10. December 2016
Augenblicke der Besinnung

Wenn wir wirklich
Liebe üben möchten,
ist es klar,
daß wir lernen müssen
zu vergeben.   

Mutter Teresa
















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Ausschreibung des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. December 2016 - 14:00
Im Jahr 2017 wird die Deutsche Bischofskonferenz zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vergeben. „Zahlreiche Christen setzen sich tagtäglich für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft ein. Dieses Engagement wollen die deutschen Bischöfe stärken und würdigen. Zugleich wollen wir deutlich zum Ausdruck bringen: Wo Ressentiments geschürt und Hassparolen skandiert werden, da haben Christen nichts verloren“, erklärt Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Preises anlässlich der Veröffentlichung der Preisausschreibung. „Jeder, der gegen Flüchtlinge und Migranten hetzt, muss wissen: Hartherzigkeit und Fremdenfeindlichkeit sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Als Christen sind wir dazu berufen, die Freiheit und Würde jedes Menschen zu verteidigen“, so Erzbischof Heße.

Mit dem Preis sollen Personen, Gruppen oder Organisationen ausgezeichnet werden, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus engagieren oder sich prägend an katholischen, ökumenischen oder gesellschaftlichen Initiativen beteiligen. „Besonders möchte ich auch junge Katholiken ermutigen, sich mit ihren Projekten gegen Fremdenfeindlichkeit und für interkulturelle Verständigung zu bewerben“, betont der Vorsitzende der Migrationskommission.

Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und kann auf bis zu drei Preisträger aufgeteilt werden. Er wird auf Vorschlag der Jury vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), verliehen. Bewerbungen und Vorschläge für mögliche Preisträger können ab sofort bis zum 3. März 2017 im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am 20. Juni 2017 in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin statt. An diesem Ort gedenken die deutschen Katholiken seit 1963 der Christen, die unter der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ihr Eintreten für Glaubens- und Gewissensfreiheit mit dem Leben bezahlten.

Auf Anregung der Migrationskommission hat die Deutsche Bischofskonferenz 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verliehen, der alle zwei Jahre vergeben wird.

Zur Jury des Preises gehören:
  • Erzbischof Dr. Stefan Heße, Vorsitzender der Jury und Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender der Migrationskommission und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen
  • Gabriele Erpenbeck, Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche
  • Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Mitglied des Deutschen Ethikrats
  • Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes
  • Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung
  • Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags
  • Dr. h. c. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a. D.
  • Josef Philip Winkler, ehem. Mitglied des Deutschen Bundestages
Hinweise: Bewerbungen und Vorschläge für mögliche Preisträger sollten eine ca. 2 DIN-A4-Seiten umfassende schriftliche Beschreibung des Projekts bzw. des persönlichen Engagements enthalten, der auch schriftliche oder elektronische Publikationen hinzugefügt werden können. Einsendeschluss ist der 3. März 2017. Bewerbungen und Vorschläge sind an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bereich Weltkirche und Migration, Kaiserstraße 161, 53113 Bonn, zu richten. Weitere Informationen sind auf der Initiativseite „Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ nachlesbar.
Zur Ausschreibung des Preises sind zwei Plakate (DIN A3, DIN A2) verfügbar, die auf den Preis sowie die Bewerbungsfrist aufmerksam machen. Darüber hinaus informiert ein Flyer über die Hintergründe des Preises. Die Plakate und der Flyer können kostenlos in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden.

Einladung zum Fachgespräch „Der Herausforderung begegnen: Rechtspopulismus und christliche Kirchen in Deutschland“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 8. December 2016 - 10:59
Rechtspopulistische und rechtsextreme Haltungen sind für Kirchen und Gesellschaft große Herausforderungen, mit denen sich eine neu gegründete Arbeitsgruppe der Deutschen Kommission Justitia et Pax befasst. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen (Berlin) laden die Experten der Arbeitsgruppe in einem Fachgespräch dazu ein, sich intensiver mit rechtspopulistischen Tendenzen innerhalb der Kirche auseinanderzusetzen. Unter anderem werden Katarina Barley (Generalsekretärin der SPD), Prälat Dr. Karl Jüsten (Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe) und Maria Faber von der Ökumenischen Initiative „hingucken … denken … einmischen … Magdeburg aktiv gegen rechts“ in einem Podiumsgespräch über Ansätze diskutieren, wie der Demokratieverdrossenheit vieler Menschen begegnet werden kann. Einen Kommentar aus der Praxis liefert Pater Oliver Potschien O.Praem. vom Sozialpastoralen Zentrum Petershof in Duisburg. Der Petershof und die Magdeburger Initiative wurden 2015 mit dem ersten Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus der Deutschen Bischofskonferenz ausgezeichnet.

Interessierte Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen am Freitag, 16. Dezember 2016, von 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr,
im Tagungszentrum Katholische Akademie (Hotel Aquino),
Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin-Mitte.


Hinweise:

Das Programm der Veranstaltung ist untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen verfügbar.
Interessierte Medienvertreter werden gebeten, sich bis zum 14. Dezember 2016 bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz per E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) anzumelden.

Filmdienst künftig als Online-Angebot

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 7. December 2016 - 14:36
Das Magazin Filmdienst wird künftig in ein Online-Angebot umgewandelt. Dieser Entscheidung hat die Katholische Filmkommission von Deutschland zugestimmt, nachdem sie durch den Geschäftsführer des Katholischen Medienhauses in Bonn, Theo Mönch-Tegeder, über die aktuelle Finanzsituation, weiter sinkende Auflagen bei der Printausgabe des Filmdienst und ein schlüssiges Online-Konzept informiert wurde.

Mit dem klaren Votum des Herausgebergremiums werde der Weg nun frei für die Konsolidierung der Marke, begrüßte Theo Mönch-Tegeder die Entscheidung. Das neue Konzept soll ein publizistisch hochwertiges Angebot darstellen, das auch die umfangreiche Datenbank einschließt. In dieser sind Filmkritiken und wesentliche Informationen zu allen Filmen gespeichert, die seit fast 70 Jahren in Deutschland in die Kinos kamen. „Diese Datenbank ist mit Recht von namhaften Experten in den zurückliegenden Wochen und Monaten als einzigartiger Schatz und Kulturerbe bezeichnet worden“, so der Geschäftsführer.

Mit der Datenbank verbunden werden sollen eine oder mehrere Internet-Portale und digitale Ausspielwege, die das aktuelle Filmgeschehen abbilden und verschiedene Nutzergruppen ansprechen können. Vieles deute darauf hin, dass auf diesem Wege eine deutlich größere Wirkung erreicht werden könne. Der neue Filmdienst wolle zudem verstärkt mit Lizenznehmern zusammenarbeiten. Die erfolgreichen, schon bestehenden Geschäftsbeziehungen zeigten ein hohes Potenzial, dieses Geschäftsfeld zu intensivieren. „Die Umstellung ist konsequent, weil sie die Stärken nutzt, die sich schon jetzt deutlich abzeichnen“, betonte Theo Mönch-Tegeder. Er wies darauf hin, dass eine Entscheidung unumgänglich geworden sei, weil der Aufwand für die Zeitschrift zunehmend die übrigen Aktivitäten erdrückt habe. „Angesichts begrenzter finanzieller Mittel können wir keine ‚Sowohl-als-auch-Strategie‘ fahren, sondern mussten entscheiden zwischen Print oder Digital.“

Dem Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, ist es außerordentlich wichtig, dass das reiche Erbe des Filmdienst auch in Zukunft gesichert wird: „Ein Fortbestehen der Printausgabe wäre mir lieber gewesen, war aber unter den Vorgaben im Sparprozess nicht realisierbar. Die jetzige Lösung halte ich für tragfähig und zukunftsweisend. Für die katholische Kirche ist es von großer Bedeutung, ihren Dialog mit der Gesellschaft auch in diesem Bereich qualifiziert fortzusetzen. Mit dem Filmdienst als Online-Produkt erreichen wir hoffentlich alle Generationen. Wir müssen für dieses Medienangebot der Kirche jetzt nach vorne schauen“, so Bischof Fürst.

Bischof Fürst, die Herausgeber des Filmdienst und Geschäftsführer Mönch-Tegeder dankten allen, die sich für den Erhalt der Zeitschrift eingesetzt haben und die im kommenden Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. „Diese Solidarität ist sehr beeindruckend gewesen. Wir hoffen gemeinsam, dass sie auch dem digitalen Angebot gilt. Am Auftrag des Filmdienst, eine zuverlässige Orientierung über die Qualität des Filmangebots zu liefern, eine anspruchsvolle Filmkultur zu unterstützen und Debatten zum Medium Film anzustoßen, ändert sich nichts“, erklärte Bischof Fürst.

Internationaler Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. December 2016 - 12:00
Weltweit engagieren sich mehr als 140 Millionen Menschen für Anliegen, die ihnen so wichtig sind, dass sie ehrenamtlich dafür arbeiten. Um dieses Engagement zu würdigen, wurde von den Vereinten Nationen vor genau 30 Jahren der Internationale Tag des Ehrenamtes eingerichtet, der am 5. Dezember begangen wird.

