorsitzender des Rates der EKD!
Verehrte Synodale!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist mir eine Freude und Ehre, zu Beginn der diesjährigen Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz ein Grußwort zu sprechen. Ich darf Ihnen die Grüße und Segenswünsche meiner Mitbrüder in der Bischofskonferenz übermitteln und Ihnen auch in deren Namen einen guten Verlauf der Synode wünschen. Gern setze ich dieses Zeichen unserer Verbundenheit im Jahr eins nach dem Reformationsjahr 2017, das uns in der Ökumene einander näher gebracht und auf vielen Ebenen zu einer neuen Aufbruchsstimmung geführt hat. Das Christusfest, das wir miteinander gefeiert haben, hat viele in der Hoffnung bestärkt, dass der ökumenische Weg mit Gottes Hilfe zum Ziel führt.

Verehrte Synodale! Das Schwerpunktthema Ihrer Beratungen wird in den nächsten Tagen der Glaube junger Menschen sein. Diesem Thema war auch die vor zwei Wochen zu Ende gegangene römische Bischofssynode gewidmet. Unter der Überschrift „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ haben sich mehr als 260 Bischöfe, 23 externe Fachleute und knapp 50 Gasthörer, so genannte Auditores, mit Fragen befasst, die die Jugend und ihre Begleitung betreffen. Die Mehrheit der Auditores war im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Der Prozess des Hörens auf die Stimme der Jugend hatte schon mit dem Vorbereitungsprozess zur Synode begonnen, bei dem sich in einer weltweiten Onlineumfrage Jugendliche und junge Erwachsene unabhängig von der Konfessions- oder Religionszugehörigkeit äußern konnten. Ergänzt wurde dies durch eine Vorsynode im März dieses Jahres in Rom, an der neben den 300 Delegierten aus aller Welt etwa 15.000 junge Menschen über Social Media teilnahmen. Es ist gut, dass auf diese Weise schon im Vorfeld der Bischofssynode ein gegenseitiges Hinhören auch strukturell ermöglicht wurde.

Ich freue mich sehr, dass bei der Bischofssynode neben vielen anderen wichtigen Fragestellungen auch über die stärkere Beteiligung von Laien und insbesondere von Frauen in der Leitung der Kirche intensiv diskutiert wurde. Es genügt nicht, die Würde der Frau immer wieder zu betonen und in Texten in Erinnerung zu rufen. Hier sind auf allen Ebenen konkrete Schritte nötig, damit es für Frauen mehr als bislang möglich wird, an entscheidenden Stellen Verantwortung zu übernehmen und die katholische Kirche mitzugestalten. Ein wichtiges Thema der Synode war auch die Sorge für die Benachteiligten, angesichts struktureller Ungleichheit und vielfacher Verletzung der Menschenwürde. Junge Menschen sind an dieser Stelle oft sehr sensibel, und es ist ihr besonderes Recht, diejenigen, die sich im Leben eingerichtet haben und vielleicht nicht mehr so schnell zu berühren sind, aufzurütteln und Abhilfe zu fordern.

In einem bemerkenswerten Wortbeitrag hat Julia Braband als Vertreterin der Jugend des Lutherischen Weltbundes bei der Bischofssynode eindringlich darauf hingewiesen, dass die Jugend nicht die Zukunft der Kirche ist, sondern schon ihre Gegenwart. „Jugend will nicht erst in Zukunft die Kirche gestalten, sondern jetzt, um sich in der Kirche der Zukunft geborgen und heimisch zu fühlen“ – so sagte sie. Dieses Votum sollten wir uns zu Herzen nehmen. Ohne die Jugend von heute gibt es keine Kirche von morgen. Umso mehr ist es die Aufgabe der heute Verantwortlichen, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten, damit sie frei und selbstbestimmt dem Ruf folgen, den Gott an jede und jeden von ihnen richtet. Umso schmerzlicher ist es aber auch, wenn Geistliche das Vertrauen der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen missbrauchen und ihnen Wunden zufügen, die sie für ihr ganzes Leben in sich tragen.

Das Ausmaß von Missbrauch im innersten Bereich der katholischen Kirche und die Tatsache, dass dies über lange Jahre in hohem Maße bagatellisiert und vertuscht wurde, ist schockierend. Ich habe bereits an anderer Stelle meine Betroffenheit und Scham hierüber zum Ausdruck gebracht und möchte es an dieser Stelle wiederholen. Die katholische Kirche und zuerst wir Bischöfe müssen uns dieser Realität stellen und alles in unserer Macht Stehende tun, damit den Betroffenen Gerechtigkeit widerfährt und alles geschieht, um in Zukunft Machtmissbrauch gegenüber Schutzbefohlenen zu verhindern. In Demut und Wahrhaftigkeit muss die katholische Kirche und müssen in erster Linie diejenigen, die in ihr Verantwortung tragen, sich dieser Aufgabe stellen. Das Unrecht der Vergangenheit können wir nicht ungeschehen machen. Aber wir müssen es aufarbeiten. Der synodale Weg, den Papst Franziskus stärken möchte und der auch bei der diesjährigen Bischofssynode weiterentwickelt wurde, kann uns dabei helfen, Machtstrukturen und Klerikalismus aufzubrechen und mehr Transparenz zu schaffen.

Liebe Schwestern und Brüder! Unser gemeinsamer christlicher Auftrag ist es, Gottes Gnade und Menschenfreundlichkeit, die in Jesus Christus offenbar wurde, in der Welt zu bezeugen und zu leben. All unser Bemühen um die Einheit der Christen steht im Dienst der Glaubwürdigkeit, mit der wir diesen Auftrag erfüllen. Beides sind zwei Seiten einer Medaille. Christus selbst hat seinen Jüngern am Abend vor seinem Leiden diese Mahnung mit auf den Weg gegeben, wenn er zum Vater betet: „Alle sollen eins sein …, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21). Wenn wir glaubwürdige Zeugen Jesu Christi sein wollen, dürfen wir in unserem ökumenischen Bemühen nicht nachlassen. Ich hoffe und ich wünsche mir, dass wir, angespornt durch die guten Erfahrungen des letzten Jahres, auf dem ökumenischen Weg entschieden weitergehen. Die durch das sakramentale Band der Taufe begründete Gemeinschaft, die wir in besonders dichter Weise im gemeinsamen Gebet erfahren, muss uns Ansporn sein, noch bestehende, kirchentrennende Hindernisse zu überwinden, indem wir den theologischen Dialog vorantreiben, die praktische Zusammenarbeit stärken, uns gemeinsam in den Dienst der Menschen stellen und uns für den Schutz der bedrohten Schöpfung engagieren.

