29. Agosto 2016
Augenblicke der Besinnung

Durch den Mißbrauch
seines freien Willens
hat der Mensch
sich selbst
und seinen freien Willen
zugrunde gerichtet.
Der freie Wille,
durch den die Sünde
begangen wurde,
ist mit dem Sieg der Sünde
verlorengegangen.

Augustinus

 
















Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum

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Aktuelle Meldungen
Updated: 1 day 17 hours ago

Erzbischof Schick reist in die Türkei

26. August 2016 - 11:32
Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), reist am kommenden Sonntag (28. August 2016) zu einem mehrtägigen Besuch in die Türkei, wo in den vergangenen Wochen und Monaten drei neue Bischöfe ihr Amt angetreten haben. Erzbischof Schick wird unter anderem mit den neuen Ordinarien in Istanbul, Bischof Rubén Tierrablanca Gonzalez, und Izmir, Erzbischof Lorenzo Piretto, sowie weiteren Vertretern der katholischen Kirche in der Türkei zusammentreffen. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., wird Erzbischof Schick in einer Privataudienz empfangen.

Ziel der Reise ist neben der Begegnung mit der katholischen Kirche und der Vertiefung der ökumenischen Kontakte mit der griechisch-orthodoxen Kirche der intensive Erfahrungsaustausch im Bereich der Flüchtlingshilfe. Offiziellen Angaben zufolge hat die Türkei rund 2,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak aufgenommen – mehr als jedes andere Land. So wird Erzbischof Schick Projekte der Flüchtlingshilfe der Caritas und der Salesianer Don Boscos besuchen.

Mit der Reise in die Türkei setzt der Vorsitzende der Kommission Weltkirche seine Besuche von Flüchtlingseinrichtungen im Nahen Osten fort. 2015 traf der Erzbischof im Libanon mit Geflüchteten und Verantwortlichen für die Flüchtlingshilfe zusammen, im April 2016 bereiste er Syrien, Jordanien und den Nord-Irak. Das besondere Augenmerk galt dabei jeweils dem Engagement der Ortskirchen und deren Zusammenarbeit mit den katholischen Organisationen in Deutschland sowie mit der internationalen Gemeinschaft. Bereits Ende November vergangenen Jahres besuchte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, Istanbul, um an den Feierlichkeiten zum orthodoxen Andreasfest teilzunehmen.

Hinweise:
Zum Abschluss der Reise (2. September 2016) wird eine Pressemitteilung veröffentlicht. Dann sind Interviews mit Erzbischof Schick möglich. Anfragen richten Sie bitte an pressestelle(at)dbk.de.

Bischöfe rufen zum Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung auf

25. August 2016 - 11:59
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) lädt als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) dazu ein, sich am Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung zu beteiligen. Dieser findet örtlich unterschiedlich in der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober 2016 statt, dem Tag des hl. Franziskus. Vielerorts hat sich in Deutschland der erste Freitag im September bewährt. Die zentrale bundesweite Feier des ökumenischen Tages der Schöpfung ist in diesem Jahr am 2. September ab 14.00 Uhr in Bingen, auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände. Der Gebetstag steht unter dem Leitthema „Die ganze Schöpfung – Lobpreis Gottes“. Für die Gestaltung stellt die ACK Materialien und Gottesdiensthilfen auf ihrer Internetseite www.oekumene-ack.de unter dem Thema „Ökumenischer Tag der Schöpfung 2016“ bereit. Bischof Wiesemann dankt allen, die den ökumenischen Gebetstag feiern und somit ein gemeinsames christliches Zeugnis von Gott als dem Schöpfer dieser Welt ablegen.

Der ökumenische Gebetstag verwirklicht einen Vorschlag der 2003 auch von den Mitgliedskirchen der ACK unterzeichneten europäischen „Charta Oecumenica“. Dort heißt es: „Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden … Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen“ (Leitlinie 9). In den orthodoxen Kirchen wird ein solcher Gebetstag schon seit 1989 am 1. September begangen.

Auch Papst Franziskus hat in diesem Jahr die Katholiken weltweit wieder zu einem solchen Gebetstag aufgerufen. Er selbst lädt am 1. September 2016 in Rom zu einem Abendgebet in den Petersdom ein. In seiner Enzyklika Laudato si‘ hatte der Papst dazu ermutigt, alle mögen „als Werkzeuge Gottes an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten“ (Nr. 14). Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Klima- und Umweltschutzes für die weltweiten Entwicklungsprozesse hervor. „Wo die natürlichen Lebensgrundlagen nicht geschützt werden, gerät auch menschliches Leben in Gefahr. Daher darf die menschliche und wirtschaftliche Entwicklung nicht länger zu Lasten der Umwelt gehen. Wir müssen umdenken und auch unsere Lebens- und Wirtschaftsweise umstellen. Dies setzt eine geistliche Kraft voraus, die im Gebet gestärkt wird.“

Der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), erklärt: „Der Schutz des Klimas, der natürlichen Ressourcen und der ganzen Schöpfung braucht unseren tatkräftigen Einsatz und unser Gebet. Wir können nicht alles ändern, aber wir können Gott um Weisheit und Entschlossenheit bitten, das zum Schutz der Umwelt beizutragen, was in unseren Möglichkeiten liegt. Und das ist nicht das Geringste.“ Der Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung lebe davon, dass ihn möglichst viele in ökumenischer Gemeinschaft mitfeiern.

Hinweis:
Materialien und liturgische Hilfen für den Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung finden Sie auf der Internetseite der ACK unter dem Thema „Ökumenischer Tag der Schöpfung 2016“.