Das freiwillige Engagement im Kontext der Kirche gehört zu den großen Ehrenamtsbereichen in Deutschland. Beispiele für solche ehrenamtlichen Tätigkeiten sind etwa die Telefonseelsorge, Bahnhofsmission, Flüchtlingsarbeit, Besuchsdienste im Krankenhaus, Hospizarbeit, Obdachlosenhilfen, Suppenküchen, Kirchenführungen und vieles mehr. Erst vor Kurzem haben die deutschen Bischöfe in ihrem Wort „Gemeinsam Kirche sein“ ausdrücklich dieses vielfältige ehrenamtliche Engagement der Getauften und Gefirmten hervorgehoben, ohne das die Kirche nicht Kirche sein kann: „Darin wird deutlich, dass alle Getauften berufen sind, das Leben und die Sendung der Kirche verantwortlich mitzugestalten“, schreiben die deutschen Bischöfe.

Auffällig ist der überdurchschnittlich hohe Anteil von Frauen aller Altersgruppen: So haben sich zum Beispiel die ehrenamtlich engagierten katholischen Frauenverbände und Frauengruppen in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um Gerechtigkeit für Frauen und deren gerechte Teilhabe an Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu erreichen, Ungleichbehandlung von Frauen zu benennen und dagegen aktiv zu werden, sowie die weltweite Situation von Frauen zu berücksichtigen.

Anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes erklärt der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück): „Das Engagement der Frauenverbände gegen Armut, Ausgrenzung, sozial oder sexistisch bedingte Benachteiligung von Mädchen und Frauen weltweit ist auch heute hoch aktuell.“ In ihrem Engagement machen die Frauenverbände deutlich, „dass wir an einen Gott glauben, der Männer wie Frauen mit der gleichen Würde und den gleichen Rechten ausgestattet hat und der unseren Einsatz auch für mehr Geschlechter-Gerechtigkeit in der Gesellschaft wie in der Kirche will. Dazu bedarf es Strukturen der Beteiligung, aber auch Maßnahmen der Unterstützung, damit gerade auch ehrenamtlich tätige Frauen bei der Vielzahl an Ansprüchen aus Familie, Beruf und Ehrenamt noch zu Atem kommen können“, so Bischof Bode. Gerade darum gelte dem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement „mein großer Dank und meine Zusage, mit den Ehrenamtlichen in Verbänden und Gruppen über deren Anliegen im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach Wegen zu suchen, Jesu Botschaft von der bedingungslosen Zuwendung gegenüber jedem Menschen in unserer Gesellschaft zu verwirklichen“.

Pfarrer Dr. Christian Hartl als neuer Hauptgeschäftsführer von Renovabis eingeführt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. December 2016 - 11:38
Mit einem Pontifikalamt und anschließendem Festakt auf dem Freisinger Domberg ist gestern Abend (1. Dezember 2016) Pfarrer Dr. Christian Hartl feierlich in sein Amt als neuer Hauptgeschäftsführer von Renovabis, der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, eingeführt worden. Dr. Hartl war zuvor Spiritual und Dozent für spirituelle Theologie und Homiletik am Interdiözesanen Priesterseminar St. Lambert in Lantershofen (Rheinland-Pfalz). Bei Renovabis folgt er auf den Jesuiten Pater Dr. Stefan Dartmann SJ, der im Vorjahr zum Leiter des Collegium Germanicum et Hungaricum, des deutschsprachigen Priesterseminars in Rom, berufen worden war. Zwischenzeitlich hatte Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert das Hilfswerk 18 Monate geleitet.

Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), Vorsitzender des Leitenden Aktionsrates von Renovabis, wies in seiner Predigt im Festgottesdienst auf die oft stark voneinander abweichenden Sichtweisen in Ost- und Westeuropa hin. Renovabis und der neue Hauptgeschäftsführer hätten in dieser Situation die Aufgabe, eine Kommunikationskultur zu entwickeln, die Lernbewegungen auf beiden Seiten in Gang setzen könne. „Renovabis ist ein Prozess, sich auf andere einzulassen – damit wir gemeinsam lernen, Gott zu sehen“, betonte Erzbischof Koch.

Auch die frühere Beauftragte der polnischen Regierung für die Beziehungen mit Deutschland, Prof. Dr. Irina Lipowicz, ging in ihrem Festvortrag auf die wachsenden Spannungen in Europa ein. Das sich ausbreitende Misstrauen und die abnehmende Bereitschaft zur Solidarität gefährdeten das Zusammenleben zwischen den Völkern und könnten auch die polnisch-deutsche Versöhnung ernsthaft beschädigen. „Stürmische Zeiten stehen in Ost und West bevor“, so Prof. Lipowicz. Hoffnung stiftend sei indes, dass die Kirchen und gerade auch Renovabis in den zurückliegenden Jahrzehnten substanzielle Beiträge zur Verständigung geleistet hätten; so sei die Aussöhnung „nicht auf Sand gebaut“ und könne auch unter schwierigen Umständen verteidigt werden.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, vollzog beim Festakt die förmliche Einführung von Dr. Hartl als Renovabis-Hauptgeschäftsführer. In seiner Ansprache machte er die theologischen Grundlagen des Hilfswerkes zum Thema, die in der Wahl des Namens zum Ausdruck kommen: Emitte spiritum tuum, et renovabis faciem terrae – Sende aus deinen Geist und du erneuerst das Antlitz der Erde. Das Programm von Renovabis sei die Erneuerung Osteuropas im Geist Gottes. Eigentlicher „Operator“ dieser „Geisteserneuerung“ sei Gott selbst, Renovabis aber gehöre zu den „Kooperatoren“. Nach den Worten von Erzbischof Schick ist diese Erneuerung im Osten Europas während der zurückliegenden 25 Jahre in vielerlei Hinsicht vorangekommen, jedoch bleibe noch viel zu tun. Auch weiterhin sei es die erste Aufgabe von Renovabis, dazu beizutragen, dass sich der in der Periode des Kommunismus verfemte Glaube an Gott erneuere. „Geisteserneuerung“ beziehe sich aber auch auf die sozialen Beziehungen innerhalb der Gesellschaften: Mit den sozialen, karitativen und kulturellen Projekten helfe Renovabis mit, den Beziehungen der Menschen und der Sozialstruktur der Länder eine neue Gestalt aus dem Geist christlicher Hoffnung und Liebe zu geben.

Auf Wunsch von Pfarrer Dr. Hartl war die Veranstaltung unter das Leitthema „… um der Menschen willen“ gestellt worden. Der neue Hauptgeschäftsführer unterstrich in seinem Dankeswort die bleibende geistliche und soziale Bedeutung des Solidaritätsprinzips. Von diesem Gedanken werde Renovabis auch in unruhigen Zeiten geprägt bleiben.

Hintergrund
Renovabis, das jüngste weltkirchliche Hilfswerk der Kirche in Deutschland, wurde 1993 gegründet und unterstützt seine Partner in den ehemals kommunistischen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung. Der Name „Renovabis“ nimmt Bezug auf Psalm 104,30, der in der Pfingstliturgie Verwendung findet. Renovabis fördert jährlich über 1.000 Projekte mit einem Volumen von rund 30 Millionen Euro. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.renovabis.de verfügbar.

Tagung zum Kinder- und Jugendschutz in der katholischen Kirche in Deutschland

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 2. December 2016 - 10:01
Gestern Abend (1. Dezember 2016) ist in Köln eine Tagung zum Kinder- und Jugendschutz der katholischen Kirche in Deutschland zu Ende gegangen, die erstmals in dieser Form und Zusammensetzung veranstaltet wurde. Initiiert wurde sie von der Bischöflichen Arbeitsgruppe für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, die der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, leitet. „Das Anliegen unserer Initiative besteht darin, ein Forum anzubieten, in dem Vernetzung und Austausch über die Fragen des Kinder- und Jugendschutzes stattfinden können. Denn dieses Thema ist auf vielfältige Weise bereits fest im Programm der Kirche verankert. Die Tagung sollte helfen, die gute Arbeit, die bereits getan wird, für alle stärker sichtbar und nutzbar zu machen“, so Bischof Ackermann.
 
Die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises bildete die große fachliche Kenntnis und Vielfalt des Engagements in der katholischen Kirche zum Kinder- und Jugendschutz ab. Anwesend waren unter anderem Vertretungen der katholischen Bundes- bzw. Dach- und Fachverbände von BDKJ und Caritas, der Deutschen Ordensobernkonferenz und der geistlichen Gemeinschaften. Während des Treffens boten Impulsvorträge einen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven, die von Chancen durch internationale Projekte im Bereich des Jugendsports über Phänomene aus der Jugendsozialarbeit bis hin zu einer Betrachtung zum Sinn des Jugendmedienschutzgesetzes reichten.

