Augenblicke der Besinnung

Die Bibel ist das Buch,
dessen Inhalt selbst
von seinem göttlichen Ursprung zeugt.
Die Bibel ist mein edelster Schatz,
ohne den ich elend wäre.

Immanuel Kant














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Welttag des Tourismus am 27. September 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 22. September 2017 - 10:43
„Nachhaltiger Tourismus: ein Instrument für die Entwicklung” – unter diesem Leitwort steht der diesjährige Welttag des Tourismus am 27. September 2017, der von der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen ausgerufen wird. Seit Beginn beteiligt sich das vatikanische Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen an dieser Initiative, um auf die Herausforderungen wie auch die Möglichkeiten hinzuweisen, die dieser Tag für die Evangelisierung bietet.

Nach Auffassung der Vereinten Nationen kann ein nachhaltiger Tourismus ein Instrument zur Bekämpfung von Armut, zum Schutz der Umwelt, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen und Jugendlichen sein. Vor diesem Hintergrund wendet sich der Vatikan in seiner Botschaft zum Welttag des Tourismus 2017 an alle Christen, sich für einen Tourismus einzusetzen, der zur Entwicklung der Völker beiträgt. Denn der Tourismus könne ein wichtiges Instrument für das Wachstum und für den Kampf gegen die Armut sein: Tourismus „muss verantwortlich sein, darf weder destruktiv noch schädlich für die Umwelt oder für den sozialen und kulturellen Hintergrund sein, auf den er einwirkt, muss vor allem die jeweilige Bevölkerung und ihr kulturelles Erbe achten, zur Sicherung der Würde des Einzelnen und der Rechte der Arbeitnehmer dienen und nicht zuletzt bedacht sein auf die Benachteiligten und Verwundbaren.“

Entsprechend fordert das Dikasterium zu einer Debatte darüber auf, wie alle Akteure – auch die Kirchen – an einem Tourismus mit menschlichem Antlitz mitwirken können. So gilt es über die Konsequenzen nachzudenken, die sich aus einem nachhaltigen Tourismus für die Touristen, die Unternehmer, die Beschäftigten, die Regierenden – und auch die örtlichen Gemeinden ergeben. Es muss darum gehen, Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus zu fördern und dabei Verhaltensweisen und Veränderungen in der Lebensweise durch eine neue Form der Beziehungen zu anderen zu begleiten. „In diesem Bewusstsein wollen wir Christen unseren Beitrag leisten, damit der Tourismus zur Entwicklung der Völker, vor allem der besonders Benachteiligten unter ihnen, beitragen kann“, so der Vatikan in seiner Botschaft und weiter: „Die Kirche bietet einen eigenen Beitrag an, indem sie Initiativen einleitet, die den Tourismus wirklich in den Dienst der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen stellen.“In Deutschland beteiligt sich die katholische Kirche aktiv am Welttag des Tourismus. Zum 38. Mal sind mehrere Diözesanmuseen und Schatzkammern am 27. September 2017 kostenfrei für Besucher geöffnet.

Hintergrund
Der Welttag des Tourismus wurde 1980 von der Welttourismusorganisation eingeführt und wird seitdem jährlich vom Päpstlichen Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs unterstützt. Seit dem 1. Januar 2017 ist der Päpstliche Rat in das neue vatikanische Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen integriert. Ziel des Welttages ist es, die internationale Gemeinschaft auf die vielfältigen Aspekte des Tourismus hinzuweisen und die Bemühungen um seine friedenstiftende und Völker verbindende Kraft zu stärken.

Hinweis:
Eine Liste der teilnehmenden diözesanen Einrichtungen sowie die Botschaft des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen sind untenstehend als pdf-Dateien verfügbar.

Deutsche Bischofskonferenz übermittelt Aleviten Segenswünsche zum Muharrem-Fasten und zum Aşure-Fest 2017

Visus Conferentiae Episcoporum Germanorum - 21. September 2017 - 11:59
Der Vorsitzende der Unterkommission der Deutschen Bischofskonferenz für den Interreligiösen Dialog, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), hat den Aleviten in Deutschland zum Muharram-Fasten und dem anschließenden Aşure-Fest am 3. Oktober 2017 die Glück- und Segenswünsche der Deutschen Bischofskonferenz in einer Grußbotschaft übermittelt:

„Zu Beginn der zwölftägigen Muharram-Fastenzeit und zum anschließenden alevitischen Aşure-Fest am 3. Oktober sende ich Ihnen im Namen der katholischen Kirche in Deutschland meine herzlichsten Segenswünsche.