Ihnen allen wünsche ich für die kommenden Tage der EKD-Synode fruchtbare Beratungen und gute Entscheidungen für eine gesegnete Zukunft der Evangelischen Kirche in Deutschland und aller Christen in diesem Land.

Berufungsapp „Vocaris“ veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. November 2018 - 10:40

Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) veröffentlicht im Anschluss an die Jugendsynode die Berufungsapp „Vocaris“. Die App möchte jungen Menschen auf dem Weg hin zu einem gelingenden Leben und zum Entdecken ihrer Einmaligkeit und Berufung in Christus helfen. „Junge Menschen wünschen sich, dass das Leben gelingt. Sie suchen ein erfülltes Leben und merken, dass der Weg dorthin nicht leicht ist. Gott teilt die Vision eines erfüllten Lebens. Er ruft Menschen dazu. Die App möchte für junge Menschen ein Hilfsmittel auf dem Weg ihrer Suche nach einem gelingenden Leben sein“, so Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Die App bietet drei große Bereiche an: Berufung – Engagement – Gebet, durch die Ignatius als Tutor begleitet. Er selbst war lange auf der Suche, bevor er seine Berufung gefunden hatte und bietet sich daher als Patron für junge Menschen an. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser App direkt nach der Jugendsynode die Möglichkeit bieten können Bereiche für eigenes Engagement zu finden sowie eigene Talente und auch das Gebet zu entdecken“, so Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj).

Manche junge Menschen stellen sich im Leben die Fragen: Was kann ich eigentlich? Was macht mich besonders? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Mit der App können sie in verschiedenen Fragebögen ihren Talenten nachgehen und in einer damit verknüpften Berufsdatenbank mit ca. 1.500 Berufen erste Ideen für einen Weg bekommen. In der heutigen Zeit bieten sich jungen Menschen vielfältige schulische und berufliche Optionen, die zugleich eine erhöhte Fähigkeit der Unterscheidung und Entscheidung fordern. In der App werden acht Schritte angeboten, die dabei helfen können, gute Entscheidungen zu treffen.

Talente wachsen, wenn sie eingesetzt werden, für ein Projekt oder auch für andere. In der Kirche gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren. Diese werden in der App vorgestellt: vom Freiwilligendienst bis zum Gottesdienst, von der 72-Stunden-Aktion bis hin zu den neuen geistlichen Bewegungen. Junge Menschen sind eingeladen diese zu entdecken. Wer sich noch nicht auskennt, kann über einen Fragebogen einen ersten Eindruck erhalten, welches Feld den persönlichen Neigungen am meisten entspricht.

Auf der Vorsynode zur XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom haben junge Menschen im März 2018 festgehalten, dass „die in Stille verbrachte Zeit, Selbstreflexion und Gebet sowie Lesen der Heiligen Schrift und Vertiefung der Selbsterkenntnis Möglichkeiten [sind], die nur sehr wenige junge Menschen nutzen“. Sie wünschen sich bessere Hinführungen in diesen Bereichen. In der App gibt es daher einige Hilfsangebote für das persönliche Gebet – von einführenden Bemerkungen über die Einübung der Bibelbetrachtung bis hin zu Gebetsvorschlägen in speziellen Situationen wie Beziehungsstress oder Prüfungsangst.

Die App ist sowohl im Playstore als auch im Appstore zum Download verfügbar. Sie wurde mit den Partnern „Zukunftswerkstatt“ der Jesuiten in Frankfurt, der Berateragentur „XPand Deutschland“ und dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken verwirklicht und von der TELLUX next GmbH programmiert.

Hinweis:
Fotos mit Motiven der App sind in der Bildergalerie zu dieser Pressemitteilung als Downloaddateien verfügbar und verwendbar unter Nennung des Copyrights „Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj)“.

Kardinal Marx erinnert an Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 8. November 2018 - 13:15

„Die Reichspogromnacht markiert den Übergang von der rechtlichen Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung der Juden zur offenen Verfolgung; ein Weg, der schließlich zur Shoah geführt hat. Dass damals so viele – die meisten von ihnen waren Christen – weggeschaut oder tatenlos zugeschaut haben, erfüllt uns bis heute mit Scham.“ Mit diesen Worten hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (8. November 2018) bei einer Gedenkveranstaltung der Stadt Würzburg und der jüdischen Gemeinde zum 9. November am Platz der ehemaligen Synagoge auf der Domerschulstraße in Würzburg an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnert. Zusammen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer und Oberbürgermeister Christian Schuchardt würdigte er das jüdische Leben in Deutschland.

Der 9. November sei einer der denkwürdigsten Tage der deutschen Geschichte, so Kardinal Marx: Die Reichspogromnacht 1938, der 9. November 1918, an dem in Berlin die Republik ausgerufen und am Tag zuvor in München der Freistaat Bayern gegründet wurde, der 8./9. November 1923 als Tage des Hitlerputsches und der 9. November 1989, als in Berlin die Mauer geöffnet wurde.

Wenn man die Reichspogromnacht im Zusammenhang mit den anderen Ereignissen sehe, werde deutlich, dass auch heute ein Gedenken sinnvoll und notwendig sei. „Die Ereignisse des 9. November zeigen, dass Rechtsstaat und Demokratie keine Errungenschaften sind, die einmal erworben werden und dann selbstverständlich sind. Die rechtsstaatliche Demokratie war und ist eine gefährdete Staatsform“, so Kardinal Marx. Der demokratische Rechtsstaat setze voraus, dass sich die Bürger im Alltag mit Respekt, Fairness und Wohlwollen begegnen, dass sie füreinander Verantwortung übernehmen und sich auch im Streit um Wahrheit und Wahrhaftigkeit bemühen. „Wo diese Werte missachtet werden, gerät das friedliche Zusammenleben in Gefahr. Es sind nicht erst Taten oder offenkundige Rechtsverstöße, die den Grundkonsens angreifen und beschädigen. Die letzten Jahre der Weimarer Republik zeigen uns deutlich: Die Verrohung der Sprache führt zur Verrohung der Sitten“, betonte Kardinal Marx.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz würdigte ausdrücklich das jüdische Leben als Seismograph der deutschen Gesellschaft: „Gottlob drohen heute keine staatlich organisierten Pogrome. Heute stehen Polizeiwagen vor Synagogen, jüdischen Gemeindezentren, Kindertagesstätten und Schulen. Das ist beruhigend, aber normal ist es nicht.“ Eindringlich forderte Kardinal Marx dazu auf, aus den Ereignissen von vor 80 Jahren zu lernen: „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Juden in welcher Form auch immer angegriffen werden. Wir sind verpflichtet, antijüdischen Vorurteilen zu widersprechen und antijüdischen Angriffen zu widerstehen. Das ist nicht nur eine Bürgerpflicht, es ist auch eine Christenpflicht.“ Wenn Papst Franziskus sage, dass ein Christ nicht Antisemit sein könne, füge er, Kardinal Marx, hinzu: „Ein Christ ist verpflichtet, solidarisch mit Juden zu sein.“

Bei einem anschließenden Podium im Jüdischen Gemeindezentrum „Shalom Europa“ diskutierten Kardinal Marx, Dr. Josef Schuster und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, über das Thema „Keine deutsche Identität ohne Auschwitz? Erinnerungskultur 80 Jahre nach der Reichspogromnacht“.