Persönliche Anmerkungen seiner Motivation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beizutragen, enthielt der Beitrag von Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), der als Salesianerpater auch über ganz praktische Erfahrungen in Bezug auf die Notwendigkeit von effizienten und umfassenden Maßnahmen im Kinder- und Jugendschutz verfügt. „Wir verbinden mit Kindsein gerne Heilsein, heile Welt. Da ist zum Beispiel die kindliche Fähigkeit, zum versunkenen, selbstvergessenen Spiel, die in uns Sehnsucht weckt und uns etwas über unser eigenes Menschsein sagt; eine Fähigkeit, die aber Urvertrauen und Bindung voraussetzt. Aber natürlich sind Kinder gerade auch hier sehr verletzlich. Deshalb brauchen sie beschützende Räume, in denen sie einfach nur Kind sein dürfen“, sagte Bischof Oster.

Einen Exkurs, der die Verbindung zwischen bereits stattfindendem Kinder- und Jugendschutz und einer Perspektive für die Zukunft herstellte, gab Johannes Stücker-Brüning, Geschäftsführer der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, der in dieser Funktion einen besonderen Blick auf die Thematik hat: „Selbstverständlich können auch wir nicht in die Zukunft blicken, aber sicher ist, dass das Engagement der katholischen Kirche für den Kinder- und Jugendschutz zum Profil unseres christlichen Auftrags gehört. Besonders in Zeiten, in denen Kinderarmut und damit zusammenhängende Problematiken aktuelle Themen sind, ist Kinder- und Jugendschutz zentral und notwendig, um auch für die Armen und Vernachlässigten in der Gesellschaft Sorge zu tragen. Deshalb finden Projekte und Aktivitäten in diesem Umfeld unsere vordringliche Unterstützung.“

Nach einem Austausch der Teilnehmer in drei Gruppen, der unterteilt war in die Themenkomplexe „Familie, Freunde, Gemeinde“, „Einrichtungen des kirchlichen Kinder- und Jugendschutzes“ sowie das Querschnittsthema „Internet (Social Media), Fernsehen/Hörfunk, Printmedien“, fasste Weihbischof Ansgar Puff (Köln) die zentralen Erkenntnisse zusammen: „Achtsamkeit und Fürsorglichkeit im Umgang miteinander sind der Boden, auf dem tragfähige Konzepte für den Schutz von Kindern und Jugendlichen weiterentwickelt werden können und müssen. Essenziell für einen funktionierenden Kinder- und Jugendschutz sind der Praxisbezug und die Umsetzung und Beachtung der bestehenden – auch gesetzlichen – Regelungen. Zentrale Themen und Herausforderungen der Zukunft werden z. B. neben Medienbildung die Prävention in der Flüchtlingspolitik oder auch Aufklärung und Schutz vor politischer Radikalisierung sein. Nicht zuletzt müssen wir auch über die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen sprechen.“

Die Tagung war als „work in progress“ angelegt, deren Ergebnisse weiterentwickelt werden sollen. „Ich bin dankbar und zuversichtlich, dass wir mit der heutigen Veranstaltung den Grundstein für eine langfristige und wirkungsvolle Vernetzung der katholischen Akteure im Kinder- und Jugendschutz gelegt haben“, so Bischof Ackermann zum Schluss der Veranstaltung.

Die Anwesenheit von vier Bischöfen (Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof Dr. Stefan Oster, Weihbischof Ansgar Puff und Weihbischof Jörg Michael Peters) sowie dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, unterstrich die Bedeutung des Kinder- und Jugendschutzes in der katholischen Kirche in Deutschland und die Bereitschaft, auch weiterhin klare Signale für die Zukunft zu setzen.

Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zur Stiftung „Anerkennung und Hilfe“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. December 2016 - 11:56
Bund, Länder und Kirchen haben heute (1. Dezember 2016) am Rande der 93. Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Lübeck die Verwaltungsvereinbarung zur Errichtung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ unterzeichnet. Die Stiftung soll das Leid und Unrecht anerkennen, das Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. 1949 bis 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie erfahren haben.

Bundessozialministerin Andrea Nahles sagte bei der Unterzeichnung: „Ich freue mich sehr, dass wir heute nach mehr als dreijährigen Verhandlungen endlich die Gründungsurkunde für die Stiftung ‚Anerkennung und Hilfe‘ unterschreiben. Die Betroffenen haben lange beharrlich dafür gekämpft, die Stiftung zu errichten. Menschen, die als Kinder und Jugendliche in unserem Land in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe beziehungsweise der Psychiatrie unsägliches Leid erlitten haben, bekommen durch die Stiftung ‚Anerkennung und Hilfe‘ nicht nur endlich die Anerkennung und die finanzielle Unterstützung, die ihnen zusteht. Wir werden das Geschehene nun auch endlich einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen können.“

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit betonte als Vorsitzende der ASMK und als Ländervertreterin: „Ich freue mich, dass es heute gelungen ist, diese Einigung im Sinne der Betroffenen zu erzielen. Mir ist wichtig, dass wir sie in den weiteren Aufarbeitungsprozess eng mit einbeziehen und dabei neben dem Thema Gewalt und Missbrauch auch das Thema Medikamentenversuche beleuchten. Kinder und Jugendliche haben in dieser Zeit Leid und Unrecht in Einrichtungen erfahren. Darüber möchte ich von Herzen mein ausdrückliches Bedauern ausdrücken. Wir werden jetzt dazu beitragen, dieses Unrecht aufzuarbeiten, öffentlich anzuerkennen und Betroffenen konkrete Hilfestellung leisten.“

Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Annette Kurschus, sagte: „Leid und Unrecht, erlitten von vielen hilfebedürftigen Menschen in Einrichtungen der Behindertenhilfe bzw. stationären psychiatrischen Einrichtungen in Deutschland nach 1949, sind der Anlass für die Errichtung der Stiftung ,Anerkennung und Hilfe‘. Mit Scham sehen Evangelische Kirche und Diakonie auf die Verhältnisse und die Verantwortung auch kirchlicher Einrichtungen für die Ereignisse in dieser Zeit. Wir bedauern das Geschehene zutiefst und bitten die Betroffenen dafür um Vergebung. Es ist uns wichtig, dass nun endlich auch für den Kreis dieser Betroffenen ein Hilfesystem entsteht, um den heute noch vorhandenen Folgewirkungen zu begegnen.“

Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der in Vertretung für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz in Lübeck teilnahm, erklärte: „Die Stiftung ist ein absolut notwendiger Schritt zur Anerkennung des Leids der Betroffenen. Das sind wir diesen Menschen schuldig! Als Erzbischof der katholischen Kirche bedauere ich die damals ausgeübte physische, psychische und sexuelle Gewalt zutiefst und bitte die Betroffenen dafür um Entschuldigung. Kirchliche Organisationen und Verantwortliche haben in diesen Fällen dem christlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung und psychiatrisch Erkrankte in ihrer Entwicklung zu fördern und ihre Würde zu schützen, nicht entsprochen. Meine große Hoffnung ist, dass die Betroffenen durch die Anerkennung und die Hilfen ihren weiteren Lebensweg etwas unbeschwerter und mit einem größeren inneren Frieden gehen können.“

Mit der Beteiligung am Hilfesystem kommen Bund, Länder und Kirchen ihrer Aufgabe nach, in der Vergangenheit erlebtes Leid und Unrecht transparent zu machen und ihren Beitrag zur Bewältigung und Aufarbeitung zu leisten.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird Träger der nichtrechtsfähigen Stiftung des Privatrechts, die von Bund, Ländern und Kirchen gemeinsam zum 1. Januar 2017 errichtet wird. Die Stiftung hat eine fünfjährige Laufzeit und soll für den Zeitraum 2017 bis 2021 bestehen. Betroffene können sich bis Ende 2019 in den Ländern anmelden. Dafür errichten die Länder regionale qualifizierte Anlauf- und Beratungsstellen.

Die Stiftung sieht neben einer individuellen Anerkennung des Erlebten durch persönliche Gespräche mit den Betroffenen und einer öffentlichen Anerkennung auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung der seinerzeitigen Geschehnisse vor. Ferner sollen Betroffene, die heute noch unter Folgewirkungen leiden, eine einmalige pauschale Geldleistung von 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung erhalten. Darüber hinaus wird eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro gezahlt, sofern die entsprechenden Personen dem Grunde nach sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, ohne dass dafür Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden.