Kardinal Marx zum Tod von Bundespräsident a. D. Walter Scheel

24. August 2016 - 17:34
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat den verstorbenen Bundespräsidenten Walter Scheel als engagierten, lebensfrohen und visionären Politiker gewürdigt. „Sein liberaler Geist war ihm dabei Wegweisung. Ich denke vor allem an sein Amt als Bundesminister des Auswärtigen in der Ära von Bundeskanzler Willy Brandt“, so Kardinal Marx. Die von Walter Scheel eingeleitete „Entspannungspolitik“ zum Osten sei jener Schritt gewesen, um alte Gräben zu überwinden und ein dauerhaft friedvolles Europa aufzubauen. „In dieser Annäherung von Ost und West haben wir dem Verstorbenen viel zu verdanken. Das haben wir immer wieder in den Gesprächen mit unseren kirchlichen Schwestern und Brüdern im Osten erfahren.“

Kardinal Marx erinnerte auch an die Reise von Walter Scheel als erster deutscher Außenminister nach Israel: „Hier wurden Brücken gebaut und Versöhnung ermöglicht. Das Amt des Bundespräsidenten übte er mit Umsicht und politischem Einfühlungsvermögen aus. Auch hier gelang es ihm, über Parteigrenzen und ideologische Gräben hinweg zur Einheit unseres Landes beizutragen. Wir trauern um eine Persönlichkeit, die prägend für die Gestaltung der Bundesrepublik Deutschland war“, so Kardinal Marx.

Trauer um Opfer des Erdbebens in Italien

24. August 2016 - 16:46
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat in einem Brief an den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, seine Betroffenheit über das schwere Erdbeben in Italien ausgedrückt.

Wörtlich schreibt er: „Ich verneige mich in tiefer Trauer vor den Opfern dieser tragischen Katastrophe und versichere Ihnen, den Verletzten und den Angehörigen der Toten meines fürbittenden Gebets. Hoffen wir, dass die noch Verschütteten bald geborgen werden können und die Rettung für viele rechtzeitig kommt. Die Überlebenden brauchen in den kommenden Wochen und Monaten dringend unsere geschwisterliche und großherzige Hilfe. Ich bitte die Gläubigen in unserem Land, Ihre Kirche und alle von der Katastrophe betroffenen Menschen im Gebet zu unterstützen.“

Fachtagung zur Wirkung und Nachhaltigkeit der Dialog- und Gesprächsprozesse der katholischen Kirche in Deutschland

24. August 2016 - 11:46
Vor einem Jahr fand am 11./12. September 2015 in Würzburg der Abschluss des Gesprächsprozesses „Im Heute glauben“ der Deutschen Bischofskonferenz statt. Gleichzeitig haben zahlreiche (Erz-)Bistümer eigene Prozesse initiiert. Auf verschiedenen Ebenen wird derzeit diskutiert, wie die Ergebnisse der bisherigen Gesprächsprozesse gesichert, die entstandene Gesprächskultur weiterentwickelt und partizipative Strukturen etabliert werden können.

Eine Fachtagung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ wird sich mit diesen Fragen befassen. Unter dem Leitwort „Kirche und Synode sind Synonyme“ findet die Tagung vom 1. bis 2. September 2016 in der „Wolfsburg“ (Mülheim an der Ruhr) statt. Neben einer Auswertung der Prozesse geht es außerdem um perspektivische Fragen sowie mögliche Änderungen in den Organisationsstrukturen.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Das Programm finden Sie untenstehend als pdf-Datei. Wir bitten um eine formlose Anmeldung per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de (bitte vermerken Sie unbedingt, ob Sie an der gesamten Tagung teilnehmen und eine Übernachtung benötigen).

100 Jahre Anerkennung des Deutschen Caritasverbandes durch die Deutsche Bischofskonferenz

23. August 2016 - 11:37
Vor 100 Jahren wurde der Deutsche Caritasverband als Zusammenschluss der Diözesan- und Ortscaritasverbände von den deutschen Bischöfen anerkannt. In ihrer Sitzung am 23. August 1916 bestimmte die Fuldaer Bischofskonferenz „den Caritasverband für das katholische Deutschland als die legitime Zusammenfassung der Diözesanverbände zu einer einheitlichen Organisation“, wie es im damaligen Sitzungsprotokoll heißt. Damit erfuhr die Arbeit von Prälat Lorenz Werthmann, der 1897 den „Charitasverband für das katholische Deutschland“ (seit 1921 Deutscher Caritasverband) in Köln gegründet hatte, ihre bischöfliche Bestätigung. Ziel Werthmanns war es, das Wirken der katholischen Caritasverbände, der Fachverbände und der sozial tätigen Ordensgemeinschaften zu bündeln und so die Wirkmächtigkeit der sozialen Arbeit der katholischen Kirche in Deutschland zu stärken.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, betont aus Anlass des 100. Jahrestages der Anerkennung des Deutschen Caritasverbandes: „Kirche ist ohne Caritas nicht Kirche. Das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe ist nicht primär ein Gebot, sondern vor allem Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, das wir von Gott empfangen haben. Das zeigt die Arbeit der Caritas in Deutschland und weltweit.“ Aus einer Anfangsidee sei ein weltumspannendes Netzwerk geworden, das hohe Anerkennung weit über den kirchlichen Raum hinaus genieße. „Die Arbeit des Deutschen Caritasverbandes mit seinem Hilfswerk Caritas international sind unverzichtbarer denn je. Der Ursprung, die Ziele und das Handeln des Caritasverbandes sind kirchlich geprägt und Teil der christlichen Botschaft von Gottes Liebe zu den Menschen. Das war auch die Motivation der deutschen Bischöfe vor 100 Jahren, den Caritasverband offiziell anzuerkennen“, so Kardinal Marx. „Ich bin den Haupt- und vielen Ehrenamtlichen in der Caritas dankbar für ihren Dienst. Sie alle gehen – wie es Papst Franziskus fordert – an die Ränder der Gesellschaft. Auch heute gilt für die Caritas und jeden Christen: Wir dürfen an den Notleidenden nicht vorübergehen! Christlicher Glaube muss sich im Tun und Hinwenden zu den Schwachen bewähren.“

