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Weihbischof Dr. Helmut Dieser wird neuer Bischof von Aachen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 23. September 2016 - 11:48
Papst Franziskus hat heute den Weihbischof im Bistum Trier, Dr. Helmut Dieser, zum neuen Bischof der Diözese Aachen ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten ist.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem künftigen Bischof von Aachen: „Erst gestern ist die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Ich freue mich sehr, dass Dich der Heilige Vater heute zum neuen Bischof von Aachen ernannt hat“, so Kardinal Marx in seinem Glückwunschschreiben. „Ich bin überzeugt, dass Du mit Deiner verbindlichen und fröhlichen Art, Deinen seelsorglichen und bischöflichen Erfahrungen und Deinem theologischen Arbeiten und Denken die besten Voraussetzungen für die neue Aufgabe mitbringst.“ Kardinal Marx würdigte den pastoralen Einsatz von Weihbischof Dieser und dessen Verantwortung in der diözesanen Ökumenekommission.

Die Bischofskonferenz sei Weihbischof Dieser dankbar für allen Dienst und das gute Miteinander in der Glaubens- und Pastoralkommission, der Dieser angehört. „Deine theologische Weite ist Inspiration und dient der Klärung von Sachverhalten. Deine pastorale Erfahrung von der Kaplanszeit bis zum Weihbischof bringst Du in die Pastoralkommission mit ein“, schreibt Kardinal Marx.

In Aachen treffe der künftige Bischof auf ein Bistum, das vor vielfältigen Herausforderungen stehe. Kardinal Marx wünscht Weihbischof Dieser eine glückliche Hand und gute Entscheidungen, um die Kirche von Aachen in eine gute Zukunft zu führen. „Dabei bin ich fest überzeugt, dass Dich Dein bischöflicher Wahlspruch begleiten wird: ‚Der Friede Gottes übersteigt alles Verstehen‘ (vgl. Phil 4,7). Es ist der Herr, der die Kirche leitet und dem wir dienen. Er wird uns seinen Frieden schenken, auch in der Kirche“, so Kardinal Marx.

Weihbischof Dr. Helmut Dieser wurde 1962 in Neuwied geboren. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Trier und Tübingen wurde er 1989 zum Priester geweiht. Nach der Kaplanszeit in Bad Neuenahr-Ahrweiler war Dieser ab 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter für Dogmatik an der Theologischen Fakultät Trier. 1998 folgte die Promotion, anschließend wurde er Pfarrer in mehreren Gemeinden und Dozent für Homiletik am Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Papst Benedikt XVI. ernannte Dieser 2011 zum Weihbischof in Trier, wo er am 5. Juni 2011 geweiht wurde.

Predigt von Bischof Wolfgang Ipolt in der Schlussvesper zur Herbst-Vollversammlung 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2016 - 18:29
Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst!
Verehrte, liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Jedes Jahr am Ende unserer Herbstvollversammlung lassen wir uns in der Abschlussandacht mit der Reliquie des hl. Bonifatius segnen und neu auf den Weg unseres Dienstes senden. Es ist, wie ich meine, ein einfaches und zugleich beeindruckendes Zeichen, das mit diesem Ort, dem Grab des heiligen Bonifatius, zutiefst verbunden ist. Wir reihen uns damit ein in eine lange Geschichte des Glaubens und der Gottesverehrung in unserem Land, zu der wir mit allen uns gegebenen Kräften in der Gegenwart unseren Teil beitragen dürfen – wir Bischöfe als Hirten, aber auch Sie alle als Getaufte und Gefirmte. Damit die Menschen, zu denen wir gesandt sind, vom Licht des Glaubens berührt werden können, braucht es aber bei uns selbst den rechten Blick, braucht es eine innere Haltung, die es erst möglich macht, dass Gott durch uns handeln und wirken kann.

Ein Wort des Priesters und Schriftstellers Heinrich Spaemann fasst das zusammen, was ich meine: „Was wir im Auge haben, das prägt uns, dahinein werden wir verwandelt. Und wir kommen, wohin wir schauen.“

Es kommt auf die Perspektive an, auf das, was wir zuerst in den Blick nehmen. Das prägt uns – unser Wirken, unser Christsein als Ganzes. Ich meine, wir brauchen einen dreifachen Blick, eine dreigestaltige Perspektive, die uns helfen kann, das im Auge zu behalten, was der Herr von uns will.

1. Wir brauchen für alles zuerst einen geistlichen Blick. Paulus hat ihn, wenn er voller Dankbarkeit sagen kann: „Dank sei Gott, der uns stets im Siegeszug Christi mitführt und durch uns den Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten verbreitet.“ (2 Kor 2,14) Zugegeben manches in unserer Kirche erinnert derzeit nicht unbedingt an einen Siegeszug (Triumphzug) Christi. Aber dennoch: Gott am Werk sehen können, sich diesen Blick zutiefst bewahren und je neu üben – das ist mehr als die bloße Verwaltung eines Bistums und auch mehr als die Erfüllung religiöser Pflichten. Den Siegeszug Christi in Menschen entdecken, die sich in seine Nachfolge begeben – das ermöglicht nur ein wirklich geistlicher Blick. „Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst …“ (2 Kor 3,3) – kann Paulus sagen, wenn er auf seine korinthische Gemeinde schaut. Ich wünschte, wir könnten das auch sagen, wenn wir auf die Menschen schauen, denen wir dienen dürfen. Der geistliche Blick vermag das Wirken Gottes zu identifizieren – ja es sogar in manchem Leidvollen und Schweren zu entdecken.

2. Wir brauchen zweitens einen missionarischen Blick. Das gilt nicht nur für uns Bischöfe, sondern für jeden Gläubigen.  Das wird uns verwandeln. Wer missionarisch „geeicht“ ist, der sieht die Menschen, die Sehnsucht nach dem Leben haben; der entdeckt Menschen, die dem Evangelium wohl gesonnen sind – wenn sie auch nicht zu unserer Kirche gehören. Mit Selbstbewusstsein kann Paulus sagen: „Wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden …“ (2 Kor 2,15) Liebe Schwestern und Brüder, trauen wir uns doch ein wenig mehr, diesen – Christi! – Wohlgeruch zu verbreiten. Vielleicht müssen wir dafür manche Formen der Anbiederung fallen lassen, mit denen wir eigentlich nur Bewährtes erhalten wollen. Die missionarische Perspektive ist allein davon bewegt, der Botschaft, wo es geht, Raum zu verschaffen und nicht darüber zu schweigen. Das führt allerdings in eine Entschiedenheit, die wir nicht verhindern dürfen. „Den einen sind wir Todesgeruch, der Tod bringt; den anderen Lebensduft, der Leben verheißt.“ (2 Kor 2,16) Möge der Apostel Deutschlands uns neu dazu ermutigen!

3. In diesem Heiligen Jahr üben wir besonders den Blick der Barmherzigkeit ein. Es ist ja eher eine wirkliche Haltung, die da neu in uns wachsen soll. Das ist nichts Weichliches, das ist auch nicht bloße Großzügigkeit. Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit sind wie Merkzeichen dafür, worum es geht: den Zweifel, die Trauer, die Unfähigkeit zu beten, ja auch die Sünde ernst zu nehmen und all diesen Nöten mit Klarheit und Erbarmen zu begegnen und Menschen aufzuhelfen, die davon betroffen sind. Auf diese Weise werden wir zu Werkzeugen des Vaters im Himmel – denn so wie er sollen wir ja barmherzig sein.

Was wir im Auge haben, das prägt uns, das verwandelt uns und gestaltet uns um – es soll uns christusförmig machen:
  • der geistliche Blick, der Gottes Wirken in allem zu erkennen vermag;
  • der missionarische Blick, der die Orte aufspürt, an denen das Evangelium erwartet wird;
  • das barmherzige Sehen und Tun, dort wo es nötig ist.
Dafür erbitten wir heute Abend den Segen und den Beistand unseres Mitbischofs Bonifatius vom Himmel her. Und wir heutigen Bischöfe denken dabei nicht zuletzt an Sie alle, liebe Brüder und Schwestern hier im Dom und in unserem weiten Land. Denn wir sind zu nichts anderem geweiht und gesandt, als dass sich der Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten Deutschlands verbreite. In diesem Sinne wollen wir gemeinsam Kirche sein! Amen.

Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2016 der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2016 - 13:14
Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist heute (22. September 2016) zu Ende gegangen. Seit Montag haben die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz über vielfältige Fragen und Aufgaben beraten.

Wir dokumentieren hier den umfassenden Pressebericht zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, den der Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, bei der Abschluss-Pressekonferenz am 22. September 2016 um 13.00 Uhr in Fulda vorgestellt hat. Die pdf-Datei ist untenstehend zum Herunterladen verfügbar.