Hinweise:
Das Pressestatement von Erzbischof Dr. Stefan Heße finden Sie untenstehend als pdf-Dateien zum Herunterladen. Mehr Informationen sind unter www.stiftung-anerkennung-hilfe.de verfügbar.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zur Situation der Christen auf der Arabischen Halbinsel

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. December 2016 - 9:11
Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (1. Dezember 2016) in Berlin eine Arbeitshilfe vorgestellt, die die Situation der Christen auf der Arabischen Halbinsel beleuchtet. Die Veröffentlichung ist Teil der Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, wies auf die unterschiedliche Lage der Christen in den verschiedenen Staaten der Arabischen Halbinsel hin. „Grundsätzlich muss zwischen den Golfstaaten und Saudi-Arabien unterschieden werden.“ Der Jemen sei aufgrund des Krieges noch einmal eigens zu betrachten. In den Golfstaaten könnten Christen ihren Glauben relativ frei leben: „Es gibt Kultfreiheit, aber keine Religionsfreiheit“, so Erzbischof Schick. Ein aktives Werben für das Christentum oder gar die Konversion von Muslimen seien allerdings streng verboten und würden strafrechtlich verfolgt. In Saudi-Arabien sind die Lebensbedingungen für Christen deutlich schlechter, betonte Erzbischof Schick. Dort dürfe nur der Islam, vorzugsweise in seiner rigoristischen wahhabitischen Auslegung, praktiziert werden. „Schon der Besitz christlicher Kultgegenstände ist verboten.“ Für die geschätzt 1,5 Millionen Christen in Saudi-Arabien gäbe es keine einzige Kirche und die Gläubigen seien gezwungen, sich heimlich in Privathäusern und Hotels zu treffen.

Erzbischof Schick hatte die Region im Februar bereist und zahlreiche Gespräche mit den Christen vor Ort, Vertretern des Islam und Regierungsmitgliedern geführt: Die christliche Minderheit in den Golfstaaten, die aus allen Teilen der Welt stamme, habe ihre Nische in einem muslimisch und arabisch geprägten Umfeld gefunden. In den vergangenen Jahren sei eine lebendige Migrantenkirche mit eigenen Kirchengebäuden und katholischen Schulen entstanden. „Die Internationalität der Gemeinschaft, die Vitalität der Gottesdienste und das Selbstbewusstsein der Christen, denen ich begegnet bin, sind beeindruckend.“ Erzbischof Schick betonte: „Wie in kaum einer anderen Region zeigt sich die katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel als Weltkirche. Der gemeinsame Glaube überwindet alle Unterschiede von Herkunft, Nationalität und Ritus.“

Der Apostolische Vikar für das südliche Arabien (Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen), Bischof Paul Hinder OFMCap, berichtete über die Situation vor Ort: „Schätzungen zufolge dürfte die Anzahl der ausländischen Christen auf der Arabischen Halbinsel gegenwärtig bei mindestens drei Millionen liegen. Einheimische Christen gibt es praktisch keine.“ Er erklärte, dass die Wohnbevölkerung in den Golfstaaten zu einem großen Prozentsatz aus Ausländern bestehe. Die staatliche Haltung gegenüber den Christen schwanke von Land zu Land. „Länder wie zum Beispiel Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate oder das Sultanat Oman sind recht tolerant.“ In den Vereinigten Arabischen Emiraten existierten acht katholische Pfarreien. 50.000 Gläubige nähmen in Dubai jedes Wochenende an den Messfeiern teil. „Wir sind auf der Arabischen Halbinsel eine Kirche aus Migranten für Migranten. Unsere Vitalität hängt vom außerordentlichen religiösen Engagement der Gläubigen ab“, betonte Bischof Hinder.

Der Direktor des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio in Aachen, Prof. Dr. Harald Suermann, ging in seinem Statement auf die Situation der Christen in Saudi-Arabien ein. Er erklärte, dass Christen nach dem Koran eine geschützte Minderheit seien, die das Recht habe, ihren Glauben zu leben und eigene Gotteshäuser zu unterhalten. Dies werde in Saudi-Arabien jedoch eingeschränkt. „Liturgische Feiern sind dort verboten und können nur privat unter großer Gefahr vollzogen werden. Regelmäßig werden Gottesdienste von der saudischen Religionspolizei, der muttawa, durch Razzien und Verhaftungen unterbunden“, so Prof. Suermann. Für viele Christen bleibe nur die Möglichkeit, über Streaming-Angebote im Internet an Gottesdiensten teilzunehmen. Er wies darauf hin, dass innerhalb des saudischen Königshauses um die zukünftige Ausrichtung des Landes gerungen werde. Einerseits gäbe es Strömungen, die sich für gesellschaftliche Reformen einsetzten, andererseits Versuche, die aktuellen Verhältnisse zu stabilisieren. Ob es für die Christen und andere religiöse Minderheiten im Land in absehbarer Zeit zu Veränderungen komme, sei im Moment noch nicht abzusehen.

Hintergrund
Die Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zur Situation der Christen auf der Arabischen Halbinsel enthält ausführliche Informationen zur Geschichte und Gegenwart des Christentums in der Region. Der besondere Fokus der Arbeitshilfe liegt auf der Religionsfreiheit. Stimmen aus der Ortskirche und Fotografien aus der Region veranschaulichen das Thema.

Die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ wurde von den deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Glaubensgeschwister zu sensibilisieren. Mit Publikationen, liturgischen Handreichungen und öffentlichen Veranstaltungen wird auf die teilweise dramatischen Verhältnisse christlichen Lebens in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam gemacht. Zusätzlich pflegen die Bischöfe mit Solidaritätsreisen den Kontakt zu den entsprechenden Ortskirchen. In Deutschland sucht die Deutsche Bischofskonferenz immer wieder das Gespräch mit Politikern und anderen gesellschaftlichen Akteuren, um auf bedrohliche Entwicklungen hinzuweisen. Jährlicher Höhepunkt der Initiative ist der Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember (Stephanustag), der in allen deutschen (Erz-)Bistümern begangen wird.


Hinweise:
Die Statements von Erzbischof Schick, Bischof Hinder und Prof. Suermann finden Sie untenstehend als pdf-Dateien zum Herunterladen. Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Arabische Halbinsel“ kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Das Plakat und der Gebetszettel zum Gebetstag für die verfolgten Christen am 26. Dezember können ebenfalls in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Dateien heruntergeladen werden. Weitere Informationen gibt es auf der Initiativseite „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“.

Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 27. November 2016 - 11:00
Die Bewahrung der Schöpfung und der Friede sind nach Worten von Kardinal Reinhard Marx nicht zu erreichen, wenn zuerst die eigenen persönlichen und nationalen Interessen befriedigt werden. „Es ist vernünftig, nicht nur an sich selbst zu denken. Die Güter der Erde gehören uns allen, müssen allen zugutekommen und für alle bewahrt werden. Daran halten wir fest, auch in einer Zeit, in der Abgrenzung und das Nationale stärker zu werden scheinen“, sagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, bei einem Gottesdienst zu bundesweiten Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion am Sonntag im Münchner Liebfrauendom.

Immer öfter höre er Vorwürfe und spüre er Bedenken, wenn die Kirche darauf hinweise, dass die Menschen aller Völker in einer Familie zusammenleben sollen, und wenn sie etwa an die Vision des Propheten Jesaja erinnere, dass „Schwerter zu Pflugscharen“ geschmiedet würden. „Dann heißt es: „Ihr unverbesserlichen Weltverbesserer, ihr naiven Träumer. Es gilt doch, zuerst an unsere eigenen Interessen zu denken, damit es unserer eigenen Nation, unserem eigenen Volk gut geht.“ Der Kardinal rief die Gläubigen dazu auf, dem entgegenzutreten und ihre Aufmerksamkeit gerade auch in der beginnenden Adventszeit zu schärfen. „Wir wollen die Schutzmacht sein für das gemeinsame Haus aller Menschen, das ist unsere Sendung!“

Die Kirche selbst stehe zeichenhaft dafür, wie verschiedene Sprachen und Kulturen zusammen leben könnten. „Wir alle sind zuerst Menschen. Dazu gehört, mit der Vielfalt umzugehen, Respekt für den anderen zu haben, ohne Vorurteile auszukommen, neugierig auf den anderen zu sein, nicht alle Unterschiede nach unseren eigenen Vorstellungen einzuebnen.“ Papst Franziskus habe deutlich  in seiner Enzyklika „Laudato si“ vor Augen gestellt, dass dies nicht nur eine politische und soziale, sondern zugleich zutiefst geistliche Aufgabe sei. „Weil die Schöpfung nicht nur Material ist, sondern ein Lebensraum in dem wir selbst lernen, Mensch zu sein.“

Der Papst bezeichne das Amazonasgebiet, das in diesem Jahr im Mittelpunkt der Adveniat-Weihnachtsaktion steht, als Schatz für die Menschheit. Kardinal Marx dankte allen, die mit ihrem Engagement und ihrer Arbeit deutlich machten, „was es bedeutet, die Vernetzung der gesamten Menschheit anzuschauen und weiterzuführen“. Der Titel „Menschensohn“ für Jesus drücke die enge Verbindung zwischen Gott und allen Menschen aus – „Christus kommt von Gott und ist mit allen Menschen verbunden“.