Prälat Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, betont: „Lorenz Werthmann war seiner Zeit weit voraus. Er erkannte, wie wichtig Vernetzung und Abstimmung sind, wenn man die Situation von ausgegrenzten und benachteiligten Menschen verändern möchte. So sammelte er alle katholischen Verbände und Organisationen unter dem Dach der Caritas, um deren Einfluss auf die Politik und in die Gesellschaft hinein zu stärken. Zudem war es Werthmann ein großes Anliegen, die caritative Arbeit fachlich zu qualifizieren. Die Anerkennung durch die Fuldaer Bischöfe war ein entscheidender und konsequenter Schritt, mit dem das Engagement Werthmanns gewürdigt und die Leistung der katholischen Verbände anerkannt wurde. Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche sind wir in Deutschland eine wichtige Stimme sowohl in sozialpolitischen als auch in gesellschaftlichen Debatten.“

Hintergrund
Aktuell arbeiten 590.401 Menschen in den 24.248 Einrichtungen und Diensten, die der Caritas bundesweit angeschlossen sind. Sie werden von rund 500.000 Ehrenamtlichen und Freiwilligen unterstützt. Weitere Informationen sind unter www.caritas.de verfügbar.

Verband der Diözesen Deutschlands beschließt neue Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK

22. August 2016 - 12:54
Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat im Anschluss an die Sitzungen vom 25. April 2016 und vom 21. Juni 2016 heute eine umfassende Neuordnung der Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK beschlossen.

Die neuen Organe der Kasse sind ein neunköpfiger Aufsichtsrat und eine Vertreterversammlung. Der Aufsichtsrat übernimmt unter anderem künftig die Überwachung und Begleitung der Geschäftsführung. Die Vertreterversammlung ist das Interessenvertreterorgan von Träger, Beteiligten und Versicherten, das beispielsweise über Satzungsänderungen und die Pflicht- und Finanzierungsbeiträge entscheidet. Mit der neuen VDD-Verbandsaufsicht wird ein externes Aufsichtsgremium geschaffen, womit die Aufsicht über die Kasse durch den VDD erweitert wird.

Mit den heute beschlossenen Neuerungen wird die Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK insgesamt an aktien- und versicherungsrechtliche Standards angepasst. Sie treten zum Jahresbeginn 2017 in Kraft. Das Auswahlverfahren zur Bestellung der Gremien ist angestoßen und soll bis Jahresende 2016 abgeschlossen sein.

Internetdossier der Deutschen Bischofskonferenz zur Heiligsprechung von Mutter Teresa

19. August 2016 - 11:21
Die selige Mutter Teresa, Gründerin der Ordensgemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“, wird am 4. September 2016 in Rom von Papst Franziskus heiliggesprochen. Ihr langjähriges Engagement für Kranke und Bedürftige, insbesondere in den Armutsvierteln im indischen Kalkutta, wird als Nachweis eines heroischen Tugendgrades angeführt; außerdem hat der Vatikan zwei auf ihre Fürsprache zurückzuführende Wunder anerkannt. Auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz gibt es ab sofort ein Online-Dossier zum Thema „Mutter Teresa“, das sich mit dem Leben und Wirken der Friedensnobelpreisträgerin befasst.

Das Internetdossier gibt einen Überblick über die Biographie von Mutter Teresa und den Prozess ihrer Heiligsprechung. Darüber hinaus erfolgt eine theologische Einordnung der Heiligsprechung vor dem Hintergrund des von Papst Franziskus ausgerufenen außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Ebenso wird auch das Welt- und Selbstbild der Ordensgründerin reflektiert und mit den theologischen Grundlagen des Barmherzigkeitsbegriffs in Verbindung gesetzt. Abschließend dokumentiert das Internetdossier Äußerungen der Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus zur Person Mutter Teresas. Mit der Veröffentlichung möchte die Deutsche Bischofskonferenz über Anlass und Umstände der anstehenden Heiligsprechung informieren und zur weiteren Auseinandersetzung mit Mutter Teresa anregen.

Die aus Albanien stammende Missionarin kam 1928 im Auftrag ihres Ordens, der irischen Loretoschwestern, nach Bengalen, um sich im Unterrichtswesen zu engagieren. Nach langjähriger Tätigkeit an einer Schule gründete sie im Jahr 1950 in Kalkutta die Gemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“, deren Hauptanliegen die intensive Armenfürsorge war und ist. Der Orden ist inzwischen weltweit verbreitet und unterhält zahlreiche Heime, etwa für Hungernde, Leprakranke, Sterbende oder Waisenkinder. Mutter Teresa, die sich bis zu ihrem Tod selbst tatkräftig und unter einfachsten Lebensbedingungen um die Hilfsbedürftigen kümmerte, wurde 1979 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Papst Johannes Paul II. eröffnete 1999, nur zwei Jahre nach ihrem Tod, ein Seligsprechungsverfahren und wich damit von der kirchenrechtlich vorgeschriebenen Mindestfrist von fünf Jahren ab. 2002 anerkannte er die Heilung von einem Krebsleiden als ein auf die Fürsprache Mutter Teresas zurückzuführendes Wunder. Der außergewöhnlich kurze Prozess zur Seligsprechung konnte daraufhin bereits im Oktober 2003 abgeschlossen werden. Im Dezember 2015 bestätigte Papst Franziskus zuletzt ein zweites Wunder – ein Votum, mit dem nun alle formalen Kriterien für eine Heiligsprechung erfüllt sind. Der Vatikan nannte als Termin für die Feier der Aufnahme in den Kanon den 4. September 2016.

Hinweis:
Das Internetdossier „Mutter Teresa“ finden Sie hier.

Ökumenische Pilgerreise ins Heilige Land

18. August 2016 - 11:44
Jeweils neun Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz pilgern vom 16. bis 22. Oktober 2016 ins Heilige Land. Die erste gemeinsame Reise in der Geschichte beider Kirchen findet unmittelbar vor Beginn des Reformationsjahres 2017 statt. Sie bildet den gemeinsamen Auftakt zu dem zwischen beiden Kirchen verabredeten Christusfest. Auf den Spuren Jesu führt sie an die gemeinsamen christlichen Ursprungsorte und bringt so die Verbundenheit im Glauben zum Ausdruck. Dabei werden Gottesdienste, das gemeinsame Gebet an den biblischen Stätten, die Lektüre der Heiligen Schrift, der Austausch über ihre Botschaft und die Ausrichtung auf Jesus Christus im Mittelpunkt stehen.