Hinweis:

Das Grußwort von Kardinal Marx ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Freude über Freilassung von Asia Bibi und Sorge über die Situation in Pakistan

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 3. November 2018 - 8:12

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), erklärt zu den aktuellen Entwicklungen in Pakistan:

„Ich bin froh und erleichtert, dass der Oberste Gerichtshof in Pakistan die Christin Asia Bibi vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen hat. Ein jahrelanges Verfahren ist zu Ende und die Beschuldigte wurde endlich aus dem Gefängnis entlassen. Die Entscheidung ist lebensrettend für Asia Bibi; sie ist aber auch von großer Wichtigkeit für alle, die das Recht auf Religionsfreiheit verteidigen und sich für gute Beziehungen zwischen Christen und Muslimen einsetzen. Denn dieser international stark beachtete Fall drohte kaum wiedergutzumachenden Schaden anzurichten. Das Oberste Gericht hat Mut gezeigt und sich nicht durch die angespannte öffentliche Stimmungslage in Pakistan beeindrucken lassen. Dies weckt Hoffnung für die weitere Entwicklung des Rechtsstaats.

Die Kirchen in Pakistan sprechen sich seit Jahren für die Abschaffung oder grundlegende Neugestaltung der im Lande geltenden Blasphemiegesetze aus. Sie werden dabei von der katholischen Kirche weltweit unterstützt. Auch die Deutsche Bischofskonferenz und vor allem unser Werk Missio waren und sind in dieser Angelegenheit sehr aktiv. Es darf nicht sein, dass Gesetze dazu einladen, Hass gegen Minderheiten auszuleben, private Racheakte begünstigen und den religiösen Frieden zerstören.

Radikale Kräfte nutzen in diesen Stunden die Gelegenheit, Unruhe in die Straßen Pakistans zu tragen. Dies zeigt, wie weit die pakistanische Gesellschaft noch von innerem Ausgleich entfernt ist. Ich hoffe und bete, dass das ganze Land und besonders auch die kleine Gruppe tapferer Christen, die dort leben, diesen Sturm unbeschadet überstehen.“


Hintergrund

Nach dem Freispruch von Asia Bibi durch den Obersten Gerichtshof in Islamabad vor drei Tagen halten die Straßenproteste radikaler Islamisten in Pakistan weiter an. Die 51-jährige Asia Bibi war vor acht Jahren inhaftiert und wegen Gotteslästerung  zum Tode verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes haben radikalislamische Gruppen zu Protesten aufgerufen. Aus Angst vor Ausschreitungen bleiben Schulen und Büros in größeren Städten geschlossen. Zum Schutz von Amtsgebäuden hat Pakistans Regierung Soldaten in mehrere Städte des Landes entsandt.

Frieden in Europa: Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. November 2018 - 9:55

Zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren laden die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) sowie das Erzbistum Berlin zu einem ökumenischen Gottesdienst ein am 11. November 2018 um 10.00 Uhr im Berliner Dom. Der Gottesdienst steht unter dem Leitthema „Frieden in Europa“ und wird gemeinsam gefeiert mit Repräsentanten der Kirchen aus Europa. Im Anschluss an den Gottesdienst hält Günter Verheugen, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Kommission, zum Friedensprojekt der Europäischen Union einen Vortrag zum Thema „Das ganze Europa soll es sein“.

Schwerpunkt des Gottesdienstes ist die Charta oecumenica, die 2001 von der Konferenz Europäischer Kirchen in Europa gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen verabschiedet wurde. Die Kirchen in Europa sind sich ihrer besonderen Verantwortung für das Friedensprojekt bewusst und wollen in dem Gottesdienst diese gemeinsame Verantwortung noch einmal bekräftigen.

Bischof Dr. Markus Dröge (EKBO) wird predigen, Erzbischof Dr. Heiner Koch hält ein Totengedenken und Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann begrüßt. An der Liturgie sind weiterhin beteiligt der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Augoustinos von Deutschland (Bonn), Erzbischof Henryk J. Muszyński, Altprimas der katholischen Kirche von Polen (Gnesen), Erzbischof Dietrich Brauer, Evangelisch-lutherische Kirche europäisches Russland (Moskau), Bischof Jonathan Gibbs, Vorsitzender der Meißen-Kommission von England und EKD (Huddersfield), Bischof Waldemar Pytel, Evangelisch-Augsburgische Kirche Polen (Breslau), Erzpriester Veljko Gačić, Serbisch-Orthodoxe Kirche (Berlin), Pfarrer Pavel Pokorný, Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder, Stellv. Synodalsenior (Prag, Tschechien), Pfarrer Andreas Hartig, Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien (Zeiden/Codlea).

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Jugendchören aus Frankreich, Großbritannien und Russland: Knabenchor der Popov Chorkunstakademie Moskau, Tiffin Boys’ Choir Kingston, Les Petits Chanteurs de Lyon, Staats- und Domchor Berlin, der auch die musikalische Gesamtleitung hat.

Hinweise:

Um 12.00 Uhr ist ein Fototermin auf den Stufen vor dem Berliner Dom mit dem ehemaligen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, den Repräsentanten der Kirchen Europas, den Botschaftern der Europäischen Länder, Bundestags- und Europaabgeordneten geplant.

Um eine Akkreditierung wird bis zum 8. November 2018 gebeten unter presse(at)ekbo.de.

Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz in Mainz

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 31. October 2018 - 14:45

Erstmals hat sich eine Fachtagung von drei bischöflichen Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Thema „Zum Umgang mit geistlichem Missbrauch“ auseinandergesetzt. Bei der internen Zusammenkunft in Mainz berieten sich heute (31. Oktober 2018) die Pastoralkommission, die Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste und die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Weitere Teilnehmer kamen aus dem Bereich der Orden und der „Konferenz der bischöflich Beauftragten für die Kirchlichen Bewegungen und neuen Geistlichen Gemeinschaften“.

Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste, hob in seinem Beitrag hervor, dass im Zusammenhang mit den Diskussionen um den sexuellen Missbrauch in der Kirche Bischöfe und die Arbeitsgruppe „Kirchliche Bewegungen und neue geistliche Gemeinschaften“ auf das Phänomen des geistlichen Missbrauchs aufmerksam geworden seien. „Allzu oft, so die Befürchtung, geht psychischer und geistlicher Missbrauch dem sexuellen Missbrauch voraus. Opfer sexuellen Missbrauchs werden durch eine falsche geistliche Begleitung in Abhängigkeiten vom Begleiter gebracht und gefügig gemacht“, so Bischof Genn. Mit der Fachtagung werde ein Schritt zur Beschreibung der Problematik und der theologisch-spirituellen Beurteilung des Phänomens gemacht, von dem zunehmend mehr Betroffene berichteten. „Indem wir Bischöfe das Phänomen des geistlichen Missbrauchs aufgreifen, signalisieren wir unsere Bereitschaft, unser seelsorgliches Handeln jederzeit neu an der Norm des Handelns Jesu Christi auszurichten. Seelsorge und geistliche Begleitung, die nicht zur Freiheit und zum Selbstbewusstsein der Kinder Gottes beitragen, können kein Handeln im Geiste Jesu sein.“ Ihm sei es wichtig darauf hinzuwiesen, dass es geistlichen Missbrauch in der Form gebe, „dem anderen meine Entscheidung, die ich bei ihm für richtig halte, aufzuzwingen, statt ihm die Freiheit zu lassen. Eine Neuorientierung vor allem der Seelsorge, in der es ums Ganze geht, nämlich um das Verhältnis von Menschen zu Gott, muss auch bedeuten, mit Formen des Missbrauchs umzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, sie möglichst zu beseitigen – auch wenn es schmerzliche Eingriffe erforderlich macht“, so Bischof Genn.

Äbtissin M. Petra Articus OCist (Landshut) brachte aus ihren Erfahrungen die Opferperspektive ins Gespräch. Die Grundsätze von Gemeinschaften böten auch Gefahren, wenn Macht-, Prestige- und Karriere-Denken in der Gemeinschaft herrschten oder der Obere davon beseelt sei, Vollkommenheit bei den einzelnen Mitgliedern zu erreichen. „Hat der oder die Obere bewusst oder unbewusst ein falsches Gottesbild, großen Ehrgeiz, ein starkes Machtbedürfnis, den Wunsch, alles unter Kontrolle zu haben, will er/sie eine vorbildliche, erfolgreiche, Vorzeige-Gemeinschaft oder ist das Streben nach einem höheren Amt vorhanden, nach absoluter Anerkennung ohne hinterfragt oder kritisiert zu werden, tut das keiner Gemeinschaft gut, aber starke Persönlichkeiten können sich in ihr trotzdem behaupten. Außer der Druck, Zwang, die Dominanz oder Kontrolle der Autorität werden zu groß“, so Äbtissin Articus. „Treffen aber so eine Autoritätsperson und ein Ordensmitglied mit dem Streben gottgefällig zu leben, in allem dem Willen Gottes gerecht zu werden, sich von jemand Höheren führen zu lassen, oder nach Anerkennung strebend, sich leicht in Abhängigkeit begebend, mit überzogenen Idealen, und sich und seine Kräfte selbst nicht einschätzen könnend, dabei unsicher, kontakt oder konfliktscheu, einfach noch unreif zusammen, kann geistlicher Missbrauch vorprogrammiert sein.“

Die Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Sr. Katharina Kluitmann OSF (Bonn), erläuterte die Gefahr geistlichen Missbrauchs aus psychologischer Sicht. Sie skizzierte mögliche Schritte aus der Abhängigkeit heraus. Dabei gehe es um das aufmerksame Wahrnehmen und Reden, aber auch den Mut, sich bei Missbrauch an kirchliche Autoritäten zu wenden. „Wir brauchen eine Kultur, die Menschen hilft, einen behutsamen Neuanfang zu wagen. Dazu muss – psychologisch gesprochen – eine Spannung reifen lernen, die sich gegen die Überbewertung des Ideals ausspricht auf Kosten menschlicher Realitäten und Bedürfnisse“, so Sr. Katharina.

P. Klaus Mertes SJ, Rektor des Kollegs von St. Blasien, zeigte in seinen ethischen und theologischen Bewertungen auf, dass geistlicher Missbrauch die Kirche zu einer theologischen Unterscheidung der Geister herausfordere. Der geistliche Missbrauch bestünde im Kern darin, dass sich Personen und Gemeinschaften anmaßen, den Willen Gottes für andere Menschen erkennen zu können. Um die pseudo-theologischen Strategien zu verstehen und die Wirkungen solcher Ansprüche auf Menschen zu begreifen, sei es unumgänglich, die Opfer geistlichen Missbrauchs anzuhören.

Der Leiter des Exerzitienwerks im Bistum Speyer, Dr. Peter Hundertmark, betonte, dass Maßnahmen der Prävention Hand in Hand mit Aufarbeitung und Qualitätsanstrengungen gehen müssten. Dabei seien Maßnahmen, die kurzfristige Verbesserungen schafften – Ansprechpersonen benennen und Beschwerdewege definieren –, von dauerhaften Anstrengungen wie der Verbesserung der Ausbildung der Priester, pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und insbesondere der Ausbilder in Orden, Bewegungen und Diözesen zu unterscheiden.

Einführung des neuen Messlektionars zum ersten Advent 2018

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. October 2018 - 9:34

Am ersten Advent (2. Dezember 2018) wird das neue Messlektionar in den (Erz-)Bistümern des deutschen Sprachraums eingeführt. Zunächst wird das Messbuch für das dann beginnende Lesejahr C bereitgestellt. Es ist ab morgen (31. Oktober 2018) im Buchhandel erhältlich. Die weitere Einführung für die folgenden Lesejahre erfolgt schrittweise.

Das künftige Lektionar ist auf insgesamt acht Bände angelegt: Für die biblischen Lesungen an den Sonntagen sind insgesamt drei Bände vorgesehen – entsprechend den drei Lesejahren A, B und C. Die übrigen fünf Bände enthalten die biblischen Texte für die sogenannten geprägten Zeiten (Weihnachts- und Osterfestkreis), für die gewöhnlichen Wochentage und die Heiligenfeste, für die Feier der Sakramente, Sakramentalien sowie von Begräbnissen und schließlich für die verschiedenen Votivmessen (mit Marienmessen).