Wechsel in der Leitung der Geschäftsstelle des Verbandes der Diözesen Deutschlands

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2016 - 9:43
Nach zwei Amtsperioden scheidet Benno Wagner zum Ablauf seiner Bestellung per 22. September 2016 aus seinem Amt. Seit 2005 ist Herr Wagner erfolgreich als Leiter der Geschäftsstelle des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) in Bonn tätig gewesen. In dieser Funktion wirkte er zudem als Stellvertretender VDD-Geschäftsführer.

Die deutschen Bischöfe sind ihm dankbar für seine über 20 Jahre stets loyale und sehr engagierte Mitarbeit im Verband der Diözesen und zuvor im Bischöflichen Hilfswerk Misereor. Sie danken ihm auch für seine Bereitschaft, noch eine kurze Zeit die VDD-Geschäftsstelle kommissarisch zu leiten und dabei die Übergabe an den Nachfolger vorzubereiten. Für künftige berufliche Aufgaben und ehrenamtliche Engagements in der Kirche wünschen sie ihm alles Gute.

Zum Nachfolger wurde mit Wirkung vom 14. November 2016 Dr. Matthias Meyer bestellt. Er studierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit 1998 bekleidete er im Sekretariat verschiedene Führungspositionen und ist gegenwärtig Leiter des Bereichs Kirche und Gesellschaft.

Predigt von Erzbischof Hans-Josef Becker in der Eucharistiefeier am 22. September 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2016 - 7:29
Schwestern und Brüder im Herrn,

so vergesslich wollen wir nicht sein, dass wir die Worte des Herrn eben in der Verkündigung des Evangeliums nicht mehr in uns nachklingen lassen. Der letzte Satz sagt ganz markant: „Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit!“ Klingt er wirklich nach?

Leben in Ewigkeit? – Viele glauben nicht an dieses ewige Leben. Zumindest wollen sie keinen Hehl machen aus ihrer Distanz zu jenem ewigen Leben, auf das hin wir erlöst sind. Kennen wir nicht auch solche Menschen? Da ist zum Beispiel Simone de Beauvoir (1908–1986), die atheistische Tochter einer gläubigen Mutter. Da ist zum Beispiel André Malraux (1901–1976), der ehemalige französische Kultusminister. Beide genannten Personen verweisen auf tiefe Konsequenzen eines Lebens ohne ewiges Leben: Simone de Beauvoir zerbricht sich auf Hunderten von Buchseiten den Kopf über ihr eigenes Altwerden, was sie letztlich nur tragisch finden kann. André Malraux sieht sich umgetrieben vom Gedanken an den Tod und er fragt fast verzweifelt: „Was kann man der Urgewalt des Todes entgegensetzen?!“

Tod, Verwesung und Vergänglichkeit machen uns zu schaffen. Der Gedanke an die Hinfälligkeit von Welt und Leben treibt nicht wenige Menschen in eine große Traurigkeit. Von den Römern wissen wir, dass sie von den „Tränen aller Dinge“ sprachen, und meines Wissens prägte der große Dichter Dante das Wort von der „großen Traurigkeit“.

Aber muss das Leben vieler Menschen in solcher Grundstimmung verlaufen beziehungsweise verharren? Kommt Traurigkeit vielleicht von einer falschen Sicht ihres Lebens? Woher wissen sie denn so genau, dass mit dem biologischen Tod alles aus ist? Sollten wir nicht alle insgesamt feinfühliger und aufgeschlossener die Regungen unseres menschlichen Herzens wahrnehmen? Vielleicht könnten wir es bemerken: Dieses Herz sehnt sich nach einem Leben ohne Ende. Ergreifend hat Gustav Mahler in seiner dritten Sinfonie die Worte Nietzsches vertont: „Und alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit.“

Die Märchen vieler Völker wollen unser Leben nicht enden lassen mit dem Tod und sie beschwören immer wieder Jungbrunnen, die die ewige Jugend spenden. Oder sie künden von einem Lebenskraut, das den Tod überwinden soll.

Doch mit der Sehnsucht allein ist es nicht getan. Entspricht solcher Sehnsucht auch ein Ziel? Oder muss sie im Leeren und Ungewissen enden?

Der Zürcher Schauspieler Ernst Ginsberg (1904–1964) hat es einmal so artikuliert: „Es muss ein ewiges Leben geben. Wenn Gott uns nämlich schon die Sehnsucht danach ins Herz gegeben hat, so wäre es von ihm geradezu grausam, dieser Sehnsucht keine Erfüllung zu gewähren.“ Viele denken anders. Das weiß ich. Und für sie ist es gar nicht so sicher, ob es einen Gott überhaupt gibt. Und die Frage nach dem ewigen Leben fordert von ihnen ein Achselzucken.

Und unsere Antwort, Schwestern und Brüder? Da steht das Wort vom „Brot des Lebens“: „Wer dieses Brot isst, wird ewig leben!“ Vor dunklen Gedanken und dunklen Erfahrungen und dunklen Horizonten wirkt etwas Helles noch viel heller. Vor der Dunkelheit der großen Traurigkeit erstrahlt der letzte Satz des Evangeliums, wie wir es hörten, noch leuchtender. Hier wird deutlich gesagt: Es gibt ein ewiges Leben, und es gibt die menschliche Sehnsucht zu Recht! Hier wird aus der Offenbarung Gottes heraus für die Welt verkündet: Das Leben überdauert den Tod. Es wächst weiter, trotz aller Verwesung des Leibes. Es wird höher, reicher und göttlicher.

Für jeden? – Nein! Doch für den, der von dem Brote Jesu isst, der sein Fleisch und sein Blut zu sich nimmt, ist das Wort des Herrn aus dem Johannes-Evangelium hilfreich, zukunftsweisend und eindeutig. Es ist kaum zu fassen: Da ist eine Speise, die den Tod überwindet. Es wird „das Brot zum ewigen Leben“ genannt. Und es wird gereicht. Gottes Barmherzigkeit vermählt sich mit menschlichem Elend: „Das ist mein Leib.“

Ein Gedanke zu unserem Verhalten bietet sich heute an: Wie sollen wir uns denn zu diesem Geheimnis verhalten? Und nicht selten bemerken wir, dass wir irgendwie in Verlegenheit sind, dass wir zumindest nicht immer von einer erwarteten Selbstverständlichkeit geprägt sind. Der Verstand versagt beziehungsweise reicht nicht aus. Ist da nicht Demut angebracht? Da steht das Wort des Herrn: „Ich bin das lebendige Brot.“ Hier ist das „Fleisch für das Leben der Welt“. Es war schon immer schwer, darüber nachzudenken und sich in hilflosen Worten diesem Geheimnis des Glaubens zu nähern. Wie es Papst Johannes Paul II. in seiner großen Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ als ein Vermächtnis für die Welt hinterlassen hat, so steht die Tatsache: Die Gemeinschaft der Glaubenden aller Zeiten wird von diesem Brot begründet. In diesem Brot, das Gemeinschaft stiftet, berühren sich Himmel und Erde.

Das Geschehen der Hingabe Jesu Christi im Geheimnis der Eucharistie ist wohl das Anspruchsvollste im Glaubensleben eines jeden katholischen Christen.

Wie stehen wir davor, Schwestern und Brüder? Wie begegne ich diesem Geschenk Gottes, diesem Vermächtnis? Wie stehe ich vor diesem Brot, welches Christus ist? Beachte ich, dass ich meinem Schöpfer und Erlöser und damit meinem Ziel begegne? – „Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit!“ Ich sehe hier durchaus einen Anlaß, auf unser konkretes Verhalten bei der Feier der heiligen Messe hinzuweisen. Überlege ich mir wirklich, und wenn ja, wann überlege ich mir, dass ich zum Tisch des Herrn gehen möchte? Kenne ich den Unterschied zwischen gewöhnlicher Nahrung und dem mir von Christus gereichten Leib des Herrn? Gebe ich mein „Amen“ als gläubige Antwort auf den Empfang der Speise des ewigen Lebens?

Papst Benedikt XVI. hat gleich in den ersten Tagen seines Petrusdienstes festgestellt: „Die Kirche ist jung.“ Ich sehe dieses Wort bestätigt in einer wachsenden Sensibilität junger Menschen für die Feier des Gottesdienstes und für entsprechendes gottesdienstliches Verhalten. Nein, ich sage besser, für ein Bewusstsein, in der Einfachheit und Demut des Menschseins vor der größeren Wirklichkeit Gottes zu stehen und von ihm unendlich reich beschenkt zu werden. Das größte Geschenk unseres Glaubens trifft so von Neuem auf die Sehnsucht der Menschen – jene Gabe, in der der Herr sich selbst schenkt und von sich sagt: „Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“
Amen.