Bereits in ihrem am 29. Juni 2015 veröffentlichten Briefwechsel haben der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Reise als einen wichtigen Bestandteil des gemeinsamen Christusfestes 2017 betont. Kardinal Marx schrieb damals, dass bei der gemeinsamen Fahrt ins Heilige Land „die Rückbesinnung auf die gemeinsamen Wurzeln unseres Glaubens im Zentrum steht. Es wäre ein schönes Zeichen, wenn wir vom Heiligen Land aus eine gemeinsame Botschaft senden könnten, in der wir unseren Glauben bekennen und ein über die Kirche hinausweisendes Zeugnis von der Hoffnung geben, die uns als Christen trägt.“ Landesbischof Bedford-Strohm schrieb, dass mit der Reise deutlich werde, „dass trotz der Trennungen der Reformationszeit beide Kirchen heute mehr verbindet als trennt und sie sich gemeinsam auf den einen Herrn Jesus Christus ausrichten“.

Dass jeder Reisetag unter einem biblischen Leitwort steht, unterstreicht den Charakter einer zuerst geistlichen Reise. Vom 16. bis 18. Oktober 2016 sind die Teilnehmenden zunächst am See Genezareth. Dort werden sie unter anderem die Orte Kafarnaum, Chorazin, den Berg der Seligpreisungen und Tabgha besuchen. In den palästinensischen Autonomiegebieten sind Besuche von Burquin und Nablus sowie Bethlehem und Cremisan vorgesehen. Vom 18. bis 22. Oktober 2016 ist die Pilgergruppe in Jerusalem. Auch hier steht der Pilgergedanke im Vordergrund: Die Grabeskirche, die Dormitio auf dem Zionsberg sowie die evangelische Erlöserkirche stehen auf dem Programm. Außerdem sind der Besuch des muslimischen Tempelberges und der jüdischen Westmauer vorgesehen. Neben politischen Gesprächen wird die Gruppe auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem aufsuchen.

Teilnehmende von Seiten der EKD sind: Ratsvorsitzender, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm (München); Stellv. Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus (Bielefeld); Präses der Synode der EKD, Dr. Irmgard Schwaetzer (Berlin); Bischöfin Kirsten Fehrs (Hamburg); Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg); Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt (Tübingen); Prof. Dr. Jacob Joussen (Düsseldorf); Prof. Dr. Dr. Andreas Barner (Ingelheim); Direktorin Marlehn Thieme (Bad Soden).

Teilnehmende von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz sind: Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch (Freiburg), Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) und Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim).

Hinweise:
Medienvertreter können die Delegation an verschiedenen Programmpunkten im zweiten Teil der Reise (ab Ankunft Jerusalem) begleiten. Informationen zur Anmeldung, Reiselogistik und weitere Details sind über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (pressestelle(at)dbk.de) verfügbar. Die Delegationsreise wird von den Pressestellen der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz begleitet. Interviews während der Reise werden von den Pressestellen vermittelt. Ein Pressegespräch mit Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm findet am Freitag, 21. Oktober 2016, um 15.00 Uhr im Notre Dame Centre of Jerusalem (jenseits des New Gate in der Altstadtmauer) statt.

7. Europäischer Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung in Oświęcim/Auschwitz

15. August 2016 - 11:08
Die mit Unterstützung der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz 2007 gegründete Maximilian-Kolbe-Stiftung führt bis morgen (16. August 2016) zum siebten Mal in Oświęcim/Auschwitz einen europäischen Workshop durch. Im Zentrum der Veranstaltung, an der 30 Vertreter aus zehn ost- und westeuropäischen Ländern teilnehmen, steht seit Donnerstag (11. August 2016) die Frage nach den bis heute andauernden Prägungen und Verletzungen, die von Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg ausgehen, sowie nach einem angemessenen Umgang mit der Gegenwart dieser Geschichte.

Anlässlich des 75. Todestages des heiligen Maximilian Kolbe haben die Teilnehmer über die Rolle der Kirche beim Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit und Versöhnung diskutiert. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende des Stiftungsrats der Maximilian-Kolbe-Stiftung, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), betonte: „Es gehört zum Wesen der Kirche, dass sie in den Herausforderungen und Verletzungen der Zeit glaubwürdiges, konkret erfahrbares Zeugnis von der Möglichkeit der Versöhnung ablegt. Zu dieser Glaubwürdigkeit zählt, dass sich die Kirche auch ihren eigenen Prägungen durch die Gewaltgeschichte stellt, ihren Platz an der Seite der Opfer von Gewalt einnimmt und die damit verbundenen Konflikte angemessen austrägt.“ Erzbischof Schick würdigte beim Workshop auch den Besuch von Papst Franziskus in Auschwitz vor einigen Wochen: „Das Schweigen des Papstes war eine unüberhörbare Geste, die ihm weltweit erneut Respekt eingebracht hat. Mit diesem starken Schritt hat er die mühevolle Arbeit seiner Vorgänger beeindruckend fortgesetzt. Dieser Moment von Auschwitz war auch während des Weltjugendtags immer spürbar. Auschwitz und der Papst mahnen gerade die heutige Generation, gegen das Vergessen zu arbeiten. Das wollen wir auch erneut mit diesem Workshop leisten.“

Ausgehend von den unterschiedlichen Erfahrungen der verschiedenen europäischen Gesellschaften diskutierten die Teilnehmer über die grundlegenden Perspektiven von Gewaltüberwindung und Versöhnung und über die Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, nicht vorschnell und oberflächlich von Versöhnung zu sprechen, und wie unverzichtbar zugleich die Versöhnungsperspektive bleibt, will man nicht der Gefahr erliegen, sich pragmatisch resignativ mit den Folgen der Gewalt abzufinden.

