St. Konrad - Kirche und Kloster

 

Mit den Franziskanern kam ein weiterer Männerorden nach Altötting. Zur Förderung der Wallfahrt nach dem 30jährigen Krieg hatte Stiftspropst Kardinal von Wartenberg 1654 die Franziskaner nach Altötting gerufen, die hier Kloster und Kirche erbauten.  Kurfürstin Maria Anna von Bayern, die Gemahlin Maximilians I. war eine große Wohltäterin des Klosters. Kirche und Kloster erhielten die hl. Mutter Anna zur Patronin. In der Säkularisation wurden 1802 die Franziskaner vertrieben, ihnen folgten die Kapuziner nach; allerdings nicht zur Wallfahrtsseelsorge, sondern zum "Aussterben".

Unter König Ludwig I. durfte der Orden ab 1828 wieder Novizen aufnehmen und erlebte einen glanzvollen Aufstieg. 1849 trat hier der 31jährige Bauer Johann Birndorfer aus Parzham im Rottal als Laienbruder ins Kloster ein und erhielt den Namen Bruder Konrad. Durch ein beispielhaftes Leben der Frömmigkeit und Armut, der Demut und des wohltätigen Dienstes als Pförtner reifte er zum Heiligen heran. Wegen seiner aufopfernden Beständigkeit, Gott und den Armen zu dienen, genoss er bald das Vertrauen aller Pilger.

Am 21. April 1894 starb er, am 15. Juni 1930 wurde er selig- und am 20. Mai 1934 durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.

Der Kirchenraum ist franziskanisch schlicht, von einem schmucklosen Tonnengewölbe überwölbt. 1864 wurde die barocke Einrichtung der Kirche entfernt und im neuromanischen Stil erneuert. Am 23. März 1953 gestattete die Ritenkongregation in Rom, dass die bisherige St.-Anna-Kirche den Titel des Hl. Bruder Konrad erhalten soll. 1956 / 57 wurde die Kirche neu gestaltet: „Herzmitte der weltweiten und wirklich erstaunlich lebendigen Bruder-Konrad-Verehrung soll seine Grabkirche werden und darum auch eine Ausgestaltung erfahren, die ihrer Bedeutung würdig ist.“ (Altöttinger Liebfrauenbote, 56. Jg., Nr. 8, 26.02.1956)

Bruder Konrad soll als Wegweiser zu Christus dargestellt werden. Der Konradgrabaltar in der Mitte des Kirchenraumes wurde mit einem Baldachin bekrönt, der auf vier hohen, zarten Silberstangen den Altar überdeckt. Wie ein Tor hin zum Kreuzaltar hebt er einerseits die Bedeutung des Konradaltares hervor, andererseits verweist er darauf, dass nicht der Heilige das letzte Ziel ist, sondern Christus. Christus ist Mittelpunkt des Gotteshauses.  Der Südtiroler Bildhauer Siegfried Moroder schuf die Kreuzigungsgruppe in der Apsis: Unter dem rechten Kreuzesbalken stehend, hält Bruder Konrad eine weite Schale, darin den Segen Gottes aufzufangen und weiterzugeben an die Menschen. Und da kauert die Not der Menschen im Bild einer Mutter, unter dem linken Kreuzesbalken, ein Kind in ihren Mantel gehüllt.

Der von einem Baldachin überwölbte Grabaltar birgt in einem gläsernen Sarkophag eine silberne Figur des Heiligen. In ihr sind die Reliquien geborgen, die Hauptreliquie in der Mitte des Schreins. Sieben Glasfenster (Entwurf: Albert Figel und Richard Holzner, Ausführung: Mayr´sche Kunstanstalt München, eingesetzt: Karwoche 1936) zeigen Lebensstationen des hl. Br. Konrad.

Br. Konrad-Pforte

Im Pfortengang ist die noch im ursprünglichen Zustand erhaltene Pforte des hl. Bruder Konrad zusehen. Dort versah er 41 Jahre lang den Dienst des Pförtners.

Alexiuszelle
Zum Beten suchte Br. Konrad die Alexiuszelle auf, eine kleine Kammer unter einer Treppe. Durch einen Mauerdurchbruch konnte man auf den damaligen Hochaltar und Tabernakel schauen.(Alexiuszelle deshalb, weil der hl. Alexius, 4. Jh., Syrien, 17 Jahre unerkannt unter der Stiege des Elternhauses lebte.)In dieser Gebetsnische zu Altötting werden heute noch Briefe niedergelegt, die an den hl. Br. Konrad gerichtet werden.

Sterbezelle
Am 21. April 1894 starb Br. Konrad in der sog. Marienzelle.  Das Fenster seiner Sterbezelle ist vom Basilikavorplatz sichtbar.

 

Öffnungszeiten:

Sommer
: täglich von 07.00 - 20.00 Uhr

Winter (November - April)
: täglich von 08.00 - 18.00 Uhr

Gottesdienstzeiten:
Sonntag: 09.00 Uhr
Werktag: 10.00 Uhr

Fassungsvermögen:
ca. 120 Sitzplätze