Evangelium: „Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“ (zu Joh 6,51.58)

Pressegespräch zum Studientag: „Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. September 2016 - 13:29
Während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda haben die Bischöfe sich heute (21. September 2016) in einem Studientag mit dem Thema „Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei – Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas“ auseinandergesetzt. Vorträge von Experten und Diskussionsrunden haben den Tag geprägt.

Aus dem Pressegespräch zum Studientag mit Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Vorsitzender der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz; Prälat Dr. Peter Neher (Freiburg), Präsident des Deutschen Caritasverbandes; Prof. Dr. Heinz Bude (Kassel), Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel und Margurit Assmann (Frankfurt), Caritasbeauftragte im Pfarrgemeinderat von St. Johannes Apostel (Frankfurt-Unterliederbach), dokumentieren wir untenstehend die vorliegenden Statements. Prof. Bude hat frei gesprochen. Außerdem sind eine Zusammenstellung des Deutschen Caritasverbandes e. V. zum Thema Armut sowie die Einführung von Kardinal Woelki beim Studientag zum Herunterladen verfügbar.

Predigt von Kardinal Rainer Maria Woelki in der Eucharistiefeier am 21. September 2016

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. September 2016 - 7:00
Liebe Schwestern, liebe Brüder,

„Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei“, so lautet ein Wort unseres Papstes aus seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium.

Es steht über dem heutigen Studientag von uns Bischöfen, an dem wir uns mit Armut und Ausgrenzung als einer Herausforderung für Kirche und Caritas beschäftigen wollen. Bei unserer Bischofsweihe – und übrigens auch schon zuvor bei unserer Diakonen- und Priesterweihe – wurden wir gefragt, ob wir um des Herrn willen bereit seien, den Armen und den Heimatlosen und allen Notleidenden gütig zu begegnen und zu ihnen barmherzig zu sein. So wichtig ist der Kirche die Sorge um die Armen, dass sie die Frage danach vor jeden Empfang einer Weihe stellt.

In Konsequenz dessen hat Papst Benedikt XVI. im Dezember 2012 in seinem Motu proprio zum „Dienst der Liebe“ die Rolle der Bischöfe als „erste Verantwortliche“ für den caritativen Dienst noch einmal festgeschrieben. Hier ist denn auch der Grund, weshalb wir Bischöfe nicht nur für unsere verbandliche Caritas Verantwortung tragen, weshalb wir nicht nur unsere Gemeinden zu caritativem Tun ermutigen sollen. Hier ist auch einer der Gründe, weshalb wir uns als Bischöfe immer wieder in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen haben, dort wo die Rechte der Armen aller Art verletzt und missachtet werden – gelegen oder ungelegen.

Unseren Studientag haben wir – vielleicht weil es die Fügung so will – am Fest des Apostels und Evangelisten Matthäus. Mit Blick auf das, was wir über diesen wissen, werden wir sicher zunächst sagen können, dass dessen Leben wohl ziemlich lange nach dem Gesetz des Stärkeren verlief. Von Beruf war er nämlich Zöllner. Als solcher verdiente er sein Auskommen auf Kosten anderer, ohne dafür wirklich etwas zu leisten. Wer von A nach B wollte, musste bei ihm zahlen. Auch heute müssen viele Menschen zahlen, wenn sie von A nach B wollen – wenn sie dafür bei Schleusern zahlen, ist der Preis nicht selten das eigene Leben. Auch heute leben viele Menschen auf Kosten anderer – ohne sich das wirklich bewusst zu machen. Wir sind keine Zöllner – aber sind wir so viel anders als Matthäus, wenn wir nicht fragen, wer die Kleider gefärbt und genäht hat, die wir am Leibe tragen; wenn wir nicht fragen, woher die Rohstoffe in unseren Smartphones stammen und wo sie wieder entsorgt werden; wenn wir nicht fragen, wer Durst leiden muss, während wir Mineralwasser multinationaler Konzerne in Plastikflaschen kaufen? Man gönnt sich ja sonst nichts – ein oft gehörter Spruch, um zu entschuldigen, dass man jetzt gerade auf Solidarität keine Rücksicht nehmen kann. Entsolidarisierung hat immer da ein leichtes Spiel, wo Menschen enttäuscht sind, wo sie sich zu kurz gekommen vorkommen, wo sie sich um Chancen gebracht fühlen, wo man sie zum „Schwarzer-Peter-Spielen“ instrumentalisieren kann.

Wir erleben in unserem Land zurzeit, was passiert, wenn Menschen an dieser Stelle politisch umworben werden. Populismus schürt Entsolidarisierung und braucht Sündenböcke. Menschen in ihrer Bedürftigkeit – so unterschiedlich diese sein mag – werden auf grausame Weise gegeneinander ausgespielt.

Solidarität hat demgegenüber ein anderes Fundament. Solidarität sieht die eigene und die fremde Bedürftigkeit, sieht die eigene Angewiesenheit und die des Gegenübers. Solidarität weiß darum, dass jede und jeder ein Geschöpf Gottes ist; weiß darum, dass jedem und jeder das Leben von Gott selbst geschenkt ist.

Solidarität speist sich aus einer Quelle, die nicht versiegen kann. Gottes Barmherzigkeit lebt und sprudelt in ihr unter uns Menschen. Solidarität bedeutet etwas von seiner Zeit, seiner Aufmerksamkeit, seinem Gewinn, seinem Erfolg, seinem Talent, seinem Lachen und seiner Zärtlichkeit mit einem anderen zu teilen – ohne Berechnung und ohne Hintergedanken; einfach deswegen, weil es ihn gibt; weil er oder sie da ist; weil er oder sie am Sterben ist; weil er oder sie bedürftig ist; weil er oder sie weniger hat als man selbst, weil er oder sie heimatlos ist, weil er oder sie alt wird und damit fertig werden muss, dass die Kräfte, die Kompetenz, die Selbstständigkeit schwinden – „Erosion des Könnens“ (Wilhelm Schmidt) … Wir alle werden lernen müssen, damit zu leben. Leben – ganz gleich wie anfänglich, wie alt, geboren oder ungeboren, gebrechlich oder unversehrt, getrieben von Angst und Verzweiflung, von Armut gezeichnet oder von Krankheit gebeugt, voller Kraft und Mut, behindert oder nicht behindert, mit legalem Aufenthaltsstatus oder ohne: es ist einmalig und kostbar! Es ist uns von Gott geschenkt, und wir? Wir haben es zu hüten! Das Lebensrecht ist das Grundrecht eines jeden Menschen – wie bedroht dieses Grundrecht ist, zeigen Menschen, die auf der Flucht vor menschenunwürdigen Bedingungen genau solche vorfinden; und bisweilen versuchen Menschen genau das vor anderen zu verstecken, wenn sie vor Armut nicht wissen, wie sie oder ihre Kinder über den Tag kommen sollen; wenn sie nicht wissen, wo das Geld für den Schulausflug oder das Pausenbrot herkommen soll. Und das ist keine ferne Realität – es ist die Realität vieler Tausender Menschen hier in unserem Land. Keine Gesellschaft kann sich menschlich nennen, wenn sie das Schicksal ihrer Armen aus dem Blick verliert oder die Schuld dafür bei anderen Armen sucht und diese zum Sündenbock macht. Wenn wir an die Würde des von Gott geschenkten Lebens glauben, ist es notwendig, für einander Sorge zu tragen. Dazu lädt Jesus den Zöllner Matthäus ein und nimmt selbst die Einladung in sein Haus an.

Er erbarmt sich dieses Zöllners, damit es anders wird untereinander und miteinander, damit von Matthäus keine Ausbeutung mehr ausgeht, sondern Gerechtigkeit. Das ist der Auftrag, den die Kirche hat: dazu beizutragen, diese Gerechtigkeit unter den Menschen zu leben. Immer wieder hat man der Kirche vorgeworfen, sie achte – aus welchen Gründen auch immer – zu sehr auf das ungeborene Leben und zu wenig auf Gerechtigkeit. Und dort, wo sie auf Gerechtigkeit pocht, wird ihr oft vorgeworfen, sie sei zu wenig bei ihrer Sache und der Religiosität und verliere sich im Politischen.

Aber: Ganz gleich an welchen Stellen das Leben von Menschen bedroht ist, es ist immer Aufgabe der Kirche im Namen Jesu Christi ihre Stimme zu erheben und den Schutz des Lebens in allen seinen Phasen und die Sorge füreinander anzumahnen und entsprechend zu handeln. Es ist unsere Aufgabe vorzuleben, was es bedeutet, dass bei Gott niemand abgewiesen wird.

Es ist unsere Aufgabe, dem Anbruch des Reiches Gottes unsere Hände und Herzen zu schenken. Es ist ein Mahl der Gerechtigkeit, das Jesus im Haus des Zöllners Matthäus hält; ein Mahl, mit dem es neu anfängt untereinander. Zu einem solchen Mahl sind auch wir heute eingeladen, wenn Jesus sich uns jetzt in der Feier der Heiligen Eucharistie schenkt. Er ist gekommen, die Sünder zu rufen – auch uns. Nehmen wir daher seine Einladung an, damit es anders wird unter uns und auf dieser Erde.
Amen.