Über den konkreten Fall Auschwitz hinaus hatten die Gespräche eine exemplarische Bedeutung für den Umgang mit Gewalterfahrungen und ihren Folgen. Dies wurde besonders im Gespräch mit den Partnern aus Bosnien-Herzegowina deutlich, die es als große Ermutigung für den eigenen schwierigen Versöhnungsprozess erleben, dass Deutsche und Polen in Oświęcim/Auschwitz als Partner einen europäischen Workshop ausgerichtet haben. Das Treffen wurde in diesem Jahr erneut erheblich vom russisch-ukrainischen Konflikt geprägt.

Der jährliche Workshop leistet einen Beitrag zur Stärkung eines europäischen, auf Heilung und Versöhnung zielenden Diskurses. Die Begegnungen der Teilnehmer helfen zugleich, ein europäisches Netzwerk zu bilden, das sich in seinen Aktivitäten gegenseitig unterstützt.

Hintergrund
Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wurde 2007 mit Unterstützung der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Im vergangenen Jahr haben die Vorsitzenden der beiden Bischofskonferenzen das Ziel bekräftigt, die Stiftung weiterzuentwickeln. Aufgabe der Stiftung ist es, Beiträge zur Stärkung der kirchlichen Versöhnungsarbeit in Europa zu leisten und sich für Opfer von Unrecht und Gewalt zu engagieren. Der heilige Maximilian Kolbe gab 1941 sein Leben stellvertretend für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz und setzte damit ein Zeichen, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben. Weitere Informationen unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zur Erneuerung der Pastoral

10. August 2016 - 11:59
Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht heute (10. August 2016) die Arbeitshilfe „Gemeinsam Kirche sein. Impulse – Einsprüche – Ideen“. Die Broschüre, die ein Jahr nach dem Wort der deutschen Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein – Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral“ erschienen ist, dokumentiert und erläutert Beispiele der pastoralen Erneuerung in den Bistümern. Eine Vielzahl von Autoren hat aus der pastoralen Praxis heraus Impulse, Einsprüche und Ideen beigesteuert, wie der durch „Gemeinsam Kirche sein“ angeregte Prozess der Neuorientierung der Pastoral vertieft werden kann. Einige dieser Beiträge wurden für die gedruckte Fassung der Arbeitshilfe ausgewählt. Alle Texte sind unter www.gemeinsam-kirche-sein.de verfügbar. Die Internetseite wird von der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) betreut, weitere Beiträge können eingesandt werden.

Die Arbeitshilfe will Gemeinden und Gemeinschaften, Verbände und Einrichtungen der Kirche ermutigen, die Impulse von „Gemeinsam Kirche sein“ aufzugreifen, zu besprechen und umzusetzen, schreibt der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), in seinem Geleitwort. Die vielen Praxisberichte zeigen, dass auch angesichts massiver Herausforderungen die Erneuerung der Kirche möglich ist und schon geschieht. Ebenso gibt die Arbeitshilfe Rückfragen und Einsprüchen Raum. Bischof Bode betont, dass das Wort der deutschen Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“ auch unübersehbar in Zusammenhang mit dem überdiözesanen Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ stehe: „In den vier zentralen Begegnungen auf Bundesebene und in den vielen Veranstaltungen in den Diözesen und Pfarreien hatten wir die Vision einer Kirche vor Augen, die Gott und den Menschen nahe sein will und ihr Zusammenleben mit den Menschen von heute so gestaltet, dass diese den Glauben sinnstiftend und erfüllend, kritisch und befreiend erleben.“ Die Menschen sollten sich in ihren verschiedenen Lebenswirklichkeiten angenommen wissen und in der Kirche ein Zuhause und echte Gemeinschaft finden können, so Bischof Bode. „‚Gemeinsam Kirche sein‘ wird dort verwirklicht, wo die Kirche den Menschen nahe ist – in den Gemeinschaften und Gruppen, kirchlichen Einrichtungen und in den Gemeinden vor Ort. Wie diese Vision von Kirche unter den lokalen Bedingungen verwirklicht werden kann, soll in dieser Arbeitshilfe nicht ohne die Erfahrungen derer beantwortet werden, die in ihrem Zeugnis und in ihrem Engagement der Kirche vor Ort ein Gesicht geben. Aus der Nähe zu den Menschen erwächst die Sehnsucht nach der Nähe zu Gott und aus der Nähe zu Gott die Nähe zu den Menschen.“

Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, schreibt in seinem Beitrag: „Wir alle sind uns bewusst, dass uns weitere Veränderungen zugemutet werden. Denn die Gesellschaft, in der die Kirche das Evangelium bezeugt, hat nicht aufgehört, sich zu wandeln. Die Erinnerung an das ‚Gemeinsam Kirche sein‘, an das Leib Christi sein der Kirche, kann uns helfen, im Strudel der Ereignisse den Kopf über Wasser zu halten. Das können nur alle gemeinsam, die sich vom Evangelium berühren lassen und die dazu beitragen wollen, dass die Kirche in unserem Land Zukunft gewinnt.“
Hinweis: Die Broschüre „Gemeinsam Kirche sein. Impulse – Einsprüche – Ideen“ (Arbeitshilfen Nr. 286) finden Sie zum Herunterladen in der Rubrik „Veröffentlichungen“. Dort kann sie auch als gedrucktes Exemplar bestellt werden.


Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Textsammlung „Reformation in ökumenischer Perspektive“

9. August 2016 - 10:36
Die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht heute die Arbeitshilfe „Reformation in ökumenischer Perspektive“. Sie enthält ökumenisch relevante Texte zu Martin Luther und zur Reformation. In einem ersten Teil sind Dialogdokumente zusammengestellt, die gemeinsame Aussagen zur Reformation, ihren Protagonisten und ihren Auswirkungen enthalten. Im zweiten Teil finden sich Texte aus dem Raum der katholischen Kirche, die, angefangen mit dem Ökumenismusdekret des Zweiten Vatikanischen Konzils, die katholische Position verdeutlichen. Eine theologische Hinführung und eine didaktische Ergänzung erschließen die Dokumente und erleichtern den Zugang zu den Texten für die Arbeit in Schule, Gemeinde und Erwachsenenbildung.

