24. Settembre 2016
Augenblicke der Besinnung

O Mutter, ich fliehe in Deine Hut
wenn zaget mein Herz
wenn wanket der Mut.
Was immer der Vater auch schicken mag
an Freuden und Leiden,
an Sorg und Plag
O Mutter, der Weg durch das Dunkel bist Du
O Mutter, an Deinem Herzen ist Ruh
so führ mich durch dieses Erdenland
glücklich und sicher ins Heimatland.

 
















Grußworte Bischof von Passau


Verehrte liebe Pilgerinnen und Pilger,
Schwestern und Brüder!

Für den Wallfahrtsort Altötting steht das Jahr 2016 unter einem besonderen Stern: Am 11. September 2016 wird sich der Besuch unseres Hl. Vaters Papst Benedikt XVI. in seiner bayerischen Heimat, in dem ihm von Kindheit an vertrauten und liebgewonnen Marienheiligtum Altötting zum 10. Mal jähren! Bei vielen von Ihnen werden Erinnerungen wach gerufen werden an diesen wunderbaren und für den in der Geschichte unseres Bistums herausragenden Tag.

Das Leitwort dieses päpstlichen Pastoralbesuchs lautete „Wer glaubt, ist nicht allein“! Nicht allein zu sein, sondern dazu zu gehören, ist ein menschliches Grundbedürfnis – wohl ebenso wichtig wie unser tägliches Brot. Dabei gehört es zum Kern der christlichen Verkündigung, dass wir Menschen über die soziale Zugehörigkeit hinaus wesentlich geprägt sind von der Zugehörigkeit zu Gott, von der Gotteskindschaft. Kirche ist mehr als eine menschliche Gemeinschaft. Kirche ist communio, ist Gemeinschaft untereinander und mit Jesus Christus!

Dieses Angenommen-Sein selbst innerlich zu erfahren und das Angenommen-Sein anderen zuteilwerden zu lassen – das beschreibt eine wesentliche Dimension dessen, was wir Barmherzigkeit nennen: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36). Annehmen und angenommen werden, das sind die beiden Seiten der Medaille Barmherzigkeit.

Daher kann das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“ uns allen zur geistlichen Schule werden, wo wir ein Zweifaches lernen können: zum einen, um nach den Orten zu suchen, wo wir selber der Barmherzigkeit Gottes, seines Annehmens, seiner besonderen Zuwendung bedürfen; zum anderen, wo wir selber andere annehmen sollen und können, wie wir selbst angenommen sein möchten. Die „Mutter der Barmherzigkeit“, die Gottesmutter Maria, ist uns dabei das beste Vorbild!

Auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Altötting schenke Ihnen allen der dreifaltige Gott seine Barmherzigkeit und seinen Segen!

Dr. Stefan Oster SDB
Bischof von Passau