Halbzeit von „Valerie und der Priester“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 24. November 2016 - 11:53
Das ungewöhnliche Projekt „Valerie und der Priester“ vom Zentrum für Berufungspastoral (ZfB) der Deutschen Bischofskonferenz hat die Halbzeit erreicht: Die Berliner Journalistin Valerie Schönian begleitet den Priester Franziskus von Boeselager und hält ihre gemeinsamen Erlebnisse im gleichnamigen Blog in Texten und Videos fest (www.valerie-und-der-priester.de). Seit dem 20. Mai 2016 ist der Blog online und erreicht regelmäßig mehr als 100.000 Leser pro Monat. Auf Facebook haben 12.400 Personen das Projekt abonniert und tragen mit ihren Fragen und Kommentaren zur Weiterentwicklung bei. Die Zahl der erreichten Nutzer in Sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, YouTube) liegt bei rund einer Million im Monat. Insbesondere Videos erfreuen sich im Projekt großer Beliebtheit. Die erfolgreichsten Videos zum Thema „Nie wieder Sex?“ und „Was hältst Du von Abtreibung?“ wurden 280.000 Mal bzw. 100.000 Mal angeschaut.

Die Idee ist einfach und faszinierend: Zwei Menschen aus unterschiedlichen Realitäten begegnen sich. Eine kirchenferne, selbstbewusste junge Frau trifft auf einen jungen Priester, der alles für Gott gibt, weil ihn der Glaube stärkt. Folglich geht es in den Gesprächen zwischen den beiden auch kontrovers zu: Themen wie Homosexualität, Abtreibung oder das Frauenpriestertum werden nicht ausgeklammert. Dabei versucht Valerie Schönian den Dingen auf den Grund zu gehen, die dem Priester Franziskus von Boeselager wichtig sind. Darüber hinaus spricht sie mit ihm über seine Berufung, die Kommunikation mit Gott und die Trinität.

Valerie Schönian teilt seit sechs Monaten den Alltag von Franziskus von Boeselager. Sie reiste mit ihm zum Weltjugendtag nach Polen und ins Zentrum der katholischen Kirche nach Rom. Sie ist bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, bei Priesterweihen und Gemeindefesten dabei, ebenso wie an ganz normalen Tagen vom morgendlichen Gebet bis zur Abendmesse.

In dem Blog „Valerie und der Priester“ schreibt Valerie Schönian über diese Erlebnisse. Das Besondere: Sie macht dies nicht nur als neutrale Berichterstatterin, sondern bringt sich mit ihren Fragen und ihrer Persönlichkeit ein, die auf den ersten Blick das komplette Gegenteil von der von Franziskus von Boeselager zu sein scheint – was das Projekt für viele so spannend macht.

„Ich bin unglaublich froh, diese andere Lebenswelt kennenlernen zu können“, sagt Valerie Schönian nach einem halben Jahr. Es mache Spaß, denn sie könne auch sehr viel mitnehmen. „Ich lerne viel über den Glauben und was er Menschen bedeutet. Und weil ich dabei auch darüber nachdenke, woran ich eigentlich glaube und wovon ich überzeugt bin, lerne ich auch viel über mich.“ Die Journalistin bekommt viel Feedback und sieht, dass die Authentizität des Projekts bei den Menschen ankommt, ob katholischen Glaubens oder nicht. „Es freut mich sehr zu sehen, dass der Blog Menschen berührt und zum Nachdenken bringt“, sagt sie. „Ich sehe ‚Valerie und der Priester‘ als Chance zwischen verschiedenen Lebensrealitäten zu vermitteln – was gerade angesichts der aktuellen politischen Situation noch einmal eine ganz andere Relevanz bekommt.“

Auch Franziskus von Boeselager ist nach einem halben Jahr froh, das Projekt begonnen zu haben. „Ich denke, dass Valerie mittlerweile sehr viel mehr über die katholische Kirche und den Glauben weiß, als zu dem Zeitpunkt, an dem sie in diese neue Welt eingetaucht ist“, sagt der Kaplan. Er hoffe, ihr einen kleinen Einblick geben zu können, was ihm Jesus Christus und die Kirche bedeutet – und somit auch den Lesern des Blogs. Das sei für ihn auch die Motivation, an dem Projekt teilzunehmen. „Ich will das, was mir geschenkt wurde, weitergeben.“

Für Pfarrer Michael Maas, Leiter des Zentrums für Berufungspastoral, ist das Projekt schon jetzt ein voller Erfolg. Es gehe um eine generelle Aufwertung des Priesterbildes in der Gesellschaft. Ziel sei gewesen, eine Begegnung mit einem Glaubenszeugen zu ermöglichen und dadurch zu erreichen, dass sich die Leser mit Fragen beschäftigen, die in eine eigene Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Kirche führen, so Maas. „Es geht darum, zu zeigen, dass man als junger Priester einen sinnvollen und erfüllenden Beruf hat und es Freude macht, dieser Berufung auch zu folgen“, so Pfarrer Maas. „Ich nehme wahr, dass es tatsächlich gelungen ist: Junge Leute mit denen ich spreche, setzen sich tatsächlich mit den Fragen des Blogs auseinander.“

Hintergrund
Die Journalistin Valerie Schönian, 25 Jahre alt, ist gebürtig aus Magdeburg. Dort hat sie ein katholisches Gymnasium besucht. Sie ist evangelisch getauft und konfirmiert. Seit Jahren hat sie keinen Bezug mehr zur Kirche. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie in Berlin Germanistik und Politikwissenschaft und besuchte anschließend die Deutsche Journalistenschule in München. Der Priester Franziskus von Boeselager, 38 Jahre alt, ist Kaplan in Münster und geboren in Wickede (Ruhr). Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte er in einem benediktinischen Internat in Irland, zurück in Deutschland besuchte er ein Jesuiteninternat. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre in Elmshorn bei Hamburg und in Köln. Daran schloss sich ein Theologiestudium in Bonn, Spanien und Belgien an. 2013 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht. Seit September 2014 lebt und arbeitet er in Roxel, einem Ortsteil von Münster. Er teilt sich das Pfarrhaus mit zwei anderen Priestern, die wie er zur geistlichen Gemeinschaft Emanuel gehören.

Hinweise:
Das Projekt „Valerie und der Priester“ kann in den Sozialen Netzwerken im Internet verfolgt werden. Auf der Internetseite www.valerie-und-der-priester.de, auf Facebook, Twitter und YouTube dokumentiert Valerie Schönian, was sie in diesem Jahr erlebt. Kontakt zu Valerie Schönian und Kaplan Franziskus von Boeselager wird über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de) vermittelt. Fotos in Druckqualität können Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Bitte schicken Sie eine E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.



Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. November 2016 - 10:32
Weltweit wird am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Auch in vielen katholischen Gemeinden, Frauenverbänden und sozialen Institutionen wird dieser Tag zum Anlass genommen, um auf frauenspezifische Gewalterfahrungen aufmerksam zu machen.

Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), erinnert anlässlich des Welttages daran, dass Frauen innerhalb der weltweiten Migrations- und Fluchtbewegung besonders verwundbar sind und vielfältig Gewalt erfahren. „Ein gutes Drittel aller Asylsuchenden waren im Jahr 2016 Frauen. Viele von ihnen haben geschlechtsspezifische Gewalt erfahren. Besonders grausam ist es, wenn die systematische Vergewaltigung von Frauen und Mädchen als Kriegsstrategie eingesetzt wird. Vielfach ist Gewalt gesellschaftlicher Ausdruck einer Sicht, die Frauen eine untergeordnete Stellung zuschreibt oder sie als Besitz betrachtet. Damit wird ihnen eine eigene, gleichberechtigte Würde abgesprochen.“ Auch psychische Gewalt oder fehlender Zugang zu Bildung und einem selbstbestimmten Leben kann Migration auslösen. Zu den frauenspezifischen Gründen für Flucht und Migration gehören drohende Verschleppung und Versklavung, Zwangsabtreibung, Steinigung, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung sowie Mädchen- und Frauenhandel.

Bischof Bode begrüßt, dass die geschlechtsspezifische Verfolgung von Frauen in Deutschland seit 2005 ein anerkannter Asylgrund ist. Er betont, dass „die rechtliche Verankerung Ausdruck unserer gesellschaftlichen Werte ist. Gleichberechtigung von Männern und Frauen und der Schutz der Würde des menschlichen Lebens sind unverzichtbar. Für diese Werte setzen wir uns auch als katholische Kirche aktiv ein“.

In Deutschland angekommen, sind Frauen nicht automatisch in Sicherheit. Sie sind in Gefahr, erneut zum Opfer frauenspezifischer, häufig sexualisierter Gewalt zu werden. Bischof Bode unterstreicht, dass der Tag gegen Gewalt an Frauen unsere Kirche und die Gesellschaft daran erinnert, „in die Gewaltprävention zu investieren und frauenspezifische Benachteiligung abzubauen“. Dazu zähle, die Sicherheit in den Flüchtlingszentren zu verbessern, den Zugang zu Frauenhäusern und Schutzräumen zu erleichtern, vertrauenswürdige Hilfe bereitzustellen und zwangsverheiratete Frauen mit ihren Rechten vertraut zu machen. Darüber hinaus wolle die katholische Kirche dazu beitragen, dass geflüchteten Frauen in unserer Gesellschaft eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet wird, in dem sie ihre Potentiale entfalten können. „Ein Skandal“, so Bischof Bode, sei es, dass „Frauen, die sich für den interreligiösen Dialog einsetzen und Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung einfordern, öffentlich beschimpft und bedroht werden. Ich danke ausdrücklich allen Frauen in unserer Gesellschaft, die sich für die Anerkennung der Menschenwürde von Frauen einsetzen“.

