Augenblicke der Besinnung

Das „Große“,
das der Mächtige im Leben Marias getan hat,
spricht zu uns auch von unserer Reise durch das Leben,
die kein sinnloses Umherziehen ist,
sondern eine Pilgerschaft,
die trotz aller Ungewissheiten und Leiden
in Gott ihre Erfüllung finden kann

Papst Franziskus
















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Bischof Feige spricht zum Abschluss des Evangelischen Kirchentags in Wittenberg

Zum Abschluss des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags hat heute (28. Mai 2017) der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), für das gute ökumenische Miteinander gedankt. „Wer hätte das gedacht, vor 100 oder auch noch vor 10 Jahren, dass das 500. Reformationsjubiläum in ökumenischer Gesinnung begangen würde! Ich bin froh und dankbar heute hier sein zu dürfen“, sagte Bischof Feige während des Abschlussgottesdienstes des Kirchentages in Wittenberg.

Mit Blick auf das Leitwort des Gottesdienstes, „Von Angesicht zu Angesicht“, erinnerte Bischof Feige an den Kampf Jakobs mit Gott am Fluss Jabbok. „Für mich ist diese dramatische Begegnung bezeichnend für unseren Glauben. Bedeutet dieser nicht zutiefst mit sich selbst, seinen Mitmenschen und mit Gott zu ringen?“, so Bischof Feige. „Abraham, Mose, die Propheten, Hiob, selbst Jesus – sie alle sprechen nicht nur mit Gott, sie hadern und streiten manchmal auch mit ihm. Im persönlichen Gebet kann Gott Menschen gewissermaßen ‚von Angesicht zu Angesicht‘ begegnen. Hat nicht auch Martin Luther tage- und nächtelang mit sich und der Welt nach einem gnädigen Gott gerungen und daraus eine Erkenntnis gewonnen, die ihn Gott sehr nahebrachte?“

In der alttestamentlichen Geschichte fänden sich auch Parallelen zum Miteinander der Kirchen, betonte Bischof Feige. Im Gespräch und in der Auseinandersetzung komme Gott den Menschen nahe. „Daher ist der Dialog mit Christen anderer Traditionen immer auch Begegnung mit Gott – von ‚Angesicht zu Angesicht‘. Dabei müssen wir nicht immer einer Meinung sein, aber darum ringen, einander zu verstehen und im Geiste Jesu Christi zu einer noch größeren Einheit zu gelangen.“ Zudem sei Jakob nach der Begegnung mit Gott nicht mehr der Alte. „Auch Ökumene verändert – die Kirchen und die einzelnen Christen. Wir hören zu, wir diskutieren, wir beten gemeinsam. Natürlich ist es auch riskant, sich anfragen und verunsichern zu lassen. Letztlich aber erweitert es unseren Horizont, lässt uns den anderen besser verstehen und bereichert uns sogar. So haben wir in vielfältiger Weise ja auch erkannt: Uns verbindet mehr als uns trennt“, sagte Bischof Feige.

Hinweis:
Das Grußwort von Bischof Feige beim Abschlussgottesdienst des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Wittenberg finden Sie untenstehend zum Herunterladen.

Ökumenischer Gottesdienst vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin

Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben heute (27. Mai 2017) vor dem DFB-Pokalendspiel gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Fußballbundes (DFB), Fans und freiwilligen Helfern in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin einen ökumenischen Gottesdienst unter dem Leitwort „Hass gehört nicht ins Stadion“ gefeiert.

In seiner Predigt betonte Dr. Dr. h. c. Volker Jung, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, „Gott lässt sich so nicht für unsere Interessen und Zwecke einspannen. Wir können vor ihm ausbreiten, was unser Herz bewegt, auch das Fan-Herz, aber wir sollten ihm überlassen, was er daraus macht“ und bezog sich damit auf das Matthäusevangelium. „Jesus redet davon, dass Gott Menschen liebt“, so Jung weiter. Und was dies heiße, zeige er dadurch, wie er Menschen begegne: „Mit viel Respekt! Er ist nicht unkritisch. Keineswegs. Oft kritisiert er, wie Menschen miteinander umgehen. Was sich Menschen antun. Aber er tut das nicht, um Menschen fertigzumachen, sondern um Menschen zu helfen – zu einem guten Leben miteinander mitten in all den Spannungen und Anspannungen des Lebens. Dazu gehört, dass wir erkennen, wo Gefahren sind, die das Leben zerstören. Und wie so oft ist der Fußball eine wunderbare Schule, um das zu sehen und zu lernen. Das Leben kann so schön sein, der Fußball kann so schön sein. Deshalb: Achtet darauf, wie ihr miteinander umgeht – im Fußball und im Leben, als Spieler und als Fans, als Schiedsrichter und Funktionäre. Und so möge dieser Finaltag ein guter, ein schöner Fußballtag werden. Gebe Gott dazu seinen Segen!“

Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, hob in seiner Einführung hervor: „Wenn wir zum Gottesdienst zusammenkommen, bringen wir unser Leben vor Gott – unsere Freude und Sorgen, unsere Hoffnungen, unseren Ärger und Zorn. Als ich auf die Kirche zugegangen bin und den Breitscheidplatz überquert habe, hatte ich die Bilder von dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vor Augen – es ist ein anderes Gefühl als noch vor einem Jahr. Ich sehe noch die trauernden Menschen vor mir, die Blumen niederlegten oder Kerzen anzündeten. In ihren Augen war schmerzliche Trauer, Verzweiflung, Wut.“ Weihbischof Peters betonte, dass „wir aber auch die Spannungen und Erwartungen des heutigen DFB-Pokalfinales vor Gott bringen. Wir sind gespannt auf das Spiel. Wir freuen uns über gelungene Spielzüge. Leiden, wenn der Ball knapp am Tor vorbei geht oder die Flanke den Adressaten nicht erreicht. Wir pfeifen bei Fouls oder Fehlentscheidungen.“ Im Mai waren die italienischen Mannschaften „Juventus“ und „Lazio“ vor dem Endspiel der „Coppa Italia“ zur Audienz bei Papst Franziskus. Jedes Spiel sei eine Probe für das innere Gleichgewicht, die Selbstbeherrschung und die Regeltreue. Wer sich entsprechend verhalte, werde zum Vorbild, so Papst Franziskus. Er wünsche sich, dass jeder ein Beispiel für Aufrichtigkeit und Menschlichkeit sei. Weihbischof Peters betonte: „Alles, was uns bewegt, wollen wir heute in diesem Gottesdienst vor Gott bringen. Mit unseren Liedern und Gebeten. Ob wir sie in Worte fassen und laut sprechen oder leise – nur für uns.“

Der Einladung der beiden Kirchen zum Gottesdienst folgten neben dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel, DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius, Fan-Vertreter von Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt, Vertreter der freiwilligen Helfer und der Polizei sowie zahlreiche Fußballfans.

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