Lesung:         Eph 4,1–7.11–13    
Evangelium:  Mt 9,9–13

Mitglieder, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Bischöflichen Kommissionen und Unterkommissionen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. September 2016 - 18:10
Glaubenskommission (I)
Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer, Vorsitzender
Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, stellv. Vorsitzender
Dr. Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart
Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen
Dr. Helmut Dieser, Weihbischof in Trier
Dr. Karlheinz Diez, Weihbischof in Fulda
Dr. Josef Graf, Weihbischof in Regensburg
Dr. Stefan Zekorn, Weihbischof in Münster


Ökumenekommission (II)

Dr. Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg, Vorsitzender
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, stellv. Vorsitzender
Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt
Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer
Hubert Berenbrinker, Weihbischof in Paderborn
Dr. Thomas Löhr, Weihbischof in Limburg
Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Weihbischof in Hildesheim
Rolf Steinhäuser, Weihbischof in Köln
Wilhelm Zimmermann, Weihbischof in Essen


Pastoralkommission (III)
Dr. Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück, Vorsitzender
Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, stellv. Vorsitzender
Wolfgang Ipolt, Bischof von Görlitz
Heinrich Timmerevers, Bischof von Dresden-Meißen
Wolfgang Bischof, Weihbischof in München und Freising
Ulrich Boom, Weihbischof in Würzburg
Dr. Helmut Dieser, Weihbischof in Trier
Ludger Schepers, Weihbischof in Essen
Rolf Steinhäuser, Weihbischof in Köln


Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste (IV)
Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, Vorsitzender
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, stellv. Vorsitzender
Dr. Gregor Maria Hanke OSB, Bischof von Eichstätt
Heinrich Timmerevers, Bischof von Dresden-Meißen
Heinz-Günter Bongartz, Weihbischof in Hildesheim
Robert Brahm, Weihbischof in Trier
Dr. Michael Gerber, Weihbischof in Freiburg
Dr. Josef Graf, Weihbischof in Regensburg
Dr. Johannes Kreidler, Weihbischof in Rottenburg-Stuttgart
Dr. Dominicus Meier OSB, Weihbischof in Paderborn     


Liturgiekommission (V)
Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof von Würzburg, Vorsitzender
Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier, stellv. Vorsitzender
Heinz-Josef Algermissen, Bischof von Fulda
Ulrich Boom, Weihbischof in Würzburg
Otto Georgens, Weihbischof in Speyer
Dr. Matthias Heinrich, Weihbischof in Berlin
Reinhard Pappenberger, Weihbischof in Regensburg
Jörg Michael Peters, Weihbischof in Trier
Johannes Wübbe, Weihbischof in Osnabrück


Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (VI)
Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, Vorsitzender
DDr. Anton Losinger, Weihbischof in Augsburg, stellv. Vorsitzender
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising
Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim
Dr. Bernhard Haßlberger, Weihbischof in München und Freising
Dr. Matthias Heinrich, Weihbischof in Berlin
Dr. Bernd Uhl, Weihbischof in Freiburg


Kommission für Erziehung und Schule (VII)
Hans-Josef Becker, Erzbischof von Paderborn, Vorsitzender
Ulrich Boom, Weihbischof in Würzburg, stellv. Vorsitzender
Karl Borsch, Diözesanadminstrator von Aachen
Hubert Berenbrinker, Weihbischof in Paderborn
Heinz-Günter Bongartz, Weihbischof in Hildesheim
Dr. Johannes Bündgens, Weihbischof in Aachen
Dr. Dominicus Meier OSB, Weihbischof in Paderborn
Florian Wörner, Weihbischof in Augsburg


Kommission für Wissenschaft und Kultur (VIII)
Dr. Christoph Hegge, Weihbischof in Münster, Vorsitzender
Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof von Würzburg, stellv. Vorsitzender
Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg
Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg
DDr. Anton Losinger, Weihbischof in Augsburg
Wilfried Theising, Weihbischof in Münster


Publizistische Kommission (IX)
Dr. Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Vorsitzender
Dr. Konrad Zdarsa, Bischof von Augsburg, stellv. Vorsitzender
Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt
Robert Brahm, Weihbischof in Trier
Dr. Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln


Kommission Weltkirche (X)

Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, Vorsitzender
Wolfgang Ipolt, Bischof von Görlitz, stellv. Vorsitzender
Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier
Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg
Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin
Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen
Dr. Konrad Zdarsa, Bischof von Augsburg
Petro Kryk, Apostolischer Exarch, München
Dr. Udo Bentz, Weihbischof in Mainz
Dr. Johannes Bündgens, Weihbischof in Aachen
Otto Georgens, Weihbischof in Speyer
Dr. Bernhard Haßlberger, Weihbischof in München
Dr. Reinhard Hauke, Weihbischof in Erfurt
Matthias König, Weihbischof in Paderborn
Reinhard Pappenberger, Weihbischof in Regensburg
Ludger Schepers, Weihbischof in Essen
Dr. Stefan Zekorn, Weihbischof in Münster


Kommission für Ehe und Familie (XI)

Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, Vorsitzender
Wilfried Theising, Weihbischof in Münster, stellv. Vorsitzender
Dr. Gregor Maria Hanke OSB, Bischof von Eichstätt
Karl Borsch, Weihbischof in Aachen
Dr. Karlheinz Diez, Weihbischof in Fulda
Herwig Gössl, Weihbischof in Bamberg
Dr. Johannes Kreidler, Weihbischof in Rottenburg-Stuttgart
Reinhard Pappenberger, Weihbischof in Regensburg
Dr. Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln


Jugendkommission (XII)

Dr. Stefan Oster SDB, Bischof von Passau, Vorsitzender
Jörg Michael Peters, Weihbischof in Trier, stellv. Vorsitzender
Dr. Udo Bentz, Weihbischof in Mainz
Dr. Michael Gerber, Weihbischof in Freiburg
Dr. Reinhard Hauke, Weihbischof in Erfurt
Dr. Christoph Hegge, Weihbischof in Münster
Florian Wörner, Weihbischof in Augsburg
Johannes Wübbe, Weihbischof in Osnabrück


Caritaskommission (XIII)
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, Vorsitzender
Ansgar Puff, Weihbischof in Köln, stellv. Vorsitzender
Dieter Geerlings, Weihbischof in Münster
Herwig Gössl, Weihbischof in Bamberg
Dr. Thomas Löhr, Weihbischof in Limburg
Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Weihbischof in Hildesheim
Dr. Bernd Uhl, Weihbischof in Freiburg


Migrationskommission (XIV)
Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender
Dieter Geerlings, Weihbischof in Münster, stellv. Vorsitzender
Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim
Petro Kryk, Apostolischer Exarch, München
Dr. Matthias Heinrich, Weihbischof in Berlin
Matthias König, Weihbischof in Paderborn
Ansgar Puff, Weihbischof in Köln


Vorsitzende und Mitglieder der Bischöflichen Unterkommissionen

Glaubenskommission (I) - Unterkommission „Bioethik“
Dr. Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Vorsitzender
Dr. Josef Graf, Weihbischof in Regensburg

Ökumenekommission (II) - Unterkommission „Fragen des Judentums“
Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt, Vorsitzender
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda
Jörg-Michael Peters, Weihbischof in Trier

Pastoralkommission (III) - Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“    
Dr. Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück, Vorsitzender
Wolfgang Bischof, Weihbischof in München und Freising
Ludger Schepers, Weihbischof in Essen


Kommission Weltkirche (X)

Unterkommission für Lateinamerika (insbes. ADVENIAT)
Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, Vorsitzender
Dr. Udo Markus Bentz, Weihbischof in Mainz
Dr. Reinhard Hauke, Weihbischof in Erfurt
Matthias König, Weihbischof in Paderborn
Rolf Steinhäuser, Weihbischof in Köln

Unterkommission für Entwicklungsfragen (insbes. MISEREOR)
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, Vorsitzender
Johannes Bündgens, Weihbischof in Aachen
Otto Georgens, Weihbischof in Speyer
Johannes Kreidler, Weihbischof in Rottenburg-Stuttgart
Dr. Stefan Zekorn, Weihbischof in Münster

Unterkommission für Missionsfragen (insbes. MISSIO)
Ludger Schepers, Weihbischof in Essen, Vorsitzender
Dr. Bernhard Haßlberger, Weihbischof in München und Freising
Reinhard Pappenberger, Weihbischof in Regensburg

Unterkommission für Mittel- und Osteuropa (insbes. RENOVABIS)
Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, Vorsitzender
Wolfgang Ipolt, Bischof von Görlitz
Petro Kryk, Apostolischer Exarch, München
Dr. Josef Graf, Weihbischof in Regensburg
Dr. Bernhard Haßlberger, Weihbischof in München und Freising

Unterkommission für den Interreligiösen Dialog    
Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg, Vorsitzender
Dr. Karlheinz Diez, Weihbischof in Fulda
Wilhelm Zimmermann, Weihbischof in Essen

Pressegespräch zum Thema „Die neue Einheitsübersetzung der Bibel – Vorstellung des ersten Exemplars“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. September 2016 - 13:00
Aus dem heutigen Pressegespräch (20. September 2016) zum Thema „Die neue Einheitsübersetzung der Bibel – Vorstellung des ersten Exemplars“ dokumentieren wir untenstehend die Statements von Bischof em. Dr. Joachim Wanke (Erfurt), dem langjährigen Vorsitzenden des Leitungsgremiums für die Revision der Einheitsübersetzung; Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg), Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Dr. Katrin Brockmöller (Stuttgart), Geschäftsführende Direktorin des Katholischen Bibelwerkes e. V. Auch Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die Einheitsübersetzung sind in einer Datei verfügbar.