Einladung zum Pressegespräch „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen auf der Arabischen Halbinsel“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. November 2016 - 10:57
Auf der Arabischen Halbinsel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Mehrzahl der Länder ein lebendiges und vielfältiges Christentum etabliert. Während es in Saudi-Arabien unmöglich ist, sich zu seinem christlichen Glauben zu bekennen und im Jemen aufgrund der Kriegssituation fast alle Christen das Land verlassen haben, lebt in Kuwait, Katar, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman eine christliche Gemeinschaft, die abseits einer mehrheitlich islamischen Gesellschaft einen Platz gefunden hat: Sie genießt Kultfreiheit, jedoch keine umfassende Religionsfreiheit.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Jahr 2003 die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ ins Leben gerufen, um auf die Lage von diskriminierten oder unterdrückten Christen in vielen Teilen der Welt aufmerksam zu machen. Jedes Jahr erscheint in diesem Zusammenhang eine Arbeitshilfe, die sich wechselnden Länder- und Themenschwerpunkten widmet. Die diesjährige Publikation beschäftigt sich mit der aktuellen Situation auf der Arabischen Halbinsel.

Bei einem Pressegespräch wird die neue Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Arabische Halbinsel“ vorgestellt und über die Situation der Christen auf der Arabischen Halbinsel informiert. Interessierte Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen am

Donnerstag, 1. Dezember 2016, um 10.30 Uhr,
im Tagungszentrum Katholische Akademie (Hotel Aquino),
Seminarraum 5, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin-Mitte.


Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:
  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Bischof Paul Hinder, Apostolischer Vikar des Vikariats Südliches Arabien (zu dem die Länder Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Jemen gehören),
  • Prof. Dr. Harald Suermann, Direktor des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio e. V.
Hinweis: Interessierte Medienvertreter werden gebeten, sich bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz per E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) anzumelden.

„Misericordia et misera“ – Kardinal Marx würdigt Apostolisches Schreiben

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. November 2016 - 16:30
Das heute (21. November 2016) veröffentlichte Apostolische Schreiben Misericordia et misera von Papst Franziskus würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, als starken Impuls für eine Weiterführung des Heilig-Jahr-Anliegens. Gestern ist das Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit in Rom beendet worden. Mit dem heute veröffentlichten Apostolischen Schreiben fordert Papst Franziskus auf, Barmherzigkeit zum zentralen Anliegen eines jeden Christen zu machen.

„Das Heilige Jahr wirkt so länger als es dauert“, betont Kardinal Marx. In einer eindrucksvollen Komposition zeige Franziskus auf, in welchen Lebensbereichen und wie im Leben der Kirche sich Barmherzigkeit vollziehen müsse. „Das geht von den Gedanken des Papstes zur Familie über die Gefangenenseelsorge bis hin zur Verortung des Sakraments der Versöhnung in der Kirche. Ich bin Papst Franziskus dankbar, dass er so intensiv und engagiert für eine Kultur der Barmherzigkeit wirbt, sie theologisch untermauert und ihr einen Sitz im Leben der Menschen gibt“, so Kardinal Marx. Wenn der Papst schreibe, dass „die Barmherzigkeit Freude erweckt, weil sich das Herz der Hoffnung auf ein neues Leben öffnet“, schenke er der Kirche eine Sicht der Dinge, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle. Zu Recht bezeichne Franziskus das Heilige Jahr als Erfolg: „Wie ein heftiger und heilsamer Wind wehten die Güte und das Erbarmen des Herrn über die ganze Erde hin“, schreibt der Papst.

„Als Kirche in Deutschland freuen wir uns über diese weiteren Impulse des Heiligen Vaters, die wir gerne aufgreifen. Gerade seine klaren Hinweise an Priester und uns Bischöfe dürfen uns nicht gleichgültig lassen. Die vom Papst geforderte Großherzigkeit, um Barmherzigkeit zu ermöglichen, muss uns ständige Mahnung sein“, so Kardinal Marx. Wie Franziskus die Gläubigen auffordere, „die Pforte der Barmherzigkeit unseres Herzens immer weit geöffnet zu halten“, gehe die Kirche in Deutschland ihren Weg weiter, das barmherzige Antlitz Jesu zu zeigen. Das werde in dem Apostolischen Schreiben besonders eindringlich, wenn Franziskus von der positiven Auswirkung der Barmherzigkeit als sozialem Wert spreche. „An dieser Barmherzigkeit bauen wir mit“, so Kardinal Marx. „Gerade deshalb begrüße ich die Idee von Papst Franziskus, künftig einen besonderen Welttag der Armen in der Kirche zu begehen.“ Jetzt, so Kardinal Marx, sei die Zeit der Barmherzigkeit, der wir uns nicht verschließen dürfen. „Das ist die Frucht des Heiligen Jahres, das ist die Perspektive für den weiteren Weg der Kirche.“

Hinweis:
Das Apostolische Schreiben Misericordia et misera ist abrufbar auf der Internetseite des Vatikans.

Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Abschluss des Außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit veröffentlicht

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. November 2016 - 12:10
Der Vatikan hat heute (21. November 2016) ein Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Abschluss des Außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit veröffentlicht, in dem der Papst darlegt, wie Barmherzigkeit über das Jahr hinaus in der Kirche wirken soll.

Der Wortlaut des Apostolischen Schreibens ist online auf der Internetseite des Vatikans in Deutsch und weiteren Sprachen verfügbar.
Zum Schreiben

Weihbischof Ulrich Boom zieht positive Bilanz des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 18. November 2016 - 16:06
Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr, Weihbischof Ulrich Boom (Würzburg), sieht eine weitreichende Wirkung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr endet in Rom am Christkönigssonntag (20. November 2016), in den (Erz-)Bistümern auf der ganzen Welt wurde das Heilige Jahr nach Willen des Papstes bereits am vergangenen Wochenende (13. November 2016) beendet. Zum Abschluss des Heiligen Jahres zieht Weihbischof Boom eine Bilanz und erklärt:

„Das Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit hat das Interesse der Menschen geweckt. Der Wunsch nach Informationen über Publikationen, Veranstaltungen und Aktivitäten rund um das Heilige Jahr der Barmherzigkeit war über alle Erwartungen hinaus groß. Die Thematik der Barmherzigkeit hat die Menschen gepackt, weil deutlich ist: Es geht um die lebendige Entfaltung unseres christlichen Glaubens und um ein Leben aus dem Glauben, das jeden Menschen ernst nimmt.

Aus meiner Sicht ist es in diesem Jahr gut gelungen, zahlreiche Veranstaltungen und Verlautbarungen unter dem Gedanken der Barmherzigkeit auszurichten. Papst Franziskus war und ist es ein Anliegen, die Menschen mit der barmherzigen Liebe des Vaters in Berührung zu bringen und mit Christus als dem Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Es ist ihm wichtig, Zeichen der Barmherzigkeit zu setzen, durch liebende Zuwendung, durch Vergebung, durch Nähe. Es bewegt die Menschen und vertieft ihren Glauben. Ich erinnere an den diesjährigen 100. Katholikentag in Leipzig zum Thema ,Seht, da ist der Mensch‘. Ich nenne den Weltjugendtag vor wenigen Monaten in Krakau unter dem Leitthema ,Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden‘. Nicht zuletzt gehört auch die Heiligsprechung von Mutter Teresa in diesen Kontext.

Auch wir Bischöfe verdanken uns der Barmherzigkeit des Vaters. Wir haben unsere Bischofsexerzitien in diesem Jahr zum Thema Barmherzigkeit abgehalten. Wir haben unseren Studientag im Herbst dem Thema ,Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas‘ gewidmet und machen so deutlich, dass Glauben und Leben zusammengehören.

In den (Erz-)Bistümern ist viel geschehen. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass das Symbol der Heiligen Pforte von den Menschen verstanden und angenommen wird. Deshalb eignen sich die Heiligen Pforten besonders gut, die verschiedenen Wirklichkeiten – den Eintritt in den Raum des Heiligen/des Heils einerseits und das Hinausgehen zu den Menschen/in die Welt andererseits – darzustellen. Vor Ort konnten und können wir verwirklichen, was Papst Franziskus über die Kirche sagt: ,Die erste Wahrheit der Kirche ist die Liebe Christi. Die Kirche macht sich zur Dienerin und Mittlerin dieser Liebe, die bis zur Vergebung und zur Selbsthingabe führt. Wo also die Kirche gegenwärtig ist, dort muss auch die Barmherzigkeit des Vaters sichtbar werden. In unseren Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen und Bewegungen, das heißt überall wo Christen sind, muss ein jeder Oasen der Barmherzigkeit vorfinden können.‘ (Misericordiae vultus Nr. 12)

Ein Heiliges Jahr endet zwar offiziell mit der Schließung der Heiligen Pforten. Die Erfahrungen, die durch die Fokussierung auf die Barmherzigkeit gemacht wurden und die Bereicherungen, die sich ergeben haben, halten aber an. Mögen sie nachhaltig sein. In der Offenbarung des Johannes sagt der Herr ,ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann‘ (vgl. Offb 3,8). In Glaube und Liebe zu wachsen, bleibt eine Aufgabe. Ebenso bleibt unsere Suche nach dem gnädigen und barmherzigen Gott. Sich von Gott in seiner Barmherzigkeit angenommen zu wissen, macht uns frei, frei auch für die Weitergabe der erfahrenen Barmherzigkeit an andere in unserem Lebensumfeld.