Der neue Klang der liturgischen Verkündigung des Wortes Gottes findet in der künftigen Buchgestaltung eine optische Entsprechung. So präsentiert sich das Schriftbild aufgefrischt und zielt auf bessere Lesbarkeit. Die klare und ausdrucksstarke Einbandgestaltung hat der in Wien ansässige Künstler und Designer Christof Cremer gestaltet.

Wenn mit dem neuen Lektionar ein in Teilen ungewohnter Wortklang der Heiligen Schrift in die gefeierte Liturgie einzieht, eröffnet sich damit zugleich die besondere Gelegenheit, das Wort Gottes wieder intensiver zu hören und neu sich darauf einzulassen – ob als Liturgen, Prediger oder mitfeiernde Gläubige. Die Liturgischen Institute Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, das Katholische Bibelwerk, kirchliche Medienangebote und  verschiedene Verlage werden die Einführung der künftigen Teilbände begleiten und Anregungen zum vertieften Verständnis von Bibel und Liturgie bereitstellen.


Hintergrund

Ende 2016 konnten die Bischöfe im deutschen Sprachgebiet der Öffentlichkeit nach zehnjähriger Arbeit die neue Einheitsübersetzung der Bibel übergeben. Sie löste die Vorgängerfassung aus dem Jahr 1979 ab und ist heute die offizielle katholische Übersetzung in deutscher Sprache. Eine ihrer Besonderheiten ist die konsequente Nähe zum Urtext. Sie greift den biblischen Originalton auf, ebenso die typisch biblische Sprach- und Bilderwelt, ohne zu reduzieren oder hinzuzufügen. Die Einheitsübersetzung von 2016 gilt als offizieller deutschsprachiger Bibeltext. Das bedeutet, dass sie auch Eingang in die liturgischen Bücher finden muss.


Hinweis:

Fotos aus der Bildergalerie zu dieser Pressemitteilung sind unter Nennung des jeweiligen Copyrights für die Berichterstattung frei verfügbar. In der Detailansicht jedes Fotos der Galerie ist ein Downloadlink angegeben, mit dem das Originalbild heruntergeladen werden kann.

Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 29. October 2018 - 13:54

Papst Franziskus hat angeregt, jährlich einen Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs zu begehen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat für Deutschland festgelegt, diesen Gedenktag im zeitlichen Umfeld des durch den Europarat initiierten „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ zu begehen. Dieser findet bereits seit 2015 jeweils am 18. November statt. Ziel des europäischen Tages ist es, Impulse für einen verbesserten Kinderschutz zu geben und die Gesellschaft weiterhin für die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs zu sensibilisieren.

Mit dem Gedenktag für die Opfer sexuellen Missbrauchs unterstützen die deutschen Bischöfe das Anliegen von Papst Franziskus, der den nationalen Bischofskonferenzen seine Bitte zur Einrichtung eines „Tages des Gebetes und der Buße für die Opfer sexuellen Missbrauchs“ übermittelt hatte. Erstmals werden in diesem Jahr dazu ein Gebet sowie Fürbittenvorschläge zur Verfügung gestellt, die im Rahmen der um das Datum des 18. November stattfindenden Gottesdienste genutzt werden können.

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, ruft dazu auf, für die Opfer sexuellen Missbrauchs zu beten. „Indem wir öffentlich für die Opfer beten, wollen wir unsere Solidarität mit ihnen zum Ausdruck bringen. Zugleich soll dadurch die Sensibilität für die Thematik wachgehalten und die Kultur der Achtsamkeit gefördert werden.“

Hinweis:
Das Gebet und die Fürbittenvorschläge für die Gestaltung von Gottesdiensten und Andachten sind als pdf-Datei auf der Themenseite Sexueller Missbrauch verfügbar.

Bischofssynode in Rom beendet

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 28. October 2018 - 10:38

Mit einem Gottesdienst im Petersdom ist heute (28. Oktober 2018) die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode in Rom von Papst Franziskus beendet worden. Seit dem 3. Oktober 2018 haben Bischöfe und Jugendvertreter aus der ganzen Welt zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ beraten und dazu gestern das Abschlussdokument veröffentlicht.

Auf einer Pressekonferenz am Samstagabend in Rom zogen die deutschen Synodenteilnehmer eine positive Bilanz der Bischofssynode. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sieht in den Ergebnissen eine Ermutigung für den Weg der Kirche, weltweit und in Deutschland: „Ich fahre mit einem positiven Gefühl nach Hause, dass hier – in den Diskussionen und dem Austausch auf weltkirchlicher Ebene – etwas in Gang gekommen ist. Die Synode und das Synodendokument sind ein Anstoß, dass die Kirche anders werden, sich weiterentwickeln muss, dass wir ein neues Miteinander brauchen, um auf die Nöte der Welt und die Sorgen der Jugendlichen Antworten zu finden. Papst Franziskus und die Synode haben gezeigt, dass der Weg der Synodalität der Kirche weitergeht. Das ist kein Schlusspunkt, sondern wir gehen diesen Weg mit den jungen Menschen“, so Kardinal Marx. Das Abschlussdokument verstehe er als klaren Appell, „ein Appell gegen Machtstrukturen und Klerikalismus, gegen Missbrauch und kirchliche Arroganz. Wir haben über ein Dokument abgestimmt, dass die Frauenfrage ebenso klar thematisiert wie den Kampf gegen sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich. Ich hoffe, dass wir durch die Synode lernen, transparenter zu handeln und dialogbereiter diesen Weg der Kirche zu gehen.“

Der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), charakterisierte die zurückliegenden Wochen als Erfahrung einer synodalen Kirche. „Wir waren als Bischöfe mit den jungen Menschen und den Experten und Expertinnen auf dem Weg. Und am Ende steht ein gemeinsames Ergebnis, der finale Text, der wirklich neu ist im Vergleich zum Arbeitstext am Anfang“, so Bischof Oster. Für ihn sei auch das Wort bedeutsam, dass das Zuhören nicht nur eine pädagogische, sondern eine theologische Bedeutung habe: „Gott hört sein Volk – und wir lernen miteinander Ihn kennen und hören und verstehen untereinander. Das ist es auch, was ich mir im Blick auf unsere Kirche in Deutschland erhoffe: dass wir mehr aufeinander hören und miteinander weitergehen. Alle zusammen und vor allem mit den jungen Menschen – und dass wir dabei miteinander auf den Herrn und sein Wort hören.“ Das schließe, so Bischof Oster, auch das Sprechen über die sogenannten Reizthemen ausdrücklich ein und nicht aus, „denn das gegenseitige Verstehen im Wohlwollen ist ja auch schon eine Form des Weitergehens“.

Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, hob als wichtigste Erfahrung die des synodalen Prozesses hervor, der etwas anderes als eine demokratische Entscheidung sei: „Es geht um einen Weg, bei dem ich am Anfang nicht weiß, was sich am Ende zeigt. Dabei fühle ich mich bestätigt und herausgefordert zugleich: In der Kirche wachsen Entscheidungen zur Erkenntnis dadurch, was der Geist uns heute sagt, durch den gemeinsamen Prozess von Wahrnehmen der Situation, Deuten im Licht des Glaubens durch Unterscheidung, wählen, was sich gezeigt hat zu tun. Grundbedingung ist ein Hören, das aus sich herausgeht und mit Empathie den Anderen aufnimmt“, so Bischof Genn. Eine zweite Erfahrung sei die weltkirchliche gewesen, einerseits die Unterschiede – auch in den Nöten junger Menschen – zu erleben, andererseits die Gemeinsamkeiten im Glauben zu erfahren.

Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, erläuterte: „An diesem Wochenende hält unser BDKJ-Verband in Osnabrück mit seinen Mitgliedsverbänden die Diözesanversammlung ab. Sie meinten, ruf doch mal am Sonntag kurz durch und sag in einem Satz, was ihr verabschiedet habt. Das ist natürlich nicht ganz so einfach. Was ich ihnen sagen werde, ist, dass sie mit ihren Schwerpunkten richtig liegen zum Synodenpapier, zum Beispiel mit ihrem Engagement um junge Migranten“, so Weihbischof Wübbe. „Ihr Tun zeigt nun, dass sie damit Mauern einreißen und Brücken aufbauen, so wie es auch das Synodenpapier an einer Stelle nennt.“ Gleichzeitig, so Weihbischof Wübbe, müsse der Blick auf das Handeln gerichtet bleiben für jene, die am Rande der Gesellschaft lebten. Auch dazu habe die Synode Hinweise gegeben. „Als Kirche sind wir in unserem Tun gut beraten, auf alle einladend zuzugehen und nicht zu geschlossen zu wirken und zu sein. Das wird uns gelingen, wenn wir mit den jungen Menschen synodal und dialogisch unterwegs sind.“

Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Thomas Andonie (Düsseldorf), zeigte sich dankbar und froh, als Vertreter junger Menschen die Möglichkeit gehabt zu haben, die Anliegen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Synode einbringen zu können. „In den Themen, die junge Menschen in Deutschland und darüber hinaus bewegt, haben die Bischöfe guten Willen gezeigt und die Kirche aus der Perspektive junger Menschen betrachtet. Es zeigte sich, dass alle Angelegenheiten von Kirche junge Menschen betreffen. Ihre Teilhabe in der Kirche müssen die Bischöfe jetzt mit ihnen umsetzen, um eine Kirche in Zukunft zu sein. Leiten wir die Kirche gemeinsam: jung und alt, Frauen und Männer, Laien und Geweihte“, so Thomas Andonie, der als Auditor einer von insgesamt 35 jugendlichen Teilnehmern der Synode war.

Pater Clemens Blattert SJ (Frankfurt am Main), der als Experte an der Synode mitwirkte, vertrat die Auffassung bei einer großen Synode dabei gewesen zu sein, weil sie eine Revolution des Zuhörens gewesen sei. „Eine Revolution, die den Stil von Leitung in Kirche verändern kann. Sie wiederum wird die Bekehrung in Bischöfen, Priestern, Leitungspersonen aber auch bei den Gläubigen erfordern, damit eine neue Offenheit füreinander entsteht.“ Ihm sei von neuem bewusst geworden, welche große Chance aber auch Herausforderung das Alter zwischen 20 und 30 Jahren sei: „Die Kirche hat hier zwei Alleinstellungsmerkmale anzubieten: Zweckfreie Räume, in denen junge Menschen sich ausprobieren und entfalten können. Aber noch ein weiteres Merkmal, ja Wesensmerkmal: Die Gestalt Jesus Christi ist ein Gegenüber, das zum Wachsen herausfordert – und genau das wollen junge Menschen. Es gibt kein besseres Gegenüber. Als Jesuit sehe ich einen besonderen Auftrag, das Handwerkszeug für einen synodalen Weg, die Kunst der Unterscheidung einzelnen und Gemeinschaften bekannt zu machen“, so Pater Blattert.

 


Hinweise:

Das Dokument und die Abstimmungsergebnisse sind in italienischer Sprache (eine deutsche Übersetzung wird in nächster Zeit bereitgestellt) auf der Internetseite des Vatikans sowie auf der Themenseite Bischofssynode Jugend 2018 verfügbar. Dort finden Sie ebenfalls die Predigt von Papst Franziskus im Abschlussgottesdienst.

Auf der Themenseite sind auch Fotos aller deutschen Synodenteilnehmer sowie der deutschsprachigen Gruppe zu finden, die für die Berichterstattung unter Nennung des Copyrights kostenfrei verfügbar sind. Dort sind sämtliche Informationen und Materialen eingestellt, wie die Wortbeiträge der deutschen Synodenteilnehmer und die Relationes der deutschsprachigen Gruppe.

Abschluss der Weltbischofssynode in Rom

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 26. October 2018 - 10:08

Am kommenden Sonntag (28. Oktober 2018) endet die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode in Rom. Seit dem 3. Oktober 2018 beraten Bischöfe und Jugendvertreter aus der ganzen Welt zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“.

Die deutschen Synodenteilnehmer werden am Samstagabend (27. Oktober 2018) eine Bilanz der Beratungen ziehen. Da die Synode und die Abstimmungen zum Synodendokument bis zum Abend dauern, findet das Pressegespräch der deutschen Synodenteilnehmer erst um 20.30 Uhr statt. Ort: Hotel Palazzo Cesi, Via della Conciliazione 51 (Rom, gegenüber dem Presseamt des Heiligen Stuhls). Die Bilanz ziehen:

  • Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Thomas Andonie, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
  • P. Clemens Blattert SJ, Leiter der Zukunftswerkstatt in Frankfurt am Main.

Eine kurze Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de ist notwendig.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Konferenz der Generalvikare und Offizialate befassten sich mit Maßnahmenkatalog zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. October 2018 - 15:11

Die Generalvikare der 27 deutschen (Erz-)Diözesen haben sich in der vergangenen Woche in Würzburg mit den Konsequenzen der Beratungen der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst. Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Bonn) berieten mit den Generalvikaren über die Erklärung der Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie.