Die Vorstellung der neuen Bibelausgabe während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz schließt einen Prozess von über einem Jahrzehnt Arbeit ab. Der Name „Einheitsübersetzung“ beschreibt eine katholische Bibelübersetzung, die einheitlich für das ganze deutsche Sprachgebiet gelten soll. Im Jahr 2003 verständigten sich die drei Bischofskonferenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Erzbischöfe von Luxemburg und Vaduz, außerdem die Bischöfe von Straßburg, Lüttich und Bozen-Brixen darauf, eine Revision der damaligen Ausgabe in Angriff zu nehmen. Beginn der Arbeit war 2006.

Erzbischof Warda: Dramatischer Hilfsaufruf für Christen im Nahen Osten

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 20. September 2016 - 11:40
Einen dramatischen Hilferuf für die bedrohten Christen im Nahen und Mittleren Osten hat der chaldäisch-katholische Erzbischof Bashar Warda (47) aus Erbil an die deutsche Öffentlichkeit gerichtet. „Die nächsten Monate entscheiden, ob das seit 2.000 Jahren im Irak heimische Christentum dort eine Zukunft hat oder bis auf kleine museale Reste ausgelöscht wird“, sagte der Erzbischof aus der Autonomen Region Kurdistan am Dienstag in Fulda. Der dem Redemptoristenorden angehörende Geistliche befürwortete ausdrücklich militärische Gewalt gegen den Islamischen Staat (IS). Dieser verstehe keine andere Sprache.

Nach den Worten des Erzbischofs ist die Zahl der Christen im Irak dramatisch von rund 1,4 Millionen auf nicht einmal 300.000 gesunken. Auf einer Pressekonferenz während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda dankte Erzbischof Warda den deutschen Christen für ihre Hilfe. Sie hätten die Christen im Irak finanziell stärker unterstützt als alle anderen Länder zusammen. Der Leiter des Bereichs Weltkirche und Migration im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Ulrich Pöner, sagte, Bischofskonferenz und katholische Hilfswerke hätten für die Christen im Mittleren Osten 2015 rund 42 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Erzbischof Warda bat um weitere Hilfe. Nur so könne bei den Christen im Irak die Motivation erhalten werden, in ihrer Heimat zu bleiben, statt nach Europa zu fliehen. Als Prioritäten bezeichnete er eine würdevolle Unterbringung der Binnenflüchtlinge, gesundheitliche Grundversorgung, den Aufbau von Schulen und Bildungsmöglichkeiten sowie die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten.

Der IS hatte 2014 Mossul und die gesamte Ninive-Ebene überrannt. Die sichere Region um das nordirakische Erbil hat deshalb Zehntausende Flüchtlinge von dort aufgenommen. Warda wies darauf hin, dass die chaldäisch-katholische Diözese Erbil mehr als 10.000 christliche Flüchtlingsfamilien beherberge. Bislang habe man elf Schulen eingerichtet; Ende vergangenen Jahres wurde auch eine katholische Universität in Erbil aufgebaut, die jährlich 150 Studenten aufnehmen und über Stipendien finanzieren soll.

Erzbischof Warda zeigte sich zwar zuversichtlich, dass es gelingen werde, die vom IS besetzten Gebiete zu befreien. Das reiche aber nicht aus; für eine Rückkehr der Christen in ihre Heimat wären massive Sicherheitsmaßnahmen nötig. Die meisten christlichen Flüchtlinge hätten das Vertrauen in ihre muslimischen Nachbarn verloren.

Quelle: Katholische Nachrichtenagentur, KNA

Kardinal Marx ruft zum Gebet für den Frieden am 20. September 2016 auf

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 17. September 2016 - 9:59
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ruft die katholischen Christen und alle Menschen guten Willens zum Gebet für den Frieden am 20. September 2016 auf. „Gemeinsam mit Papst Franziskus werden am kommenden Dienstag Vertreter der Weltreligionen und -kulturen in Assisi versammelt sein, um sich im Gebet für den in vielen Gebieten der Erde so bitter nötigen Frieden zu vereinen“, so Kardinal Marx. „Auch wir in Deutschland brauchen einen erneuerten Geist des Friedens. Denn auch in unserer Gesellschaft gibt es Spannungen und Unfrieden. Geben wir dem ‚Geist von Assisi‘ auch in unseren Familien, Gemeinden, geistlichen Gemeinschaften, Verbänden und Diözesen sowie in allen Bereichen unserer Gesellschaft breiten Raum. Und suchen wir die Begegnung mit anderen Religionen in unserem Land, besonders mit den Muslimen, um im Sinne des Heiligen Vaters Zeugnis abzulegen für die Kraft des Friedens, die aus dem Glauben kommt.“

Vom 18. bis 20. September 2016 sind auf Einladung der Gemeinschaft Sant‘Egidio zahlreiche Repräsentanten der Weltreligionen sowie politische Verantwortungsträger in Assisi versammelt. Dazu zählen der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Touadéra. Aus Deutschland werden unter anderem Kardinal Walter Kasper und Bischof em. Heinrich Mussinghoff an Podiumsdiskussionen teilnehmen.

„Gerade angesichts der dramatischen Lage in der heutigen Welt, angesichts der tödlichen Konflikte, die uns erschüttern, laden wir deutschen Bischöfe dazu ein, am 20. September 2016 im privaten und öffentlichen Raum für den Frieden zu beten“, so Kardinal Marx. „Verbinden wir uns an diesem Tag in besonderer Weise mit Papst Franziskus und den Teilnehmern des Treffens in Assisi. Machen wir deutlich, dass Krieg und Gewalt ein Ende haben müssen! Schließen wir auch die Flüchtlinge in unser Gebet ein, die ohne Frieden nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Alle lade ich ein, gemeinsam ein Beispiel dafür zu geben, dass Menschen verschiedener Herkunft mit ihren religiösen und kulturellen Unterschieden einen wichtigen Beitrag für den Frieden leisten können.“

Nach dem Weltgebetstag der Religionen in Assisi am 27. Oktober 1986, zu dem der heilige Papst Johannes Paul II. eingeladen hatte, hat Sant‘Egidio in den folgenden 30 Jahren Friedenstreffen der Weltreligionen in vielen Städten weltweit veranstaltet. Deutschland war bisher zweimal Gastgeber des Friedensgebets: 2003 (Aachen) und 2011 (München). Im nächsten Jahr wird das Friedenstreffen in den Städten des Westfälischen Friedens von 1648, Münster und Osnabrück, stattfinden.

Deutsche Bischofskonferenz und Rat der Evangelischen Kirche veröffentlichen Gemeinsames Wort zum Jahr 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 16. September 2016 - 12:29
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, haben heute in München das Gemeinsame Wort zum Jahr 2017 „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ vorgestellt. Die Schrift dient der Suche nach einem gemeinsamen Verständnis der kirchlichen Entwicklungen, ausgehend von der Reformation. Exemplarisch beschreibt der Text theologische Schlüsselbegriffe und Erinnerungsorte, die das kollektive Gedächtnis bis heute prägen, um gleichzeitig auf die Fortschritte der ökumenischen Bewegung zu schauen, die offenen Fragen in den Blick zu nehmen und Wege in die Zukunft aufzuzeigen.

„2017 werden wir erstmals in der Geschichte der getrennten Kirchen die Erinnerung an den 500. Jahrestag der Reformation auch in ökumenischer Gemeinschaft feiern.“ Dass beide Vorsitzende diesen Satz gleichlautend formulieren können, benennt das Besondere des vorgestellten Textes. Nach Jahrhunderten der Abgrenzung und gegenseitigen Verwerfungen begehen die beiden großen Kirchen in Deutschland dieses Gedenken unter dem Leitwort „Christusfest“ gemeinsam.

