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27. Maggio 2016
Augenblicke der Besinnung

Die Seele fühlt sich nicht wohl,
wenn sie etwas bittet,
was dem Willen Gottes
widersteht.

Hl. Philipp Neri

 
















Forum Altötting


Und die Hoffnung hat doch Recht! Dies war die erste Erfahrung der Forumsteilnehmer des 14. Internationalen Forums in Altötting, das Dienstagabend seinen Start hatte. Denn angesichts der schweren, dunkelgrauen Wolken am Himmel war der Satz, den man bei
der Anmeldung am Kapellplatz am häufigsten hörte „Hoffentlich regnet es heute nicht.“ Und tatsächlich wurde diese Hoffnung erfüllt, auch wenn die abendlichen Temperaturenso manchen zusätzlichen Pulli oder eine umfunktionierte Picknickdecke für das Programm am Kapellplatz bzw. im Garten der Josefsburg erforderte. Neben dieser ganz praktischen Erfahrung erfüllter Hoffnung führte der erste Forumstag am Mittwoch dann auch inhaltlich in das Thema „Der Hoffnung auf der Spur“ ein.

365 mal – für jeden einzelnen Tag im Jahr einmal – steht in der Bibel „Habt keine Angst!“. Wie wichtig ist dieser Zuspruch Gottes in unserer Zeit, die so geprägt ist von Zukunftsängsten, mangelnden Perspektiven und fehlender Orientierung in einer sich ständig verändernden Welt. So wichtig, dass es die ersten Worte waren, die Johannes Paul II., dieser besondere Träger der Hoffnung, als frisch gewählter Papst zu der Menge am Petersplatz sagte.

Blandine Haider, eine junge Familienmutter, die zusammen mit ihrem Mann Christian den Eröffnungsvortrag des Erwachsenenforums hielt, erzählte von einer 42jährigen Grundschullehrerin, für die es so wichtig wäre, diese Worte zu hören und glauben zu können. Sie meinte im Gespräch, es sei total verantwortungslos, heute Kinder in diese Welt zu setzen, die doch so schlecht sei. „Die Menschen machen Kinder und dann haben sie keine Zeit sie zu erziehen. In der Schule werden sie kleine Monster sein.“ Worauf bauen die Haiders, die eine 3 Monate alte Tochter und einen 2jährigen Sohn haben, dass ihre Kinder einmal nicht kleine Monster sein werden? Wieso vertrauen sie darauf, dass diese sich so sehr wandelnde Welt sich zum Besseren, ja zum Guten hin verändern kann?

Was ihnen Zuversicht gibt, ist ihre Gewissheit, dass der, der in der Bibel 365 mal „Habt keine Angst!“ sagt, die Person ist, die in Liebe für sie da ist. Denn das ist für sie Christsein: „Heute schon in dem Bewusstsein leben zu können, dass da jemand ist, der auf mich wartet.“ Wir Menschen suchen in vielem die kleinen Glücksmomente und laufen ihnen auch auf Wegen nach, die nur in die Irre führen und keine Erfüllung bringen.
Das Puzzle aus kleinen Glücksmomenten reicht aber nicht – der Mensch braucht die große Hoffnung, die richtige, große, alles umfassende Hoffnung, die Gott selbst ist. Unsere Sehnsucht lässt sich mit weniger nicht wirklich stillen.

Erst wenn ich weiß, dass ich durch und durch geliebt bin, dann kann ich ohne Angst auf ein Ziel zugehen, dann können wir aber auch Zeichen der Hoffnung für andere sein. Die Erfahrung von Gott geliebt zu sein, ist nichts, was Auserwählten oder Besonderen vorbehalten ist. Jesus ist da – in der Kirche - ob wir kommen oder nicht, er erwartet uns in jedem Augenblick. Und er erwartet jeden von uns, so wie er ist, mit allen Fehlern und
Schwächen, Stärken und Freuden. Dort können wir seine Liebe für uns erfahren. So predigte Bischof Dr. Klaus Küng aus St. Pölten in Österreich in der Hl. Messe am Kapellplatz, an der alle Foren geschlossen teilnahmen.

Es ist wichtig, dass wir in Gottes Haus eintreten, ihn suchen, aufrichtig auf ihn hören und das umsetzen, was er uns sagt. Es geht um ein Wachsen und ein Reifen, das seine Zeit braucht. „Denn wer zur Bequemlichkeit neigt, muss ein bisschen weniger bequem werden; wer eitel ist – und wer ist das nicht – muss weniger eitel werden. Wer manchmal böse wird, muss gut werden mit der Zeit.“ So können wir mit Jesus Christus leben und
ihm nachfolgen. Dann werden wir bei allen Schwierigkeiten des Lebens Horizonte der Hoffnung sehen. Der richtigen, großen, alles umfassenden Hoffnung, die Gott selbst ist.

Um dieses ganz Große ging es auch am ersten Tag beim Jungen Forum im Garten der Josefsburg. Heißt es doch so schön „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“, zumindest für all jene, die auf der Suche nach etwas sind. Und Deutschland ist voll von Menschen, die zumindest medial wirksam etwas oder jemanden suchen: Heidi Klum sucht das nächste Topmodel, Till Schweiger den Nachwuchsschauspieler für Hollywood und der Bauer seine
Frau. Nicht nur die Medienstars, auch die ganz normalen Jugendlichen des Jungen Forums sind auf der Suche. Sie suchen die Freude, etwas, das ihren Durst nach Leben stillt und das Glück. Aber wo kann man das finden? Markus Keller, Referent beim Jungen Forum am Mittwochvormittag hat eine Antwort parat: „Gott hat uns als Originale erschaffen. Er will, dass wir ein originelles Leben leben. Doch dafür müssen wir uns entscheiden. Es bedeutet für uns nicht das kleine Glück, sondern das große. Sich für das große Glück zu entscheiden ist manchmal anstrengender.“ Es scheint die Aussicht auf dieses Glück zu sein, was die jungen Menschen hier hoffnungsvoll macht. Hoffnungsvoll, aber nicht sorglos. Sorgen gehören zum Leben – jemanden zu haben, bei dem man sie „parken“ kann, ist eine der großen Hoffnungen der Christen. Mit allem zu Gott kommen zu können, macht frei. Und fähig, seine Hoffnung auf das ganz große Glück zu setzen – als Original, das es nur einmal gibt und das sich nicht mit weniger als dem wirklich ganz Großen zufrieden gibt.
(Text und Foto: Gemeinschaft Emmanuel)