Die Fastenzeit ist für viele Menschen eine willkommene Unterbrechung des alltäglichen Lebens. Das gilt auch, wenn sie – wie es beim Fasten der Aleviten der Fall ist – an traurige Ereignisse in der Geschichte der eigenen Religion erinnert. Die Zeit des Fastens bietet die Möglichkeit, über Erlebtes, Gegenwärtiges und Zukünftiges vertieft nachzudenken: Wir ziehen eine Bilanz der Ereignisse des vergangenen Jahres, überdenken unsere gegenwärtige Lage und überlegen, wie wir unsere Zukunft gestalten möchten. Als religiöse Menschen dürfen wir dem Allmächtigen in Demut unsere Bitten, Sorgen und Nöte vortragen und darauf hoffen, erhört zu werden.

Die Zeit des religiös inspirierten Innehaltens kann auch hilfreich sein, sich auf das Verbindende unter den Menschen zu besinnen und das Trennende nicht übermächtig werden zu lassen. Eine alevitische Weisheit lehrt, dass 72 Nationen symbolisch als eine einzige zu betrachten seien. Das erinnert mich an die Zeilen von Nostra aetate, jenem wegweisenden Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Beziehungen der katholischen Kirche zu den anderen Religionen. Dort heißt es: „Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ. […] Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“

Unsere Überlieferungen und Lehren verlangen von uns, Menschen nicht auf ihre unterscheidenden Merkmale zu reduzieren und gegenüber rassistischen und menschenfeindlichen Ideologien wachsam zu sein. Eine Gesellschaft, in der Menschen aus verschiedenen religiösen Traditionen friedlich zusammenleben, steht für Stärke, nicht für Schwäche! Es liegt an uns allen, eine solche Gesellschaft aufzubauen und aufrechtzuerhalten, damit sie gegenüber hetzerischen Ideologien standhaft bleiben kann.

Liebe alevitische Geschwister, Sie werden am Ende der Fastenzeit gemäß Ihren Überlieferungen aus zwölf verschiedenen Zutaten, die an das Überleben in der Arche Noah erinnern, die Aşure-Suppe zubereiten und sie gemeinsam mit Ihren Familien, Freunden, Nachbarn und Gästen verzehren. Dies ist eine schöne Tradition und wird zu einem lebendigen Zeichen der Gastfreundschaft, wenn auch andere an dieser Feier teilnehmen. Ich freue mich darüber, dass Ihre Einladungen auch von zahlreichen Christen und Vertretern der Gesellschaft angenommen werden.

Möge dieses Zeichen der gelebten Toleranz zu einem friedlichen, freundschaftlichen Miteinander in unserem Lande beitragen!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen persönlich und im Namen der katholischen Christen in unserem Land eine erfüllte Fastenzeit und ein friedliches Aşure-Fest.

Friede sei mit Ihnen!“

Hintergrund Die Fastenzeit der Aleviten im Monat Muharram, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, dauert in diesem Jahr vom 21. September bis 2. Oktober. Während dieser zwölf Tage, deren Zahl an die zwölf Imame erinnert, gedenken die Aleviten insbesondere des gewaltsamen Todes des Imam Hüseyin und von 72 seiner Familienangehörigen und Anhänger im Jahr 680. Im Anschluss an das Fasten – in diesem Jahr am 3. Oktober – feiern die Aleviten das Aşure-Fest, an dem traditionell eine Speise aus zwölf Zutaten (Aşure) zubereitet und mit Nachbarn und Freunden geteilt wird. Das alevitische Aşure-Fest ist nicht mit dem Aschura-Tag der Schiiten und der Sunniten zu verwechseln, der in diesem Jahr auf den 30. September fällt und mit dem sich zum Teil ähnliche, zum Teil andere Überlieferungen verbinden.

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