Kardinal Marx hob hervor, dass das ökumenische Bestreben, 2017 als Christusfest zu feiern, ganz der Person Martin Luthers entspreche: „Wir können heute auch als Katholiken unumwunden sagen, dass er eigentlich keine neue Kirche gründen wollte. Er wollte den Blick auf den gnädigen und barmherzigen Gott lenken und den Menschen seiner Zeit Mut machen, ihr Leben ohne Angst in diesem Gott festzumachen“, so Kardinal Marx. „Wir können mit den bleibenden Unterschieden besser umgehen als frühere Generationen, das ist in meinen Augen der Lernwert des gemeinsamen Zugehens auf das Jubiläum“, sagte Landesbischof Bedford-Strohm. Dazu gehöre auch die Aufrichtigkeit einzugestehen, dass die religiösen Konflikte von damals heute beschämend wirken würden. „Wir müssen ehrlich eingestehen, dass lange gehegte Vorurteile bis heute wirksam sind und sich als Hindernis auf dem Weg zur vollen sichtbaren Einheit der Kirche erweisen können“, so Kardinal Marx. Gerade deshalb sei es notwendig, sich diesem Erbe in einem gemeinsamen Prozess zu stellen und Gott und einander um Vergebung zu bitten. Kardinal Marx fügte hinzu: „Ich bin mir sicher, dass der geistliche Prozess der ‚Heilung der Erinnerung‘ uns befähigt, künftig befreiter und versöhnter aufeinander zuzugehen in der ehrlichen Bereitschaft, den anderen in seinem Anliegen zu verstehen.“ Der Ratsvorsitzende unterstrich die geistliche Dimension des Heilungsprozesses: „Aufrichtige Versöhnung kann man nicht kommandieren, sondern nur empfangen. Die Erinnerung an Vergangenes kann dann benannt werden, ohne dass die Wunde wieder schmerzt, denn: „Eine Wunde ist geheilt, wenn sie nicht mehr verbunden werden muss …, wenn man die Narben … berühren kann, ohne dass es weh tut.“

Der Prozess „Heilung der Erinnerung“ gehört wesentlich zu den gemeinsamen Initiativen, die dem von der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz zur Feier des Reformationsgedenkens 2017 verabredeten Christusfest Gestalt geben. Er zielt darauf, anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation miteinander die Trennungen der Kirchen anzuschauen, ihre leidvollen Auswirkungen zu bedenken und Gott und einander um Vergebung für das Versagen auf beiden Seiten zu bitten. „Zu unserem Versöhnungsprozess gehört, dass wir die weiterhin offenen Fragen ehrlich benennen und auf deren weitere Klärung drängen. Es ist in unseren Augen ein herausragender Moment unserer Gemeinschaft, nach Jahrhunderten gegenseitiger Abgrenzung ein Reformationsjubiläum in dieser Bereitschaft zu Vergebung und Aufbruch zu begehen“, so Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx. Mit dem Prozess „Heilung der Erinnerung“ werde von den Kirchen auch ein gesellschaftlicher und nicht nur innerkirchlicher Beitrag geleistet: Er bestärke Christen, gemeinsam in der Öffentlichkeit den Glauben zu bekennen und sich dem Dienst der Verständigung und Versöhnung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu stellen.

Im Prozess der ökumenischen Gestaltung des Jahres 2017 als Christusfest haben ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienste eine Schlüsselstellung. Die zentrale Feier eines solchen Gottesdienstes mit beiden Vorsitzenden findet am 11. März 2017 in der Kirche St. Michaelis zu Hildesheim statt. Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD regen an, in der Folgezeit ähnliche Gottesdienste auf regionaler und lokaler Ebene zu feiern. Dazu ist dem Gemeinsamen Wort ein liturgischer Entwurf beigefügt, der dem Gottesdienst in Hildesheim zugrunde liegt.

Mit Blick auf das Reformationsgedenken ist der nächste wichtige Schritt die Pilgerfahrt von Mitgliedern des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land: Vom 16. bis 22. Oktober 2016 werden 18 Vertreter der Kirchen auf den Spuren Jesu im gemeinsamen Gebet an die Ursprungsorte des christlichen Glaubens pilgern.
Hinweise: Die Statements von Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm finden Sie untenstehend zum Herunterladen. Eine Übersicht der ökumenischen Initiativen im Vorfeld des Reformationsgedenkens sowie im Jahr 2017 ist ebenfalls vorhanden. Das Gemeinsame Wort ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik „Veröffentlichungen“ verfügbar. Dort kann das Dokument auch als Broschüre (Gemeinsame Texte Nr. 24) bestellt werden.

„Marsch für das Leben 2016“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 15. September 2016 - 11:59
Der Bundesverband Lebensrecht e. V. ruft am kommenden Samstag (17. September 2016) zur Teilnahme beim jährlich stattfindenden „Marsch für das Leben“ unter dem Leitthema „Jeder Mensch ist gleich wertvoll“ in Berlin auf. Die Aktion plädiert für den Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod und richtet sich gegen Eingriffe in das vorgeburtliche Leben sowie Praktiken der Sterbehilfe. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wendet sich in einem Grußwort an die Teilnehmer der Veranstaltung und wünscht ihnen gutes Gelingen.

Kardinal Marx dankt den Teilnehmern für deren beständigen Einsatz. Gleichzeitig sei es eine fortwährende gesellschaftliche Verpflichtung, für die von Gott geschenkte Menschenwürde einzustehen. „Durch den alljährlichen Marsch setzen Sie ein augenfälliges Zeichen des Respekts vor der Würde eines jeden menschlichen Lebens“, so Kardinal Marx. Insbesondere müsse dabei auch der Schutz ungeborener Kinder in den Blick genommen werden. Kardinal Marx erinnerte dazu an die jüngste Debatte um die Finanzierung eines Trisomie-Bluttests für Schwangere durch die Krankenkassen. Die kontrovers geführte Diskussion zeige, „dass viele Menschen eine – bei positivem Ergebnis – als selbstverständlich erscheinende Reaktion in Form einer Abtreibung mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Diese Auffassung gilt es zu stärken“.

Kardinal Marx erinnert auch an das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus. Darin mahne der Papst, dass nur Gott die wahre Identität eines Kindes kenne. Um ein ungeborenes Kind als die Person zu erkennen und anzunehmen, die es ist, genüge es daher nicht, seinen genetischen Code auszulesen. Der „Marsch für das Leben“ sei eine klare Bezeugung dieser Auffassung, so Kardinal Marx.

Hinweise: Das Grußwort von Kardinal Marx finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen. Weitere Informationen zum „Marsch für das Leben“ gibt es unter www.marsch-fuer-das-leben.de.

Presseeinladung zum St. Michael-Jahresempfang

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. September 2016 - 12:59
Am Dienstag, den 27. September 2016, findet auf Einladung des Leiters des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Dr. Karl Jüsten, um 18.00 Uhr der St. Michael-Jahresempfang im Hotel Aquino (Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5b) in Berlin statt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird eine Ansprache halten. Erwartet werden neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Bis zum 23. September 2016 (12.00 Uhr) können sich Medienvertreter ohne persönliche Einladung über das Online-Formular  für den St. Michael-Jahresempfang in Berlin akkreditieren. Bitte beachten Sie, dass eine Akkreditierung nur online möglich ist. Am 27. September 2016 können Sie Ihren Akkreditierungsausweis zwischen 16.30 Uhr und 17.30 Uhr im Tagungszentrum Katholische Akademie abholen. Bitte beachten Sie die Anmeldefrist. Hier gelangen Sie zum Online-Formular. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

90 Jahre Gebetsgemeinschaft um geistliche Berufungen

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 14. September 2016 - 10:51
Vor 90 Jahren wurden die Grundlagen für das Päpstliche Werk für geistliche Berufungen gelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg waren 1926 die Folgen auch für die Kirche spürbar: Die Not an geistlichem Leben und der Rückgang an Priesterberufungen prägte diese Zeit. Damals wollte eine Gruppe engagierter und mutiger Frauen um Prinzessin Maria Immaculata von Sachsen auf diese Lage reagieren. In Freiburg begründeten sie das „Frauenhilfswerk für Priester“, das den Auftrag Jesu „Bittet (…) den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (Mt 9,38) im Gebet mit Leben erfüllte, Priesteramtskandidaten finanziell unterstützte und sich für die Förderung eines Klimas einsetzte, in dem man sich über Berufungen freute. Aus dieser Initiative ging später das Päpstliche Werk für geistliche Berufungen hervor.

Aus Anlass dieses 90. Jahrestages lädt das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz zu mehreren Veranstaltungen in Freiburg ein. „Gott. Vertrauen. Wagen.“ – unter diesem Leitwort steht eine Wallfahrt, die vom 1. bis 3. Oktober 2016 nach Freiburg, an den Gründungsort des Frauenhilfswerkes und somit der Gebetsgemeinschaft um geistliche Berufungen, führt. Neben der Dankbarkeit für das Engagement der Frauen ist dabei auch von Bedeutung, welche Fragen sich für Christen heute ergeben.

