Friedhofskirche St. Michael

 

Nördlich des Kapellplatzes an der Neuöttinger Straße steht im mauerumfriedeten Friedhof die Friedhofskirche St. Michael, als spätgotische Wandpfeileranlage 1469 an der Stelle einer bereits 1383 nachweisbaren Vorgängerkirche fertig gestellt. Schlichtes Äußeres mit bescheidenem Dachreiter über der Westseite. Der durch Wandpfeiler gegliederte Innenraum ist schlicht, aber stilrein. An Kunstwerken nennenswert ist das 1969 freigelegte großflächige Secco-Gemälde des Jüngsten Gerichtes an der Südwand. Schlichter Altar, darüber vom Chorbogen herabhängend ein Kreuz mit wertvollem Corpus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. An der Nordseite des Chores ein sehenswertes Sakramentshäuschen, Steinnmetzarbeit aus dem späten 15. Jahrhundert.

Weitere nennenswerte Kunstwerke: eine spätgotische Sebastiansfigur im dritten Joch der Südseite, eine Plastik St. Michaels als Drachenbezwinger aus der Renaissance im ersten Joch der Südseite, einen frühbarocke Mater Dolorosa und zwei Ölgemälde (Anna Selbdritt und Pieta) über dem Nord- und Südportal.

Im Eingangsbereich sowie an der Nordwand eine Reihe teilweise wertvoller Grabsteine vorwiegend von Neuöttinger Bürgern. Letzteres weist auf die Geschichte dieses Friedhofes und seiner Kirche hin: St. Michael war bis 1641 ausschließlich Friedhof der Neuöttinger Bürger, denn die wohlhabende Handelsstadt am Inn, die kirchlich bis zur Säkularisation dem Stift Altötting untergeordnet war, hatte keinen eigenen Friedhof. Erst 1641 gestattete der Altöttinger Stiftspropst Franz Wilhelm Graf von Wartenberg anlässlich einer Pestepidemie die Einrichtung eines eigenen Friedhofes. Seitdem wurde der Friedhof bei St. Michael letzte Ruhestätte auch für Altöttinger Verstorbene. Nach der Aufhebung des Stiftes durch die Säkularisation 1803 wurde der um die „Tillykapelle“ gelegene alte Altöttinger Friedhof aufgelöst und St. Michael wurde alleiniger Altöttinger Friedhof.

 

Öffnungszeiten:
Sommer: 08.00 - 20.00 Uhr
Winter (November - April): 08.00 - 17.00 Uhr

Gottesdienstzeiten:
Mittwoch und Freitag (außer an Feiertagen) jeweils um 9 Uhr Hl. Messe

Fassungsvermögen:
100 - 150 Sitzplätze