Ich bin dankbar für die vielfältigen und kreativen Umsetzungen der Anliegen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Ich wünsche uns, dass wir das, was wir in diesem Jahr begonnen haben, weiterführen über das Heilige Jahr hinaus. Dann kann sich verwirklichen, was wir in unserer bischöflichen Botschaft geschrieben haben: ,Bitten wir Gott, dass das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wirklich eine Zeit der Gnade für jeden Einzelnen und jede Einzelne von uns, für die gesamte Kirche und für ihr Zeugnis vom Evangelium in der Welt wird und so wir selbst zu einer Tür der Barmherzigkeit werden, wie sie Jesus Christus für uns alle ist.‘“

Hinweise:
  • Die Liturgie zum Abschluss des Heiligen Jahres in den (Erz-)Bistümern steht als pdf-Datei zum Herunterladen auf der Internetseite zum Heiligen Jahr www.heiligesjahrbarmherzigkeit.de unter „Das Heilige Jahr in den Bistümern“ bereit. Sie ist der achtbändigen Reihe des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung zum Heiligen Jahr entnommen: Barmherzigkeit feiern, Liturgische Anregungen. Schwabenverlag (Ostfildern), 2015.
  • Die Botschaft der deutschen Bischöfe zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen auf der Internetseite zum Heiligen Jahr unter „Dokumente, Literatur und Links“.
  • Informationen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit sind verfügbar unter www.heiligesjahrbarmherzigkeit.de.

Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten veröffentlicht Arbeitshilfe

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. November 2016 - 11:59
Aus Anlass des „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ am 18. November 2016 hat die Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten eine Arbeitshilfe mit Hintergrundinformationen und erste Anregungen für pastorale Arbeitsfelder veröffentlicht. Die Broschüre „Kinder haben Rechte!“ ist als pdf-Datei unter www.dbk.de im Dossier „zum Thema sexueller Missbrauch“ sowie auf der Internetseite „Prävention in Einrichtungen der katholischen Kirche“ verfügbar.

Im Vorwort schreibt der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier): „Es geht darum hinzusehen und sich zu erinnern. In den letzten Jahren haben wir dies in der Kirche intensiv getan, um Fälle sexueller Gewalt durch Priester und kirchliche Mitarbeiter aufzuarbeiten und darauf basierend neue Regelungen und Präventionsprogramme auf den Weg zu bringen. Damit wollen wir gewährleisten, dass in einer neuen Kultur achtsameren Miteinanders Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene künftig sichere Räume des Aufwachsens und Lebens finden.“ Dieser innerkirchliche Prozess sei noch lange nicht abgeschlossen, hebt Bischof Ackermann hervor. „Das darf aber nicht den Blick darauf versperren, dass es hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem geht.“ Wenn diese Arbeitshilfe vorgelegt wird, um den Gedenktag auch im Bereich der Pastoral aufzugreifen, dann folge dies den Spuren, die in den vergangenen Jahren gelegt wurden: „im Inneren einen achtsameren Umgang gerade auch mit Betroffenen zu fördern und sich in der Gesellschaft an dem Großprojekt des Kinder- und Jugendschutzes zu beteiligen“, so Bischof Ackermann.

Die Arbeitshilfe der Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten ist ein Angebot an Mitarbeitende in der Pastoral. Sie ist bewusst als „Work in progress“ angelegt, heißt es in der Arbeitshilfe. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sinne einer Anwaltschaft für deren Rechte. Dazu treten Ansätze zu einer opfergerechten pastoralen Praxis als Grundlage für ein achtsames Miteinander von Betroffenen und Nicht-Betroffenen. Im ersten Teil informiert diese Arbeitshilfe über die Hintergründe des „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ und über sexualisierte Gewalt und ihre Folgen. Ziel ist, Vorurteile und Fehleinschätzungen zum sexuellen Missbrauch abzubauen und bei der Entwicklung einer realistischen Sicht auf die Situation von Betroffenen zu unterstützen. Im zweiten Teil gibt die Arbeitshilfe Impulse und Anregungen zum Aufgreifen des Gedenktages in Arbeitsfeldern der Pastoral. Dazu gehört das Feiern der Liturgie ebenso wie die katechetische Praxis und die Bildungspastoral.

Hinweis: Die Arbeitshilfe „Kinder haben Rechte!“ ist als pdf-Datei im Dossier „zum Thema sexueller Missbrauch“ sowie auf der Internetseite „Prävention in Einrichtungen der katholischen Kirche“ verfügbar.

Vorstellung der Sonderbriefmarke „Weihnachten 2016“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 16. November 2016 - 11:59
Zum Weihnachtsfest gibt der Bundesminister der Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, auch in diesem Jahr ein Sonderpostwertzeichen heraus. Gestaltet wurde die Sonderbriefmarke mit dem Motiv „Die Hirten auf dem Feld“ von Stefan Klein und Olaf Neumann. Zur Vorstellung des Sonderpostwertzeichens „Weihnachten 2016“ durch Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble laden Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, sowie Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V., herzlich zu einem kleinen Festakt ein. Er findet statt am

Dienstag, 22. November 2016, um 15.00 Uhr
im Caritas-Seniorenzentrum Kardinal Bengsch,
Iburger Ufer 14, 10587 Berlin.


Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind herzlich zu diesem Termin eingeladen. Bei dem Festakt sprechen:
  • Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen,
  • Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes e. V.
Wenn Sie an dem Festakt teilnehmen möchten, bitten wir um vorherige Anmeldung (mit Angabe von Namen und Redaktion) per E-Mail an gabler(at)kath-buero.de.

Deutsche Bischofskonferenz verleiht zum 14. Mal den Katholischen Medienpreis

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. November 2016 - 12:55
Der Katholische Medienpreis ist heute (14. November 2016) zum 14. Mal verliehen worden. Bei einem Festakt in Berlin zeichnete die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) und der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) das Redaktionsteam der Schwäbischen Zeitung in Ravensburg unter Koordination von Ludger Möllers (Kategorie Printmedien) sowie Christian Wölfel (Kategorie Elektronische Medien) aus. Eine sechsköpfige Jury hatte aus 223 Einreichungen die Preisträger ermittelt.

Der Vorsitzende des Katholischen Medienverbandes (KM.), Ulrich Peters, begrüßte die rund 250 Gäste aus Kirche, Politik und Medien. Dass Jahr für Jahr der Katholische Medienpreis für herausragende publizistische Arbeiten ausgelobt und Beiträge ausgezeichnet werden, sei ein Statement, das ebenso tiefen Respekt vor der Qualität der Arbeit ausdrückt wie ein Bekenntnis dazu, dass wir diese Arbeit brauchen – heute dringender denn je. „Qualitätsjournalismus, das ist ein Grundnahrungsmittel jeder Gesellschaft, auch jeder kirchlichen Gesellschaft. Ohne guten Journalismus verliert unsere geistige Muskulatur ihre Kraft und Klarheit. Sie büßt ihre Belastbarkeit ein, wird träge und müde. Vielleicht ist es kein Zufall, dass un- oder unterinformierte Gesellschaften nicht selten auch uninspirierte Gesellschaften sind. Nicht zuletzt dank der Menschen, die wir heute Abend feiern, ist das bei uns anders“, so Peters.

Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzender der Jury des Katholischen Medienpreises, würdigte die Preisträger und ihre Beiträge und betonte, dass das authentische, der Wahrheit und den Menschen dienliche journalistische Handwerk für unser Gemeinwesen unabdingbar sei. „Ein beachtlicher Anteil der eingereichten Beiträge in diesem Jahr thematisiert die Problematik Terror und Krieg sowie deren tragische Folgen. Es ist ganz klar: In unserem Verhalten, in unserer Barmherzigkeit oder auch Unbarmherzigkeit – im Grad unserer Solidarität – scheint das auf oder auch nicht, was das Evangelium eigentlich meint. Denn in der frohen Botschaft des Evangeliums kommt die liebende Beziehung des Schöpfergottes zu den Menschen zum Ausdruck. Dass er sich besonders den Schwachen und Bedrängten, den Außenseitern der Gesellschaft zugewandt hat, das zeigt sich vor allem im Handeln Jesu Christi.“ Papst Franziskus habe in diesem Sinne in seiner Botschaft zum 50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel angeregt, darüber nachzudenken, wie Kommunikation und Barmherzigkeit miteinander in Beziehung stehen. „Von Liebe geprägte Kommunikation kann zur Gotteserfahrung werden. Von Hass geprägte Kommunikation bewirkt Zerstörung von Menschen und Zivilisationen und gibt dem Bösen Raum“, so Bischof Fürst.