Mit der Wallfahrt wird ein neuer Impuls im Gebet um Berufungen gesetzt. Höhepunkt ist am 2. Oktober 2016 das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, im Freiburger Münster, bei dem die Messe „gerufen & gesandt“ von Pater Norbert Becker uraufgeführt wird. Am Nachmittag führt ein Pilgerweg mit Diözesanadministrator Weihbischof Karl Borsch (Aachen) durch die Freiburger Innenstadt an den Gründungsort der Fraueninitiative. Der Weg endet mit einer Sendungsfeier in St. Martin um 17.30 Uhr.

In der Innenstadtgemeinde St. Martin wird es während der Wallfahrtstage die Gelegenheit zur Anbetung geben. Zudem wird unter dem Titel „Frauen für Priester – 90 Jahre Einsatz für Berufungen“ im Kreuzgang des dortigen Dominikanerkonvents eine Ausstellung zur Geschichte der Gebetsinitiative zu sehen sein. Eröffnet werden Ausstellung und Wallfahrt von Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch in einem Pontifikalamt am 1. Oktober 2016 um 12.15 Uhr in St. Martin. Am Abend des 1. Oktober führt ein Gesprächsabend die Wallfahrtsteilnehmer im Freiburger Priesterseminar Collegium Borromaeum zusammen. Aus verschiedenen Perspektiven findet dabei eine Annäherung an das Thema „Gebet um Berufungen“ statt. Dr. Peter Wolf, Direktor des Schönstatt-Instituts, Diözesanpriester und langjähriger Regens des Freiburger Priesterseminars wird einen theologischen Beitrag leisten. Frauen, die in den vergangenen Jahrzehnten bis heute das Gebet um geistliche Berufungen getragen haben und mit Leben erfüllen, berichten von ihren Erfahrungen.

Hinweis:
Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Zentrums für Berufungspastoral www.berufung.org unter „Gott. Vertrauen. Wagen.“ verfügbar.

„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. September 2016 - 15:58
Die Auftaktveranstaltung, mit der Mentees sowie Mentorinnen und Mentoren des zweiten Programmzyklus von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ in die einjährige Mentoring-Phase eintreten, ist heute (13. September 2016) in Leipzig zu Ende gegangen. 40 Tandems wirken an diesem bundesweit bislang einmaligen Programm mit.

„Die teilnehmenden Mentees, Mentorinnen und Mentoren bringen beeindruckende Lebensläufe in das Programm ein. Sie alle sind hochmotiviert, das nächste Jahr für sich zu nutzen“, so die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins e. V., Prof. Dr. Gisela Muschiol. „Das hat uns darin bestätigt: Frauen können und wollen die katholische Kirche auch in Leitungspositionen mitgestalten!“ Besonders positiv sei die Beteiligung von drei Ost-(Erz-)Bistümern an der zweiten Runde.

„Ich bin dankbar, dass der Hildegardis-Verein die Initiative ergriffen und dieses Mentoring-Programm entwickelt hat und mit einer beeindruckend hohen Beteiligung aus den (Erz-)Bistümern nun durchführt“, stellte Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Grußwort fest. „In ihrer Erklärung anlässlich der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Trier, die am 21. Februar 2013 veröffentlicht wurde, haben sich die Bischöfe verpflichtet, den Anteil von Frauen bei den Leitungspositionen, die die Weihe nicht voraussetzen, deutlich zu erhöhen. Ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung der bischöflichen Erklärung zum  ‚Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche‘ ist das Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins.“

Beim Auftakt in Leipzig haben die entsandten Mentees sowie Mentorinnen und Mentoren ihre Erwartungen und Ziele definiert, Aufgaben und Rollen geklärt und Vereinbarungen über ihre Zusammenarbeit in den kommenden zwölf Monaten getroffen. Das Programm ist konsequent stärkenorientiert angelegt. Die drei überdiözesanen Seminare zum Auftakt, zur Halbzeit und zum Abschluss stehen unter den Schwerpunkten: „Führung und Person“, „Führen als Frau“ und „Führen in der Kirche“. In ihnen erfolgt eine Befassung mit Führungsvorbildern und Führungsqualitäten, Aufstiegskompetenzen, eigenen Werten und Werten der Organisation. Zum praxisbezogenen Teil des Programms gehören die Durchführung eines eigenen Mentee-Projektes und Arbeitseinheiten in Projektleitung.

An diesem zweiten Mentoring-Zyklus beteiligen sich die (Erz-)Bistümer Berlin (Caritas), Dresden-Meißen, Hamburg, Köln, Magdeburg, München und Freising, Münster und Osnabrück.

Die Beteiligung der Nord- und Ost-Bistümer wurde möglich durch eine Förderung vonseiten des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken. „Gerade in der pastoralen Situation säkularer, emotionaler und territorialer Diaspora in Nord- und Ostdeutschland wird es von entscheidender Bedeutung sein, an Kirche, Pastoral und Theologie interessierten Frauen ein adäquates Arbeitsfeld zu bieten“, so Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks. „Gerade den Trägern von kirchlichen Einrichtungen der Diaspora bietet in diesem Kontext das Mentoring-Programm die hervorragende Gelegenheit, Kirche als frauen- und familienfreundlichen Arbeitgeber zu profilieren und professionalisieren.“

Das „Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche“ wird vom Hildegardis-Verein in Kooperation mit den deutschen (Erz-)Bistümern und der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt. Ziel ist, weibliche Nachwuchskräfte auf Führungspositionen in der katholischen Kirche vorzubereiten und zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beizutragen. Das Programm wirbt für den Arbeitsplatz Kirche, will den Anteil von Frauen in Leitungspositionen steigern und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.

Hintergrund
An den beiden einjährigen Mentoring-Zyklen nehmen 14 (Erz-)Bistümer teil: Aachen, Bamberg, Berlin (Caritas), Dresden-Meißen, Essen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, München und Freising, Münster, Osnabrück und Trier. Insgesamt stehen 40 Tandemplätze zur Verfügung. In jedem Tandem arbeitet eine erfahrene Leitungsperson (Mentor/in) aus den (Erz-)Bistümern mit einer Nachwuchskraft (Mentee) zusammen und ermöglicht ihr Einblicke in eine kirchliche Leitungstätigkeit. Als Mentoren werden in dem Programm Frauen und Männer eingesetzt.

Das Mentoring wird vom Hildegardis-Verein e. V. durchgeführt, der in der katholischen Kirche beheimatet ist und als Einrichtung der Frauenförderung seit mehr als 100 Jahren die akademische Ausbildung und Qualifizierung von Katholikinnen unterstützt. An der Projektsteuerung sind neben dem Hildegardis-Verein und der Deutschen Bischofskonferenz alle (Erz-)Bistümer beteiligt, die Tandems in das Programm entsenden. So ist sichergestellt, dass spezifische regionale Bedingungen berücksichtigt und Synergien zu bereits erfolgten Gleichstellungsmaßnahmen der Bistümer und Projekten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf genutzt werden.

Beim Mentoring entsteht ein Pool von qualifizierten Nachwuchskräften, auf den alle (Erz-)Bistümer zukünftig zurückgreifen können. Außerdem wird ein kollegiales Netzwerk von etablierten Führungskräften aufgebaut, das nachhaltig über den Programmzeitraum hinaus wirken kann. Das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ trägt dazu bei, weibliche Führungsvorbilder in der Kirche sichtbar zu machen.

Hinweis:
Die Erklärung der deutschen Bischöfe zum Abschluss des Studientages „Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche“ während der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Februar 2013 ist als pdf-Datei zum Herunterladen hier verfügbar. Die Erklärung des Hildegardis-Vereins sowie weitere Informationen zum Programm finden sich unter www.hildegardis-verein.de und www.kirche-im-mentoring.de.

Kardinal Marx zum Tod von Prof. Dr. Jutta Limbach, frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 13. September 2016 - 9:59
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, seine Anteilnahme zum Tod der früheren Präsidentin des Gerichts, Prof. Dr. Jutta Limbach, ausgesprochen.

In einem Brief würdigt Kardinal Marx die Arbeit der ehemaligen Präsidentin, die insbesondere in die „herausfordernde, von Professorin Limbach vorbildlich gemeisterte Zeit nach der Wiedervereinigung“ fiel. Die katholische Kirche sei dankbar für den Dialog, den Präsidentin Limbach mit der Kirche geführt habe. Dazu zählten auch die verschiedenen Auftritte und bedeutenden Reden, die sie in katholischen Akademien und bei Katholikentagen gehalten habe. „Wir trauern um eine Persönlichkeit, die prägend für unser Land war“, so Kardinal Marx.