Übereinstimmend betonte die Konferenz, dass es nicht nur gelte, die Maßnahmen zu Intervention und Prävention weiterzuentwickeln, sondern auch das institutionelle Versagen aufzuarbeiten. Dazu gehörten auch das Thema der innerkirchlichen Machtstrukturen sowie Fragen der Sexualmoral. Bis zur nächsten Sitzung des Ständigen Rates Mitte November 2018 wird eine Projektskizze vorgelegt, die aus mehreren Teilprojekten besteht und die Selbstverpflichtungen von Fulda kontinuierlich umsetzt.

Bischof Ackermann informierte außerdem die Jahreskonferenz der deutschsprachigen Offizialate in Bensberg über die Inhalte der MHG-Studie sowie über den aktuellen Stand der Überprüfung der Leitlinien bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch. Zusammen mit Bischof Ackermann sowie Pfarrer Dr. Manfred Bauer von der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre diskutierten die Offiziale Fragen zur Vorgehensweise bei Verfahren in Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, darunter auch die Frage der Einrichtung von interdiözesanen/ bistumsübergreifenden Sondergerichten.

Treffen der deutschen Synodenväter mit den jugendlichen Vorsynodalen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. October 2018 - 10:52

„Die Erfahrungen einer gemeinsamen Synode und von Weltkirche haben uns positiv geprägt.“ Dieser Auffassung waren zum Abschluss eines gemeinsamen Treffens sowohl die deutschen Synodenväter der derzeit im Vatikan tagenden Weltbischofssynode als auch die deutschen Teilnehmenden der Vorsynode vom März 2018. Ziel des am vergangenen Wochenende von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) organisierten Austausches war es, ein direktes Gespräch zwischen Vorsynodalen und Synodalen zu ermöglichen und auch Konkretisierungen für Deutschland in den Blick zu nehmen.

„Kirche ist nicht präsent, wenn sie nicht digital präsent ist“, waren sich die Teilnehmer ebenso einig wie über die notwendige Förderung der Rolle der Frau in der Kirche und den Ausbau von geistlicher Begleitung für junge Menschen. Zudem diskutierten die jugendlichen Vertreter mit den Bischöfen auch die Frage des Zueinanders von Religionsunterricht und Katechese. Der Religionsunterricht sei dabei oft der einzige Ort, an dem junge Menschen heute noch in Kontakt mit dem christlichen Glauben kämen, hob Maximilian Gigl, Theologe und Mitglied in der Gemeinschaft Pietre Vive, hervor und fragte: „Wie viel investieren wir heute in die Ausbildung von Religionslehrern? Welchen geistlichen Weg bieten wir ihnen an?“

Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, resümierte seine bisherigen Eindrücke der Synode, dass die „Unterscheidung“ zum neuen Stil der Pastoral der Kirche werden müsse und fragte auch: „Ändert sich also wirklich unser Stil nach der Synode?“ Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück) hob die Wichtigkeit einer hörenden Kirche hervor: „Zuhören ist mehr als gut hören zu können! Das Hören auf junge Menschen ist nicht nur eine pädagogische, sondern eine theologische Kategorie der Kirche.“ Das sei auf der Synode und auch beim Treffen mit den Vorsynodalen deutlich geworden.

Alina Oehler, Journalistin und Mitglied bei Voices of Faith, hob hervor, dass manche junge Menschen sich auch traditionelle Formen der Liturgie wünschen. Kirche müsse Jugendlichen eine große Palette an verschiedenen Spiritualitätsformen anbieten, um ihnen vielfältige Wege zu Christus zu öffnen. Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, ergänzte, dass Christus als verbindendes Ziel für die Bandbreite an Wegen stehen müsse.

„Für mich ist es ein Geschenk, dass wir mit den Bischöfen gemeinsam überlegen können, wie wir unsere Kirche in Deutschland gestalten können. Dabei helfen einerseits die vielseitigen Erfahrungen der Vorsynode, aber auch die konkreten Erlebnisse aus der Jugendarbeit, um möglichst realistisch weiter zu denken und zu planen“, fasste Magdalena Häffner (geb. Hartmann), Mitglied in der Schönstattjugend, die drei Tage zusammen. Alle Teilnehmenden fragten auch, wie der begonnene synodale Prozess fortgesetzt werden könnte. „Vielleicht gibt es zur konkreten Umsetzung ja auch eine Jugendsynode in Deutschland“, schlug Daniela Ordowski, Vorstand im MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique), zum Abschluss vor. Neben den Beratungen über die aktuellen Entwicklungen der Synode, dort diskutierte Themen und mögliche Konkretisierungen in Deutschland besuchte die Gruppe gemeinsam Einrichtungen im Vatikan. Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung bei der afj, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Treffen: „Unsere Teilnehmenden der Vorsynode bilden eine große Vielfalt unserer Jugendpastoral in Deutschland ab und sind doch ganz eins. Sie ringen wirklich um Christus und seine Kirche und das Gespräch mit den Synodenvätern war für beide Seiten sehr bereichernd.“

Hintergrund
Zur Vorbereitung auf die Weltbischofssynode im Vatikan hatte das Generalsekretariat der Bischofssynode vom 19. bis 24. März 2018 zu einer Vorsynode mit mehr als 300 Jugendlichen nach Rom eingeladen. Am jetzigen Treffen der deutschen Synodalen mit den Vertretern der Vorsynode nahmen teil: Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Bischof Dr. Felix Genn, Weihbischof Johannes Wübbe, Magdalena Häffner (geb. Hartmann; Mitglied in der Schönstattjugend), Maximilian Gigl (Theologe und Mitglied der Gemeinschaft Pietre Vive), Daniela Ordowski (Vorstand im MIJARC – Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique), Alina Oehler (Journalistin und Mitglied bei Voices of Faith), Thomas Andonie (Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend – BDKJ), Jonathan Veith und Maria Muther (beide Studenten an der Katholischen Universität Eichstätt) sowie Robert Daiser (Seminarist im Erzbistum München und Freising).

