Augenblicke der Besinnung

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und
gib mich ganz zu eigen Dir!

Nikolaus von Flüe














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Ökumenischer Aufruf zur Bundestagswahl

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 4. September 2017 - 11:18
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rufen zur Beteiligung an der bevorstehenden Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017 auf.

In dem heute veröffentlichen Aufruf betonen Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx, dass sich die christlichen Kirchen in der Mitverantwortung für das Gemeinwesen sehen. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, den politischen Weg unseres Landes aktiv mitzugestalten. Der erste und wichtigste Schritt dazu ist, sich über die anstehenden Entscheidungen ein eigenes verantwortliches Urteil zu bilden und das Wahlrecht auszuüben.“ Die Demokratie lebe durch Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. „Je höher die Wahlbeteiligung ist, umso stabiler ist das Mandat derjenigen, die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Umso besser können auch die Anliegen und Interessen der Wählerinnen und Wähler im Parlament vertreten und in eine Politik umgesetzt werden, die dem Gemeinwohl dient“, schreiben Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx.

Im Wahlaufruf legen die beiden Vorsitzenden verschiedene aktuelle Themenaspekte dar, insbesondere die des Zusammenlebens und der demokratischen Streitkultur. Außerdem betonen Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx, dass Deutschland weltoffen bleiben und weiter Verantwortung für die Schwächsten und Verwundbarsten übernehmen müsse. In diesem Zusammenhang heben sie den europäischen Zusammenhalt sowie eine Stärkung der internationalen Friedensordnung hervor.

Hinweis:
Der gesamte Text des Gemeinsamen Aufrufes zur Bundestagswahl ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Wahljahr 2017: Neunter Zwischenruf von Justitia et Pax

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 1. September 2017 - 10:31
In der Reihe der „Zwischenrufe zum Wahljahr 2017“ veröffentlicht die Deutsche Kommission Justitia et Pax heute (1. September 2017) ein Plädoyer für bäuerliche Familienbetriebe und ländliche Entwicklung von Nicole Podlinski, der Bundesvorsitzenden der Katholischen Landvolkbewegung (KLB).

„Das Recht auf Nahrung ist nicht ein Recht darauf, ernährt zu werden, sondern ein Recht darauf, dass Menschen sich selbst ernähren können und die Rahmenbedingungen dafür entsprechend gesetzt werden“, so Nicole Podlinski in ihrem Beitrag. Aber 70 Prozent der Ärmsten weltweit lebten im ländlichen Raum und von der Landwirtschaft. Der Schutz der bäuerlichen Familienbetriebe und ihr Erhalt sei ein Ziel in den Leitlinien zum Recht auf Nahrung und auch in der UN-Nachhaltigkeitsagenda. Denn niemand könne auf Nahrungsmittel verzichten und bäuerliche Familienbetriebe reagierten sehr flexibel auf Krisen oder Marktschwankungen. Zudem seien sie zentral für die wirtschaftliche und politische Stabilität der ländlichen Räume und der Städte. „Sie sind das Rückgrat der ländlichen Wertschöpfungsketten.“

Politisch könne sich die Vernachlässigung der ländlichen Räume rächen, findet Podlinski: „So finden die Populisten und Autokraten dieser Welt viel Rückhalt, vor allem in ländlichen Räumen. Der Brexit wurde auch von den ‚Abgehängten‘ im ländlichen Raum gewählt. Erdoğan oder die PiS Partei in Polen begründeten dort ihre Basis und Le Pen und die AfD finden ebenfalls viele Anhänger im ländlichen Raum. Kein Wunder, das stille Sterben der Dörfer sucht nach Sündenböcken in der etablierten Politik.“

Zur Umsetzung des Rechts auf Nahrung gehöre die Förderung eigenständiger bäuerlicher Familienbetriebe und ländlicher Entwicklung im Norden wie im Süden. „Eine in diesem Sinne nachhaltige Agrar- und Handelspolitik ist Teil verantwortungsvoller Weltinnenpolitik: für alle bäuerlichen Betriebe weltweit – und für uns, deren Nutznießer.“

Hintergrund
Dieser Zwischenruf ist auf der Internetseite katholisch.de verfügbar. Außerdem wird er wie die anderen Zwischenrufe über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt. Nicole Podlinski ist Agraringenieurin und Bundesvorsitzende der Katholischen Landvolkbewegung (KLB). Sie ist Mitglied der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), begleitet mit Zwischenrufen für eine gemeinwohlorientierte Politik aktuelle Debatten im Wahljahr 2017. Anfang März hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die Reihe eröffnet. Mit diesem Zwischenruf wird die Reihe abgeschlossen.

Erklärung orthodoxer Rabbiner zum Christentum

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 31. August 2017 - 11:30
Als einen „Meilenstein in den jüdisch-christlichen Beziehungen“ hat der Vorsitzende der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), die Erklärung orthodoxer Rabbiner zum Christentum „Zwischen Jerusalem und Rom“ bezeichnet, die heute (31. August 2017) bei einer Audienz an Papst Franziskus in Rom übergeben wurde.