Kardinal Marx feiert Gottesdienst zur Heiligsprechung von Mutter Teresa

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 11. September 2016 - 13:45
Kardinal Reinhard Marx hat Christen zu einem verstärkten öffentlichen Zeugnis für die Armen und Schwachen aufgerufen. „Wenn Religion in der Öffentlichkeit sichtbar wird – so ist es jedenfalls für uns Christen klar –, dann ist dieses Zeugnis ein Zeugnis für den Menschen, für die Schwachen, für die Gerechtigkeit, für die Notleidenden“, sagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, heute (11. September 2016), in der Pfarrkirche St. Margaret in München-Sendling bei einem Festgottesdienst anlässlich der Heiligsprechung von Mutter Teresa. Der Kern der Frage in den aktuellen Diskussionen „ist ja nicht, ob Religion präsent ist in der offenen und freien Gesellschaft – das muss sie sein –, sondern, wie sie präsent ist, was sie tut, was sie verkündet, wofür sie einsteht“, sagte Kardinal Marx und betonte vor diesem Hintergrund das Zeugnis von Mutter Teresa: „Daran müssen wir uns messen lassen.“

Christen sollten sich in die Gesellschaft einbringen, erklärte Kardinal Marx. „Aber nicht in dem Bewusstsein: ‚Wir sind auch da, wir sind auch wichtig.‘ Sondern: ‚Wir tun etwas, wir zeigen, was es bedeutet, den Namen Christi zu tragen.‘“ Das zeige sich daran, „wie wir reden, wie wir handeln, nicht mit Schaum vor dem Mund, nicht mit Hass gegen andere, sondern in Demut, selbstbewusst, klar, in der Orientierung an der Gestalt Jesu von Nazareth und in der Ausrichtung an den Schwachen und Kranken, an der Hoffnung“. Dabei gehörten „Mystik und Politik, also geistliches Leben und Verantwortung für die Welt“, zusammen, betonte Kardinal Marx. Mutter Teresa habe „mit diesem großen Glaubenszeugnis und mit ihrem Zeugnis der Tat das ganz radikal und überzeugend sichtbar gemacht“. So werde die christliche Prägung einer Gesellschaft sichtbar: „Die christliche Prägung unsere Landes besteht ja nicht nur aus Weihnachtsmärkten und Gipfelkreuzen und Kirchweihfesten. Die christliche Prägung ist die Nächstenliebe, der Sinn für die Schwachen, die Sensibilität für die Armen“, so Kardinal Marx: „Wo die Armen nicht in die Mitte geholt werden, da ist die christliche Prägung eben nicht da.“

Mutter Teresa bezeichnete Kardinal Marx als „ein großes Geschenk an die ganze Kirche“. Ihre Heiligsprechung habe ihn „sehr bewegt“. Im Jahr 1979 sei er ihr kurz nach seiner Priesterweihe nahe seiner Heimat in Lippstadt begegnet und habe ihr den Primizsegen spenden dürfen: „Das hat mich über die Jahre immer wieder geprägt und in eine besondere Beziehung mit Mutter Teresa gebracht.“ Eine Niederlassung der von Mutter Teresa gegründeten, weltweit tätigen Ordensgemeinschaft „Missionarinnen der Nächstenliebe“ liegt im Pfarrgebiet von St. Margaret. Die Schwestern kümmern sich dort besonders um Obdachlose und andere Bedürftige. Es handelt sich um eine von sieben deutschen Niederlassungen. Insgesamt wirken rund 5.300 Missionarinnen der Nächstenliebe in mehr als 130 Ländern. Sie betreiben zahlreiche Hospize, Schulen und Waisenhäuser.

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje im heutigen Mazedonien geboren. Mit 18 Jahren trat sie in den Orden der Loretoschwestern ein, ließ sich zur Missionarin ausbilden und ging bald nach Indien. 1946 beschloss sie nach einer göttlichen Eingebung, selbst einen Missionsorden zu gründen, was sie 1950 in die Tat umsetzte. In Kalkutta kümmerte sie sich um die Ärmsten der Armen, unterstützt von einer wachsenden Zahl von Ordensschwestern. 1979 wurde ihr der Friedensnobelpreis verliehen. Mutter Teresa starb am 5. September 1997. Sie wurde im Jahr 2003 durch Papst Johannes Paul II. selig- und am 4. September 2016 durch Papst Franziskus heiliggesprochen.

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising

Preisverleihung und Junge Akademie „Barmherzigkeit hoch 3“ zum Heiligen Jahr

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 9. September 2016 - 10:22
Vom 16. bis 18. September 2016 findet an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar die Junge Akademie „Barmherzigkeit hoch 3“ statt. Bei der Akademie geht es darum, die drei Dimensionen der Barmherzigkeit für die heutige Welt zu erschließen: ihre Höhe, ihre Tiefe und ihre Weite – Barmherzigkeit hoch drei. Die Teilnehmer erwarten neben einem Gespräch mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und einem Vortrag von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier) auch zahlreiche Workshops. Höhepunkt wird die Preisverleihung des Wettbewerbs am 17. September 2016 sein, die von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, vorgenommen wird. Junge Menschen im Alter von 16 bis 28 Jahren waren im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit eingeladen, in fünf Kategorien ihren je eigenen Beitrag zum Thema „Barmherzigkeit – heute?!“ einzureichen.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Wir bitten um eine formlose Anmeldung per E-Mail an glaubensbildung@afj.de (bitte vermerken Sie unbedingt, ob Sie an der gesamten Tagung teilnehmen und eine Übernachtung benötigen). Das Programm der Akademie ist untenstehend als pdf-Datei sowie unter www.junge-akademie-barmherzigkeit.de verfügbar.

Hintergrund
Wettbewerb und Junge Akademie werden veranstaltet von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie und philosophischen Ethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und dem Limburger Magazin für Religion und Bildung „Eulenfisch“. Weitere Kooperationspartner des Wettbewerbes und der Jungen Akademie „Barmherzigkeit hoch 3“ sind die Arbeitsgemeinschaft Jugendpastoral der Orden, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, die Initiative Nightfever, die Schönstattbewegung, das Bonifatiuswerk und Renovabis – die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm stellen Gemeinsames Wort zum Jahr 2017 vor

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 8. September 2016 - 13:15
Der Prozess einer „Heilung der Erinnerung“ gehört wesentlich zu den gemeinsamen Initiativen, die dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz zum Reformationsgedenken 2017 verabredeten Christusfest Gestalt geben. Der Prozess zielt darauf, anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Thesenanschlages Martin Luthers 1517 miteinander die Trennungen der Kirchen ehrlich anzuschauen, ihre leidvollen Auswirkungen zu bedenken und Gott und einander um Vergebung für das Versagen auf beiden Seiten zu bitten. Zugleich soll Gott für das gewachsene Vertrauen und die tiefe ökumenische Gemeinschaft gedankt werden. Dazu haben die Deutsche Bischofskonferenz und die EKD das Gemeinsame Wort „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ erarbeitet.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind eingeladen zur Vorstellung dieses Gemeinsamen Wortes. Das Pressegespräch findet statt am: Freitag, 16. September 2016, um 12.00 Uhr
im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern,
Katharina-von-Bora-Straße 7, 80333 München.


Das Dokument wird vorgestellt vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Beide Vorsitzende werden dabei auch perspektivische Anmerkungen zu den weiteren Planungen der Feier des Reformationsgedenkens geben.

In dem Gemeinsamen Wort wird das Bestreben um Versöhnung und um Dialog in den Kontext der gewachsenen ökumenischen Gemeinschaft gestellt. Exemplarisch werden Erinnerungsorte beschrieben, die das kollektive Gedächtnis bis heute prägen und belasten können, um von dort aus dankbar auf die Früchte der ökumenischen Bewegung zu schauen, die offenen Fragen in den Blick zu nehmen und Wege in die Zukunft aufzuzeigen. Im Prozess der ökumenischen Gestaltung des Jahres 2017 als Christusfest haben ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienste eine Schlüsselstellung. Die zentrale Feier eines solchen Gottesdienstes mit beiden Vorsitzenden findet am 11. März 2017 in der Kirche St. Michaelis zu Hildesheim statt. Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD regen an, in der Folgezeit ähnliche Gottesdienste auf regionaler und lokaler Ebene zu feiern. Dazu wird mit dem Gemeinsamen Wort ein Gottesdienstentwurf veröffentlicht, der dem Gottesdienst in Hildesheim zugrunde liegen wird.

Hinweise:
Bitte melden Sie sich per E-Mail unter pressestelle@ekd.de für das Pressegespräch an. Am Tag der Vorstellung wird das Dokument um 12.00 Uhr auf www.dbk.de und www.ekd.de veröffentlicht.