Kardinal Marx und Bundespräsident Steinmeier würdigen 40 Jahre CIBEDO

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. October 2018 - 8:23

Mit einem Festakt ist gestern Abend (19. Oktober 2018) in Berlin an die Gründung der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO) als Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz erinnert worden. Vor rund 200 Gästen aus Politik, Religionen und Gesellschaft wurde die Arbeit von CIBEDO im christlich-islamischen Dialog gewürdigt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hob in seiner Ansprache hervor, dass jeder Mensch seinen Glauben im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung leben könne. Religionsfreiheit sei Teil der Ordnung der Freiheit, für die das Grundgesetz stehe. Wo es notwendig sei, müssten jedoch auch Grenzen aufgezeigt werden, so der Bundespräsident: „Klare Grenzen gegenüber all denjenigen, die im Namen ihrer Religion Verfassung und Rechtsstaat in Frage stellen. Und klare Grenzen gegenüber all denjenigen, die Menschen allein aufgrund ihres religiösen Glaubens verdächtigen, ausgrenzen oder diskriminieren.“ Bundespräsident Steinmeier rief zu einer kritischen Selbstreflexion der Religionen auf. „Nur das beständige Fragen, Zweifeln und Anzweifeln-lassen bewahren Religionen vor sklerotischer Erstarrung und fanatischer Rechthaberei. Und nur kluge Reflexion kann verhindern, dass die Kluft zwischen religiöser Lehre und der Lebenspraxis der Gläubigen immer tiefer und am Ende unüberbrückbar wird.“

Der Bundespräsident würdigte die Entwicklung der christlichen Bekenntnisse, in einem langen Prozess ein positives Verhältnis zur modernen Demokratie, Freiheit und Menschenrechten gefunden zu haben. Er fügte hinzu: „Statt endlos darüber zu diskutieren, ob der Islam zu Deutschland gehört, sollten wir uns vielleicht als Christen untereinander und mit unseren muslimischen Nachbarn darüber unterhalten, wie es Christentum und Islam gelingen kann, auf die Fragen der jungen Menschen wirklich überzeugende Antworten zu geben!“ CIBEDO stehe nicht auf der Seite der Lauten, sondern bei den vielen Millionen Mitbürgern, für die Deutschsein und Muslimsein kein Widerspruch sei. CIBEDO, so Bundespräsident Steinmeier, leiste weit über den interreligiösen Dialog hinaus Friedensarbeit in der Gesellschaft, für das es zu danken gelte.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte in seinem Festvortrag CIBEDO als Einrichtung, die für eine „nachhaltige Arbeit steht, die zu Vertrauen und Freundschaft führt und gleichzeitig kritische Fragen zulässt“. Das visionäre Bild des Dialogs der Religionen sei für ihn das Friedenstreffen der Religionen auf Einladung von Papst Johannes Paul II. 1986 nach Assisi. Religionen hätten dort ein Zeichen für den Frieden gesetzt und gezeigt, dass sie Lösung und nicht Teil des Problems einer auseinanderdriftenden Welt sein wollten, so Kardinal Marx. „Wir müssen die Angst vor dem Anderen überwinden, wir müssen uns gegen jede Form von Spaltung stellen, wir müssen Antworten auf die Fragen der Zeit geben.“ Dialog zwischen den Religionen bedeute, sprachfähig zu sein. „Wenn es uns so gelingt, eine Begegnung auf Augenhöhe zu realisieren, dann brauche ich keine Angst vor dem anderen zu haben, dann vermag ich mich darauf einzulassen, die Position des Anderen zu verstehen, auch wenn ich ihr nicht zustimmen kann“, sagte Kardinal Marx. Ein ehrlicher Dialog sei nur möglich, wenn die Religionen das Gegeneinander hinter sich ließen und zu einem neuen Miteinander fänden. „Lassen wir uns daran arbeiten, dass Religionen zu einem Ort der Verständigung werden, die die ganze Menschheit in den Blick nehmen. Dabei ist die Freiheit der Religion die Grundvoraussetzung für jeden Dialog“, so Kardinal Marx. Der säkulare Staat müsse die Religionsfreiheit garantieren. Es sei ein schwerer Fehler, wenn die Politik bestimme, was Religion sei.

Kardinal Marx wandte sich gegen jede Form von Fundamentalismus: „Wir erleben eine Renaissance des Religiösen, in der die Religion zu politischem Machtmissbrauch genutzt wird. Gott darf nicht für individuelle oder politische Interessen eingesetzt werden. Auch darauf muss ein Dialog der Religionen achten.“ Gleichzeitig würdigte Kardinal Marx die Dialogbemühungen von Christen und Muslimen. Dennoch sei der Dialog, wie er vom Konzil angestoßen worden und durch Papst Johannes Paul II. mit der Begegnung in Assisi forciert worden sei, ins Stocken geraten. „Verpflichten wir uns zu diesem Dialog aufs Neue. Stehen wir als Christen und Muslime gemeinsam auf gegen Hass und religiös motivierte Gewalt. Diskriminierung und Dialogverweigerung dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Das gilt auch für jede Form von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.“ Gegen die Propheten der Angst müssten die Religionen ihre Stimme erheben. „Das Jubiläum von CIBEDO spornt uns an, diesen Weg des Dialogs gemeinsam weiter zu gehen.“

Der Geschäftsführer von CIBEDO, Dr. Timo Güzelmansur, hob hervor, dass der Dialog von CIBEDO nach dem katholischen Selbstverständnis „mit Klugheit und Liebe“ geführt werde, wie es das Konzilsdokument Nostra aetate schreibt. „Das schließt die Wertschätzung des Anderen ein, ohne die Andersheit zu negieren. Die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils haben in dieser Hinsicht an Aktualität nichts verloren“, so Güzelmansur. Die Arbeit und das Dialogverständnis von CIBEDO basierten auf diesen theologischen Grundlagen. „Sie sind eingebettet in unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung, zu deren vornehmsten Aufgaben die Gewährleistung der Menschenrechte und des freien, friedlichen und gleichberechtigten Miteinanders der Menschen gehört – unabhängig von ihren religiösen Überzeugungen.“

Aus Anlass des Jubiläums von CIBEDO sprachen beim Festakt außerdem Vertreter des Vatikans und der Muslime sowie der islamischen Theologie in Deutschland. CIBEDO wurde 1978 vom Missionsorden der Weißen Väter gegründet. 1998 übernahm die Deutsche Bischofskonferenz die Einrichtung als Arbeitsstelle, die ihren Sitz in Frankfurt hat.




Hinweise:

Die Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Begrüßung von Dr. Timo Güzelmansur und die Grußworte von Monsignore Khaled Akasheh (Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog, Vatikan), Erol Pürlü (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland), Prof. Dr. Handan Aksünger-Kizil (Institut für Islamisch-Theologische Studien, Universität Wien) und Hamideh Mohagheghi (Institut für Komparative Theologie, Universität Paderborn) sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar.

Weitere Informationen zu CIBEDO finden Sie unter www.cibedo.de.