„Die Arbeitshilfe will zur theologischen Auseinandersetzung mit Martin Luther und der Reformation in katholischen und ökumenischen Kreisen anregen und dazu beitragen, dass die Entwicklungen im ökumenischen Dialog und in der katholischen Sichtweise auf breiterer Ebene bekannt werden“, erklärt der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg). Die Erinnerung an die Reformation sei nicht frei von Schmerz. Andererseits sehen katholische Theologen heute in ihr aber auch einen wichtigen Beitrag zu einer Neubesinnung auf das Evangelium. Bischof Feige: „In einem langen ökumenischen Dialog konnten jene theologischen Lehrunterschiede neu bewertet werden, die ihre Wurzeln in der Reformationszeit haben. Die Textsammlung versteht sich als Beitrag der katholischen Kirche zum 500-jährigen Gedenken der Reformation und will den Boden für ein gemeinsames Christusfest aus diesem Anlass bereiten.“
Hinweis:
Die Broschüre „Reformation in ökumenischer Perspektive“ (Arbeitshilfen Nr. 284) finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik „Veröffentlichungen“. Dort kann sie auch als gedrucktes Exemplar bestellt werden.

Kardinal Marx bei den Salzburger Hochschulwochen

7. August 2016 - 14:16
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat anlässlich der 85. Salzburger Hochschulwochen in einem Festvortrag  angesichts der aktuellen Ereignisse in Europa von Umbrüchen gesprochen, die Teil einer epochalen Veränderung sein können. „Nicht nur in der Türkei, sondern auch hier bei uns, in den Familien, höre ich vielfach, dass man über Politik nicht mehr offen reden kann, ohne dass es zum großen Streit kommt. Diese Entwicklung ist höchst beunruhigend. Zwei Tendenzen treten dabei zutage: eine erregte Gesellschaft auf der einen und eine Erkaltung im Miteinander, in der Solidarität – wie in der von Papst Franziskus benannten ,Globalisierung der Gleichgültigkeit‘ – auf der anderen Seite“, so Kardinal Marx. „Neue Leidenschaften, Ungleichheit, Ängste und Aggressionen bewegen unsere Gesellschaft. Was bedeutet die Zivilisation der Verantwortlichkeit heute, die noch in der Zeit des Kalten Krieges unsere Perspektive für die Zukunft war? Dem Projekt Europa mangelt es derzeit am Gedanken des Gefühls, der Liebe und Zugehörigkeit. Es macht mir Sorgen, dass nicht Freiheit und Menschenwürde, sondern Abgrenzung und Angst sowie neue Nationalitäten zum Vorschein kommen.“

Notwendig sei daher eine neue Art von öffentlichem Diskurs, in angemessener und durchaus zugleich rationaler und leidenschaftlicher Weise, in den die Kirche sich einbringen solle. „Sich für eine offene Gesellschaft mit Werten einzusetzen, mit einer Entwicklung nach vorne, ist auch Auftrag der Kirche. Wir brauchen nicht Restauration in der Gesellschaft, wir brauchen Renaissance!“, betonte Kardinal Marx. „Europa ist gefordert, eine neue kulturelle Synthese zu entwickeln für ein lebendiges Gemeinwesen – eine Fähigkeit, die Europa immer gehabt hat und die Papst Franziskus in seiner Ansprache bei der Verleihung des Karlspreises hervorgehoben hat.“

Kardinal Marx erinnerte daran, dass Papst Benedikt XVI., der früher bereits Festredner der Salzburger Hochschulwochen gewesen war, den Glauben stets im Kontext von Vernunft betrachtet und ihn als „vernunftgeleitete Aufklärung“ bezeichnet habe. Die Religion solle das Gefühl, die Liebe, die Mystik wiederentdecken, sagte Kardinal Marx. „Wer Jesus Christus kennt, der kann niemals Fundamentalist sein! Die großen Erzählungen aus dem Evangelium wie die Geschichte vom barmherzigen Samariter oder den Seligpreisungen sind Erzählungen, die zur Kulturgeschichte Europas gehören – nicht nur der Christen. Aber die moderne Zivilisation der Freiheit hat keine Bestandsgarantie. Was wir erreicht haben, darf nicht zur Disposition gestellt werden in einer neuen Epoche der Leidenschaften, die vermutlich auf uns zukommt. Wir Christen sollten Teil der Lösung sein und das christliche Menschenbild als Bestandteil der verantworteten Freiheit nicht aufgeben.“

Hintergrund
Die Salzburger Hochschulwochen stehen im Jahr 2016 unter dem Thema „Leidenschaften“. Sie sind eine 1931 gegründete Sommeruniversität an der Universität Salzburg. Die jährliche Veranstaltung bietet ein Forum für den Dialog zwischen Theologie und anderen Fachrichtungen, auf dem sowohl aktuelle als auch grundsätzliche Fragestellungen thematisiert werden. Dem Präsidium der Hochschulwochen steht Erzbischof Dr. Franz Lackner (Salzburg) vor, weitere beteiligte Institutionen sind neben der Salzburger Theologischen Fakultät die Salzburger Äbtekonferenz der Benediktiner, die Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaften, die Katholischen Akademikerverbände Deutschlands und Österreichs, die Katholische Akademikerarbeit Deutschland und das Forum Hochschule und Kirche e. V. Auch die Deutsche Bischofkonferenz unterstützt die Salzburger Hochschulwochen seit vielen Jahren.


Hinweis:
Weitere Informationen finden Sie unter www.salzburger-hochschulwochen.at.

Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2015/16“ veröffentlicht

2. August 2016 - 11:09
Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht heute (2. August 2016) in der Broschüre „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2015/16“ weitere Daten aus der kirchlichen Statistik. Die Publikation aus der Reihe „Arbeitshilfen“ (Nr. 287) informiert über das breit gefächerte Leben der katholischen Kirche in Deutschland. Die Eckdaten der (Erz-)Bistümer, welche die Deutsche Bischofskonferenz bereits am 15. Juli 2016 veröffentlicht hatte, wurden für die Broschüre anschaulich aufbereitet. Schaubilder und Diagramme helfen, die Daten zu überblicken und einzuordnen. Mit anschaulichen Zitaten geben Menschen, die sich kirchlich engagieren, Einblicke in ihre Perspektive vom Leben im Glauben und in ihre Aufgabenbereiche.