In der Kategorie „Elektronische Medien“ erhält Christian Wölfel (Jahrgang 1976) den Preis für seinen Film „Kirchenasyl und dann? – Vom Bangen, Hoffen und Warten“, der am 13. Januar 2016 im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Der Autor zeigt ein eindringliches Portrait über Menschen, die Gewalt und Krieg erlebt haben, die Flucht und Vertreibung erdulden mussten, so die Jurybegründung. Laudatorin Dagmar Reim, ehemalige Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) würdigte bei der Preisverleihung den Beitrag: „Wölfel hat das Leben von Hussam, Shahinas, Ali und Osman über viele Monate begleitet. Dabei war er nie aufdringlich – Extra-Lob an die Kamera –, nie voyeuristisch, nie sensationsgeil. Bei ihm durften Entwicklungen, die lange dauern, Raum einnehmen. Da hat eben Shahinas längere Zeit ihr Gesicht nicht zeigen mögen, und erst, als sie in die neue Freiheit nach dem Kirchenasyl entlassen ist, erträgt sie die Kamera von vorn.“ Sie selbst, so Reim, habe über das Thema Kirchenasyl aus diesem Film viel gelernt. Bei den Protagonisten habe Christian Wölfel auch Reporterglück gehabt, denn nicht jeder, der vor den Kameras zu Wort komme, sei ein so eindrucksvoller Anwalt seiner selbst. „Und für den Journalisten ist es eine Gratwanderung, so viel Schicksal zu zeigen, dass Couchpotatoes vergessen, mit ihren Chipstüten zu knistern, aber peinlich voyeuristische Szenen zu meiden, die in tränendrüsigen Kitsch münden. Das ist Ihnen meisterhaft gelungen“, so Reim.

Das Redaktionsteam der Schwäbischen Zeitung unter Koordination von Ludger Möllers erhält den Katholischen Medienpreis in der Kategorie „Printmedien“ für die umfangreiche Artikelserie „Menschenwürdig leben bis zuletzt“, die im Zeitraum vom 21. November bis 24. Dezember 2015 in der Schwäbischen Zeitung erschienen ist. Im Mittelpunkt der Serie standen die anspruchsvollen Themen Sterbebegleitung, Hospizarbeit und Palliativversorgung. Nach Auffassung der Jury gehört besonderer Mut dazu, ausgerechnet in der Adventszeit über das Sterben zu schreiben. Mit dem Preis würdigt die Jury den Mut der Zeitung, sich einem unbequemen Thema selbstbewusst und raumgreifend zu stellen. Laudator Patrik Schwarz, Herausgeber von Christ & Welt und geschäftsführender Redakteur der ZEIT, würdigte bei der Preisverleihung den Umgang mit der Thematisierung des Todes: „Auch Journalisten müssen sich immer wieder fragen, welche Worte sie für das Sterben finden, welchen Umgang mit dem Tod.“ Die Schwäbische Zeitung habe mit ihrer Serie gezeigt, wie das gehe und was eine Lokal- und Regionalzeitung „aller Unkenrufe der Branche zum Trotz an Wirkung entfalten kann.“

Neben den Hauptpreisen vergab die Jury auch in diesem Jahr mehrfach die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“: im Bereich „Printmedien“ für Dominik Stawski und Ingrid Eißele („Der Mörder dieses Mädchens könnte bald freikommen. Aber soll er das?“, Stern vom 30. Juli 2015) und an Lara Meißner (Artikelserie zur Schulintegration, Main-Post, im Zeitraum vom 16. September 2015 bis 19. Februar 2016). Im Bereich „Elektronische Medien“ haben Dr. Nicola Albrecht („Leben in der Falle – Die vielen Gesichter Gazas“, ZDF, 23. September 2015), Nina und Oliver Buschek („Fünfzig Prozent Zukunft. Unser Leben mit der Huntington-Krankheit“, Bayerischer Rundfunk, 5. März 2016), sowie Jeannine Apsel („Neuanfang in Hamburg – Vom Flüchtling zum Flüchtlingshelfer“, ZDFinfo, 23. Dezember 2015) die Auszeichnung erhalten. Darüber hinaus wurde Jan Lindenau mit dem Team 17 der Axel Springer Akademie für das Internetprojekt „Je reste Charlie. Warum wir weitermachen. Müssen“, (erschienen unter www.jerestecharlie.eu/de am 7. Juli 2015) ausgezeichnet.
Hintergrund
Der Katholische Medienpreis, der in der Kategorie „Printmedien“ und „Elektronische Medien“ mit jeweils 5.000 Euro dotiert ist, wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben. Die Preisträger wurden aus insgesamt 223 Einreichungen – 67 in der Kategorie „Printmedien“, 156 in der Kategorie „Elektronische Medien“, darunter 97 Fernsehbeiträge, 36 Radiobeiträge und 23 Internetangebote – von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt.

Zur Jury gehören Albert Herchenbach (Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Wolfgang Küpper (Redaktionsleiter Bayerischer Rundfunk Religion und Orientierung, München), Stefan Kläsener (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Andreas Kuschbert (Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg) und Frank Windeck (Konrad-Adenauer-Stiftung, Bonn) unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart).


Hinweise:
Die Ansprache von Bischof Dr. Gebhard Fürst sowie die Laudationes von Dagmar Reim und Patrik Schwarz  finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen. Unter der Initiativseite „Katholischer Medienpreis“ sind weitere Informationen und die Jurybegründungen zu finden. Über den Katholischen Medienpreis und den Festakt in Berlin informieren auch www.gkp.de, www.katholischer-medienverband.de und www.katholisch.de.
Fotos der Preisträger sind abrufbereit bei KNA-Bild, Tel. 0228/26000-0, E-Mail: redaktion[at)kna-bild.de oder www.kna-bild.de.

Bischof Dr. Helmut Dieser als Bischof von Aachen eingeführt

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 12. November 2016 - 9:14
Der bisherige Weihbischof im Bistum Trier, Dr. Helmut Dieser, ist heute (12. November 2016) in sein Amt als neuer Bischof von Aachen eingeführt worden. Er tritt damit die Nachfolge von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff an, dessen Amtsverzicht Papst Franziskus im vergangenen Jahr angenommen hatte.

Während des Festgottesdienstes gratulierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, dem Bistum zum neuen Bischof. „Wer Helmut Dieser kennt, wird schnell von seiner verbindlichen und fröhlichen Art beeindruckt sein.“ Kardinal Marx, der Bischof Dieser aus der gemeinsamen Zeit in Trier gut kenne, wisse in ihm um einen engagierten Pfarrer und Seelsorger. „Mit seinen seelsorglichen Erfahrungen, der Verantwortung als Weihbischof im Bistum Trier und dem theologischen Arbeiten und Denken bringt Bischof Dieser die besten Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit. Wer Bischof Helmut Dieser begegnet, trifft einen ruhigen und besonnenen Menschen, eine Person, die erst nachdenkt, bevor sie spricht, einen Seelsorger, dem die Menschen am Herzen liegen. Er lässt sich durch den barmherzigen Gott tragen“, so Kardinal Marx. Treffsicher und theologisch versiert, bringe sich Bischof Dieser in die Debatten der Deutschen Bischofskonferenz und in die Mitarbeit in der Glaubens- und Pastoralkommission ein.

Mit seinem Leitwort „Der Friede Gottes übersteigt alles Verstehen“ (Phil 4,7) habe sich Bischof Dieser ein Wort ausgesucht, das ihn präge: „Wo wir Menschen manches, gerade auch in unseren unfriedlichen Zeiten, nicht mehr verstehen, werden der Friede und damit die Botschaft Gottes alles menschliche Denken übersteigen. Wo die Welt hoffnungslos erscheint, siegt die Liebe Gottes“, sagte Kardinal Marx. Das Bistum Aachen stehe, wie die ganze Kirche in Deutschland, vor vielfältigen Herausforderungen. Seelsorgeeinheiten, personale Fragen, Gottesdienstbesucher, das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen seien nur einige Punkte, um die es in Zukunft gehen werde. „Ich bin dankbar, dass das Bistum Aachen sich in den vergangenen Jahren intensiv und erfolgreich auf den Dialogprozess der Kirche in Deutschland eingelassen hat, um sich den Fragen von Seelsorgern und Gläubigen zu stellen.“

Kardinal Marx dankte dem früheren Bischof von Aachen, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, für dessen unermüdliches Wirken und seinen Einsatz in der Deutschen Bischofskonferenz. Diözesanadministrator Weihbischof Karl Borsch dankte Kardinal Marx, dass er das Bistum umsichtig und mit ruhiger Hand in der Zeit der Vakanz geleitet habe.

Hinweis:
Das Grußwort von Kardinal Marx zur Amtseinführung von Bischof Dieser finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.
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