„Es ist die erste offizielle Erklärung rabbinischer Organisationen zum Christentum“, betont Bischof Neymeyr. Zwar habe es schon vorher Erklärungen einzelner Gruppen von Rabbinern gegeben, die im christlich-jüdischen Dialog aktiv sind, die Erklärung „Zwischen Jerusalem und Rom“ sei aber die erste Erklärung zum Christentum, die gemeinsam von der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER), dem Rabbinical Council of America (RCA) und dem Israelischen Oberrabbinat verfasst wurde. Sie gibt einen breiten Konsens der orthodoxen Rabbiner in Europa, den USA und Israel wider.

Die heute überreichte Erklärung würdigt ausführlich das Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra aetate als einen Wendepunkt in den christlich-jüdischen Beziehungen und ebenso die nachkonziliare Verkündigung der Päpste bis in die Gegenwart. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Kirche ihre Feindseligkeit gegenüber dem Judentum überwunden, sodass Vertrauen und Zuversicht zwischen Christen und Juden wachsen konnten. Die Rabbiner verschweigen nicht die theologischen Unterschiede zwischen Judentum und Christentum, fügen aber hinzu, dass „den Christen ein besonderer Status gebührt, da sie den Schöpfer des Himmels und der Erde anbeten, der das Volk Israel aus ägyptischer Knechtschaft befreite und dessen Vorsehung der gesamten Schöpfung gilt“. Deshalb sehen sie die Christen „als unsere Partner, enge Verbündete und Brüder bei unserer gemeinsamen Suche nach einer besseren Welt, in der Friede, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit herrschen mögen“.

„Für uns Katholiken“, so Bischof Neymeyr, „ist diese Erklärung eine große Ermutigung, den Dialog mit dem Judentum auch weiterhin engagiert fortzuführen.“ Es bleibe zu hoffen, dass die Erklärung eine breite Aufnahme in der Theologie und in der Öffentlichkeit findet und den jüdisch-christlichen Beziehungen neue Impulse geben wird.

Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 30. August 2017 - 10:48
Die katholische Kirche begeht am kommenden Freitag (1. September 2017) zum dritten Mal den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Er fällt mit dem bereits in Deutschland traditionellen Ökumenischen Tag der Schöpfung zusammen, der ebenfalls am 1. September 2017 begangen wird und in der Verantwortung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) liegt. An vielen Orten versammeln sich Christen, um gemeinsam dem Schöpfer für das Geschenk des vielfältigen Lebens zu danken und sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Der Vorsitzende der ACK, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), ruft die Gläubigen in Deutschland auf, sich an diesem Schöpfungstag zu engagieren und sich durch Gebet, Gottesdienst und gemeinschaftliche Veranstaltungen an die je eigene Verantwortung für die Schöpfung erinnern zu lassen. „In einer mehr und mehr globalisierten Welt, die von Terror und Angst heimgesucht wird, vergessen wir manchmal den dankbaren Blick auf Gottes gute Schöpfung. Für diese Schöpfung müssen wir eine generationenübergreifende Verantwortung übernehmen“, so Bischof Wiesemann. „Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen. Deshalb brauchen wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtun, sondern höchste Aktualität haben. Die Schöpfung kann und darf uns nicht gleichgültig sein.“

Die Feier des Schöpfungstages sei ein besonderes Herzensanliegen von Papst Franziskus, der angesichts der ökologischen Krise unermüdlich zur Umkehr aufrufe und alle Christinnen und Christen zur besonderen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung mahne. „In der Enzyklika Laudato siʼ macht der Papst Handlungsvorschläge, die wir mutig in unseren Gemeinden aber auch auf der überregionalen Ebene aufgreifen sollten. Klimapolitik, gerechte Ressourcenverwendung und eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser für jeden, sind nur einige von konkreten Forderungen, denen wir uns verpflichtet fühlen sollten“, betont Bischof Wiesemann. Auch Papst Franziskus liege an einer ökumenischen Ausrichtung dieses Tages. Der Papst habe mit seiner Initiative eine orthodoxe Praxis aufgegriffen und ermutige, in ökumenischer Gemeinschaft Zeugnis für die Schöpfung abzugeben.

Hintergrund

Der Ökumenische Tag der Schöpfung wird seit mehreren Jahren jeweils am ersten Freitag im September von der Gemeinschaft der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit einer zentralen Feier begangen. Diese Praxis wurde auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München angekündigt und hat sich seitdem bewährt. Die gemeinsam vereinbarte Schöpfungszeit, die mit dem 1. September beginnt und am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franz von Assisi endet, will Ansporn sein, einen Schöpfungstag auch in den Regionen und Pfarrgemeinden zu begehen.

Hinweise:
Die zentrale Feier zum Ökumenischen Schöpfungstag findet in diesem Jahr unter dem Leitthema „So weit Himmel und Erde ist“ (Psalm 148,13) am 1. September 2017 in Lübeck statt. Den Gottesdienstablauf, weitere Materialien und Anregungen zur Umsetzung der Initiative auf regionaler oder lokaler Ebene finden sich auf der Internetseite www.schoepfungstag.info.

Die Enzyklika Laudato siʼ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus kann in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als pdf-Datei heruntergeladen oder als Broschüre bestellt werden. Ausführliche Informationen sind im Dossier „Laudato siʼ“ verfügbar.

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