In der Broschüre werden aktuelle gesellschaftlich-politische Debatten aufgegriffen. Schwerpunkte der Arbeitshilfe sind die kirchliche Flüchtlingsarbeit sowie das Thema „Sterben in Würde“. Zusätzlich bietet das Heft einen Blick auf die Telefonseelsorge, die im Jahr 2016 seit 60 Jahren als ökumenisches Angebot besteht. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz – der Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, der Kunst- und Kulturpreis, der Kinder- und Jugendbuchpreis sowie der Medienpreis. Im Kapitel „Leben im Bistum“ sind Daten von der Taufe bis zur Bestattung übersichtlich dargestellt. Darüber hinaus bietet die Broschüre einen Abschnitt zu den Kirchenfinanzen, inklusive Erläuterungen zur Kirchensteuer.

Hinweis:
Die Broschüre kann unten sowie in der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Gebetszettel für Opfer von Flucht und Verfolgung

1. August 2016 - 11:17
Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht ein Gebetsblatt mit dem Gebet von Papst Franziskus für die Opfer von Flucht und Verfolgung, das er am 16. April 2016 auf der griechischen Insel Lesbos gesprochen hat. In diesem Gebet heißt es unter anderem: „Verhilf uns – Nationen, Gemeinschaften und Einzelnen – zu der Erkenntnis, dass sie, die an unseren Küsten landen, unsere Brüder und Schwestern sind“. Der Text wird ergänzt durch das Bild eines leeren Holzbootes neben weggeworfenen Rettungswesten am Meeresufer.

Der Gebetszettel versteht sich als geistliche Ergänzung zu den Materialien, die das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsarbeit bisher bereitgestellt hat. Dazu gehören die „Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge“ (Arbeitshilfen der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 282) in deutscher und englischer Sprache sowie der eigene Internetauftritt unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de.

Hinweis:
Der Gebetszettel kann unten heruntergeladen und in der Rubrik „Veröffentlichungen“ auch bestellt werden.

Papst feiert Messe zum Abschluss des XXXI. Weltjugendtags in Krakau

31. July 2016 - 12:08
Der Weltjugendtag in Krakau, Polen, ist mit einer Messe auf dem „Feld der Barmherzigkeit“, einem Freigelände bei Krakau, zu Ende gegangen, die Papst Franziskus zusammen mit den Jugendlichen gefeiert hat. Bereits am Vorabend hatten sich nach Vatikanangaben weit über eine Million junge Leute zusammengefunden und unter dem freien Himmel übernachtet. Viele blieben die Nacht hindurch wach, sangen und feierten.

Bei der Vigil am Samstagabend hatte Franziskus die Jugendlichen auf dem „Feld der Barmherzigkeit“ aufgerufen, Vorreiter für ein Zusammenleben der Kulturen zu sein. Eine Syrerin berichtete in bewegenden Worten über Not und Leid, aber auch Hoffnung in ihrem Land. Der Papst und die Jugendlichen beteten in Stille für Opfer von Kriegen und Konflikten. „Wir wollen nicht den Hass mit noch mehr Hass besiegen, die Gewalt mit noch mehr Gewalt besiegen, den Terror mit noch mehr Terror besiegen“, sagte der Papst.

Der Papst ermutigte die Jugendlichen im Abschlussgottesdienst zu Selbstvertrauen und zur Überwindung von falscher Scham und Vorurteilen. „Gott liebt uns so, wie wir sind, und keine Sünde, keine schlechte Angewohnheit, kein Fehler bringt ihn davon ab“, sagte er. Wie in den Vortagen drängte Franziskus die jungen Gläubigen, für eine neue Gesellschaft des Dialogs und gegen Hass und Ressentiments einzutreten.

Nachdrücklich bat Franziskus seine jugendlichen Hörer, an die Macht der Barmherzigkeit zu glauben. Sie sollten denen widerstehen, die „versuchen, euch einzureden, dass Gott fern, streng und wenig einfühlsam ist, gut mit den Guten und böse mit den Bösen“, so der Papst. „Sie mögen euch als Träumer beurteilen, weil ihr an eine neue Menschheit glaubt, die den Hass zwischen den Völkern nicht annimmt, die die Grenzen der Länder nicht als Barrieren ansieht und die eigenen Traditionen ohne Egoismen und Ressentiments hütet.“ Gott lade ein zum „wahren Mut, stärker zu sein als das Böse, indem wir alle lieben, sogar die Feinde“.

Der Papst nannte es eine Gefahr für die jungen Menschen, eine geringe Meinung von sich selbst zu haben. „Sich selbst nicht zu akzeptieren, unzufrieden zu leben und negative Gedanken zu haben bedeutet, unsere wahrste Identität nicht zu erkennen.“ In den Augen Jesu sei jeder Mensch wertvoll. Gott sei «hartnäckig hoffnungsvoll», sagte Franziskus.

Zum Abschluss des Weltjugendtags verkündete Papst Franziskus, dass der nächste internationale Weltjugendtag 2019 in Panama stattfinden wird. Seit der Zählung der Weltjugendtage mit der Begegnung 1985 in Rom wurden die internationalen Großveranstaltungen 13 Mal in Europa ausgerichtet, je zweimal in Süd- und Nordamerika und je einmal in Asien und Australien.

Quelle: Katholische Nachrichtenagentur (KNA)
Hinweis:
Weitere Informationen sowie eine Bildergalerie finden Sie im Dossier „Weltjugendtag 2016“.

Pressekonferenz zum Abschluss des XXXI. Weltjugendtags in Krakau

30. July 2016 - 10:59
„Dieser Weltjugendtag hat uns alle im Glauben gestärkt, sei es in der Begegnung mit den Jugendlichen aus aller Welt oder im Dialog zwischen Bischöfen und Jugendlichen bei den Katechesen“, dieses Fazit zog Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), stellvertretender Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz bei der Pressekonferenz zum Abschluss des XXXI. Weltjugendtags in Krakau (30. Juli 2016). Bischof Neymeyr hat als Stellvertreter die Aufgaben von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übernommen, der aufgrund einer Erkrankung am Donnerstag zurück nach Deutschland reisen musste. Der Weltjugendtag, der am 26. Juli 2016 offiziell eröffnet wurde, endet morgen mit dem Abschlussgottesdienst, den Papst Franziskus gemeinsam mit den Jugendlichen feiert.

„Der Weltjugendtag ist ein starkes Glaubenszeugnis, das uns Mut in unserem Alltag machen wird. Gestärkt fahren wir aus Polen nach Hause“, so Bischof Neymeyr. „Die Gastfreundschaft war überwältigend und schon bei den Tagen der Begegnung erfahrbar. In Krakau kamen die deutschen Jugendlichen mit Pilgern aus aller Welt zusammen und haben gemeinsam gefeiert und gebetet.“ Das sei besonders bei den Veranstaltungen mit Papst Franziskus sichtbar geworden. „Auf der einen Seite gab es die freudigen Feste wie den Dialog von Franziskus mit den Jugendlichen vor dem Papstfenster oder die Willkommensfeier auf der Błonia-Wiese. Andererseits waren da aber auch die stillen Momente, besonders als Papst Franziskus schweigend Auschwitz besucht und dort gebetet hat.“ Bischof Neymeyr würdigte den Besuch von Papst Franziskus in Auschwitz als „eindrucksvolles Zeichen der Versöhnung“ und ergänzte: „Mit einer stillen Geste hat er Großes bewirkt.“

„Beeindruckt hat mich persönlich, wie intensiv sich die Jugendlichen in den Katechesen, aber auch in Begegnungen auf den Straßen mit den unterschiedlichen Facetten des Themas Barmherzigkeit auseinandergesetzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass das den Einzelnen, aber auch die Gemeinschaft gestärkt hat.“ Vom Weltjugendtag gingen aber auch starke politische Signale aus: „Angesichts des Terrors und der Gewalt dieser Tage ist der Weltjugendtag als Fest des Friedens, der Freude und der Gemeinschaft sichtbar geworden. Auf den Straßen Krakaus haben sich die Jugendlichen zusammengefunden, dem anderen ihre Nation und Glaubenskultur nähergebracht und so in der direkten Begegnung ganz selbstverständlich zusammengefunden. Das ist ein wirksames Mittel gegen jede Form des Nationalismus“, so Bischof Neymeyr.

„Der Pilgerabend im Sanktuarium der Barmherzigkeit war aus deutscher Perspektive ein absoluter Höhepunkt“, so Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Ungefähr 7.000 Pilgerinnen und Pilger hatten dort gemeinsam unter Leitung von Jugendbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Vesper gebetet. „Dass wir als Deutsche im Zentrum der Barmherzigkeit in Polen zusammen gebetet haben, hat mich persönlich sehr beeindruckt“. Vom Weltjugendtag insgesamt zieht Paul Metzlaff ein positives Fazit. „Wer erlebt hat, wie die Jugendlichen in Einheit begeistert durch die Straßen ziehen, wie sie von den Katechesen erzählen, wie sie davon berichten, kurz den Papst gesehen zu haben, fährt selbst erfüllt nach Hause zurück“, so Paul Metzlaff abschließend. Wenn dann noch etwas von diesem Feuer in unserer Heimat ankomme, dann seien nicht nur die Jugendlichen beschenkt worden, sondern auch unsere Kirche in Deutschland.

„Der Papst hat uns bei diesem Weltjugendtag aus dem Herzen gesprochen“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Wie sehr vertraut er auf die Jugend, traut ihr etwas zu und fordert sie heraus, Verantwortung zu übernehmen. Deutlich spricht er die drängenden aktuellen Fragestellungen unserer Zeit an, weicht nicht aus und steht für eine gerechte und barmherzige Welt ein. Dabei ist der Dialog mit ihm keine Einbahnstraße.“ Der Papst betone, dass die Kirche von den Jugendlichen lernen könne. „Es waren für die Jugendlichen hier in Polen Tage der Orientierung, der Ermutigung und vor allem der Begegnung und Gastfreundschaft. Diese Erfahrungen haben sie im Gepäck, wenn sie nun wieder nach Deutschland zurückkehren.“

Magdalena Hartmann und Jonas Lixenfeld aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart zeigten sich überwältigt von den vielen Eindrücken. „Mein Weltjugendtag ist von Begegnungen gezeichnet, die ans Herz gehen. Seien es das Singen mit unzähligen Jugendlichen in der Straßenbahn, das Aufeinandertreffen von internationalen Gruppen auf der Błonia-Wiese oder Gespräche mit wildfremden Menschen, mit denen man sich verbunden fühlt. Die Erfahrung, dass so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen friedlich miteinander feiern können, weil sie der christliche Glaube verbindet, ist eindrucksvoll. Durch die Zeit hier in Krakau darf ich wieder motiviert nach Hause fahren – mit der Hoffnung, dass unsere christlichen Werte und die Barmherzigkeit als Grundlage für unseren Alltag wieder an Priorität gewinnen“, so Magdalena Hartmann. Jonas Lixenfeld zeigte sich beeindruckt von den Katechesen: „Der Impuls von Weihbischof Christoph Hegge (Münster) hat mich sehr nachdenklich gemacht – er hat offen und ehrlich zu uns gesprochen. Die Möglichkeit, ein direktes und persönliches Gespräch mit dem Weihbischof zu führen, habe ich als sehr bereichernd empfunden. Außerdem ist es interessant zu erfahren, was die Bischöfe persönlich bewegt, wie sie selbst Barmherzigkeit leben und vor allem, welche Tipps aus ihrem Leben sie uns mit auf den Weg geben.“